Spangenberg, Johannes. Trivii erotematum pars prima [bis: tertia]. 3 Teile in 1 Band. A-I8, A-H8 (H8 vacat), A-E8. Mit ganzseitigem Holzschnitt und 3 Holzschnitt-Druckermarken. 15 x 9 cm. Modernes Pergament mit goldgeprägtem RTitel. Köln, Witwe Martin Gymnich, 1551.
VD16 ZV 14587. – Seltene Kölner Ausgabe der lateinischen Grammatik des bekannten Kirchenreformators Johannes Spangenberg (1484-1550), der in Stolberg im Harz Rektor der Lateinschule war, das Schulwesen aufbaute und den Südharz reformierte. – Titel und letztes Blatt fleckig und mit hs. Bemerkungen alter Hand, Titel mit Hinterlegung. Die mittleren Lagen mit größerem Wasserfleck. Ingesamt ordentliches Exemplar.
Strauss, Jakob. Wider den symoneischen tauff und erkauften ertichten krysem und oel, auch warin die recht cristlich tauff (allain von Christo auffgsetzt) begriffen sey, ein genötige sermon, gepredigett zu Eyssznach. 8 Bl. (l. w.). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 20 x 14,5 cm. Moderne Broschur. O. O. u. Dr. (Augsburg, M. Ramminger), 1523.
VD 16 S 9512. Kuczynski 2584. – Einer von drei Drucken aus demselben Jahr. Nach Misserfolgen in Wertheim wirkte Jakob Strauß als Reformator in Eisenach. "Ein unruhiges, stürmisches Original, das mannigfach an Karlstadt erinnert. Mengung von Altem und Neuen Testament, von Geistlichem und Weltlichem, wissenschaftliche Bildung und Unklarheit in den praktischen Zielen, stolzes Bewusstsein seiner akademischen Würde und warmer Sinn für des Volkes Not, Stärke im Angriff gegen das Alte und Schwäche im Aufbau des Neuen charakterisieren diesen Mann, der wie ein Meteor plötzlich als fruchtbarer Schriftsteller erscheint und wieder verschwindet" (RE XIX, 92). Seit Anfang 1523 in Eisenach, schaffte er schon bald nach seiner Ankunft die lateinische Messe und die Taufe mit dem Tauföl (Chrisam) ab, indem er seiner Gemeinde in der vorliegenden Osterpredigt drastisch klarmachte, dass das Chrisam nur einen Erwerbsartikel der bischöflichen Kasse bilde. – Gering fleckig, Titel auch etwas fingerfleckig, mit alten Ziffernsignaturen sowie Blindprägestempel. Exemplar aus der Sammlung des Buchhistorikers Howard Osgood (1831-1911), mit dessen Namenszug auf dem Titel.
Zwei seltene juristische Werke in früher Auflage aus dem 16. Jahrhundert in einem Band.
Tengler, Ulrich. Laien-Spiegel. Von rechtmäßigen Ordnungen in Burgerlichen und peinlichen Regimenten. 8 Bl., XCV. Mit 6 ganzseitigen und 23 halbseitigen Text-Holzschnitten. Holzdeckel d. Z (berieben, ohne die Schließen) Rücken in Halbleder (beschabt, Kapitale fehlen und mit Fehlstellen) über 4 Bünden. Straßburg, Matheis Hupfuff, 1510.
VD16 T 338. Vgl. Adams 299. Muller 67, 137. Kaspers 121ff. Schmidt, Hupfuff 115 – Zweite Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1509 inder Offizin von Johann Rynman in Augsburg. Sehr seltenes Exemplar. Der auf dem Titel nicht genannte Autor Ulrich Tengler (1447-1511) stammte aus Rottenacker, wo er zunächst Stadtschreiber war, dann Jurist wurde und ab 1495 als Landrichter und Landvogt in Graisbach bei Donauwörth war. "Im Jahre 1509, also fast hundert Jahre nach dem 'Klagespiegel', erscheint der 'Laienspiegel', ein Werk, das in der Folgezeit über 50 Jahre lang die juristische Praxis beherrscht ... Während Tengler selbst bereits im Jahre 1511 im Alter von 70 Jahren stirbt, wirkt sein Werk weiter und trägt, in immer neuen Druckauflagen verbreitet, in seiner leicht faßbaren Form erheblich zur Umbildung des Rechtslebens bei. Das Rechtsbuch wendet sich an die 'Laien', versteht darunter aber vorwiegend die mit dem römischen Recht nur wenig vertrauten Inhaber öffentlicher Ämter" (Kaspers 109).
Die prachtvollen Holzschnitte zeigen interessante, teils drastische Szenen der zeitgenössischen Gerichts- und Strafpraxis, aber auch Darstellungen, in denen der Autor seinem Fürsten oder gar dem Kaiser selbst das Buch präsentiert. – Vorderes Innengelenke geöffnet. Titel fingerfleckig und mit ausradierten hs. Besitzvermerken. Insgesamt teilweise etwas braun- und feuchtfleckig, sowie mit wenigen Feuchträndern. – Vorgebunden: Worms. - Der Stat Wormms Reformacion: statuten. ordenung Satzung die allen Stetten: communen: Regimenten: fürstethum: Herschafften: Amptleüte: nutzlich: fürderlich: und behilflich sein: und zu guter regierung erschiessen mogen. 6 nn., XCIIII. Mit einigen 11-zeiligen Holzschnitt-Initialen, großem Titelholzschnitt und ganzseitigem Holzschnitt mit einem Arbor consanguinitatis. Titel in Schwarz und Rot. 30,5 x 19,5 cm. (Straßburg, Johann Knobloch d. Ä.), 1509. - VD16 W 4382. Panzer 647. Adams W 256. Stobbe II, 531 ff. Benzing 2028.- Überaus seltene zweite Ausgabe, die erste war im Jahr zuvor erschienen (VD16 W 4381): "Eine bisher ganze (sic) unbekannt gebliebene Ausgabe, die auch weder von Selchow, noch von Pütter angezeigt wurde. Sie stimmt auf das allergenaueste ... mit der... unter dem Jahr 1507 beschriebenen überein ... Die Schwarzische Sammlung besitzt diese Seltenheit" (Panzer).
"Die 1498 abgeschlossene und 1499 publizierte Wormser Reformation berücksichtigte überwiegend das Römische Recht und umfaßte neben dem Prozeß- u. Privatrecht auch Strafrecht (6. Buch), das sich inmitten einer verwilderten Strafrechtspflege als fortschrittlich erwies" (Conrad II, 369).
Der prächtige Titelholzschnitt zeigt das Wormser Stadtwappen mit einem mächtigen Schlüssel, präsentiert von zwei feurigen, sich grimmig anblitzenden Drachen in einem von knorrigen Bäumen und Akanthusblattwerk gekrönten Gehäuse, das durch ein Fenster den Ausblick auf die hügelige Rheinlandschaft freigibt. Es geht auf einen Entwurf von Nikolaus Nyfergalt zurück (vgl. Thieme/B. XXV, 543).
Noch eindrucksvoller ist der ganzseitige Holzschnitt verso Titel mit einem stilisierten Bild des Kaisers (zur Zeit Maximilian I. von Habsburg, ab 1508), umgeben von den sieben Kurfürsten: den drei geistlichen rechts in der Person des Erzbischofs von Mainz als Reichserzkanzler für Deutschland, des Erzbischofs von Köln als Reichserzkanzler für Italien und des Erzbischofs von Trier als Reichserzkanzler für Burgund. Links dann die vier weltliche Fürsten, der König von Böhmen als Erzmundschenk, deutlich sichtbar mit großer Krone sowie, ferner der Pfalzgraf bei Rhein als Erztruchsess, der Herzog von Sachsen als Erzmarschall und der Markgraf von Brandenburg als Erzkämmerer. Auf der Treppe die entsprechenden Wappen der Kurfürsten. Unten reichen zwei Schreiber dem Kaiser die "Wormser Reformation", das vorliegende (im Holzschnitt in einem mächtigen Einband mit fünf Buckeln und Schließen) Buch. Am Thronbaldachin das Kaiserwappen mit schwarzem doppelköpfigen Adler und rechts eine kleine Vedute der Stadt Worms.
(Traut, Veit). Ankunfft-Krieg- und Sig-wider die Christen biß auff den Zwelfften yetzt Regierenden Tyrannen Soleymannum. An den Edlen und Vesten Hansen Trenbecken zu Waltberg. 20 (von 23) num. Bl. Mit großer Holzschnittvignette auf dem Titel und 13 (von 14; 8 ankoloriert) Textholzschnitten. Fadenheftung, ungebunden. Augsburg, Heinrich Steiner, 1543.
VD16 T 1838. Adams T 1139. STC 867. Göllner I, 810. Apponyi 1726. Kertbeny 587. Riant 3522. – Erster Druck der ersten Ausgabe dieser Chronik über die Geschichte des Osmanischen Reichs. Die kurzen Kapiteln sind den zwölf Sultanen gewidmet, die seit der Gründung und bis 1543 das Reich regierten. Die Holzschnitte zeigen die wichtigsten Ereignisse ihrer Regierungszeit und sind meist Heinrich Steiners deutschen Ausgabe der Skanderbegbiographie Marino Barlezio's von 1533 entnomen. – Blätter XVII-XVIII und XXIII und Holzschnitt verso auf Blatt XIII fehlen. Die letzte Lage lose. Titel und letztes Blatt stärker angeschmutzt. Randläsuren, 10 Blatt mit Hinterlegungen. Durchgehend braun- und fingerfleckig, teils wurmlöchrig. Die Holzschnitte wurden meist in Grün und Rot koloriert, einige Flecken auch im Text.
Walasser, Adam
Die geistlich Strasz. Dillingen, Sebaldus Mayer, 1560. - Erste Ausgabe
Los 1198
Zuschlag
550€ (US$ 625)
(Walasser, Adam). Die geistlich Strasz. Das ist, Andechtige Betrachtung des Leydens und Sterbens unsers Herren Jhesu Christi, auss den herligen vier Evangelisten gezogen, mit tröslichen Psalmgebetten, sampt Beschreibung der heiligen Stedt der heiligen Lands. Widerumb in Druck gegeben. 88 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 17 Textholzschnitten. 14,5 x 9 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (leicht fleckig und berieben) mit 2 Messingschließen. Dillingen, Sebaldus Mayer, 1560.
VD16 W 788. – Erste Ausgabe, ein zweiter Druck erschien ebenda 1576. Eines von zahlreichen Erbauungsbüchern des aus Ulm stammenden und in Dillingen wirkenden Volksschriftstellers Adam Walasser (gest. 1581): "Seine Publicationen sind meistens Uebersetzungen und Ueberarbeitungen von älteren handschriftlichen oder gedruckten theologischen Werken, die ihm von allen Seiten zugesandt wurden, mit der Aufforderung sie neu herauszugeben. Einige Schriften hat er selbständig verfaßt, darunter 'Der Teutschen Spiegel' (1563). Reinhardstöttner sagt darüber, 'daß sich darin Walasser's Poesie stellenweise zu einer für jene Zeit beachtenswerthen Wärme des Gefühls erhebe.' Um das alte deutsche Kirchenlied hat sich Walasser insofern verdient gemacht, als er einige volksthümliche Sammlungen und ein Erbauungsbuch mit alten Liedern herausgab" (ADB XL, 640). – Etwas braunfleckig, Schlussblatt auf Innenspiegel montiert. Der Einband mit Heiligenrolle. – Vorgebunden: Der Seelen Schatz, darinn ein jeder Christenmensch, under einem lieblichen unnd gantz lustigen Gesprech, gelert und underwisen, Gott zuerkennen, zu förchten, und auß grund seines hertzen zu lieben, unnd durch solche Gottselige mittel die ewige Seligkeit zu erlangen. Auß Frantzoesischer in hochteutsche Sprach verdolmetscht (von Justus Blanckwalt). 128 (statt 131) nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Ebenda 1559. - VD16 D 605.- Erste Ausgabe. - Es fehlen drei Textblatt am Schluss. Titel etwas fleckig, anfangs mit kleinerer Druckspur im Seitenschnitt.
Wild, Johann
Letztes: Winter und Sommertheyl [und:] Gemeine Bußpredigten
Los 1200
Zuschlag
360€ (US$ 409)
Wild, Johannes. Letztes: Winter und Sommertheyl Catholischer auch Evangelischer außlegung der uberigen Predigen von Heyligen, so noch zu den vorigen langst außgangenen der beyder theil Postillen gehoeren. 4 nn., XLVII num., 1 w., CCCXXXIII num., 3 Bl. (l. w.). - Derselbe. Gemeine, Christliche und Catholische Bußpredigen fünff und dreysig, nach Evangelischer warheit, zu gemeinen Proceßionen und Bitfarten, in Sterbens, Kriegs, Unwitterung, und anderen schweren zeyten und fellen, beschehen. 4 nn., CLXV num. Bl. Mit zusammen (jeweils wiederholt) 2 Holzschnitt-Druckermarken, 2 blattgroßen Wappenholzschnitten auf dem Titel verso und 2 blattgroßen Textholzschnitten. 31,5 x 19,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (fleckig und berieben; datiert: "1566") mit 1 (statt 2) intakten Messingschließe. Mainz, Franziskus Behem, 1564.
VD16 W 3002. VD16 W 2958. – Mainzer Drucke der von Philipp Agricola (1527-1572) herausgegebenen Predigtsammlungen des seit 1539 am dortigen Dom wirkenden Franziskaners Johannes Wild (1495-1554): "Seine Predigten, die für die Erhaltung des Katholizismus in Mainz von großer Bedeutung waren, behandelten das Neue Testament, später aus dem Alten Testament noch die Psalmen und die geschichtlichen Bücher und hielten sich an den buchstäblichen Sinn. Dabei zeigte Wild durch die Beiziehung auch protestantischer Werke seltene Weite des Geistes. Seine Kanzelreden, die er alle niederschrieb, zeichnen sich durch Friedensliebe und Milde aus - er will nicht 'Christen wider Christen hetzen' und nennt Luther nie namentlich - und legen großen Wert auf die Erklärung der Liturgie. Freimütig beklagt er die Mißstände am römischen Hof, genau unterscheidend zwischen römischer Kirche und Kurie. Dogmatisch ist er kirchlich-korrekt, Rechtfertigung ist für ihn innere Gerechtmachung. Trotzdem wurden einige seiner oft aufgelegten Werke, die noch aus der Zeit der Vermittlungstheologie stammten und ohne Wissen Wilds herausgegeben worden waren, von der Pariser Sorbonne und der spanischen Inquisition beanstandet. Seit Sixtus V. standen fast alle seine Werke bis 1900 auf dem Index der verbotenen Bücher" (NDB V, 101). – Titel gestempelt und mit altem Besitzvermerk. Etwas braunfleckig, stellenweise auch mit schmalem Feuchtigkeitsrand.
Wild, Johann
Letztes: Winter und Sommertheyl Catholischer und Evangelischer außlegung der uberigen Predigen von Heyligen
Los 1201
Zuschlag
340€ (US$ 386)
Wild, Johann. Letztes: Winter und Sommertheyl Catholischer auch Evangelischer außlegung der uberigen Predigen von Heyligen, so noch zu den vorigen längst außgangenen der beider theil Postillen gehören. 3, CCCXXXIII num. Bl., 2 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und 2 ganzseitigen Textholzschnitten. 31,5 x 18 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig und mit größeren Einrissen sowie VDeckel Messingnägel zur Verstärkung) über Holzdeckel und 4 Bünde mit hs. RTitel und 2 Messingschließen. Mainz, Franziskus Behem, 1564.
VD16 W 3002. – Spätere Ausgabe. Die Erste Ausgabe erschien in derselben Offizin im Jahre 1552. – Papierbedingt gebräunt, etwas stock-, finger und feuchtfleckig. Mit hs. Besitzvermerk und Bibliotheksstempel auf dem Titel "Bibliothek des Franziskanerklosters Miltenberg", ebenso auf dem dritten Blatt.
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