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Los 1031Taschengebetbuch
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850
Auktion 128
Zuschlag
260€ (US$ 299)
Taschengebetbuch. Kleine Ge'ez-Handschrift auf Pergament. 36 nn. Bl. Schriftraum: ca. 6,2 x 5,8 cm. Format: 9,6 x 7,2 cm. Schwarze und violette Tinte im amharischen Ge'ez Duktus. Mit 4 ganzseitigen Miniaturen in Gouachefarben. Reich ornamental blindgeprägtes rotes Leder d. Z. (winziges Löchlein, berieben) über kantigen Holzdeckeln. Äthiopien Ende 19. Jahrhundert.
Besonders kleines und hübsches Taschengebetbuch mit sauberer Ge'ez Schrift in schwarzer und roter Tinte von einheitlicher Hand, sauber auf bemerkenswert helles Pergament geschrieben. Enthalten sind der Psalter, Gebete, Auszüge aus dem Hohelied Salomonis und Marienoffizien, aber auch okkulte Texte - eine für den christlichen Glauben in Nordafrika typische Mischung aus Heiliger Schrift, Andachts- und Erbauungsversen sowie Zauberformeln, die vor bösen Geistern schützen und um Protektion der Heiligen bitten.
Wie üblich wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche vorgegeben und die Linien dann mit dem Griffel gezogen.
Die Miniaturen stellen den Heiligen Georg zu Pferde, eine Maria Eleusa, den Verkündigungsengel Gabriel sowie einen Christus triumphans dar. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, allerdings nur wenigen, vereinzelten Pergamentläsuren oder Fehlstellen, etwas fleckig, insgesamt jedoch ein reizendes Zeugnis nordafrikanisch-christlicher Frömmigkeit.
Los 1002Taschengebetbuch
Lateinische Handschrift auf Pergament
Auktion 105
Zuschlag
800€ (US$ 920)
Taschengebetbuch. Fragment einer lateinischen Handschrift auf Pergament. 24 nn. Bl. 17-19 Zeilen. Schriftraum: ca. 8,6 x 6 bzw. 9 x 5,4 cm. Format: 11,5 x 9 cm. Mit zahlreichen roten und blauen Lombarden, teils mit rotem Federwerk, reicher Rubrizierung, neuerer Goldziermalerei und 1 ganzseitigen Miniatur. Inkarnatsfarbener Samtband des 19. Jahrhunderts (etwas beschabt, abgerieben und bestoßen). Frankreich 14. bis 15. Jahrhundert.
Sehr hübsches kleines Taschengebetbuch: ein Fragment eines Gebetbuches wohl von mehreren Händen über zwei Jahrhunderte in einer hübschen kleinen, reich abgekürzten Rotunda und einige Blätter (auf stärker gekalktem, weißeren Pergament) in einer etwas späteren Textura, meist mit umfangreicher Rubrikation, Überschriften, Absatzmarken, Kapitelanfängen in Rot sowie vielen Lombarden, die in der älteren Schrift mit feinem Federwerk umspielt ist. Auszumachen sind mindestens drei verschiedene Hände, die einzelnen Blätter sind meist unzusammenhängend zusammengebunden, wobei auch andere Blätter derselben Handschrift(en) als Makulatur bzw. zur Anfalzung benutzt wurden.
Die bemerkenswert hübsche Miniatur zeigt eine Maria im "Hortus Conclusus": In einem grünen, von einer roten Ziegelmauer eingefassten Garten mit hochaufragenden Bäumen und Goldgrund erscheint die thronende Muttergottes mit dem kleinen Jesusknaben im linken Arm. Im Typus der "Eleousa", schaut Marie in inniger Trauer auf ihr Kind, das die Mutter mit seinen rechten Ärmchen zärtlich berührt. Maria trägt eine große goldene Krone vor einem mit Goldpunkten konturierten roten Nimbus, eine rote plissierte Tunika und den weiten blauen, mit Goldborten abschließenden Mantel. In ihrer Rechten hält sie eine blaue Blume als Zeichen der Reinheit und Gnade.
Typus ("Hortus Conclusus") und Stil (Körperlichkeit, Bildaufbau) lassen uns die Miniatur frühestens ins 16. Jahrhundert datieren. Weitere Zier ist im 19. Jahrhundert (wie auch der Einband) hinzugekommen: einige Ränder am Anfang und Schluss sind mit wundersamen Schleifen in Goldmalerei ausgestattet, ebenso wurden einige Zeilen mit Gold unterstrichen - und wohl auch das Gold in der Miniatur wurde nachgearbeitet. – Pergament wellig, einige Bereibungen, die Miniatur stellenweise mit kleinen Farbabplatzungen, insgesamt aber wohlerhalten - ein wundersames, aber sehr dekoratives, hübsches Objekt, das den Geist des Mittelalters wie auch des Historismus verströmt und zu zahlreichen Deutungen einlädt.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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