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Blätter. Kohle über Bleistift, mit Deckweiß gehöht, auf festem, chamoisfarbenem Velin, auf Unterlage montiert. 44 x 30 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert. Um 1947. Salzmann 537.
Oskar Moll studierte u.a. in München bei Lovis Corinth und übersiedelte 1907 nach Paris, wo er im Salon d'Automne ausstellte. Dort gründete er 1908 mit Hans Purrmann und seiner Frau Marg Moll die "Académie Matisse". Er wurde 1918 zum Professor an die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau berufen, deren Direktor er ab 1925 bis zur Schließung 1932 war. Durch die Nationalsozialisten wurde er 1933 als "entarteter" Künstler diffamiert und zahlreiche seiner Werke 1937 in der Feme-Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Moll überdauerte die Zeit des Ausstellungsverbots in der "inneren Emigration". In seinem letzten Lebensjahr entstand die vorliegende Zeichnung: Im Vordergrund von einem Baum fallende Feigenblätter, die bewusst auf ihre einfachste Form reduziert sind, dahinter die Silhouette einer Tessiner Stadt am See.
Tochter H. Öl auf Leinwand. 80 x 70 cm. Unten links mit Pinsel in Grün signiert und datiert. (19)39. Salzmann 428.
Dieses zarte Portrait der Tochter eines Freundes entstand im Garten des von Hans Scharoun für die Molls gebauten Hauses in der Trabenerstr. 74 a in Berlin-Grunewald, nachdem Oskar Moll von Düsseldorf nach Berlin gezogen war und er Ausstellungs- und Lehrverbot erhalten hatte. Will Grohmann schreibt in seinen Erinnerungen an Moll: "Die Sensibilität scheint in diesem Lande zu Hause zu sein und Moll besaß sie von Natur, nicht von Paris her. Wollte man Moll auf künstlerische Zusammenhänge festlegen, müsste man allerdings mehr im Westen als im Osten suchen, er gehört wie August Macke zur Kultur des Rheinlandes und hatte dort auch eine Zeitlang gewirkt. Es gibt Arbeiten von Moll, die denen Mackes auf das innigste verwandt sind, obwohl sich die beiden Maler, der Schlesier und der Freund des 'Blauen Reiter'-Kreises, kaum begegnet sein dürften. Sie hatten beide die Liebe zur Farbe, zu Reinheit und Leuchtkraft, ihren Harmonien und Rhythmen, und das Erlebnis Matisse hätte im Leben Molls nicht diese Rolle gespielt, wäre er für das Zusammentreffen mit dessen Kunst in Paris nicht prädestiniert gewesen."
Provenienz: Privatsammlung Bremen
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