Sammlung von lustigen Erzählungen,
sinnreichen Gegenreden und witzigen Einfällen
Los 2098
Zuschlag
190€ (US$ 216)
Sammlung von lustigen Erzählungen, sinnreichen Gegenreden und witzigen Einfällen. Erster Theil (alles Erschienene). 6 Bl., 156 S. 13,5 x 8,5 cm. Pappband d. Z. (stärkere Gebrauchsspuren). Hamburg, o. Dr., 1759.
VD18 90592999 und 13497367. – Einzige Ausgabe der anonymen Kompilation. Enthält 94 kuriose Textbeiträge aus verschiedenen Schriften, teils in Übersetzung. – Gebräunt und braunfleckig, mit zwei modernen Exlibris.
Schottelius, Justus Georg
Ausführliche Arbeit von der Teutschen Haubt Sprache
Los 2102
Zuschlag
1.100€ (US$ 1,250)
Schottelius, Justus Georg. Ausführliche Arbeit von der Teutschen Haubt Sprache, worin enthalten Gemelter dieser Haubt Sprache Uhrankunft, Uhraltertuhm, Reinlichkeit, Eigenschaft, Vermögen, Unvergleichlichkeit, Grundrichtigkeit etc. 16 Bl., 170 S., 1 Bl., S. 171-1466, 14 Bl. Mit Kupfertitel und gestochenem Portrait. 19,5 x 16 cm. Pergament d. Z. (fleckig, vorderes Gelenk mit kleinem Riss, fl. Vorsätze auf die Spiegel geklebt) mit spanischen Kanten. Braunschweig, Christoph Friedrich Zilliger, 1663.
VD17 12:130315E. Dünnhaupt 37.1. Goedeke III, 118, 10. Faber du Faur 697. Jantz 2265. Bulling 57. HAB A 490. Katalog Manheimer 378. – Erste Ausgabe des wichtigsten Sprachwerks vor Jacob Grimm. Diese Arbeit, die in der Vielfalt der Themen wie in der Gründlichkeit, Sorgfalt und Einfühlsamkeit ihrer Behandlung einen einsamen Höhepunkt der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft des 17. Jahrhunderts darstellt, "makes him (Schottelius) if not the father, then the grandfather of germanic philology" (Faber du Faur). "Heiße Liebe zum Gegenstand im Verein mit Gelehrsamkeit und kritischem Sinn haben hier eines der wissenschaftlichsten Werke des 17. Jahrhunderts geschaffen" (Wolfskehl im Katalog Manheimer). Nirgends sind die grammatischen Lehren und sprachtheoretischen Gedanken der Epoche zwischen Ickelsamer und Leibniz umfassender dargestellt worden als hier.
Hatten die Grammatiker des humanistisch-reformatorischen Zeitalters in der Sprache nur ein Rohmaterial gesehen, dem sie erst die Regeln und Gesetze geben mußten - so zwangen die an humanistischen Vorbildern geschulten deutschen Grammatiker z. B. dem Deutschen das grammatische System des Lateinischen auf -, so war für Schottelius die Sprache bereits ihrem Wesen nach gesetzmäßig, und dem Grammatiker fiel die Aufgabe zu, die der Sprache innewohnende 'natürliche' Gesetzmäßigkeit nachzuweisen. Damit verbindet sich die sprachphilosophische Idee der 'Grundrichtigkeit' mit der großen denkerischen Aufgabe des Jahrhunderts, die Gesetzmäßigkeit im Aufbau des Seins zu erkennen.
Das Werk umfasst neben der Grammatik und Poetik (mit vielen Beispielen aus zeitgenössischen Autoren) eine Sammlung deutscher Sprichwörter, eine Etymologie "enthaltend viel Provinzielles oder sonst Verschollenes, auch aus der gesprochenen Sprache, und daher von dauerndem Wert" (Wolfskehl), ein Kapitel "wie man recht verteutschen soll" und im 5. Buch - "Von Teutschlands Scribenten" - den Umriss einer deutschen Literaturgeschichte. Zu Beginn Widmungsgedichte und Lobreden von A. Buchholz, J. Sturm, S. v. Birken, J. M. Dilherr, J. Rist sowie ein Gedächtnisruf Schottelius' auf den 1658 verstorbenen Harsdörffer.
Schottelius aus Einbeck (1612-1676), von Haus aus Rechtsgelehrter, war eine Zeitlang Erzieher Herzog Anton Ulrichs und seiner jüngeren Geschwister, promovierte in Helmstedt zum Dr. jur. und wurde braunschweigischer Kammer-Hof- und Kanzleirat. Als "Der Suchende" war er Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft und unter dem Namen "Fontano" Genosse der Pegnitzschäfer. – Etwas gebräunt. Erste Lagen mit Wasserfleck im Seitensteg sowie 2 Wurmstichen unter minimalem Buchstabenverlust (inkl. Frontispiz und Kupfertitel). Drucktitel mit kleiner hinterlegter Fehlstelle (ohne Textverlust).
Scott, Walter
Ivanhoe. Nach dem Englischen von K. L. Meth. Müller
Los 2104
Zuschlag
120€ (US$ 136)
Scott, Walter. Ivanhoe. Nach dem Englischen von K. L. Meth. Müller. 3 Bände. 16,5 x 10 cm. Halbleder d. Z. (Seitenkante des Vorderdeckels von Band I mit Schabspur) mit Rückenfileten und goldgeprägtem RSchild. Leipzig, J. C. Hinrich, 1820.
Einzige Ausgabe der Übertragung durch den aus Schkeuditz stammenden Schriftsteller und langjährigen Redakteur der von Spazier gegründeten Leipziger "Zeitung für die elegante Welt" Karl Ludwig Methusalem Müller (1771-1837). – Etwas fleckig, Vorsätze leimschattig, sonst wohlerhalten. Exemplar aus der "Herzoglichen Bibliothek zu Eisenberg", mit entsprechendem Wappenstempel auf dem Titel. – Dabei: Derselbe. Karl der Kühne, oder Tochter des Nebels. Aus dem Englischen. Band II. Stuttgart, Franckh, 1829. - Identisch gebundener Einzelband aus derselben Adelsbibliothek.
Serret, Ernst. Wiedergefunden. Roman. Aus dem Französischen. Autorisierte Ausgabe. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 120 S.; 1 Bl., 100 S. 17,5 x 11 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (berieben und bestoßen, mit hs. RSchild). Berlin, R. Lesser, (1867).
Fromm VI, 24304. – Erste deutsche Ausgabe, ein Neudruck der anonymen Übertragung erschien ebenda 1870. Einzige bei Fromm verzeichnete deutsche Übersetzung eines Romans des seinerzeit recht erfolgreichen französischen Schriftstellers Ernest Serret (1821-1874), der überwiegend Dramen und Komödien verfasste und heute in Vergessenheit geraten ist. – Etwas stockfleckig, sonst wohlerhalten. Exemplar aus der Bibliothek der Freiherren von Romberg auf Schloss Buldern, mit entsprechendem Wappenexlibris und hs. Besitzeintrag auf dem Titel. Das Schloss Buldern im Münsterland befindet sich seit 1765 im Besitz der Familie von Romberg und beherbergt heute ein Internat. Über den KVK nur ein Standortnachweis in der Bayerischen Staatsbibliothek (für die Neuausgabe von 1870 konnte kein Standort ermittelt werden). – Beigebunden: Victor Hugo. Friedens-Manifest an die Völker Europa's. Einzige rechtmäßige deutsche Ausgabe. Zweite Auflage. 1 Bl., 64 S. Ebenda 1867. - Nicht bei Fromm. - Seltene Übersetzung von Hugos Friedensutopie durch die Dresdener Erzählerin Charlotte von Glümer (1825-1906; vgl. Kosch VI, 416f.). "Separatabdruck aus dem binnen kurzem erscheinenden Werke: Paris. Ein Spiegelbild seiner Geschichte, seines Geistes und Lebens, in Schilderungen von den bedeutendsten Schriftstellers Frankreichs" (Untertitel). - Papierbedingt gebräunt. Über den KVK nur zwei Standortnachweise in Köln und Zürich; das Exemplar der Berliner Staatsbibliothek gilt als Kriegsverlust.
Shakespeare, William
The works in six volumes. Oxford, Theater, 1744. - Vollständige Reihe mit den Vorworten von A. Pope und N. Rowe
Los 2106
Zuschlag
500€ (US$ 568)
Shakespeare, William. The works in six volumes. Carefully revised and corrected by the former editions, and adorned with sculptures designed and executed by the best hands. 6 Bände. Mit gestochenem Portrait, gestochener TVignette, 25 gestochenen Schlussvigetten und 38 Kupfertafeln. 28,5 x 21,5 cm. Halbleder des 19. Jahrhunderts (etwas beschabt und bestoßen, Kapitale teils mit kleinen Fehlstellen und Einrissen) mit goldgeprägtem RSchild. Oxford 1744.
Thimm 17. – Mit einem Vorwort von Alexander Pope (1688-1744) und der berühmten Würdigung von Shakespeares Leben durch Nicolas Rowe (1674-1718). – Innengelenk von Band I angeplatzt, Titel und erste Blatt von Band II mit Wurmgängen. Insgesamt etwas finger-, braun- und stockfleckig.
Storm, Theodor. Sämtliche Werke. Herausgegegebn von Albert Köster. 8 Bände. 19,5 x 12 cm. OHalbleder mit RVergoldung, goldgeprägtem RSchildch und KGoldschnitt. Leipzig, Insel, 1919-1920.
Sarkowski 1684 B. Hagen, Handb. d. Ed., 1 Wilpert-G. 51. – Die "erste kritische und vollständige Gesamtausgabe der Werke, auf deren Texten die späteren Ausgaben basieren. ... Die umfassende Einleitung arbeitet den Zusammenhang zwischen Storms Leben und seinem Schaffen heraus" (Hagen). – Wohlerhaltenes, schönes Exemplar.
Storm, Theodor. Drei Novellen. 4 Bl., 99 S. 13,5 x 9.5 cm. Grüner illustrierter OLeinenband (fleckig und bestoßen) mit Goldprägung und Goldschnitt. Berlin, Heinrich Schindler, 1861.
Teitge 77. – Erste Ausgabe. Enthält Veronica, Späte Rosen und Drüben am Markt. – Vortitel mit Namenseintrag. Stockfleckig, Innengelenke angebrochen.
Twain, Mark. The writings. Author's edition de luxe. 25 Bände. Mit 25 Portraits oder Frontispices und 25 Vortiteln in Heliogravüre. Titel in Schwarz und Rot. 21 x 14,5 cm. OLeinen (vereinzelt leicht berieben und bestoßen, teils mit kleinen Lichträndern oder kleineren Flecken, Bände XXIV und XXV ausgeblichen) mit RSchild und KGoldschnitt. London, Chatto & Windus, 1899-1907.
Eines von 600 nummerierten Exemplaren (Gesamtauflag: 620). Druckvermerk von Mark Twain signiert. Diese schöne, vollständige Ausgabe von Mark Twains (1835-1910) kompletten Romanen, Essays und Skizzen zeugt von der anhaltenden Popularität und Kraft seiner Werke. – Teils unaufgeschnitten, Vorsätze mit hs. Besitzvermerk. Mit geringen Gebrauchsspuren.
Tyssot de Patot, Simon
Peter Martons merckwürdige Lebens-Beschreibung
Los 2115
Zuschlag
700€ (US$ 795)
(Tyssot de Patot, Simon). Peter Martons, eines gebohrnen Frantzosen merckwürdige Lebens-Beschreibung worinnen viele wunderliche Begebenheiten enthalten die ihm in seinen Leben und auf Reisen zugestossen alles von ihm selbst wohl aufgezeichnet und seines Werths halben in rein Deutsch aus dem Frantzösischen übersetzet von A. B. C. (i.e. Johann Friedrich Bachstrom?). 1 Bl., 302 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochener Titelvignette. 16,5 x 9,5 cm. Moderner Halblederband. Leipzig und Görlitz, Marche, 1737.
VD18 11629444. Holzmann-Bohatta VI, 6367. Fromm VI, 25804.Winter, Comp. Utopiarum 127. – Erste deutsche Übersetzung des zuerst 1710 erschienenen utopischen Reiseromans des hugenottischen Schriftstellers Simon Tyssot de Patot (1655-1738), zugleich eine heftige Streitschrift gegen den Katholizismus. Eine zweite Auflage folgte ebenda 1751, eine spätere deutsche Übertragung erschien dann unter anderem Titel 1760 und 1799 in Neuruppin (mit fingiertem Druckort "Alexandrien"). "Die höchst realistisch geschilderte Lebensgeschichte Jaques Massés, eines freidenkerischen Arztes, dessen Abenteuer und Reisen, die fast zwei Drittel des Textes einnehmen, aber immer wieder durch philosophische Dialoge unterbrochen werden, stehen im Mittelpunkt des Romans. Ähnlich wie der Bericht Leguats enthält Massés Geschichte nicht eine einzige Unwahrscheinlichkeit. Sogar der utopische Staat im Inneren Australiens ist so gestaltet, daß die tatsächliche Existenz dieses Naturvolkes und seines Staates durchaus möglich erscheint" (Winter, ausführlich). "An imaginary voyage and adventure story mixed with extensive, somewhat libertine philosophical accounts and discussions, involving some account of a monarchical, deistic utopia" (Gibson-P.). – Etwas braunfleckig, hinterer Innenspiegel mit montiertem Exlibris. - Selten.
Veen, Otto van. Emblemata Horatiana, imaginibus in aes incisis atque Latino, Germanico, Gallico et Belgico carmine illustrata. 7 Bl., 207 S., 5 Bl. (l. w.). Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel von Gerard de Lairesse und 103 halbseitigen Emblemkupfern. 19,5 x 12 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Amsterdam, Hendrik Wetstein, 1684.
Praz 523. Landwehr, Emblem and Fable Books, 824. Faber du Faur 818. – Späterer Amsterdamer Druck des zuerst 1607 in Antwerpen erschienenen und weithin berühmten Emblembuchs mit Kupfern zu den Werken Horaz'. Mit lateinisch-französisch-holländisch-deutschem Paralleltext aus Horaz' Zitaten, die ins Deutsche von Philipp von Zesen übersetzt wurden. Die motivgeschichtlich einflussreichen Moralia Horatiana nehmen unter den Emblembüchern Veens eine Sonderstellung ein: "Ein leichter, scherzhafter Unterton klingt in dem Buche auf, in dem die Emblematik sich selber zu parodieren scheint" (Monroy S. 54). "Otto van Veen was one of the foremost printers and best engravers of his time, Rubens having been his pupil. In the field of book illustrations he became famous as the creator of the very important and widely imitated book of emblems" (Faber du Faur). "Der Erfolg dieses bis Ende des Jahrhunderts mehrfach aufgelegten Werkes beruht hauptsächlich auf den reizvollen, lebensnahen Darstellungen der Sinnbilder, darunter auch mehr. Berufsdarstellungen wie Ärzte, Augenarzt, Jäger, Landwirt, Maler, Winzer etc." (Praz). – Etwas gebräunt oder braunfleckig.
Freiligrath, Ferdinand
Gedichte (Widmungsexemplar von Georg Weerth)
Los 2119
Zuschlag
3.200€ (US$ 3,636)
Widmungsexemplar von Georg Weerth
Weerth, Georg. - Freiligrath, Ferdinand. Gedichte. Zweite, vermehrte Auflage. X S., 1 w. Bl. 503 S. 2 Bl. (Anzeigen). 18 x 11 cm. Blindgeprägter Leinenband d. Z. (fleckig und berieben, Rücken ausgeblichen) mit goldgeprägtem RTitel. Stuttgart und Tübingen, Johann Georg Cotta, 1839.
Fl. Vorsatz mit eigenhändiger Widmung des Vormärz-Dichters Georg Weerth: "Zur Erinnerung an die große Fastenzeit 1841. Georg Weerth". Der aus Detmold stammende Schriftsteller und Kaufmann Georg Ludwig Weerth (1822-1856) ist heute noch durch sein politisches Gedicht Das Hungerlied präsent, das 1844 während der Weberaufstände entstand und zum Kanon im Schulunterricht gehört. Als Jugendlicher begann Weerth zunächst eine kaufmännische Lehre und machte bereits 1838 als Sechzehnjähriger die Bekanntschaft mit dem ebenfalls aus Detmold stammenden, zwölf Jahre älteren Dichter Ferdinand Freiligrath, der ihn für Lyrik begeisterte und für Fragen der sozialen Gleichheit und Gerechtigkeit sensibilisierte. Erste lyrische Erprobungen fanden dann auch in Freiligraths "Literaten-Kränzchen" in Barmen statt, später dann in Karl Simrocks freisinnigem Dichterzirkel "Maikäferbund", den Weerth während seiner Bonner Zeit besuchte. Das vorliegende Widmungsexemplar datiert demnach aus Weerths allerfrühester Schaffenszeit als 19jähriger Kaufmannsgehilfe, im selben Jahr wie die Widmung erschien auch sein erstes eigenes Gedicht mit dem Titel Der steinerne Knappe in einer Anthologie. Den wohl prägendsten Schritt in seinem Leben machte Weerth wenig später 1843, als es ihn nach Nordengland zog, wo er die Folgen der Industrialisierung und die Not und Armut der Arbeiter in den Elendsvierteln erlebte. Auf einer Reise nach Belgien im Sommer 1845 lernte er Karl Marx kennen und schloss sich der kommunistischen Bewegung an. Er verfasste politische Gedichte, war Augenzeuge der 48er Revolution in Paris und ging im April 1848 gemeinsam mit Marx und Engels nach Köln, wo sie die berühmte Neue Rheinische Zeitung gründeten. Weerth leitete das Feuilleton und veröffentlichte hier in Fortsetzungen sein bekanntestes Werk, die Satire Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski. Enttäuscht vom Scheitern der Revolution wandte sich Weerth schließlich vom literarischen Schreiben ab. Er unternahm zahlreiche Handelsreisen durch halb Europa und zog 1852 auf die Karibikinsel Saint Thoma, von wo aus er auch die USA, Mexiko, Kuba und Brasilien bereiste. Im März 1856 ging er nach Havanna auf Kuba, wo er am 30. Juli 1856 im Alter von nur 34 Jahren an einer Hirnhautentzündung starb. Friedrich Engels lobte ihn später als den "erste(n) und bedeutendste(n) Dichter des deutschen Proletariats" (In: Der Sozialdemokrat. Nr. 24. Zürich, 7. Juni 1883). Sein Nachlass liegt verstreut in Amsterdam, Moskau und in seiner Heimatstadt in der Lippischen Landesbibliothek. – Stockfleckig.
Weishaupt, Adam
Ueber die Schrecken des Todes [und:] Ueber Materialismus und Idealismus
Los 2120
Zuschlag
320€ (US$ 364)
Weishaupt, Adam. Ueber die Schrecken des Todes eine philosophische Rede. 86 S., 1 w. Bl. 16 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas stärker fleckig, berieben und bestoßen) mit ornamentaler RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern sowie kleiner goldgeprägter Deckelvignette in Vogelform. Nürnberg, Ernst Christoph Grattenauer, 1786.
Goedeke IV/1, 1, 522, 1, 4. – Erste Ausgabe. Adam Weishaupt (1748-1830) war der Gründer des Geheimbundes der Illuminaten in Ingolstadt. Die vorliegende Schrift entstand vor dem Hintergrund der Unterdrückung und Verfolgung der Mitglieder dieses Ordens, die 1784 in Bayern eingeleitet wurde. – Stellenweise mit schmalem verblasstem Feuchtigkeitsrand. – Beigebunden: Derselbe. . Zweyte ganz umgearbeitete Auflage. 216 S. Ebenda 1787. - Vgl. Goedeke IV/1, 522, 22, 5. Ziegenfuss II, 849. - Erstmals im Vorjahr erschienen. - Vereinzelte schwache Braunflecken.
Jaspers, Karl
Die geistige Situation der Zeit (Widmungsexemplar)
Los 2125
Zuschlag
80€ (US$ 91)
Jaspers, Karl. Die geistige Situation der Zeit. 5., zum Teil neubearbeitete Auflage. 191 S. 15,5 x 10,5 cm. OLeinen (etwas berieben). Berlin, de Gruyter, 1933.
Vorderer fl. Vorsatz mit eigenhändiger Widmung von Karl Jaspers an Melvin Lasky (hier: "Dr. Lassky"), datiert Heidelberg, 3.8.45. Lasky, ein typischer "New York Intellectual", war nach Kriegsende Kulturoffizier der US-amerikanischen Kommandantur des amerikanischen Sektors in Berlin, schrieb für mehrere US-amerikanische Zeitschriften und gründete mit Hellmut Jaesrich während der Berlin-Blockade die politisch-kulturelle Zeitschrift Der Monat. Er starb 2004 in Berlin und ist auch dort begraben. – Wohlerhalten.
Jenisch, Daniel. Die Ethik des Aristoteles, in zehn Büchern. Aus dem Griechischen mit Anmerkungen und Abhandlungen. 3 Bl., XX, 422 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Interimsbroschur d. Z. (fleckig). Danzig, Ferdinand Troschel, 1791.
Kosch VIII, 554. Schweiger I, 63. – Erste Ausgabe der ersten vollständigen deutschen Übersetzung der Nikomachischen Ethik des Aristoteles. Jenischs Übersetzung wurde von Delbrück in der "Berlinischen Monatsschrift" 1791 angegriffen und schon 1798 durch die Garves verdrängt. – Titel mehrfach gestempelt, ein Stempel tektiert, mit Exlibris. Etwas fleckiges, unbeschnittenes Exemplar.
Nietzsche, Friedrich
Die Geburt der Tragödie. Leipzig, E. W. Fritzsch, 1872. - Erste Ausgabe
Los 2127
Zuschlag
10.500€ (US$ 11,932)
Nietzsche, Friedrich. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. IV, 143 S. Mit Titelvignette. 24 x 15 cm. OBroschur (fleckig und berieben, mit kleineren Randknicken, Rückenbezug lädiert, VUmschlag auch mit Einrissen und kleiner Eckfehlstelle). Leipzig, E. W. Fritzsch, 1872.
Borst 3167. Krumel I. Kindler XII, 427-429. – Erste Ausgabe von Nietzsches wirkungsmächtiger Basler Frühschrift, die im Mai 1872 erschien und mit der er nicht nur die Welt der klassischen Philologie aus den Angeln hob, hier in einem Exemplar in der seltenen Verlagsbroschur. Exemplar aus der Bibliothek des Komponisten, Musikkritikers und Philosophen Richard Pohl (1826-1896), Bewunderer und Freund Richard Wagners und Nietzsches. Mit entsprechendem Widmungstext auf dem Vorderumschlag: "Herrn Dr. Richard Pohl mit freundlichsten Grüssen, auch recht für die Übersendung der Mannheimer Artikel dankend J. W." Das Monogramm "J. W." konnten wir nicht entschlüsseln. Nietzsches Schrift über Entstehung und Niedergang der griechischen Tragödie, das in einer Auflage von 800 Exemplaren erschien, wurde von der etablierten Philologie aufgrund seiner intuitiven und irrationalen Schlüsse nicht ernst genommen und weitgehend ignoriert, von Wagnerianern hingegen überschwänglich gefeiert. Der junge Wilamowitz-Möllendorff, mit dem Nietzsche gemeinsam in Schulpforta die Schulbank drückte, wagte einen öffentlichen Tadel: "herr Nietzsche tritt ja nicht als wissenschaftlicher forscher auf: auf dem wege der intuition erlangte weisheit wird teils im kanzelstil, teils in einem raisonnement dargeboten, welches dem journalisten nur zu verwandt ist." Erwin Rohde sprang seinem Freund Nietzsche zur Seite und veröffentlichte seine Erwiderungsschrift Afterphilologie, in der er Nietzsches Thesen verteidigt und gegen Wilamowitz polemisiert. – Etwas stockfleckig, mit zahlreichen dezenten Randanstreichungen in Bleistift, die Lagen gelockert oder lose. Unbeschnittenes Exemplar aus der Sammlung des Philologen und Wasserzeichenforschers Karl Theodor Weiß (1872-1945), mit dessen Exlibris auf dem Innenspiegl.
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