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Catalogo Letteratura, Libri d'Infanzia » Dipartimento Libri
Letteratura, Libri d'Infanzia Prezzo del catalogo EURO 20,00
Data dell'asta Mar, 15. Ott., 17:00


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Immagine Principale Descrizione Stato
Borja y Velasco, Gaspar
Quanto di notabile,succeduto in Napoli Ital. Ha...

Lotto 1030

Borja y Velasco, Gaspar de. - "Quanto di notabile, e curioso è succeduto in Napoli nelli Governi de' due Cardi[ina]li Borgia, e Zapatta". Italienische Handschrift auf Papier. 15 Bl. (le. w.). Mit 2 einmontierten, in Schwarz und Rot gedruckten Holzschnittporträts (je 12 x 9 cm). 27,5 x 20 cm. Halbleder um 1820 (Rücken defekt mit Filmklebung, stark beschabt, bestoßen). Italien um 1650.

Historischer Abriss über die Stadt Neapel im frühen Seicento unter der Gouvernanz des spanischen Kardinals Gaspar de Borja y Velasco (1580-1645) und seines Kronkardinals Antonio Zapata y Cisneros (1550-1635). Auf den Tod Phillips III. war Philipp IV. gefolgt. Unter ihm wurde Zapata zum Vizekönig von Neapel ernannt, bis er dann zwischen 1627 und 1632 als Großinquisitor von Spanien sein Amt ausführte. Aus Rom verwaltete der Borgia-Kardinal, Vertreter der spanischen Krone im Vatikan, das Vizeregnum. Für Neapel waren die Zeiten unter der strengen Herrschaft der spanischen Kardinäle höchst unruhig. So berichtet der anonyme Chroniker von Aufständen, Tumulten, Schlachten und Kriegen - vor dem Hintergrund der immanenten Türkenbedrohung: "Al 16. dý Agosto 1620. Manfredonia f¨ posta al Sacco dai Turchi, e segui in questo modo".
Die Chronik ist bemerkenswert detailreich und eine für die Geschichtsforschung überaus bedeutende, wohl bis dato noch unveröffentlichte Quelle, die nahezu lückenlos alle Ereignisse, politischer, gesellschaftlicher und topographischer Art bis hin zu meteorologischen Beobachtungen, oft von Tag zu Tag aufführt. Der dokumentierte Zeitraum erstreckt sich vom 14. Juni 1620 bis zum 20. März 1623.
Auch Naturkatastrophen werden erwähnt: "Al 16. di Novembre 1620 f¨ una tempesta tanto grande in mare; che non si ricorda simile; imperci˛ che la voracità dei venti sbatteva il Galeoni, i Vascelli nel Porto, il che stando mirando molti huomini nella marina della Pietra del pesce". Die Besuche der Kardinäle werden genau dokumentiert: "A 6 di xmbre (decembre) il Cardinal Zapatta privatamente venne nella Città, e prima an˛ a militare la signora Duchessa d'ossuna ... In questo s'intese la carceratione in Spagna del Duca d'Ossuna, e del Genovino...". "Si trattenne il Cardinal Borgia in Napoli fino al 14 di dicembre 1620".
Es wird berichtet über die Reise des Kardinals nach Rom zum Konklave und der Papstwahl Gregors XV., währenddessen Zapata als Statthalter den obersten Militärmachthaber einsetzte, ebenfalls einen Spanier, der General der Galeren.
"A 21 di Gennaro 1621 Il Cardinal Zapata and˛ in Roma con le galere della squadra di Napoli per la creatione del nuovo Pontefice, essendo morto Paolo V., et f¨ creato Gregorio XV, et per la sua assenza, govern˛ come Luogotenente D. Pietro di Leyua Generale delle galere fino al 19. di Febrero, nel quale giorno, Il Cardinal Zapatta se ritorno da Roma".
Die beiden, als Frontispiz und nach dem vierten Blatt eingehefteten Holzschnitte zeigen zwei in Schwarz und Rot gedruckte Porträts der Kardinäle aus einer zeitgenössischen Publikation, einmal Tafel XVIII, untertitelt "Gaspar tit. S. Crucis in Hierusalem Card. Borgia, Hispanus, 17. Augusti 1611" und "Antonius tit. S. Balbinae Car. Zapata, Protector Hispaniae, Hispanus, 9. Junij 1604". – Stellenweise etwas braun- und sprenkelfleckig, zu Anfang etwas stärker, sonst gute, breitrandige Handschrift in sehr gut lesbarer, sauberer Hand, einer braunschwarzen Sepiatinte auf festem Büttenpapier. Innenspiegel mit gestochenem Wappenexlibris der Sammlung Sir Thomas Phillips.

Stima
€ 600   (US$ 660)


Prezzo post-asta
€ 400   (US$ 440)


Schedel, Hartmann
1 Blatt aus dem Liber Chronicarum des Hartmann ...

Lotto 1031

Schedel, Hartmann. "Iste Aminadab primus post moysen fide plena ingressus est mare rubrum alijs trepidantibus". 1 Blatt aus dem Liber Chronicarum des Hartmann Schedel als handschriftliche Kopie in braunschwarzer Tinte. Lateinische Handschrift auf Papier mit 8 Federzeichnungen in Sepia. 43 x 29 cm. Um 1660.

Interessantes Blatt, das die große Popularität der berühmten Weltchronik Hartmann Schedels aus dem Jahre 1493 auch noch im 17. Jahrhundert zeigt, ebenso wie den großen Wert dieser einzigartigen Inkunabel, der offenbar so hoch war, dass sich auch noch im Barock mühsame handschriftliche Kopien als lohnend erwiesen. Vorhanden ist hier Blatt XXX mit einem Text aus der "Tercie etas mundi", wie es auf dem Kolumnentitel im gedruckten Werk heißt. Der Text ist in sauberer, teils schwarzer, teils brauer Tinte sorgfältig aus dem lateinischen Original kopiert worden: "Naason anno mundi 3688". Links dann die breite belebte Bordüre mit der Darstellung von Aminadab und Naason im fortlaufenden Stammbaum, rechts eine Bordüre mit weiteren Gestalten, in der Mitte die Balaam-Szene mit dem Eselreiter, dem der Engel mit dem Schwert entgegentritt. Verso dann zwei berühmte alttestamentarische Szenen: Der Untergang der Ägypter bei der Verfolgung der Israeliten im Roten Meer (Moses und das Meerwunder nach Exodus, Kapitel 13-14) sowie die Szene des die Gesetzestafeln von Gott empfangende Moses nach Exodus, Kapitel 24). Die zeichnerische Umsetzung ist dabei von großem Interesse, da es sich um weitgehend freie künstlerische Interpretationen handelt, die sich dennoch eng an das Vorbild anlehnt. – Rechte untere Ecke mit kleiner Fehlstelle, wenige Einrisse und vereinzelt etwas fleckig, vier kleine Tintenfleckie, insgesamt sehr dekorativ.

Stima
€ 300   (US$ 330)


Aggiudicato per € 150 (US$ 165)

Augustiner-Chorfrauen B.M.V.
Congregation de Notre-Dame". Taschengebetbuch. ...

Lotto 1032

Augustiner-Chorfrauen B.M.V. - "Congregation de Notre-Dame". Taschengebetbuch der einer Nonne der "Congregatio Beatae Mariae Virginis" aus dem französischen Fontenay-sous-Bois. Lateinische Handschrift auf Pergament. 22 nn. Bl. (le w.). 12 Zeilen. Schriftraum: 8,6 x 5,3 cm. Format: 11 x 7,5 cm. Seiten mit Rotlinien durchgehend regliert und rubriziert, mit 13 großen 2-3-zeiligen Zierinitialen in Rot und Blau auf Blattgoldgrund und zahlreichen kleineren Initialen in Rot und Blau. Dunkelbraunes geglättetes Kalbsleder d. Z. (Gelenke brüchig, Kapitale eingerissen, kleine Fehlstellen an Gelenken, Rücken und Ecken, bestoßen) mit RVergoldung und überaus reicher Goldprägung auf beiden Deckeln sowie etwas Stehkantenvergoldung. Frankreich um 1690.

Taschengebetbuch der einer Nonne der "Congregatio Beatae Mariae Virginis" (CBMV), eines römisch-katholischen Frauenordens aus Fontenay-sous-Bois im Département Val-de-Marne mit dem hs. Vermerk der "Congregation de Notre-Dame" auf dem weißen Vorsatzblatt. Der von der Ordensschwester Alix Le Clerc (1576-1622) 1597 gegründete Orden kümmerte sich vor allem um die Erziehung junger Mädchen und rief vor allem im 17. Jahrhundert, der Entstehungszeit unseres Gebetbuchs, zahlreiche höhere Mädchenschulen ins Leben.
Der Aufbau des Gebetbuchs folgt dem typischen Kanon, der allerdings inviduell angepasst wurde: "Antiennes des premières Vesp. de Ste Geneviesve" mit "Hymne", "Ant. de Magnific.", "Aux secondes Vesp. Antienne", "L'Hymne aux premières vespr." mit "Oraison", "Oraisons à la très saincte & adorable Trinité", "Oraison à Iesus", "Oraison à la Vièrge", "Oraison à S. Ioseph", "Oraison à Saincte Marguerite", "Au S. Ange Gardien" und an die "omnes sancti" "Oraison aux Saincts". Es folgt das Verzeichnis "Les Litanies de la bien heureuse Vièrge". – Teils mit leichten Gebrauchsspuren, gelegentlichen geringen Fleckchen etc., einige der Intitialen etwas beschabt und im Gold abgerieben, meist aber in gutem Zustand. Bemerkenswert schöner nordfranzösischer Pointillé-Einband mit hübscher Mittel-Losange mit Ovalschild in Doppelfiletenrahmen und Eckenarabesken, umgeben von dreifachem Filetenrahmen mit Dentelles und Palmettenmustern im Pointillé-Stil.

Stima
€ 500   (US$ 550)


Aggiudicato per € 2.200 (US$ 2.420)

Gebetbuch des Barock
Deutsche Handschr. auf Pergament. Um 1704

Lotto 1033

Beispiel ostdeutscher Volksfrömmigkeit
„Schön Gebetbüchlein sambt etlichen Liedern Taglich zu gebrauchenn". Deutsche Handschrift auf Pergament. 118 hs. num. Bl. 16 Zeilen. Schriftraum: 9 x 6,4 cm. Format: 11 x 8,4 cm. Mit reichem Buchschmuck, Text in Rot und Sepiabraun, teils mit Goldkontur, Überschriften, Bibelzitate, Initialen teils auch in Grün, alle Seiten in linearem Rahmen, mit barocken Schlussleisten und Federwerk-Ornamenten, einer ganzseitigen Kalligraphie und 2 ganzseitigen Federzeichnungen. Schwarzbraunes Leder d. Z. (Kanten leicht beschabt und berieben, komplett neu aufgebunden und das originale Leder aufkaschiert) mit 2 intakten Messingschließen. Ostdeutschland (Thüringen?) 1704.

Hübsches spätbarockes Gebetbuch in roter und brauner (hellbrauner, sepiabrauner und dunkelbrauner) Tinte, wohl von einer Hand und mit feinem Buchschmuck auf Pergament. Enthalten sind Gebete und Lieder wie "Morgengesang" und "Morgengebet", "Gebet wen man uber Landt Reisenn will", "Gebet umb denn Schutz der Heyligen Engel", "Eine gar schöne Beicht alle Tage zu strechen", "Danksagung für die Erlösung", "Umb Zeitliche Gütter", "Wenn man Zur Kirchen kommt soll man also Sprechen", es folgen Gedichte, Gebete und Lieder zu den Epistel, Psalmen, Bibelstellen des Evangeliums, "Wen man zum Tisch des Herren gehen will soll man...", "Ein Gebet in Creutz undt wiederwertigkeit" und vieles mehr.
Am Schluss eine Widmungszeile mit Datierung: "Dieses buch hatt der lieben Mamma v. Krosigk zu einen artigem Andencken aus gehorsamster Pflicht verehrt. Dero Treuer Vorbitter bey Gott Heinrich Wilhelm von Beesen-Steube (oder Stauba, Steuba?) anno 1704 d. 22. Xbr."
Die beiden hübschen eingemalten Miniaturen mit der Szene einer Blindenheilung durch Christus sowie Christi Taufe durch Johannes im Jordan. In sauberer Federzeichnung mit Sepiatinte. Ein interessantes Beispiel ostdeutscher Volksfrömmigkeit aus dem Spätbarock. – Titelblatt mit kleinen hinterlegten Randläsuren unten, teils etwas fingerfleckig und gebräunt, mit wenigen Farbabrieben und Gebrauchsspuren wie etwas olfactus tabaci, insgesamt aber gut erhalten.

Stima
€ 1.600   (US$ 1.760)


Aggiudicato per € 750 (US$ 825)

In conceptione
Beatae Mariae ad missam introitus.

Lotto 1034

In conceptione Beatae Mariae ad missam introitus. Blatt aus einer liturgischen Handschrift. Lateinische Handschrift in Blattgold, blauer und roter sowie schwarzer Farbe mit romanischer Quadratnotation auf rotem vierlinigen System. Pergament 75,5 x 50,5 cm. Mit breiter Blumenbordüre, kleiner Medaillonansicht sowie großer Goldinitiale. Italien um 1740.

Prachtvolles, reich mit Blumenschmuck geziertes Blatt (Seite 167/168) einer klösterlichen Monumentalhandschrift mit dem Beginn des Introitus: "Salve sancta parens enixa puerpera regem qui caelum terra que regit in secula seculorum" ("Sei gegrüßt, du heilige Gebärererin, du hast den König geboren, der Himmel und Erde regiert in alle Ewigkeit"). Die große Initiale "S" ist in einen quadratischen Kasten (18 x 18 cm) in schimmerndem Blattgold mit Blütengrund, darunter Lilien, Vergissmeinnicht, Annemonen, Rosen und Nelken. Weitere Blumen dann in der breiten umgebenden Bordüre, die oben ein ovales Tondo einfassen mit einer Ansicht eines wohl italienischen Gartens mit Zypressen, die einen runden Teich mit Springbrunnen umstehen, im Hintergrund eine campanische Berglandschaft. Das Blatt zeugt von der illuminativen Kunst der klösterlichen Handschriftenmaler, die ganz in der vom Mittelalter herrührenden Tradition auch noch am Ausgang des Barock - hier im wahrsten Sinne des Wortes - höchste Blüten trägt. – Etwas wellig, wenige Feuchtränder (verso etwas stärker), wenige Farbabplatzungen, in überzeugender, leuchtender Farbigkeit.

Stima
€ 400   (US$ 440)


Aggiudicato per € 200 (US$ 220)

Schwenzel, Christian Jacob
Urkunde zur Ernennung von kaiserlichen Notaren ...

Lotto 1035

Schwenzel, Christian Jacob. Urkunde zur Ernennung von kaiserlichen Notaren oder öffentlichen Schreibern. Deutsche Handschrift in schwarzer Tinte auf Papier. 3 Bl. mit 5 S. 23 Zeilen in Kurrentschrift. Schriftraum: 23 x 20 cm. Format: 36 x 27 cm. Mit großer Titelei in aufwendiger Kalligraphie mit Federwerk sowie eingemalter Siegelmarke in Federzeichnung. Pappband d. Z. (Rücken lädiert, beschabt am Kanten und Ecken) mit Seidenkordelbindung und hübschem floralen Brokatpapierbezug (teils etwas verfärbt, oxidiert, fleckig, beschabt). Schlitz 6. Mai 1762.

Umfangreiche, ausführliche Urkunde des hessischen Hochpfalzgrafen Christian Jacob Schwenzel: "Comes Palatinus Caesareus, Hochgräflicher Goertzischer Rat und Amtmann" aus der Burgstadt Schlitz im hessischen Vogelsbergkreis. Schwenzel ernennt krafft seiner vom Kaiser verliehenen Gewalt "diejenigen Personen so ich dazu tauglich und geschickt erachtete zu kaiserlichen Notaren oder öffentlichen Schreibern zu creiren und zu ernennen nach mehrerem Inhalt des mir hierüber mildest erteilten Diplomatis dessen Anfang ist:

Von Gottes Gnaden Wir Johann Friedrich und sich endet: Zu mehrer Urkund haben wir diesen Brief eigenhändig unterschrieben auch unser grosses Erpalatinat Insiegel daran hängen lassen ... Also creire ordne und setzt ich hiermit vermögend und in Kraft habender Kaiserl. Macht und Gewalt an Ihreo Kaiserl. Majestät statt und in allerhöchstdero Namen besagten Herr Johann Heinrich Gottlieb Herrmann zu einem öffentlichen Schreiber und Richter, auch verleihe und gebe denselben alle solchen Notariats-Amt anklebende Privilegia Fryheiten Vorteile Würden und Gerechtigkeiten nebst der Erlaubnis das von ihm selbstgewählte hier abgezeichnete Signet [hier folgt das gezeichnete Siegel] bey allen in den Instrumenten und Schriften welcher er künftig hin als Notarius verfertigen wird zu gebrauchen ... Zu wahrer Urkund habe ich gegenwärtigen offenen Brief eigenhändig unterschrieben und mit meinem anhangenden Palatinat Insiegel bekräftigt".

Es folgt die Unterschrift "Christian Jacob Schwenzel" mit seiner Paraphe unter der Datierung: "So gegeben Schlitz, d: 6ten May 1762". Gegenüber das sehr fein eingemalte hübsche Signet, das dem neuen Schreiber und Richter Johann Heinrich Gottlieb Herrmann verliehen wurde: mit Darstellung einer Berglandschaft, einer Palme, einem Gewitterblitz, vor dem ein Rundschild die Hand mit der Waage der Gerechtigkeit schützt. Motto: "Iustus protegit iustos" und der Umschrift "Not. Publ. Caesar. Iuri. Ionn. Heinricus. Gottlieb. Hermanus". – Erste und letzte weiße Seite etwas angestaubt, insgesamt sauber und wohlerhalten. Vollständige Transskription beiliegend.

Stima
€ 400   (US$ 440)


Aggiudicato per € 220 (US$ 242)

Einhorn-Panel
und L÷wen-Groteske. 2 Panele

Lotto 1036

Einhorn verso Löwengroteske
Einhorn-Panel und Groteske. 2 quadratische Schmuckpanele mit Ölfarbenmalerei auf Goldgrund. Geglättete, verso an Kanten abgefaste Holzpanele. Ca, 30,8 x 30,4 bzw. 30,5 x 29,7 cm. Mitteldeutschland um 1780.

Zwei sich entsprechende, bzw. in der Horizontale sich gegenüber stehende Holzpanele, die als Türspiegel aus einem Sekretärschrank stammen, wo sie wohl Schreibutensilien vor dem Zugriff schützten. Die fast quadratischen Panele sind verso an allen vier Kanten konzentrisch zur Mitte hin auf ca. 5 cm abgefast und wurden wohl schon im 18. Jahrhundert aus dem einstigen Zusammenhang gelöst und mit einem Rundhaken oben versehen, um sie als Tafelgemälde aufhängen zu können.
Vor planem Goldgrund ist links ein steigendes Einhorn und rechts eine monströse Löwengroteske dargestellt. Eingefasst in üppige, knollige Akanthusranken, die in vielfach abgestuften Grüntönen gehalten sind und die mehrere große rote, dem Granatapfel ähnliche Früchte ausbilden (eine Frucht ist offen und zeigt ihre saftigen rundroten Kerne), in das sich die löwenmäulige Groteske rechts mit lechzender Zuge hineinzubeißen anschickt, eingefasst auch von zarterem, die Akantuszweige begleitendem spätbarockem Lineament auf dem schimmernden Goldgrund - stehen sich die beiden Fabelwesen gegenüber, wobei sich das heransprengende Einhorn fast vor der Groteske zu erschrecken scheint. Das anatomisch recht gekonnt gestaltete Einhorn ist wie üblich ein (hier etwas grau-braun falber) Schimmel mit dem langen, spitzen, aus der Stirn herauswachsenden Horn, das schwarz-gelb gedreht ist. Die Mähne unterstützt flatternd den Schwung des auf den Hinterbeinen steigenden Einhorns, seine Ohren sind spitz aufgestellt. Die Groteske wächst hingegen vegetabil aus einer grünen Akantusranke heraus, wobei sich die Farben von dunklen Grüntönen bis zum Braun verändern. Aus den Blättern werden Schuppen, aus den Zweigen ein Gesicht mit Löwenschnauze und zwei Fangzähnen sowie weiß hinterlegten, gierigen Augen, das Maul weit aufgerissen, die Zunge herausgestreckt - wie kurz vor dem Hereinbeißen in die saftig glänzende Frucht. – Hier und da einige kleine Oberflächenläsuren, Farbabrieb, wohl auch wenige Auffrischungen bzw. Retuschen. Nur leichte Gebrauchsspuren, insgesamt in der Farbigkeit sehr frisch und höchst dekorativ. Einhorn-Darstellungen sind, auch in der spätbarocken rustikalen Ornamentik von Möbeln etc., eher selten.

Stima
€ 700   (US$ 770)


Aggiudicato per € 1.900 (US$ 2.090)

Liure d'Heures
La Sainte Messe. Historistisches Stundenbuch. L...

Lotto 1037

"Liure d'Heures - La Sainte Messe". Historistisches Stundenbuch. Lateinische und französische Handschrift auf Pergament. Geschrieben in einer gebrochenen Gotica Textura in schwarzer, roter und blauer Tinte. 99 nn. Bl. (davon 2 w.)12 Zeilen. Schriftraum: 8,8 x 6 cm. Format: 23,2 x 17,2 cm. Mit zahlreichen bis zu 6-zeiligen Initialen in Gold und Farben und Hunderten von Zeilenfüllern, durchgehender Rubrizierung mit kleinen Federwerkinitialen in Rot und Blau, alle Seiten mit breiten Rahmenbordüren in phantasievoller Gestaltung in Gold, Silber, Kupfer (teils punziert) und Farben, 2 kleinen Miniaturen in den Rahmen sowie 3 ganzseitigen Miniaturen. Geglättetes dunkelgrünes Maroquin (Rückdeckel mit minimalen Kratzern) mit goldgeprägtem RTitel "MISSEL", auf dem VDeckel eingelassener mehrfach gebrochener, ziselierter Goldmetall-Vignette mit Ligatur, Steh- und Innenkanten-Dentelles und reichen golgeprägten Maroquinspiegeln sowie fliegenden Vorsätzen mit Seidenmoiré-Bezug (dieser teils minimal eingerissen, beschabt). Eingelegt in eine Holzkassette mit dunkelrotem Kalbslederbezug (teils leicht brüchig, beschabt, bestoßen, bekratzt) mit goldgeprägter Deckelbordüre und 2 Blechschließen sowie Innenbezug aus weißer Feinseide und Seidenkordel (Gebrauchsspuren, leicht angestaubt). Frankreich um 1860.

Mess- und Stundenbuch mit ausgewählten Gebeten der Horae Beatae Mariae Virginis und den liturgischem Ablauf der Heiligen Messe, etc., das ganz in der Tradition der französischen Buchmalerei des mittelalterlichen Herbstes in der Mitte des 19. Jahrhunderts angefertigt wurde. Auf dem Vorderdeckel die aufmontierte Ligatur in feinstem, vielfach durchbrochenen und minutiös ziselierten Goldblech "ME" oder "EM" mit den Initialen des anonymen Eigners.
Die durchgehende Illuminierung ist bemerkenswert, zeigt sie doch auf besonders phantasievolle Weise die Meisterschaft eines Miniaturisten des 19. Jahrhunderts, der einerseits die mittelalterliche Buchkunst studiert hat, sich aber andererseits auch weitgehende Freiheiten in der Ausgestaltung nimmt, wobei er in ekklektizistischer Manier aus dem vollen Formen- und Ornamentrepertoir der vergangenen 500 schöpft.
Das Buch gliedert sich: Fol. 1 weiß, Fol. 2 Titelblatt "Liure d'Heures", Fol. 3 Miniatur, Fol. 4-6 Gebete für den Morgen und Abend, Fol. 7 Titelblatt "La Sainte Messe", Fol. 8-Text der Messe mit Gebeten, liturgischen Gesängen (ohne Noten), Antiphona, Hymnen für die Sonntage und Heiligenfeste, Te deum, Ave Maria, De profundis, Communion etc., Fol. 40 weiß, Fol. 56 "Cérémonies du Mariage", Fol. 79 weiß, Fol. 83 "Chemin de la Croix" mit den 14 Kreuzwegstationen, Fol. 96 Titelblatt "Souvenirs de Famille" (nicht ausgefüllt) mit 3 Blätter mit 6 Rahmenbordüren und leeren Textfeldern. Fol. 99 "Table".

Die Miniaturen zeigen
Fol. 3: Das Christuskind mit einem Erwachsenen im Gepräche (Joseph, ein Schriftglehrter, Johannes d. T.?)
Fol. 29: Kleine Randminiatur mit dem Kelchbringer-Engel.
Fol. 41: Sankt Margarete mit dem Drachen auf ziseliertem Goldgrund mit breiter Bordüre.
Fol. 78: Kleine Randminiatur mit Herz-Jesu-Darstellung, Christus mit Nimbus und rotem Herzen auf der Brust, aus ds er deutet. Auf punziertem Goldgrund.
Fol. 80: Kreuzigung Christi mit Maria, Johannes und Magdalena zu Füßen des Kreuzes. – Alle Pergamentblätter sauber an Gazestreifen montiert und eingebunden (wenige Blätter etwas gelockert), kaum Gebrauchsspuren, nahezu fleckenfrei. Der bemerkenswert schön gearbeitete Einband offenbart seine ganze Pracht mit dem Öffnen der Deckel und der üppigen Goldprägung auf den Innendeckeln: Florale, vegetabile Bordüren mit Eckfleurons gruppieren sich um einen großen Losange-Spiegel in der Mitte.

Stima
€ 5.000   (US$ 5.500)


Prezzo post-asta
€ 3.000   (US$ 3.300)



Elsńsser, Familie
Naturwissenschaften, Botanik, Alte Geschichte, ...

Lotto 1038

Elsässer, Artur und Emanuel. Schulhefte mit zahlreichen, teils farbigen Zeichnungen, Skizzen und Noten. Deutsche Handschrift auf Papier. 3 Hefte im 4░-Format. Halbleder (1) und Halbleinen (2) (jeweils mit Bezugspapierfehlern, fleckig, Gebrauchsspuren). Deutschland um 1891-1900.

Hübsches Konvolut von Schulheften, die einen interessanten Einblick in die Lehre von Schülern an den staatlichen Gymnasien und Hochschulen zeigen, hier zweier Kinder der Familie Elsässer, die u. a. in die Berner Lerberschule (gegr. 1859 von Theodor von Lerber) gingen.
1) A. Elsässer. Geschichte - Culturgeschichte. Lehrer: Arth. v. Lerber. Lerberschule 1891/92. 32 (2 w.) Bl. Mit 13 (3 eingeschalteten) Feder- bzw. Bleistiftzeichnung: Bleistiftzeichnung (Tiger), 2 farbig kolorierte Federzeichnung (Ritter zu Pferde), 4 Karten (antike Reiche), Federzeichnung (Pyramiden) etc. - 2) Specielle Anatomie. Myologie, Splanchologie, Angiologie. Prof. Aeby (wohl auch Bern). Vorlesungsmitschrift der Biologie, Anatomie und Anthropologie. Ca. 100 nn. Bl. (davon mehrere w.) mit Seitenfalz, auf dem zahlreiche, meist farbig mit Buntstiften kolorierte Bleistiftzeichnungen eingemalt sind. - 3) Em(anuel). "Musik-Heft. Violine". Deutsche Handschrift mit Notenschrift auf Papier. 50 Bl. mit Titelblatt und 50 S. Notenschrift in schwarzbrauner Tinte und Bleistift. Geziert mit 4 abgezogenen Oblaten-Bildern und bunt illustriertem Titel in Gouache auf Feder. 24 x 18 cm. - Hübsche privat gesammelte Lieder nach Melodien von Bellini, Donizetti, Meyerbeer, Rossini, Verdi und anderen, die mit der Geige zu spielen sind, dabei auch zwei adaptierte Stücke von Bach, u. a. aus der Matthäuspassion etc. – Geringe Gebrauchsspuren. Interessante Dokumente der Zeit.

Stima
€ 300   (US$ 330)


Aggiudicato per € 180 (US$ 198)

Schmidt, Georg
Waldv÷gelein. Deutsche Handschrift auf Papier

Lotto 1039

Schmidt, Georg. "Waldvögelein". Deutsche Handschrift auf Papier. 63 S. Mit eingemalter Initiale und 15 kleinen figürlichen Vignetten in Federzeichnung. Leiden d. Z. (angestaubt, fleckig, beschabt, bestoßen) mit Goldprägung. 27,5 x 22 cm. Neu-Ruppin 1896.

Hübsches, wohl unveröffentlichtes Versgedicht auf das "Waldvögelein", in feinster, sauberster moderner Kurrentschrift mit Sepiatinte auf Papier gebracht sowie reizend illustriert mit entzückenden kleinen Vignetten. Der Titelschriftzug in Kalligraphie mit Federwerk und teils in Goldmalerei. – Minimal gebräunt, wohlerhalten.

Stima
€ 120   (US$ 132)


Prezzo post-asta
€ 60   (US$ 66)



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