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Lot 6661 Wolfthorn, Julie
Stehender weiblicher Akt
Sold
6661)

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Stehender weiblicher Akt.
Tempera auf Malkarton. 53 x 34,6 cm. Signiert unten rechts "J. Wolfthorn."

Julie Wolfthorn wird als Julie Wolf(f) in Thorn (Toruń/Polen) geboren. Ab 1890 studiert sie Malerei und Grafik in Berlin, in München, in der Künstlerkolonie Dachau und in Paris. Von dort kehrt sie 1893 nach Berlin zurück und lebt jahrzehntelang im heute nicht mehr existierenden Haus Kurfürstenstraße 50. Ab 1897 werden Arbeiten von ihr in der Zeitschrift Jugend publiziert, darunter auch Titelblätter. 1898 ist sie Gründungsmitglied der Berliner Secession, Mitglied im Verein der Künstlerinnen und Kunstfreunde Berlin, ebenso wie Mitglied in der Künstlerinnenvereinigung München. 1894, 1895 und 1900 bis 1904 stellt sie Arbeiten im Münchner Glaspalast aus. 1904 heiratet Wolfthorn den Kunsthistoriker und -kritiker Rudolf Klein-Diepold (1871-1925). Im gleichen Jahr unterzeichnet sie zusammen mit Käthe Kollwitz, Sabine Lepsius und über 200 anderen Künstlerinnen eine Petition mit der Forderung zur Zulassung von Frauen an die Preußischen Akademie der Künste, die von dem Akademiedirektor Anton von Werner jedoch abgelehnt wird. Erst nach Ende des Kaiserreiches können die ersten Frauen im Frühjahr 1919 das Studium dort aufnehmen. 1906 gründet Julie Wolfthorn mit Käthe Kollwitz die Ausstellungsgemeinschaft Verbindung Bildender Künstlerinnen Berlin - München, 1912 wird sie mit Käthe Kollwitz in den Vorstand und die Jury der Secession gewählt. Wolfthorn ist auch Mitglied des Lyceum-Club Berlin, einer sozial engagierten Vereinigung von und für Frauen. Bekanntheit erreicht Julie Wolfthorn vor allem als Porträtmalerin. Bis in die 1930er Jahre gehörte sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Berlins, in diesen Jahren entstehen hunderte Porträts, meist aus der Berliner Gesellschaft. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wird sie zusammen mit Fanny Remak, die nach England emigriert, aus dem Vorstand der Secession und aus den meisten Berufsverbänden ausgeschlossen. Sie darf nur noch innerhalb des Jüdischen Kulturbundes arbeiten und ausstellen. Auch hier hat sie noch große Erfolge und gewinnt Wettbewerbe. 1941 wird auch der Kulturbund Deutscher Juden verboten, die Mitarbeiter werden verhaftet und das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Am 28. Oktober 1942 wird Julie Wolfthorn im Alter von 78 Jahren zusammen mit ihrer Schwester Luise Wolf mit dem „68. Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort verstirbt sie 1944 wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag. An Julie Wolfthorn erinnert seit 2005 der Name einer Straße am Berliner Nordbahnhof sowie ein Stolperstein in der Kurfürstenstraße 50.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.419)


Hammer Price
€ 15.000
(US$ 17.100)
(GBP 13.200)
(CHF 17.100)



» Drawings
Lot 6661 Wolfthorn, Julie
Stehender weiblicher Akt
Sold

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