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BASSENGE Kunst-, Buch- und Fotoauktionen

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Riese, Adam
Rechnung auff der Linien und Federn

Lotto 1138

Besonders seltene Ausgabe, nicht im VD16
Riese, Adam. Rechnung auff der Linien und Federn, auff allerley handthierung gemacht. Auffs new mit fleis durchlesen und zu recht bracht. 80 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette. Titel in Schwarz und Rot gedruckt, einige Überschriften in Rot. 15 x 9 cm. Flexibles grüngefärbtes Pergament d. Z. (etwas beschabt und berieben, wenige minimale Fehlstellen, Knickspuren, Kapitale leicht eingerissen). Frankfurt an der Oder, Andreas Eichorn, 1589.

Nicht im VD16, nicht bei Adams und im STC. Vgl. Smith 138 (erste Ausgabe). – Sehr seltene bei Andreas Eichorn in Frankfurt an der Oder gedruckte Ausgabe. Andreas Eichorn (1553-1615) war der Sohn des Johann Eichorn, der als erster Viadriner Drucker das berühmte, erstmals 1518 bei Matthes Maler in Erfurt erschienene Rechenbuch für seinen Verlag übernommen hatte (vgl. Bassenge Auktion 111, Los 1101). Dieser undatierte, wohl zwischen 1573 und 1576 erschienene Druck gehört genauso wie der vorliegende zu den seltensten Riese-Ausgaben überhaupt, die beide das oft beigegebene Visierbuch des Erhard Helm nicht enthalten, aber das Konterfei Rieses auf dem Titel abbilden.

Der zweite von Johann Eichhorn gedruckte, nunmehr auf dem Titel mit der Jahreszahl versehene Druck ist 1579 (VD16 R 2402) erschienen, ein dritter folgte "um 1599", wiederum ohne Jahreszahl (VD16 R 2413). In Umfang, Kollation und Satz folgt der vorliegende des Andreas Eichorn dem seines Vaters, auch wenn die Texte genau verglichen werden müssten (VD16 gibt hier ausnahmsweise einmal kein Digitalisat des Göttinger Exemplars). Immerhin wird die Notwendigkeit des Erstellens einer Bibliographie der Drucke des Adam Riese auch hiermit wieder einmal evident.

Adam Riese (1492-1559) beginnt seine Ausführungen mit den folgenden Worten: "Pitagoras dir sagt für war, all ding durch zal werd offenbar. Drumb sih mich an, verschmeh micht nit, durchließ mich vor, das ich dich bit. Und merck zum anfang meiner lehr, zu rechnens kunst, dadurch dich kehr. In Zal, Maß und in Gewicht, all ding von Gott sind zugericht ..." (Vorstücke). Die Medaillen-Umschrift des Porträts Adam Rieses auf dem Titel, das erstmals 1550 nachweisbar ist, lautet: "Adam Ris seins Alters im LVIII anno 1550". – Teils etwas fleckig und fingerfleckig sowie teils stärker gebräunt, Gelenke offen, Ränder durch Gebrauch etwas abgerieben, insgesamt vollständig und in gutem Gesamtzustand. Von großer Seltenheit, weltweit ist für uns lediglich ein einziges Exemplar in der Russischen Staatsbibliothek Moskau nachzuweisen.
Aus der Bibliothek eines "Abraham von Schönbergk" aus dem thüringisch-sächsischen Adelsgeschlechts derer von Schönberg, das erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird, mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk und seinem Motto sowie Erwerbsvermerk in einer schönen deutschen Kurrentschrift: "Abraham von Schönbergkh Lerne Dich selbst kennen. Anno 15*91 den 10 September".

Stima
€ 4.500   (US$ 4.950)


Aggiudicato per € 9.000 (US$ 9.900)


» Letteratura
Vergilius Maro, Publius
Opera Vergiliana docte et familiariter exposita

Lotto 1156

Vergilius Maro, Publius. Opera Vergiliana docte et familiariter exposita docte quidem Bucolica: & Georgica a Servio. Donato, Mancinello: & Probo nuper addito: cum adnotationibus Beroaldinis. Aeneis vero ab ijsdem prŠter Mancinellum & Probum & ab Augustino datho in eius principio. Hrsg. von Jodocus Badius Ascensius und mit Vorwort von Sebastian Brant. 2 Teile in 1 Band. 10 nn., CCV num.; 8 nn, CCCXXIIII num., 10 nn. Bl. Mit zwei 4-teiligen figürlichen Holzschnitt-Titelbordüren, Holzschnitt-Tafel und über 200 teils ganzseitigen Textholzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. 31,5 x 21 cm. Reich blindgeprägtes Pergament um 1691 (etwas fleckig, teils gebräunt, gering bestoßen) mit hübsch blaumarmoriertem Schnitt. Lyon, Jacques Sacon für Cyriaque Hochperg, 1517.

Adams V 468. STC 442. Baudrier XII, 345. Renouard, Badius Ascensius, III, 370ff. Mortimer 537. Siehe auch Muther 557. – Erste in Lyon gedruckte, von dem flämischen Humanisten Badius Ascensius (1462-1535)
Klostergeschichte redigierte und mit dem Vorwort des Sebastian Brant (1457-1521) versehene Ausgabe der gesamten Werke Vergils.

Die vielfigurigen, reich-szenischen und meist dramatisch bewegten Holzschnitt-Illustrationen gehören zu den besten ihrer Zeit. Sie stammen von den Stöcken der von Brant herausgegebenen Straßburger Ausgabe, die 1502 bei Grüninger erschienen war. Kurz nach 1515 sind die Stöcke von Straßburg nach Lyon gegeben worden, wo sie dann für die vorliegende Werkausgabe des Vergil wiederbenutzt wurden.

So sind vereinzelte Abzüge an dem etwas schwacherem Abdruck kenntlich, ebenso wie einige Stöcke unwesentliche Grate verloren haben und Gebrauchsmerkmale zeigen. Die meisten Holzschnitte sind jedoch sehr frisch und stark, konstrastrich und scharf im Abdruck.
"Grüninger's artist applied to the work a skilled hand and lively imagination, and the Strasbourg edition is one of the most lavishly illustrated of classical texts" (Mortimer).

Auch war wohl Sebastian Brant schon für die Ausgabe 1502 nicht nur am Text, sondern auch bei der Auswahl der Motive und der Konzeption der Illustrationen beteiligt, was in zahlreichen kleinen szenischen Aperçus deutlich wird, die den noblen Geister des großen Humanisten widerspiegeln. – Titel und erstes Blatt mit dem ganzseitigen Holzschnitt mit kleinen, hinterlegten Ein- und Ausrissen sowie gebräunter Stempelrasur und geringem Bordüreverlust, unwesentliche Wurmlöchlein, nur ganz vereinzelt minimal feucht- oder braunfleckig, kaum sichtbare Gebrauchsspuren, insgesamt in bemerkenswert gutem Gesamtzustand, frisch und mit den meisten Illustrationen in besonders kontrastreichem Abdruck. Auch der flächendeckend mit reicher floraler Blindprägung gezierte Einband ist bemerkenswert. Auf dem Rücken ist das blindgeprägte Mandorla-Wappen von Christoph Rassler (1615-1675), des Abtes der Benediktinerabtei Zwiefalten: "Christophorus Abbas Zwiefaltensis" in der Umschrift in Versalien. Innengelenke restauriert, Vorsätze erneuert, möglicherweise handelt es sich um eine Remboţtage mit einer Einbanddecke eines Bandes aus der Bibliothek des Klosters Zwiefalten, das 1803 während der Säkularisation aufgelöst wurde, wobei die Bibliothek der Verwüstung anheimfiel, die meisten Bände verkauft oder zerstört wurden.

Stima
€ 5.000   (US$ 5.500)


Aggiudicato per € 5.500 (US$ 6.050)


» Letteratura
Pacelli, Eugenio
Teilnachlass von Autographen

Lotto 1212

Pius XII, Papst. - Pacelli, Eugenio. Teilnachlass von Autographen, Büchern, Devotionalien, Kleidungsstücken, Schuhen und persönlichen Gegenständen des jugendlichen wie erwachsenen, in Rom geborenen Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli. Rom ca. 1890-1958.

Eugenio Pacelli (1876-1958) gehört zu den umstrittensten Figuren auf dem Papstthron, verkörperte er doch in der politisch schwierigsten Zeit der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts als Stellvertreter Christi die höchste moralische Instanz der katholischen Christenheit. Ab 1917 war er für die Apostolische Nuntiatur in München tätig, als deren Nuntius er den Vatikan im gesamten Deutschen Reich vertrat. Er verhandelte mit Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und mit Kaiser Wilhelm II. selbst, bis er am 22. Juni 1920 zum Nuntius für die Weimarer Republik ernannt wurde. In zahlreichen Äußerungen kritisierte er die Jesuiten- und Judenverfolgungen durch die immer stärker werdenden rechten Kräfte, was er mit seiner Enzyklika "Mit brennender Sorge" vom 21. März 1937 bekräftigte.

Schon seit dem 18. August 1925 residierte er im Palais der Reichsnuntiatur im Berliner Bezirk Tiergarten (Rauchstraße 21). Er beherrschte die deutsche Sprache fließend, und konnte so in zahlreichen diplomatischen Auseinandersetzungen direkt ohne Dolmetscher verhandeln. Als Papst wurde seine oft als unentschieden empfundene Haltung und sein Lavieren zwischen den Machtblöcken und Diktaturen, vor allem zwischen Deutschland, Italien, Russland und Amerika, kritisiert - ebenso wie seine zögerlichen Stellungnahmen zur Judenverfolgung und dem Holocaust. Dies gipfelte mit der Veröffentlichung von Rolf Hochhuths Dramas "Der Stellvertreter" im Jahre 1963 und mit der darauf einsetzenden Aufarbeitung seines Pontifikats, die allerdings wissenschaftlich erst seit der sukzessiven Öffnung der vatikanischen Archive möglich wurde.

Für die Revision seiner Biographie sind unter anderem auch die Zeugnisse Eugenio Pacellis aus dessen Kindheit und Jugendzeit höchst aufschlussreich. So bietet die Veröffentlichung der Forscherin Ilse-Lore Konopatzki "Eugenio Pacelli. Pius XII. Kindheit und Jugend (Ruppichteroth 2001) durch die Auswertung zahlreicher neuer Dokumente einen Einblick in die Forschungslage und bildet die Basis einer Neubewertung der Person Pius' XII. Im Klappentext dazu heißt es: "In diesem Buch wird der Versuch gewagt, die innere Biographie eines jungen Menschen, der später Papst wurde, anhand seiner eigenen Aussagen nachzuzeichnen. Durch eine glückliche Fügung ist aus der Kindheit und Jugend Papst Pius' XII. eine Fülle von Handschriften-Material erhalten geblieben, das die Autorin erstmalig sichten und auswerten durfte...".

Einen kleinen Teil seines Nachlasses, u. a. einige der besagten Jugendschriften, vermachte Pius XII. als Erbe der Madre Pascalina Lehnert (1894-1983). Diese aus dem bayerischen Ebersberg stammende Ordensdame gehörte den "Schwestern vom Heiligen Kreuze" an und wurde schon 1917 von Eugenio Pacelli für seine Münchner Nuntiatur in Dienste genommen. Jahrzehnte lang übernahm sie dann die Haushaltsführung des Papstes in München, Berlin und in Rom, wo sie als die erste Vertraute und Assistentin des Papstes seine Regierungsgeschäfte wie sein Privatleben treu begleitete. Von ihr gingen die Objekte dann in den Besitz ihrer Freundin, der o.g. Papstbiographin Konopatzki. Einige der Devotionalien stammen auch aus dem Besitz der Madre Pascalina selbst, die auch als Leiterin des "Magazzino", eines internationalen päpstlichen Hilfswerks, tätig war und zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des Vatikan gehörte.

Im Zentrum des Teilnachlasses steht die Sammlung von ca. 60 autographen Schulheften des späteren Papstes, die dieser in den Klassen I-III führte: "Classe 1 Liceale", "Classe 2 Liceale" und "Classe 3 Liceale". Es sind eigenhändige Mitschriften des Schülers in einer sorgfältigen Sepia-Tinte in Quart-Heften (je 20 x 13 cm), alle oben rechts signiert "Eugenio Pacelli". Wie überaus genau Eugenio studiert hat, kann man eindrucksvoll nicht nur an der sorgfältigen, feinen, leserlichen Handschrift, sondern auch an den zahlreichen Unterstreichungen, Korrekturen, Kommentaren und Zusätzen von der Hand desselben ermessen. Vorhanden sind die Hefte der Schulfächer "Storia" (Quaderno I-XXIV), "Storia Moderna" (Quaderno I-XXXI), ferner ein Heft "Carattere generale del Cinquecento" (wohl die Reinschrift einer eigenen Arbeit), vier Hefte "Filosofia", drei Hefte "Storia della Letteratura italiana Quaderno I-III" und weiteres, alles in italienischer Sprache.

Vorhanden sind ferner: ein versilberter und vergoldeter Bilderrahmen mit dem Porträt Pius' XII. (Postkarte, aus dem Besitz der Madre Pascalina), eine nachtblaue Samtkissenschatulle (5 x 23 x 14 cm) mit weißer Seiden- und Goldbrokatbordüre, enthaltend zahlreiche Heiligenbildchen, oft mit Fotos des Heiligen Vaters, ca. 18 Medaillen, teils als Anhänger (Durchmesser 1-6 cm), vier Lebend-Reliquien des Papstes, darunter 2 "Ex indumentis" (vergoldete bzw. versilberte Mini-Reliquiare als Anhänger mit hinter Glas gefassten Stücken des Gewandes Pius' XIII.) sowie 2 "Ex capillis" (versilberte zylinderförmige Reliquiare mit einer Haarreliquie des Heiligen Vaters "Ex capillis S.S. Pius XII"). Ferner die silberne, mit hellblauer, transparenter Emaille gefasste Halskettenuhr der Madre Pascalina an einer silbernen Kette mit türkisfarbenen Perlen, eine weitere Uhr, ein Reisewecker. Runder Wecker mit Standfuß Marke "Westclox Baby Ben", ferner die überaus seltene massive Silbermedaille von Mistruzzi, "PIVS XII ROMANVS PONTIFEX MAXIMVS" mit dem Porträt des Papstes und verso einem Jesuitenkloster. Eine Schachtel mit ca. 800 Andachtsbildern mit dem Porträt Pius' XII. (gedruckt 1965). Rembrandt-Bibel. 4 Bände. Schwarze Pappe. München 1921. Eine blutrote Saffianledermappe mit dem goldgeprägten Supralibros des Papstes (Rücken gebrochen, Deckel lose).

Die Objekte des Nachlasses wurden durch Madre Pascalina eigenhändig verbürgt: in 2 Karton-Billets mit blauer Tinte, die in ein Kuvert eingelegt wurden und in einem hübsches, reich gezierten Messing-Schmuckkästchen erhalten sind. Sie beziehen sich auf verschiedene Indumenta des Papstes Pius XII. Bekanntlich war die Farbe Weiß dem Heiligen Vater vorbehalten: 1) Weiße Soutane mit weißem breiten Gürtel und 8 Elfenbein-Tellerknöpfen. - 2) Zwei weiße Talare aus reinster Baumwolle mit den Initialen "EP" für "Eugenio Pacelli". - 3) Kopfkissenbezug des Papstes Pius XII. mit dem aufgestickten Papstwappen (gekreuzte Schlüssel und Tiara). - Ferner die originale 4) Mozetta (Schulterüberwurf) aus weißer Schafswolle mit Futter aus feinster Seide, und 5) die goldenen Seidenschuhe von Pius XII. Die genagelten Kalbslederschuhe (Absatz mit Kreuznagelung!) sind innen mit roséfarbener Seide ausgestattet und außen mit goldener Brokatseide bezogen, an den Kanten mit einem feinsten Silber-Goldgeflecht gesäumt. Auf dem Spann erscheint das Pacelli-Wappen mit der weißen Taube mit Ölzweig auf dem Dreiberg und dem weißen, rot konturierten Streifen. Um das Wappenschild das Kreuz der Johannesritter und darüber der rote Kardinalshut mit den 30 "Fiocchi", den Quasten.

Während die Kleidungsstücke teils etwas vergilbt, teils fleckig, wenige minimal mottenstichig, sind die goldenen Schuhe nahezu ungetragen, die kostbaren Ledersohlen kaum berieben. Madre Pascalina schreibt: "Ich bestätige: dass dieser weisse Wollteppich lange Zeit unserem Heiligen Vater Pius XII. Sel. Andenkens gedient hat. Sr. M. Pascalina" und "Ich bestätige dass der Haustalar lange von unserem Heiligen Vater Pius XII. hl. Andenkens getragen wurde. Sr. M. Pascalina" (beiliegen Billets).

Zu dem Material, mit Hilfe dessen Ilse-Lore Konopatzki ihre ebenfalls beiliegende Biographie (s.o.) erstellte, gehört auch ein Brief mit eigenh. Unterschrift des "Mons. Pedro Lˇpez Quintana, Assessor" vom 7. Mai 1999, in dem seine Heiligkeit Papst Johannes Paul Wojtyla der Autorin "für dieses Zeichen der Wertschätzung sowie für Ihr Buch" dankt. Für ihre Biographie Pius' XII. ist folgendes Arbeitsmaterial und Literatur vorhanden:
Discorsi e Radiomessaggi di Sua Santità Pio XII. Mischauflage. Bände I-XX und Indice delle Materie, in 21 Bänden OBroschur (Band VII ohne), 1960f. - Lettres de Pie XII aux évŕques allemands 1939-1944. 1966. Sekundärwerke: Raimundi Lulli. Opera latina. 1959. - Alphons Maria Rathgeber. Pastor Angelicus. Ein Lebensbild des Papstes Pius XII. 1960. - Pius XII. Gebete des Heiligen Vaters. 4. Aufl. 1955. - Renée Casin. Mensonges et silences sur Pie XII. 1965. - Le Saint Siège et la Guerre en Europe. 1965. - Rudolf Graber. Papst Pius XII. 1968. - W. A. Purdy. Die Politik der katholischen Kirche. 1966. - Johannes Stöhr. Die theologische Wissenschaftslehre des Juan de Perlin SJ. 1967. - Quirino Paganuzzi. Pro Papa Pio. 1970. - Burkhart Schneider. Pius XII. Friede, das Werk der Gerechtigkeit. 1968. - Jean-Jacques Thierry. Journal sans titre. 1970. - Herbert Schambeck. Pius XII. zum Gedächtnis. 1977.

Ferner vorhanden: 2 Agfa Lnx90 Cassetten (MC) wohl mit Papstreden, zahlreiche Kleinschriften und Broschuren, darunter weitere Studien von Ilse-Lore Konopatzki (Grimmelshauses Legendenvorlagen (3-fach vorhanden) sowie Andruck-Exemplare ihres Werkes über Pius XII. (ungebundene Fahnen). – Teils Gebrauchsspuren, meist aber wohlerhalten.

English: A small part of his heritage, e.g. some of the above mentioned youth writings bequeathed Pius XII. as the heir of Madre Pascalina Lehnert (1894-1983). Born in Ebersberg, Bavaria, this member of the order belonged to the "Sisters of the Holy Cross" and was commissioned by Eugenio Pacelli in 1917 for his Munich Nunciature. For decades, she then took over the financial management of the Pope in Munich, Berlin and Rome, where she was the first confidant and assistant to the Pope faithfully accompanying his affairs of state and his private life. From her, the objects then went into the possession of her friend, the o.g. Pope biographer Konopatzki. Some of the devotional items also came from the possession of Madre Pascalina herself, who was also the director of the "Magazzino", an international papal relief organization, and was one of the most influential figures in the Vatican.

Stima
€ 6.000   (US$ 6.600)


Aggiudicato per € 15.000 (US$ 16.500)


» Letteratura
Houghton Gallery
A set of prints engraved after the most capital...

Lotto 1248

Houghton Gallery. A set of prints engraved after the most capital paintings in the collection of her Imperial Majesty, the Empress of Russia lately in the possession of the Earl of Oxford at Houghton in Norfolk, with plans, elevations, sections, chimney pieces & ceilings. 2 Bände. 2 Bl., 5 S.; 1 Bl., 5 S. Mit 2 gestochenen Titeln mit montierten Vignetten, 2 Schabkunst-Portraits als Frontispize, 1 gestochenem Widmungsblatt und zusammen 103 (46 in Schabkunst und 85 gestochenen) Tafeln mit 131 Darstellungen. 69 x 53 cm. Leder d. Z. (Rücken, Gelenke und Kanten etwas stärker berieben) mit goldgeprägtem RTitel, RVergoldung, goldgeprägten Fileten auf den Deckeln, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. London, John und Josiah Boydell, 1788.

UCBA I, 155. Lowndes II, 856. – Erste Ausgabe des prachtvollen Galeriewerkes, welches zu den schönsten des 18. Jahrhunderts gehört. Es zeigt die bedeutendsten Gemälde der ehemaligen Sammlung von Kaiserin Katharina II. in Schabkunst und Kupferstich. Die abgebildete Gemäldesammlung zeigt Portraits, Stillleben, Landschaften, biblische und mythologische Szenen sowie Tiere und Genreszenen. Die Blätter enstanden nach Vorlagen von van Dyck, Ludovico Caracci, Leonardo da Vinci, Salvatore Rosa, Rembrandt, Rubens, Tizian, Guido Reni und vielen weiteren. Enthalten sind auch die Tafeln mit den Grundrissen, Außen- und Innenansichten sowie zahlreichen architektonischen Details vom Landsitz Houghton. – Die Textseiten mit vertikaler Quetschfalte. Gering gebräunt und braunfleckig, meist sehr sauber und wohlerhalten. Das Exemplar bei Lowndes und andere Auktionskataloge weisen unterschiedliche Kollationen auf. Mit gestochenem Exlibris. – Dabei: F. Bartolzzi. Venus sleeping. Aquatintaradierung nach A. Caracci. Ebenda, 1785.

Stima
€ 6.000   (US$ 6.600)


Aggiudicato per € 7.500 (US$ 8.250)


» Letteratura
Roth, Joseph
Manuskript mit Namenszug

Lotto 2621

Roth, Joseph, österr. Schriftsteller (1894-1939). Eigh. Manuskript mit Namenszug "Joseph Roth" beim Titel. 11/2 S. auf 2 Bl., in Roths bekannt mikroskopisch kleiner Schrift (Tinte und Bleistift auf liniiertem Papier). 4to. O. O. (wohl 1930).

"Kritisches Tagebuch". Vollständige, umfang- und gedankenreiche, wortmächtige Rezension von Annette Kolbs Buch "Kleine Fanfare", das 1930 bei Rowohlt erschienen war: "In ihrem jüngsten Buch erzählt Annette Kolb von Menschen, Städten, Begegnungen. Während ich ihre Zeilen las, erschienen sie mir eher geschmiedet als geschrieben, geschmeidig und immer noch warm von der Glut, in der sie Guß und Formung erfahren hatten. An Waffen erinnerten sie mich, diese Sätze. Und es war mir, als berichte [er] von seinen Turnieren, deren er so viele mitgemacht hat, der einzige weibliche Ritter unserer Litteratur. Frau Annette Kolb ficht, wenn sie schreibt. Sie macht einen Ausfall, sie pariert einen Angriff. Sie hat viel zu verteidigen und Vieles anzugreifen. Denn sie liebt Vieles: Mit jener ritterlichen Liebe, die den Degen zieht, wenn das Herz es befiehlt; und sie verachtet Vieles: mit jener ritterlichen Verachtung, die das Verächtliche umbringt, noch ehe es den Gnadenstoß erhalten hat. Kleine Fanfare, die von wichtigen Turnieren kündet, kleine große Fanfare ...".
Anläßlich eines Kapitels über Isabella die Katholische und eines Ausspruchs von ihr: "Ich komme mit solchen Leuten nie zusammen", schreibt Roth: "... Mit solchen Leuten kommen wir leider täglich zusammen, seitdem der Fortschritt den Schlagriemen schwingt und der Radikalismus der Barbaren, bei denen Rechts und Links das Gleiche ist, das gottlose Reich errichtet und der Menschlichkeit spottet. Dennoch ist all den Gasmasken unverzüglich der Garaus gemacht, wenn ein Mensch, wie Annette Kolb, von ihnen als von 'solchen Leuten' spricht. Einer der Augenblicke, in dem die Noblesse des Privatmenschen identisch wird mit der stilistischen Schlagkraft des Schriftstellers. Im Nu, und sozusagen in weniger als einem Nu, im Bruchteil eines Nu, sind die muskelstrotzenden Box-Gespenster der Schlagriemen-Zivilisation zurückgejagt in die heimischen Urgründe ihres barbarischen Heidentums ... Jeder, mit dem diese Frau zusammenkommt, erwirbt zu dem Adel, den er besitzt und der die Voraussetzung seiner Begegnung mit der Schriftstellerin ist, noch die adelnde Auszeichnung, mit distanzierender Liebe beschrieben zu werden: Adolf Hildebrand, Alexander Hohenlohe, Romain Rolland, Gerhart Hauptmann, Kurt Eisner, Monseigneur Duchesne, Busoni, Toscanini, der Maler Habermann und manche andere aus dem engen Kreis, innerhalb dessen die paar Edlen verschanzt sind, die letzten lebendigen und verstorbenen Helden einer mächtigen und bedrängten Festung ...". - Zum Schluß die Bemerkung: "Ich wünschte, ich besäße die kreuzbrave Gradheit jener Rezensenten, die schreiben können: ich nahm das Buch in die Hand und konnte es nicht wieder weglegen. Man gestatte mir dieses Zitat. Es entspricht vollkommen den Tatsachen und ist wirksam, wie man sagt. Für dieses Buch riskiere ich gern eine etwas blamable Anleihe." - Mit zahlreichen Streichungen, Verbesserungen und Einschüben. - Einrisse in der Querfalte unauffällig unterlegt. - Solche vollständigen Manuskripte von Joseph Roth sind im Autographenhandel sehr selten geworden.

Stima
€ 6.000   (US$ 6.600)


Aggiudicato per € 8.500 (US$ 9.350)


» Autografi
Friedrich II., der Gro▀e
Deutscher Brief an Fredersdorf

Lotto 2762

"Gott bewahre Dihr"
- Eigh. Brief m. U. "Fr." (Paraphe). In deutscher Sprache. 1 S. 4to. Ostritz (Sachsen) 27. (XI.1745).

Aus dem Feldlager an seinen Kammerdiener Michael Gabriel Fredersdorf. Zwischen den siegreichen Schlachten bei Soor (30. Sept.) und Kesselsdorf (15. Dez.) berichtet der König an seinen engsten Vertrauten in Berlin in einem ungewöhnlich umfangreichen Brief über die Vertreibung des Prinzen Karl von Lothringen aus der Lausitz: "Hier Seindt wihr fertig und ist alles aus, überhaubt haben wihr drei Starke Magazine gekrigt 1600 gefangene über 40 officirs, den feindt Mit größerem Schrek und Confusion aus der Lausnitz nach Böhmen gejagt als wan er 2 Battaillen verlohren hätte ... d. 23. des Nachmitags umb 2 uhr seindt wihr hier ins Landt gekommen, und heütte Nachmittach vohr 2 uhr haben wihr Sie Schon aus Zittau vertrieben, alles ist in der größten flucht. unßere hußaren haben beßere equipage als kein officir von der armée. Sie schlepen Sich mit Magnifiquen pferde, und Kutschen herumb, und ist alles vohr Spotgeldt zu haben; wan es nuhr den fürsten in etwas gelücket So Seindt wihr oben darauf, die gantze kurtzweille kostet uns nicht 30 Tohten und 70 bleßirten, dießes Landt ist wohlfeiller erbeütet, als wie eine fourage auf einen Tag in Böhmen. Die östreicher haben keine bleibende Stähte und laufen ohne zu Rasten ... in drei Tagen So gehen unßere Patrolen bis Dressen [Dresden], denke welcher Schreken es ihnen Seindt wirdt; waren wihr unglüklich geweßen vieleicht wehre es nuhn ebenso zu Berlin. Gott seie Dank darvohr, es gehe uns nuhr weitter guht undt Sonderlich bei Halle. Sonsten helffen unßere anstalten und angewante Sorgen doch nichts ... Gott bewahre Dihr. Fr." - Bei dem "Fürsten" handelt es sich um den "Alten Dessauer", den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, der dann am 15. Dezember den letzten entscheidenden Sieg dieses Krieges über die Sachsen davontrug und damit die Voraussetzung für den Friedensschluß von Dresden schuf. Mit der Erwähnung von Berlin spielt der König auf die Gefahr an, die vor kurzem der in Richtung Berlin vordringende österr. General Graf Grünne gebildet und die das Berliner Gouvernement veranlaßt hatte, die wichtigsten geheimen Archivalien nach Stettin und Spandau zu verlagern. - Der Brief ist zwar bei Joh. Richter (Die Briefe Friedrichs des Großen an seinen vormaligen Kammerdiener Fredersdorf) unter Nr. 15 abgedruckt, aber nicht nach dem Original, weil es sich um einen von 8 Briefen handelt, die Richter nicht vorlagen, so dass er sie nach der Ausgabe der Oeuvres von 1846 drucken mußte, in der bekanntlich alle Texte orthographisch korrigiert und grammatikalisch geglättet wurden. - Das hier vorliegende Original haben wir in der charakteristischen, fehlerhaften Form der deutschen Briefe des Königs zitiert. - Die Briefe an Fredersdorf kommen im Handel nur noch äußerst selten vor.

Stima
€ 7.500   (US$ 8.250)


Aggiudicato per € 8.000 (US$ 8.800)


» Autografi
Honecker, Erich
Manuskript "Politische Handlungen"

Lotto 2771

"die DDR ein Rechtsstaat"
Honecker, Erich, kommunistischer Politiker, SED-Generalsekretär, Staatsratsvorsitzender der DDR (1912-1994). Eigh. Manuskript m. U. "E Honecker". 5 1/4 S. Gr. 4to. (Moskau 1991).

"Politische Handlungen gelten international als absolutes Auslieferungshindernis ...". So beginnt das Manuskript, bei dem verräterischerweise zunächst das Wort "Delikte" für "Handlungen" stand und von Honecker mit neuer Tinte geändert wurde. Es handelt sich um den im Moskauer Exil niedergeschriebenen Entwurf einer Erklärung, mit welcher die Unrechtmäßigkeit des Auslieferungsersuchens der Bundesrepublik Deutschland dargestellt und somit Honeckers drohende Abschiebung international als völkerrechtswidrig gebrandmarkt und letztlich verhindert werden sollte. "... Dieses Recht nehme ich ohne Einschränkung in Anspruch. Es begründet hinreichend meinen Anspruch, nach dem Beschluß der Regierung der Russischen Föderation vom 15. November 1991, in ein Land meiner Wahl aus dem Territorium der R. F. ausreisen zu können. Das Ansinnen, nur nach Deutschland ausreisen zu können, ist völkerrechtswidrig. Die Regierung der BRD hat offen erkennen lassen, daß sie mit ihrem Auslieferungsersuchen politische Ziele verfolgt, das Ziel die politische und militärische Führung der Ex-DDR vor Gericht zu zerren, um mit 'dem Unrechtregime' abzurechnen ...". Versucht dann in einem historischen Exkurs darzustellen, daß seit 1945 die Innen- und Grenzpolitik Mitteldeutschlands und der DDR "von Moskau" diktiert, die Staatsgrenze auch von der Bundesrepublik anerkannt worden sei. "... Die jetzige Regierung der BRD hat keinerlei rechtliche Handhabe mit Hilfe ihrer Justiz Geschichte in ihrem Sinn umschreiben zu wollen. Die DDR konnte für sich ebenso wie die BRD für sich das Prädikat in Anspruch nehmen, ein 'Rechtsstaat' zu sein. Ihre gleichzeitige und gleichberechtigte Teilnahme an der Konferenz von Helsinki über Sicherheit und Zusammenarbeit Europas und die Unterzeichnung der Schlußakte sind nur eine Bekräftigung dafür ...". Im übrigen habe die DDR 1982 für ihre Grenztruppen die gleichen Waffengebrauchsbestimmungen eingeführt, "wie sie auch in der BRD Geltung haben ... Das Gesetz wurde nach verfassungsgerechter Prüfung durch mich, in meiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt der DDR ... in Kraft gesetzt." - Nicht ohne Geschick, aber in der Argumentation letztlich inkonsequent und unglaubhaft, führt Honecker immer abwechselnd die Oberhoheit der sowjetischen Besatzungsmacht oder die anerkannte Souveränität der DDR für die Zustände an der deutsch-deutschen Grenze ins Feld. - Mit diversen Streichungen, Verbesserungen und Einschüben. - Gelocht; stellenweise gering fleckig. - Denkwürdiges Dokument einer Zeitenwende, viel unmittelbarer und bedeutsamer als so manche der kostspieligen Bemühungen um Berliner Mauergedenkstätten.

Stima
€ 6.500   (US$ 7.150)


Aggiudicato per € 7.000 (US$ 7.700)


» Autografi
Feininger, Lyonel
Brief 1918 mit 2 Holzschnitten

Lotto 2830

Feininger, Lyonel, Maler und Graphiker, Lehrer am Bauhaus (1871-1956). Eigh. Brief m. U. "Lyonel Feininger" und 2 Orig.-Holzschnitten. 2 S. auf 2 Bl. Gr. 4to. Unter Passepartout gerahmt. Braunlage (Harz) 13.VIII.1918.

An den Kunstsammler Dr. Wilhelm Mayer. Sehr schöner, gehaltvoller und mit zwei Holzschnitten illustrierter Brief aus Feiningers bester druckgraphischer Periode. "... Als Ihr lieber Brief und das schöne Buch des französischen Maler-Soldaten ankamen, lag ich zu Bette an der berühmten 'spanischen' Krankheit, und hatte rechte Zeit und Musse an beiden Sendungen mich zu erfreuen. Sonst aber, waren meine Gedanken recht trübe; es liegt so viel Schweres, Catastrophales in der Luft, und das Wenige, was wir überhaupt von der Lage, draussen wie drinnen, erfahren, ist recht beklemmend ... ich habe mich Tagelang nicht getraut, Feder zu Papier zu setzen, aus Sorge, rechten Unsinn zu schreiben. Heute ... geht es mir viel besser, und ich blicke freier um mich. Politischen Gedanken nachzuhängen, hat gar keinen Zweck; und ich grüble nur darüber nach, ob 'Politic' nicht überhaupt ungefähr der Gipfel menschlichen Unsinns ist; die Ursache panischer Furchtsamkeit und Argwohn unter den Menschen; etwas, was in unser Jahrhundert längst nicht mehr hineingehörte. Also - ich denke jetzt nur noch an meine Lieben und an meine Arbeit, die mein Leben ist und ohne das ich nicht bin. Ich wünsche, im Übrigen, sehnlichst das Ende herbei, von diesem Wahnsinn und Morden ... Aus meiner Reise wird nichts werden ... ich bin sehr tief in der Arbeit drin, und kann mich nicht losreissen. Das Jahr habe ich zu viel versäumt, und bin richtig besessen von dem Gedanken des Schaffens und des Erfüllens ... ich denke mit heisser Sehnsucht an mein stilles Atelier und die Rückkehr nach Zehlendorf ...".
Klagt dann über die vergeblichen Bemühungen um ein Dienst- bzw. Kindermädchen und fährt fort: "... Von Goltz hörte ich neulich, dass Dr. Coellen 'nicht mehr für ihn tätig' sei. Sonst weiss ich nur, dass zwei meiner Bilder schon jetzt im Salon hängen, Gelmeroda VII und Niedergrunstedt IV. Für den Katalog habe ich einen kleinen Holzschnitt geschickt - sollte auf den Umschlag gedruckt werden, wird aber innen im Katalog als 'vom Stock gedruckt' prangen. Einen Abzug davon sende ich Ihnen, auf dem anderen Bogen aufgeheftet! - Es hätte mir grosse Freude gemacht, mit Ihnen während Ihres Urlaubs herumzugehen! Mit übermässig viel Geschwätz hätte ich Sie nicht belästigt! Ich schweige so gerne! es liegt ein höchster Genuss im Schweigen; im Gedankenvollen versteht sich! Das haben mich diese Jahre gelehrt ...". - Der Holzschnitt auf Bl. 1 (Prasse W 59: "Three proofs known on tissue paper", Blattgr. 13,5 x 11 cm) auf bräunlichem Papier ist aufmontiert; der Holzschnitt auf Bl. 2 (Prasse W 18, 8,5 x 11,5 cm) ist auf das Blatt gedruckt. - Mit der "berühmten spanischen Krankheit" meint Feininger die gefürchtete "spanische Grippe", an der im Herbst/Winter 1918/19 weltweit zwischen 25 und 50 Millionen Menschen starben. Mit "Goltz" ist der Münchener Kunsthändler Hans Goltz (1873-1927) gemeint, der eine der bedeutendsten deutschen Galerien für moderne Kunst betrieb. "Coellen" war der Kunsthistoriker Ludwig Coellen (1875-1945). - Prachtvoller, illustrierter Künstlerbrief.

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Strauss, Richard
Musikmanuskript aus "Die schweigsame Frau"

Lotto 2930

Strauss, Richard, Komponist und Dirigent (1864-1949). Eigh. Musikmanuskript mit Widmung und Unterschrift "Dr Richard Strauss". 1 S. (Tinte und Bleistift). Doppelblatt Notenpapier von Breitkopf & Härtel; mit dem 2. (leeren) Blatt auf Karton montiert. Quer-folio (27 x 34 cm). O. O. (nach 1935).

"Aus der schweigsamen Frau. Correkturen zu Seite 51. - Herrn Minister Dr Frank zur Erinnerung an den 14 Oktober Garmisch - Dr Richard Strauss." Umfangreiches Particell mit Text auf 14 Systemen (24 Takte), betreffend die Partien von Henry Morosus und seiner Frau Aminta aus der auf einer Komödie von Ben Jonson basierenden komischen Oper "Die schweigsame Frau", die mit Libretto von Stefan Zweig am 24. Juni 1935 unter der Leitung von Karl Böhm in Dresden uraufgeführt wurde. Die beiden jugendlichen Hauptrollen Henry und Aminta waren mit Martin Kremer und Maria Cebotari besetzt. Die "Correkturen" des vorliegenden Partitur-Manuskripts betreffen deren Partien im Finale: Henry: "Nein, sie wird Euch nimmer plagen, / die ist fort für immerdar. / Nur Aminta ist geblieben, / milde wie sie immer war". - Aminta: "Wollet gütigst mir verzeihen, / was Euch jene angetan. / Und wenn dann ein ganzes Leben / hingegeb'ner Kindesliebe / Euren Groll beschwichten [sic] kann ...". - Der Jurist Hans Frank, später der berüchtigte Chef der Zivilverwaltung des "Generalgouvernements", war ein begeisterter Musikliebhaber und Musiker, zu dessen Freundeskreis Hans Pfitzner und auch Richard Strauss gehörte. Nachdem Frank Staatsminister (ohne Geschäftsbereich) und Präsident der Akademie für Deutsches Recht geworden war, kaufte er sich den "Schoberhof" in Fischhausen (Oberbayern), wo Strauss und mancher andere prominente Künstler zu Gast waren. Auch Bayreuth galt Franks reges Interesse. Als Richard Strauss ihm um 1936 sein heiteres Opern-Manuskript widmete, geschah dies vermutlich auf dringlichen Wunsch Franks; jedenfalls konnte sich der Komponist zu dieser Zeit sicherlich noch nicht vorstellen, was für eine Rolle der Beschenkte später einmal übernehmen würde.

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Wagner, Richard
Brief 1865 an Auguste de GaspÚrini

Lotto 2943

"Que de misère!"
Wagner, Richard, Komponist und Dirigent (1813-1883). Eigh. Brief m. U. „Rich Wagner“. In franz. Sprache. 2 S. Doppelblatt. 8vo. München 20.X.1865.

An den Arzt und Musikschriftsteller Auguste de Gaspérini (1823-1868) in Paris, der Wagner 1860 dort mit einflußreichen Personen bekannt gemacht und ihm Kredite zur Finanzierung der defizitären Konzerte vermittelt hatte. Jetzt in München gibt sich Wagner verzweifelt, obwohl König Ludwig ihm zwei Tage zuvor auf der Basis eines neuen Anstellungsvertrages 40.000 Gulden in Münzen hatte auszahlen lassen, die Cosima in Säcken per Kutsche nach Hause transportierte. „... voilà les 3000 fr. - Vous serez aimable de vouloir dire tout ce qu’il y a de plus touchant à Mr. Lucy de ma part. Vos nouvelles sont très affligeantes pour moi! Que de misère! Que de misère! Pour moi je suis absolument au but de la capacité de souffrir - j’arrive à l’état de non-impressionabilité. - Vous aurez sous peu de jours ce qu’il faut pour ma planification française. Portrait - autographe - tout - seulement vous contentez aujourd’hui avec l’argent ... O dieu! Combien jaimerais de pouvoir contribuer à vous recompenser de votre belle amitié!! - Pardonnez ces quelques lignes frivoles - je voulais vous envoyer sit˘t que possible l’argent! ...”. - "Mr. Lucy" war General-Steuerpächter von Marseille und privat ein Wagner-Verehrer. - WBV 4306. - 3 Tintenwischer auf der ersten Seite.

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