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Catalogo Letteratura, Libri d'Infanzia » Dipartimento Libri
Letteratura, Libri d'Infanzia Prezzo del catalogo EURO 20,00
Data dell'asta Mar, 15. Ott., 17:00


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Lotto 1024 Medici
"Ex Bibliotheca Medicea". Italienische Handschr...
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Aus den mittelalterlichen Manuskripten der Laurenziana zu Florenz
Medici. - "Ex Bibliotheca Medicea". Italienische Handschrift auf Papier. 1 S. in sepiabrauner Tinte auf Folio-Doppelblatt. Schriftraum ca. 19,5 x 17,5 cm. Format 29,6 x 22,7 cm. Norditalien (wohl Florenz) um 1560.

Früher Katalogauszug in einer sauberen italienischen Humanistenhandschrift mit 16 Titeln von theologischen Manuskripten aus der berühmten Medici-Bibliothek in Florenz, der "Biblioteca Medicea Laurenziana", angefertigt unter der Ägide des spanischen Humanisten und Philosophen Juan Páez de Castro (1510-1570). Dieser hatte in Alcalá, Salamanca und Bolonia studiert, von wo er den spanischen Dichter und Diplomaten Diego Hurtado de Mendoza nach Roma folgte. Hier empfing er die Priesterweihe und machte sich einen Namen als Schriftsteller und Historiker. Seine fließenden Sprachkenntnisse in Spanisch, Italienisch, Arabisch, Griechisch und Latein führten ihn vor allem zum Zentrum seines Interesses als humanistischer "Bibliophilus": So gehört er zu den bedeutendsten Forschern nach antiken wie mittelalterlichen Texten, in dem er sowohl für sich selber als auch für andere Zeitgenossen bedeutende Bibliotheken anlegte, Manuskripte erwarb, kollationierte, nach Textvarianten und fehlenden Passagen durchsah, kommentierte und Kopien in Auftrag gab (beispielsweise für Diego Hurtado de Mendoza aber auch Francisco de Mendoza in Burgos etc.).

Das Blatt (oben hs. nummeriert "171") weist eine vornehme Provenienz auf: Es stammt aus einem Manuskript der Bibliothek eines der bedeutendsten spanischen Bibliographen, Carlos Antonio de La Serna Santander (1752-1813), von wo aus es Teil der Handschriftensammlung des Sir Thomas Phillipps (1792-1872), wurde (ex ms. 4135). Nach der Auflösung der Sammlung ging es an H. P. Krauss in New York. Vgl. dazu ein ähnliches Stück, das ebenfalls eine Titelliste von Büchern enthält: "List of 33 works; at least 13 entries include publication information such as city of publication, printer, or date of publication; publishers include Robert Estienne of Paris and Joannes Oporinus and Robert Winter of Basel; dates range from 1530 to 1543. Most of the works are by classical authors, with several noted to be translations. The list is written in italic script on a single leaf removed from a larger volume, possibly foliated 136. 2 entries, for a book printed in 1509 by Aldo Manuzio and a book printed by Chrestien Wechel, added at the end in the hand of Spanish bibliographer Juan Páez de Castro (Kraus)" (Open primary digital resources, LJS 431).

Das vorliegende, wohl um 1560 zu datierende Manuskript mag im Zusammenhang mit dem Neubau der Klosteranlage von San Lorenzo in Florenz stehen. Die an der Hauskirche und Grablege der Familie Medici liegende Bibliothek, nach Lorenzo de' Medici "Laurenziana" genannt, errichtete Michelangelo Buonarroti ab 1523. Die Laurenziana konnte aber erst 1560 fertiggestellt werden. In dieser Zeit wurden die wertvollen Codices dann transloziert. Aller Wahrscheinlichkeit nach war dabei auch Juan Páez de Castro mit seinen Schreibern beteiligt, der sich in ebendiesen Jahren wieder in Italien befand. Er konnte dabei die Gelegenheit nutzen, zahlreiche dieser Werke in katalogartigen Einträgen zu verzeichnen.

Jedem der im Manuskript aufgeführten Titel ist eine Inventurnummer vorangestellt, die mit alten Bibliothekskatalogen der Laurenziana abgeglichen werden sollten. Dass es sich um eine Auswahl der dem Schreiber interessant scheinenden Titel handelt, erweist sich aus den springenden Nummern, d. h., weniger interessante Titel wurden ausgelassen.

So findet sich unter Nummer 346 die Verzeichnung einer Sammelhandschrift: "Collectio legum concilijs constituarum cum Theodori Balsami interpretatione Timothei responsa canonica, De septem Synodis incerti auctoris, theodoreti hypotheses conciliorum". Es folgt Nummer 347 "De decretis seu canonib. VII conciliorum compendium, in cuius fine de omnibus haereticis". Dann 349: "Compendium canonum concilij Niceni", 351 "Interpretationes canonum sacrorum", 355 "Iopannis Zonara collectio cannoni Apostolorum IV. et VII Conciliorum generalium Ioannis Patriarchae Constantinopolitani constitutio Synodica de Monasterijs". Die nächste Nummer weist eine bemerkenswerte Korrektur auf: 357 "Theodori patriarchae (radiert und verwischt: Constantinopolitanis) Theopolis liber legum concilijs costituarium".

Auch zahlreiche weitere Titel handeln von den Gesetzen der Kirche, dem kanonischen Recht und vor allem auch der Ahndung von Unrecht bzw. den Abweichlern vom Kanon, den Häretikern. 378 "Iustiniani Imp. confessio recta fidei & descructio haeresum contra catholicam ecclesiam", 382 "Niceta Coniata contra omnes haereses libri XXVI", also die Ketzergeschichte des byzantinischen Staatsmannes und Historikers Niketas Choniates (1155-1217).
Nummer 384 verzeichnet eine Handschrift mit zwei Teilen zur Kirchenunion aus der Feder des Georgios Metochita (1250-1328) "Georgij Metchite Diaconi de pace & unione ecclesiae libri III", 386 "Ioannis episcopi Constantinoplitani de unitate ecclesicarum liber. Constantinus Meliothaniota de unione ecclesiae".


Das vorliegende Blatt ist nicht nur von höchstem wissenschaftlichen Interesse durch seine Seltenheit (es gibt nicht viele handschriftliche Titelverzeichnisse dieser Art), der Relevanz der aufgeführten Titel für die humanistische Forschung, der Erkenntnisse, die ein Abgleichen mit den heutigen Handschriftenkatalogen der Laurenziana verprechen, der Tätigkeit der Bibliographen um Páez de Castro, sondern auch für die Technik der Erfassung und Katalogisierung von mittelalterlichen Manuskripten im Italien der Renaissance (vgl. die Nennung der Autoren und Titel, Erwähnung anonymer Schriften, die Erfassung von Sammelhandschriften, es gab im Mittelalter weder feste bibliographische Einheiten noch Titelblätter, noch kanonische Schriftenverzeichnisse etc.). – In ausgezeichnet frischer Erhaltung, breitrandig, unbeschnitten, das Papier mit feinster Büttenstruktur und ohne Wasserzeichen.

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