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Los 252Becher, Johann Joachim
Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection
Auktion 128
Zuschlag
2.100€ (US$ 2,414)
Becher, Johann Joachim. Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection. 4 Bl., 810 S., 18 Bl. Register und Druckfehler. Mit einigen kleinen Holzschnitten. 20,5 x 17 cm. Pergamentband d. Zt. auf Holzdeckeln (etwas fleckig u. angeschmutzt, ohne vord. fliegenden Vorsatz, Holz des Rückendeckels gebrochen). Frankfurt, J. G. Schiele, 1682.
VD17 23:238915Z. Dünnhaupt 448, 32.1. Brüning 2504. Ferguson 1, 86 Anm. – Erste Ausgabe einer der letzten umfangreichen Publikationen des berühmten Kameralisten und Naturwissenschaftlers J. J. Becher (Speyer 1635-1682 London), der an den Höfen in München und Wien tätig gewesen ist. "Seine letzten Jahre wurden ein unstetes Wanderleben in Holland und England ... Die chemischen Traktate dieser Jahre entwickelten seine Naturlehre nicht mehr weiter, sie blieb trotz starker Betonung der quantitativen Momente bei Mischung und Lösung der Metalle im wesentlichen die der aristotelischen Physik und der Renaissancephilosophie, in der auch die Alchemie ihren Platz hatte. Daher dauerten von ihr nur die mechanistisch umgedeuteten Elemente wie die Darstellung der Auflösungsprozesse, aus denen G. E. Stahls Phlogistontheorie erwuchs." (NDB 1, S. 689f.) Stahl besorgte 1726 auch eine bearbeitete neue Ausgabe des "Glücks-Hafens". – Einige kleine Einrisse, teilweise leicht wasserrandig und angestaubt sowie mit kleinen Wurmgängen in den Rändern. Titel mit Jahreszahl 1682 in Kugelschreiber.
Los 1044Becher, Johann Joachim
Chymischer Glücks-Hafen, oder
Auktion 124
Zuschlag
850€ (US$ 977)
Becher, Johann Joachim. Chymischer Glücks-Hafen, oder: Grosse chymische Concordantz und Collection, von funffzehn hundert chymischen Processen, ... Nebst einer neuen Vorrede, und Bedencken von der Gold-Macherey, Herrn Georg Ernst Stahls. Neue und viel verbesserte Ausgabe. 14 Bl., 876 S., 14 Bl. Mit gestochenem Frontispiz-Portrait von J. G. Krügner d. Ä. und einem General-Register. 22,5 x 18 cm. Halbleder d. Z. (leicht berieben, bestoßen und mit Wurmlöchern) mit RVergoldung und zwei goldgeprägten RSchildern. Leipzig, Johann Paul Kraus, 1755.
VD 18 10536299. Brüning 4745. Dünnhaupt 32.3. Duveen 59. – Die fünfte und letzte Ausgabe der umfangreichen Sammlung von alchemistisch und chemischen Rezepturen und Verfahren in 20 Teilen, die offensichtlich trotz vieler Unzulänglichkeiten weit über Bechers Tod hinaus gefragt war und Überarbeitungen erfuhr. Johann Joachim Becher (1635-1682) war als Universalgelehrter seiner Zeit vielfach Autodidakt und betätigte sich rastlos nicht nur in der Alchemie und Medizin sondern auch als Ökonom. "Er wollte unter Verzicht auf die Suche nach geheimem Adeptenwissen konkrete Verbesserungen bewirken und stellte zu diesem Zweck eine Verbindung zwischen der Alchemie und dem damals gültigen Wirtschaftsmodell des Merkantilismus her. Chemisch-technische Verfahren und Betriebe, bis hin zur Goldgewinnung aus Meersand, sollten das Wohl der Bevölkerung heben…" (Priesner S. 96). "Bechers Leben kann man nur als barock bezeichnen: unruhig, erfüllt von Projekten auf allen möglichen Gebieten und schließlich im bürgerlichen Sinne gescheitert. Und inmitten all des Hin und Hers, das sein Leben kennzeichnete, schrieb er 20 Bücher" (Schütt, Hans-Werner S. 498). – Innen abschnittsweise leicht gebräunt bzw. braunfleckig. S. 27-28 mit ergänztem Abriß am Fußsteg, an einer Stelle bis in die letzte Textzeile. Schönes Exemplar.
Los 377Becher, Johann Joachim
Parnassus medicinalis illustratus
Auktion 123
Zuschlag
750€ (US$ 862)
Becher, Johann Joachim. Parnassus medicinalis illustratus. Oder: Ein neues, und dergestalt, vormahln noch nie gesehenes Thier-, Kräuter- Und Berg-Buch, Sampt der Salernischen Schul. Cum commentario Arnoldi Villanovani, und den Praesagiis Vitae & Mortis, Hippocratis Coj; Auch gründlichen Bericht vom destilliren, purgiren, schwitzen, schrepffen und Aderlassen... 4 Teile in 1 Band. 5 Bl., 104; 632; 88; 164 S., 12 Bl. Mit Kupfertitel von Jeremias Renner sowie zahlreichen Holzschnitten und 3 Kupfertafeln. 32,5 x 19,5 cm. Modernes Pergament (leicht berieben) mit hs. RTitel. Ulm, Johann Görlin, 1663.
DG 14.3010. Ferchl 31. Gmelin II, 148f. Hirsch-Hübotter I, 407. Nissen, BBI 113 u. ZBI 273. Pritzel 536. Waller 10734. Wellcome II, 125. Wolfenbüttel 149. Nicht bei Duveen, Eales (Cole Library), Ferguson, Honeyman, Hoover, Hunt, Lesky, Osler und Plesch. – Ein seltenes kompilatorisches Werk des Verfassers der "Physica subterranea", großzügig illustriert, präsentiert sich mit Zwischentiteln, die auf das Jahr 1662 datiert sind.
Johann Joachim Becher (1635-1682) war ein deutscher Alchemist und Wirtschaftstheoretiker, der sich zeitlebens für die Lenkung der Wirtschaft mittels merkantilistischer Mittel wie Schutzzölle und Manufakturen einsetzte. Er erwarb umfassende Kenntnisse in Medizin, Chemie, Physik sowie Politik und Staatsverwaltung. Nachdem er zur katholischen Kirche übergetreten war, wurde er 1657 Professor in Mainz und später Leibarzt sowie wirtschaftlicher Berater des Kurfürsten.
Als Vorläufer der Chemie trug Becher zur Überwindung der Alchemie bei. Er untersuchte den Verbrennungsprozess und postulierte die Freisetzung von "terra pinguis" dabei. Seine Erkenntnisse wurden von Georg Ernst Stahl (1659-1734) zur Entwicklung der Phlogistontheorie genutzt. Becher trug auch zur Einführung des Kartoffelanbaus in Deutschland sowie zur Darstellung von Koks und Teer aus Steinkohlen bei. – Deutlich papierbedingt gebräunt und braun- bzw. stockfleckig, teilweise auch von Feuchtigkeit betroffen. Neugebunden, Vorstücke erneuert, diese mit hs. Widmung versehen. Wenige Seiten mit Randausbesserungen versehen, wobei Bild- und Textverlust zu verzeichnen ist. Ecken teils hinterlegt, Titelblatt aufgezogen, Bug mit kleinen dursichtigen Klebestreifen.
Becher, Johann Joachim. Novum organum philologicum pro verborum copia in quavis materia acquirenda, Das ist: Neuer Werkzeug der Wohlredenheit, worinnen von jeder Sach zu reden Wörter genugsam erfunden werden können. Editio secunda paragraphorum distinctione & versione Germanica adaucta. 55 Bl., 440 S., 133 Bl. Mit Kupfertitel. 15,5 x 9 cm. Marmoriertes Leder d. Z. (etwas berieben, leicht bestoßen, gering beschabt, zwei minimale Wurmlöchlein) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Frankfurt, Johann David Zunner, 1674.
VD 17 23:297034W. Dünnhaupt 19.III (irrig 172 Bl. statt 132). Nicht bei Zaunmüller. – Erste deutsche Ausgabe des seltenen Werkes (lateinische Original-Ausgabe 1670). "Keine bloße Übersetzung der lateinischen Erstfassung, sondern ein noch heute benutzbares deutsch-lateinisches Synonymenwörterbuch, schon ähnlich organisiert wie der moderne Thesaurus von Roget" (Dünnhaupt). Der Gelehrte, Ökonom und Alchemist Johann Joachim Becher (1635-1682) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Merkantilisten. – Kupfertitel und typographischer Titel im oberen und äußeren Rand beschnitten (mit Text- und Darstellungsverlust), der typographische Titel mit hs. Anmerkungen in Tinte. Ohne den vorderen fliegenden Vorsatz. Zu Beginn etwas feuchtrandig, sonst leicht gebräunt und braunfleckig, vorderes Gelenk etwas schwach.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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