Angelus, Andreas. Annales Marchiae Brandenburgicae, das ist ordentliche Verzeichniß un Beschreibung der fürnemsten und gedenckwirdigsten märckischen Jahrgeschichten und Historien, so sich vom 416. 6 Bl., 453 S., 22 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, 2 ganzseitigem Wappen-Holzschnitt, 2 gefalteten Stammtafeln, doppelblattgroßem Stammbaum, mehreren Holzschnitt-Vignetten und zahlreichen, teils wiederholdenden Textholzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. 31 x 19 cm. Blindgeprägtes Halbpergament d. Z. (beschabt, bestoßen, mit Fehlstellen und ohne die Messingschließen) über Holzdeckel. Frankfurt Oder, Johan Hartmann, 1598.
VD16, E 1181. STC 33. – Erste Ausgabe. Das Werk von dem deutschen Pfarrer Andreas Angelus (1561-1598) behandelt die Geschichte Brandenburgs von 416 v. Chr. bis 1596. – Ohne die Karte und Seite 181 bis 182 fehlt und wurde durch eine hs. Kopie der Zeit ersetzt, ebenfalls Seite 262 bis 263 mit großer Fehlstelle, die mit einer hs. Kopie der Zeit ausgebessert wurde. Seite 25 bis 26 durch eine moderne Fotokopie ersetzt. Vorderes Innengelenk offen, teilweise leicht braun- und fingerfleckig, mit kleinen Einrissen sowie knickspurig.
Baronio, Cesare. Annales Ecclesiastici. Teil I-II (von 12) in 2 Bänden. 14 Bl., 753 S., 44 Bl.; 8 Bl., 819 S., 36 Bl. Mit 2 gestochenen Titeln, zahlreichen Holzschnitt-Medaillons im Text und mit zwei Holzschnitt-Druckermarken am Schluss. 35 x 23 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig und mit kleinen Einrissen an den Kapitalen) über Holzdeckel und 6 Bünden, mit hs. RTitel, goldgeprägtem Monogramm auf den Deckeln "F" und 4 Messingschließen. Antwerpen, Platin, 1597.
Vgl. Adams I, 96. Graesse I, 296. Ruelens-de Backer 323, 32. – Zweite Ausgabe. Die erste wurde in Rom 1589-1598 veröffentlicht. Insgesamt umfasst das Werk 24 Bände, jedoch führte Cesare Baronio (1538-1607) bis zu seinem Tode 1607 nur 12 Bände selbst aus. Die zwölf Bände sind als Reaktion auf die "Magdeburger Centurien" zu verstehen. Diese erschienen von 1559 bis 1574 und gelten als erster Versuch, die Kirchengeschichte aus Sicht der Reformation zu schildern. "Mit diesem Hauptwerke, welches dem Verfasser den Namen eines Vaters der Kirchengeschichte erwarb, bezweckte Baronius die Widerlegung der Magdeburger Centuriatoren und die allseitige Vertheidigung der Kirche auf geschichtlichem Boden. Seine Methode besteht darin, daß er Jahr für Jahr erzählt, was im Orient und Occident an kirchlichen Dingen sich ereignete ... und alles mit Documenten begleitet "(Wetzer-W. I, 2039). – Etwas gewellt, leicht braunfleckig, vereinzelt minimal feuchtrandig und knickspurig sonst gutes Exemplar.
Biblia latina. - Biblia sacrae scripturae ueteris omnia ex antiquiß authographis absoluta uoluminibus sex, in quorum primo continentur (greace: Pentateuchus). Teil I-II (von 6) in 1 Band. 8 Bl., 196 num. Bl., 202 num. Bl. Mit figürlicher Holzschnittbordüre auf dem Titel und Holzschnitt-Initialien. 17 x 11 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, Rücken und unteres Kapital mit Fehlstellen und kleinen Einrissen sowie ohne die Verschlussbändchen) über 5 Bünden und Deckel mit blindgeprägten Bordüren. (Straßburg, Johann d. Ä. Knobloch, 1522).
VD16 B 2886. Muller 150, 342. – Erste Ausgabe aus der Offizin von Johann Knobloch. Enthält die Bücher: "Genesis", "Exodus", "Leuticus", "Numeri", "Deuteronomium", "Paralipomenon", "Psalmi", "Prouerbia salomonis", "Ecclesiasten", "Iob", "Ruth", "Threni hiere". – Mit hs. Besitzvermerk auf dem Vorsatz und Titel mit Bibliotheksstempel "Bibliothek des Franziskanerklosters Miltenberg". Leicht stock- und fingerfleckig, teils mit hs. Notizender Zeit am Rand.
Bock, Hieronymus. Kreütterbuch, Darin underscheidt Nammen und Würckung Kreütter, Stauden, Hecken und Bäumen, mit ihren Früchten, so in Teutschen Landen wachsen ... gemehret, durch ... Melchiorem Sebizium. 36 nn., 470 num., 24 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Portrait, ganzseitigen Holzschnittwappen sowie über 500 Pflanzenholzschnitten, inklusive einiger figürlicher Holzschnitte. 33,5 x 21 cm. Braunes Kalbsleder (Rücken restauriert unter Verwendung des Rückens d. Z., insgesamt etwas berieben und bestoßen) mit mehreren blindgeprägten DBordüren sowie zwei restaurierte Messingschließen. Straßburg, Josias Rihel, 1595.
VD16 B 6025. STC 130. Nissen BBI 182. Pritzel 866. Blake 76. Vgl. Garrison-Morten 229. – Später Druck dieses wohl bekanntesten und beliebtesten Kräuterbuchs des 16. Jahrhunderts, mit den schönen altkolorierten Holzschnitten von David Kandel (1520-1590). Die erste Ausgabe war ebenda 1539 erschienen.
Die vorliegende, von dem Straßburger Physikus Melchior Sebizius (1578-1674) besorgte Ausgabe enthält als vierten Teil (S. 420-470) die "Teutsche Speisekammer", eine Art volksmedizinischer Ernährungsratgeber, in dem nahezu alles behandelt wird, was in Haus und Hof gebraucht wird. Dieser Erweiterungsteil beinhaltet zahlreiche figürliche und altkolorierte Textholzschnitte mit Darstellungen z. B. der Essigherstellung, Salzgewinnung, Brotbacken, ferner Imker, Winzer sowie eine allegorische Darstellung der Winde.
Der Botaniker und lutherische Prediger Hieronymus Bock (1498-1554; auch Tragus genannt) war Schullehrer in Zweibrücken und Leibarzt des Grafen von Passau. Er "zeichnete sich dadurch aus, daß er möglichst viel in der Natur selbst zu sehen suchte und unternahm daher, wiewohl im letzten Drittel seines Lebens von Schwindsucht geplagt, zahlreiche Wanderungen im westlichen Deutschland, in den Ardennen, im Jura und den Schweizer Alpen. Seine Beschreibungen und seine Holzschnitte, die er von den deutschen Pflanzen gab, sind daher auch meist ausführlicher und naturgetreuer, als diejenigen seiner Vorgänger" (ADB II, 766). – Das VD16 zählt 28 nicht nummerierte Registerblätter, das Register des vorliegenden Exemplars ist mit 23 Blättern und dem Kolophon als Schlussblatt jedoch komplett. Vorderes Innengelenk verstärkt. Titel mit ausgeschnittenen hs. Besitzvermerken (Fehlstellen hinterlegt) sowie Titel am Innensteg hinterlegt. Insgesamt papierbedingt teils etwas gebräunt, stärker finger-, braun- und feuchtfleckig sowie mit kleineren Wurmlöchern.
Insgesamt ein ordentliches Exemplar dieses beliebten Kräuterbuchs mit den schönen teils figürlichen Textholzschnitten.
Buchanan, George. Rerum scoticarum historia. 4 Bl., 723 S., 50 Bl. Mit Titelholzschnitt und Druckermarke am Schluss. 17 x 10,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (Rücken mit hs. Klebenschild, stärker fleckig und etwas berieben). Frankfurt, Johann Wechel für Sigmund Feyerabend, 1584.
VD 16 B 8988. IA 126.489. Adams B 3057. STC 163. Fueter 173. – Erste deutsche Ausgabe und die dritte Ausgabe des erstmals 1582 in Edinburgh erschienenen Werkes. "Klassisches Werk" (Fueter) des protestantischen schottischen Humanisten Buchanan (1506-1582), eine Hauptquelle zur schottischen Geschichte des 16. Jahrhunderts bis zu Jakob VI., dessen Erzieher er war. In seinen späteren Jahren war Buchanan in wichtigen Funktionen am schottischen Hof, 1568 wirkte er an der Gerichtsentscheidung über Maria Stuart mit. Von Fueter für seinen Stil gelobt, aber wegen seiner Parteinahme heftig kritisiert: "Die ältere Geschichte ist das Werk eines extremen Nationalisten, die Zeitgeschichte das eines schroffen Parteimannes. Die Darstellung der jüngsten Vergangenheit ist nichts anderes als eine gehässige und in den Einzelheiten durchaus nicht zuverlässige Anklagerede gegen Maria (Stuart) und die Hamiltons." – Titel mit hs. Besitzvermerk und Ziffernsignatur, am Schluss mit Wasserrand. Etwas gebräunt und leicht stockfleckig, erste Lagen in der oberen rechten Ecke etwas gestaucht.
Buchholzschnitte der Frühdruckzeit
10 Einzelblätter aus verschiedenen Frühdrucken des 16. Jahrhunderts
Los 1115
Zuschlag
130€ (US$ 148)
Buchholzschnitte der Frühdruckzeit. 10 Einzelblätter aus verschiedenen Frühdrucken des 16. Jahrhunderts mit 10 figürlichen und szenischen Textholzschnitten mit biblischen Darstellungen. Davon 8 unter Passepartout. 30,5 x 21 cm. Deutschland 16. Jahrhundert.
Die zumeist aus Predigtdrucken stammenden Holzschnitte zeigen biblische Szenen, darunter Christus im Streitgespräch mit den Pharisäern, Gelehrte in arkadenartiger Architektur sowie eine Kirchenszene mit Mönchen, Jüngern und weiteres. – Stellenweise wasser- und braunfleckig. Geringe Randläsuren und Gebrauchsspuren.
Caesarius, Johannes
Rhetorica in septem libros sive tractatus digesta
Los 1116
Zuschlag
180€ (US$ 205)
Caesarius, Johannes. Rhetorica in septem libros sive tractatus digesta. 3 Bl., 134 S., 6 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 14,5 x 10 cm. Modernes Leder. Freiburg im Breisgau, (Johann Faber, 1541).
VD16 C 143. – Spätere Auflage der rhetorischen Schrift, erstmals 1534 in Köln erschienen. – Modernes Exlibris. Stempelung auf dem Titelblatt, schön erhalten.
Cato, Marcus Porcius
Disticha moralia, cum Gallica interpretatione
Los 1118
Zuschlag
120€ (US$ 136)
Cato, Marcus Porcius. Disticha moralia, cum Gallica interpretatione, &, ubi opus fuit, declaratione Latina. Haec editio non solum Maturini Corderii recognitionem, sed et Graecam Maximi Planudae interpretationem habet. Dicta septem sapientium Graeciae ad finem adjecta sunt, cum sua quoque interpretatiuncula. 128 S. 16 x 10 cm. Halbleinen um 1900 (etwas fleckig und lichtrandig) mit goldgeprägtem RTitel. Paris, Robert Estienne, 1585.
Nicht bei Schweiger. – Pariser Druck der von dem französischen Pädagogen Mathurin Cordier (um 1479-1564) herausgegeben Sammlung der Distichen des römischen Geschichtsscheibers und Staatsmanns Marcus Porcius Cato Censorius (234 v. Chr.-149 v. Chr. in Rom), jeweils mit Übertragung ins Griechische. – Leicht fleckig, Titel mit schmalem Blattabschnitt im unteren Rand
Chrysostomos, Johannes. Constantinopolitani opera, quatenus in hunc diem Latio donata noscuntur, omnia, (…) in quinque tomos digesta. His accesserunt eiusem Chrysostomi Homilia in Psalmos Davidicos (…). Teil I-II (von 12) in 1 Band. 10 Bl., 178 S.; 287 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 38 x 25,5 cm. Leder d. Z. (beschabt, fleckig, mit kleinen Wurmlöchern, mit Fehlstellen und Rückengelenke gelockert sowie ohne die zwei Messingschließen) mit hs. RSchild sowie floralen und figürlichen, blindgeprägten Rollbordüren auf den Deckeln. Paris, Carol Guillard, 1543.
Vgl. Graesse II, 151. – Frühe Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien 1503. Johannes Chrysostomos (349-407 n. Chr.) war Presbyter in Antiochia und Erzbischof von Konstantinopel. – Innengelenke offen. Vorsatz und Titel mit hs. Besitzvermerk. Etwas braun- und fingerfleckig, teilweise mit leichtem Feuchtrand am Fußsteg sowie mit Wurmlöchern und -gängen.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Familiarium colloquiorum opus
Los 1124
Zuschlag
220€ (US$ 250)
Erasmus von Rotterdam. Familiarium colloquiorum opus, ut postremum a Frobenio est editum, ipsus auctoris manu recognitum: doctißimis etiam scholijs nunc recens illustratum. Brevis eiusdem auctoris vita. 8 Bl., 784 S., 8 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 15,5 x 9,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben, mit hs. RTitel). Köln, Peter Horst, 1578.
VD16 E 2414. – Seltener Kölner Druck der zuerst 1518 erschienenen Colloquia familiaria, in denen Erasmus scharf die Missbräuche in der Kirche anprangert und die schon bald zur Schullektüre in den reformierten Gebieten gehörte. – Etwas braunfleckig oder gebräunt, am Schluss sowie auf dem fl. Vorsatz recto mit hs. Einträgen.
Erasmus von Rotterdam. Lingua. Cui accessit Plutarchi Chaeronei De immodica verecundia libellus. 2 Teile in 1 Band. 234 (recte: 235) S., 1 Bl., 23 S. Mit 3 (2 wiederholten) Holzschnitt-Druckermarken. 16,5 x 10 cm. Moderner Lederband (berieben, Rücken ausgeblichen). Lyon, Sebastian Gryphius, 1538.
Vander Haeghen I, 117. Baudrier VIII, 116. – Die Schrift gehört in die Reihe der weitverbreiteten und vielbenutzten Lehrbücher, mit denen Erasmus dem Bildungsprogramm eines christlichen Humanismus Gestalt verlieh. Dieses Programm beinhaltete u. a., dass sprachliche Bildung mit sittlicher Erziehung Hand in Hand gehen müsse. Entsprechend gibt Erasmus hier anhand der antiken und der biblischen Geschichte zahlreiche Beispiele über den rechten Gebrauch bzw. Missbrauch der Sprache in moralischer Hinsicht. Zuerst 1525 erschienen. – Etwas gebräunt und braunfleckig, unteres Drittel des Buchblocks stellenweise mit leichtem Wasserrand. Einige Anstreichungen von alter Hand. Titel im Bug verstärkt, mit handschriftlichem Besitzvermerk und Stempel.
Erzbischof Hermann V.
Des Ertzstiffts Cöln Reformation dere weltlicher Gericht, Rechts und Pollicey
Los 1127
Zuschlag
400€ (US$ 455)
Erzbischof Hermann V. Des Ertzstiffts Cöln Reformation dere weltlicher Gericht, Rechts und Pollicey. 10 Bl., XCII num. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und Textholzschnitt. 29 x 18 cm. Modernes Leder (beschabt, bekratzt und mit kleinen Fehlstellen) unter Verwendung des zeitgenössischen roten Leders und mit blindgeprägtem Namenszug "D. Ioan Hertzbach", datiert 1590. Köln, Peter Quentell, 1538.
VD16 K 1740. Nicht im STC und Adams. – Erste Ausgabe. Das Werk erläutert die Kölner Polizei- und Gerichtsordnung. Das Titelblatt zeigt den Kölner Erzbischof in der Bordüre mit dem "Erbschenk", "Erbhofmeß", "Erbmarschalck" und zahlreiche Wappen wie zum Beispiel "Weid", "Dietz", Seine" "Witgenstein", "Isenberch", "Westerbuerch", "Leiningen", etc. – Titel knapp beschnitten. Papierbedingt gebräunt, braun- und fingerfleckig, mit Knickspuren, vereinzelt mit hinterlegten Einrissen und Fehlstellen (minimaler Textverlust). Moderner Vorsatz mit montiertem Fragment mit hs. Besitzvermerken.
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