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Sarcerius, Erasmus
Pastorale oder Hirtenbuch

Lotto 1182

Provenienz-Exemplar des Magdeburger Rechtsgelehrten Pfeill - in monogrammiertem Magdeburger Einband
Sarcerius, Erasmus. Pastorale oder Hirtenbuch, vom Ampt, Wesen, und Disciplin der Pastorn, und Kirchendiener, Und wie sie von jugend auff studieren sollen, und hernach auch nuetzlich leren ... [und nachgebunden:] Derselbe. Warhafftiger und weitleufftiger bericht, aus Gottes wort, und der eltesten Veter schrifften, das der Papisten furnemester grundt, in diesem Buche, in etliche Artickel verfasset ... nichtig und krafftlos sey. 2 Werke in 1 Band. 6 nn., CLXXXIIII num. Bl.; 14 nn. (le. w.), CXLIII num. Bl. Mit zahlreichen, bis zu 22-zeiligen Holzschnitt-Initialen, Titelholzschnitt, Wappenholzschnitt auf dem Titel und 2 Holzschnitt-Porträts im Text. Titel in Schwarz und Rot. 30 x 19 cm. Holzdeckelband d. Z. (wurmstichig, geringe Bestoßungen) mit breitem blindgeprägten Schweinslederrücken (etwas angeschmutzt, zwei Kratzer), 2 intakte ziselierte Messingschließen und Schnitt-Titel. Eisleben, Urban Gaubisch (Kaubisch), 1559.

VD16 S 1755 und S 1789. Herzog-Hauck XVII, 482ff. Nicht bei Adams und im STC, Knaake und Kuczynski. – Seltene erste Ausgaben des "Hirtenbuchs" und der "Bibel-und Kirchenväter-Artikel" des protestantischen Reformators Erasmus Sarcerius (1501-1559), zusammen eine Art praktischer Katechismus, vor allem auch für die Kindererziehung - und, wie Herzog-Hauck nicht umhin kommen, bissig aus der katholischen Perspektive zu bemerken:
"Die Kirchenverfassung und Kinderzucht behandelnde Schriften ... eine willkommene und gern ausgebeutete Fundgrube, um Zeugnisse von den traurigen Folgen der Reformation zu sammeln" (Herzog-Hauck), damals, als die Unzucht der katholischen Kirche natürlich noch fern lag.

Sarcerius' "Einfluß erstreckte sich auf die Kirchenverbesserung in den Grafschaften Weilburg, Wiesbaden … 1543 wirkte er an dem Reformationsversuche des Kurfürsten Hermann von Köln im Erzstifte Köln mit und wohnte 1546 einer Kirchenvisitation zu Bonn bei. Sein ausgeprägter lutherischer Standpunkt veranlaßte ihn 1548 mit Entschiedenheit das Interim zurückzuweisen; diese Zurückweisung hatte seine Entlassung aus dem nassauschen Dienst zur Folge, die der Graf Wilhelm nur mit schwerem Herzen genehmigte … Er nahm auch an dem im September 1557 zu Worms abgehaltenen Religionsgespräche theil; da er aber auf der Seite der Orthodoxen die Ansichten Melanchthon's und der Philippisten bekämpfte, so verließ er mit den Weimarschen Theologen Worms. Das Gespräch verlief bekanntlich ohne jedes Ergebniß. Seine Stellung in Eisleben wurde dadurch erschüttert, daß die Grafen von Mansfeld, erzürnt darüber, daß er ohne ihr Wissen und ihren Willen einen lüderlichen Geistlichen seines Amtes entsetzt hatte, ihm die Inspection über die Geistlichen der Grafschaft entzogen. Gern nahm S. daher die Berufung des Magistrats zu Magdeburg zur Uebernahme des Pfarramts an der St. Johanniskirche an, mit dem das Seniorat des geistlichen Ministeriums verbunden war" (ADB XXXIII, 727-729).

Der Titel- bzw. Textholzschnitt zeigen das wdhl. Porträt des Autors Erasmus Sarcerius, signiert "MB", eine hervorragende Arbeit des Monogrammisten (möglicherweise des Martin Brosamer?). Vgl. Thieme-Becker V, 67 und Nagler IV, 1650, 1. Bemerkenswert ist auch das Kolophon mit der Druckermarke auf dem letzen Blatt: "Zu Eisleben, In der alten und löblichen Graffschafft Mansfelt gedruckt, Durch Urban Kaubisch im Jahr 1556", darunter das Holzschnittporträt des vollbärtigen Druckers mit der Umschrift "Vrbanvs Kavbisch Ortraviensis Aetatis svae 33" – Durchgehend etwas wurmstichig (mit jeweils geringem Buchstabenverlust), leicht, nur stellenweise stärker gebräunt. Der bemerkenswerte Einband ist auf den breiten Pergamenstücken mit einer hübschen Prägerolle geziert, die Renaissance-Medaillos mit Profilbilder der antiken Größen wie Cicero, Julius Cäsar, Ovid und Vergil zeigen. Dazwischen das Wappen des Magdeburger Buchbinder-Monogrammisten "TB" (Wappenschild mit Rollwerk, einem Kreuz und den Initialen). Das Exemplar stammt aus der Bibliothek des Magdeburger Juristen und Staatsmanns Franz P. Pfeil (vgl. Hamberger VI, 51. Lappenberg, Tratzigers Chronik, Vorwort XXI, XXII. Moller, Cimbria literata II, 642f). Vorderer Vorsatz mit dessen ganzseitigem, Wappenexlibris in teilkoloriertem Holzschnitt mit dem Motto "Thue Recht, Las Gott walten. Frantz Pfeil. D." und der Jahreszahl "1564".

"Geboren zu Magdeburg, widmete er sich der Rechtswissenschaft und wurde vor 1542 Dr. jur. utr. In gedachtem Jahre finden wir ihn als Kanzler des Bischofs von Naumburg (Zeitz), Nicolaus von Amsdorf, nachdem zuvor die Stadt Bremen seine Dienste vergeblich gewünscht hatte. Im Jahre 1545 wurde er als Syndicus nach Hamburg berufen, in dessen juristischen und diplomatischen Diensten er erfolgreich wirkte ... Im Jahre 1552 war er in London, um, neben einem Lübeckischen Gesandten, mit König Edwards VI. Ministern zu verhandeln inbetreff der hansischen Handelsprivilegien. Im folgenden Jahre verließ er Hamburg, um das Syndicat seiner Vaterstadt Magdeburg zu übernehmen, welches er noch lange Zeit rühmlich verwaltet hat" (ADB XXV, 647-648).

Mit vielen zeitgenössischen und wenigen späteren Marginalien, darunter vor allem lateinischen und griechischen eigenhändigen Einträgen des Franz P. Pfeil in Sepiatinte, der das Buch offenbar mehrfach komplett durcharbeitete. Der Titel mit dem eigenhändigen Vermerk "Est haec Sarcerij scriptura divinitus inspirata, utilis ad doctrinam, ad redargutionem, ad institutionem, quae est in Justicia, ut integer sit Dei homo ad omne opus bonum adparatus F P Pfeill" (etwa: "Dieses ist die Schrift des Sarcerius, von Gott eingegeben, nützlich für die Lehrmeinung, für deren Widerlegung [i. e. die disputatio], für den Unterricht der Rechtslehre, auf dass der Mensch, der zu jedem guten Werk bereit ist, rein vor Gott sein möge". Ganz unten ein etwas späterer Eintrag in Sepia zum Autor.

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