Armes du roy de France
princes du sang et autres ducs et pairs, mareschaux de France
Los 439
Zuschlag
360€ (US$ 409)
NUMISMATIK UND HERALDIK
Armes du roy de France, princes du sang et autres ducs et pairs, mareschaux de France, marquis, comtes et autres maisons les plus nobles et notables de France. Mit Kupfertitel und 199 Kufertafeln mit Hunderten von Wappendarstellungen. 17,5 x 13,5 cm.Leder d. Z. (berieben, bestoßen und beschabt, vorderes Gelenl geplatzt und unfachmännisch hinterlegt). Paris, N. de Berey, 1654.
Umfangreiches Wappenbuch des französischen Adels mit Hunderten von Darstellungen. – Kupfertitel stärker gebräunt und mit Randläsuren sowie Besitzeintrag von 1832. Insgesamt etwas fingerfleckig und teils mit Knickspuren, eine Tafel auch mit Loch in der Darstellung, mehrere Kupfer montiert, einige Wappendarstellungen zusätzlich ergänzt.
Münzgallerie
Gallerie sämmtlicher europäischen und ausser-europäischen Münzen
Los 440
Zuschlag
260€ (US$ 295)
Münzgallerie. - Gallerie sämmtlicher europäischen und ausser-europäischen Münzen in ihrer wirklichen Grösse nebst genauer Angabe ihres Werthes nach preussischem, rheinischen und Conventions-Münzfuss. Teil I und II in 1 Band. 59 nn. Bl.; 25 nn. Bl. Mit 92 goldgeprägten Tafeln. 18 x 12 cm. OLeinen (leicht berieben und bestoßen, Rücken lichtrandig und Kapitale mit kleinen Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel. Leipzig, Selbstverlag, 1852 bzw. Quedlinburg, H. C. Huch, o. J. (1852).
Sehr seltene Ausgabe über zahlreiche europäische und nicht europäische Münzen mit jeweils einer Vorder- und Rückansicht in der originalen Größe.
Von uns konnte nur zwei weitere Exemplare gefunden werden: eines in der Sistema Bibliotecario d'Ateneo und eines in der Universitätsbibliothek Basel. – Vorderes Innengelenk offen und VDeckel vom Block gelöst. Stockfleckig, erster Titel und ersten neun Blätter sowie mehrere Blätter mit Abklatsch.
Tentzel, Wilhelm Ernst. Saxonia Numismatica oder Medaillen-Cabinet von Gedächtniß-Müntzen und Schau-Pfennigen, welche die Chur- und Fürsten zu Sachsen Ernestinischer Haupt-Linie prägen und verfertigen laßen. 4 Teile in 1 Band (durchgehend paginiert, jeweils mit eigenem Zwischentitel) und Register. 14 Bl., 1004 S., 59 Bl. Mit gestochenem Frontispiz und 96 Münzkupfern. 19 x 16 cm. Leder d. Z. (berieben, oberes Kapital bestoßen und etwas lädiert). Dresden, Johannes Riedel, 1705 bzw. (Register:) Arnstadt, H. A. Meurer, 1712.
Lipsius-L. 394. – Mit deutsch-lateinischem Paralleltext. Das allegorische Frontispiz drei kleinen Ansichten von Gotha, Weimar und Eisenach. – Etwas gebräunt oder braunfleckig. – Derselbe. Saxonia Numismatica oder Medaillen-Cabinet von Gedächtniß-Müntzen und Schau-Pfennigen, welche die Chur- und Fürsten zu Sachsen Albertinischer Haupt-Linie prägen und verfertigen laßen. Teile I und II (von 4) in 1 Band. 16 Bl., 520 S. Mit gestochenem Frontispiz und 52 (statt 95) Münzkupfern. 19 x 16 cm. Halbleder d. Z. (etwas stärker berieben, Kapitale leicht bestoßen). Ebenda 1705. - Der dazugehörige Band über die Albertinische Hauptlinie, allerdings nur die ersten beiden Teile. - Etwas gebräunt oder braunfleckig.
KULTUR- UND SITTENGESCHICHTE
Basler Fasnacht. Sammlung von Kollektiva zur Baseler Fastnacht. Mit 2 gefalteten Holzschnitttafeln und zahlreichen Holzschnitten im Text. 20,5 x 14 cm. Pappband d. Z. Basel 1867-1890.
Kuriose Sammlung von Zeitungsausschnitten, Lotterielosen, Programmheften, Liedtexten, Reden, Gedichten und Holzschnitt-Tafeln als Andenken an die Baseler Fastnacht im 19. Jahrhundert. Die Holzschnitttafeln zeigen den Fastnachtszug mit zahlreichen Kostümierten und Musikanten unter dem Titel "Fastnachtszug 1867. Die Gegensätze unserer Zeit oder Krieg & Frieden". – Papierbedingt gebräunt, vereinzelt leicht stockfleckig und knickspurig, teils mit Randläsuren sowie hinterlegten Fehlstellen.
Bauer, Friedrich A. Der Dienstboten-Freund. Ein gemeinnütziges Geschenk für Eltern, Vormünder und Dienstherrschaften an dienende Mädchen und Jungfrauen. 166 S., 1 Bl. Mit farbigen Frontispiz. 16 x 10 cm. Pappband d. Z. (berieben und bestoßen, oberes Kapital fehlt). Augsburg, Jenisch und Stage, 1851.
Nicht bei Hoefer, Graesse und Goedecke. – Wohl erste und einzige Ausgabe. "Wegweiser" für junge Damen und Dienstboten. "Nur aus braven und wackeren Dienstboten werden brave und wackere Hausfrauen, die wiederum brave und wackere Kinder erziehen können," (Vorwort). Von uns konnte nur ein weiteres Exemplar bestimmt werden in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. – Etwas stock- und feuchtfleckig. Mit hs. Widmung auf dem Vorsatz. Sehr selten.
Joest, Wilhelm. Tätowiren, Narbenzeichnen und Körperbemalen. Ein Beitrag zur vergleichenden Ethnologie. Mit 11 chromolithographischen Tafeln, 1 Lichtdrucktafel und 30 Zinkätzungen nach Original-Zeichnungen. 1 Bl., VIII, 128 S. 38 x 26 cm. OHalbleinen (fleckig, beschabt und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und Deckeltitel. Berlin, Asher, 1887.
Taylor, Pacific Bibliography, 51 und 81. Hocken 380. – Erste Ausgabe des grundlegenden Werkes über Tätowierungen von dem Ethnologen und Naturwissenschaftler Wilhelm Joest (1852-1897). "An extensive treatise on tatuing and flesh-colouring, showing that the practice is widely spread and belongs to all ages. Much reference to New Zealand, and Polynesia generally, its method, and examples, also of carving in wood" (Hocken). – Vorsatz mit Besitzvermerk. Im Schnitt leicht gebräunt, kaum fleckig, Innengelenk brüchig, Klammerung angerostet. Fl. Wohlerhalten und selten.
Kunckel von Löwenstern, Johann
Der curieusen Kunst- und Werck-Schul
Los 445
Zuschlag
480€ (US$ 545)
Kunckel von Löwenstern, Johann. Der curieusen Kunst- und Werck-Schul erster [und anderer] Theil. 2 Bände. 3 Bl., 723 S., 28 Bl.; 560 S., 8 Bl. Mit gestochenem Frontispiz. 17 x 10 cm. Halbpergament d. Z. (berieben und fleckig) bzw. Pergament um 1800 (leicht fleckig) mit goldgeprägtem Rückenschild. Nürnberg, Gabriel Nicolaus Raspe, 1759-1760.
Brüning 4853 (nur Teil 2). Dünnhaupt 9.4 Vgl. Ferchl 289 (dort falsch Ausgabe 1782, gemeint ist wohl 1732). Nicht bei Caillet, Cole, Duncan, Duveen, Ferguson, Poggendorff und Rosenthal. – Seltene vierte Auflage des alchemistischen, technischen und kunsthandwerklichen Kompendiums, hier nochmals anonym gedruckt, ohne die Autorenangabe J. K. in früheren Auflagen. Diese Ausgabe laut KVK nur in den Uni-Bibliotheken von Darmstadt und Kiel. Kunckel (ca. 1630-1703) war Alchemist und ist vor allem als Glasmacher bekannt geworden, gefördert vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und später vom schwedischen König Karl XI., der ihn 1693 adelte. Seine umfangreiche Sammlung von Rezepturen und Vorschriften zu allen möglichen Werkstoffen, Hilfsmitteln, Haushaltsproblemen etc. erfasst im ersten Teil nahezu alle Lebensbereiche, während im zweiten Teil die Malerei, das Kunsthandwerk, Papiere, Schreibkunst und dazugehörige Materialien behandelt werden, am Schluß mit einem Exkurs zu wohlriechenden Düften. – Band I teilweise leicht braunfleckig an den Rändern. Insgesamt gut erhalten.
MODEN UND KOSTÜME
(Harding, Edward). Costume of the Russian Empire, illustrated by upwards of seventy richtly coloured engravings, dedicated ... to her Royal Highness the Princess Elizabeth. 6 nn. Bl., 72 Bl. (Tafelerklärungen in Englisch und Französisch). Mit koloriertem Kupfertitel und 72 handkolorierten Kupfertafeln in Punktiermanier und Sepia von J. Dadley. 34,5 x 26,5 cm. Olivgrünes quergenarbtes Chagrin d. Z. über 5 Doppelbünden mit goldgeprägtem RTitel, Punktierfileten und reicher RVergoldung, Deckel mit Gold- und Blindprägung, umlaufender goldgeprägter Floralbogen-Bordüre und Faszien-Blindprägung mit Eckfleurons, goldener Innenkantenfilete, Kleisterpapiervorsätzen und dreiseitigem Goldschnitt. London, Crown & Mitre, Pall Mall, für E. Harding (Tafeln) bzw. London, T. Bensley für John Stockdale et. al., 1811
Lipperheide Kaa 18. Colas 702. Hiler 192. Abbey, Travel 244. – Prachtvolle Publikation mit eingebundenem Widmungsblatt "To her Royal Highness the Princess Elizabeth; the most competent judge, as well as the most liberal patroness of the fine arts, this work is humbly inscribed ... Edward Harding". Der Kupfertitel zeigt die ikonische Petersburger Skulptur Peters des Großen als ehernen Reiter auf steigendem Pferd des Étienne-Maurice Falconet; die Trachten bilden ein Panoptikum der einzelnen und einstigen Völkerschaften des Russischen Weltreichs (honi soit qui mal y pense - in heutigen Zeiten): aus dem Baltikum, Finnland, Lappland, Ostsibirien bis Kamtschatka, dem Kaukasus, Moldavien, Georgien, Jakutien, der Tartarei, Kirgisien und vielen anderen asiatischen Völkern. Bei den Kupfern handelt es sich um vergrößerte Nachbildungen nach J. G. Georgis "Beschreibungen allen Nationen des Russischen Reichs", 1776-1780 (Lipperheide). – Tafel XIV ohne Erklärung, die Lage E aber wie üblich vollständig. Nur gelegentlich leicht gebräunt und ausnahmsweise etwas stockfleckig, kaum Abklatsch. Die Tafeln in schöner Farbigkeit, bemerkenswert breitrandig und reizend gebunden.
Picard, Bernard
Cérémonies et coutumes religieuses de tous les peuples du monde
Los 449
Zuschlag
1.000€ (US$ 1,136)
Picard, Bernard. Cérémonies et coutumes religieuses de tous les peuples du monde. Nouvelle édition. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Kopfvignetten und 264 teils Kupfertafeln. 39 x 24,5 cm. Halbleder d. Z. (Pergament-Deckelbezüge und Vorsätze erneuert). Amsterdam und Paris, La Porte, 1783.
Vgl. Brunet I, 1742f. Ebert 3919f. Graesse II, 104. Wolfstieg 33381. Ackermann, Geh. Wiss. 1268f. Caillet 8644f. Cohen/R. 134ff. Fürst III, 99. Hiler 708. Lipperheide Oc 24f. Nicht bei Colas. – Zweite Auflage der zuerst 1723 bis 1745 in elf Bänden erschienenen ausführlichen Beschreibung der religiösen Gebräuche bei Juden, Christen und Muslimen sowie bei verschiedenenen asiatischen und amerikanischen Völkern, der Band IV behandelt das Thema Aberglauben. Ein "Illustrationswerk ersten Ranges! Religionswissenschaftlich und kulturgeschichtlich sehr interessant" (Ackermann). "Ouvrage très recherché du plus interêt documentaire et artistique... très copieusement illustré" (Caillet). – Titel von Band I und Titel sowie Vortitel von Band III lose. Sonst nur gering fleckig und insgesamt wohlerhalten.
(Suhr, Christoph. Hamburgische Trachten. Costumes des Hambourg). 36 kolorierte Aquatintatafeln (ohne den typographischen Titel und das Tafelverzeichnis). 35 x 22 cm. Leder d. Z. (stärker berieben, leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und Goldschnitt. (Hamburg um 1808-1812).
Vgl. Colas 2831. Lipperheide Dfl 1. Vinet 2161. – Wohl die zweite Auflage oder eine Mischauflage der drei seltenen Ausgaben. Die Tafeln sind nummerisch aufsteigend von 1-36 gebunden. Der typographische Titel und das Tafelverzeichnis in Deutsch und Französisch (zusammen 2 Bl.) fehlen, dafür ist ist die doppelblattgroße Aquatinta-Radierung "Alte Zeit Neue Zeit in Hamburg" wohl ebenfalls von Suhr (jedoch ohne die Stempelung) als Titel vorgebunden.
Christoph Suhr (1771-1842) war im 19. Jahrhundert einer der bekanntesten Hamburger Künstler und porträtierte die wohlhabenden Hamburger Gesellschaft, doch vor allem regten seine detailreichen Darstellungen des Hamburger Volkslebens für Aufmerksamkeit. – Leicht fleckig, Tafel 15 papierbedingt gebräunt. Schön erhalten.
Hayne, J. C. G. Abhandlung über die Kriegskunst der Türken, von ihren Märschen, Lägern, Schlachten und Belagerungen etc.; desgleichen derjenigen Völker, welche unter dem Osmanischen Schutze stehen, als: Griechen, Armenier, Araber, Drusen, Kurden, Jesiden, Tatern, Wallachen, Moldauer u. d. gl. nebst einer militärischen Geschichte der drey letzten Türkenkriege in Ungarn. XXXVI, 454 S., 1 (Errata). Mit typographischer Falttafel (in Pag.) und 5 gefalteten Kupfertafeln. 19,5 x 12 cm. Pappband d. Z. (stärker berieben und beschabt). Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1783.
Erste Ausgabe des wichtigen Werks zur ottomanischen Militärhistorie, 1788 erschien ein Trattner-Nachdruck in Wien. Auf dem Titel sind zehn Kupfer angegegeben, Vergleichsexemplare enthalten jedoch auch durchweg nur fünf Tafeln, das Exemplar scheint somit komplett zu sein. – Etwas braunfleckig, Titel mit zwei modernen Besitzeinträgen in Kugelschreiber. Exemplar aus der Großherzoglichen Bibliothek Neustrelitz, mit entsprechendem Wappenstempel auf dem Titel verso.
MUSIK UND THEATER
Forkel, Johann Nicolaus. Allgemeine Litteratur der Musik oder Anleitung zur Kenntniß musikalischer Bücher. Systematisch geordnet, und nach Veranlassung mit Anmerkungen und Urtheilen begleitet. XXIV, 540 S. 23,5 x 14 cm. Pappband d. Z. (stark berieben und beschabt). (Leipzig, Schwickert, 1792).
Eitner IV, 29. – Erste Ausgabe. Der Göttinger Organist und Musikforscher Forkel (1749-1818) gilt als einer der Begründer der historisch orientierten Musikwissenschaft und schrieb die erste Biographie von Johann Sebastian Bach. Als bibliografisches Nebenprodukt seiner Arbeit an einer groß angelegten Musikgeschichte gab Forkel 1792 das hier vorliegende 3000 Titel umfassende Werk heraus, das vor allem wegen der ausführlichen Beschreibungen und treffenden Beurteilungen bis heute als Nachschlagewerk geschätzt wird. – Gebräunt und etwas stockfleckig.
Giamberti, Guiseppe
Antiphonae et Motecta Festis Omnibus Propria, et Communia Iuxta formam Breviarii Romani
Los 457
Zuschlag
400€ (US$ 455)
Giamberti, Giuseppe. Tenor. Antiphonae et Motecta Festis Omnibus Propria, et Communia Iuxta formam Breviarii Romani. Una cum plurimis, quae Dominicis per Annum aptari possunt, Binis, Ternis, Quaternisque Vocibus Concinenda. 176 S., 2 Bl. Mit großer figürlicher Titelbordüre und mehreren Holzschnitt-Initialen. 23 x 17 cm. Pergament d. Z. (leicht berieben und etwas fleckig). Rom, G. B. Robletti, 1650.
RISM A/I/3, G 1831. TNG VII, 347. Eitner IV, 234. Fétis III, 477. MGG V, 78. Nicht bei Hirsch und Wolffheim. – Erste Ausgabe. Vokalmusik (Antiphonen und Motetten) der römischen Schule aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das bedeutendste Sammelwerk von Giamberti (um 1600-1663, u. a. Kapellmeister von Santa Maria Maggiore in Rom), dessen Kirchenmusik weiteste Verbreitung fand. Enthält über 200 geistliche Gesänge, komponiert für die Kirchen in Rom. "Sein hohes Ansehen drückt sich in der Tatsache aus, daß er berufen wurde, das römische Antiphonar herauszugeben" (MGG). Als Schüler von Giovanni Bernardino Nanino und Paolo Agostini vorzüglich im polyphonen Stil ausgebildet, war Giamberti sowohl dem Erbe Palestrinas verpflichtet wie auch offen für den neuen Stil des 17. Jahrhunderts. – Moderne Vorsätze. Teilweise gebräunt oder etwas braunfleckig, erste 2 Blatt mit Wasserrand. Titel mit hinterlegtem Ausriß (etwas Textverlust), das letzte Blatt mit kleinen hinterlegten Papierfehlern im weißen Rand.
Linike, Johann Georg
Saitenmesser. Drahtstärkenmessgerät für Tasteninstrumentsaiten
Los 462
Zuschlag
7.000€ (US$ 7,955)
Der Saitenmesser des Komponisten und Librettisten Georg Friedrich Händels
Linike, Johann Georg. Saitenmesser. Drahtstärkenmessgerät für Tasteninstrumentsaiten (Cembalo etc.). Stahlkorpus ca. 14 x 3,5 x 0,4 cm mit Bohrlöchern und Seitenauslässen in verschiedenen Stärken und an drei Kupferstiften befestigte gravierte Messingskala 12,8 x 1,7 cm. Gravursigniert "J. G. Lienike Anno 1729". (Mecklenburg-Strelitz) 1729.
Ein für den Bau von Saiteninstrumenten, vor allem für vielsaitige Tasteninstrumente wie das Spinett, Cembalo, Hammerklavier, aber auch Zupfinstrumente wie Zither, Harfe, Laute und sogar für mit weniger Saiten ausgestattete Streichinstrumente unverzichtbares Werkzeug, das der Instrumentenbauer immer bei sich hatte und das er an einem Lederband, das durch das obere Loch gezogen werden konnte, an seiner Weste trug. Auch Musiker selbst, Konzertmeister und Hofmusikus brauchten dieses nützliche Instrument, um schnell eine Saite zu ersetzen und Stimmungen zu überprüfen.
Der Saitenmesser des Johann Georg Linike (Lienecke, Linicke etc.; ca. 1680-1762) misst 24 Saitenstärken auf einer handgravierten Messingskala, die recto wie verso aufgebracht wurde und die händisch eingravierten Ziffern "1.", "2.", "3.", "4." bis "24." tragen, recto findet sich zwischen zwei Skalenbalken die Signatur "J. G. Lienike Anno 29".
Johann Georg Linike stammte aus einer bekannten brandenburgischen Musikerfamilie und arbeitete als Komponist, Violinist und Kapellmeister für mehrere Höfe. "Schüler Johann Theile's zu Berlin [trat er] 1711 als Violinist mit 200 Thlr. Gehalt in die Königliche Kapelle zu Berlin. Beim Regierungsantritt des preußischen Soldatenkönigs wurden 1713 sämtliche Kapellmitglieder entlassen und Linike fand am Weißenfelsischen Hofe 1718 als Konzertmeister Unterkunft. Darauf hielt er sich mehrere Jahre in England auf, trat dann 1725 als Vorspieler ins Hamburger Theaterorchester und schrieb dort zu Händels Opern der Wettstreit der Poesie und Julius Caesar die Recitative." (Eitner VI, 182)
Nach seinem Englandaufenthalt wirkte Linike als "stellvertretender Leiter der Hamburger Oper am Gänsemarkt", die von Reinhard Keiser geleitet wurde, unter Georg Philipp Telemann, bis er dann 1728 die Stelle des herzoglichen Kapelldirektors in Mecklenburg-Strelitz antreten konnte. Aus dieser Zeit stammt der Saitenmesser.
Marpurg, Friedrich Wilhelm
Anleitung zur Musik überhaupt, und zur Singkunst besonders
Los 463
Zuschlag
380€ (US$ 432)
Marpurg, Friedr(ich) Wil(helm). Anleitung zur Musik überhaupt, und zur Singkunst besonders, mit Uebungsexempeln erläutert und den berühmten Herren Musikdirect. und Cantoribus Deutschlands zugeeignet. 6 Bl., 171 S. mit zahlreichen Notenbeispielen im Text. 19 x 11 cm. Moderner Pappband. Berlin, A. Wever, 1763.
RISM B VI/2, 541 f. TNG XI, 698. Eitner VI, 340. Gregory-Bartlett 167. MGG VIII, 1670. Hirsch I, 362. Wolffheim I, 806. – Erste Ausgabe. Marpurg (1718-1795) gehörte zu den wichtigsten Musiktheoretikern der Aufklärung. Sein Bemühen um Systematik und eine präzise Terminologie kommen auch hier zum Tragen; das Werk diente dem praktischen Unterricht. – Unbeschnitten. Gebräunt und etwas wasserrandig. Titel stärker fleckig und mit alter Hinterlegung.
Mayer, Wilhelm Benjamin
Der alte Garten. Romanze von J. v. Eichendorff in Musik gesetzt
Los 464
Zuschlag
180€ (US$ 205)
Eichendorff-Vertonung
Mayer, Wilhelm Benjamin. "Der alte Garten. Romanze von J. v. Eichendorff in Musik gesetzt und der hochwohlgeborenen Frau Amalie Curtius als Zeichen der höchsten Verehrung zugeeignet". Deutsche Notenhandschrift in Sepia auf lithographischem Vordruck. 23 x 29 cm. O. O., August 1854.
Eigenhändige, wohl nicht im Druck erschienene Vertonung des 1837 entstandenen spätromantischen Gedichts von Eichendorff durch den Prager Komponisten und Pianisten Wilhelm Benjamin Mayer (1831-1898), für Klavier und eine Singstimme (Sopran). Mayer veröffentlichte seine Arbeiten später unter dem Pseudonym W. A. Rémy, als Schüler an der Prager Orgelschule bildete er gemeinsam mit A. W. Ambros und E. Hanslick einen jungromantischen Freundeszirkel. Geschenkgabe für die 1829 in Berlin geborene und von dem 23jährigen Jurastudenten Mayer offenbar umschwärmte Amalie Curtius geb. Reichhelm, spätere Ehefrau des Philologen Georg Curtius (1820-1885). Curtius lehrte von 1845 bis 1849 an der Berliner Universität, sein älterer Bruder war der berühmte Archäologe und Althistoriker Ernst Curtius. Am Schluss von Mayer eigenhändig signiert und datiert. – Ecken mit schwachen Knickfalten, sonst wohlerhalten.
Moore, Thomas und Stevenson, John Andrew
A Selection of Irish Melodies
Los 465
Zuschlag
200€ (US$ 227)
Seltene erste Ausgabe in monumentalen Folianten der "Irischen Melodien" in Chagrinleder
Moore, Thomas, und John Andrew Stevenson. A Selection of Irish Melodies. 8 (von 10) Teile in 2 Bänden. Mit 8 Kupfertiteln mit Vignetten, 8 gestochenen Widmungsblättern, Kupfertafel, Notendruck durchgehend gestochen. 38 x 26,5 cm. Weinrotes Chagrin d. Z. (VDeckel von Band I lose, Ecken und Kanten berieben und beschabt) mit üppiger ornamentaler Rücken- und Deckelvergoldung, sowie Stehvergoldung und Innenkantenenfileten (signiert: "Dickenson Binder Cambridge"). London, J. Power, (1807-1821).
MGG IX, 548. RISM S 6119. Eitner IX, 286 (nur Nr.1-3, vgl. auch ebenda Ausgabe 13. Dublin 1813) – Seltene erste Ausgabe. "Die Irish Melodies von Moore und Stevenson erwiesen sich als sehr volkstümlich und wurden das 19. Jhdt hindurch immer wieder in verschiedenen Ausgaben veröffentlicht ... Thomas Moore vereinte die seltene Doppelbegabung eines Dichters und Komponisten mit einem besonders glücklichen und freundlichen Wesen ... seine eigene Generation (hielt) ihn für einen der besten romantischen Dichter; sogar Männer wie Berlioz stellten Moore auf die gleiche Stufe wie Byron" (MGG). Aufgrund von Differenzen zwischen Moore und Stevenson wurde der 8. Teil von Henry Bishop bearbeitet.
Vorhanden sind hier Teile 1-8, laut Eitner (a.a.O.) sind wohl zehn Teile erschienen. Zur Kollation: Teil I (Plattennummer 50) 2 Bl., 63 S. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil II. (Plattennummer 50) 2 Bl., S. 64-116. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil III. (Plattennummer 51) 2 Bl., 60 S. Mit Kupfertitel, gestochener Widmung und Kupfertafel. - Teil IV. (Plattennummer 51) 2 Bl., S. 60-113. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil V. (Plattennummer 210) 2 Bl., 63 S. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil VI. (Plattennummer 210) 2 Bl., S. 52- 113. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil VII. (Plattennummer 404) 2 Bl., 66 S. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. - Teil VIII. (Plattennummer 404) 2 Bl., S. 67-135, 4 S., 8 S. Mit Kupfertitel und gestochener Widmung. – Stellenweise etwas stockfleckig, Der zweite Band stellenweise etwas stärker braunfleckig. Sonst wohlerhaltenes und selten so komplettes Exemplar.
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