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Lotto 1007 Frankfurt an der Oder
St. Marien. Handschriftliche Chronik der Kirche...
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Frankfurt an der Oder. - St. Marien. Handschriftliche Chronik der Kirchengemeinde vom Ende des 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts mit Tausenden von Einträgen. Deutsche, teils auch lateinische Handschrift auf Papier. 416 hs. num S. (inklusive zahlreicher weißer Blätter) sowie ein Druckwerk Martin Luther. Enchiridion. Frankfurt a. Main 1572. 25,5 x 17 cm. Blindgeprägtes Halbschweinsleder d. Z. (etwas stärker beschabt und berieben, bestoßen) mit einst grüngefärbten Pergament-Deckelbezügen (etwas abgerieben, wellig, fleckig). Frankfurt an der Oder ca. 1572-1801.

Ausführliche handschriftliche Chronik der Marienkirche und der Diözese von Frankfurt an der Oder über drei Jahrhunderte. Die teils hs. beschriebenen Blätter sind um einen alten Druck des 16. Jahrhunderts herumgebunden: Martin Luther. Enchiridion: Der kleine Catechismus (Frankfurt, Eichorn, 1572).

Enthalten sind u. a. handschriftliche Einträge mit einem Bücherverzeichnis der Kirche: "Verzeichnis was bey der Unterkirche befindtlich ist. An Büchern in Folio ... Büchern in Quarto". Hinweise zum "Kirchen-Ornat", ein gedrucktes Flugblatt "Dn. Augusto Merckio, Primislavensium ecclesiastae nuptias", ferner Inventarlisten "Res nostri hic equitur quaevis quae pagina templi" mit der Nennung der "Diaconi bey der Oberkirche", "Nachricht von der Einweihung des neuen Altars in der Unterkirche","Nachricht von Verehrungen", "von den Testamenta" etc.

Es folgt eine Chronik der Ereignisse aus dem Oderbruch und der Diözese Frankfurt, darunter Hinweise zur "Gravis Pestilentia", "De Translatione Nundinarum", "Viehsterben", "Jahrmärckte", "Große Contribution dieser Stad" und vieles, vieles mehr, darunter Nennung Hunderter von Namen wie etwa des preußischen Pädagogen Gotthold Samuel Abraham Seemann (1772-1835), des Predigers und Frankfurter Theologie-Professors Johann Gustav Herrmann (1741-1817), Ehrenreich Wehmer (gest. 1825) und anderer.

Es folgen die Kirche direkt betreffende Einträge, wie Stiftungen und Erneuerungen bzw. Restaurierungen von Altar, Orgel, Taufkapelle ("baptisterium stanneum"), der Türme und Türmchen (turis), der Chorgestühle ("subsellia"), mit Wiedergabe der lateinischen Inschriften auf Tafeln, auf Grabmälern etc., jeweils sauber und übersichtlich in Kapiteln geteilt. Es sind meist genaue, oft kunsthistorisch zuverlässige Angaben mit genauer Ortsbezeichnung, wie "Dem Pfeiler gegenüber dem Chor diß Denckmahl hat gesetzt Meister George Lorentz ... ein Grabmahl".

Von ganz besonderem Interesse ist auch die ausführliche Beschreibung der neuen Orgel vom Ende des 17. Jahrhunderts von dem Prediger Tobias Kraszke Tribella-Lusatus, "erstlich in der Lebusser Vorstadt...", mit dessen Biographie, der auch durch eine Publikation nachweisbar ist: "Kurtze Beschreibung der neuen Orgel bey der Ober-Kirchen zu Franckfurt an der Oder, welche anno 1695. am IIX. Sonntag nach Trinitatis [...] eingeweihet worden: Selbige ward gestellet von M. Tobia Krassken Tribella-Lusato". "De suburbii Lebusiani I. Templo, II. Pastoribus et III. Historia Pastoris, Calicem benedictum effundentis..." mit ausführlicher Aufstellung der Realien von Lebus seit dem Ende des 16. Jahrhunderts.

Ab S. 383 "Disposition des newen Orgelwercks in der Oberkirche zu S. Marien in Frankfurt an der Oder, wie solches als klingendes Stimmen Register, und gebrochenes Clavikon so wohl manualiter als pedaliter am 15. 8. 1690 zu verfertigen beschloß ..." mit der Aufführung von "Hauptwerck, Hinter-Oberwerck", "Im Pedal" und "Register der Orgel beiy der Unterkirche" ... mit allen Angaben der Stimmen.

Genannt werden die Pastoren Johannes Musculus, Johannes Gitner, Johannes Praetorius, Christoph Teckler, Georg Hena, David Brüfer, Andreas Albinus, Christian Schultze, Tobias Kraske, Christian Seyfart und andere. Tauf-, Ehe- und Sterberegister sind weitere höchst ergiebige Quellen zur Erforschung der Frankfurter Geschichte und Kirchengeschichte.

Die Tabellen der Täuflinge "Baptizati - Infantes anno quodis Baptismatis unda quot purgarit" enthält in der "Summa 12.211" Einträge, "In coena cibati" (die "am Tische des Herrn Bewirteten", also zur Kommunion Zugelassenen, sprich der Konfirmanden) des Jahres 1651-1800. Es folgt eine Tabelle der "Copulati", der Vermählungen zwischen 1650 bis 1800, in "summa 3233" und schließlich eine der "Defuncti" von 1651 bis 1800, in der 11.663 gezählt werden - interessante demographische Forschungsquellen: "En hicce defunctos sua vita liber omnes recenset colligens discrimine: Nullo, velut mors abstulit. Tu, qui sapis, Mortis memento semper, et vires bene".

Die Handschrift enthält freilich noch Hunderte weiterer interessanter Einträge, die hier nicht im Einzelnen genannt werden können. Der alte Druck ist nach Seite 190 eingebunden:

Martin Luther. Enchiridion: Der kleine Catechismus, für die Gemein, Pfarherr und Prediger. 1 Bl., Bl. 17-203, 1 Bl. (Zwischentitel nach Bl. 31) 2 Bl. (ohne das le. w.). Mit 3 wdhl. großen Titelholzschnitten und 3 ganzseitigen Holzschnitt-Porträts verso Titel. (Frankfurt, Johann Eichorn), 1572. - VD16 L 5122. Der seltene Frankfurter Eichorn-Druck des vollständigen "Kleinen Katechismus'" Martin Luthers, der zusammen mit der Confessio Augustana unter dem Titel "Die Augspurgische Confession, aus dem Rechten Original ... ubergeben" 1572 erschienen war, aber wohl auch (Bl. 17-203) einzeln abgegeben werden konnte.

Er enthält ferner, jeweils mit eigenem Titelblatt, Vignette und Porträtholzschnitt des Markgrafen Johann Georg von Brandenburg (1525-1598) ausgestattet, die "Erklerung der Augspurgischen Confession" sowie die "Kirchen Agenda". - Ein Hauptwerk der brandenburgischen Kirchengeschichte, das die endgültige Einführung der Reformation in Brandenburg bewirkte. Sehr seltene, nach der Mainzer Urkunde edierte Ausgabe, die derjenigen Melanchthons vom dokumentarischen Wert her vorzuziehen ist, da Melanchthon nach eigenem Bekunden nur nach einem Exemplar "bonae fidei" gearbeitet hat. - Titel mit blassem Stempelchen des "Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums zu Berlin", rechts etwas knapp beschnitten (verso Porträt ohne linke Rahmenlinie), unten im Mittelteil jeweils eingefaltet (verso Widmungsgedichte), wenige hs. Durchstreichungen bzw. Anmerkungen, vereinzelt gebräunt, sonst gut erhalten. - Vorgebunden sind die zum Druck gehörigen 3 (statt 4) nn., 16 num. Bl. der "Augspurgischen Confession", der lediglich der Titel (der Haupttitel des Werkes mit Titelholzschnitt- und verso Holzschnitt-Porträt) fehlt. – Wenige Gebrauchsspuren, teils leicht gebräunt, am Schluss auch ein paar Blätter alt herausgetrennt, die weißen Blätter in sehr gutem Zustand, nur mit kleiner Seitennummer, insgesamt wohlerhalten und meist sehr gut lesbar.

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