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Los 245Valentini, Michael Bernhard
Historia simplicium reformata
Auktion 128
Nachverkaufspreis
1.000€(US$ 1,149)
Valentini, Michael Bernhard. Historia simplicium reformata, sub Musei Museorum titulo antehac in vernacula edita, sub directione, emendatione & locupletatione autoris J. C. Beckero latio restituta. 2 Teile in 1 Band. 13 Bl., 376 S., S. (377)-664, 7 Bl. Mit gestochener Titelvignette und 28, teils doppelblattgroße Kupfertafeln. 36 x 21 cm. Pergament d. Z. (Rücken fehlt, fleckig, bestoßen). Frankfurt, Zunner, 1716.
Nissen, BBI 2036. Pritzel 9664. Blake 467. Eales I, 1261. Ferguson II, 495. Hünersdorff II, 1530. – Erste lateinische Ausgabe, gegenüber dem deutschen "Museum Museorum" stark verkürzt. Das Werk befasst sich mit dem überseeische Repertorium für die Arzneiwissenschaft, überseeische Produkte aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich und ihre anwendung in Medizin und Haushalt. – Vorderer Deckel gelöst. Feucht- und stockfleckig sowie vereinzelt knickspurig.
Los 1536Valentini, Michael Bernhard
Viridarium reformatum, seu regnum vegetabile, das ist
Auktion 120
Zuschlag
9.000€ (US$ 10,345)
"Ein Opus mago-cabalisticum eines wahrhafften Adepti"
Valentini, Michael Bernhard. Viridarium reformatum, seu regnum vegetabile, das ist: Neu eingerichtetes Kräuter-Buch worinnen auf noch nicht geschehene Weise Derer Vegetabilien, als Kräutern, Sträuchen, Bäumen, Blumen und anderer Erd-Gewachsen Art, Krafft und Würckung dergestalt beschrieben werden, dass man dieses Werck statt einer Botanischen Bibliothec haben, jedes Kraut zu seiner rechten Haupt-Art bringen, auch dessen Nutzen in der Artzney deutlich und umständlich finden. Und endlich denen Liebhabern Göttlicher Wunder in der Natur ein Opus mago-cabalisticum eines wahrhafften Adepti beygefüget und communiciret. 2 Teile in 1 Band (und Anhang s.u.). 9 (statt 10) Bl., 584 S., 12 Bl.; 1 Bl. (Zwischentitel zum Tafelteil), 383 Bl. (1-383 sowie 161b). Mit 2 schematischen Kupfertafeln, 223 großen Textkupfern von Matthäus Merian und 384 (von 385; 6 gefaltete) Kupfertafeln von Theodore de Bry. 33 x 20 cm. Stärker abgeschabtes dunkelbraunes Leder d. Z. (Gelenke brüchig, RSchild lädiert, berieben und bestoßen) mit lädiertem goldgeprägtem RSchild und etwas verbleibender RVergoldung sowie Rotschnitt. Frankfurt, Anton Heinscheidt, 1719.
Nissen, BBI 2037 (384 Taf.). Pritzel 9666. Hunt 447 & 448. De Belder 368 (384 Taf.). Wüthrich, Merian II, 22 ("die Platten wurden später wieder verwendet in B. Valentini, Viridarium"). – Erste und einzige Ausgabe eines der außergewöhnlichsten, umfangreichsten und bestausgestatteten botanischen Bücher seiner Zeit, das nicht nur als Arzneibuch, sondern immer wieder auch zur Wunderheilung und zum Bereiten allerhand Kräutersäfte und Tinkturen herhalten musste, um auch okkulten Zwecken zu dienen. Daher ist wie üblich auch hier, wie es auf dem Titel heißt, das "Opus mago-cabalisticum" des großen Alchemisten, Bergwerksdirektors und Theosophen Georg Welling (1655-1727) nachgebunden, dessen ganzes Weltsystem nicht zuletzt auch in den prachtvoll kolorierten Kupfertafeln erklärt wird.
Zu der reichen Sammlung Michael Bernhard Valentini (1657-1729) gehörten u. a. die Kupferstichplatten von Matthäus Merians (1593-1650) und Theodore de Brys (1528-1598) "Florilegium", denn diese originalen Kupferstichtafeln wurden für das vorliegende wieder verwendet. Außerdem integrierte er in den Textspiegel Pflanzen-Embleme, die ebenfalls von Merian für Ludwig Prinz von Anhalts "Der Fruchtbringenden Gesellschaft Nahmen, Vorhaben, Gemählde und Wörter" 1646 veröffentlicht worden waren. Insgesamt unterteilt Valentini die Gewächse in 16 Klassen, wobei den einzelnen darin enthaltenen Pflanzen je ein Kapitel mit eben jener emblematischen Darstellung Merians gewidmet ist. Dazu kommen eine Übersicht über die Blütenformen und den "Partes Florum" und 384 Tafeln des Abbildungsteils, die einzelne Pflanzenarten darstellen.
Mit insgesamt 606 Kupferstichen ist der "Valentini" wohl das am reichsten illustrierte Pflanzenwerk seiner Zeit. Es enthält 223 Textkupfer von M. Merian aus Ludwig Prinz von Anhalts "Der Fruchtbringenden Gesellschaft Nahmen, Vorhaben, Gemählde und Wörter". Die Textkupfer sind in verschiedenen Folgen nummeriert, das Textkupfer zu Seite 178 ist hier nicht eingedruckt worden. Es folgen 383 (davon 6 gefaltete) Kupfertafeln von J. Theodor de Bry. Die Kupfer des Tafelteils stammen aus seinem "Florilegium novum" bzw. "Florilegium renovatum et auctum" (Oppenheim, 1612-14 bzw. Frankfurt, 1641-47; vgl. Hunt). Dazu kommt eine neue: "Amerikanische Aloe"; Tafelnummmern 1-383, zusätzlich 261b. Hier ohne die nummerierte Tafel 216.
Michael Bernard Valentini (1657-1729) war Medizin- und Physikprofessor in Gießen. Er wurde, nachdem er 1680 die Lizenz zur ärztlichen Praxis erhalten hatte, 2. Garnisonsarzt in Philippsburg, kehrte aber 1682 zu weiterer Vervollkommnung nach Gießen zurück, machte 1685 längere wissenschaftliche Reisen und erwarb 1686 in Gießen die Doktorwürde und übernahm 1687 daselbst den Lehrstuhl der Physik, den er 10 Jahre später mit einer Professur der Medizin ersetzte. 1728 wurde er zum kaiserlichen Leibmedikus, später noch zum Comes palatinus und Direktor ephemeridum der königlichen Leopoldino-Karolinischen Akademie ernannt. Valentini, der auch Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften und der Royal Society war, starb am 18. März 1729. – Es fehlt die Tafel 216 sowie ein Blatt der Vorstücke. Gleichmäßig nur wenig gebräunt, stellenweise minimal braun- und fingerfleckig. In den Rändern einiger Blätter teilweise stockfleckig. Titel und erstes Blatt mit winzigem Einriss im unteren Randbereich. Tafel 32 und 103 knittrig. Falttafel 33 in den Falzen eingerissen und knittrig. Tafel 119 und 130 mit Einriss im unteren Rand. Tafel 140 und 141 mit größerem Einriss. Tafeln 210-330 kleine Wurmlöcher im unteren linken Rand. Wenige Tafeln seitlich gering angeschnitten. Titelblatt des Sallwigt mit Abriss am rechten Rand. Provenienz: Aus der Bibliothek Heinrich Wilhelm Schott (1794-1865), Gartendirektor von Schloss Schönbrunn bei Wien und Schöpfer des berühmten Herbariums. Im Band selbst findet sich kein Hinweis auf den Vorbesitzer, jedoch wurde es von seinen Nachfahren in den Verkauf gegeben. – Beigebunden: Gregorius Anglus Sallwigt (d. i. Georg von Welling). Opus magno-cabbalisticum & theologicum - Vom Uhrsprung und Erzeugung des Saltzes, dessen Natur und Eigenschafft. 4 Bl., 80 S. Mit 10 (9 kolorierten; 4 gefalteten) Kupfertafeln. Frankfurt, Anton Heinscheidt, 1719. - Duveen 526. Ferguson II,543. Caillet 11398. Erste Ausgabe des mehrfach aufgelegten, bedeutenden kabbalistischen Buches, eines seltenes Bergbaubuchs: "Directed mines and construction in Baden-Durlach and leaned toward cabbalistic interpretation of chemical and mineral phenomena. The ten folding plates are of absorbing interest to the Rosicrucian turn of mind. Goethe studied this book intensively" (Hoover 872). Die Tafeln zeigen verschiedene magische Weltsysteme, astrologische Figuren etc. - Titel mit kleinem Ausriss (minimaler Buchstabenverlust), sonst ähnlich gut erhalten.
Valentini, (Michael Bernhard. Museum Museorum, oder vollständige Schau-Bühne aller Materialien und Specereÿen: Nebst deren natürlichen Beschreibung, Election, Nutzen und Gebrauch; Aus andern Material-Kunst- und Naturalien-Kammern, Oost- und West-Indischen Reißbeschreibungen, curiosen Zeit- und Tag-Registern, Natur- und Artzney-Kündigern, wie auch selbst-eigenen Erfahrung). Teile II und III (von 3). 10 Bl., 196 S., 116 S.; 4 Bl., 228 S., 6 Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.), 78 zumeist gefalteten Kupfertafeln, 55 Textkupfern und 5 (1 blattgroß) Textholzschnitten. 37,5 x 24,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig, mit hs. RTitel). Frankfurt, Johann David Zunner, 1714.
Nissen, BBI 2035 und ZBI 4217. Brunet V, 1038. Ferguson II, 493ff. Ferchl 549. Pritzel 9663. Sabin 98357. – Die Teile II (inkl. Anhang) und III der reich und teils kurios illustrierten Schaubühne Valentinis, der dritte Teil erschien unter dem Titel Neu-auffgerichtetes Ruest- und Zeughauß der Natur, der vorliegende Teil II mit Kupfertitel und typographischem Zwischentitel und ohne Haupttitel. Teil II behandelt Mineralien, Fossilien, Schnecken, Muscheln, Edelsteine, Versteinerungen, exotische Pflanzen, Kräuter, Schwämme und Moose, "seltsame und wunderlich gebildete Wurzeln und Bäume", den Handel mit Muskatnuss, indigene Bräuche bei den Hottentotten und Grönländern, asiatische Wildtiere, Insekten, Schlangen, Skorpione, Vögel, Meerestiere, Reliquien etc. Die Tafel XXXVIII mit der imposanten Darstellung einer zeitgenössichen Raritätenkammer, eine weitere zeigt den kurfürstlich sächsischen Bärenzoo ("Beeren Hoff") zu Dresden, Tafel XXXVI mit dem Portrait "eines recht wunderseltzamen Barbierers ohne Händ und Füsse", der mit nur jeweils einem Finger an den Händen zeichnet, Würfel spielt, Spielkarten mischt, ein Gewehr lädt etc. (jeweils mit Abbildung). Der Teil III beschreibt diverse Erfindungen aus den Bereichen Physik und Technik, darunter Barometer, Fernglas, Luftpumpe, Luftschiffe, Mikroskop und Taucherglocke, im Anhang mit einer ausführlichen Abhandlung über die Wünschelrute nach Vallemont. – Etwas fleckig, ein Blatt des Vorberichts/Inhalts mit unschönem großem Blattausriss (Textverlust), Tafel I mit kleiner Fehlstelle im Rand und tiefem hinterlegtem Randeinriss, Tafeln II, XVI und XXXV mit Einriss im unteren Bug, teils bis in die Darstellung. Innengelenke mit kleinen Wurmlöchern.
** English **
Valentini. Museum Museorum. Parts II and III (of 3). Both parts complete in itselves. Some minor stains, one leaf of the index (Vorbericht/Inhalt) with an unattractive tear out (little loss of text), plate I with marginal tear out and a deeper, rebacked tear from margin, plates II, XVI and XXXV with tear to lower inner joint touching the picture. Inner joints with minimal wormholes or traces.
Bound in contemporary vellum (some stronger spotting and staining, with manuscript spine title).
Los 465Valentini, Michael Bernhard
Musei Museorum, Oder Der vollständigen Schau-Bühne frembder Naturalien
Auktion 109
Zuschlag
900€ (US$ 1,034)
Valentini, Michael Bernhard. Musei Museorum, Oder Der vollständigen Schau-Bühne frembder Naturalien ... [und:] Neu-auffgerichtetes Rüst- und Zeughauß der Natur. Teil II und III (von 3) in 1 Band. 11 Bl., 196, 116 S.; 4 Bl., 228 (recte: 236) S., 6 Bl. Mit Kupfertitel, 79 (davon 54 doppelblattgroßen) Kupfertafeln, 55 Textkupfern und einigen Textholzschnitten. 38 x 24 cm. Neueres Pergament (minimal fleckig). Frankfurt, Johann David Zunner und Johann Adam Jung, 1714.
Nissen ZBI 4217 und BBI 2035. Ferguson II, 493. – Erste Ausgabe, hier jedoch ohne den ersten Teil von 1704 vorliegend. Reichhaltiges Repertorium der damals gebräuchlichen überseeischen Produkte. Teil II behandelt das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, darunter Fossilien, Edelsteine, Kräuter, den Muskat- und Nusshandel etc. Der dritte Teil mit Beschreibungen und Illustrationen physikalischer und technischer Geräte wie die Luftpumpe von J. Leopold (mit ganzseitigem Holzschnitt), Taucherglocke, Thermometer, Luftschiffe (hierzu ein Holzschnitt des Luftschiffes von Gusmao und ein Kupfer des Luftschiffes von F. Lana, vgl. Kat. Ballonhist. Slg. v. Brug 175 mit Abb. 95 u. 97), Brennspiegel, akustische und optische Geräte, eine ausführliche Darstellung der Wünschelrute und vieles weitere mehr. Daneben werden zahlreiche Säugetiere, Vögel, Fische und einige wenige Fabelwesen dargestellt. – Ein Faksimile der Tafel XIII lose beiliegend, die eingebundene Tafel XIII stärker lädiert. Tafel XXVII lose. Stellenweise gering gebräunt und minimal braunfleckig, die letzte Lage mit kleinem Wasserrand. Ansonsten sauberes und wohlerhaltenes Exemplar mit den überaus interessanten und vollständigen Kupferstichen.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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