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Los 3118Freese, Hans
Künstlerischer Teilnachlass
Auktion 126
Nachverkaufspreis
400€(US$ 455)
Berliner Bühnendarsteller - Mit Porträtstudien von Ernst Busch, Thomas Holtzmann, Marianne Hoppe u. v. m.
Freese, Hans. Künstlerischer Teilnachlass. Ca. 46 Originalzeichnungen und -aquarelle in diversen Techniken, überwiegend Tusche, teils mehrfarbig. Meist monogrammiert, datiert oder bezeichnet. Enthalten sind ca. 30 Schauspielerporträts aus Berliner Theatern, 5 Landschaftsskizzen, 3 Rötel-Aktstudien, 6 Briefe bzw. Postkarten der Ehefrau, versehen mit humorvollen Zeichnungen des Künstlers im Rand oder als Kartenmotiv, ferner 3 signierte Druckgraphiken. Berlin 1921-1961.
Hans Freese (1886-1966) war ein Berliner Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Kunstpädagoge. Er gehörte der Novembergruppe und der Berliner Sezession an. Als Bühnenbildner war er unter anderem für das Lessingtheater und das Staatstheater Berlin tätig. Zudem wirkte er als Professor an der Pädagogischen Hochschule Berlin.
Der zeichnerische Teilnachlass Freeses umfasst eine Sammlung überwiegend aus Vorstudien, Skizzen und Arbeitszeichnungen. Neben frühen Landschaftsdarstellungen - teils von naivem Ausdruck, die ein tastendes künstlerisches Suchen erkennen lassen - finden sich insbesondere charaktervolle Arbeiten aus seiner späteren Schaffenszeit mit thematischer Ausrichtung auf das Theater und seine Darsteller.
Vorliegend sind zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen mit Schauspielerporträts bekannter Berliner Theaterkünstler aus den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren. Darunter finden sich Darstellungen von:
Ernst Busch als Galileo Galilei im Berliner Ensemble (1958), Thomas Holtzmann und Heidemarie Theobald als Prinz und Prinzessin in Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg, Marianne Hoppe in Tennessee Williams' Süßer Vogel Jugend, Elsa Wagner als Großmutterfigur, Horst Bollmann in Kleists Amphitryon (Schillertheater), Carl Raddatz als Mackie Messer in der Dreigroschenoper am Schlossparktheater.
Darüber hinaus enthält das Konvolut eine Reihe nicht näher bezeichneter Porträts von Darstellerinnen und Darstellern - teils in Rolle, teils als freie Charakterstudien. Hinzu kommen exotisierende Tanzmotive wie zwei "singhalesische Tempeltänzer" oder ein stolzer Flamencotänzer mit Kastagnetten sowie vereinzelt szenische Kompositionen mit Bühnenfiguren in Kostüm in angedeuteten Bühnenbildern - etwa aus Die Räuber oder der Dreigroschenoper. Ergänzt wird die Sammlung durch Aktstudien sowie einigen Briefen der Ehefrau des Künstlers an Freunde, die mit heiteren Zeichnungen Freeses versehen sind. – Teils mit stärkeren Gebrauchsspuren, Randläsuren und Randknicken.
Los 2433Freese, Hans
23 illustrierte Briefe und Postkarten
Auktion 122
Zuschlag
2.200€ (US$ 2,500)
Freese, Hans, Berliner Maler, Graphiker, Bühnenbildner und Kunstpädagoge, Mitglied der Novembergruppe und der Berliner Sezession, arbeitete für das Lessingtheater und das Staatstheater, Professor an der Pädagog. Hochschule (1886-1966). Konvolut von 19 illustrierten Briefen, 1 illustr. Brief-Fragment, 1 illustr. Glückwunschblatt und 2 illustr. Postkarten m. U. "Hans Freese" oder "Freese", alles eigenhändig. Zus. 40 S. Mit ca. 50 oft mehrfarbigen Orig.-Zeichnungen und -Aquarellen in unterschiedlichen Techniken und Stilen. Mit 3 Umschlägen. Meist gr. 4to. 1923-1952.
An den Berliner Arzt, Bibliophilen und Verlagslektor Dr. Emil F.Tuchmann (später Tuchman, 1885-1963), der nach der Machtergreifung der Nazis emigrieren mußte und in Paris als Lektor im Verlag Flammarion arbeitete. Umfang- und inhaltsreiche Briefe Hans Freeses mit vielfältigen qualitätvollen Illustrationen, teils heiter (Karikaturen), teils pessimistisch, oft informativ den Text begleitend, z. B. Rollenbilder von Berliner Theater-Aufführungen (Komödie der Irrungen, Brief vom 5.IX.1934, ferner Gerda Müller als Brunhild in Hebbels Nibelungen, Deutsches Theater; Walter Franck "als Matthias Bruck mit einigen Woyzek-Ahnungen"; Gründgens als Fouché; v. Ledebur als Lafayette, Werner Krauß als Napoleon in Mussolini-Forzanos Stück "100 Tage" [Campo di Maggio], Brief vom 21.III.1937). 1934 schreibt er auch über das Kulturleben in Berlin nach Hitlers "Machtergreifung", wobei seine regimekritische Haltung deutlich wird: "... Film und Theater als 'Kultur'messer sind auch nicht sehr aufschlußreich. Die frühere Vergleichsmöglichkeit mit ausländischen Filmen fehlt und an sich selbst gemessen, erreicht der deutsche Film nur selten ein Niveau über dem Durchschnitt. Die Leistungnen liegen mehr auf peripherem Gebiet, meistens schauspielerisch, aber der Ansatz zum eigentlich Filmischen scheint wieder verloren zu sein. Das Theater ist durch meine Arbeit in der Produktion des Schauspielhauses, die ich dadurch gut kenne, für mich besser zu beurteilen: die stärksten Leistungen der Spielzeit 33/34 waren bezeichnenderweise Wiederaufführungen oder richtiger Neueinstudierungen alter Stücke. Ich schrieb Ihnen schon von der 'Braut von Messina' - Dazu kam noch im Mai Shakespeare mit seiner Komödie der Irrungen [hierzu liefert Freese 5 Aquarelle mit Rollenbildern]. Die Aufführungen ganz und gar auf 'Theater' eingestellt mit sehr guten Bühnenbildern von Traugott Müller! und besten schauspielerischen Leistungen. Für mich Eindrücke, die ich gleich stark nur bei den vorkriegs reinhardtlichen Aufführungen hatte. Ich habe das Stück 5 x gesehen und jedesmal mit größerer Freude. Über die neuen Stücke kann man garnicht reden. - Von unsern persönlichen Schicksalen ist als Neuestes zu berichten, daß ich in der vorigen Woche die Nachricht erhielt, daß der Herr Minister meine Entlassung zurückgenommen hat und ich ab Oktober wieder in den Schuldienst muß! Sie können sich denken, wie mir zumute ist ...". - 1937 berichtet er von seinem Umzug nach Zehlendorf und wieder vom Theater: "... ab Montag lautet unsere Adresse: Bln-Zehlendorf, Am Fuchspass 27. Das ist ein Haus der [Bruno-] Tautschen Siedlung Krumme Lanke, von dem wir 2 Zimmer mit Gärtchen und Veranda bewohnen, Eigentümerin und Mitbewohnerin ist eine gleichfalls Malerin, E. M. Marcus, und die Möglichkeiten, Nicht-mit-einander-auszukommen sind sehr groß! Wir haben viel gesucht und diese Lösung ist halt ein Verzweiflungsschritt, zu teuer und voller Komplikationen. Brunhild [Freeses Gemahlin] arbeitet sich kaputt, um die Unterbringung der 3 Zimmer- in die Zweizimmerwohnung zu ermöglichen, ich werde gezwungen, über das Material einer 30jährigen Malertätigkeit eine schreckliche Musterung zu halten, wenig bleibt und dieser Blick auf die Welt der Jugendträume ist nicht geeignet, die heutige Zeit leichter zu erleben ... Die Zeichnerei für das Theater habe ich fortgesetzt und im Schauspielhaus bei den letzten Aufführungen von Mussolinis '100 Tage' und 'Die Heimkehr des Mathias Bruck' in den Proben mitgemacht und amüsante und interessante Einblicke in die Theaterarbeit gehabt. Wirtschaftlich hat für mich sich kaum Erfolg eingestellt - eine Aussicht besteht, daß der Intendant Dr. Ulbrich, der das Mussolini-Stück regierte und jetzt nach Rom geht, meine Mappe mitnimmt und sie dem Duce dediziert, wobei die Frage der Bezahlung noch nicht geklärt ist ...". - Ferner Reiseeindrücke und Reisepläne (schlägt 1931 eine gemeinsame Reise nach Afrika vor und schmückt den Brief mit 7 Aquarellen, die afrikanische Männer und Frauen zeigen) sowie zahlreiche Mitteilungen über sein Leben und seine Arbeit. Eines der Hauptthemen der Briefe ist Freeses aktuelle Lektüre, und mit Vergnügen tauscht er Meinungen mit Tuchman über Autoren und Bücher aus: Stifter, Tolstoi, Dostojewski, André Gide, Joseph Conrad etc. In einem großen Brief vom 15.VII.1931 (4 Großquart-Seiten, eng beschrieben), der auch ein sehr ausführliches Programm für seine Lehrtätigkeit enthält, schreibt Freese: "... Ich las in meiner Weltbühne einen Artikel von Arnheim über Kafka - wird der jetzt entdeckt? Gide bezieht sich verschiedentlich auf einen Conrad, Herz der Finsternis, den ich nicht kannte. Ist der deutsch erschienen? ...". - Sehr schöne Reihe von Künstlerbriefen aus einem politisch besonders bewegten Zeitraum, bei denen besonders das breite Spektrum künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten, die Freese souverän und phantasievoll beherrscht, den Leser und Betrachter gleichermaßen fasziniert. - Beiliegend der Aufsatz von Abraham Horodisch: Der Bibliophile E. F. Tuchmann und seine Exlibris. 16 S. Mit 52 Abb. Gr. 4to. Orig.-Kart. Frankfurt a. M 1967 (= Sonderdruck aus: Exlibriskunst und Gebrauchsgraphik. Jahrbuch 1967). Darin zeigt der prominente Antiquar, wie Tuchmann viele Künstler mit der Herstellung von Exlibris für sich beauftragte (darunter auch Hans Freese), um neue Bücher immer wieder mit neuen Exlibris zu schmücken.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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