Evangéliaire
de l'ordre de Saint Benoît. Lateinische Handschrift auf Pergament.
Los 1036
Zuschlag
3.800€ (US$ 4,318)
Pergament-Handschrift in prächtiger Illumination und interessanter Provenienz
"Evangéliaire de l'ordre de Saint Benoît. Manuscrit du XVIIe siècle app.t à Mr. Monteil" (Deckeltitel). Lateinische Handschrift auf Pergament. 48 num. BI. mit 84 beschriebenen S. 20 Zeilen. Schriftraum: 18,2 x 12,4 cm. Format: 28 x 21,5 cm. Mit 5 ganzseitigen und 11 halb- oder viertelseitigen eingemalten Miniaturen in Goache und Buchschmuck sowie 17 farbigen Initalien. Braunes Kalbschagrin (etwas beschabt, bestoßen, leicht berieben, vom Block gelöst) mit goldenem Titel auf Rücken und Vorderdeckel, beides in reicher Rokoko-Romantikervergoldung, dreiseitiger Goldschnitt. O. O. und o.J. (Le Bec-Hellouin, Anfang des 18. Jahrhunderts).
Aufwendig, sehr hübsch und individuell gestaltetes, reich illuminiertes Evangelistar bzw. Evangelienlektionar aus der normannischen Benediktinerabtei von Le Bec-Hellouin (1039 gegründet, in der Französischen Revolution aufgehoben) mit Perikopen aus den Evangelien für die Lesung an den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres, von einem künstlerisch begabten Mönch geschrieben und in leuchtenden Farben sehr abwechslungsreich mit figural-floral-geometrischer Ornamentik ausgestattet.
Dargestellt sind u.a. Abtei u. ihr Gründer Herluin. Der Künstler hat sein Werk nicht zu Ende gebracht, immer wieder finden sich leere Seiten oder Anfangsskizzen. Die Bindung der Handschrift erfolgte erst 1840 durch ihren damaligen Besitzer, den Historiker und Sammler Amans-Alexis Monteil (1769-1850), der 1835 einen Teil seiner Handschriftensammlung an Sir Thomas Philipps verkaufte.
Laut Monteil, der ein zweiseitiges handschriftliches Vorwort zu dieser Handschrift geschrieben hat, wurde diese von seinem Schüler Roques restauriert und gebunden. Monteil lobt die Schönheit des Werkes ("éléganté, admirable écriture" "bon goût des ornamens", "délicatesse des miniatures", "fraîcheur des couleurs") und gibt an, dass er es nur für 32 Écus oder 8 Goldstücke verkaufen würde. Der Kaufer war der Baron (Alphonse Fulgence?) Dupont de Saint-Ouen, dessen Exlibris sich zweifach in diesem Band findet. – Etwas ausgebunden, einge Lagen lose, Innengelenke geborsten, sonst kaum fleckig, meist sauber und wohlerhalten. In ausgezeichneter, leuchtender Farbigkeit illuminiert.
Deutsch-italienisches Rezeptbuch. Deutsche und italienische Handschrift auf Papier. 194 num. S., S. 195-197 w., 13 nn., 1 w., 2 nn., 2 w., 7 nn., 1 w., 2 nn., 1 w. Bl. Ca. 14-22 Zeilen. Schrift: deutsche bzw. italienische Kurrentschrift. Format: 15,8 x 9,5 cm. Halbpergament d. Z. (berieben und bestoßen, kleinere Fehlstelle am Rücken) mit 2 Pergament-Bindebändern. Trient (?) Mitte des 18. Jahrhunderts.
Möglicherweise in Tirol, Südtirol oder der Alpengegend entstandenes, teils mundartliches Arznei- und Rezeptbuch. Mit zahlreichen Rezepten für Heilmittel, darunter welche mit Mengenangaben, z. B. "Crocus Pesto", "Canelada fumante", "Augen Seibel", "Candella fumante", "Zucca da Purga", "Wund Balsam del Hoffer", "Notta delle Specie, "del Spirito Mellissa" "Polver pro Stamacus Chataris", "Antispasmodicum", "Balsam di Saxonia" usw. Sowie genaue Rezeptangaben, darunter "Salbe, so ein Arm geschbillet wegen des Aderlassen", "Nirnberger Pflaster", "Parga Rabarb et Jalapa", "Augen Seibl", "Thee". Zu den Zutaten gehören "8 to Carotte", "i to Horn blau blumen", "Vino", "Mirra", "rosmarinio" und weitere. Zum Schluss mehrere Register (nur eins vollständig). – Etwas ausgebunden, die unvollständigen Register lose. Innen kaum fleckig und gebräunt. Insgesamt gut erhaltene Handschrift. Innenspiegel mit einer Fiche des Germanisten und Mediaevisten Prof. Dr. Gerhard Eis (1908-1982), hier mit der Signatur Hs. 17.
Zunft-Ordnung
oder Schragen der Künstreichen Schlößer, Spohr-Büchs und Uhrmacher Gesellen
Los 1041
Zuschlag
460€ (US$ 523)
"Zunft-Ordnung oder Schragen der Künstreichen Schlößer, Spohr-Büchs und Uhrmacher Gesellen der Kaiserlichen Stadt Dorpat". Deutsche Handschrift auf Papier. 11 nn. Bl. Ca. 26-30 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift und Fraktura als Auszeichnungsschrift für Überschriften. Format: 32 x 20 cm. Mit ganzseitigem kalligraphischen Ziertitel mit reichem Federwerk, Innungswappen und zahlreichen floralen Elementen in brauner Tinte. Tektiertes Siegel. Modernes Halbleinen mit älterem Marmorpapierbezug und hs. Deckelschild d. Z. Dorpat 8. Dezember 1775.
Umfangreiche Zunftordnung mit 37 Artikeln für "gemachte [und] fremde Gesellen und Jünger" der livländischen, heutigen estnischen Stadt Dorpat, die seit 1721 zum russischen Zarenreich gehörte und am 6. Juli 1775 zu großen Teilen durch Feuer vernichtet worden war.
Der deutsche Jurist Johann Georg Andreas von Brückner (1744-1814) wurde 1770 nach Dorpat als Finanzbeamter eingeladen und 1772 zum Stadtnotar ernannt. Brückner war beim Wiederaufbau nach dem großen Feuer weitgehend beteiligt und verfasste die Zunftordnung für Schlosser-, Schusswaffen-, und Uhrmachergesellen. – Etwas stock-, braun- und fingerfleckig. Das Siegel lose.
Aritmetica decimalis. Deutsche Handschrift auf Papier. 94 num., Bl. 111- 162 num., 1 Bl. 23 Zeilen. Schrift: Kurrenth. Schriftraum: 16 x 13 cm. Format: 20 x 15 cm. Mit vereinzelt farbigen, mathematischen Tuschezeichnungen im Text. Halbpergament (stark lädiert) mit Holzdeckeln. Deutschland spätes 18. Jahrhundert.
Umfangreiches mathematisches Werk mit Anleitungen und Beispielen zur "Winckel-Rechnung", "Divisio", "Multiplicatio", "Extractio radicis quadrate", "Extractio cubica", "Geometria", "Trigonometria", "Longimetria" und mehr. Mit wenigen hübschen kolorierten Baumdarstellungen. – Wenige Blätter fehlen (Seite 95-110). Innengelenke offen, etwas stockfleckig, letzten 10 Seiten etwas feuchtrandig am Kopfsteg.
Krooth, Joseph Anton
Pferde Arzeneyen und sonstige Behandlungen
Los 1045
Zuschlag
1.300€ (US$ 1,477)
"Von Wurmmichten Geschwüren mit den Hünner Arsch"
Krooth, Jos(eph) Ant(on). "Pferde Arzeneyen und sonstige Behandlungen. Gesammelt aus guten Büchern, und selbst gemachten Erfahrungen". Deutsche Handschrift in Sepiatinte auf Papier. 372 num. Bl., davon 174 Bl. vacat. Ca. 24 Zeilen. Mit schwarzbrauner Feder in Kurrent-Kursiva. Halbleder d. Z. (stärker berieben, bestoßen, Außengelenke angeplatzt) mit hs. VDeckeltitel "Vieh Heil-Mitteln. Pferde Arzneyen". Hartberg 1813.
Die vorliegende, überaus inhaltsreiche veterinärmedizinische Handschrift aus dem österreichischen Hartberg dokumentiert eine Bandbreite praktischer Heilkunst im Bereich der Pferdemedizin. Der Verfasser Krooth verbindet überliefertes Wissen aus der einschlägigen Fachliteratur mit eigenständig gewonnenen Erfahrungen. Neben der Behandlung äußerer Leiden - etwa "von hitzigen Geschwülsten", "von Sattel-Druck","von der Maucke der Fesseln" oder "von der Raude" - widmet sich die Handschrift in ausführlichen Abschnitten auch inneren Erkrankungen wie u.a. "Fiebern", "Gehirn Entzündung", "der Koller", "den Drüsen" und der "Lungen Entzündung".
Auch der Einsatz spezifischer Heilmittel, etwa zu "Wund reinigende Mittel", Anwendungen "bey todten Knochen" oder ein kurioser Abschnitt - nicht auf Pferde bezogen - "bey Wurmmichten Geschwüren mit den Hünner Arsch", sei erwähnt. Die Behandlung von Halsleiden wird durch Mittel wie eine "Salbe für Kehlbeulen" oder das "Pulver für Kehlsucht" aufgegriffen. Ebenso werden Störungen wie "Töbigkeit", "Verstopfung des Harns", "Bauch-Flüsse", "Würmer", "Kollick" und "Husten Erkäntniss" behandelt.
Kleinere chirurgische Eingriffe finden unter dem Titel "von den kleinen Operationen" ebenso Erwähnung wie beruhigende und lindernde Maßnahmen in Form von "erweichenden Bädern" sowie "schmerzstillenden und schlafmachenden Mitteln".
Darüber hinaus weist Krooth auch auf präventive Maßnahmen hin - etwa, um "giftige Thiere aus dem Stalle zu vertreiben" oder "Rappen zu vertreiben" - und gibt zudem ökonomisch motivierte Empfehlungen zur effizienteren Tierhaltung, etwa wie "ein Pferd für die Hälfte an Kosten als sonst gewöhnlich zu füttern" sei. – Durchgängig etwas stockfleckig, papierbedingt gebräunt.
Huyn, Grafen und Gräfin von
Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1050
Zuschlag
120€ (US$ 136)
Huyn, Grafen und Gräfin von Ogilvy. Wappenstammbaum der Grafen von Huyn. Urkunde in deutscher Handschrift auf Papier. Mit 31 farbigen Wappenmalereien in einem Blättergeäst. Ca. 53 x 75 cm. Unter Glas in teilvergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Böhmen (Prag) 1800.
Stammbaum der ursprünglich aus dem flämischen (heutigen belgischen) Teil der Niederlande stammenden böhmischen Zweiges der Familie Huyn, derer viele nach Ungarn und Böhmen auswanderten, meist um in kaiserliche Heeresdienste zu treten und sich hiermit ihre Genealogie als Darstellung eines prächtigen Arbor Consanguinitatis urkundlich bezeugen lassen:
"Daß obstehende Ahnen sowohl väter- als mütterlicherseits des Probanten und Probantin: Maria Henrika Theresia Eleonora, Vinzenz Ladislaus Georg Anselm Hugo Grafen und Gräfin von Huyn derselbenStammfolge, Wappen Schild und Helm in Farben und Stellung auch in der Filiation oder Deszendenz ihre vollkommene Richtigkeit habe, annebst alle obbenannten Familien eines alt adelingen Herkomens seyn, ein solches ist Uns zum Theil wohl bekannt, und aus den Uns vorgezeigten authentischen Dokumenten des Näheren erwiesen worden, welch alles wir hiemit sub fide nobili und an Eidesstatt zur Steuer der Wahrheit bezeugen. So geschehen in Prag im Königreiche Böhmen den 29. Januar 1872. Graf Clemens Zedtwitz. K.k. Lehnsvasall und Komthur des Franz Josef Ordens." – Auf gebräuntem Kartonpapier, etwas knittrig und mit Einrissen, Roll- und Knitterspuren. Unten mit Wertmarke und Stempel sowie hs. Beglaubigung, u. a. von Georg Christian Fürst von Lobkowitz, Albrecht Graf von Kaunitz, Franz Graf Boos von Waldeck etc. Hübsche, detaillierte Wappenmalereien.
Herzan von Harasov
Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1051
Zuschlag
260€ (US$ 295)
Herzan von Harasov. Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Herzan von Harras. Urkunde in deutscher Handschrift auf Pergament. Mit 31 Wappenmalereien in Gold und Farben in einem Blättergeäst und vier Beglaubigungsunterschriften. 57 x 76 cm (ohne Plica). Unter Glas in teilversilberter Holzprofilleiste gerahmt, mit 4 angehängten roten Wachssiegeln an Seidenkordeln in gedreckselten Hartholzkapseln (lediglich 1 von 4 Deckeln fehlen), unten aus dem Rahmen hängend. Prag 1842.
Prachtvolle Urkunde zur Beglaubigung des Arbor Consanguinitatis der Gräfin Aloisia Herzan von Harasov (Herzan von Harras) aus dem tschechischen Adelsgeschlecht, die als herrschaftliche Familie zum böhmischen Uradel gezählt wurde. Die Gräfin der Mitte des 19. Jahrhunderts ließ den Stammbaum bis in die vierte Generation wohl zur Rechtfertigung ihres Adelstitels darstellen. Die Familie lässt sich bis ins Ende des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen, ihr Stammsitz war die Burg Harasov bei Kokorschin.
"Wir Endesgefertigte urkunden und erklären hiemit bei Unseren adelichen Ehren und Würden der Wahrheit gemäß, daß die hier oben dargestellte Abstammung der Frau Aloisia, Josepha, Johanna Nepom. Fanciska Gräfin Hrzan von Harras vermählten Gräfin von Morzin von Ihren 16 uralten ritterbürtig-Stiftsmäßigen Ahnen ihre vollkommene Richtigkeit habe, und daß die bei denenselben aufgestellten Geschlechts-Wappen in Farben, Schild-Helm- und Zierden genau seyn, und nicht anders seyn, als sie von diesen sämmtlichen Geschlechtern geführt worden, und werden, welch alles Uns nach Unserm eigenen guten Wissen selbst bekannt, auch durch die Uns vorgelegten glaubwürdigen Urkunden und Nachweisungen vollkommen bestätiget worden ist; wesswegen Wir keinen Anstand nehmen, dieses Zeugnis in fidem publicam auszustellen und mit Unseren Hand- Unterschriften und beigedrückten Siegeln zu bewähren. So geschehen Prag den 25ten April 1842" 57 x 76 cm (ohne Plica). – Mit zwei Approbationsstempeln oben, dreifache Knickspuren, kaum Bräunungen, insgesamt sehr gut erhalten.
Ogilvy, Karl Joseph
Wappenstammbaum des Grafen "Carolus Iosephus Comes d. Ogilvü". Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1052
Zuschlag
240€ (US$ 273)
Ogilvy, Karl Joseph. Wappenstammbaum des Grafen "Carolus Iosephus Comes d. Ogilvü", einer schottisch-böhmischen Adelsfamilie. Urkunde in deutscher Handschrift auf Pergament. Mit 31 Wappenmalereien in Gold und Farben in einem Blättergeäst. Ca. 57 x 76 cm. Unter Glas in teilvergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Böhmen (Prag) 1842.
Sehr dekorativer Stammbaum, der als Lorbeer aus einem Erdhügel unten mittig herauswächst und kleine rote Fruchtkknollen ausbildet, zwischen deren Geäst die Wappen der einzelnen Grafen und Gräfinnen, jeweils mit dem Namen in Veralien auf einer hübsch gemalten Tabula dargestellt sind. Das Grafengeschlecht von Ogilvy stammt urprünglich aus Schottland, wanderte jedoch schon im 17. Jahrhundert auf das europäische Festland aus, um sich vor allem in Böhmen in den Dienst der kaiserlichen Truppen zu verdingen, um der wachsenden Armut auf der Insel zu entgehen. Tatsächlich hatten die sich nunmehr latinisierend "Ogilvius" oder böhmisch-tschechisch-ungarisch "Ogilvü" nennenden Grafen vielfach Erfolge und stiegen zu kaiserlichen Lieutenants, Oberstlieutenants und Generälen auf, die sich u. a. bei der Verteidigung des Brünner Spielbergs im Jahr 1645 auszeichneten.
Der hier seinen Stammbaum vorlegende Spross war der kaiserliche Kämmerer Karl Joseph (gest. 14. März 1755) "Carolus Iosephus Comes d'Ogylvii", dessen Wappenschild den roten Flammenlöwen mit kaiserlicher Krone trägt, gehalten von zwei schwarzen steigenden Stieren mit Rubin-Diadem als Halsbänder. Oben als Helmschmuck die zarte Jungfrau als entzückende Miniatur, die den goldenen Rost mit Spitzpfeilen trägt. – Ohne die Plica, die möglicherweise abgeschnitten wurde. Die Ränder etwas fleckig und mit Montagespuren, die Wappen in prachtvoller Farbigkeit, hier und da mit etwas Oberrlächenabrieb, sonst sehr schön.
Von der Fütterung der Pferde
Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland zweite Hälfte 19. Jahrhundert
Los 1055
Zuschlag
500€ (US$ 568)
Finnische Pferde futtern Fisch und Fleisch
"Von der Fütterung der Pferde". Deutsche Handschrift auf Papier. 33 nn., 121 w. Bl. mit 66 beschriebenen Seiten. 15-21 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift. Format: 18 x 11 cm. Etwas späterer Pappband mit aufmontierten Marmorpapierspiegeln (minimal berieben) mit 7 RGoldfileten. Deutschland zweite Hälfte 19. Jahrhundert.
Die vorliegende, saubere Handschrift widmet sich dem Thema der Pferdefütterung in detaillierter Weise. Die Abhandlung beginnt mit den einleitenden Zeilen: "Alle Nahrungen, die das Pferd genießt, sind aus dem Pflanzenreiche, und nur der größte Hunger, oder ein kranker Zustand kann sie antreiben, getrocknete Fische, wie z. B. in Lappland, oder Fleisch zu fressen, von welchem die Naturgeschichte dieser Thiere nur einzelne Beispiele aufstellt." Ferner werden viele verschiedene Futtermittel, darunter gelbe Möhren, Erbsen, Weizenstroh, Hafer- und Gerstenstroh sowie Roggenstroh, beschrieben und erörtert. – Kaum stockfleckig. Papierbedingt gering gebräunt.
Schnemacher, B.
Veterinärmedizinisches Vorlesungsskript. Spezielle Chirurgie und Krankheiten des Pferdes
Los 1056
Zuschlag
260€ (US$ 295)
Schnemacher, B. Veterinärmedizinisches Vorlesungsskript. "Spezielle Chirurgie nach Prof. Laumann". 226 num. Bl., davon 10 Bl. vacat. 22-28 Zeilen. Mit schwarzbrauner Feder in Kurrent-Kursiva. Schriftraum: Ca. 17 x 13,5 cm. Format: 21 x 16,5 cm. Halbleinen d. Z. (Kapitale bestoßen, stärker berieben). Süddeutschland, wohl München 1881-1883.
Die vorliegende Vorlesungs-Abschrift dokumentiert verschiedene Krankheitsbilder des Pferdes, zum Teil auch aus chirurgischer Perspektive und theoretischen Ausführungen zu Verletzungen, Entzündungen und Erkrankungen innerer Organe. So wird etwa auf die "Erkrankungen der Schilddrüse" eingegangen oder der "Bruch der Rippe" beschrieben. Der Bereich der Gliedmaßenverletzungen ist unter anderem durch die Ausführungen zu "Wunden am Carpalgelenk" vertreten. Auch Frakturen im Kopfbereich in einem Abschnitt über die "Fraktur des Unterkieferbeines" thematisiert. Entzündliche Prozesse finden sich im Kapitel über die "Chronische Entzündung der Speicheldrüsen", während schwerwiegende Verletzungen der Halswirbelsäule unter "Genickbrüche u. Genickfistel" behandelt werden.
Ein Anhang enthält eine "Tabelle über das Hinken des Pferdes" nach Professor Schreiber (München), die eine sehr ausführliche Übersicht verschiedener Lahmheitsformen bietet. – Gelegentlich leicht stock- und braunfleckig, meist nur im Rand, am Schluss stärker stockfleckig. Papier gleichmäßig gebräunt. Durchgängig mit rotem Buntstift paginiert von späterer Hand. Sehr gut lesbare Handschrift.
Philipp von Cleve. Volgt vom krieg uff dem meer. Deutsche kalligraphische Handschrift auf Papier. 38 nn. Bl. 25 Zeilen. Schrift: Gotica rotunda moderna. Schriftraum: 14,8 x 9,4 cm. Format: 20,5 x 14,8 cm. Mit großer farbiger Titelvignette, 20 4-zeiligen szenischen Initialen in Gold und Farben sowie 8 Textillustrationen in farbiger Gouache und Aquarell, teils gold- und silbergehöht. Heidelberg, 1960.
Wohl von seiner Studentenschaft gewidmetes, in kalligraphischer Gotica-Handschrift im Stil der spätmittelalterlichen Buchkunst geschriebenes und mit hübschen Vignetten und Illustrationen verziertes Buchgeschenk: "Dem verehrten Lehrer Prof. Dr. Gerhard Eis als Zeichen der Dankbarkeit zum 9. März 1968" (letzte Bl.). Professor Eis (1908-1982) dankte, indem er das Werk seiner Sammlung einverleibte.
"Der Text, (dem Cod. germ. Monac. 1682 zugrunde liegt) wurde kopiert aus der Dissertation von Peter Renner: Das Kriegsbuch Herzog Philipps von Cleve. Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung und kritischer Ausgabe des Buchs vom Krieg zu Wasser nach den Handschriften. Heidelberg 1960". – Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 81.
Voragine, Jacobus de
Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Augsburg, Günther Zainer, 1472. - Wohl aus der ersten Ausgabe
Los 1058
Zuschlag
380€ (US$ 432)
Voragine, Jacobus de. Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Mit koloriertem Holzschnitt. Got. Typ. 51 Zeilen. Schriftraum: 29 x 18 cm. Format: 32,5 x 23,5 cm. Mit Passepartout. Augsburg, Günther Zainer, 1472.
Hain-Copinger 9968. GW M11402. Goff J156. ISTC ij00156000. – Einzelblatt aus der wohl ersten Ausgabe "Der Heiligen Leben" aus der Offizin Günther Zainer aus Augsburg. Der Holzschnitt zeigt Antonius den Großen (angeblich 251-356) als Eremit. – Etwas stock- und fingerfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar.
Erster Druck der Bibeleditionen "Fontibus ex Graecis"
Biblia latina. 524 (statt 538) nn. Bl. 2 Spalten. 47 und 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,1 x 13 cm. Format: 29,7 x 20,5 cm. Mit 18zeiliger Fleuronée-Initiale "I" in Rot und Blau, sehr zahlreichen mehrzeiligen Initialen sowie Lombarden ebenfalls in Rot und Blau und durchgehender Kapitalstrichelung in Rot. 29,5 x 20,5 cm. Moderner Kalbslederband im Stil d. Z. (Rücken stark ausgeblichen; die blindgeprägten zeitgenössischen Deckelbezüge aus Schweinsleder beiliegend; diese lädiert und stark wurmstichig) mit Streicheisenlinien, Rundstempeln, 8 Messingbuckeln (davon 4 auf dem Vorderdeckel zeitgenössisch) sowie 2 Messingschließen in modernem Halblederschuber. (Basel, Johann Amerbach), 1479.
Hain-Copinger 3075. GW 4236. Goff B-561. Proctor 7557. Pellechet 2303. BMC III, 745. BSB-Ink B-433. CIBN B-394. IBE (Suppl.) 6364. IGI 1657. ISTC ib00561000. – Erster Bibeldruck von Johann Amerbach, zugleich eines der frühesten Druckerzeugnisse aus seiner Basler Offizin, die ihre Tätigkeit im Vorjahr aufgenommen hatte. Spätere Ausgaben folgten 1481, 1482, 1486, 1491 und 1492/94 sowie von 1498 bis 1502 die siebenbändige Monumentalausgabe mit dem Kommentar des Dominikaners Hugo von Saint-Cher, die Amerbach als Sozius von Anton Koberger in Nürnberg druckte. "In 1479 there appeared a folio Bible without name or printer or place, but attributed to Johannes de Amerbach. According to the B. M. Catalogue, this is the earliest in a series of corrected Latin Bibles, which claim for themselves - apparently with justice - a superiority above all contemporary editions. They are known as the 'Fontibus ex Graecis' editions" (Darlow-Moule II/2, S. 911). Die Datierung des Drucks steht am Ende der Offenbarung auf Blatt 98, beginnend mit "Fontibus ex graecis" etc. und darunter die Jahreszahl "M.CCCC.LXXIX". – Es fehlen insgesamt vierzehn Blatt, darunter aus der Anfangslage die Blatt a1 bis a4 sowie a9 und a10. Die Rubrizierung etwas verblasst und häufig verwischt und wieder aufgefrischt. Stellenweise mit schmalen Papierergänzungen im Rand, wenige Blatt vor allem zu Beginn und am Schluss stärker betroffen mit deutlichen (ergänzten) Randverlusten. Einige Blatt mit leichter Lesebeeinträchtigung im Satzspiegegl durch Kalkweiß. Durch einen Buchbindermeister sehr aufwendig und fachmännisch komplett restauriert, behutsam gereinigt, dreiseitig beschnitten, neu aufgebunden und mit einem sehr aufwendig gestalteten Lederband ausgestattet, der die Gestaltung des zeitgenössischen Inkunabeleinbands exakt kopiert. Beiliegend die mehrseitige Dokumentation der Restaurierung aus dem Jahr 1980 sowie die beiden zeitgenössischen Deckelbezüge, lose in jeweils eigener, im Schuber integrierter Buchbindermappe.
Koberger-Bibel
Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. Nürnberg, Anton Koberger, 1483
Los 1061
Zuschlag
320€ (US$ 364)
Kobergerbibel. Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. 37 x 26 cm. Nürnberg, Anton Koberger, 1483.
Der Holzschnitt zeigt eine zweigeteilte Szene: Links ist Moses in langer Gewandung dargestellt, wie er auf einem Berg vor Gott steht und die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten empfängt. Gottvater erscheint ihm in einer Strahlengloriole und Wolken und übergibt ihm die steinernen Tafeln.
Rechts sieht man ein Lager mit Zelten, in dem eine Gruppe von Menschen versammelt ist. Im Vordergrund befindet sich eine Frau in einem roten Gewand, die ein Kind auf dem Schoß hält. – Papierbedingt gering gebräunt, leicht fleckig im weißen Rand.
Das Ritman-Exemplar der Bibliotheca Philosophica Hermetica zu Amsterdam
Haly filius Abenragel (Albohazen). Liber de judiciis astrorum. Übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio, hrsg. von Bartholomaeus Alten. 4 nn., 152 num. Bl. 2 Spalten. 60 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,9 x 14,5 cm. Format: 31,5 x 21,5 cm. Mit 1 schematischen Textholzschnitt und zahlreichen 4-13-zeiligen Holzschnitt-Initialen. Holzdeckelband d. Z. (neu aufgebunden, Vorsätze erneuert) mit breitem blindgeprägten Lederrücken (nur die breiten Lederstücken auf den Deckeln vollständig vorhanden, der weitgehend fehlende Rücken mit Kalbsleder unterlegt, kleines Stück des blindgeprägten Leder d. Z. aufmontiert) mit dreiteiliger Messingschließe (Schließband erneuert). Venedig, Erhard Ratdolt, 4.VII.1485.
Hain-Copinger 8349. GW 12117. Goff H-4. Proctor 4403. Pellechet 5696. Klebs 35.1. Badalić 520. Bodleian H-002. Borm 1274. Collijn 509. Collijn. Günther 3607. Hubay 1002. 2906. Madsen 1898. Nentwig 199. Oates 1763. 1764. Ohly-Sack 1385-1387. Sack 1763. Scheidegger-Tammaro 691. Walsh 1829. BMC V, 290. BSB-Ink A-1. CIBN H-2. ISTC ih00004000. – Erste Ausgabe der lateinischen Übersetzung eines der weitverbreitetsten astrologischen Handbücher der Zeit, das sowohl in der arabischen wie europäischen Welt beliebt war. Autor ist Abû 'l-Hasan 'Ali ibn, kurz Haly Abenragel (10.-11. Jahrhundert n.Chr. bzs. 4.-5. Jahrhundert der arabischen Zeitrechnung nach der Hidschra), der als Hofastrologe des Prinzen Al-Mu'izz ibn Bâdis in Tunesien tätig war und die Sternkonstellationen und deren Wirkung auf den Menschen erforschte. "[Il] vivait vers le commencement du onzième siècle de Jesus-Christ, sous le khalife Mamoun. Son livre, très-rare, De Judiciis seu fatis stellarum, a été traduit en latin et publié à Bâle par Henri Petri, et à Venise, en 1485, par Erhard Radelez." (Hoefer I, 115). Die Basel-Ausgabe ist jedoch nicht nachweisbar, es handelt sich wohl um einen Irrtum bei Hoefer.
"Abû-'l-Hasan 'Alî Ibn-Abî-'r-Rigâl as-Saibani wirkte zeitweilig am Hofe des Ziriden al-Mu'izz ibn Bâdis al-Mansûr (1016-1062) in Tunis als Astrologe und hoher Verwaltungsbeamter, starb nicht vor 1040. Sein Hauptwerk Kitâb al-Bâri' fi ahkâm an-nugûm (Das hervorragende Buch über die Astrologie) umfasst alle Bereiche der Astrologie und enthält viele Fragmente verschollener griechischer und iranischer Astrologen. Im Auftrage des Königs von Kastilien-Leon, Alfons X., des Weisen (1252-1282), 1256 Übertragung durch Jehûdâ ben Môsê ins Altkastilische, auf deren Grundlage wenig später Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio die lateinische Übersetzung anfertigten." (GW 12117).
Der um 1050 entstandene arabische Text wurde aus der 1153 verfertigten spanischen Version des Jehuda ben Mose (vgl. Steinschneider 5747 u. Thorndike II, 75) ins Lateinische übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio sowie herausgegeben von Bartholomaeus de Alten, der Erhard Ratdolts Widmungsbrief an den Augsburger Bischof Johann von Werdenberg aufnahm.
"Fort rare [...]. On prétend que Kepler a tiré de cet ouvrage d'importantes indications" (Houzeau-Lancaster). Zum Verfasser siehe V. Stegemann, Beitr. z. Gesch. d. Astrologie I (Heidelb. 1935): Der arab. Astrologe Abu 'l-Hasan `Ali ibn abi'r-Rigal, gen. Albohazen, sowie Carmody 150f. u. F. Sezgin, Gesch. d. arab. Schrifttums VII, 186f. – Im oberen und unteren Rand sowie im Bug teils leicht wasserfleckig, stellenweise minimal wurmstichig, einige Blätter am Anfang und am Schluss im Bug verstärkt, die 4 Blätter der ersten Lage beim Restaurieren wenige Millimeter zu hoch eingehängt, Blatt 1 mit angesetztem Eckchen und altem Besitzvermerk eines Philipp Gundelius, num. Bl. 33 mit geklebtem Einriss, sonst wohlerhaltenes, vollständiges Exemplar, breitrandig und mit Marginalien von alter Hand, Rücken unter Verwendung des alten Bezugs erneuert, Schließband und Vorsatz ebenfalls erneuert. - Exlibris "Philosophia Hermetica" (Bibliotheca Philosophica Hermetica J. R. Ritman, Amsterdam).
Schedel, Hartmann
Das Buch der Chroniken und Geschichten. E. dt. A.
Los 1064
Zuschlag
36.000€ (US$ 40,909)
Erste deutsche Ausgabe der Schedelschen Weltchronik in zeitgenössischem Inkunabeleinband
Schedel, Hartmann. Das Buch der Chroniken und Geschichten. Übersetzt von Georg Alt. 297 Bl., gezählt I-CCLXXXVI. 59 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 32,7 x 22,5 cm. Format: 47,3 x 33 cm. Mit doppelblattgroßer Holzschnitt-Karte und ca. 1808 Holzschnitten (inklusive Wiederholungen) von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurf. Reich blindgeprägter Schweinslederband d. Z. auf schweren, stellenweise abgefasten, kantigen Holzdeckeln mit Rautendekor in breiten Stempelbordüren sowie 2 geschmiedeten Messingschließen an vier Beschlägen (ein Schließbügel fehlend; etwas abgeschabt, berieben, fleckig und vereinzelt wurmstichig, Kanten teils offen, Rücken mit Bezugseinrissen). Nürnberg, Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 23. XII. 1493.
Hain 14510. GW 40796. Goff S-309. Proctor 2086. Pellechet 10354. Klebs 890.1. Schreiber 5205. Schramm XVII, 408-576. Bodleian S-110 Borm 2414. Bornatico 12. Collijn 966. Finger 870. 871. Günther 2071. Hubay 1861. Hummel-Wilhelmi 637. Schäfer 310. Kind 809. 810. Madsen 3637. Schlechter-Ries 1615-1619. Ohly-Sack 2530-2532. Raffel 438. Riedl 904. 905. Sack 3184. Sallander 1337b. Scheidegger-Tammaro 1206. Sheehan S-134. Voullième 1096. Walsh 734. 735. CBB 3471. CIH 3041. IBE 5181. IDL 4062. IGI 8830. BMC II, 437. BSB-Ink S-197 CIBN S-163. ISTC is00309000. – Erste deutsche Ausgabe des "Liber chronicarum", der berühmten Weltchronik des Nürnberger Humanisten, Historikers und Arztes Hartmann Schedel (1440-1514), die ein halbes Jahr nach der lateinischen Originalausgabe erschienen war. Es war das "größte Buchunternehmen der Zeit" (Rücker) und gehört zu den am umfangreichsten illustrierten Inkunabeln überhaupt. Die dafür verpflichteten Künstler Michael Wohlgemuth (1434-1519) und sein Schwiegersohn Wilhelm Pleydenwurff (1460-1494) kamen aus derselben Nürnberger Werkstatt, in der auch Albrecht Dürer ausgebildet worden war.
Neben Stammbäumen, Herrscherporträts und christologischen Darstellungen des Heilsgeschehens sind vor allem die bis zu doppelseitigen Stadtansichten von höchstem Interesse, zeigen sie doch - neben einigen idealisierten Veduten - oftmals realistische Darstellungen vieler europäischer Städte, darunter Augsburg, Bamberg, Breslau, Köln, Konstantinopel, Konstanz, Lübeck, Magdeburg, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Salzburg, Ulm, Wien, Würzburg etc. Sie gehören zu den ersten authentischen Veduten überhaupt. Am Schluss findet sich die doppelblattgroße Europakarte.
"The contents of each page of text are the same as those of the original Latin edition ... the cuts being the same, except for variations in the smaller ones doing duty for kings, etc." (BMC). – Es fehlt ein Blatt (CXCII), sonst vollständig mit stellenweise etwas stärkeren Gebrauchsspuren, im Block zu meisten Teilen aber wohlerhalten und noch vergleichsweise frisch. Titel (des Registers *1) etwas knautschfaltig und mit größerem Eckausriss, Fol. LXIX mit kleinerem Randausriss (ohne Text- bzw. Holzschnittverlust), einige Einrisse (wenig größere wie Fol. VI, XXII, LXIII, CI, CVI, CXC) und ca. 20 mit Papierpflaster überklebte Ein- oder kleine Ausrisse (wie XXIIr, XXIIIIr, XXVIv, XXVIIv, XXVIIIr, XXXIIr), Fol. CLXXXII kleines Randlöchlein, seltene Wurmlöchlein. Ganz wenige Blätter mit ankoloriertem Holzschnitten (Fol. XXIv und XXII), sporadische alte Marginalien. Vereinzelte Fingerflecke und Gebrauchsspuren, meistens nur unwesentliche Feuchtränder (einzig "Herbibolis" etwas wasserfleckig), die Holzschnitte durchgehend und von ganz wenigen, vereinzelten Schnitten in sehr gutem, ebenso kraftvollem wie kontrastreichen Abdruck. Insgesamt ein bis auf ein einziges Blatt vollständiges, noch ordentlich erhaltenes Exemplar, das bemerkenswert breitrandig in seinem ersten Einband auf uns gekommen ist, wie es kaum Exemplare überhaupt nachweisbar sind.
Das Einbanddekor mit Dreifachfileten, die mit Flecht-Zickzackbändern zu einem, von Bordüren umgebenen Rautenmuster zusammengesetzt sind zeigt Stempel, die üblichen wie Sternstempel, Rosenstempel in doppelter Rundlinie (punktiert und gezogen), Akanthus-Blüten-Agraffe, aber auch einen sehr individuellen (leider nicht in der Einbanddatenbank SBK, bei Schunke und Kyriss nachweisbaren) großen Stempel mit der thronenden Maria im großen Tondo, mit Jesusknaben auf einem gotisch durchbrochenem Thron in den Rautenspiegeln (3,5 cm Druchmesser).
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