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Lotto 2667 Beireis, Gottfried Christoph
Brief + Münz-Verzeichnis
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Münzsammlers Freud und Leid
Beireis, Gottfried Christoph, Arzt, Physiker und Chemiker, großer Münz-Sammler, Professor in Helmstedt, Hofrat und Leibarzt des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel (1730-1809). Eigh. Brief mit U. "Beireis" sowie eigenh. Schriftstück mit U. "G. C. Beireis". Zus. 4 S. Doppelblatt (Brief) und etwas größeres Einzelblatt. 4to. Helmstedt 17.IX.1778.

An einen Sammler in Jena, dem er Aufträge für eine Versteigerung gibt. Der erwähnte Auktionskatalog ist: "Verzeichniß eines Münz Vorraths alter, mittler und neuerer Zeiten, welcher von 31. August 1778. an ... zu Jena, in des ... Justitz Rath [Joachim Erdmann] Schmidts ... den Meistbiethenden überlassen werden soll" (Jena 1778): "Euer HochEdelgeb. bin ich für die gütige Übersendung des Schmidtischen Münzverzeichnißes recht sehr verbunden. Ich nehme das geneigte Anerbieten, für mich Münzen daraus zuerstehen mit verbindlichstem Dank an, und sende daher hierbei ein Verzeichnis nebst den äußersten Preisen. Euer HochEdelgeb. werden ersehen, daß ich meistentheils nur geringe Preise gesezt habe, weil in dem ganzen Verzeichniße keine einzige Münze vorhanden ist, die ich vorzüglich zubesizen wünschen könnte. Ich sehe jezt hauptsächlich auf alte griechische und auf römische goldene Münzen. Die vom Gallieno ist ofenbar falsch, ich habe sie vor 3 Jahren in Potsdam bei dem seel. Obersten Quintus Icilius gesehen, der erst sie für ächt hielt, aber durch meine Gründe vollkommen des Gegentheils überzeugt wurde. Die nummi consulares oder Familiarum sind alle zusammen verdächtig und scheinen aus der Fabrique zu seyn, woraus ich vor 2 Jahren sehr viele aus einer Hamburgischen Auction bekam, die ich aus Aerger zusammen aus dem Fenster warf. Denn der Betrug war zu grob, sie waren fast alle gegoßen. Der Otto aeneus ist ebenfalls seines aeruginis nobilis ungeachtet falsch, ich habe drei solcher falscher nummorum, darum wollte ich den 4ten gern dazu haben, und da kam es auf eine halbe Charle d'or nicht an. Vielleicht findet sich aber einer, der einfältig genung ist, sie für ächt zu halten, und giebt wohl 1 Paar Louis d'or dafür. - Ich habe zwar eine Thaler-Sammlung, allein ich würde sie gern gegen einige recht sehr alte griechische Silbermünzen, die so alt, wie mein nummus Delphiorum und Aorni ist, die ich aus der Wizlebischen Sammlung aus Leipzig erhalten habe, vertauschen. Darum habe ich auch keine starken Commißionen auf die Thaler gegeben. Ich hatte zwar in Jena Bekanntschaft genug, und es würde sowohl der Herr Kirchenrat [Ernst Jakob] Danovius, als auch der Herr Hofrat Gruner meine Commißion besorgt haben, allein Euer HochEdelgeb. gütiges Anerbieten war mir, da sie Selbst ein Kenner sind desto lieber ...". - Die erwähnte unterschriebene Liste mit ca. 70 Auktionsgeboten (Angaben der Katalogseite, Nummern, Kurzbeschreibungen und Gebote) liegt bei. - Der erwähnte Potsdamer Oberst Quintus Icilius hieß eigentlich Karl Theophil Guichard, war Gesellschafter Friedrichs des Großen, der ihn mit dem erfundenen Namen nobilitierte. Er verwaltete die Bibliothek des Königs und besaß selbst eine wertvolle Bibliothek, die Friedrich nach dem Tod des Obersten erwarb. - Der Arzt und Universalgelehrte Beireis besaß eine beachtliche Münzsammlung: "Alte römische Münzen besaß er 161 in Gold und 437 in Silber. Die Goldmünzen römischer Kaiser und ihrer Familien hatte er vollständig und zwar in vorzüglicher Prägung, die Sammlung neuerer Münzen war sehr umfangreich", wie der Numismatiker Johann Jakob Leitzmann (1798-1879) im Sammlungskatalog Beireis (Erfurt 1827) schrieb: "Verzeichniss einer ansehnlichen Sammlung goldener, silberner, kupferner und anderer Münzen alter, mittlerer und neuerer Zeit, aus dem Nachlasse des verstorbenen G. Ch. Beireis". - Gering stockfleckig.

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