Liebermann, Max
Rückkehr des jungen Tobias
Los 8016
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.000€ (US$ 1,136)
Rückkehr des jungen Tobias
Radierung und Kaltnadel, mit Kreide in Schwarz und Deckweiß überarbeitet, auf Van Gelder Zonen-Velin. 1920.
20 x 28,5 cm (33,8 x 51,8 cm).
Signiert "MLiebermann".
Schiefler 327 vor II.
Zwischenzustand, von Liebermann überarbeitet und aufgehellt, zwischen den von Schiefler unter 327 I und II aufgeführten Zustandsdrucken; unseres noch ohne die horizontalen Striche im Winkel des Fußbodens zwischen Tür und Schwelle, die Rauchwolke rechts noch nicht schattiert, jedoch schon mit dem Schattenfleck auf dem Erdboden im Landschaftsausschnitt. Deutliche Aufhellungen bringt Liebermann in den beiden Figuren von Mutter und Vater, im Boden und der Rauchwolke an, wodurch er die Kontrastwirkung innerhalb des Blattes erhöht. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, unten und links mit dem Schöpfrand.
Am Biwa-See, Japan
Strichätzung und Roulette in Schwarz auf Velin. 1902.
10,9 x 11,2 cm (16,7 x 13,4 cm).
Signiert "Orlik".
Voss-Andreae R 122.
Orlik war einer der ersten europäischen Künstler, die nach der Öffnung Japans das Land bereisten. Auf seiner zehnmonatigen Reise von April 1900 bis Februar 1901 ließ er sich intensiv von der Kunst, der Landschaft und den Menschen inspirieren und wurde zum führenden Vertreter des Japonismus in Deutschland. Zu den Stationen seiner Reise gehörte auch der Biwa-See, der größte See Japans. Wegen seiner malerischen Landschaft und pittoresken Aussichten wurde er von zahlreichen japanischen Dichtern gepriesen, und besonders das Westufer säumen viele Tempelanlagen. In unserer Darstellung fängt Orlik einen markanten Aussichtspunkt ein und lässt zwei Japanerinnen dort verweilen. Wohl gedruckt neben der Auflage von 100 numerierten Exemplaren. Prachtvoller, prägnanter Druck mit tief zeichnender Plattenkante und breitem Rand. Sehr selten.
Fenster, New York
Radierung mit Roulette auf festem Velin. 1927.
51,6 x 49,5 cm (64,6 x 59,6 cm).
Signiert "Emil Orlik", datiert und bezeichnet "1. Zust. 1. Dr. (10)".
Vgl. Voss-Andreae R 762 a.
Zustandsdruck noch vor den Wolkenschleiern im Himmel, das aufragende Baugerüst hinten rechts dunkler, die Häuser im Vordergrund noch unverschattet und insgesamt heller als im endgültigen Zustand. Voss-Andreae kennt einen weiteren Druck dieses ersten Zustandes sowie ein Exemplar eines zweiten Zustandes (R 762 b) (beide ohne Abb.). Prachtvoller Druck mit breitem, an den Seiten mit kleinem Rand. Äußerst selten.
Fenster, New York
Radierung mit Roulette auf dickem weichen Velin. 1929.
51,8 x 50 cm (75 x 53,7 cm).
Signiert "Orlik".
Voss-Andreae R 762.
Das seltene Blatt zeigt möglicherweise Orliks Blick aus seinem Zimmer im Hotel Majestic, 72nd Street Central Park West. "Die Stadt ist unvorstellbar grossartig 1000 künstlerische Eindrücke. Aber die Einstellung zum Leben für uns schwer. Alles nach $ Wert gemessen. - Ich radiere gerade zur Erheiterung der Seele eine Aussicht aus meinem Fenster." (Emil Orlik, zit. nach Voss-Andreae S. 247). Eine Auflage ist Voss-Andreae nicht bekannt. Prachtvoller Druck mit breitem, an den Seiten mit kleinem Rand. Sehr selten.
Ury, Lesser
Pferdedroschke im Regenwetter
Los 8022
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.000€ (US$ 2,273)
Pferdedroschke im Regenwetter
Radierung auf Bütten. 1924.
20,6 x 11,8 cm (34,4 x 26,5 cm).
Signiert "L. Ury". Auflage 100 num. Ex.
Rosenbach 25.
Aus der Folge "Berliner Impressionen", erschienen im Euphorion-Verlag, Berlin, mit dessen Blindstempel unten rechts.
Prachtvoller, kräftiger Druck mit breitem Rand.
Ury, Lesser
Allee im Tiergarten mit Kutsche im Vordergrund
Los 8023
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,420)
Allee im Tiergarten mit Kutsche im Vordergrund
Kaltnadel auf Japan. 1920.
15,2 x 22 cm (16,5 x 22,8 cm, Passepartoutausschnitt).
Signiert "L. Ury". Auflage 125 num. Ex.
Rosenbach 60.
Prachtvoller, gratiger und tiefdunkler Druck mit kleinem sichtbaren Rändchen.
"Grünau Spree"
Bleistift auf Velin. 1917.
12,6 x 16,6 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Fritz Bleyl", unten links datiert und betitelt.
Gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gründete Fritz Bleyl im Juni 1905 die Künstlergruppe "Brücke". Nach dem Ersten Weltkrieg zog Bleyl nach Berlin. Hier entstand seine stimmungsvolle Momentaufnahme aus der Brandenburger Landschaft, festgehalten in dem für Bleyl charakteristischen, lockeren Zeichenstil.
Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 309, 01.06.2019, Lot 1034
Privatsammlung Berlin
Seichtes Elbufer
Pinsel in Schwarz auf Velin. 1905.
32,5 x 44,3 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz mit dem Künstlersignet, verso wohl von fremder Hand mit Bleistift datiert und betitelt.
Souverän ausgearbeitete Tuschpinselzeichnung aus dem Gründungsjahr der "Brücke". Zusammen mit seinen Studienfreunden Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gehörte Bleyl von Anbeginn zu der bedeutenden Künstlergruppe, aus der er allerdings schon 1907 austrat und eigene Wege ging. Geprägt von Japonismus und Jugendstil, beschränkt sich Bleyls Werk auf Papierarbeiten, in denen er es, wie in der vorliegenden Zeichnung, stets schafft, das Motiv schnell und klar zu erfassen sowie die Atmosphäre der Landschaft überzeugend einzufangen.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Hauptmann, Ivo
Landschaft bei Schreiberhau
Los 8027
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.000€ (US$ 1,136)
Landschaft bei Schreiberhau
Kohle und Aquarell auf Velin, kaschiert auf Unterlagepapier. 1909.
18,4 x 25,2 cm.
Unten links mit Zimmermannsbleistift signiert "Ivo Hauptmann" und datiert.
1890 ließen sich die Brüder Carl und Gerhart Hauptmann mit ihren Familien in dem schlesischen Ort Schreiberhau zwischen Riesen- und Isergebirge nieder, wo sie ein altes Bauernhaus bezogen, das fortan zum Treffpunkt zahlreicher Künstler und Schriftsteller wurde. In unserem Aquarell hat der junge Ivo Hauptmann 23-jährig seine alte Heimat festgehalten. Bunt und in strahlend schönen, ausgewogenen Farben gibt er den Blick auf das Dorf wieder. Hauptmann erinnert sich an den Ort seiner Kindheit mit den folgenden Worten: "Ich mache einen Spaziergang nach Schreiberhau (...) Vor mir liegt das Mitteldorf von Schreiberhau, überragt vom Hochstein. Zwischen hohen Bäumen, kaum sichtbar, das Haus, in dem vor fünfzig Jahren Hanneles Himmelfahrt, Die Weber, Kollege Crampton, Der Bibelpelz, Die versunkene Glocke entstanden waren. Ich, als der Älteste von den Jungens, wurde schon in sehr jungen Jahren zu Vorlesungen zugezogen, die mein Vater gern zu halten pflegte. Auf diese Weise überprüfte er die Tagesarbeit, oder er las im größeren Kreis ein soeben vollendetes Werk in meisterlicher, lebendiger Form, das Gesprochene mit Gesten begleitend. Meine Freunde, die Dorfjugend, wurden eingeladen, um mit mir Die versunkene Glocke zu hören." (Die Zeit, 1. Ausgabe, 21.02.1946).
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Schiffe bei Alsen
Kaltnadel und Roulette auf Velin. 1907.
Ca. 30 x 22,5 cm (60 x 44 cm).
Signiert "Emil Nolde", datiert, von Ada Nolde betitelt und bezeichnet "Kaltnadel" und wohl vom Drucker numeriert "1".
Schiefler/Mosel 72.
Schiefler/Mosel vermuten eine Auflage von mindestens 16 Exemplaren, unser Druck mit handschriftlicher Numerierung unten links, gedruckt bei Felsing, Sabo. Seit 1903 verbrachte Nolde die Sommer auf der Ostseeinsel Alsen, und bald kauften Ada und Emil Nolde dort ein Fischerhaus. Am Strand errichtete der Künstler sich ein Atelier, und Gartenbilder von Alsen machten die Künstlergruppe Die Brücke bald auf Nolde aufmerksam. Die feine Kaltnadelzeichnung erfasst die Schiffe mit wenigen geschwungenen Linien, die Roulettearbeit verleiht dem Wasser einen schimmernden Charakter. Ausgezeichneter Druck mit feinem Stempelglanz und sehr breitem Rand. Selten.
Provenienz: Nachlass Galerie Otto Stangl, München
Tingel-Tangel III
Umdrucklithographie auf glattem, festem Velin. 1907.
Ca. 32,4 x 48,5 cm (43 x 56 cm).
Signiert "Emil Nolde" und datiert, von Ada Nolde betitelt "Tingel-Tangel III" und bezeichnet "Kat. Nr. 27". Auflage 100 Ex.
Schiefler/Mosel L 27.
Tingel-Tangel III gehört in jene Reihe von schwarz-weißen Umdrucklithographien, die Nolde 1907 in der Druckerei Westphalen in Flensburg abziehen ließ und von denen er 1915 einen kleinen Teil der Auflage von 100 Exemplaren mit unterschiedlich eingefärbten Steinen farbig überarbeitete. Insgesamt schuf er vier Lithographien zum selben Thema. Unsere Version III im breiten Querformat zeigt den Blick in ein Tanzlokal mit zwei Tänzerinnen auf der Bühne und ausschließlich Herren unterschiedlichen Standes im Publikum. Der Begriff Tingel-Tangel bezieht sich auf den „Berliner Ausdruck für Singhallen mit burlesken Gesangsvorträgen von niederem Niveau. Sie erhielten ihren Namen nach dem Gesangskomiker Tange, der im Triangelbau sein lang populär gebliebenes Triangellied zum besten gab.“ (zit. nach Meyers Konversationslexikon, 1909, bzw. Birgit Dalbajewa u.a. (Hrsg.), Die Brücke in Dresden 1905-1911, Köln 2001, S. 153). Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.
Provenienz: Nachlass Galerie Otto Stangl, München
"Jüngling"
Farblithographie auf Japanbütten. 1926.
15,9 x 11,2 cm (26 x 19,1 cm).
Signiert "Emil Nolde", von Ada Nolde betitelt und wohl vom Drucker numeriert "35.".
Schiefler/Mosel 74 II.
Schiefler/Mosel erwähnen nur 28 Exemplare in verschiedenen Fassungen mit unterschiedlichen Farben, unser Druck mit der handschriftlichen Numerierung unten rechts, gedruckt von Westphalen, Flensburg. Die inspirierende Zusammenarbeit mit der Druckerei Westphalen führte Nolde zum Schaffen eines der bedeutendsten druckgraphischen Œuvres des Expressionismus. Prachtvoller Druck von drei Steinen in Schwarz, Gelb und Orange mit Rand. Selten.
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