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Unger, Friederike
Brief 1808 an Göschen

Lotto 2645

"eine ansehnliche Buchdruckerei, Schriftgießerei und Notendruckerei"
Unger, Friederike, Schriftstellerin, verwitwete Ehefrau des bedeutenden Berliner Druckers, Typographen ("Unger-Fraktur"), Holzschneiders und Verlegers J. Fr. Unger, Verfasserin des "Julchen Grünthal", befreundet mit Chodowiecki, K. Ph. Moritz und J. F. Reichardt (1741-1813). Eigh. Brief m. U. "Friderike Unger". 4 S. 4to. (Berlin, Februar 1808).

Umfangreicher Brief der Unternehmerswitwe an den Buchhändler-Kollegen Georg Joachim Göschen, dessen Rat sie erbittet, weil sie sich angesichts des Wirtschaftseinbruchs unter der napoleonischen Herrschaft vor die Wahl gestellt sieht, das Werk ihres Mannes als Ganzes oder in Teilen zu verkaufen oder es mit einem tüchtigen Kompagnon ("associé") weiterzuführen. Dankt Göschen zunächst für dessen "redliches durchdachtes Schreiben", aus dem ihr klar geworden sei, "daß es wo nicht gar unthunlich, doch sehr schwer ist, Rath in einer Angelegenheit zu geben, die man entweder gar nicht, oder doch nur oberflächlich kennt. Sie mein verehrter Freund, müsten ein Gott sein, verhielte es sich bei Sie [!] anders ... Ich habe wie Sie wissen eine ansehnliche Buchdruckerei, Schriftgießerei und Notendruckerei, beiher den Buchhandel mit eignem Verlage. Dies zusammen, greift so in einander, daß ich nach dem Ertrage dieser Rubricken eines in das andre gerechnet, ernstlich glaube, Unger hatte recht, wenn er in einer Verordnung über seinen Nachlaß, die ich unter seinen Papieren fand, er hielte es für sehr unzwekmäßig wenn man diese Erwerbzweige vereinzelte; ich finde - die Achtung, die ich für seinen Willen habe, beiseite - daß eines das andre trägt: jedes für sich unbedeutend werden müßte, und nur mit meinem Schaden, einzeln verkauft werden könne. übernimmt eine kräftige Hand das ganze, kann leicht eine der ersten Anstalten unsrer Gegenden daraus werden. Also Verkauf des Ganzen, oder ein associé! Ueber den Lezten, sagte mir Archenh.[oltz?] eben, was Sie mir sagen, mein geehrter Freund. indeß antworte ich: daß fände sich ein solcher, der kräftig mit anfassen kann; und die Sache ist fest und gerichtlich gemacht, so daß nur die Gesezze in gewisser Hinsicht zwischen uns entscheiden könnten, ich es für das Thunlichste hielte; den ich an meinem Theile bin leichten fröhlichen Sinnes, sehe so manches nicht für ein Unglük an, was wohl andre dafür halten: bin vom Herzen verträglich auch nachgiebig wo es hingehört - auch zuweilen wo ich es nicht sein sollte, so kommt es mir vor - bin genügsam, habe der Bedürfnisse wenige, und meine Ansprüche am Leben, sind höchst mäßig. Ich glaube, daß bei solchen Dispositionen ein associé mir weniger fürchterlich sei als einem Manne, der sich einem andren gegenüber stellt.
Ich habe, weil der König mir zum Soulagement als Wittwe, mir 12000 rh vorschoß, zum Behuf des Commerz Departements eine möglichst genaue inventur meiner ganzen liegenden u. fahrenden Habe aufnehmen lassen, den ich muß jährlich meine Bilanz einreichen, woraus hervorgeth, nach möglichst herabgesezten Preisen, daß mein statum [!] bonorum sehr gering angegeben, 59600 rh u so etwas drüber beträgt: es ist durch Geschworne u. Sachkundige genau nach kaufmänischen Grundsätzen abgefaßt, so daß die sehr pünktlichen Herren des Commerz Kollegii vollkommen damit zufrieden sind.
Das ist ungefähr, was ich darüber sagen kann. Ich habe einen geschikten Faktor, den [!] Unger seine Kenntnisse u. Erfahrungen mittheilte. Ich habe einen Neveu, der nebst einem fachkundigen Nebenmann die Geschäfte des Buchhandels und des Rechnungswesens betreibt: so daß ein associé alles in bester Ordnung und im schönsten Gange fände: wenn er nur durch sein mit eingelegtes Capital die momentane Stockungen zu heben vermöchte, welche diese unseelige Zeit herbei führte. Hr. Aug. Fr. Kuhn scheint mir der Mann nicht zu sein, so hoch er daher schreitet: ich denke sein jugendlicher Muth verleitete ihn, etwas laut aufzuschreien und etwas keck seines Geldmuthes zu erwähnen; er hat den Nießbrauch eines ansehnlichen Capitals das ... auf Landgüter setzt, und wenn der Onkel als Hagestolz stirbt, noch ein gutes Vermögen zu erben, das ist alle[s]. Sonst ist er ein guter junger Mann, der wie es mir scheint, unter dem Einfluße eines suffisanten Buchhalters steht, der einst Kotzebues Schreiber war und sich von da an, mit unter die Schöngeister zählt. - Nehmen Sie mein langes Geschwäz nicht übel; Sie müssen es doch an etwas fühlen, daß Sie mit einer Schriftstellerin zu thun haben, die izt wenig zu Papiere bringt, und jede Gelegenheit ergreift loß zu brechen. Doch mein Freund, bin ich wie ich hoffe keine Schwätzerin, für die Gesellschaft ...". - Der erwähnte, umtriebige August Kuhn (1784-1829) war Schriftsteller und Buchhändler und gründete im Jahr dieses Briefes ein "Kunst- und Industrie-Comptoir" in Berlin. Auch kaufte er Kotzebue die Rechte für die Zeitschrift "Der Freimüthige" ab und übernahm deren Redaktion. - In der "charaktervollen", einige Ansprüche an den Leser stellenden Handschrift Friederikes geschriebener, dennoch sehr schöner Brief, der gleichermaßen die Situation und die Persönlichkeit einer Berliner Schriftstellerin und Unternehmerin in Berlin um 1800 beleuchtet. - Aus der Sammlung Künzel. - Sehr selten.

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