- Abwehr des Osmanen-Ansturms.
Jonas, Jakob von, kurmainzischer Kanzler, des Königs und Kaisers Ferdinand Hofvizekanzler (um 1500-1558). Verkündung von Reichstagsbeschlüssen m. U. "Mentzisch Canntzley Jacobii jonas, Cancellarii Mogun[tiacensis]". 23/4 S. Folio. Speyer 6.V.1544.
Ausführliche Darstellung von Maßnahmen gegen das Vordringen der Türken, vom Reichstag beschlossen aufgrund des Hilfe-Ersuchens der Stände der fünf niederösterreichischen Lande.
Karl XII., König von Schweden
Brief an den Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt. 1705.
Los 2590
Zuschlag
500€ (US$ 568)
Karl XII., König von Schweden (1682-1718). Brief m. U. "Carolus" und papiergedecktem Siegel. In deutscher Sprache. 21/2 S. Folio. Hauptquartier bei Blonie (Polen) 6.XII.1705.
Mitten im Nordischen Krieg an den Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt, dem er zum Tod seiner Gemahlin, der Landgräfin Dorothea Charlotta, sein Beileid ausspricht. "... Können Unß auch sattsahm vorstellen, wie empfindl. Ew. Ldn diese Betrübnis volle Begebnis seyn muß, alß wodurch dieselbe eine so holdsehl. undt mit allen Fürstl. Tugenden begabte Gemahlin verlohren. Wie Wir nun aus einer aufrichtigen vor Ew. Ldn. hegenden Freundschafft und wollwollen an alle demjenigen so derselben begegnen mag, einen antheil nehmen, so beklagen Wir besonders diesen Ew. Ldn getroffenen schmertzhafften Trauer Fall, dabey inniglich wünschende, daß Gott, deme solchen Ew. Ldn auffzulegen gefallen, ihn gleichfals lindern, undt diesen sensiblen Verlust mit einem reichen Seegen selbst erwünschten Wollergehens ersetzen wolle ...". - Die Adresse abgeschnitten, doch aus dem Inhalt ersichtlich. - Der König hatte in diesem Jahr Polen besetzt, Stanislaus Leszczynski als König von Polen anstelle Augusts des Starken eingesetzt und bereitete den Angriff auf Sachsen vor.
Krain, Herzogtum
Kaiserliche Zoll-Verordnung für St. Johannes bei Tybein in Krain. 1644
Los 2591
Zuschlag
600€ (US$ 682)
Krain (österr. Herzogtum, heute Slowenien). Kaiserliche Zollverordnung für die Grenzbeamten in St. Johannes bei Tybein. Kalligraphische Text- und Zahlen-Tabelle auf Papier mit 8 papiergedeckten Siegeln am Schluss. Imperial-folio (98 x 37,5 cm). Graz (Steiermark) 24.VIII.1644.
Noch im 30jährigen Krieg erlassene detaillierte Regeln Kaiser Ferdinands III. für den Zolleinnehmer an der Grenze des Herzogtums Krain. "Vermerckht die Ordnung nach Welcher der Jetzig als Khünfftige Einnember zu Sanct Johannes bey Tybein von Ihr. Röm. Kay. May: wegen die Mauttgeföhlen abfordern und getreulich Verraittern solte ...". In großformatiger Kalligraphie werden 18 Vorschriften zu Waren und Zollbeträgen (in Kreuzern) aufgelistet. "Alß Erstlichen solle er auf daß daselbst in den Portten ankhumbende frembde Außlendiße Gesalz fleissig achtung geben, solches ordentlich beschreiben und craigneder verkhauffung von Jeden ... abfordern - 18 khr ... Von jeden Sämb an den Venedischen gebüett erkhaufften wein so in deß Kay: gebüet am Meer oder nach der Strassen gefierth wierdt ... Der aber so solches ohne Bolletten zu thun sich Understehet der ist Roß und alles waß er hat Verfahlen ... Alles daß Salz so von Triest, Salvach und derselben ortten ohne Triesterische Ambts Polleten auf St: Johannes ankhumbt daß Solt alß ein Wissentlich Contrabant anngehalten werden ... Deme zu wahrem Urkhundt Haben wür der Röm: Khy: May: Hof Camer Präsident und Rhäte diese Tarifa mit unserer gewöhnlichen Ambts Ferttigung bekhröfftiget ...". Darunter 8 blindgeprägte Wappen der Kammerräte und schließlich die Unterschrift eines Hofbuchhalters. - Interessantes, sehr großformatiges Dokument zur Wirtschaftsgeschichte des Habsburger Kaiserreiches gegen Ende des 30jährigen Krieges. - Ein größerer und etliche kleinere Faltenrisse; diverse ältere Ein- und Ausrisse (mit leichtem Textverlust) alt restauriert.
Lindbergh, Charles
Brief über die Umgestaltung seiner Farm in Miinnesota.1936
Los 2592
Zuschlag
1.500€ (US$ 1,705)
Lindbergh, Charles, US-amerikanischer Flugpionier, Schriftsteller und Politiker, überquerte im Alleinflug den Atlantik von New York nach Paris (1902-1974). Eigh. Brief m. U. "Charles A. Lindbergh". 4 S. auf 4 Bl. blauem Papier. 4to. Sevenoaks Weald (Kent, England) 30.X.1936.
An einen Freund in den USA; ausführlich und sehr sympathisch über die künftige Verwaltung seines ererbten Anwesens in Minnesota. "... Your letter makes me homesick for Minnesota and the fall days which are nowhere as beautiful as in a country of cold winters. Seasons have never meant as much to me as they did during the years I lived in Minnesota. Dr. Nute, of the Minnesota Historical Society, sent me a number of pictures she took when you showed her over the property ...". Mit ähnlicher Diskretion wie die qualitätvollen Bilder sollen auch die nunmehr gefassten Pläne für die alte Farm verwirklicht werden. "... The planting of the trees which you mention ... should be a great improvement and should add materially to the beauty of the property after they have had a few years to grow ... I am especially interested in two policies ... First, that the property be left in a simple and natural condition. Second, that the fact of its being named after my father be not lost by bringing out too prominently incidents connected with my own life ... I hope the property is always handled in a way which will permit people from Little Falls and the nearby country to obtain real pleasure from going there. It should be a place where families can go on Saturday and Sunday and where children can enjoy playing in the creek und river ...". - Geschrieben vier Jahre nach der weltbewegenden Entführung und Ermordung seines Kindes, die Lindbergh bewog, mit der Familie nach England überzusiedeln.
Morgenstern, Lina
Brief und Manuskript über ein Kinderfest. 1863
Los 2596
Zuschlag
400€ (US$ 455)
Morgenstern, Lina, bedeutende Sozialpolitikerin, Kinderbuch-Autorin und Frauenrechtlerin, Vorkämpferin der Kindergarten- und Volksküchen-Bewegung, Gründerin zahlreicher sozialer Vereinigungen und langjährige Herausgeberin der "Deutschen Hausfrauen-Zeitung" (1830-1909). Eigh. Brief m. U. "Lina Morgenstern" und beiliegendes eigh. Manuskript. Zus. 5 S. Gr. 8vo. Berlin 20.IV.1863 bzw. o. D.
An den Publizisten Hermann Kletke (1813-1886), dem sie Informationen über ein bevorstehendes "Spielfest" zu Ehren Friedrich Fröbels liefert. "... In größter Eile führte ich mein Versprechen aus, Ihnen das Material zu unsrem morgendem Spielfest zu geben, verzeihen Sie daher das Flüchtige ... Der Zweck des Spielfestes ist leicht ersichtlich - einmal das reine Vergnügen für die Kinder, in deren Herzen die dankbare Erinnerung für den Gründer der Kindergärten aufgefrischt wird. - Zweitens das lebendige Beispiel für die Familie u. das größere Publikum, was das gemeinsame Spiel wirkt u. zugleich - eine öffentliche Prüfung - um auch den Feinden, Gegnern u. Vorurtheilsvollen ein Zeugniß abzulegen u. eine Kritik zu hören, der wir uns gern unterwerfen, der wir aber auch zu begegnen hoffen! - Hinweis, - daß Fröbel gern u. oft solche Spielfeste ausführte, daß ihm aber das schöne Thüringer Land dazu auch äußere Gelegenheit im Freien bot ...". - Beiliegend der 3seitige eigenhändige, für den Abdruck in der Zeitung bestimmte Bericht über das veranstaltete Kinderfest: "Zum Andenken an Friedr. Fröbels Geburtstag veranstaltete der Frauen-Verein zur Beförderung der Kindergärten ... ein großes Kinder-Spielfest sämtlicher Vereinskindergärten. Da auch die Theilnahme den Kindern gestattet war, die den Kindergarten bereits verlassen hatten, waren der Mitspielenden wohl 600. - Um 3 Uhr versammelten sich die Kleinen mit ihren Eltern im großen Saal des Arnimschen Hôtels ...". Es folgen Schilderungen der einzelnen Spiele und Gesänge, mit Nennung der leitenden Kindergärtnerinnen. - Wertvolle Einblicke in die Bestrebungen der frühkindlichen Pädagogik in der Nachfolge Friedrich Fröbels.
Philipp IV., König von Spanien
Urkunde über Vergabe einer Pfründe. 1639
Los 2598
Zuschlag
200€ (US$ 227)
Philipp IV., König von Spanien (1605-1665). Urkunde mit eigh. Unterschrift "Yo El Rey". In spanischer Sprache. Mit gedrucktem Wappen am Briefkopf, mehreren Gegenzeichnungen und ausführlichem Dorsalvermerk. 2 S. Doppelblatt. Folio. Madrid 14.IX.1639.
Don Francisco Pizarro de Vargas y Aragon, Mitglied des Ritterordens von Calatrava und Nachfahre der berühmten Conquistadorenfamilie, erhält eine Pfründe im Benediktinerkonvent von San Benito oder San Bernardo in Ciudad de Trujillo. - Das leere Respektblatt zur Hälfte abgetrennt; sonst ordentlich erhalten.
Weimarer Republik
Briefe zur Republik und zur Kriegsschuld. 1922-1926
Los 2601
Zuschlag
360€ (US$ 409)
Weimarer Republik und Kriegsschuldfrage. 12 Briefe prominenter Politiker, Schriftsteller und Pädagogen. Zus. ca. 28 S. Verschied. Formate. 1922-1926.
An den Nationalökonomen und Politiker Gerhart von Schulze-Gaevernitz (1864-1943) gerichtete Briefe zur politischen Nachkriegs-Situation in Europa und zur Kriegsschuldfrage. Vorhanden: Geoffrey Drage, britischer Schriftsteller und konservativer Politiker (1860-1955). Masch. Brief m. U. "Geoffrey Drage". 11/2 S. 4to. London 22.III.1922. - George Peabody Gooch, britischer Journalist, Historiker und liberaler Politiker (1873-1968). 2 eigh. Briefe m. U. "George Gooch" bzw. "G. P. Gooch". Zus. 10 S. Quer-8vo bzw. 8vo. (London) 14.V.1922 bzw. 10.I.1926. Beiliegend ein Typoskript von Gooch über englische Kriegsschuld sowie die Durchschrift eines Briefes von Schulze-Gaevernitz an Gooch. - Kurt Hahn, dt. Pädagoge und Politiker, Gründer der Schule Schloss Salem (1886-1974). 3 masch. Briefe m. U. "Kurt Hahn". Zus. 61/4 S. Folio. Salem (Baden) 8.V. - 16.IX.1923. - Eduard von der Heydt, Bankier und berühmter Kunstsammler (1882-1964). 2 masch. Briefe m. U. "Heydt". Zus. 3 S. Gr. 4to. Zandvoort 25.III. bzw. 24.IV.1923. - Paul Graf Wolff Metternich zur Gracht, dt. Diplomat, Botschafter in London und im Osman. Reich (1853-1934). Eigh. Brief m. U. "P. Metternich". 4 S. 4to. Gracht bei Liblar 25.IV.1922. - Joseph Wirth, dt. Zentrums-Politiker, Reichskanzler (1879-1956). 3 masch. Briefe m. U. "J. Wirth". Zus. 3 S. Gr. 4to und 4to. Freiburg i. Br. 28.XII.1922 bzw. Berlin 17.IX. und 26.XI.1926. Beiliegend die Durchschrift eines Briefes von Schulze-Gaevernitz an Joseph Wirth. - Interessante, teils umfangreiche Briefe, alle mit politischem Inhalt. - Teilweise mit Büroklammaer-Rostspuren.
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