Prego inserire i termini di ricerca:

BASSENGE Kunst-, Buch- und Fotoauktionen

Sprache / Language / Lingua


Contenuto del Catalogo

Catalogo Letteratura, Libri d'Infanzia » Dipartimento Libri
Letteratura, Libri d'Infanzia Prezzo del catalogo EURO 20,00
Data dell'asta Mar, 15. Ott., 10:00


» Catalogo completo (Lotti 1001 - 1295)

» Ordina il catalogo

» AGB (in pdf)
» First Time Bidders (as PDF)
» Offerta (in pdf)
Tutti i Capitoli Handschriften und Einzelblätter / Manuscripts / Manoscritti
fino a
Faksimiles
» Capitoli

1 2 3 4 5 6 7 8 9 ... 30    prima pagina riavvolgimento rapido indietro una pagina avanti una pagina avanzamento rapido ultima pagina

Immagine Principale Descrizione Stato
Grablegung Christi
Spätmittelalterliche Handschrifteniniatur eines...

Lotto 1011

Beweinung Christi. Spätmittelalterliche Handschriftenminiatur eines Antiphonale. Miniaturmalerei in farbiger Gouache mit Pinselgold auf Pergament. Größe ca. 17,4 x 14,7 cm (auf den Rand beschnitten), in vergoldetem Holzprofilrahmen hinter Glas. Wohl Venedig Mitte des 15. Jahrhunderts.

Große Handschriftenminiatur auf Pergament. Ausschnitt ohne den einstigen Rand, der nur noch oben fragmentarisch sichtbar ist. Verso mit blauer Initiale "Q" für "Qui timendo..." mit vier teils abgeschnittenen Notensystemfragmenten mit romanischer Quadratnotation.
Recto mit der Szene der Grablege bzw. Beweinung Christi nach dessen Kreuzigung: Der Heiland wurde von Nikodemus und Josef von Arimathäa auf ein kostbares weißes Leinentuch, das hier mit hübschen grünen Sternblüten bestickt ist. Die beiden reichen Juden hatten Jesum ihr eigenes, kostbares Grab zur Verfügung gestellt, hier ein mächtiger Marmorsarkophag mit blauem Kassettenmuster an der Front und mit roten Simsbändern und kopfstehenden Vierpässen im Quadrat aus Rosso-Marmor.
"Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm den Leichnam und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber" (Mt 27,57-60).
So heben Joseph und Nikodemus den Leib Christi in das Grab, während Maria - hier in Grün gewandt - ihren Sohn mit ihrer Linken segnet und Maria Magdalena zu seinen Füßen steht. Johannes, Jesu "Lieblingsjünger" hebt die Hand Christi, deren Stigmatum er küsst, während sich hinter dem Sarkophag die Jünger in großer Schar, Männer und Frauen des Gefolges Jesu, versammelt haben, darunter Petrus, Andreas, Jakobus und Maria Maria, die Mutter des Jakobus.

In synoptischer Zusammenschau wird über der Szene der schon auferstandene, in den Himmel gefahrene Heiland als "Christus triumphans" mit der rot-weißen Siegesfahne, auf Wolken stehend dargestellt, flankiert von zwei schwebenden Engeln, die als Insignien Kreuz und Speer, die "Arma Christ", halten.

Stilistisch lässt die Miniaturmalerei Einflüsse der venezianischen Malerei des 15. Jahrhunderts erkennen, darunter einige Charakteristika wie die gedämpften Pinselgold-Nimben, vor deren Scheiben sich die Köpfe mit dunklen Schatten abheben, das rötlich-kraftvolle Strähnenhaar der Maria Magdalena, der orientalische Fez des zweiten Jüngers links, die Schleier der beiden Frauen am rechten Rand etc. Die höchst feine Gestaltung der Gesichter, die durchaus bemerkenswert individuell und vielfältig zu nennen sind, zeigt mehrere Anleihen an die griechische Ikonenmalerei, die in dieser Zeit in bekanntermaßen über Italien, besonders eben über Venedig in das Weströmische Reich gelangte. Man vergleiche hier etwa die bärtigen Gesichter des Nikodemus und des Jüngers links hinter ihm: mit minutiöser Pinselführung wurden hier die braun-schwarzen Schattenlinien und die nicht weniger feine Weißhöhung zur Schaffung von Plastizität aufgebracht, die durchaus überzeugt, den Gesichtern aber auch etwas leicht Hölzernes verleiht, wie es für die zeitgenössische Ikonen typisch war. – Etwas wellig, wenige horizontale Knickspuren mit ganz leichter Farbabplatzung, unten ein winziger Fehlstelle, wenige kleine Inseln mit Farbabplatzungen, rechts oben am Sarkophag eine mit grau übermalte Fehlstelle, sonst wohl nur minimale Retuschen oder Ausbesserungen. Verso angestaubt und leicht unfrisch, sehr schönes, bemerkenswert feines Blatt.

Stima
€ 1.800   (US$ 1.980)


Antoniusfeuer
Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen höf...

Lotto 1012

Antoniusfeuer. Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen höfischen Stundenbuch mit einer Miniatur in Gold und Farben. Darstellungsgröße ca. 9 x 8 cm. Blattgröße ca. 17 x 13 cm. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Frankreich um 1475.

Ein ikonographisch bemerkenswertes Blatt aus einer spätmittelalterlichen Brevierhandschrift aus der Ile-de-France vom Ende des 15. Jahrhunderts. Dargestellt ist eine eher selten vorkommende Szene, nämlich das "Antoniusfeuer". Der heilige Antonius Eremita wurde schon um 1065 im nordfranzösischen Monasterium La-Motte-aux-Bois verehrt, als die nach dem Kirchenvater benannte Laienbruderschaft, die sich vor allem um die Aufnahme der Pilger kümmerte, im Laufe der folgenden Jahrhunderte zum Orden der Antoniter-Chorherren entwickelte. Antonius Eremita wird als Schutzpatron des "Heiligen Feuer" bzw. "Antoniusfeuers" angebetet. Er schützte vor Feuer und eben auch vor der durch Ergotismus ausgelösten, schmerzhaft brennenden, teils tödlichen Krankheit.
Das "Ignis sacer" trat vor allem in Hungerzeiten nach dem Verzehr des rohen, unverarbeiteten und verdorbenen Korns als eine Mykotoxikose auf. Eine frühe Quelle berichtet: "Im Gau von Paris und auch in diversen umliegenden Gauen wurden verschiedene Gliedmaßen der Menschen von einem schmerzenden Feuer durchdrungen; und die wurden allmählich zerfressen und vernichtet, bis der Tod schließlich die Martern beendete. Manche von denen entrannen der Plage, indem sie viele Stätten der Heiligen aufsuchten; mehrere nämlich sind in Paris in der Kirche der hl. Gottesmutter (i.e. Notre Dame) geheilt worden, in dem Maße, daß wieviele auch immer dorthin gelangen konnten, als von dieser Seuche erlöst erklärt wurden; diese unterhielt der Herzog Hugo (Hugo Magnus, ca. 893-956) mit täglichen Unterstützungen. Während etliche von ihnen in ihre Heimat zurückkehren wollten, wallte die Hitze trotz des ausgelöschten Feuers wieder in ihnen auf; zur Kirche zurückgekehrt, wurden sie befreit" (aus einer Handschrift um 945, vgl. Sieger, Antoniuswein und Amputationen, 2005).
Auf der Miniatur, die von Goldrahmen eingefasst ist, deren Stäbe sich zu einer Dornblattrankenbordüre auswachsen - und die unten rechts für den üppigen grünen Mantel der höfischen Jungfrau mit einer Ecke geschickt ausgeweitet wurde, sieht man in einem romanischen Gehäuse links den Heiligen im Feuer stehen, das ihm nichts anhat, mit Goldnimbus, Buch und Knüppel sowie vor ihm eine Dame in kostbarem höfischen Gewand. – Minimale Bereibungen, sehr frisch und in leuchtender Farbigkeit. Winzige Löchlein, nicht ausgerahmt.

Stima
€ 500   (US$ 550)


Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene
Lateinische Handschrift auf Pergament.

Lotto 1013

Bis dato unbekanntes Renaissance-Manuskript mit Texten antiker Autoren
Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene tradotte dal greco etc. Großes Fragment mit Texten antiker Autoren. Lateinische Handschrift auf Pergament. 80 Bl., gez. 17-104 (recte 96). 16 Zeilen. Schriftraum: 9,8 x 5,8 cm. Format: 16,5 x 11,4 cm. Mit Kapitelüberschriften (Autorennamen) und marginalen Randziffern (Briefnummern) in Blassrot sowie ca. 114 2-zeiligen Blattgold-Initialen auf rotem und blauem Grund mit Binnenornamentik in feiner Federzeichnung. Modernes Kalbsleder (Gelenke brüchig oder offen, leicht bekratzt). Italien um 1480.

Offenbar bis dato unbekanntes Fragment einer italienischen Pergamenthandschrift mit Texten von Briefen des sizilianischen Tyrannen Phalaris von Syrakus (gest. 555 v. Chr.), des römischen Cäsarmörders Marcus Iunius Brutus (85-42 v. Chr.), des griechischen Philosophen Diogenes von Sinope (413-323 v. Chr.) und vieler anderer, meist aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt. Auch wenn die Texte im Allgemeinen durchaus überliefert und bekannt sind, handelt es sich bei der vorliegenden Handschrift um eine Zusammenstellung, die wir in ähnlicher Form nur in einem Manuskript der Laurenziana in Florenz nachweisen können. Der Codex wird dort folgendermaßen beschrieben: "Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene tradotte dal greco ec. Cartac, sec. XV, di carte 78, delle quali la 71 è bianca. Scrittura italica, tutta di una mano: scritto a Pirano d'Istria nel 1471 (Cod. Ashb. 11-AsHB. 198, 19.8 275-207)", wonach es sich also um eine Papier- und keine Pergamenthandschrift handelt und der Codex mit 78 Blättern komplett ist (von dem Blatt 71 weiß blieb).

Der Codex ist ein in dem istrischen Piran, einer damals als "Pirano d'Istria" zur venezianischen Terra ferma gehörenden Adria-Stadt, entstandenes Manuskript, das eine Sammlung von Briefen antiker Autoren nach einer bestimmten Reihenfolge und Nummerierung enthält. Beide Codices, der uns vorliegende wie der der Laurenziana, gehen sicherlich auf eine wesentlich ältere (und wohl nicht mehr erhaltene) Handschrift zurück, deren ursprüngliches Vorbild wohl schon aus der Antike stammt. Insofern kommt der uns vorliegenden Handschrift eine besondere Bedeutung zu, kann sie doch im Vergleich mit dem Ambrosiana-Codex neue Lesarten enthalten, die helfen können, den Urtext weiter zu erschließen.

Dem Ambrosiana-Manuskript gehen die hier fehlenden "Epistolae Phalaris (sic) per Dnm Franciscum Aretinum de greco in latinum traduci" voran sowie ein Widmungsbrief des Übersetzers Francesco Marsuppini an Malatesta Novello.

Erfasst wurde das Ambrosiana-Manuskript wie üblich anhand der Incipit-Zeilen, die im Vergleich mit unserer Handschrift schon oftmals bemerkenswert abweichen, was die Übersetzung ins Lateinische betrifft. So findet sich in der Ambrosiana-Handschrift der Briefanfang Paurolas folgendermaßen zitiert: "Que a patre in filios", während es bei uns heißt: "Que a patre in filium", "Cum Himeram..." wird bei uns "Cum in himeram necessario venissem", "Nicaeneto Aristophonti Temeritas et iuventutis" wurde zu "Ariphradi Temeritas et iuventutus" etc.

Vorhanden sind in dem vorliegenden Fragment die Briefe 17-130 (es fehlen gegenüber dem Ambrosiana-Manuskript also ggf. die Vorstücke, die Briefe 1-16 sowie 131-138). Der Text hier hebt also erst auf Blatt 17 (der späteren; oben in der rechten Ecke mit grau-schwarzer Tinte eingetragenen) handschriftlichen Nummerierung mit dem Brief 17 des Paurole an. Es folgt Brief 18 Paurole und dann Brief 19 Erythiae auf Seite 19 etc. Zitiert werden hier nur die ersten und der letzte Brief, um einen Eindruck des Textes und seiner Organisation zu geben.

Brief 17 Fol. 17r Paurole. Maxime utrumque parentem
Brief 18 Fol. 18r Derselbe. Que a patre in filium
Brief 19 Fol. 18v Erythiae. Si nostre tyrannidis
Brief 20 Fol. 20r Paurola. Coronam abs te sexdentorum aureorum pondo
Brief 21 Fol. 21r Paurole. Cum in himeram necessario venissem
Brief 22 Fol. 22v Camarinensibus. Et in gelliam misi et ad Leontinos
Brief 23 Fol. 22v Lucino. Non recte in Leontinorum
Brief 24 Fol. 23v Leontinis. Si meum contra vos bellum solvi desideratus
Brief 25 Fol. 23v Leontinis. Leonidam quem res meas exploratum misistis
Brief 26 Fol. 24r Hieronymo. Rogasti me quibus adductus rationibus Leontinos in agrum
Brief 27 Fol. 24v Nichophemo. Quos in Leontinorum concione missabili cruciatu
Brief 28 Fol. 25r Timonacti. Vicisci bello Leontinos
Brief 29 Fol. 25v Samee. Cum mores tuos optimos et meredibilem erga omnes
Brief 30 Fol. 26r Pythagore. Phalaridis tyramni a pythagore
Brief 31 Fol. 27r Thoraci. Utrum me ipsum
Brief 32 Fol. 27v Ariphradi. Temeritas et iuventutis
Brief 33 Fol. 28r Niceneto. Quod sepenumero patri tuo scripsimus
Brief 34 Fol. 29r Antimacho. Si reddere mutuum potest et tamen
Brief 38 Fol. 29r Aristomeni. Noli egre ferre uulnera que in bello accepimus
Brief 36 Fol. 29v Xenopithi. Non me pertubant calumnie
Brief 37 Fol. 30r Catiniis. Cum ad me cives vestri captive deducerent
Brief 38 Fol. 30v Catiniis. Vos fortasse satis mihi penarum dedisse
etcetera bis
Brief 130 Fol. 104r Stesichoro. Nicocles Syracusanus non ignoras fortasse

Jeder Brief beginnt mit einer großen, 2-zeiligen Zierinitiale in aufrechter Renaissance-Antiqua, die in leuchtend-schimmernden Blattgold auf einen Grund aus blauer und roter Deckfarbe aufgetragen wurde. Dabei umspielen die wiederum mit Binnenornamentik in feinster weißer Federzeichnung reich gezierten Farbfelder die Form der Initiale äußerst abwechslungsreich: als Quadrat- und Rechteckformen, aber auch mit abgeschrägten Ecken, mit Ausläufern um die Serifen, kleinen Haken, Zacken und Bögen. Ebenso wie die bemerkenswert klare, sauber geschriebene Gotica rotunda zeugen die Initialen von der hohen Handschriftenkunst zwischen Mittelalter und Neuzeit, zwischen Gotik und Renaissance, was die Datierung des Manuskripts bestätigt.

Jede Seite ist sauber mit blassroten Linien regliert, wobei die beiden Textspiegel der Doppelseiten in die Mitte zum Bug gerückt sind und einen bemerkenswert breiten Rand lassen (an der Außenkante 4 cm, unten soger 5 cm!). Die Nummern der Briefe, die weitgehend denen im Ambrosia-Codex entsprechen, sind jeweils in die Randmarge auf Höhe der Initialen mit blassroter Tinte eingeschrieben, ebenso wie die Briefautorennamen in klaren Antiqua-Versalien.

Zu den Texten vergleiche folgende Literatur: Marco Giunio Bruto. Epistole greche. hrsg. von Luigi Torraca (Hrsg). Neapel 1959.
Muratore Davide, Le epistole di Falaride. Catalogo dei manoscritti. La Spezia 2002. Zum Ambrosiana-Codex siehe: Cesare Paoli und Enrico Rostagno (Hrsg.), I codici ashburnhamiani della R. Biblioteca Mediceo-Laurenziana di Firenze (Kompilation von C. Paoli, E. Rostagno und T. Lodi). Libreria dello Stato 1887, S. 309ff. – Die ersten vier Blätter und das letzte Blatt mit älteren Wischern bzw. Rasuren im unteren Rand, dort wohl mit Löschung älterer Besitzvermerke oder Einträge des 18. Jahrhunderts (?), was sicherlich darauf hindeutet, dass der Codex wohl schon länger nur als Fragment erhalten war), wenige minimale Löchlein im Pergament, vereinzelte Fleckchen und ganz leichte Schatten, insgesamt aber sehr gut erhaltenes, durchgehend sauberes, breitrandiges Manuskript auf prachtvoll gegerbtem, honigfarbigen Pergament zu je acht Blättern pro Lage.

Stima
€ 8.000   (US$ 8.800)


Handschriften-Fragment
2 spätmittelalterliche Pergamenthandschriften,

Lotto 1014

Handschriften-Fragmente. 2 spätmittelalterliche Pergamenthandschriften, darunter eine liturgische Handschrift und ein Stundenbuch-Fragment. Mit insgesant 55 Blättern. 34 x 25 cm bzw. 12 x 7 cm. Mit vielen eingemalten Zierinitialen, teils mit figürlichen Grotesken, zahlreichen Blattgold-Initialen und einigen Federwerk-Bordüren mit goldener Dornblattranke und farbigen Blüten. Halbleder um 1890 bzw. Pergament-Umschlag. Frankreich ca. 1480-1580.

Nicht nur für Buchbinder und Restauratoren interessantes Material mit originalen Handschriftenblättern der mittelalterlichen Buchkunst. Das kleine Stundenbuchfragment enthält vor allem einen Teil aus dem Kalendarium mit Aufführung der Heiligenfeste, geschrieben in Schwarz, Rot und Blau, geziert mit zahlreichen Goldinitialen und hübschem Federwerk mit Dornblattranken, ferner noch weitere Blätter derselben "Horae Beatae Mariae Virginis" vom ausgehenden 15. Jahrhundert, entstanden wohl in der Ile-de-France (mit Feuchtschaden im Bug, daher vor allem die letzten Blätter mit etwas Tintenfraß und daher löchrig). Die liturgische Handschrift mit 34 großformatigen Folio-Blättern (34 x 25 cm) ist mit zahlreichen bemerkenswert hübschen großen Federwerk-Initialen in Rot und Blau geschmückt und zeigt ferner auch Grotesken-Initialen mit aus den Stäben herauswachsenden Schelmengesichtern und Monsterköpfen, aber auf vielen floralen Elemente. – Mit Einbrüchen durch Mäusefraß, mit Knickspuren, etwas fleckig und angestaubt, meist aber sehr ordentlich, die fragmentarischen Blätter im Korpus gut erhalten.

Stima
€ 1.000   (US$ 1.100)


Flucht nach Ägypten
Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen Stu...

Lotto 1015

Flucht nach Ägypten. Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch mit einer Miniatur in Gold und Farben. Darstellungsgröße ca. 9,8 x 6,2 cm. Blattgröße ca. 18 x 14 cm. Mit großer Blattgold-Initiale, dreiseitigem Guilloche-Rahmen auf Goldgrund und breiter, besonders sorgfältiger Federwerkbordüre mit goldenen Dornblattranken, Blüten und gold-blauem Akanthus. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Frankreich um 1480.

Bemerkenswert qualitätvolle Arbeit eines begabten Miniaturisten, der hier eine besonders schöne Interpretation der innigen Szene von der Flucht nach Ägypten schuf: Im Sinne der im 13. Jahrhundert aufkommenden Andachtsbilder konzentriert sich die Szene auf die wesentlichen Elemente und zeigt Maria mit dem Jesusknaben auf dem Esel, der von Joseph durch die grüne Berglandschaft geführt wird, während man im Hintergrund die Silhouette einer Stadt ausmachen kann. Auf Begleitpersonen wird vollständig verzichtet.
Die Gesichter Mariens und des Joseph sind dabei äußerst fein modelliert, wobei Maria als hübsche Jungfrau mit roten Wangen und Joseph deutlich als alter Mann mit mächtigem grauen Bart und jüdischer Trichtermütze dargestellt ist. Joseph schreitet dem kleinen Zug voran, in der Linken den goldenen Pilgerstab, die schwarzen Schuhe in weitem Schritt unter der chrysographisch gehöhten türkisfarbenen Tunika und dem elfenbeinfarbenen, schweren Mantel.

Mit seiner Rechten hält er den niedlich zotteligen Esel am Zaum, auf dem Maria in überzeugender Sitzhaltung sitzt, während ihr weites blaues, mit Goldbordüre gesäumtes Gewand zahlreiche Falten wirft. Das Christuskind wendet sich ihrer entblößten linken Brust zu, beide sind mit schimmerndem Gold nimbiert. Im Hintergrund erscheint die Silhouette von Bethlehem als mittelalterliche Stadt mit Rundtürmen, Häusern und Stadtmauer in Verblauung über einem See. Von oben hält Gott schützend seine Hand über die Heilige Familie, was mit goldenen Strahlen ausgedrückt wird.

Die oben halbrund abgeschlossene Miniatur wird an drei Seiten mit einem Zierstab in leuchtendem Gold und mit abwechselnd blauen und roten Ahornblättern an Guilloche-Rankenbändern flankiert. Darum legt sich flächendeckend das feinste Federwerk mit Dornblattranken und großen Akanthusgewächsen in Rot und Pinselgold. – Nur unwesentliche, minimale Oberflächenläsuren, der äußere Rand leicht berieben, nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.

Stima
€ 1.200   (US$ 1.320)


Horae Beatae Mariae Virginis
3 Einzelblätter mit Miniaturen aus einem spätmi...

Lotto 1016

Horae Beatae Mariae Virginis. 3 Einzelblätter mit Miniaturen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch. Spiegel ca. 10,5 x 9,5 cm. Blattgröße ca. 15 x 11,5 cm. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. 28 x 23 cm. Niederlande um 1480.

Drei Blätter mit kleinen Miniaturen aus dem "Commune Sanctorum" eines Livre d'heures, das wohl in den Niederlanden oder Nordfrankreich entstanden ist. Die Malerei ist recht provinziell, aber durchaus dekorativ, der Text aller Blätter ist einseitig von einem Akanthus-Bordürestab begleitet.

Die kleineren Miniaturen mit zeigen den Heiligen Hieronymus in seiner Studierstube beim Verfassen der Vulgata. Im Regal sind mehrere bunte Bücher aufgestellt, darunter sind in der Wand hübsche geschnitzte Tondi zu sehen, und vor dem Heiligen sitzt der treue Löwe. Eine Miniatur zeigt einen Kirchenvater mit dem Engel, der ihm den Text zur Kopie in einem Buch vorhält, womöglich ist hier der Heilige Ambrosius dargestellt (dessen Gesicht ausgewischt wurde, ebenso wie ein Teil seiner Sitzbank). Die dritte Miniatur mit Maria in der Barke als Symbol für das Schiff der Kirche, in Armen hält sie das Jesuskind. – Alle drei Blätter stärker gewellt und mit Abrieb auf der Oberfläche, Gebrauchsspuren und Farbwischern.

Stima
€ 800   (US$ 880)


Johannes auf Patmos
Miniatur auf Pergament aus einem gedruckten Stu...

Lotto 1017

Johannes auf Patmos. Miniatur auf Pergament im Stil eines spätmittelalterlichen Stundenbuches. 1 Blatt mit Miniatur mit zweiteiliger Bordüre. Bildgröße: 7,8 x 6 cm. Blattformat: ca. 16 x 10,5 cm. Unter Glas in Holzprofilrahmen. Frankreich um 1480.

Hübsche Darstellung des auf seiner Insel in die Abfassung der Apokalypse vertieften Evangelisten Johannes. Links hinter ihm ein kleines schwarzes gehörntes Teufelchen, das das Tintenfass an einer Schnur hält, während rechts der Adler mit Nimbus, das Attribut des Johannes, diesem die göttlichen Worte einflüstert. Das Blatt ahmt die spätmittelalterliche Buchkunst auf einzigartige Weise nach, auch wenn der Goldauftrag nicht - wie üblich - aus Blattgold besteht, sondern gepinselt ist. Die prächige, äußerst feine Bordüre aus schwarzem Federwerk zeigt zahlreichen Goldpunkte und mehrer Blüten sowie stilisierten Akanthus in Blau, Violett, Grün und Rot-Gold.
In der schwarzen Bordüre signiert "Ch. Gilbert" und unten "Ch. Geller" sowie in Rot monogrammiert "ec". – In perfekter Erhaltung, auf Schweinspergament, nicht ausgerahmt.

Stima
€ 240   (US$ 264)


Marienleben
2 Einzelblätter mit Miniaturen aus einem spätmi...

Lotto 1018

Marienleben. Darbringung im Tempel und Pfingswunder. 2 Einzelblätter mit Miniaturen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch. Ca. 9,5 x 7 cm. Blattgröße ca. 17 x 12 cm. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. 28 x 23 cm. Frankreich um 1500.

Französiche Stundenbücher vom ausgehenden Mittelalter wurden oft geziert mit Miniaturenzyklen aus dem Marienleben, die "Livre d'heures" bzw. "Horae Beatae Mariae Virginis" (also die Stunden der seligen Jungfrau Maria). Hier sind zwei Einzelblätter mit hübschen Miniaturen vorhanden, die die Darbringung Christi im Tempel und die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten darstellen. Bei beiden Szenen kommt die blaugewandete Muttergottes von links, sie präsentiert ihr neugeborenes Kind dem Hohenpriester im Tempel, der über dem Altar ein Tuch für den Empfang bereithält. Im Hintergrund Joseph und eine Magd. Das Pfingstwunder zeigt die vor einem Tisch mit Gebetbuch stehende Maria, wiederum in Blau gewandet und mit Faltenwurf in feinster Chrysographie. Hinter ihr die in Isokephalie dargestellten zwölf Jünger, von denen lediglich Petrus und wohl Paulus individuell als weißbärtige alte Herren gezeigt werden. – Pfingstwunder-Miniatur mit größeren Abplatzungen der Gewänder der Jünger, die Darbringung besser erhalten, kaum Oberflächenbereibungen, nicht ausgerahmt.

Stima
€ 900   (US$ 990)


Horae Beatae Mariae Virginis
Lateinische und teils französische Handschrift ...

Lotto 1019

Horae Beatae Mariae Virginis. Lateinische und teils französische Handschrift auf Pergament. 146 nn., 2 w. Bl. 16 Zeilen. Schriftraum: 10,8 x 6,4 cm. Format: 16,8 x 11,6 cm. Mit Rubrizierung, Zeilenfüllern und mit zahlreichen 1-5-zeiligen Zierinitialen in Gold und Farben, davon 7 große figürliche Initialen, 8 Längsrandleisten mit Akanthusblattwerk in Gold und Farben, 6 breiten Bordüren mit Blüten und Früchten, Blättern und Akanthus auf Pinselgoldgrund sowie 6 Miniaturen. Rosébrauner Samteinband vom Ende des 19. Jahrhunderts (leicht abgegriffen, kaum berieben, Rücken mit rotem Samt erneuert) mit breiten samtenen Innenkanten, Goldpunktfileten und blauen Moiréseidespiegeln sowie Vorsätzen, mit schlichter dreiteiliger Schließe aus Silberblech, Goldschnitt. Wohl Ile-de-France um 1500.

Besonders üppig mit bemerkenswert qualitätsvollen Miniaturen illuminertes, sicherlich in der Gegend um Paris entstandenes Livre d'Heures, hauptsächlich in lateinischer Handschrift und mit einigen späteren Zusätzen in Französisch am Schluss.

Das Stundenbuch beginnt wie üblich mit dem Heiligenkalender, je ein Blatt für einen Monat, teils nicht ausgefüllt. Im Kalendarium wird eine Anzahl Heiliger hervorgehoben, die auf eine westfranzösische Provenienz deuten können, wie z. B. Albinus (Angers), Briccius (Tours), Eutropius (Saintes) oder Hilarius (Poitiers), die meisten jedoch haben Bezug auf den norosfranzössichen Raumn, darunter Dionysius (Paris), Eligius (Noyon), Germanus (Paris), Ivo (Chartres), Ludwig der Heilige (Paris), Medardus (Noyon und Soissons), Remigius (Reims), Rufinus (Soissons) und Theobald (Provins).

Auf die 12 Blätter Kalendarium folgen die Evangelienstücke und die Gebete "Obsecro te" (Fol. 17v) und "O intemerata" (Fol. 21r). Daran schließen sich Fürbittegebete zum heiligen Christophorus (Fol. 24r), zum heiligen Sebastian (Fol. 26r), zur heiligen Barbara (Fol. 27v) und zur heiligen Anna (Fol. 28r). Auf Fol. 29r beginnen die Stundengebete zur Ehren der Jungfrau Maria mit der Matutin, dann den Laudes (Fol. 39v). Diese brechen jeoch mitten auf der Seite (Fol. 47v) ab, ohne Antiphon "Sancti Dei omnes..." bis inklusive der Oratio "Et pacem tuam...". Die weiteren Stundengebete zu Ehren der Jungfrau Maria werden übersprungen, die Handschrift fährt dann auf Fol. 48r mit den Stundengebeten zur Verehrung des heiligen Kreuzes fort.

Diesen folgt auf Fol. 83r die Bußpsalmen. Auf Blatt 94r hebt die Litanei an, Fol. 99r beginn das Totenofficium. Dieses endet 138r. Abschließend (Fol. 139r bis 140v) einige weitere Gebete. Daran schließt sich von späterer Hand die "L'oreison de sainct augustin" an sowie die L'oraison que feit Manasses, luy estant en captiuité en Babi(lon)" (Fol. 140v bis 146v). Fol. 147 und 148 sind weiß geblieben.

Zur Illumination:
Das ganze Stundenbuch ist sehr hübsch einheitlich von einem geschickten, künstlerisch gebildeten Minaturenmaler illuminiert. Die Randleisten und Bordüren mit Ranken, Blumen und Beeren, darunter Vögel, Schnecke, Fabelwesen, Erdbeeren etc. Eine der größeren Initialen mit reizendem Blumenschmuck. Die vier Evangelisten stellte der Maler jeweils mit ihrem Symboltier als figürliche Initialen dar. Alle vier sind tief in die Lektüre bzw. in das Schreiben der Evangelientexte vertieft.
Johannes Evangelista mit Adler, schreibend im Buch, vor Sternenhimmel (Fol. 13r), Lukas mit dem Stier, fast vollständig verdeckt hinter einem Lesepult, konzentriert auf die Lektüre (Fol. 14r), Matthäus in Diskussion mit dem geflügelten Menschen über einem Folianten (Fol. 15v) und Markus beim Entziffern eines Manuskripts, das auf ein Dreieckpult gelegt wurde, hinter dem der goldgehöhte Löwe den Betrachter anblickt (Fol. 16v).
Initiale mit der anbetenden Madonna (Fol 17v), Blüten-Initiale auf Goldgrund (Fol. 21r), Barbara mit dem Turm (Fol. 27v), Heilige Anna (Fol. 28r),

Die Miniaturen zeigen:
1) Heiliger Christophorus (Fol. 24r)
2) Heiliger Sebastian (Fol. 26r)
3)
Verkündigung Mariae (Fol. 29r)
4) Kreuzigung Christi (Fol. 48r)
5) König David (Fol. 83r)
6) Memento mori, Darstellung des Todes auf dem Friedhof (Fol. 99r) – Wenige unwesentliche Farbwischer, Farbabplatzungen und Bereibungen, hier und da leicht gebräunt, aber kaum fleckig, insgesamt in sehr schöner Erhaltung. Vorsatz mit modernem Exlibris "John Rancis Neylan", erstes Blatt mit altem Stempel-Monogramm.

Stima
€ 14.000   (US$ 15.400)


Heures a lusage de Paris
Paris, Guillaume Eustache, 1509

Lotto 1020

"Heures à lusage de Paris toutes an long sans riens requerir: imprimez nouvellement pour Guillaume eustache demourant a Paris en la rue de la iuifrie au deux sagitteres: ou au pallaiz au troysieme pillier". Spätmittelalterliches gedrucktes Stundenbuch auf Pergament. 123 (statt 128) Bl. Satzspiegel 12,8 x 8,2 cm. Format 16,4 x 10,8 cm. Mit großer kolorierter und goldgehöhter Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, Hunderten von 1-3-zeiligen Initialen in Gold auf blauem oder rotem Grund, Zeilenfüllern und jeweils einer individuell gestalteten breiten Zierleiste sowie 14 (statt 19?) ganzseitigen Miniatur-Holzschnitten und 12 viertelseitigen Holzschnitten, alle reich illuminiert in deckenden Farben und mit Gold, teils auch mit Silber. Schwarzes Maroquin vom Anfang des 17. Jahrhunderts (Rücken mit wenigen winzigen Fehlstellen, leicht bestoßen) mit reicher floraler RVergoldung, dreifachen goldgeprägten Deckelfileten und feinsten Eckfleurons. (Paris, Guillaume Eustache, 1509).

Sehr seltenes, für uns nicht in öffentlichen Bibliotheken nachweisbares gedrucktes und überaus reich illuminiertes Stundenbuch nach dem Gebrauch von Paris. Die prachtvolle Druckermarke des Guillaume Eustache zeigt zwei mit Schilden und Bogen gewappnete Kentauren, die unter einem Baum mit goldenen Früchten, den Wappenschild mit der ligierten Marke des Druckers "GE" präsentieren.
Auch wenn Brunet die zumeist fehlende Bordüren- und Randleistenausstattung der späteren, vor allem der gedruckten Stundenbücher bedauert ("Quoiqu'elles soient presques toutes dépourvues de bordures, les heures de ce librairie sonst encore justement recherchées ..."), so bildet das unsrige eine prachtvolle Ausnahme - und gibt ein Beispiel dafür, dass die hohe Kunst der Illumination, auch der eigenständigen (denn hier sind die Bordüren nicht als Holz- oder Metallschnitte eingefügt) Illumination immer noch perfekt beherrscht wurde.

Den Stundengebeten geht der Heiligenkalender auf 14 Jahre ("Almanach pour xiiii ans"voraus (fol. 1v-7v)
Vom Text her interessant sind vor allem die "Quatrains" zum Kalendarium und eine "Orayson de saint fiacre" am Schluss. Vor einem Pariser Gasthaus, das mit dem Bilde dieses Stadtheiligen geschmückt war, pflegten sich die ersten Pariser Mietsdroschken aufzustellen, woher der Namen Fiaker rührt, der sich dann europaweit ausbreitete. Der heilige Fiacrius von Meaux (auch Fiacrius von Brie, Fiacre, Fèfre, Fèvre, Fiachra, Fiachrach) lebte ungefähr von 590 bis 670 als Einsiedler, der im 7. Jahrhundert aus Irland nach Frankreich gekommen war um dort zu missionieren und das sog. „grüne Martyrium“ zu finden.

Die illuminierten Holzschnitte im Einzelnen:
Verlegermarke (fol. 1r), Martyrium Johannes des Täufers (8v), Verrat Christi mit dem Judaskuss (11v), Verkündigung Mariae (16v), Augustinus und die tiburtinische Sybille (26v), Geburt Christi (34v) Verkündigung an die Hirten (38v), Anbetung der Heiligen Drei Könige (41v), Darbringung im Tempel (44v), Krönung Mariae (51v), David und Uria (54v), David und Bathseba (55r), Jesus und Lazarus (63v), Trinität (84r),
Die kleineren Holzschnitte mit Szenen aus den Vitae Sanctorum, dem Kampf des heiligen Michael mit dem Teufel (91v), Enthauptung Johannes des Täufers durch Salomé (92r), die heilige Barbara mit Turm und Kelch (92r), Ahasver for David? (92v), Enthauptung des Apostels Jakob (93r), heiliger Nikolaus (94r), heiliger Claudius (94v), heiliger Antonius (95r), heilige Anna mit der kleinen Maria (96r), Maria Magdalena (96v), heilige Margarete (97r), heilige Barbara (97v),

Über die Seltenheit des vorliegenden Drucks vgl. schon einen Eintrag der Revue des sociétés savantes: "M. Lhuillier, dans un travail court et substantiel, a fait connaître un livre d'heures imprimé en 1509 sur vélin en liettres gothiques, dont l'exemplaire, conservé à Melun chez un particulier, est peut-être unique. Ce livre a une date, il port un nom d'éditeur (Guillaume Eustache, demeurant à Paris, rue de la Juiverie), mais il manque de nom d'imprimeur" (Revue des sociétés savantes de la France et de l'étranger Band V, 1867, S. 161). – Es fehlen vermutlich fünf Blätter (C8, D1, E8, M1-2), sicherlich mit weiteren ganzseitigen Miniaturen. Im Kanon der Gebetsbuchillustrationen fehlen Mariae Heimsuchung, Kreuzigung, Grablegung, Beweinung und Auferstehung, zentrale Szenen des Heilsgeschehens. Blatt 26 (Sybille) mit winzigem Loch (im blauen Gewand des Augustinus), kaum fingerfleckig oder mit Gebrauchsspuren, lediglich etwas knapp beschnitten im 17. Jahrhundert (leichte Randverluste der Bordürenleisten), insgesamt sehr sauber und frisch und mit den Illuminationen in leuchtenden Farben und feinstem Pinselgold (kaum Abplatzungen). Blatt 26r ein wohl zeitgenössischer handschriftlicher Besitzeintrag einer bürgerlichen (!) Dame "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Ein weiterer Besitzvermerk findet sich auf dem Titel: "A. Grillon D. M. 1678". Vor den Block vorne sind noch zwei weitere Pergamentblätter eingebunden mit vier Seiten liturgischen Gesängen auf rotem Vierliniensystem mit schwarzer Quadratnotation zum Osterfest: "In die Sanctissimo Pascha", hinten entsprechend weitere 12 Pergamentblätter und folgend noch 4 Papierblätter, darauf weitere liturgische Gesänge für den Advent, zum Officium des Heiligen Theobald, der "Missa Sancti Rochi" und Vespergesängen, alles aus dem 16. Jahrhundert. Die vier Papierblätter enthalten zusätzliche Stundengebete in französischer und lateinischer Sprache. Auch die marmorierten Vorsätze sind auf den weißen Rückseiten als Textträger gebraucht. Interessant ist hinten auf den Pergamentblättern 8 und 9 ein hs. Bericht über eine Prozession, die in Provinz (einer Gemeinde im heutigen Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France) am 14. VII. 1675 stattfand, und bei der ein "Eustache Grillon Medecin" genannt wird. Ein dritter Besitzer, eine "Citoyen Piar", hat einen Kaufvermerk vom 13. IV. 1793 auf dem 7. Pergamentblatt eingetragen. Modernes Exlibris auf dem hinteren Innendeckel.

English: Very rare printed and richly illuminated book of hours, never recorded in any public library. With larg coloured and gilt woodcut printers device on title page, some hundres of 1-3 line gold initials, illuminated line filler bars, broad ornamental strips and 14 (instead of probably 19?) full-page miniatures in woodcut, furthermore 12 quarter-page woodcuts, all lavishly illuminated in beautiful colours, partly with gilding and silver. Bound in black Morocco of the beginning of the 17th century (back cover with few minimal losses, slightly scuffed). With rich floral gilt spine, threefold golden cover fillets and corner fleurons.
Five leaves are probably missing (C8, D1, E8, M1-2), presumably on which we once met further full page miniatures, as compared with the usual sequence of mediaeval book of hours there is no depiction of the St. Mary’s Visitation, Crucifixion, Entombment, Lamentation and Resurrection. Leaf 26 (Sybille) with small hole, hardly any fingerstains of signs of wear. In the 17th century, the block seems to be cut a little bit narrowly to edge (minimal loss of marginal borders), altogether a very clean, fresh and beautiful copy with the wonderful, shiny illustration in luminous colouring and finest brush gold (hardly any rubbing).

Leaf 26r with an autograph entry of a bourgeois lady "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Another entry on title page: "A. Grillon D. M. 1678". On two, at beginning bound-in parchment leaves we find four pages with liturgical chants: "In die Sanctissimo Pascha", at the end some more 12 parchment leaves with further vocals, e. g. for the “Officium of Saint Theobald, "Missa Sancti Rochi" and vesper chants of the 16th century Jahrhundert. Added are some additional prayers for the hours. On leaf 8 and 9 we find a report about a procession in the provinz of today’s Département Seine-et-Marne in the region Île-de-France), which took place the 14th July 1675, mention among others a certain "Eustache Grillon Medecin". A third owner is the "Citoyen Piar" with a buyer’s entry of 13th April 1793 (leaf 7).

Stima
€ 12.000   (US$ 13.200)



1 2 3 4 5 6 7 8 9 ... 30    prima pagina riavvolgimento rapido indietro una pagina avanti una pagina avanzamento rapido ultima pagina