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Breßlauer Tage Buch
oder Beschreibung derer Geschichte
Los 1031

Zuschlag
600€ (US$ 682)

Details

"Breßlauer Tage Buch oder Beschreibung derer Geschichte. Welche sich von Erbauung der Stadt Breßlau in unterschiedlichen Zeiten und Orten begeben hat. Wie auch allerhandt Merkwürdigen Sachen. Beschrieben per Anonimum Anno 1707 adj. Primo July Wie es demselben durch seinen gutten Freundt ist Communiciret worden." Deutsche Handschrift in schwarzbrauner Sepiatinte auf Papier. 159 Bl., davon 147 beschrieben. Schriftraum ca. 15 x 10. Format 17 x 10,5 cm. Etwas späterer marmorierter Pappband (berieben). Breslau 1707-1711.
Anonym kompilierte und wohl im Druck nicht erschienene barocke Chronik Breslaus beginnend im Jahr der Stadtgründung 965 bis zum Jahr 1711, von verschiedenen Händen verfasst und teils ergänzt. Die Einträge erfolgen streng chronologisch für jedes Jahr und erfassen zumeist taggenau die historisch relevanten Ereignisse der Stadtgeschichte wie Schlachten, "Blutregen", Herrscher, Brückenbau, Errichtung und Zerstörung von Kirchen und Klöstern, Geburts- und Todesdaten, Kaiserbesuche, Städtegründungen, Hinrichtungen, Hungersnöte, Ernten, Epidemien, Anekdoten und weitere historische Ereignisse, die für die Stadt und teils auch für die Geschichte Europas relevant waren (z. B. Hinrichtung von Jan Hus, Fall Konstantinopels, Belagerung Magdeburgs etc.). Naturgemäß sind die Einträge bis zum 1500 zumeist spärlich und nehmen vom Umfang her dann zu, ab dem Jahr 1704 dann deutlich umfangreicher. Zwei Anhänge widmen sich ausführlich zwei historisch bedeutenden Ereignissen der Stadtgeschichte, der "Breßlauischen Bürgerrebellionen von 1333 bis 1418" (28 Seiten) und der "Breßlauische(n) Beschreibung von denen geworbenene Stadt-Soldaten Anno 1635 und 36" (38 Seiten). – Etwas gebräunt und vereinzelt mit geringem Tintenfraß, die Blätter dort leicht lädiert. Insgesamt jedoch durchweg lesbar.

Joseph I., röm.-dt. Kaiser
Adelsbrief für Ferdinand Kuechl in Linz ob der Enz
Los 1032

Zuschlag
1.600€ (US$ 1,818)

Details

Joseph I., röm.-dt. Kaiser (1678-1711). Adelsbrief für Ferdinand Kuechl in "Linz ob der Enz und in Freystadt" mit Erhebung in den Ritterstand und Verleihung eines Wappens. Deutsche Handschrift auf Pergament. 8 Bl. mit 14 S. Text in Kanzlei-Kalligraphie mit Fraktur-Auszeichnungen und reichem Federwerk. Schriftraum: 19 x 15,5 cm. Format: 32 x 23 cm. Mit ganzseitiger Wappenmalerei in Gold und Farben sowie Kanzlei-Siegeln, Registratur-Vermerken und Signatur (wohl in Notarskopie) des Kaiser Joseph I. Rotroséfarbener Samtband d. Z. (teils leicht abgegriffen, gering fleckig, stärker beschabt, die geprägte Ornamentation abgerieben, ohne die einstigen gelben Bindebänder). Wien 1708.
Von dem kaiserlichen Registrator Johann Friedrich Wening von Weningberg am Wiener Hof mit seiner Signatur "Collat. und regist." offiziell bestätigte, von einem Grafen zu Schönborn gezeichnete und "Ad mandatum Sac: Caes: Majestatis proprium C. F. Consbruch" beglaubigtes Adelspatent für den Verwalter der staatlichen Salzvorkommen, den sog. "Salzverweser" Joseph Ferdinand Küechl - mit der Signatur des Habsburger Kaisers "Joseph" in schwarzgrauer Tinte: "Wir Joseph von Gottes gnaden, Erwöhlter Römischer Kayser zu allen Zeiten Mehrer deß Reichs in Germanien, zu Hungarn, Böheimb, Dalmatien, Croatien, Sclavonien, König, Ertzherzog zu Österreich, Hertzog zu Burgund, zu Brabant, zu Steyer ... Erkennen für Uns und unsere Nachkommen offentlich mit diesem Brieff und thun kund ...unser und des Reichs lieber getrewer Joseph Ferdinand Küechl angerühmbt worden ... viele jahr ... in unser oberösterreichischen Statt Lintz ob der Enß als auch hernach zu Freystatt ... alwo ob ihme von unseres in Gott ruhenden Herrn Vatters Kays. May. und die Saltzverweeser stelle anvertrauwet ... worden ... So haben Wir demnach mit wohlbedachtem muth ... ihme Joseph Ferdinand Küechl die besondere Kaiserl. gnad gethan, und ihne mit allen seinen jezigen- und künfftigen Ehelichen leibes Erben ... in den stand und grad des adels unserer und des Reichs auch unserer Erbkönigreichen, Fürstenthumben und Landen rechtgebohrne Lehensturniers-genoß- und Rittermäßigen Edelleüthen gnädigst erhebt, als ob Sie .... Rittermäßige Edelleüthe weren."

Es folgt die Blasonik und das prachtvolle Wappen in breitem Pinselgoldrahmen auf nachtblauem, mit Goldornament geziertem Grund: Allianzwappen mit drei Sternen auf Schwarzgrund und steigendem rotem Löwen, der einen sechsstrahligen Stern hält. – Kaum fleckig, sehr gut erhalten, Bindung teils gelöst, interessante, dekorative Adelsurkunde.

Evangéliaire
de l'ordre de Saint Benoît. Lateinische Handschrift auf Pergament.
Los 1036

Zuschlag
3.800€ (US$ 4,318)

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Pergament-Handschrift in prächtiger Illumination und interessanter Provenienz
"Evangéliaire de l'ordre de Saint Benoît. Manuscrit du XVIIe siècle app.t à Mr. Monteil" (Deckeltitel). Lateinische Handschrift auf Pergament. 48 num. BI. mit 84 beschriebenen S. 20 Zeilen. Schriftraum: 18,2 x 12,4 cm. Format: 28 x 21,5 cm. Mit 5 ganzseitigen und 11 halb- oder viertelseitigen eingemalten Miniaturen in Goache und Buchschmuck sowie 17 farbigen Initalien. Braunes Kalbschagrin (etwas beschabt, bestoßen, leicht berieben, vom Block gelöst) mit goldenem Titel auf Rücken und Vorderdeckel, beides in reicher Rokoko-Romantikervergoldung, dreiseitiger Goldschnitt. O. O. und o.J. (Le Bec-Hellouin, Anfang des 18. Jahrhunderts).
Aufwendig, sehr hübsch und individuell gestaltetes, reich illuminiertes Evangelistar bzw. Evangelienlektionar aus der normannischen Benediktinerabtei von Le Bec-Hellouin (1039 gegründet, in der Französischen Revolution aufgehoben) mit Perikopen aus den Evangelien für die Lesung an den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres, von einem künstlerisch begabten Mönch geschrieben und in leuchtenden Farben sehr abwechslungsreich mit figural-floral-geometrischer Ornamentik ausgestattet.

Dargestellt sind u.a. Abtei u. ihr Gründer Herluin. Der Künstler hat sein Werk nicht zu Ende gebracht, immer wieder finden sich leere Seiten oder Anfangsskizzen. Die Bindung der Handschrift erfolgte erst 1840 durch ihren damaligen Besitzer, den Historiker und Sammler Amans-Alexis Monteil (1769-1850), der 1835 einen Teil seiner Handschriftensammlung an Sir Thomas Philipps verkaufte.

Laut Monteil, der ein zweiseitiges handschriftliches Vorwort zu dieser Handschrift geschrieben hat, wurde diese von seinem Schüler Roques restauriert und gebunden. Monteil lobt die Schönheit des Werkes ("éléganté, admirable écriture" "bon goût des ornamens", "délicatesse des miniatures", "fraîcheur des couleurs") und gibt an, dass er es nur für 32 Écus oder 8 Goldstücke verkaufen würde. Der Kaufer war der Baron (Alphonse Fulgence?) Dupont de Saint-Ouen, dessen Exlibris sich zweifach in diesem Band findet. – Etwas ausgebunden, einge Lagen lose, Innengelenke geborsten, sonst kaum fleckig, meist sauber und wohlerhalten. In ausgezeichneter, leuchtender Farbigkeit illuminiert.

Lot 1038, Auction  126, Deutsch-italienisches Rezeptbuch, Muster 1

Deutsch-italienisches Rezeptbuch
Muster 1
Los 1038

Zuschlag
420€ (US$ 477)

Details

Deutsch-italienisches Rezeptbuch. Deutsche und italienische Handschrift auf Papier. 194 num. S., S. 195-197 w., 13 nn., 1 w., 2 nn., 2 w., 7 nn., 1 w., 2 nn., 1 w. Bl. Ca. 14-22 Zeilen. Schrift: deutsche bzw. italienische Kurrentschrift. Format: 15,8 x 9,5 cm. Halbpergament d. Z. (berieben und bestoßen, kleinere Fehlstelle am Rücken) mit 2 Pergament-Bindebändern. Trient (?) Mitte des 18. Jahrhunderts.
Möglicherweise in Tirol, Südtirol oder der Alpengegend entstandenes, teils mundartliches Arznei- und Rezeptbuch. Mit zahlreichen Rezepten für Heilmittel, darunter welche mit Mengenangaben, z. B. "Crocus Pesto", "Canelada fumante", "Augen Seibel", "Candella fumante", "Zucca da Purga", "Wund Balsam del Hoffer", "Notta delle Specie, "del Spirito Mellissa" "Polver pro Stamacus Chataris", "Antispasmodicum", "Balsam di Saxonia" usw. Sowie genaue Rezeptangaben, darunter "Salbe, so ein Arm geschbillet wegen des Aderlassen", "Nirnberger Pflaster", "Parga Rabarb et Jalapa", "Augen Seibl", "Thee". Zu den Zutaten gehören "8 to Carotte", "i to Horn blau blumen", "Vino", "Mirra", "rosmarinio" und weitere. Zum Schluss mehrere Register (nur eins vollständig). – Etwas ausgebunden, die unvollständigen Register lose. Innen kaum fleckig und gebräunt. Insgesamt gut erhaltene Handschrift. Innenspiegel mit einer Fiche des Germanisten und Mediaevisten Prof. Dr. Gerhard Eis (1908-1982), hier mit der Signatur Hs. 17.

Lot 1041, Auction  126, Zunft-Ordnung, oder Schragen der Künstreichen Schlößer, Spohr-Büchs und Uhrmacher Gesellen

Zunft-Ordnung
oder Schragen der Künstreichen Schlößer, Spohr-Büchs und Uhrmacher Gesellen
Los 1041

Zuschlag
460€ (US$ 523)

Details

"Zunft-Ordnung oder Schragen der Künstreichen Schlößer, Spohr-Büchs und Uhrmacher Gesellen der Kaiserlichen Stadt Dorpat". Deutsche Handschrift auf Papier. 11 nn. Bl. Ca. 26-30 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift und Fraktura als Auszeichnungsschrift für Überschriften. Format: 32 x 20 cm. Mit ganzseitigem kalligraphischen Ziertitel mit reichem Federwerk, Innungswappen und zahlreichen floralen Elementen in brauner Tinte. Tektiertes Siegel. Modernes Halbleinen mit älterem Marmorpapierbezug und hs. Deckelschild d. Z. Dorpat 8. Dezember 1775.
Umfangreiche Zunftordnung mit 37 Artikeln für "gemachte [und] fremde Gesellen und Jünger" der livländischen, heutigen estnischen Stadt Dorpat, die seit 1721 zum russischen Zarenreich gehörte und am 6. Juli 1775 zu großen Teilen durch Feuer vernichtet worden war.
Der deutsche Jurist Johann Georg Andreas von Brückner (1744-1814) wurde 1770 nach Dorpat als Finanzbeamter eingeladen und 1772 zum Stadtnotar ernannt. Brückner war beim Wiederaufbau nach dem großen Feuer weitgehend beteiligt und verfasste die Zunftordnung für Schlosser-, Schusswaffen-, und Uhrmachergesellen. – Etwas stock-, braun- und fingerfleckig. Das Siegel lose.

Aritmetica decimalis
Deutsche Handschrift auf Papier
Los 1042

Zuschlag
300€ (US$ 341)

Details

Aritmetica decimalis. Deutsche Handschrift auf Papier. 94 num., Bl. 111- 162 num., 1 Bl. 23 Zeilen. Schrift: Kurrenth. Schriftraum: 16 x 13 cm. Format: 20 x 15 cm. Mit vereinzelt farbigen, mathematischen Tuschezeichnungen im Text. Halbpergament (stark lädiert) mit Holzdeckeln. Deutschland spätes 18. Jahrhundert.
Umfangreiches mathematisches Werk mit Anleitungen und Beispielen zur "Winckel-Rechnung", "Divisio", "Multiplicatio", "Extractio radicis quadrate", "Extractio cubica", "Geometria", "Trigonometria", "Longimetria" und mehr. Mit wenigen hübschen kolorierten Baumdarstellungen. – Wenige Blätter fehlen (Seite 95-110). Innengelenke offen, etwas stockfleckig, letzten 10 Seiten etwas feuchtrandig am Kopfsteg.

Lot 1045, Auction  126, Krooth, Joseph Anton, Pferde Arzeneyen und sonstige Behandlungen

Krooth, Joseph Anton
Pferde Arzeneyen und sonstige Behandlungen
Los 1045

Zuschlag
1.300€ (US$ 1,477)

Details

"Von Wurmmichten Geschwüren mit den Hünner Arsch"
Krooth, Jos(eph) Ant(on). "Pferde Arzeneyen und sonstige Behandlungen. Gesammelt aus guten Büchern, und selbst gemachten Erfahrungen". Deutsche Handschrift in Sepiatinte auf Papier. 372 num. Bl., davon 174 Bl. vacat. Ca. 24 Zeilen. Mit schwarzbrauner Feder in Kurrent-Kursiva. Halbleder d. Z. (stärker berieben, bestoßen, Außengelenke angeplatzt) mit hs. VDeckeltitel "Vieh Heil-Mitteln. Pferde Arzneyen". Hartberg 1813.
Die vorliegende, überaus inhaltsreiche veterinärmedizinische Handschrift aus dem österreichischen Hartberg dokumentiert eine Bandbreite praktischer Heilkunst im Bereich der Pferdemedizin. Der Verfasser Krooth verbindet überliefertes Wissen aus der einschlägigen Fachliteratur mit eigenständig gewonnenen Erfahrungen. Neben der Behandlung äußerer Leiden - etwa "von hitzigen Geschwülsten", "von Sattel-Druck","von der Maucke der Fesseln" oder "von der Raude" - widmet sich die Handschrift in ausführlichen Abschnitten auch inneren Erkrankungen wie u.a. "Fiebern", "Gehirn Entzündung", "der Koller", "den Drüsen" und der "Lungen Entzündung".

Auch der Einsatz spezifischer Heilmittel, etwa zu "Wund reinigende Mittel", Anwendungen "bey todten Knochen" oder ein kurioser Abschnitt - nicht auf Pferde bezogen - "bey Wurmmichten Geschwüren mit den Hünner Arsch", sei erwähnt. Die Behandlung von Halsleiden wird durch Mittel wie eine "Salbe für Kehlbeulen" oder das "Pulver für Kehlsucht" aufgegriffen. Ebenso werden Störungen wie "Töbigkeit", "Verstopfung des Harns", "Bauch-Flüsse", "Würmer", "Kollick" und "Husten Erkäntniss" behandelt.

Kleinere chirurgische Eingriffe finden unter dem Titel "von den kleinen Operationen" ebenso Erwähnung wie beruhigende und lindernde Maßnahmen in Form von "erweichenden Bädern" sowie "schmerzstillenden und schlafmachenden Mitteln".
Darüber hinaus weist Krooth auch auf präventive Maßnahmen hin - etwa, um "giftige Thiere aus dem Stalle zu vertreiben" oder "Rappen zu vertreiben" - und gibt zudem ökonomisch motivierte Empfehlungen zur effizienteren Tierhaltung, etwa wie "ein Pferd für die Hälfte an Kosten als sonst gewöhnlich zu füttern" sei. – Durchgängig etwas stockfleckig, papierbedingt gebräunt.

Lot 1050, Auction  126, Huyn, Grafen und Gräfin von, Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament

Huyn, Grafen und Gräfin von
Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1050

Zuschlag
120€ (US$ 136)

Details

Huyn, Grafen und Gräfin von Ogilvy. Wappenstammbaum der Grafen von Huyn. Urkunde in deutscher Handschrift auf Papier. Mit 31 farbigen Wappenmalereien in einem Blättergeäst. Ca. 53 x 75 cm. Unter Glas in teilvergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Böhmen (Prag) 1800.
Stammbaum der ursprünglich aus dem flämischen (heutigen belgischen) Teil der Niederlande stammenden böhmischen Zweiges der Familie Huyn, derer viele nach Ungarn und Böhmen auswanderten, meist um in kaiserliche Heeresdienste zu treten und sich hiermit ihre Genealogie als Darstellung eines prächtigen Arbor Consanguinitatis urkundlich bezeugen lassen:

"Daß obstehende Ahnen sowohl väter- als mütterlicherseits des Probanten und Probantin: Maria Henrika Theresia Eleonora, Vinzenz Ladislaus Georg Anselm Hugo Grafen und Gräfin von Huyn derselbenStammfolge, Wappen Schild und Helm in Farben und Stellung auch in der Filiation oder Deszendenz ihre vollkommene Richtigkeit habe, annebst alle obbenannten Familien eines alt adelingen Herkomens seyn, ein solches ist Uns zum Theil wohl bekannt, und aus den Uns vorgezeigten authentischen Dokumenten des Näheren erwiesen worden, welch alles wir hiemit sub fide nobili und an Eidesstatt zur Steuer der Wahrheit bezeugen. So geschehen in Prag im Königreiche Böhmen den 29. Januar 1872. Graf Clemens Zedtwitz. K.k. Lehnsvasall und Komthur des Franz Josef Ordens." – Auf gebräuntem Kartonpapier, etwas knittrig und mit Einrissen, Roll- und Knitterspuren. Unten mit Wertmarke und Stempel sowie hs. Beglaubigung, u. a. von Georg Christian Fürst von Lobkowitz, Albrecht Graf von Kaunitz, Franz Graf Boos von Waldeck etc. Hübsche, detaillierte Wappenmalereien.

Lot 1051, Auction  126, Herzan von Harasov, Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament

Herzan von Harasov
Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Hrzan von Harras. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1051

Zuschlag
260€ (US$ 295)

Details

Herzan von Harasov. Wappenstammbaum der Gräfin Aloisia, Josepha Johanna Herzan von Harras. Urkunde in deutscher Handschrift auf Pergament. Mit 31 Wappenmalereien in Gold und Farben in einem Blättergeäst und vier Beglaubigungsunterschriften. 57 x 76 cm (ohne Plica). Unter Glas in teilversilberter Holzprofilleiste gerahmt, mit 4 angehängten roten Wachssiegeln an Seidenkordeln in gedreckselten Hartholzkapseln (lediglich 1 von 4 Deckeln fehlen), unten aus dem Rahmen hängend. Prag 1842.
Prachtvolle Urkunde zur Beglaubigung des Arbor Consanguinitatis der Gräfin Aloisia Herzan von Harasov (Herzan von Harras) aus dem tschechischen Adelsgeschlecht, die als herrschaftliche Familie zum böhmischen Uradel gezählt wurde. Die Gräfin der Mitte des 19. Jahrhunderts ließ den Stammbaum bis in die vierte Generation wohl zur Rechtfertigung ihres Adelstitels darstellen. Die Familie lässt sich bis ins Ende des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen, ihr Stammsitz war die Burg Harasov bei Kokorschin.

"Wir Endesgefertigte urkunden und erklären hiemit bei Unseren adelichen Ehren und Würden der Wahrheit gemäß, daß die hier oben dargestellte Abstammung der Frau Aloisia, Josepha, Johanna Nepom. Fanciska Gräfin Hrzan von Harras vermählten Gräfin von Morzin von Ihren 16 uralten ritterbürtig-Stiftsmäßigen Ahnen ihre vollkommene Richtigkeit habe, und daß die bei denenselben aufgestellten Geschlechts-Wappen in Farben, Schild-Helm- und Zierden genau seyn, und nicht anders seyn, als sie von diesen sämmtlichen Geschlechtern geführt worden, und werden, welch alles Uns nach Unserm eigenen guten Wissen selbst bekannt, auch durch die Uns vorgelegten glaubwürdigen Urkunden und Nachweisungen vollkommen bestätiget worden ist; wesswegen Wir keinen Anstand nehmen, dieses Zeugnis in fidem publicam auszustellen und mit Unseren Hand- Unterschriften und beigedrückten Siegeln zu bewähren. So geschehen Prag den 25ten April 1842" 57 x 76 cm (ohne Plica). – Mit zwei Approbationsstempeln oben, dreifache Knickspuren, kaum Bräunungen, insgesamt sehr gut erhalten.

Lot 1052, Auction  126, Ogilvy, Karl Joseph, Wappenstammbaum des Grafen "Carolus Iosephus Comes d. Ogilvü". Deutsche Handschrift auf Pergament

Ogilvy, Karl Joseph
Wappenstammbaum des Grafen "Carolus Iosephus Comes d. Ogilvü". Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1052

Zuschlag
240€ (US$ 273)

Details

Ogilvy, Karl Joseph. Wappenstammbaum des Grafen "Carolus Iosephus Comes d. Ogilvü", einer schottisch-böhmischen Adelsfamilie. Urkunde in deutscher Handschrift auf Pergament. Mit 31 Wappenmalereien in Gold und Farben in einem Blättergeäst. Ca. 57 x 76 cm. Unter Glas in teilvergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Böhmen (Prag) 1842.
Sehr dekorativer Stammbaum, der als Lorbeer aus einem Erdhügel unten mittig herauswächst und kleine rote Fruchtkknollen ausbildet, zwischen deren Geäst die Wappen der einzelnen Grafen und Gräfinnen, jeweils mit dem Namen in Veralien auf einer hübsch gemalten Tabula dargestellt sind. Das Grafengeschlecht von Ogilvy stammt urprünglich aus Schottland, wanderte jedoch schon im 17. Jahrhundert auf das europäische Festland aus, um sich vor allem in Böhmen in den Dienst der kaiserlichen Truppen zu verdingen, um der wachsenden Armut auf der Insel zu entgehen. Tatsächlich hatten die sich nunmehr latinisierend "Ogilvius" oder böhmisch-tschechisch-ungarisch "Ogilvü" nennenden Grafen vielfach Erfolge und stiegen zu kaiserlichen Lieutenants, Oberstlieutenants und Generälen auf, die sich u. a. bei der Verteidigung des Brünner Spielbergs im Jahr 1645 auszeichneten.

Der hier seinen Stammbaum vorlegende Spross war der kaiserliche Kämmerer Karl Joseph (gest. 14. März 1755) "Carolus Iosephus Comes d'Ogylvii", dessen Wappenschild den roten Flammenlöwen mit kaiserlicher Krone trägt, gehalten von zwei schwarzen steigenden Stieren mit Rubin-Diadem als Halsbänder. Oben als Helmschmuck die zarte Jungfrau als entzückende Miniatur, die den goldenen Rost mit Spitzpfeilen trägt. – Ohne die Plica, die möglicherweise abgeschnitten wurde. Die Ränder etwas fleckig und mit Montagespuren, die Wappen in prachtvoller Farbigkeit, hier und da mit etwas Oberrlächenabrieb, sonst sehr schön.

Lot 1055, Auction  126, Von der Fütterung der Pferde, Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland zweite Hälfte 19. Jahrhundert

Von der Fütterung der Pferde
Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland zweite Hälfte 19. Jahrhundert
Los 1055

Zuschlag
500€ (US$ 568)

Details

Finnische Pferde futtern Fisch und Fleisch
"Von der Fütterung der Pferde". Deutsche Handschrift auf Papier. 33 nn., 121 w. Bl. mit 66 beschriebenen Seiten. 15-21 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift. Format: 18 x 11 cm. Etwas späterer Pappband mit aufmontierten Marmorpapierspiegeln (minimal berieben) mit 7 RGoldfileten. Deutschland zweite Hälfte 19. Jahrhundert.
Die vorliegende, saubere Handschrift widmet sich dem Thema der Pferdefütterung in detaillierter Weise. Die Abhandlung beginnt mit den einleitenden Zeilen: "Alle Nahrungen, die das Pferd genießt, sind aus dem Pflanzenreiche, und nur der größte Hunger, oder ein kranker Zustand kann sie antreiben, getrocknete Fische, wie z. B. in Lappland, oder Fleisch zu fressen, von welchem die Naturgeschichte dieser Thiere nur einzelne Beispiele aufstellt." Ferner werden viele verschiedene Futtermittel, darunter gelbe Möhren, Erbsen, Weizenstroh, Hafer- und Gerstenstroh sowie Roggenstroh, beschrieben und erörtert. – Kaum stockfleckig. Papierbedingt gering gebräunt.

Lot 1056, Auction  126, Schnemacher, B., Veterinärmedizinisches Vorlesungsskript. Spezielle Chirurgie und Krankheiten des Pferdes

Schnemacher, B.
Veterinärmedizinisches Vorlesungsskript. Spezielle Chirurgie und Krankheiten des Pferdes
Los 1056

Zuschlag
260€ (US$ 295)

Details

Schnemacher, B. Veterinärmedizinisches Vorlesungsskript. "Spezielle Chirurgie nach Prof. Laumann". 226 num. Bl., davon 10 Bl. vacat. 22-28 Zeilen. Mit schwarzbrauner Feder in Kurrent-Kursiva. Schriftraum: Ca. 17 x 13,5 cm. Format: 21 x 16,5 cm. Halbleinen d. Z. (Kapitale bestoßen, stärker berieben). Süddeutschland, wohl München 1881-1883.
Die vorliegende Vorlesungs-Abschrift dokumentiert verschiedene Krankheitsbilder des Pferdes, zum Teil auch aus chirurgischer Perspektive und theoretischen Ausführungen zu Verletzungen, Entzündungen und Erkrankungen innerer Organe. So wird etwa auf die "Erkrankungen der Schilddrüse" eingegangen oder der "Bruch der Rippe" beschrieben. Der Bereich der Gliedmaßenverletzungen ist unter anderem durch die Ausführungen zu "Wunden am Carpalgelenk" vertreten. Auch Frakturen im Kopfbereich in einem Abschnitt über die "Fraktur des Unterkieferbeines" thematisiert. Entzündliche Prozesse finden sich im Kapitel über die "Chronische Entzündung der Speicheldrüsen", während schwerwiegende Verletzungen der Halswirbelsäule unter "Genickbrüche u. Genickfistel" behandelt werden.
Ein Anhang enthält eine "Tabelle über das Hinken des Pferdes" nach Professor Schreiber (München), die eine sehr ausführliche Übersicht verschiedener Lahmheitsformen bietet. – Gelegentlich leicht stock- und braunfleckig, meist nur im Rand, am Schluss stärker stockfleckig. Papier gleichmäßig gebräunt. Durchgängig mit rotem Buntstift paginiert von späterer Hand. Sehr gut lesbare Handschrift.

Philipp von Cleve
Volgt vom krieg uff dem meer.
Los 1057

Zuschlag
50€ (US$ 57)

Details

Philipp von Cleve. Volgt vom krieg uff dem meer. Deutsche kalligraphische Handschrift auf Papier. 38 nn. Bl. 25 Zeilen. Schrift: Gotica rotunda moderna. Schriftraum: 14,8 x 9,4 cm. Format: 20,5 x 14,8 cm. Mit großer farbiger Titelvignette, 20 4-zeiligen szenischen Initialen in Gold und Farben sowie 8 Textillustrationen in farbiger Gouache und Aquarell, teils gold- und silbergehöht. Heidelberg, 1960.
Wohl von seiner Studentenschaft gewidmetes, in kalligraphischer Gotica-Handschrift im Stil der spätmittelalterlichen Buchkunst geschriebenes und mit hübschen Vignetten und Illustrationen verziertes Buchgeschenk: "Dem verehrten Lehrer Prof. Dr. Gerhard Eis als Zeichen der Dankbarkeit zum 9. März 1968" (letzte Bl.). Professor Eis (1908-1982) dankte, indem er das Werk seiner Sammlung einverleibte.

"Der Text, (dem Cod. germ. Monac. 1682 zugrunde liegt) wurde kopiert aus der Dissertation von Peter Renner: Das Kriegsbuch Herzog Philipps von Cleve. Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung und kritischer Ausgabe des Buchs vom Krieg zu Wasser nach den Handschriften. Heidelberg 1960". – Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 81.

Lot 1058, Auction  126, Voragine, Jacobus de, Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Augsburg, Günther Zainer, 1472. - Wohl aus der ersten Ausgabe

Voragine, Jacobus de
Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Augsburg, Günther Zainer, 1472. - Wohl aus der ersten Ausgabe
Los 1058

Zuschlag
380€ (US$ 432)

Details

Voragine, Jacobus de. Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Mit koloriertem Holzschnitt. Got. Typ. 51 Zeilen. Schriftraum: 29 x 18 cm. Format: 32,5 x 23,5 cm. Mit Passepartout. Augsburg, Günther Zainer, 1472.
Hain-Copinger 9968. GW M11402. Goff J156. ISTC ij00156000. – Einzelblatt aus der wohl ersten Ausgabe "Der Heiligen Leben" aus der Offizin Günther Zainer aus Augsburg. Der Holzschnitt zeigt Antonius den Großen (angeblich 251-356) als Eremit. – Etwas stock- und fingerfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar.

Biblia latina
Basel, Johann Amerbach, 1479
Los 1060

Zuschlag
4.800€ (US$ 5,455)

Details

Erster Druck der Bibeleditionen "Fontibus ex Graecis"
Biblia latina. 524 (statt 538) nn. Bl. 2 Spalten. 47 und 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,1 x 13 cm. Format: 29,7 x 20,5 cm. Mit 18zeiliger Fleuronée-Initiale "I" in Rot und Blau, sehr zahlreichen mehrzeiligen Initialen sowie Lombarden ebenfalls in Rot und Blau und durchgehender Kapitalstrichelung in Rot. 29,5 x 20,5 cm. Moderner Kalbslederband im Stil d. Z. (Rücken stark ausgeblichen; die blindgeprägten zeitgenössischen Deckelbezüge aus Schweinsleder beiliegend; diese lädiert und stark wurmstichig) mit Streicheisenlinien, Rundstempeln, 8 Messingbuckeln (davon 4 auf dem Vorderdeckel zeitgenössisch) sowie 2 Messingschließen in modernem Halblederschuber. (Basel, Johann Amerbach), 1479.
Hain-Copinger 3075. GW 4236. Goff B-561. Proctor 7557. Pellechet 2303. BMC III, 745. BSB-Ink B-433. CIBN B-394. IBE (Suppl.) 6364. IGI 1657. ISTC ib00561000. – Erster Bibeldruck von Johann Amerbach, zugleich eines der frühesten Druckerzeugnisse aus seiner Basler Offizin, die ihre Tätigkeit im Vorjahr aufgenommen hatte. Spätere Ausgaben folgten 1481, 1482, 1486, 1491 und 1492/94 sowie von 1498 bis 1502 die siebenbändige Monumentalausgabe mit dem Kommentar des Dominikaners Hugo von Saint-Cher, die Amerbach als Sozius von Anton Koberger in Nürnberg druckte. "In 1479 there appeared a folio Bible without name or printer or place, but attributed to Johannes de Amerbach. According to the B. M. Catalogue, this is the earliest in a series of corrected Latin Bibles, which claim for themselves - apparently with justice - a superiority above all contemporary editions. They are known as the 'Fontibus ex Graecis' editions" (Darlow-Moule II/2, S. 911). Die Datierung des Drucks steht am Ende der Offenbarung auf Blatt 98, beginnend mit "Fontibus ex graecis" etc. und darunter die Jahreszahl "M.CCCC.LXXIX". – Es fehlen insgesamt vierzehn Blatt, darunter aus der Anfangslage die Blatt a1 bis a4 sowie a9 und a10. Die Rubrizierung etwas verblasst und häufig verwischt und wieder aufgefrischt. Stellenweise mit schmalen Papierergänzungen im Rand, wenige Blatt vor allem zu Beginn und am Schluss stärker betroffen mit deutlichen (ergänzten) Randverlusten. Einige Blatt mit leichter Lesebeeinträchtigung im Satzspiegegl durch Kalkweiß. Durch einen Buchbindermeister sehr aufwendig und fachmännisch komplett restauriert, behutsam gereinigt, dreiseitig beschnitten, neu aufgebunden und mit einem sehr aufwendig gestalteten Lederband ausgestattet, der die Gestaltung des zeitgenössischen Inkunabeleinbands exakt kopiert. Beiliegend die mehrseitige Dokumentation der Restaurierung aus dem Jahr 1980 sowie die beiden zeitgenössischen Deckelbezüge, lose in jeweils eigener, im Schuber integrierter Buchbindermappe.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

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