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Catalogo Letteratura, Libri d'Infanzia » Dipartimento Libri
Letteratura, Libri d'Infanzia Prezzo del catalogo EURO 20,00
Data dell'asta Mar, 15. Ott., 17:00


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Lotto 1040 En’am-i Sharif
Al Qur’an. Dala'il al-Khayrat (arabice:) Osman...
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En’am-i Sharif. Al Qur’an. Dala'il al-Khayrat (arabice:) Osmanisch-türkisches Erbauungsbuch mit Pilgerführer und Kommentaren. Arabische Handschrift im Nasrin-Duktus auf Papier. Ca. 260 nn. Bl. mit Kustoden. 11 Zeilen. Schriftspiegel: 14,2-14,6 x 7-8 cm. Format: 19,4 x 11, 4 cm. Mit doppelblattgroßer Zierseite in Blattgold und Farben, alle Seiten in goldenem Rahmen, die ca. 110 Surenüberschriften in Weiß auf gestrichenem, teils punziertem Goldgrund bzw. Blattgoldgrund mit bunten Blütenornamenten, Kapitelanfänge mit ca. 130 Rosettenweisern in Gold und Farben sowie Goldpunkten für die Versanfänge, zus. 4 prachtvolle ’Unwan in Gold und Farben sowie mit floralen Ornamenten, 1 weitere doppelblattgroße Zierseite mit goldenem Randschmuck, 2 Seiten in Gold mit Federkonturen und weitere 23 ganzseitige Illustrationen (Symbole etc.) in Gold, 3 ganzseitige farbige Miniaturen sowie durchgehender reichster Illuminierung in Gold und Farben (darunter auch Marginalien und Korrekturen in goldenen Arabesken-Kartuschen). 13,8 x 9 cm. Klappeneinband des späten 19. Jahrhunderts mit dunkelbraunem geglätteten Kalbslederbezug (beschabt und berieben, Gelenke und Kanten brüchig, Wurmlöchlein, Remboîtage) und tiefer Goldprägung (diese teils mit Oberflächenläsuren bzw. abgerieben). Istanbul 1192-1198 (= 1778-1784).

Besonders schönes, sehr künstlerisch gestaltetes osmanisch-türkisches Andachts- und Erbauungsbuch, das offenbar repräsentativen Zwecken diente und als Geschenk für hohe Herrschaften vorgesehen war. Dafür spricht die bemerkenswert kostbare Ausstattung und die nahezu makellose Erhaltung. Der En’am-i Sharif (Sammlung mittlerer Größe) umfasst den individuell angeordneten Koran, einen umfangreichen Kommentar zu der heiligen Schrift, ferner den Dala'il al-Khayrat, die Sammlung von Gebeten des Propheten Mohammend des Al Jazuli ash Shadhili, sowie einen Pilgerführer mit Anleitung zur Haddsch, die auch eine Beschreibung der Pilgerstätten enthält.

Auf dem ersten Blatt (Fol. Iv) ist eine hs. Widmung des 19. Jahrhunderts in schwarzer, blauer und roter Tinte zu finden, demnach ist das Buch ein Geschenk einer Dame mit Namen Nur Al-Satr an Hafis Ahmed Effendi, dem es durch den Kahvecibasi Hadji Hasan Agha überbracht wurde. Den Titel des Kahvecibasi trug einer der höchsten Hofbeamten, der Kaffeekocher und persönliche Mundschenk am Hofe des Sultans. Hafis Ahmed Effendi wiederum vererbte das Buch seinem Sohn Abdul Wahhab.

In der Handschrift erscheinen auf zwei Seiten Jahreszahlen "1192" und "1198", was der Entstehungszeit zwischen 1778-1784 n. Chr. entspricht: einmal auf einer ’Unwan am Schluss des Textes von Al Jazuli (Fol. 234v) und auf dem letzten Blatt (Fol. 260v). Auf dem letzten Blatt recto dann eine Eintragung in roter Tinte, darunter eine in schwarzer, die jedoch ausradiert wurde.

Einzig der recht einfache Einband passt nicht zu dem kostbar ausgestatteten illuminierten Manuskript. Es handelt sich dabei um eine Remboîtage, bei der sich der (von einem anderen Gebetbuch adaptierte) Einband zu eng um den Block schließt. Kapitalbändchen und Bindung wurden erneuert (Bindung müsste und kann leicht gelockert werden durch einen Buchbinder).

Inhalt
Fol. 1-78: Der erste Teil enthält den Koran, wobei er hier nicht, wie üblich, mit der al-Fatiha (Eröffnungssure mit Preisung Allahs und Mohammeds), der ersten und längsten der 114 Suren, sondern mit Sure al-An’am (das Vieh) beginnt. Es folgen die weiteren Suren, die meist nach der üblichen Reihenfolge angeordnet sind, wobei die kürzesten Suren an den Schluss gerieten. Fol. 79r-80r: Allah al-husna, die Tabelle der 99 schönsten Namen Allahs. Fol. 81r-95v: Kommentare zum Koran und einigen einzelnen Suren. Fol. 95r-123v: Pilgerführer mit 9 Kreisilluminatinen und 25 Goldillustrationen der heiligen Symbole des Islam. Fol. 123r-230v: Al-Jazuli, Dala’il al-Hairat wa-sawariq al-anwar fi dikr as-salat ’ala ’n-nabi al-muhtar. Fol. 254v-260v: tabellarische Darstellung der Koransuren.

Schrift und Illumination
Das ganze Manuskript ist einheitlich gestaltet: Jede Seite ist mit einer flächigen Goldbordüre eingefasst, die wiederum mit zarten Federlinien in Schwarz und Rot konturiert sind. Je nach Bedeutung des Inhalts wurde ein etwas breiterer und ein etwas schmalerer Rahmen gewählt, wobei der Schriftspiegel zwischen 14,2-7 cm und 14,6 x 8 cm schwankt und die Zeilenzahl 11 stets gleichbleibt. Text ist durchgehend in schwarzer Tinte in feinstem Nasri-Duktus auf das gelatinierte Büttenpapier geschrieben worden, besondere Stellen sind in Rot eingesetzt, und die Surenanfänge bzw. Überschriften sind in weißer Farbe auf eine Kartusche in schimmernden Goldgrund aufgemalt, eingerahmt von einem ornamentierten Kastenrahmen in leuchtenden Buntfarben wie Rosé, Orange, Gelb, Hell- und Dunkelrot, Blau, Grün bzw. Türkis etc. Die Zwickel sind mit Blumenarabesken auf Blau- oder Goldgrund gefüllt, die verschiedene bunte Blüten ausbilden.

Am Anfang des Buches (Bl. 1-2) findet sich eine doppelblattgroße, prächtig illuminierte Zierseite mit floraler ’Unwan in Gold und Farben, blau-rot stilisierten aufragenden Blüten, rotkonturierter breiter Rahmenleiste, goldenen Verstrennern und punzierten Goldwölkchen zwischen den Zeilen (Beginn der 6. Koransure). Ferner neun Zierseiten zum "Pilgerführer" mit jeweils zwei goldumrandeten Kreis-Ornamenten auf quadratischem Blaugrund mit buntem Blütenschmuck (Bl. 95-99). Es folgt eine Zierseite ganz aus Gold mit schwarzen Federkonturen, die die beiden Namen "Allah" und "Mohammed" kalligraphisch im Kreis darstellt, sowie das ganzseitige, ebenfalls in Gold gestaltete Kufi-Emblem des Abu l-Hasan ’Ali ibn Abi Talib, des Namens von Mohammeds Schwiegersohn, des ersten Kalifen der Schiiten. Weitere 22 Illustrationen der wichtigsten Reliquien und Symbole des Islam, alle ganz in Gold (mit Textbeischriften in Schwarz und Rot sowie in Weiß über Gold) schließen sich an, darunter das Dhu l-faqar, das zweischneidige (bzw. Zweiklingen-)Schwert (türkisch: Zülfikar) des Ali ibn Abi Talib, die beiden Fußabdrücke Mohammeds, das Hexagramm-Symbol und vieles mehr.

Textanfang des Al-Jazuli mit einer besonders reich in Gold und Farben illuminierten Doppelzierseite mit ’Unwan, Goldwölkchen zwischen den Zeilen und flächig ausgestalteten Randbordüren mit floralen Goldmusterornamenten (sowie Anmerkungen und Zusätzen in Schwarz-Rot; Fol. 123r-124v). Es folgen drei besonders schöne Miniaturen mit dem Heiligen Grab (138v) und den Heiligtümern der Hidschra Mohammeds (der Stationen des Pilgerwegs, der Haddsch): Mekka (138r) mit der Al-Masdschid al-Haram und der gut sichtbaren schwarzen Kaaba mit Goldfriesen im Zentrum. Und Medina (139v) mit der Prophetenmoschee, der Al-Masgid an-nabawi, beide umgeben von den Arkadenhallen und den Grabmälern, den Toren und Brunnen für die rituellen Waschungen, der Minbar und den hochaufragenden Minaretten an den Ecken des Hofes. Die von einem geschickten Miniaturisten eingemalten beiden Bilder zeichnen sich durch die perspektivische Darstellung mit Fluchtpunkt und die dreidimensionale, plastische Darstellung der Gebäude und Berge im Hintergrund aus. An ihnen wird der Einfluss der westeuropäischen Malerei des Spätbarock sichtbar, ebenso wie an ornamentalen Details, etwa den Eckzwickeln mit floralen Akanthus-Elementen in Gold auf dunkelrotem und orangefarbenem Grund.

Wiederum schließt sich ein neuer Textanfang mit einer ’Unwan an. Diese ist besonders bemerkenswert, da sie zahlreiche Elemente der westlichen Dekorationskunst des Rokoko aufweist: Wie ein monumentales Postament erhebt sich das Ornamentcapriccio mit ausgreifenden Voluten, Bandel- und Gitterwerk, Akanthusblättern, Füllhörnern mit Rosenbouquets, Muschelagraffen und zur Bekrönung oben zwei blau-grau (steinerne) Krüge, aus denen jeweils ein grünes Buchsbäumchen wächst (140r).

Fol. 230v: Schlusszierseite mit Jahreszahl "1192". Fol. 234v: Florale Schlusszierseite. Fol. 237r: ’Unwan zum Textanfang der Tabellen. Fol. 260v: Schlusszierseite mit Jahreszahl "1194". Fol. 260r: Eintragungen in Rot und Schwarz (letztere mit Rasur). Der Text des Koran sowie des Al-Jazuli enthält zahlreiche Marginalien mit Korrekturen bzw. Lesarten, die in roter und schwarzer Tinte sauber an den Rand notiert und mit kleinen roten Sternen zum Text verknüpft wurden. Auch diese Randnotizen sind meist sehr schön mit Arabesken, Goldwolken oder Kartuschen verziert.

Provenienz
Das Manuskript befindet sich seit dem 19. Jahrhundert schon in Deutschland (wo wohl auch die Remboîtage unter Zuhilfenahme eines Klappeneinbandes ähnlicher Größe vorgenommen wurde), es wurde als Geschenk überreicht. Dann gelangte es in den Handel und befindet sich seit 1972 in Hamburger Privatbesitz. – Zustand
Erste Seite mit Dedikationsvermerk, letzte Seite mit kleiner Eintragung und Rasur, nur ganz vereinzelte Farbwischer, seltene Randausbrüche bzw. brüchige Ränder, Risse oder alte (meist zeitgenössisch teils hinterlegte) Papierläsuren, die ersten Blätter leicht fleckig bzw. angestaubt, die letzten Blätter mit winzigem Feuchtfleck am Rand, sonst im Block nahezu fleckenfrei und von unwesentlichen Fingerflecken abgesehen fast keine Gebrauchsspuren. Die Illumination und der Goldauftrag durchgehend in der allerbesten Qualität und Erhaltung (d. h. auch keinerlei Kupfer-Oxidation oder Säureausbrüche), geschrieben und gemalt auf sehr schönem, gelatiniertem und geglättetem Büttenpapier mit senkrechter Siebstruktur und ohne Wasserzeichen.

Stima
€ 3.000   (US$ 3.300)


Aggiudicato per
€ 5.000
(US$ 5.500)
(GBP 4.450)
(CHF 5.500)


Lotto 1040 En’am-i Sharif
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