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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Main Image Description Status
Brünnow, Rudolf-Ernst
Die Provincia Arabia

Lot 84

Brünnow, Rudolf-Ernst und Alfred von Domaszewski. Die Provincia Arabia. Auf Grund zweier in den Jahren 1897 und 1898 unternommenen Reisen und der Berichte früherer Reisender. 3 Bände. XXIV, 532 S.; XII, 358 S.; XIV, 403 S. Mit Frontispiz in Heliogravüre und 53 teils gefalteten Tafeln und Karten, 2 Karten auf 4 Blättern sowie zahlreichen Abbildungen im Text. 32 x 25 cm. OHalbpergament (leicht fleckig und berieben sowie bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und goldgeprägten Verlagsangaben. Strassburg, Karl J. Strübner, 1904-1909.

Fück 216, Anm. 549. – Erste Ausgabe der seltenen dreibändigen Beschreibung der beiden Ostjordanland-Reisen des Orientalisten und Philologen Rudolf Ernst Brünnows (1858-1917) zusammen mit dem Historiker Alfred von Domaszewski (1856-1927). Band eins behandelt die "Die Römerstraße von Mâdebâ über Petra und Odruh bis El-'Akaba", Band zwei beschreibt "Der äußere Limes und die Römerstraße von El-Ma'Ân bis Bosra" und in Band drei wird "Der westliche Hauran von Bosrâ bis Es-Suhba und die Gegend um die Damaskener Wiesenseen bis ED-Dumer, nebst einem Anhang über die römischen Befestigungen von Masada von A. v. Domaszewski und einem Überblick über die Geschichte der Provinz Arabia" vorgestellt.
Die bemerkenswerte Beschreibung widmet sich Syrien, Jordanien und dem Libanon und wird besonders wegen seiner Darstellung von Petra und des Palastes von Mshatta geschätzt. Bekannt war der Mshatta-Palast vor allem für seine aufwendig geschnitzten Fassadendekorationen, die in der Mitte des 8. Jahrhunderts erbaut wurden und heute nur noch durch Brünnows Fotografien überliefert sind. Des Weiteren ist eine Zusammenstellung aller in der Region gelegenen Ruinen enthalten, ebenso wie eine Auflistung der Inschriften. – Gering gebräunt, leicht stockfleckig, oftmals unaufgeschnitten. Seltene vollständige Ausgabe in den Original-Einbänden.

Estimate
€ 4.500   (US$ 4.950)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.050)



» Geography
Nolli, Giovanni Battista
Nuova pianta di Roma. Kupferstichplan der Stadt...

Lot 160

Nolli, Giovanni Battista. Nuova pianta di Roma. Kupferstichplan der Stadt Rom in 12 zusammenmontierten und auf Gaze aufgezogenen Kartensegmenten. Je zwischen 43 x 67 und 69 x 52 cm, zusammen 171,5 x 206,5 cm. Rom, Nolli, 1748.

Brunet IV, 95 (‘assez recherché”). – Der in seinem Detailreichtum teilweise noch bis heute unübertroffene Stadt- und Grundrissplan der Ewigen Stadt von Giovanni Battista Nolli (1692-1756), der nicht nur die Straßen und Gebäudekomplexe bis hin zu jeder hervorstehenden Mauerzunge dokumentierte, sondern auch gewissermaßen in die öffentlichen Gebäude, vor allem die Kirchen hineinging. So finden sich auf dem Plan nahezu alle Grundrisse der antiken Tempel und der weit über hundert Kirchenbauten vom Frühchristentum über die Romanik bis hin zur Renaissance und dem Barock minutiös wiedergegeben.
Der aus Como stammende Nolli war als Ingenieur und Architekt ausgebildet worden, arbeitete zunächst als Stadtvermesser in Mailand am örtlichen Kataster, bis er dann nach Rom weiterzog. Dort entwickelte er die Idee einer exakten Kartierung der Stadt und deren Darstellung in einem großen Kupferstichplan, den er Benedikt XIV. widmete. Der Papst hatte ihn ermächtigt, auch alle privaten Grundstücke, darunter Paläste, Klöster, Gärten und weitere Liegenschaften kraft eines offiziellen Mandats zu betreten und zu vermessen.
Zusammen mit seinem Sohne, Carlo Nolli und Giuseppe Vasi entstand bis 1748 der monumentale Plan, der auch die neue Gliederung der Stadt unter Benedikt in 14 Bezirke zeigte, die bis auf den heutigen Tag im barocken Stadtbild sichtbar blieben.
Die großartigen Vignetten zeigen ein Capriccio der bedeutendsten römischen Bauwerke mit der Trajanssäule, dem Tempio dei Castori auf dem Foro Romano, dem Konstantins- und Septimius Severusbogen, dem Kolosseum, sowie dem Kapitol mit den Bauten Michelangelos und der Personifikation der Roma. – Auf größeres Gaze-Stück aufmontiert, daher wurden die Ränder weitgehend geschützt und weisen nur hier und da kleine Läsuren, Ein- oder Ausrisse auf. Einige Knick- und Rollspuren, wenige Oberflächenläsuren bzw. gelegentlicher Abrieb, nur vereinzelte Fleckchen und Bräunungen, insgesamt schönes, für Alter und die Große bemerkenswert gut erhaltenes Exemplar des seltenen, höchst dekorativen Plans.

English: Mounted on large piece of gauze cloth, hence margins widely preserved and with only few scattered smaller damages/tears. Some crease and roll marks, few superficial damages and occasional abrasion, only few scattered smaller stains and some browning. Altogether very good condition, remarkably well preserved copy given its size and age.

Estimate
€ 3.600   (US$ 3.960)


Hammer Price
€ 10.000 (US$ 11.000)



» Geography
Cardano, Girolamo
Opera Omnia

Lot 429

Das Exemplar der Forbes Library, Northampton, Massachusetts

Cardano, Girolamo. Opera Omnia. 10 Teile in 7 Bänden. Mit gestochenem Porträtfrontispiz, gestochner Druckermarke, die sich als Holzschnitt-Druckermarke in den Teilen II-X wiederholt, sowie zahlreichen schematischen Textholzschnitten, Titel in Schwarz und Rot. 37 x 23 cm. Blindgeprägtes Pergament d. Z. (wenige Bezugsfehlstellen, vereinzelt etwas angestaubt bzw. angeschmutzt, Kanten bestoßen, berieben) teils mit hs. RTitel und mit einigen intakten Leinenschließbändern. Lyon, Huguetan und Ravaud,1663.

DSB III, 64. Krivatsy 2140. Riccardi I/1, 256 ff. Caillet 2011. – Erste Gesamtausgabe der Werke des Girolamo Cardano (1501-1576), herausgegeben und mit einer Vita des Autors von Carolus Sponius (Charles Spon; 1609-1684). Sie enthält nahezu alle seine Schriften, einschließlich der unveröffentlichten Werke.
Cardano (1501-1576) gilt als der größte Physiker Mailands und stand als Arzt in Europa nur Vesalius nach. Er befasste sich intensiv mit Missbildungen und Infektionskrankheiten. So gibt sein Erstlingswerk 'De malo recentiorum medicorum medendi usu libellus' die erste Beschreibung von Typhus wieder (vgl. Garrison-Morton 5370).

Daneben beschäftigt er sich mit der 'Magiae naturalis' und Astrologie und wurde aufgrund seines Jesus-Horoskops ein Jahr von der Inquistion gefangen genommen. Sein Ruhm ist aber durch seine Beiträge in der Mathematik begründet. In seinem Werk 'Ars magna' ("his greatest work in mathematics"; DSB III, 65) veröffentlichte er neben zahlreichen neuen algebraischen Ideen eine Methode zur Lösung von Gleichungen dritten und vierten Grades, die später als "Cardano-Formeln" weite Verbreitung fand. Er legte den Grundstein für die sogenannte "Phlogistontheorie", bei der davon ausgegangen wird, dass das Phlogiston, eine hypothetische Substanz, allen brennbaren Körpern bei der Verbrennung entweicht sowie bei Erwärmung in sie eindringt.

Ferner beschreibt er erstmals das nach ihm benannte "Kardangelenk" bzw. die "Kardanwelle", ein Universal- oder Kreuzgelenk, das u. a. bei der Aufhängung astronomischer Instrumente und Schiffskompasse Anwendung findet. Er vertritt die kosmogonische Vorstellung, bei der er neben einer Urmaterie eine Seele als Grund für die Bewegung und Veränderung annimmt und versucht, die Koexistenz von christlicher Glaubensgewissheit und Wahrheit wissenschaftlicher Forschung zu beweisen. – Titel sowie die Seiten 93/94 eines jeden Bandes mit perforiertem Besitzvermerk. Zwei verschiedene Exlibris der Forbes-Bibliothek aus Northhampton, USA (darunter das Porträt-Frontispiz "Charles Edward Forbes"). Seiten vereinzelt mit kleinen Einrissen. Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar dieser überaus seltenen vollständigen Gesamtausgabe.

Estimate
€ 5.000   (US$ 5.500)


Hammer Price
€ 7.500 (US$ 8.250)



» Miscellanea
Brehm, Christian Ludwig
Monographie der Papageien

Lot 450

Mit 75 Tafeln vollständiges Exemplar der prächtigsten Papageien-Monographie
Brehm, Chr(istian) L(udwig). Monographie der Papageien oder vollständige Naturgeschichte aller bis jetzt bekannten Papageien mit getreuen und ausgemalten Abbildungen. 2 Bl., 60 S. Mit 75 kolorierten gestochenen und lithographischen Tafeln nach F. Levaillant. 41,5 x 26 cm. Etwas späterer Halbleinenband (etwas fleckig, berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel. Jena, August Schmid und Paris, Treuttel und Würz, 1842(-1855).

Nissen 142. Nicht bei Anker und Zimmer. – Seltene einzige Ausgabe des wohl prächtigsten Illustrationswerkes über Papageien, sicher eines der schönsten ornithologischen Werke überhaupt. Das Werk erschien insgesamt in 15 Heften mit zusammen 75 kolorierten Tafeln. Der evangelische Pfarrer und Ornithologe Christian Ludwig Brehm (1787-1864) war der Vater des ungleich bekannteren Zoologen Alfred Brehm (1829-1884), dem Autor der Tierenzyklopädie Brehms Tierleben. Papageien gehörten im 18. Jahrhundert als repräsentative Ziervögel und 'Botschafter' des Exotischen zur Ausstattung eines jeden anspruchsvollen Schloss- oder Gartenraumes. Der Schriftsteller, Landschaftsarchitekt, Orientreisende und exzentrische Lebemann Graf Pückler-Muskau (1785-1871) hielt sich auf seinem Schloss Branitz bekanntlich mehrere Exemplare, die ihn auch auf seinen Reisen begleiteten. Seine Fürsorge ging indes soweit, dass ein Berliner Delikatessenhändler gar Ameiseneier für seine Lieblinge exklusiv nach Branitz lieferte.

Die Tafelzählung ist bekanntermaßen völlig chaotisch geraten, was u. a. auch an der diffusen Erscheinungsweise in 15 Lieferungs-Heften lag - ebenso wie an der Kommunikation zwischen Text- und Tafelredakteuren. So wurden einige Tafeln in der Platte nummeriert, vielen jedoch fehlt die Nummerierung. Die vorhandenen Nummern entsprechen ferner meist auch nicht den Beschreibungen. Schon Brehm selbst stellte fest, dass die Abbildungen nicht mit dem Text übereinstimmten. So hebt das Exemplar mit drei unnummerierten Tafeln an, daraufhin folgt der "Arara hyacinthinus Spix, Der hyacinthfarbige Aras", der als Nummer 4 im Text beschrieben wird. Dargestellt wurde der "Anodorhynchos Maximiliani Spix", die Spezies der Anodorhynchnen wurde jedoch erst im dritten Heft beschrieben, Tafeln 4 müsste also eigentlich Tafeln 13 sein. "Also ergibt sich das Paradox: Tafel 4 = Tafel 13. Es folgt die nicht numerierte Tafel 5, dann die numerierte Tafel 6, zu der die Beschreibung Nummer 4 gehört, dann die nicht numerierte Tafel 6, zu der die Beschreibung Nummer 4 gehört, dann die nicht numerierten Tafeln 7-12 und 14. Die Tafelnummer 15 ist doppelt vergeben ('Aratinga haemorrhous' und 'Arathinga chrysocephalus'). Bis hierher sind alle Tafeln gestochen, ab der Tafeln16 lithographiert. Tafel 19 ist fälschlich "18" numeriert, die Tafelnummern 21 und 23 sind vertauscht, Tafelnummer 34 doppelt vergeben..." etc. etc. (vgl. M. Brandis, Illustrierte Vogelbücher. Sammlung Erich Hostkötter, 2004, S. 8, Nr. 30).

Wegen der Erscheinungsweise in Lieferungen schwankt die Tafelzahl der einzelnen nachweisbaren Exemplare auch bemerkenswert, das Horstkötter-Exemplar enthielt beispielsweise nur 70 Tafeln, das Metropolitan-Exemplar (1994, Los 308) wird mit "65 hand-colored plates" beschrieben, einzig das für 22.000 Dollar zugeschlagene Kensington-Exemplar (1993, Los 39) "75 hand-colored plates after Francois Levaillant". Unser Exemplar ist mit 75 vollständig. Die Tafeln gliedern sich, wie folgt: Das Werk wurde in 15 Lieferungen gedruckt, mit jeweils einem Folio-Doppelbogen (Lagenbezeichnung „1“ bis „15“, jeweils 2 Blatt) mit fortlaufendem Text. Das Projekt endete unbeabsichtigt nach Lieferung 15, womit der Text auf Bogen 15 (Seite 60) unvermittelt abbricht. Mehr sollte nicht erscheinen. Die Tafelnummern nach dem Verzeichnis im Textteil, die Titel entsprechen den Bezeichnungen der Vögel auf den Tafeln.

Tafel 1 (nicht nummeriert) „Psittacus Macao L. Der Macao Ara“.
Tafel 2 (nn.) „Psittacus Aracanga. L. Der Aracanga Papagei” (2 Darstellungen Vogel und Kopf).
Tafel 3 (nn.) „Psittacus tricolor. Dreifarbiger Papagei“.
Tafel 4 (nummeriert „6) „Arara hyacinthiacus Spix. Hyacinthfarbiger Aras“ (der abgebildete Vogel entspricht der Beschreibung unter Nummer 4).
Tafel 5 (nn.) „Psittacus militaris. Soldaten Ara“.
Tafel 6 existiert nicht, ist in der Beschreibung übersprungen.
Tafel 7 (nn.) „L’Ara Rauna Le Vaill. Arara Ararauna Spix. Psittacus Ararauna Lin. Der große blaue Aras“.
Tafel 8 (nn.) „Le grand Ara militaire Le Vaill. Arara Buffonii Br., Psittacus militaris auct. Der große Soldatenaras
Tafel 9 (nn.) „Arara purpureo dorsalis Spix. L’Ara a dos purpre Le Vaill. Der Purpurrückige Aras“.
Tafel 10 (nn.) „L’ara Macavouana Le Vaill. Arara Macawuanna Spix. Psittacus Macawanna. Linn. Der Macawuanna-Aras”.
Tafel 11 (nn.) „Arara severus Spix. Psittacus severus L. L’Ara Maracana Levaill. Der ernsthafte Arara. Ein rothgefleckter ernsthafter Arara” (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 12 (nn.) „Der blaustirnige arara. arara macrognathos, Spix Perroquet à front bleu“ ist nie erschienen, dafür ist an Position 12 eingebunden: „Psittacus hyacinthinus Lath. Hyacinthfarbiger Papagei“.
Tafel 13 (nn.) „Arara macrognatos. Arara grosse mâchoire. Der Aras mit dicken Kinnbacken“.
Tafel 14 (nn.) „Aratinga Carolinae Augustae. Perroquet de S. M. la Reine de Bavière. Der Papagay der Koenigin von Baiern“.
Tafel 15a (nn.) „Aratinga haemorrhous. Perroquet à queue rouge. Der rothschwänzige Papagay“.
Tafel 15b (nn.) „Arathinga chrysocephalus. Perroquet à capuchon jaune. Der goldköpfige Papagay“.
Tafel 16 (num. “16”) “Aratinga aurifrons Spix.” (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 17 (num. „17“) „Aratinga luteus sive Garauba“.
Tafel 18 (falsch num. „19“) „2 Aratinga Ninus. 1 A. Caixana“.
Tafel 19 (num. „19“) „Aratinga cyanogularis Spix.“.
Tafel 20 (num. „20“) „Aratinga aureus“.
Tafel 21 (falsch num. „23“) „Aratinga flaviventer“.
Tafel 22 (num. „22“) „Aratinga acutirostris“.
Tafel 23 (falsch num. „21“) „Aratinga xanthopterus“.
Tafel 24 (num. „24“) „Aratinga latus“ (falsch, muss heißen „perlatus“; 2 Vogeldarstellungen).
Tafel 25 (num. „25“) „Aratinga fasciatus“ (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 26 (num. „26“) „Aratinga melanunus 1. mas. 2. femina“ (falsch, muss heißen „melanurus“; 2 Vogeldarstellungen).
Tafel 27 (num. „27“) „Aratinga nobilis Spix.“
Tafel 28 (num. „28“) „Aratinga Guianensis“.
Tafel 29 (num. „29“) „Aratinga pertinax“.
Tafel 30 (num. „30“) „Aratinga pertinax“.
Tafel 31 (num. „31“) „Aratinga virescens“.
Tafel 32 (num. „32“) „Pittacus passerinus“ (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 33 (falsch num. „34“) „Psittaculus xanthopterygius“ (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 34 (num. „34“) „Psittaculus gregarius“ (2 Vogeldarstellungen).
Tafel 35 (falsch num. „35“) „Psittaculus Tui“.
Tafel 36 (num. „36“) „Psittaculus Swinderianus“.
Tafel 37 (num. „37“) „Psittacus xantops“.
Tafel 38 (num. „38“) „Psittacus columbinus“.
Tafel 39 (num. „39“) „Psittacus malachitaceus“.
Tafel 40 (num. „40“) „Psittacus Pumilo“.
Tafel 41a (num. „41“) „Psittacus pileatus mas.“.
Tafel 41b (falsch num. „42“) „Psittacus pileatus fem.“.
Tafel 42 (falsch num. „43“) „Psittacus Diadema“.
Tafel 43 (falsch num. „44“) „Psittacus senilis“.
Tafel 44 (falsch num. „45“) „Psittacus pulverulentus“.
Tafel 45 existiert nicht, ist in der Beschreibung übersprungen.
Tafel 46 (num. „46“) „Psittacus senilis, Spix“.
Tafel 47 (num. „47“) „Psittacus acciptrinus, Gm. Linn.“.
Tafel 48 (num. „48“) „Psittacus menstruus Gm. Linn.“.
Tafel 49 (num. „49“) „Psittacus cestivus Gm. Linn.“ (falsch, muss heißen „aestivus“).
Tafel 50 (num. „50“) „Psittacus amazonicus, Lath.“
Tafel 51 (num. „51“) „Psittacus amazoninus“.
Tafel 52 (num. „52“) „Psittacus melanocephalus“.
Tafel 53 (num. „53“) „Psittacus Barabandi“.
Tafel 54 (num. „54“) „Psittacus Bouqueti“.
Tafel 55 (num. „55“) „Psittacus cyanotis“.
Tafel 56 (num. „56“) „Psittacus aureus, Bechst, nec Linn.“.
Tafel 57 (num. „57“) „Psittacus autumnalis“.
Tafel 58 (num. „58“) „Psittacus paradisi Linn.“.
Tafel 59 (num. „59“) „Psittacus cervicalis Lath.“.
Tafel 60 (num. „60“) „Psittacus mascarinus Linn.“.
Tafel 61 (num. „61“) „Psittacus menstruus Weibchen im mittlern Alter (Psittacus purpureus)“.
Tafel 62 (num. „62“) „Psittacus senegalus“.
Tafel 63 (num. „63“) „Psittacus gramineus“.
Tafel 64 (num. „64“) „Psittacus melanocephalus“.
Tafel 65 (num. „65“) „Psittacus Geoffayi fem.“.
Tafel 66 (num. „66“) „Psittacus crythacus“.
Tafel 67 (num. „67“) „Psittacus Domicella“.
Tafel 68 (num. „68“) „Psittacus cyanurus“.
Tafel 69 (num. „69“) „Psittacus guebiensis“.
Zusätzliche Einschalt-Tafel 67 (num. „70“) „Psittacus ochruptenus“ (im Text auf Seite 58 falsch nummeriert: „Taf. 67. 36) Der gelbflügelige Papagei. Psittacus ochropterus, Gm. Lin.“.
Tafel 70 (num. „71“) „Psittacus sinensis“.
Tafel 71 (num. „72“) „Psittacus garrulus“.
Tafel 72 (num. „73“) „Psittacus unicolor“.
Tafel 73 (num. „77“) „Psittacus grandis“.
Tafel 74 (num. „75“) „Psittacus Lori“. – Leicht stockfleckig, der Textteil etwas stärker betroffen. Mehrere Vakatblatt beigebunden, darunter zwei mit einer privaten farbigen Papageienzeichnung.

Estimate
€ 6.000   (US$ 6.600)


Hammer Price
€ 17.000 (US$ 18.700)



» Miscellanea
Stanislas
Principaux oiseaux de l'Australie

Lot 471

Stanislas. "Principaux oiseaux de l'Australie dessinés sur nature par frère Stanislas, pensionnat des Frères Maristes". Hs. Titel und 13 Gouachen. Ca. 43,5 x 19,5 cm bzw. 18,5 x 13,5 cm. Auf 9 Trägerkartons montiert. 58,5 x 41,5 cm. Weinrotes Halbchagrinleder (leicht berieben, etwas fleckig, Rückdeckel mit gewelltem Feuchtigkeitsfleck) mit RVergoldung und goldgeprägtem Vorderdeckeltitel. Sydney, um 1899.

Die neun Gouachen zeigen die wohl schönsten australischen Vögel, die alle namentlich bezeichnet sind: "Eopsaltria Australis" (Goldbauchschnäpper), "Rhipidura Motacilloides Australia" (Stelze), "Gymnorhina Tibicen Australia" (Flötenvogel), "Amadina Guttata Australia" (Zebrafink), "Malarus Melanocephalus Australia" (Rotrücken-Staffelschwanz), "Dacelo Gigas Australia" (Jägerlieste), "Menura Superba Australia" (Graurücken-Leierschwanz), "Melopsittacus Undulatus Australia" (Wellensittich), "Zonaeginthus Oculus Australia" (Tropenfink), "Malurus Elegans Australia" (Silberkopf-Staffelschwanz), "Alcyone Azurea Australia" (Eisvogel), "Sericulus Melinas Australia" (Gelbnacken-Laubenvogel) sowie "Petroica Goodnovii Australia" (Rotkehlchen). Die Vögel werden in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt und sitzen im Nest, sind mit der Brutpflege betraut, suchen nach Futter oder halten Ausschau nach möglichen Feinden.
Die detailliert und mit besonderer Kunstfertigkeit sowie ornithologischer Kennerschaft ausgeführten Gouachen wurden von einem gewissen, nicht weiter bekannten, 'Stanislas' ausgeführt. Dieser war, wie er selbst auf dem Titel angibt, Mitglied der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Maristen-Schulbrüder ('Fratres Maristae a Scholis'). Die Maristen waren seit 1872 auch in Australien tätig und mit Ausnahme von Tasmanien haben sie in allen australischen Bundesstaaten und Territorien gearbeitet. Damals wie heute ist ihr oberstes Ziel Jugendliche in allen Formen der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu unterrichten.
Der Stempel auf dem Titel weist eine weitere Besonderheit auf. Das vorliegende Werk wurde 1900 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt und mit einer Goldmedaille ausgezeichnet "Exposition Universelle PARIS - 1900 Union des Frères enseignant MEDAILLA D'OR". – Die Gouachen häufig stark braun- und stockfleckig bzw. gebräunt. Auch die Trägerkartons stärker gebräunt sowie fleckig. Die Farben frisch und leuchtend.

Estimate
€ 13.000   (US$ 14.300)


Hammer Price
€ 13.000 (US$ 14.300)



» Miscellanea
Hollstein, F. W. H.
Dutch and Flamish etchings, engravings and wood...

Lot 692

Hollstein, F. W. H. Dutch and Flemish etchings, engravings and woodcuts. 1450-1700. Bände I-LVIII in 58 Bänden. 27 x 20 cm. OLeinen mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter VDeckelvignette und OSchutzumschlägen (diese teils mit Gebrauchsspuren). Amsterdam, Menno Hertzberger, 1949-2001.

Die älteren Bände mit leichten Gebrauchsspuren, teils auch mit kleinem Sammlerstempel auf dem Titelblatt, überwiegend jedoch nahezu verlagsfrisch. – Dabei: The New Hollstein. Dutch & Flemish etchings, engravings and woodcuts. 1450-1700. 22 Bde. der Reihe. 27 x 20 cm. OLeinen mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter VDeckelvignette und OSchutzumschlägen. Rotterdam 1993-2000. - Vorhanden sind die Bände Cornelis Cort (3 Bde.). - De Gheyn Family (2 Bde.). - Van Doetecum Family (4 Bde.). - Philips Galle (4 Bde.). - Gerard van Groeningen (2 Bde.). - Hendrick Hondius. - Karel van Mander. - Lucas van Leyden. - Muller Dynasty (3 Bde.). - Maarten van Heemskerck (2 Bde.). - Verlagsfrisch.

Estimate
€ 4.000   (US$ 4.400)


Hammer Price
€ 5.800 (US$ 6.380)



» Miscellanea
Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene
Lateinische Handschrift auf Pergament.

Lot 1013

Bis dato unbekanntes Renaissance-Manuskript mit Texten antiker Autoren
Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene tradotte dal greco etc. Großes Fragment mit Texten antiker Autoren. Lateinische Handschrift auf Pergament. 80 Bl., gez. 17-104 (recte 96). 16 Zeilen. Schriftraum: 9,8 x 5,8 cm. Format: 16,5 x 11,4 cm. Mit Kapitelüberschriften (Autorennamen) und marginalen Randziffern (Briefnummern) in Blassrot sowie ca. 114 2-zeiligen Blattgold-Initialen auf rotem und blauem Grund mit Binnenornamentik in feiner Federzeichnung. Modernes Kalbsleder (Gelenke brüchig oder offen, leicht bekratzt). Italien um 1480.

Offenbar bis dato unbekanntes Fragment einer italienischen Pergamenthandschrift mit Texten von Briefen des sizilianischen Tyrannen Phalaris von Syrakus (gest. 555 v. Chr.), des römischen Cäsarmörders Marcus Iunius Brutus (85-42 v. Chr.), des griechischen Philosophen Diogenes von Sinope (413-323 v. Chr.) und vieler anderer, meist aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt. Auch wenn die Texte im Allgemeinen durchaus überliefert und bekannt sind, handelt es sich bei der vorliegenden Handschrift um eine Zusammenstellung, die wir in ähnlicher Form nur in einem Manuskript der Laurenziana in Florenz nachweisen können. Der Codex wird dort folgendermaßen beschrieben: "Epistole di Falaride, di Marco Bruto, di Diogene tradotte dal greco ec. Cartac, sec. XV, di carte 78, delle quali la 71 è bianca. Scrittura italica, tutta di una mano: scritto a Pirano d'Istria nel 1471 (Cod. Ashb. 11-AsHB. 198, 19.8 275-207)", wonach es sich also um eine Papier- und keine Pergamenthandschrift handelt und der Codex mit 78 Blättern komplett ist (von dem Blatt 71 weiß blieb).

Der Codex ist ein in dem istrischen Piran, einer damals als "Pirano d'Istria" zur venezianischen Terra ferma gehörenden Adria-Stadt, entstandenes Manuskript, das eine Sammlung von Briefen antiker Autoren nach einer bestimmten Reihenfolge und Nummerierung enthält. Beide Codices, der uns vorliegende wie der der Laurenziana, gehen sicherlich auf eine wesentlich ältere (und wohl nicht mehr erhaltene) Handschrift zurück, deren ursprüngliches Vorbild wohl schon aus der Antike stammt. Insofern kommt der uns vorliegenden Handschrift eine besondere Bedeutung zu, kann sie doch im Vergleich mit dem Ambrosiana-Codex neue Lesarten enthalten, die helfen können, den Urtext weiter zu erschließen.

Dem Ambrosiana-Manuskript gehen die hier fehlenden "Epistolae Phalaris (sic) per Dnm Franciscum Aretinum de greco in latinum traduci" voran sowie ein Widmungsbrief des Übersetzers Francesco Marsuppini an Malatesta Novello.

Erfasst wurde das Ambrosiana-Manuskript wie üblich anhand der Incipit-Zeilen, die im Vergleich mit unserer Handschrift schon oftmals bemerkenswert abweichen, was die Übersetzung ins Lateinische betrifft. So findet sich in der Ambrosiana-Handschrift der Briefanfang Paurolas folgendermaßen zitiert: "Que a patre in filios", während es bei uns heißt: "Que a patre in filium", "Cum Himeram..." wird bei uns "Cum in himeram necessario venissem", "Nicaeneto Aristophonti Temeritas et iuventutis" wurde zu "Ariphradi Temeritas et iuventutus" etc.

Vorhanden sind in dem vorliegenden Fragment die Briefe 17-130 (es fehlen gegenüber dem Ambrosiana-Manuskript also ggf. die Vorstücke, die Briefe 1-16 sowie 131-138). Der Text hier hebt also erst auf Blatt 17 (der späteren; oben in der rechten Ecke mit grau-schwarzer Tinte eingetragenen) handschriftlichen Nummerierung mit dem Brief 17 des Paurole an. Es folgt Brief 18 Paurole und dann Brief 19 Erythiae auf Seite 19 etc. Zitiert werden hier nur die ersten und der letzte Brief, um einen Eindruck des Textes und seiner Organisation zu geben.

Brief 17 Fol. 17r Paurole. Maxime utrumque parentem
Brief 18 Fol. 18r Derselbe. Que a patre in filium
Brief 19 Fol. 18v Erythiae. Si nostre tyrannidis
Brief 20 Fol. 20r Paurola. Coronam abs te sexdentorum aureorum pondo
Brief 21 Fol. 21r Paurole. Cum in himeram necessario venissem
Brief 22 Fol. 22v Camarinensibus. Et in gelliam misi et ad Leontinos
Brief 23 Fol. 22v Lucino. Non recte in Leontinorum
Brief 24 Fol. 23v Leontinis. Si meum contra vos bellum solvi desideratus
Brief 25 Fol. 23v Leontinis. Leonidam quem res meas exploratum misistis
Brief 26 Fol. 24r Hieronymo. Rogasti me quibus adductus rationibus Leontinos in agrum
Brief 27 Fol. 24v Nichophemo. Quos in Leontinorum concione missabili cruciatu
Brief 28 Fol. 25r Timonacti. Vicisci bello Leontinos
Brief 29 Fol. 25v Samee. Cum mores tuos optimos et meredibilem erga omnes
Brief 30 Fol. 26r Pythagore. Phalaridis tyramni a pythagore
Brief 31 Fol. 27r Thoraci. Utrum me ipsum
Brief 32 Fol. 27v Ariphradi. Temeritas et iuventutis
Brief 33 Fol. 28r Niceneto. Quod sepenumero patri tuo scripsimus
Brief 34 Fol. 29r Antimacho. Si reddere mutuum potest et tamen
Brief 38 Fol. 29r Aristomeni. Noli egre ferre uulnera que in bello accepimus
Brief 36 Fol. 29v Xenopithi. Non me pertubant calumnie
Brief 37 Fol. 30r Catiniis. Cum ad me cives vestri captive deducerent
Brief 38 Fol. 30v Catiniis. Vos fortasse satis mihi penarum dedisse
etcetera bis
Brief 130 Fol. 104r Stesichoro. Nicocles Syracusanus non ignoras fortasse

Jeder Brief beginnt mit einer großen, 2-zeiligen Zierinitiale in aufrechter Renaissance-Antiqua, die in leuchtend-schimmernden Blattgold auf einen Grund aus blauer und roter Deckfarbe aufgetragen wurde. Dabei umspielen die wiederum mit Binnenornamentik in feinster weißer Federzeichnung reich gezierten Farbfelder die Form der Initiale äußerst abwechslungsreich: als Quadrat- und Rechteckformen, aber auch mit abgeschrägten Ecken, mit Ausläufern um die Serifen, kleinen Haken, Zacken und Bögen. Ebenso wie die bemerkenswert klare, sauber geschriebene Gotica rotunda zeugen die Initialen von der hohen Handschriftenkunst zwischen Mittelalter und Neuzeit, zwischen Gotik und Renaissance, was die Datierung des Manuskripts bestätigt.

Jede Seite ist sauber mit blassroten Linien regliert, wobei die beiden Textspiegel der Doppelseiten in die Mitte zum Bug gerückt sind und einen bemerkenswert breiten Rand lassen (an der Außenkante 4 cm, unten soger 5 cm!). Die Nummern der Briefe, die weitgehend denen im Ambrosia-Codex entsprechen, sind jeweils in die Randmarge auf Höhe der Initialen mit blassroter Tinte eingeschrieben, ebenso wie die Briefautorennamen in klaren Antiqua-Versalien.

Zu den Texten vergleiche folgende Literatur: Marco Giunio Bruto. Epistole greche. hrsg. von Luigi Torraca (Hrsg). Neapel 1959.
Muratore Davide, Le epistole di Falaride. Catalogo dei manoscritti. La Spezia 2002. Zum Ambrosiana-Codex siehe: Cesare Paoli und Enrico Rostagno (Hrsg.), I codici ashburnhamiani della R. Biblioteca Mediceo-Laurenziana di Firenze (Kompilation von C. Paoli, E. Rostagno und T. Lodi). Libreria dello Stato 1887, S. 309ff. – Die ersten vier Blätter und das letzte Blatt mit älteren Wischern bzw. Rasuren im unteren Rand, dort wohl mit Löschung älterer Besitzvermerke oder Einträge des 18. Jahrhunderts (?), was sicherlich darauf hindeutet, dass der Codex wohl schon länger nur als Fragment erhalten war), wenige minimale Löchlein im Pergament, vereinzelte Fleckchen und ganz leichte Schatten, insgesamt aber sehr gut erhaltenes, durchgehend sauberes, breitrandiges Manuskript auf prachtvoll gegerbtem, honigfarbigen Pergament zu je acht Blättern pro Lage.

Estimate
€ 8.000   (US$ 8.800)


Hammer Price
€ 15.000 (US$ 16.500)



» 16th Century
Horae Beatae Mariae Virginis
Lateinische und teils französische Handschrift ...

Lot 1019

Horae Beatae Mariae Virginis. Lateinische und teils französische Handschrift auf Pergament. 146 nn., 2 w. Bl. 16 Zeilen. Schriftraum: 10,8 x 6,4 cm. Format: 16,8 x 11,6 cm. Mit Rubrizierung, Zeilenfüllern und mit zahlreichen 1-5-zeiligen Zierinitialen in Gold und Farben, davon 7 große figürliche Initialen, 8 Längsrandleisten mit Akanthusblattwerk in Gold und Farben, 6 breiten Bordüren mit Blüten und Früchten, Blättern und Akanthus auf Pinselgoldgrund sowie 6 Miniaturen. Rosébrauner Samteinband vom Ende des 19. Jahrhunderts (leicht abgegriffen, kaum berieben, Rücken mit rotem Samt erneuert) mit breiten samtenen Innenkanten, Goldpunktfileten und blauen Moiréseidespiegeln sowie Vorsätzen, mit schlichter dreiteiliger Schließe aus Silberblech, Goldschnitt. Wohl Ile-de-France um 1500.

Besonders üppig mit bemerkenswert qualitätsvollen Miniaturen illuminertes, sicherlich in der Gegend um Paris entstandenes Livre d'Heures, hauptsächlich in lateinischer Handschrift und mit einigen späteren Zusätzen in Französisch am Schluss.

Das Stundenbuch beginnt wie üblich mit dem Heiligenkalender, je ein Blatt für einen Monat, teils nicht ausgefüllt. Im Kalendarium wird eine Anzahl Heiliger hervorgehoben, die auf eine westfranzösische Provenienz deuten können, wie z. B. Albinus (Angers), Briccius (Tours), Eutropius (Saintes) oder Hilarius (Poitiers), die meisten jedoch haben Bezug auf den norosfranzössichen Raumn, darunter Dionysius (Paris), Eligius (Noyon), Germanus (Paris), Ivo (Chartres), Ludwig der Heilige (Paris), Medardus (Noyon und Soissons), Remigius (Reims), Rufinus (Soissons) und Theobald (Provins).

Auf die 12 Blätter Kalendarium folgen die Evangelienstücke und die Gebete "Obsecro te" (Fol. 17v) und "O intemerata" (Fol. 21r). Daran schließen sich Fürbittegebete zum heiligen Christophorus (Fol. 24r), zum heiligen Sebastian (Fol. 26r), zur heiligen Barbara (Fol. 27v) und zur heiligen Anna (Fol. 28r). Auf Fol. 29r beginnen die Stundengebete zur Ehren der Jungfrau Maria mit der Matutin, dann den Laudes (Fol. 39v). Diese brechen jeoch mitten auf der Seite (Fol. 47v) ab, ohne Antiphon "Sancti Dei omnes..." bis inklusive der Oratio "Et pacem tuam...". Die weiteren Stundengebete zu Ehren der Jungfrau Maria werden übersprungen, die Handschrift fährt dann auf Fol. 48r mit den Stundengebeten zur Verehrung des heiligen Kreuzes fort.

Diesen folgt auf Fol. 83r die Bußpsalmen. Auf Blatt 94r hebt die Litanei an, Fol. 99r beginn das Totenofficium. Dieses endet 138r. Abschließend (Fol. 139r bis 140v) einige weitere Gebete. Daran schließt sich von späterer Hand die "L'oreison de sainct augustin" an sowie die L'oraison que feit Manasses, luy estant en captiuité en Babi(lon)" (Fol. 140v bis 146v). Fol. 147 und 148 sind weiß geblieben.

Zur Illumination:
Das ganze Stundenbuch ist sehr hübsch einheitlich von einem geschickten, künstlerisch gebildeten Minaturenmaler illuminiert. Die Randleisten und Bordüren mit Ranken, Blumen und Beeren, darunter Vögel, Schnecke, Fabelwesen, Erdbeeren etc. Eine der größeren Initialen mit reizendem Blumenschmuck. Die vier Evangelisten stellte der Maler jeweils mit ihrem Symboltier als figürliche Initialen dar. Alle vier sind tief in die Lektüre bzw. in das Schreiben der Evangelientexte vertieft.
Johannes Evangelista mit Adler, schreibend im Buch, vor Sternenhimmel (Fol. 13r), Lukas mit dem Stier, fast vollständig verdeckt hinter einem Lesepult, konzentriert auf die Lektüre (Fol. 14r), Matthäus in Diskussion mit dem geflügelten Menschen über einem Folianten (Fol. 15v) und Markus beim Entziffern eines Manuskripts, das auf ein Dreieckpult gelegt wurde, hinter dem der goldgehöhte Löwe den Betrachter anblickt (Fol. 16v).
Initiale mit der anbetenden Madonna (Fol 17v), Blüten-Initiale auf Goldgrund (Fol. 21r), Barbara mit dem Turm (Fol. 27v), Heilige Anna (Fol. 28r),

Die Miniaturen zeigen:
1) Heiliger Christophorus (Fol. 24r)
2) Heiliger Sebastian (Fol. 26r)
3)
Verkündigung Mariae (Fol. 29r)
4) Kreuzigung Christi (Fol. 48r)
5) König David (Fol. 83r)
6) Memento mori, Darstellung des Todes auf dem Friedhof (Fol. 99r) –

Wenige unwesentliche Farbwischer, Farbabplatzungen und Bereibungen, hier und da leicht gebräunt, aber kaum fleckig, insgesamt in sehr schöner Erhaltung. Vorsatz mit modernem Exlibris "John Rancis Neylan", erstes Blatt mit altem Stempel-Monogramm.

English: Horae Beatae Mariae Virginis. Latin and partly French manuscript on vellum. Lavishly illuminated with remarkably high-quality miniatures, tje Livre d'Heures was certainly created in the area around Paris. It is mainly written in Latin and with some later additions in French at the end.

Paint color wipers, few chipping or abrasions, here and there slightly browned, but hardly stained, all in very fine condition. Paste-down with modern ex-libris "John Rancis Neylan", first sheet with old stamped monogram.

Estimate
€ 14.000   (US$ 15.400)


Hammer Price
€ 9.000 (US$ 9.900)



» 16th Century
Heures a lusage de Paris
Paris, Guillaume Eustache, 1509

Lot 1020

"Heures à lusage de Paris toutes an long sans riens requerir: imprimez nouvellement pour Guillaume eustache demourant a Paris en la rue de la iuifrie au deux sagitteres: ou au pallaiz au troysieme pillier". Spätmittelalterliches gedrucktes Stundenbuch auf Pergament. 123 (statt 128) Bl. Satzspiegel 12,8 x 8,2 cm. Format 16,4 x 10,8 cm. Mit großer kolorierter und goldgehöhter Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, Hunderten von 1-3-zeiligen Initialen in Gold auf blauem oder rotem Grund, Zeilenfüllern und jeweils einer individuell gestalteten breiten Zierleiste sowie 14 (statt 19?) ganzseitigen Miniatur-Holzschnitten und 12 viertelseitigen Holzschnitten, alle reich illuminiert in deckenden Farben und mit Gold, teils auch mit Silber. Schwarzes Maroquin vom Anfang des 17. Jahrhunderts (Rücken mit wenigen winzigen Fehlstellen, leicht bestoßen) mit reicher floraler RVergoldung, dreifachen goldgeprägten Deckelfileten und feinsten Eckfleurons. (Paris, Guillaume Eustache, 1509).

Sehr seltenes, für uns nicht in öffentlichen Bibliotheken nachweisbares gedrucktes und überaus reich illuminiertes Stundenbuch nach dem Gebrauch von Paris. Die prachtvolle Druckermarke des Guillaume Eustache zeigt zwei mit Schilden und Bogen gewappnete Kentauren, die unter einem Baum mit goldenen Früchten, den Wappenschild mit der ligierten Marke des Druckers "GE" präsentieren.
Auch wenn Brunet die zumeist fehlende Bordüren- und Randleistenausstattung der späteren, vor allem der gedruckten Stundenbücher bedauert ("Quoiqu'elles soient presques toutes dépourvues de bordures, les heures de ce librairie sonst encore justement recherchées ..."), so bildet das unsrige eine prachtvolle Ausnahme - und gibt ein Beispiel dafür, dass die hohe Kunst der Illumination, auch der eigenständigen (denn hier sind die Bordüren nicht als Holz- oder Metallschnitte eingefügt) Illumination immer noch perfekt beherrscht wurde.

Den Stundengebeten geht der Heiligenkalender auf 14 Jahre ("Almanach pour xiiii ans"voraus (fol. 1v-7v)
Vom Text her interessant sind vor allem die "Quatrains" zum Kalendarium und eine "Orayson de saint fiacre" am Schluss. Vor einem Pariser Gasthaus, das mit dem Bilde dieses Stadtheiligen geschmückt war, pflegten sich die ersten Pariser Mietsdroschken aufzustellen, woher der Namen Fiaker rührt, der sich dann europaweit ausbreitete. Der heilige Fiacrius von Meaux (auch Fiacrius von Brie, Fiacre, Fèfre, Fèvre, Fiachra, Fiachrach) lebte ungefähr von 590 bis 670 als Einsiedler, der im 7. Jahrhundert aus Irland nach Frankreich gekommen war um dort zu missionieren und das sog. „grüne Martyrium“ zu finden.

Die illuminierten Holzschnitte im Einzelnen:
Verlegermarke (fol. 1r), Martyrium Johannes des Täufers (8v), Verrat Christi mit dem Judaskuss (11v), Verkündigung Mariae (16v), Augustinus und die tiburtinische Sybille (26v), Geburt Christi (34v) Verkündigung an die Hirten (38v), Anbetung der Heiligen Drei Könige (41v), Darbringung im Tempel (44v), Krönung Mariae (51v), David und Uria (54v), David und Bathseba (55r), Jesus und Lazarus (63v), Trinität (84r),
Die kleineren Holzschnitte mit Szenen aus den Vitae Sanctorum, dem Kampf des heiligen Michael mit dem Teufel (91v), Enthauptung Johannes des Täufers durch Salomé (92r), die heilige Barbara mit Turm und Kelch (92r), Ahasver for David? (92v), Enthauptung des Apostels Jakob (93r), heiliger Nikolaus (94r), heiliger Claudius (94v), heiliger Antonius (95r), heilige Anna mit der kleinen Maria (96r), Maria Magdalena (96v), heilige Margarete (97r), heilige Barbara (97v),

Über die Seltenheit des vorliegenden Drucks vgl. schon einen Eintrag der Revue des sociétés savantes: "M. Lhuillier, dans un travail court et substantiel, a fait connaître un livre d'heures imprimé en 1509 sur vélin en liettres gothiques, dont l'exemplaire, conservé à Melun chez un particulier, est peut-être unique. Ce livre a une date, il port un nom d'éditeur (Guillaume Eustache, demeurant à Paris, rue de la Juiverie), mais il manque de nom d'imprimeur" (Revue des sociétés savantes de la France et de l'étranger Band V, 1867, S. 161). – Es fehlen vermutlich fünf Blätter (C8, D1, E8, M1-2), sicherlich mit weiteren ganzseitigen Miniaturen. Im Kanon der Gebetsbuchillustrationen fehlen Mariae Heimsuchung, Kreuzigung, Grablegung, Beweinung und Auferstehung, zentrale Szenen des Heilsgeschehens. Blatt 26 (Sybille) mit winzigem Loch (im blauen Gewand des Augustinus), kaum fingerfleckig oder mit Gebrauchsspuren, lediglich etwas knapp beschnitten im 17. Jahrhundert (leichte Randverluste der Bordürenleisten), insgesamt sehr sauber und frisch und mit den Illuminationen in leuchtenden Farben und feinstem Pinselgold (kaum Abplatzungen). Blatt 26r ein wohl zeitgenössischer handschriftlicher Besitzeintrag einer bürgerlichen (!) Dame "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Ein weiterer Besitzvermerk findet sich auf dem Titel: "A. Grillon D. M. 1678". Vor den Block vorne sind noch zwei weitere Pergamentblätter eingebunden mit vier Seiten liturgischen Gesängen auf rotem Vierliniensystem mit schwarzer Quadratnotation zum Osterfest: "In die Sanctissimo Pascha", hinten entsprechend weitere 12 Pergamentblätter und folgend noch 4 Papierblätter, darauf weitere liturgische Gesänge für den Advent, zum Officium des Heiligen Theobald, der "Missa Sancti Rochi" und Vespergesängen, alles aus dem 16. Jahrhundert. Die vier Papierblätter enthalten zusätzliche Stundengebete in französischer und lateinischer Sprache. Auch die marmorierten Vorsätze sind auf den weißen Rückseiten als Textträger gebraucht. Interessant ist hinten auf den Pergamentblättern 8 und 9 ein hs. Bericht über eine Prozession, die in Provinz (einer Gemeinde im heutigen Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France) am 14. VII. 1675 stattfand, und bei der ein "Eustache Grillon Medecin" genannt wird. Ein dritter Besitzer, eine "Citoyen Piar", hat einen Kaufvermerk vom 13. IV. 1793 auf dem 7. Pergamentblatt eingetragen. Modernes Exlibris auf dem hinteren Innendeckel.

English: Very rare printed and richly illuminated book of hours, never recorded in any public library. With larg coloured and gilt woodcut printers device on title page, some hundres of 1-3 line gold initials, illuminated line filler bars, broad ornamental strips and 14 (instead of probably 19?) full-page miniatures in woodcut, furthermore 12 quarter-page woodcuts, all lavishly illuminated in beautiful colours, partly with gilding and silver. Bound in black Morocco of the beginning of the 17th century (back cover with few minimal losses, slightly scuffed). With rich floral gilt spine, threefold golden cover fillets and corner fleurons.
Five leaves are probably missing (C8, D1, E8, M1-2), presumably on which we once met further full page miniatures, as compared with the usual sequence of mediaeval book of hours there is no depiction of the St. Mary’s Visitation, Crucifixion, Entombment, Lamentation and Resurrection. Leaf 26 (Sybille) with small hole, hardly any fingerstains of signs of wear. In the 17th century, the block seems to be cut a little bit narrowly to edge (minimal loss of marginal borders), altogether a very clean, fresh and beautiful copy with the wonderful, shiny illustration in luminous colouring and finest brush gold (hardly any rubbing).

Leaf 26r with an autograph entry of a bourgeois lady "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Another entry on title page: "A. Grillon D. M. 1678". On two, at beginning bound-in parchment leaves we find four pages with liturgical chants: "In die Sanctissimo Pascha", at the end some more 12 parchment leaves with further vocals, e. g. for the “Officium of Saint Theobald, "Missa Sancti Rochi" and vesper chants of the 16th century Jahrhundert. Added are some additional prayers for the hours. On leaf 8 and 9 we find a report about a procession in the provinz of today’s Département Seine-et-Marne in the region Île-de-France), which took place the 14th July 1675, mention among others a certain "Eustache Grillon Medecin". A third owner is the "Citoyen Piar" with a buyer’s entry of 13th April 1793 (leaf 7).

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)


Hammer Price
€ 10.000 (US$ 11.000)



» 16th Century
Brant, Sebastian
Navis stultifera

Lot 1075

Brant, Sebastian. Navis stultifera primum edificata et lepidissimis teutonice lingue rithmis decorata. Deinde ab Jacobo Lochero philomuso latinitate donata et demum ab Jodoco Badio Ascensio vario carminum genere non sine eorundem familiari explanatione illustrata. CVII fol., 1 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Titelholzschnitt und 114 (2 blattgroßen) Textholzschnitten von Albrecht Dürer sowie Holzschnitt-Druckermarke am Schluss 19,5 x 13,5 cm. Pergament um 1700 (gering fleckig) mit hs. RTitel. Basel, Nikolaus Lamparter, 15. März 1507.

VD16 B 7079. IA 111.497 (unter Badius). Adams B 2672. Goedeke I, 387, 7. Meder S. 276. – Seltene fünfte lateinische Ausgabe seines Narrenschiffs, mit den von den Originalstöcken von 1494 gedruckten Dürer-Holzschnitten, die zweite Ausgabe bei Lamparter, der die Stöcke von Bergmann übernommen hatte (Schramm XXII, 1109ff.). Diejenigen Holzschnitte (wohl 73), die dem jungen Dürer zugeschrieben werden, sind kenntlich an den mit Schellen besetzten Narrenkappen. Die Übersetzung aus dem Deutschen ins Lateinische besorgte der in Ingolstadt wirkende Schüler Brants Jakob Locher (1471-1528). Er verhalf dem bislang nur regional bekannten Werk damit zu internationaler Verbreitung, seine lateinische Übertragung bildete die textliche Grundlage für fast alle fremdsprachigen Ausgaben. – Titel etwas fingerfleckig, mit kleiner restaurierter Fehlstelle im weißen Bug, die rechte obere Ecke in den Rändern fachmännisch restauriert. Der blattgroße Holzschnitt auf dem Titel verso (verhalten) ankoloriert, das erste Textblatt mit Kapitalstrichelung in Rot. Die letzten acht Blatt in der oberen rechten Ecke unauffällig angestückt, die letzten vier Blatt im Seitenrand restauriert, das Schlussblatt etwas breiter. Blatt LXIX mit gechlossenem Randeinriss. Fl. Vorsatz mit Monogrammschildchen, Initialstempel sowie hs. Besitzeintrag ("John Burns"). Schönes und wohlerhaltenes Exemplar.

Estimate
€ 7.500   (US$ 8.250)


Hammer Price
€ 7.000 (US$ 7.700)



» 16th Century

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