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Lot 1061, Auction  126, Koberger-Bibel, Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. Nürnberg, Anton Koberger, 1483

Koberger-Bibel
Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. Nürnberg, Anton Koberger, 1483
Los 1061

Zuschlag
320€ (US$ 364)

Details

Kobergerbibel. Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. 37 x 26 cm. Nürnberg, Anton Koberger, 1483.
Der Holzschnitt zeigt eine zweigeteilte Szene: Links ist Moses in langer Gewandung dargestellt, wie er auf einem Berg vor Gott steht und die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten empfängt. Gottvater erscheint ihm in einer Strahlengloriole und Wolken und übergibt ihm die steinernen Tafeln.
Rechts sieht man ein Lager mit Zelten, in dem eine Gruppe von Menschen versammelt ist. Im Vordergrund befindet sich eine Frau in einem roten Gewand, die ein Kind auf dem Schoß hält. – Papierbedingt gering gebräunt, leicht fleckig im weißen Rand.

Haly Abenragel
De judiciis astrorum
Los 1062

Zuschlag
55.000€ (US$ 62,500)

Details

Das Ritman-Exemplar der Bibliotheca Philosophica Hermetica zu Amsterdam
Haly filius Abenragel (Albohazen). Liber de judiciis astrorum. Übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio, hrsg. von Bartholomaeus Alten. 4 nn., 152 num. Bl. 2 Spalten. 60 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,9 x 14,5 cm. Format: 31,5 x 21,5 cm. Mit 1 schematischen Textholzschnitt und zahlreichen 4-13-zeiligen Holzschnitt-Initialen. Holzdeckelband d. Z. (neu aufgebunden, Vorsätze erneuert) mit breitem blindgeprägten Lederrücken (nur die breiten Lederstücken auf den Deckeln vollständig vorhanden, der weitgehend fehlende Rücken mit Kalbsleder unterlegt, kleines Stück des blindgeprägten Leder d. Z. aufmontiert) mit dreiteiliger Messingschließe (Schließband erneuert). Venedig, Erhard Ratdolt, 4.VII.1485.
Hain-Copinger 8349. GW 12117. Goff H-4. Proctor 4403. Pellechet 5696. Klebs 35.1. Badalić 520. Bodleian H-002. Borm 1274. Collijn 509. Collijn. Günther 3607. Hubay 1002. 2906. Madsen 1898. Nentwig 199. Oates 1763. 1764. Ohly-Sack 1385-1387. Sack 1763. Scheidegger-Tammaro 691. Walsh 1829. BMC V, 290. BSB-Ink A-1. CIBN H-2. ISTC ih00004000. – Erste Ausgabe der lateinischen Übersetzung eines der weitverbreitetsten astrologischen Handbücher der Zeit, das sowohl in der arabischen wie europäischen Welt beliebt war. Autor ist Abû 'l-Hasan 'Ali ibn, kurz Haly Abenragel (10.-11. Jahrhundert n.Chr. bzs. 4.-5. Jahrhundert der arabischen Zeitrechnung nach der Hidschra), der als Hofastrologe des Prinzen Al-Mu'izz ibn Bâdis in Tunesien tätig war und die Sternkonstellationen und deren Wirkung auf den Menschen erforschte. "[Il] vivait vers le commencement du onzième siècle de Jesus-Christ, sous le khalife Mamoun. Son livre, très-rare, De Judiciis seu fatis stellarum, a été traduit en latin et publié à Bâle par Henri Petri, et à Venise, en 1485, par Erhard Radelez." (Hoefer I, 115). Die Basel-Ausgabe ist jedoch nicht nachweisbar, es handelt sich wohl um einen Irrtum bei Hoefer.

"Abû-'l-Hasan 'Alî Ibn-Abî-'r-Rigâl as-Saibani wirkte zeitweilig am Hofe des Ziriden al-Mu'izz ibn Bâdis al-Mansûr (1016-1062) in Tunis als Astrologe und hoher Verwaltungsbeamter, starb nicht vor 1040. Sein Hauptwerk Kitâb al-Bâri' fi ahkâm an-nugûm (Das hervorragende Buch über die Astrologie) umfasst alle Bereiche der Astrologie und enthält viele Fragmente verschollener griechischer und iranischer Astrologen. Im Auftrage des Königs von Kastilien-Leon, Alfons X., des Weisen (1252-1282), 1256 Übertragung durch Jehûdâ ben Môsê ins Altkastilische, auf deren Grundlage wenig später Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio die lateinische Übersetzung anfertigten." (GW 12117).

Der um 1050 entstandene arabische Text wurde aus der 1153 verfertigten spanischen Version des Jehuda ben Mose (vgl. Steinschneider 5747 u. Thorndike II, 75) ins Lateinische übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio sowie herausgegeben von Bartholomaeus de Alten, der Erhard Ratdolts Widmungsbrief an den Augsburger Bischof Johann von Werdenberg aufnahm.

"Fort rare [...]. On prétend que Kepler a tiré de cet ouvrage d'importantes indications" (Houzeau-Lancaster). Zum Verfasser siehe V. Stegemann, Beitr. z. Gesch. d. Astrologie I (Heidelb. 1935): Der arab. Astrologe Abu 'l-Hasan `Ali ibn abi'r-Rigal, gen. Albohazen, sowie Carmody 150f. u. F. Sezgin, Gesch. d. arab. Schrifttums VII, 186f. – Im oberen und unteren Rand sowie im Bug teils leicht wasserfleckig, stellenweise minimal wurmstichig, einige Blätter am Anfang und am Schluss im Bug verstärkt, die 4 Blätter der ersten Lage beim Restaurieren wenige Millimeter zu hoch eingehängt, Blatt 1 mit angesetztem Eckchen und altem Besitzvermerk eines Philipp Gundelius, num. Bl. 33 mit geklebtem Einriss, sonst wohlerhaltenes, vollständiges Exemplar, breitrandig und mit Marginalien von alter Hand, Rücken unter Verwendung des alten Bezugs erneuert, Schließband und Vorsatz ebenfalls erneuert. - Exlibris "Philosophia Hermetica" (Bibliotheca Philosophica Hermetica J. R. Ritman, Amsterdam).

Schedel, Hartmann
Das Buch der Chroniken und Geschichten. E. dt. A.
Los 1064

Zuschlag
36.000€ (US$ 40,909)

Details

Erste deutsche Ausgabe der Schedelschen Weltchronik in zeitgenössischem Inkunabeleinband
Schedel, Hartmann. Das Buch der Chroniken und Geschichten. Übersetzt von Georg Alt. 297 Bl., gezählt I-CCLXXXVI. 59 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 32,7 x 22,5 cm. Format: 47,3 x 33 cm. Mit doppelblattgroßer Holzschnitt-Karte und ca. 1808 Holzschnitten (inklusive Wiederholungen) von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurf. Reich blindgeprägter Schweinslederband d. Z. auf schweren, stellenweise abgefasten, kantigen Holzdeckeln mit Rautendekor in breiten Stempelbordüren sowie 2 geschmiedeten Messingschließen an vier Beschlägen (ein Schließbügel fehlend; etwas abgeschabt, berieben, fleckig und vereinzelt wurmstichig, Kanten teils offen, Rücken mit Bezugseinrissen). Nürnberg, Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 23. XII. 1493.
Hain 14510. GW 40796. Goff S-309. Proctor 2086. Pellechet 10354. Klebs 890.1. Schreiber 5205. Schramm XVII, 408-576. Bodleian S-110 Borm 2414. Bornatico 12. Collijn 966. Finger 870. 871. Günther 2071. Hubay 1861. Hummel-Wilhelmi 637. Schäfer 310. Kind 809. 810. Madsen 3637. Schlechter-Ries 1615-1619. Ohly-Sack 2530-2532. Raffel 438. Riedl 904. 905. Sack 3184. Sallander 1337b. Scheidegger-Tammaro 1206. Sheehan S-134. Voullième 1096. Walsh 734. 735. CBB 3471. CIH 3041. IBE 5181. IDL 4062. IGI 8830. BMC II, 437. BSB-Ink S-197 CIBN S-163. ISTC is00309000. – Erste deutsche Ausgabe des "Liber chronicarum", der berühmten Weltchronik des Nürnberger Humanisten, Historikers und Arztes Hartmann Schedel (1440-1514), die ein halbes Jahr nach der lateinischen Originalausgabe erschienen war. Es war das "größte Buchunternehmen der Zeit" (Rücker) und gehört zu den am umfangreichsten illustrierten Inkunabeln überhaupt. Die dafür verpflichteten Künstler Michael Wohlgemuth (1434-1519) und sein Schwiegersohn Wilhelm Pleydenwurff (1460-1494) kamen aus derselben Nürnberger Werkstatt, in der auch Albrecht Dürer ausgebildet worden war.
Neben Stammbäumen, Herrscherporträts und christologischen Darstellungen des Heilsgeschehens sind vor allem die bis zu doppelseitigen Stadtansichten von höchstem Interesse, zeigen sie doch - neben einigen idealisierten Veduten - oftmals realistische Darstellungen vieler europäischer Städte, darunter Augsburg, Bamberg, Breslau, Köln, Konstantinopel, Konstanz, Lübeck, Magdeburg, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Salzburg, Ulm, Wien, Würzburg etc. Sie gehören zu den ersten authentischen Veduten überhaupt. Am Schluss findet sich die doppelblattgroße Europakarte.
"The contents of each page of text are the same as those of the original Latin edition ... the cuts being the same, except for variations in the smaller ones doing duty for kings, etc." (BMC). – Es fehlt ein Blatt (CXCII), sonst vollständig mit stellenweise etwas stärkeren Gebrauchsspuren, im Block zu meisten Teilen aber wohlerhalten und noch vergleichsweise frisch. Titel (des Registers *1) etwas knautschfaltig und mit größerem Eckausriss, Fol. LXIX mit kleinerem Randausriss (ohne Text- bzw. Holzschnittverlust), einige Einrisse (wenig größere wie Fol. VI, XXII, LXIII, CI, CVI, CXC) und ca. 20 mit Papierpflaster überklebte Ein- oder kleine Ausrisse (wie XXIIr, XXIIIIr, XXVIv, XXVIIv, XXVIIIr, XXXIIr), Fol. CLXXXII kleines Randlöchlein, seltene Wurmlöchlein. Ganz wenige Blätter mit ankoloriertem Holzschnitten (Fol. XXIv und XXII), sporadische alte Marginalien. Vereinzelte Fingerflecke und Gebrauchsspuren, meistens nur unwesentliche Feuchtränder (einzig "Herbibolis" etwas wasserfleckig), die Holzschnitte durchgehend und von ganz wenigen, vereinzelten Schnitten in sehr gutem, ebenso kraftvollem wie kontrastreichen Abdruck. Insgesamt ein bis auf ein einziges Blatt vollständiges, noch ordentlich erhaltenes Exemplar, das bemerkenswert breitrandig in seinem ersten Einband auf uns gekommen ist, wie es kaum Exemplare überhaupt nachweisbar sind.

Das Einbanddekor mit Dreifachfileten, die mit Flecht-Zickzackbändern zu einem, von Bordüren umgebenen Rautenmuster zusammengesetzt sind zeigt Stempel, die üblichen wie Sternstempel, Rosenstempel in doppelter Rundlinie (punktiert und gezogen), Akanthus-Blüten-Agraffe, aber auch einen sehr individuellen (leider nicht in der Einbanddatenbank SBK, bei Schunke und Kyriss nachweisbaren) großen Stempel mit der thronenden Maria im großen Tondo, mit Jesusknaben auf einem gotisch durchbrochenem Thron in den Rautenspiegeln (3,5 cm Druchmesser).

Angelus, Andreas
Annales Marchiae Brandenburgicae
Los 1103

Zuschlag
950€ (US$ 1,080)

Details

Angelus, Andreas. Annales Marchiae Brandenburgicae, das ist ordentliche Verzeichniß un Beschreibung der fürnemsten und gedenckwirdigsten märckischen Jahrgeschichten und Historien, so sich vom 416. 6 Bl., 453 S., 22 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, 2 ganzseitigem Wappen-Holzschnitt, 2 gefalteten Stammtafeln, doppelblattgroßem Stammbaum, mehreren Holzschnitt-Vignetten und zahlreichen, teils wiederholdenden Textholzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. 31 x 19 cm. Blindgeprägtes Halbpergament d. Z. (beschabt, bestoßen, mit Fehlstellen und ohne die Messingschließen) über Holzdeckel. Frankfurt Oder, Johan Hartmann, 1598.
VD16, E 1181. STC 33. – Erste Ausgabe. Das Werk von dem deutschen Pfarrer Andreas Angelus (1561-1598) behandelt die Geschichte Brandenburgs von 416 v. Chr. bis 1596. – Ohne die Karte und Seite 181 bis 182 fehlt und wurde durch eine hs. Kopie der Zeit ersetzt, ebenfalls Seite 262 bis 263 mit großer Fehlstelle, die mit einer hs. Kopie der Zeit ausgebessert wurde. Seite 25 bis 26 durch eine moderne Fotokopie ersetzt. Vorderes Innengelenk offen, teilweise leicht braun- und fingerfleckig, mit kleinen Einrissen sowie knickspurig.

Lot 1106, Auction  126, Baronio, Cesare, Annales Ecclesiastici

Baronio, Cesare
Annales Ecclesiastici
Los 1106

Zuschlag
1.200€ (US$ 1,364)

Details

Baronio, Cesare. Annales Ecclesiastici. Teil I-II (von 12) in 2 Bänden. 14 Bl., 753 S., 44 Bl.; 8 Bl., 819 S., 36 Bl. Mit 2 gestochenen Titeln, zahlreichen Holzschnitt-Medaillons im Text und mit zwei Holzschnitt-Druckermarken am Schluss. 35 x 23 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig und mit kleinen Einrissen an den Kapitalen) über Holzdeckel und 6 Bünden, mit hs. RTitel, goldgeprägtem Monogramm auf den Deckeln "F" und 4 Messingschließen. Antwerpen, Platin, 1597.
Vgl. Adams I, 96. Graesse I, 296. Ruelens-de Backer 323, 32. – Zweite Ausgabe. Die erste wurde in Rom 1589-1598 veröffentlicht. Insgesamt umfasst das Werk 24 Bände, jedoch führte Cesare Baronio (1538-1607) bis zu seinem Tode 1607 nur 12 Bände selbst aus. Die zwölf Bände sind als Reaktion auf die "Magdeburger Centurien" zu verstehen. Diese erschienen von 1559 bis 1574 und gelten als erster Versuch, die Kirchengeschichte aus Sicht der Reformation zu schildern. "Mit diesem Hauptwerke, welches dem Verfasser den Namen eines Vaters der Kirchengeschichte erwarb, bezweckte Baronius die Widerlegung der Magdeburger Centuriatoren und die allseitige Vertheidigung der Kirche auf geschichtlichem Boden. Seine Methode besteht darin, daß er Jahr für Jahr erzählt, was im Orient und Occident an kirchlichen Dingen sich ereignete ... und alles mit Documenten begleitet "(Wetzer-W. I, 2039). – Etwas gewellt, leicht braunfleckig, vereinzelt minimal feuchtrandig und knickspurig sonst gutes Exemplar.

Lot 1110, Auction  126, Biblia sacrae, scripturae ueteris omnia

Biblia sacrae
scripturae ueteris omnia
Los 1110

Zuschlag
460€ (US$ 523)

Details

Biblia latina. - Biblia sacrae scripturae ueteris omnia ex antiquiß authographis absoluta uoluminibus sex, in quorum primo continentur (greace: Pentateuchus). Teil I-II (von 6) in 1 Band. 8 Bl., 196 num. Bl., 202 num. Bl. Mit figürlicher Holzschnittbordüre auf dem Titel und Holzschnitt-Initialien. 17 x 11 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, Rücken und unteres Kapital mit Fehlstellen und kleinen Einrissen sowie ohne die Verschlussbändchen) über 5 Bünden und Deckel mit blindgeprägten Bordüren. (Straßburg, Johann d. Ä. Knobloch, 1522).
VD16 B 2886. Muller 150, 342. – Erste Ausgabe aus der Offizin von Johann Knobloch. Enthält die Bücher: "Genesis", "Exodus", "Leuticus", "Numeri", "Deuteronomium", "Paralipomenon", "Psalmi", "Prouerbia salomonis", "Ecclesiasten", "Iob", "Ruth", "Threni hiere". – Mit hs. Besitzvermerk auf dem Vorsatz und Titel mit Bibliotheksstempel "Bibliothek des Franziskanerklosters Miltenberg". Leicht stock- und fingerfleckig, teils mit hs. Notizender Zeit am Rand.

Lot 1111, Auction  126, Bock, Hieronymus, Kreütterbuch

Bock, Hieronymus
Kreütterbuch
Los 1111

Zuschlag
3.200€ (US$ 3,636)

Details

Bock, Hieronymus. Kreütterbuch, Darin underscheidt Nammen und Würckung Kreütter, Stauden, Hecken und Bäumen, mit ihren Früchten, so in Teutschen Landen wachsen ... gemehret, durch ... Melchiorem Sebizium. 36 nn., 470 num., 24 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Portrait, ganzseitigen Holzschnittwappen sowie über 500 Pflanzenholzschnitten, inklusive einiger figürlicher Holzschnitte. 33,5 x 21 cm. Braunes Kalbsleder (Rücken restauriert unter Verwendung des Rückens d. Z., insgesamt etwas berieben und bestoßen) mit mehreren blindgeprägten DBordüren sowie zwei restaurierte Messingschließen. Straßburg, Josias Rihel, 1595.
VD16 B 6025. STC 130. Nissen BBI 182. Pritzel 866. Blake 76. Vgl. Garrison-Morten 229. – Später Druck dieses wohl bekanntesten und beliebtesten Kräuterbuchs des 16. Jahrhunderts, mit den schönen altkolorierten Holzschnitten von David Kandel (1520-1590). Die erste Ausgabe war ebenda 1539 erschienen.
Die vorliegende, von dem Straßburger Physikus Melchior Sebizius (1578-1674) besorgte Ausgabe enthält als vierten Teil (S. 420-470) die "Teutsche Speisekammer", eine Art volksmedizinischer Ernährungsratgeber, in dem nahezu alles behandelt wird, was in Haus und Hof gebraucht wird. Dieser Erweiterungsteil beinhaltet zahlreiche figürliche und altkolorierte Textholzschnitte mit Darstellungen z. B. der Essigherstellung, Salzgewinnung, Brotbacken, ferner Imker, Winzer sowie eine allegorische Darstellung der Winde.
Der Botaniker und lutherische Prediger Hieronymus Bock (1498-1554; auch Tragus genannt) war Schullehrer in Zweibrücken und Leibarzt des Grafen von Passau. Er "zeichnete sich dadurch aus, daß er möglichst viel in der Natur selbst zu sehen suchte und unternahm daher, wiewohl im letzten Drittel seines Lebens von Schwindsucht geplagt, zahlreiche Wanderungen im westlichen Deutschland, in den Ardennen, im Jura und den Schweizer Alpen. Seine Beschreibungen und seine Holzschnitte, die er von den deutschen Pflanzen gab, sind daher auch meist ausführlicher und naturgetreuer, als diejenigen seiner Vorgänger" (ADB II, 766). – Das VD16 zählt 28 nicht nummerierte Registerblätter, das Register des vorliegenden Exemplars ist mit 23 Blättern und dem Kolophon als Schlussblatt jedoch komplett. Vorderes Innengelenk verstärkt. Titel mit ausgeschnittenen hs. Besitzvermerken (Fehlstellen hinterlegt) sowie Titel am Innensteg hinterlegt. Insgesamt papierbedingt teils etwas gebräunt, stärker finger-, braun- und feuchtfleckig sowie mit kleineren Wurmlöchern.

Insgesamt ein ordentliches Exemplar dieses beliebten Kräuterbuchs mit den schönen teils figürlichen Textholzschnitten.

Buchanan, George
Rerum scoticarum historia
Los 1114

Zuschlag
200€ (US$ 227)

Details

Buchanan, George. Rerum scoticarum historia. 4 Bl., 723 S., 50 Bl. Mit Titelholzschnitt und Druckermarke am Schluss. 17 x 10,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (Rücken mit hs. Klebenschild, stärker fleckig und etwas berieben). Frankfurt, Johann Wechel für Sigmund Feyerabend, 1584.
VD 16 B 8988. IA 126.489. Adams B 3057. STC 163. Fueter 173. – Erste deutsche Ausgabe und die dritte Ausgabe des erstmals 1582 in Edinburgh erschienenen Werkes. "Klassisches Werk" (Fueter) des protestantischen schottischen Humanisten Buchanan (1506-1582), eine Hauptquelle zur schottischen Geschichte des 16. Jahrhunderts bis zu Jakob VI., dessen Erzieher er war. In seinen späteren Jahren war Buchanan in wichtigen Funktionen am schottischen Hof, 1568 wirkte er an der Gerichtsentscheidung über Maria Stuart mit. Von Fueter für seinen Stil gelobt, aber wegen seiner Parteinahme heftig kritisiert: "Die ältere Geschichte ist das Werk eines extremen Nationalisten, die Zeitgeschichte das eines schroffen Parteimannes. Die Darstellung der jüngsten Vergangenheit ist nichts anderes als eine gehässige und in den Einzelheiten durchaus nicht zuverlässige Anklagerede gegen Maria (Stuart) und die Hamiltons." – Titel mit hs. Besitzvermerk und Ziffernsignatur, am Schluss mit Wasserrand. Etwas gebräunt und leicht stockfleckig, erste Lagen in der oberen rechten Ecke etwas gestaucht.

Buchholzschnitte der Frühdruckzeit
10 Einzelblätter aus verschiedenen Frühdrucken des 16. Jahrhunderts
Los 1115

Zuschlag
130€ (US$ 148)

Details

Buchholzschnitte der Frühdruckzeit. 10 Einzelblätter aus verschiedenen Frühdrucken des 16. Jahrhunderts mit 10 figürlichen und szenischen Textholzschnitten mit biblischen Darstellungen. Davon 8 unter Passepartout. 30,5 x 21 cm. Deutschland 16. Jahrhundert.
Die zumeist aus Predigtdrucken stammenden Holzschnitte zeigen biblische Szenen, darunter Christus im Streitgespräch mit den Pharisäern, Gelehrte in arkadenartiger Architektur sowie eine Kirchenszene mit Mönchen, Jüngern und weiteres. – Stellenweise wasser- und braunfleckig. Geringe Randläsuren und Gebrauchsspuren.

Lot 1116, Auction  126, Caesarius, Johannes, Rhetorica in septem libros sive tractatus digesta

Caesarius, Johannes
Rhetorica in septem libros sive tractatus digesta
Los 1116

Zuschlag
180€ (US$ 205)

Details

Caesarius, Johannes. Rhetorica in septem libros sive tractatus digesta. 3 Bl., 134 S., 6 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 14,5 x 10 cm. Modernes Leder. Freiburg im Breisgau, (Johann Faber, 1541).
VD16 C 143. – Spätere Auflage der rhetorischen Schrift, erstmals 1534 in Köln erschienen. – Modernes Exlibris. Stempelung auf dem Titelblatt, schön erhalten.

Lot 1118, Auction  126, Cato, Marcus Porcius, Disticha moralia, cum Gallica interpretatione

Cato, Marcus Porcius
Disticha moralia, cum Gallica interpretatione
Los 1118

Zuschlag
120€ (US$ 136)

Details

Cato, Marcus Porcius. Disticha moralia, cum Gallica interpretatione, &, ubi opus fuit, declaratione Latina. Haec editio non solum Maturini Corderii recognitionem, sed et Graecam Maximi Planudae interpretationem habet. Dicta septem sapientium Graeciae ad finem adjecta sunt, cum sua quoque interpretatiuncula. 128 S. 16 x 10 cm. Halbleinen um 1900 (etwas fleckig und lichtrandig) mit goldgeprägtem RTitel. Paris, Robert Estienne, 1585.
Nicht bei Schweiger. – Pariser Druck der von dem französischen Pädagogen Mathurin Cordier (um 1479-1564) herausgegeben Sammlung der Distichen des römischen Geschichtsscheibers und Staatsmanns Marcus Porcius Cato Censorius (234 v. Chr.-149 v. Chr. in Rom), jeweils mit Übertragung ins Griechische. – Leicht fleckig, Titel mit schmalem Blattabschnitt im unteren Rand

Lot 1119, Auction  126, Chrysostomos, Johannes, Constantinopolitani opera

Chrysostomos, Johannes
Constantinopolitani opera
Los 1119

Zuschlag
280€ (US$ 318)

Details

Chrysostomos, Johannes. Constantinopolitani opera, quatenus in hunc diem Latio donata noscuntur, omnia, (…) in quinque tomos digesta. His accesserunt eiusem Chrysostomi Homilia in Psalmos Davidicos (…). Teil I-II (von 12) in 1 Band. 10 Bl., 178 S.; 287 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 38 x 25,5 cm. Leder d. Z. (beschabt, fleckig, mit kleinen Wurmlöchern, mit Fehlstellen und Rückengelenke gelockert sowie ohne die zwei Messingschließen) mit hs. RSchild sowie floralen und figürlichen, blindgeprägten Rollbordüren auf den Deckeln. Paris, Carol Guillard, 1543.
Vgl. Graesse II, 151. – Frühe Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien 1503. Johannes Chrysostomos (349-407 n. Chr.) war Presbyter in Antiochia und Erzbischof von Konstantinopel. – Innengelenke offen. Vorsatz und Titel mit hs. Besitzvermerk. Etwas braun- und fingerfleckig, teilweise mit leichtem Feuchtrand am Fußsteg sowie mit Wurmlöchern und -gängen.

Lot 1124, Auction  126, Erasmus von Rotterdam, Desiderius, Familiarium colloquiorum opus

Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Familiarium colloquiorum opus
Los 1124

Zuschlag
220€ (US$ 250)

Details

Erasmus von Rotterdam. Familiarium colloquiorum opus, ut postremum a Frobenio est editum, ipsus auctoris manu recognitum: doctißimis etiam scholijs nunc recens illustratum. Brevis eiusdem auctoris vita. 8 Bl., 784 S., 8 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 15,5 x 9,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben, mit hs. RTitel). Köln, Peter Horst, 1578.
VD16 E 2414. – Seltener Kölner Druck der zuerst 1518 erschienenen Colloquia familiaria, in denen Erasmus scharf die Missbräuche in der Kirche anprangert und die schon bald zur Schullektüre in den reformierten Gebieten gehörte. – Etwas braunfleckig oder gebräunt, am Schluss sowie auf dem fl. Vorsatz recto mit hs. Einträgen.

Lot 1125, Auction  126, Erasmus von Rotterdam, Desiderius, Lingua

Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Lingua
Los 1125

Zuschlag
180€ (US$ 205)

Details

Erasmus von Rotterdam. Lingua. Cui accessit Plutarchi Chaeronei De immodica verecundia libellus. 2 Teile in 1 Band. 234 (recte: 235) S., 1 Bl., 23 S. Mit 3 (2 wiederholten) Holzschnitt-Druckermarken. 16,5 x 10 cm. Moderner Lederband (berieben, Rücken ausgeblichen). Lyon, Sebastian Gryphius, 1538.
Vander Haeghen I, 117. Baudrier VIII, 116. – Die Schrift gehört in die Reihe der weitverbreiteten und vielbenutzten Lehrbücher, mit denen Erasmus dem Bildungsprogramm eines christlichen Humanismus Gestalt verlieh. Dieses Programm beinhaltete u. a., dass sprachliche Bildung mit sittlicher Erziehung Hand in Hand gehen müsse. Entsprechend gibt Erasmus hier anhand der antiken und der biblischen Geschichte zahlreiche Beispiele über den rechten Gebrauch bzw. Missbrauch der Sprache in moralischer Hinsicht. Zuerst 1525 erschienen. – Etwas gebräunt und braunfleckig, unteres Drittel des Buchblocks stellenweise mit leichtem Wasserrand. Einige Anstreichungen von alter Hand. Titel im Bug verstärkt, mit handschriftlichem Besitzvermerk und Stempel.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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