Voragine, Jacobus de
Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Augsburg, Günther Zainer, 1472. - Wohl aus der ersten Ausgabe
Los 1058
Zuschlag
380€ (US$ 432)
Voragine, Jacobus de. Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Mit koloriertem Holzschnitt. Got. Typ. 51 Zeilen. Schriftraum: 29 x 18 cm. Format: 32,5 x 23,5 cm. Mit Passepartout. Augsburg, Günther Zainer, 1472.
Hain-Copinger 9968. GW M11402. Goff J156. ISTC ij00156000. – Einzelblatt aus der wohl ersten Ausgabe "Der Heiligen Leben" aus der Offizin Günther Zainer aus Augsburg. Der Holzschnitt zeigt Antonius den Großen (angeblich 251-356) als Eremit. – Etwas stock- und fingerfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar.
Erster Druck der Bibeleditionen "Fontibus ex Graecis"
Biblia latina. 524 (statt 538) nn. Bl. 2 Spalten. 47 und 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,1 x 13 cm. Format: 29,7 x 20,5 cm. Mit 18zeiliger Fleuronée-Initiale "I" in Rot und Blau, sehr zahlreichen mehrzeiligen Initialen sowie Lombarden ebenfalls in Rot und Blau und durchgehender Kapitalstrichelung in Rot. 29,5 x 20,5 cm. Moderner Kalbslederband im Stil d. Z. (Rücken stark ausgeblichen; die blindgeprägten zeitgenössischen Deckelbezüge aus Schweinsleder beiliegend; diese lädiert und stark wurmstichig) mit Streicheisenlinien, Rundstempeln, 8 Messingbuckeln (davon 4 auf dem Vorderdeckel zeitgenössisch) sowie 2 Messingschließen in modernem Halblederschuber. (Basel, Johann Amerbach), 1479.
Hain-Copinger 3075. GW 4236. Goff B-561. Proctor 7557. Pellechet 2303. BMC III, 745. BSB-Ink B-433. CIBN B-394. IBE (Suppl.) 6364. IGI 1657. ISTC ib00561000. – Erster Bibeldruck von Johann Amerbach, zugleich eines der frühesten Druckerzeugnisse aus seiner Basler Offizin, die ihre Tätigkeit im Vorjahr aufgenommen hatte. Spätere Ausgaben folgten 1481, 1482, 1486, 1491 und 1492/94 sowie von 1498 bis 1502 die siebenbändige Monumentalausgabe mit dem Kommentar des Dominikaners Hugo von Saint-Cher, die Amerbach als Sozius von Anton Koberger in Nürnberg druckte. "In 1479 there appeared a folio Bible without name or printer or place, but attributed to Johannes de Amerbach. According to the B. M. Catalogue, this is the earliest in a series of corrected Latin Bibles, which claim for themselves - apparently with justice - a superiority above all contemporary editions. They are known as the 'Fontibus ex Graecis' editions" (Darlow-Moule II/2, S. 911). Die Datierung des Drucks steht am Ende der Offenbarung auf Blatt 98, beginnend mit "Fontibus ex graecis" etc. und darunter die Jahreszahl "M.CCCC.LXXIX". – Es fehlen insgesamt vierzehn Blatt, darunter aus der Anfangslage die Blatt a1 bis a4 sowie a9 und a10. Die Rubrizierung etwas verblasst und häufig verwischt und wieder aufgefrischt. Stellenweise mit schmalen Papierergänzungen im Rand, wenige Blatt vor allem zu Beginn und am Schluss stärker betroffen mit deutlichen (ergänzten) Randverlusten. Einige Blatt mit leichter Lesebeeinträchtigung im Satzspiegegl durch Kalkweiß. Durch einen Buchbindermeister sehr aufwendig und fachmännisch komplett restauriert, behutsam gereinigt, dreiseitig beschnitten, neu aufgebunden und mit einem sehr aufwendig gestalteten Lederband ausgestattet, der die Gestaltung des zeitgenössischen Inkunabeleinbands exakt kopiert. Beiliegend die mehrseitige Dokumentation der Restaurierung aus dem Jahr 1980 sowie die beiden zeitgenössischen Deckelbezüge, lose in jeweils eigener, im Schuber integrierter Buchbindermappe.
Koberger-Bibel
Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. Nürnberg, Anton Koberger, 1483
Los 1061
Zuschlag
320€ (US$ 364)
Kobergerbibel. Einzelblatt aus der "Neunten deutschen Bibel". Mit koloriertem Holzschnitt von Moses, der die Gesetzestafeln von Gott empfängt. 37 x 26 cm. Nürnberg, Anton Koberger, 1483.
Der Holzschnitt zeigt eine zweigeteilte Szene: Links ist Moses in langer Gewandung dargestellt, wie er auf einem Berg vor Gott steht und die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten empfängt. Gottvater erscheint ihm in einer Strahlengloriole und Wolken und übergibt ihm die steinernen Tafeln.
Rechts sieht man ein Lager mit Zelten, in dem eine Gruppe von Menschen versammelt ist. Im Vordergrund befindet sich eine Frau in einem roten Gewand, die ein Kind auf dem Schoß hält. – Papierbedingt gering gebräunt, leicht fleckig im weißen Rand.
Das Ritman-Exemplar der Bibliotheca Philosophica Hermetica zu Amsterdam
Haly filius Abenragel (Albohazen). Liber de judiciis astrorum. Übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio, hrsg. von Bartholomaeus Alten. 4 nn., 152 num. Bl. 2 Spalten. 60 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,9 x 14,5 cm. Format: 31,5 x 21,5 cm. Mit 1 schematischen Textholzschnitt und zahlreichen 4-13-zeiligen Holzschnitt-Initialen. Holzdeckelband d. Z. (neu aufgebunden, Vorsätze erneuert) mit breitem blindgeprägten Lederrücken (nur die breiten Lederstücken auf den Deckeln vollständig vorhanden, der weitgehend fehlende Rücken mit Kalbsleder unterlegt, kleines Stück des blindgeprägten Leder d. Z. aufmontiert) mit dreiteiliger Messingschließe (Schließband erneuert). Venedig, Erhard Ratdolt, 4.VII.1485.
Hain-Copinger 8349. GW 12117. Goff H-4. Proctor 4403. Pellechet 5696. Klebs 35.1. Badalić 520. Bodleian H-002. Borm 1274. Collijn 509. Collijn. Günther 3607. Hubay 1002. 2906. Madsen 1898. Nentwig 199. Oates 1763. 1764. Ohly-Sack 1385-1387. Sack 1763. Scheidegger-Tammaro 691. Walsh 1829. BMC V, 290. BSB-Ink A-1. CIBN H-2. ISTC ih00004000. – Erste Ausgabe der lateinischen Übersetzung eines der weitverbreitetsten astrologischen Handbücher der Zeit, das sowohl in der arabischen wie europäischen Welt beliebt war. Autor ist Abû 'l-Hasan 'Ali ibn, kurz Haly Abenragel (10.-11. Jahrhundert n.Chr. bzs. 4.-5. Jahrhundert der arabischen Zeitrechnung nach der Hidschra), der als Hofastrologe des Prinzen Al-Mu'izz ibn Bâdis in Tunesien tätig war und die Sternkonstellationen und deren Wirkung auf den Menschen erforschte. "[Il] vivait vers le commencement du onzième siècle de Jesus-Christ, sous le khalife Mamoun. Son livre, très-rare, De Judiciis seu fatis stellarum, a été traduit en latin et publié à Bâle par Henri Petri, et à Venise, en 1485, par Erhard Radelez." (Hoefer I, 115). Die Basel-Ausgabe ist jedoch nicht nachweisbar, es handelt sich wohl um einen Irrtum bei Hoefer.
"Abû-'l-Hasan 'Alî Ibn-Abî-'r-Rigâl as-Saibani wirkte zeitweilig am Hofe des Ziriden al-Mu'izz ibn Bâdis al-Mansûr (1016-1062) in Tunis als Astrologe und hoher Verwaltungsbeamter, starb nicht vor 1040. Sein Hauptwerk Kitâb al-Bâri' fi ahkâm an-nugûm (Das hervorragende Buch über die Astrologie) umfasst alle Bereiche der Astrologie und enthält viele Fragmente verschollener griechischer und iranischer Astrologen. Im Auftrage des Königs von Kastilien-Leon, Alfons X., des Weisen (1252-1282), 1256 Übertragung durch Jehûdâ ben Môsê ins Altkastilische, auf deren Grundlage wenig später Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio die lateinische Übersetzung anfertigten." (GW 12117).
Der um 1050 entstandene arabische Text wurde aus der 1153 verfertigten spanischen Version des Jehuda ben Mose (vgl. Steinschneider 5747 u. Thorndike II, 75) ins Lateinische übersetzt von Aegidius de Tebaldis und Petrus de Regio sowie herausgegeben von Bartholomaeus de Alten, der Erhard Ratdolts Widmungsbrief an den Augsburger Bischof Johann von Werdenberg aufnahm.
"Fort rare [...]. On prétend que Kepler a tiré de cet ouvrage d'importantes indications" (Houzeau-Lancaster). Zum Verfasser siehe V. Stegemann, Beitr. z. Gesch. d. Astrologie I (Heidelb. 1935): Der arab. Astrologe Abu 'l-Hasan `Ali ibn abi'r-Rigal, gen. Albohazen, sowie Carmody 150f. u. F. Sezgin, Gesch. d. arab. Schrifttums VII, 186f. – Im oberen und unteren Rand sowie im Bug teils leicht wasserfleckig, stellenweise minimal wurmstichig, einige Blätter am Anfang und am Schluss im Bug verstärkt, die 4 Blätter der ersten Lage beim Restaurieren wenige Millimeter zu hoch eingehängt, Blatt 1 mit angesetztem Eckchen und altem Besitzvermerk eines Philipp Gundelius, num. Bl. 33 mit geklebtem Einriss, sonst wohlerhaltenes, vollständiges Exemplar, breitrandig und mit Marginalien von alter Hand, Rücken unter Verwendung des alten Bezugs erneuert, Schließband und Vorsatz ebenfalls erneuert. - Exlibris "Philosophia Hermetica" (Bibliotheca Philosophica Hermetica J. R. Ritman, Amsterdam).
Schedel, Hartmann
Das Buch der Chroniken und Geschichten. E. dt. A.
Los 1064
Zuschlag
36.000€ (US$ 40,909)
Erste deutsche Ausgabe der Schedelschen Weltchronik in zeitgenössischem Inkunabeleinband
Schedel, Hartmann. Das Buch der Chroniken und Geschichten. Übersetzt von Georg Alt. 297 Bl., gezählt I-CCLXXXVI. 59 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 32,7 x 22,5 cm. Format: 47,3 x 33 cm. Mit doppelblattgroßer Holzschnitt-Karte und ca. 1808 Holzschnitten (inklusive Wiederholungen) von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurf. Reich blindgeprägter Schweinslederband d. Z. auf schweren, stellenweise abgefasten, kantigen Holzdeckeln mit Rautendekor in breiten Stempelbordüren sowie 2 geschmiedeten Messingschließen an vier Beschlägen (ein Schließbügel fehlend; etwas abgeschabt, berieben, fleckig und vereinzelt wurmstichig, Kanten teils offen, Rücken mit Bezugseinrissen). Nürnberg, Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 23. XII. 1493.
Hain 14510. GW 40796. Goff S-309. Proctor 2086. Pellechet 10354. Klebs 890.1. Schreiber 5205. Schramm XVII, 408-576. Bodleian S-110 Borm 2414. Bornatico 12. Collijn 966. Finger 870. 871. Günther 2071. Hubay 1861. Hummel-Wilhelmi 637. Schäfer 310. Kind 809. 810. Madsen 3637. Schlechter-Ries 1615-1619. Ohly-Sack 2530-2532. Raffel 438. Riedl 904. 905. Sack 3184. Sallander 1337b. Scheidegger-Tammaro 1206. Sheehan S-134. Voullième 1096. Walsh 734. 735. CBB 3471. CIH 3041. IBE 5181. IDL 4062. IGI 8830. BMC II, 437. BSB-Ink S-197 CIBN S-163. ISTC is00309000. – Erste deutsche Ausgabe des "Liber chronicarum", der berühmten Weltchronik des Nürnberger Humanisten, Historikers und Arztes Hartmann Schedel (1440-1514), die ein halbes Jahr nach der lateinischen Originalausgabe erschienen war. Es war das "größte Buchunternehmen der Zeit" (Rücker) und gehört zu den am umfangreichsten illustrierten Inkunabeln überhaupt. Die dafür verpflichteten Künstler Michael Wohlgemuth (1434-1519) und sein Schwiegersohn Wilhelm Pleydenwurff (1460-1494) kamen aus derselben Nürnberger Werkstatt, in der auch Albrecht Dürer ausgebildet worden war.
Neben Stammbäumen, Herrscherporträts und christologischen Darstellungen des Heilsgeschehens sind vor allem die bis zu doppelseitigen Stadtansichten von höchstem Interesse, zeigen sie doch - neben einigen idealisierten Veduten - oftmals realistische Darstellungen vieler europäischer Städte, darunter Augsburg, Bamberg, Breslau, Köln, Konstantinopel, Konstanz, Lübeck, Magdeburg, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Salzburg, Ulm, Wien, Würzburg etc. Sie gehören zu den ersten authentischen Veduten überhaupt. Am Schluss findet sich die doppelblattgroße Europakarte.
"The contents of each page of text are the same as those of the original Latin edition ... the cuts being the same, except for variations in the smaller ones doing duty for kings, etc." (BMC). – Es fehlt ein Blatt (CXCII), sonst vollständig mit stellenweise etwas stärkeren Gebrauchsspuren, im Block zu meisten Teilen aber wohlerhalten und noch vergleichsweise frisch. Titel (des Registers *1) etwas knautschfaltig und mit größerem Eckausriss, Fol. LXIX mit kleinerem Randausriss (ohne Text- bzw. Holzschnittverlust), einige Einrisse (wenig größere wie Fol. VI, XXII, LXIII, CI, CVI, CXC) und ca. 20 mit Papierpflaster überklebte Ein- oder kleine Ausrisse (wie XXIIr, XXIIIIr, XXVIv, XXVIIv, XXVIIIr, XXXIIr), Fol. CLXXXII kleines Randlöchlein, seltene Wurmlöchlein. Ganz wenige Blätter mit ankoloriertem Holzschnitten (Fol. XXIv und XXII), sporadische alte Marginalien. Vereinzelte Fingerflecke und Gebrauchsspuren, meistens nur unwesentliche Feuchtränder (einzig "Herbibolis" etwas wasserfleckig), die Holzschnitte durchgehend und von ganz wenigen, vereinzelten Schnitten in sehr gutem, ebenso kraftvollem wie kontrastreichen Abdruck. Insgesamt ein bis auf ein einziges Blatt vollständiges, noch ordentlich erhaltenes Exemplar, das bemerkenswert breitrandig in seinem ersten Einband auf uns gekommen ist, wie es kaum Exemplare überhaupt nachweisbar sind.
Das Einbanddekor mit Dreifachfileten, die mit Flecht-Zickzackbändern zu einem, von Bordüren umgebenen Rautenmuster zusammengesetzt sind zeigt Stempel, die üblichen wie Sternstempel, Rosenstempel in doppelter Rundlinie (punktiert und gezogen), Akanthus-Blüten-Agraffe, aber auch einen sehr individuellen (leider nicht in der Einbanddatenbank SBK, bei Schunke und Kyriss nachweisbaren) großen Stempel mit der thronenden Maria im großen Tondo, mit Jesusknaben auf einem gotisch durchbrochenem Thron in den Rautenspiegeln (3,5 cm Druchmesser).
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