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"Abschied"
Öl auf Leinwand. 1971.
50 x 61 cm.
Unten mittig links mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "hans thiemann" und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit Kugelschreiber in Rot nochmals signiert, datiert, betitelt und mit den Maßangaben.
Essen 145.
Wie eine imaginäre Bühne öffnet sich dem Betrachter Thiemanns vieldeutige, verschlüsselte Bildwelt. Die Räumlichkeit erinnert an ein Spiegelkabinett: Kulissenähnlich stehen die verwinkelten Wände im Bild, ihre Farbflächen sind mit linearen Mustern durchgestaltet. Im Hintergrund erscheint dunkel die altmodische Dampflok, Sinnbild des Abschieds und der schwindenden Zeit. Die Tafel vorne rechts hingegen verweist mit den Kreisbahnen auf die kosmischen Zeitbahnen. "Das dunkle Verwobensein von Geschichte und Mythos, Realem und Irrealem, das eigentliche Thema dieses Bildes, wird vom Künstler noch einmal zusammengefasst im Zeichen der Fahne, (...) es liegt zugleich eine starke Stimmung über diesem Bild, ein Zug in die Ferne und ein abendlicher Glanz" (G. W. Essen, Hans Thiemann. Das malerische Werk, Hamburg 1977, S. 17). "Der Schüler von Paul Klee und Wassily Kandinsky bewies zeitlebens eine subtile subversive Haltung gegenüber dem Pathos der Moderne, seine vielschichtige Kunst ist voller ironischer Anspielungen, Verweise und Zitate." (Peter Hahn, Markus Krause (Hrsg.), Kunst über dem Realen. Hans Thiemann und die Berliner Fantasten, Ausst.-Kat. Bauhaus-Archiv, Berlin 2000, o.S.).
Provenienz: Galerie in Flottbek, Hamburg (verso mit Klebeetiketten, dort bezeichnet)
Galerie Tilman Bohm, Hamburg (verso mit Klebeetikett, dort bezeichnet)
Privatbesitz Hamburg
Los 7537Thiemann, Hans
Atelier des Romantikers
Auktion 121
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
8.125€ (US$ 9,233)
"Atelier des Romantikers"
Öl auf Leinwand. 1966.
73 x 100 cm.
Unten mittig links mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "hans thiemann" und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit Kugelschreiber nochmals signiert und datiert sowie betitelt und mit den Maßangaben, auf Klebeetikett typographisch bezeichnet.
Essen 130.
Ein Spiel mit Licht und Schatten, mit Vorne und Hinten, mit Raum und Fläche. Ornamentale Kulissen, Vorhänge, Paravents, Leinwände und Wandflächen stehen hintereinander, überschneiden sich und erschaffen einen mysteriösen, uneindeutigen Bildraum. Der Schatten einer still stehenden Figur zeichnet sich ab, der Mensch jedoch bleibt unsichtbar. Wie ein Gitter, das den Bildraum nach vorne hin abriegelt, wirkt die Staffelei im Vordergrund, während dahinter sich eines der Thiemann'schen Bildrätsel aufbaut. Anklänge an den Orientalismus der Romantik stecken in den reichen Ornamentierungen der gestaffelten, in feinsinnig abgestuften Farbwerten gestalteten Flächen, abgesehen davon jedoch erscheint der Romantiker in der vorliegenden Komposition Thiemanns vor allem als verträumt, stimmungs- und geheimnisvoll. Seit 1961 entstanden die "Atelierbilder" des Künstlers, eine Werkgruppe, für die das "Atelier des Romantikers" ein herausragendes, charakteristisches Beispiel abgibt.
Provenienz: Galerie in Flottbek, Hamburg (mit deren Klebeetikett verso auf dem Keilrahmen)
Ausstellung: Hans Thiemann und die Berliner Fantasten, bauhaus-archiv Berlin 2000, Kat.-Nr. 32 (Abb. S. 77)
Los 7573Thiemann, Hans
Transparentes Gefilde
Auktion 121
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 4,261)
Transparentes Gefilde
Öl auf Leinwand. 1947.
30,5 x 41 cm.
Unten links in der Darstellung mit Pinsel in Rot signiert "hans thiemann" und datiert.
Essen 57.
Eine ganz eigene, imaginierte Bildwelt jenseits der Realität baut Thiemann auf, anstatt diese lediglich zu verfremden. Anklänge an Landschaftliches vereinen sich mit mysteriösen Objekten und Konstrukten, in der spannungsreichen Komposition und mit dem ornamentalen, regelmäßigen Pünktchenmuster von hohem ästhetischen Reiz. Um 1933 wandte sich der Künstler "jener metaphorisch abstrakten Formensprache zu, die fortan seine Bildwelt bestimmt. Sie führt ihn zurück zu den Grundelementen der abstrakten Malerei, zu Punkt, Linie und Fläche im Sinne seines Lehrers Kandinsky." Mit dieser elementaren Formensprache baut er jedoch eine metaphernreiche, geradezu dichterische Bildwelt auf. "Hier wird die Nähe zu seinem zweiten großen Lehrer am Bauhaus, zu Klee, spürbar." (Essen S. 15). Kurz vor dem Entstehen des vorliegenden Gemäldes, 1946, fand die erste große Ausstellung seiner Arbeiten, zusammen mit Trökes, Zimmermann u. a. als "Gruppe der Fantasten" präsentiert, in der Berliner Galerie Gerd Rosen statt, im Jahr 1947 bereits ebendort seine erste Einzelausstellung.
Los 8153Thiemann, Hans
Bild des Sammlers
Auktion 121
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.125€ (US$ 3,551)
"Bild des Sammlers"
Öl auf Leinwand. 1972.
50 x 60 cm.
Unten links mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "hans thiemann" und datiert, verso auf dem Keilrahmen nochmals signiert, datiert, betitelt und mit den Maßangaben, auf Klebeetikett typographisch bezeichnet.
Essen 153.
Das Bild des Sammlers ist zu Stein erstarrt, im engen Gesichtsausschnitt steht er blockhaft wie ein Monument auf der Bühne in einer verschlüsselten Rahmenkomposition. Wie sparsame und zugleich komplexe Kulissen stehen die verwinkelten Wände im Bild, ihre Farbflächen sind mit linearen Mustern durchgestaltet, und auch die Schmetterlinge scheinen eher flächenhafte Muster als lebendige Sammelobjekte zu sein. Ähnlich der pittura metafisica verweist die Darstellung über die Sinnenwelt hinaus auf das darüber liegende Geistige, das Transzendente, und sie zeigt ästhetisch durchaus noch Einflüsse von Thiemanns frühen Fotomontagen, indem sie die Versatzstücke auf humorvolle Weise zueinander in Beziehung setzt.
Provenienz: Galerie in Flottbek, Hamburg (mit deren Klebeetikett verso auf dem Keilrahmen)
Galerie Tilman Bohm, Hamburg (mit deren Klebeetikett verso auf dem Keilrahmen, dort bezeichnet)
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
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Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
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