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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Modern Artists Retrieved from Oblivion » to the Art Department
Modern Artists Retrieved from Oblivion Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Sat, June 1, 11:00 CET


» Entire Catalogue (Lots 8000 - 8119)

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Chapter Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Chapters

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Main Image Description Status
Einbeck, Georges
Menton, mit Blick auf das Cap Martin

Lot 8000

Menton, mit Blick auf das Cap Martin
Tempera auf Karton. 1929.
65 x 49,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Einbeck" und datiert.
Raeber 257.

Zwischen zwei Bäumen, mit Blick auf ein Dörfchen an einer Bergkette, bewegt sich das Segelboot, vom Wind leicht angetrieben auf dem Wasser. Es handelt sich um die französische Stadt Menton an der Côte d'Azur, die im Hintergrund vom Cap Martin hinterfangen wird. In expressiver Manier, die Wärme des Mittelmeers und ihre idyllische Atmosphäre einfangend, stellt Einbeck den Ort wie ein irdisches Paradies dar. Unsere Arbeit zählt zu den typischen Werken des Künstlers, der sich vor allem Naturstudien, zumeist ausgeführt in Tempera, widmete.
Einbeck absolviert zunächst eine Ausbildung als Bankkaufmann und gelangt ab 1894, während er in Hamburg ist, zur Kunst. Unter Anleitung der Gebrüder Hofmeister lernt er die Fotografie kennen und nimmt von 1897 bis 1899 an der internationalen Ausstellung von Kunstfotografien in der Hamburger Kunsthalle teil. 1898 lebt er zwischenzeitlich in Paris, wo er vermutlich Kontakt zu Henri Matisse hat. Von 1903 bis 1907 ist Einbeck auf Ausstellungen der Berliner Secession, im Berliner Künstlerhaus, auf der Großen Kunstausstellung in Dresden und auf Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes in Weimar vertreten. 1906 unternimmt er Reisen nach Nordafrika und Südfrankreich. Künftig hat er wechselnde Wohnsitze, darunter in Luzern und Menton. Stilistisch orientiert er sich am Expressionismus und Fauvismus. Herrlich stimmungsvolle, kontrastreiche Zeichnung.

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.130)


Hammer Price
€ 850 (US$ 960)


Sisti, Anthony
Der Boxer (K. O. Flynn)

Lot 8001

Der Boxer ("K. O. Flynn")
Öl auf Leinwandkarton. 1930er Jahre.
48,8 x 40,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Sisti".

K.O. wird der Boxer Edward "Eddie" Flynn (Goldmedaille im Weltergewicht, Olympische Sommerspiele 1932 in Los Angeles) von drei Helfern hinausgetragen, reglos hängen seine Beine herab. Anthony Sisti war nicht nur Künstler, Kunstlehrer und Mäzen, sondern in seiner Jugend auch Boxer im Bantam-Gewicht. Als er 1930 als Boxer in den Ruhestand ging, hatte er 100 Kämpfe bestritten und nur 15 nicht gewonnen. Seine wahre Leidenschaft war jedoch die Kunst, die er an der Königlichen Akademie der Künste in Florenz studierte. In dieser Zeit reiste er auch durch ganz Europa und begleitete Ernest Hemingway auf einer Reise in den Kongo. Später unterrichtete er am Art Institute of Buffalo, wurde aber besonders bekannt mit seinen Gemälden zu Boxszenen.

Estimate
€ 600   (US$ 677)


Hammer Price
€ 420 (US$ 474)


Pfizenmayer, Hedwig
Zirkus

Lot 8002

"Zirkus"
Pastell auf Pergament. Um 1925.
37,4 x 25,2 cm.
Auf dem Passepartout unten rechts mit Bleistift signiert "H. Pfizenmayer" und links betitelt, auf der Rahmenrückseite monogrammiert "HP", später datiert und bezeichnet.

Auf mehreren, diagonal durch das Zirkuszelt gespannten Seilen balancieren die asiatischen Artisten vor dem Publikum. Sie sind traditionell gekleidet in kurze Kimonojäckchen und dazu passenden Hosen, zudem haben sie flache Schirme. Sicher und gekonnt das Gleichgewicht haltend, steigen sie auf zu den verschiedenen Höhen. Pfizenmayer zeigt eine farbenreiche, fern anmutende Welt auf, die vom Publikum aufmerksam wahrgenommen wird, vor allem von dem Paar im Vordergrund links. Durch die vielen quer verlaufenden Linien gelingt ihr zudem eine spannungsreiche Komposition. Unsere Zeichnung gehört zu einer Reihe von Zirkusarbeiten, die Pfizenmayer in den 1920er Jahren schafft.
Die Künstlerin tritt 1910 auf Empfehlung von König Wilhelm II. von Württemberg in die Kunstgewerbeschule in Stuttgart ein und ist zunächst Schülerin von Bernhard Pankok. Bereits 1911 wechselt sie in die Damenklasse von Adolf Hölzel an die Stuttgarter Kunstakademie, wo sie Ida Kerkovius und Lily Hildebrandt begegnet. Von 1915 bis 1918 ist sie Hölzels Meisterschülerin. Sie nimmt künftig an mehreren Ausstellungen teil, so etwa 1920 an der des Frauenkunstverbandes Stuttgart, 1925 an der Großen Schwäbischen Kunstschau und 1927 an der Ausstellung der Stuttgarter Sezession.

Estimate
€ 600   (US$ 677)


Hammer Price
€ 1.400 (US$ 1.581)


Adrien
Im Kinderzimmer

Lot 8003

Im Kinderzimmer
Öl auf Leinwand. 1945.
50 x 60 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "Adrien" und datiert.

Ein Fest der Phantasie: Im Stehen musiziert der Mann mit Bart und Hut am Klavier, während im Kinderzimmer dazu die Puppen und Stofftiere tanzen. Die abgelegte Palette ganz vorne links weist den Musikanten als Maler aus. Von der pastellig-bunten, von Rosa- und Blautönen dominierten Farbigkeit heben sich seine Figur und das Klavier, beide in dunklem Braun, deutlich ab. Mit locker bewegtem Duktus gestaltet Adrien die skurrile Szenerie.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.355)


After-Sales Price
€ 1.000   (US$ 1.130)


Gassler, Josef
"Zirkuselefant"

Lot 8004

"Zirkuselefant"
Öl auf Leinwand. Um 1925.
75 x 63 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Gassler", verso abermals signiert und betitelt.

Gassler entführt uns in die Welt des Zirkus, allerdings nicht zu einer aufregenden oder beeindruckenden Vorführung, sondern vor das Zirkuszelt, auf den Festplatz. Ins Zentrum der Darstellung rückt er den imposanten Elefanten. Dessen vorderes rechtes Bein ist angekettet, sein hinteres liegt angewinkelt auf einem Podest und wird von zwei Artisten festgehalten. Einer hat zudem eine Zange - vermutlich, um auch dieses Bein anzuketten. Vor dem großen, grundsätzlich starken Tier sind die Artisten, denen doch die eigentliche Kraft zugewiesen wird, vergleichsweise klein. Gassler thematisiert die Beziehung von Mensch und Tier, von der Umkehr der Kräfte und nicht zuletzt von Gefangenschaft und Freiheit. Der Künstler studierte in Breslau sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Rudolf Bacher, Hans Tichy und Alois Delug. Sein früher, auch mit Preisen ausgezeichneter Erfolg wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges abrupt unterbrochen. Zwischen 1925 und 1927 lebte er in Paris und unternahm Reisen nach Italien, Südfrankreich, Prag, Wien und Karlsbad. Die Kriegsjahre verbrachte er in Karlsbad, ab 1945 lebte er in Wien.

Estimate
€ 2.500   (US$ 2.824)


Hammer Price
€ 2.200 (US$ 2.485)


Hompel, Ludwig ten
Rheinlandschaft

Lot 8005

Rheinlandschaft
Öl auf Hartfaserplatte. 1924.
59 x 73 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "L. ten Hompel" und datiert.

Unwetter am Rhein. Aus bedrohlich rotbraunen Wolken schüttet es Regengüsse über die Ufer, der Wind peitscht die Bäume. Mit vehement bewegtem Duktus malt ten Hompel die Rheinlandschaft, expressiv in die feuchte Farbe gekratzte Linien verdeutlichen treffend die Kraft des Unwetters.
Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, unter anderem bei Fritz Helmuth Ehmcke, konnte ten Hompel bereits 1906 im Rahmen der 3. Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden eigene Werke, darunter Dekorationsmalereien, Bucheinbände und Lederarbeiten, präsentieren. Er lernte ab 1908 drei Jahre bei Lovis Corinth in Berlin. 1913 kehrte er nach Düsseldorf zurück. Als Soldat in den Ersten Weltkrieg eingezogen, wurde er verletzt und aus dem Kriegsdienst entlassen. Nach dem Krieg nahm ten Hompel seine künstlerischen Aktivitäten in der Düsseldorfer Kunstszene wieder auf und wurde 1919 Gründungsmitglied der Künstlergruppe Junges Rheinland. Im November 1923 verließen einige Künstler das Junge Rheinland, unter ihnen auch Ludwig ten Hompel, und gründeten die „Rheingruppe“. Als Mitglied beider Gruppen beteiligte er sich rege an Ausstellungen in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin. 1927 unternahm er mit seiner Familie eine mehrmonatige Reise, im Zuge deren er auch Paris und den Süden Frankreichs besuchte.

Estimate
€ 450   (US$ 508)


Hammer Price
€ 500 (US$ 565)


Gerliczy, Emil von
Landschaft bei Bad Tölz

Lot 8006

Landschaft bei Bad Tölz
Öl auf Leinwand. 1922.
51 x 71 cm.

Expressive Bergszenerie; pontillistisch gestaltet von Gerliczy die rosa-violett-grün leuchtende Abendlandschaft, kurze Pinseltupfen laufen im Abendhimmel kreuz und quer, etwas längere strukturieren das Gebirgsmassiv, und senkrecht stehende Strichlagen verleihen dem Nadelwald seine Form. So scheint die ganze Landschaft zu vibrieren, jedes der Elemente auf seine ganz eigene Weise.
Von Gerliczy studierte an der Akademie der Bildenden Künste Dresden bei Robert Sterl, wurde Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und der Dresdner Künstlervereinigung. In Dresden war er seit 1907 im Kreis junger Künstler des Expressionismus um Conrad Felixmüller, Erich Heckel und Emil Nolde tätig. Ab 1920 beteiligte er sich an Ausstellungen in Bremen, Darmstadt und bei der Münchener Neuen Secession im Glaspalast. Nach Ende des Ersten Weltkriegs hatte Gerliczy die Möglichkeit, in Länder wie Spanien, Tunesien, Frankreich, Griechenland, Ägypten und die Türkei zu reisen. Auf seiner Reise nach Bad Tölz im Jahr 1922 entstand unser Gemälde.

Estimate
€ 5.800   (US$ 6.553)


After-Sales Price
€ 4.900   (US$ 5.536)


Heubner, Friedrich Leonhard
Garderobenfegefeuer

Lot 8007

Garderobenfegefeuer
Bleistift und Aquarell auf Velin. 1926.
28,5 x 35,5 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Bleistift signiert "Heubner".

Ohnmächtig hängt die rot gekleidete Dame in ihrem Stuhl, um sie herum die Zuschauer aufs Engste zusammengedrängt. Locker mit vehementem Duktus des Bleistiftes gezeichnete Szene aus dem Münchner Faschingstrubel, verso die handschriftliche Bezeichnung des Sammlers F. W. Denzel: "Garderobenfegefeuer, Die Dame hat's gut, sie ist schon seit einer Stunde ohnmächtig!, Jugend 1926/7/124, Faschingsnummer". Nach seiner Ausbildung an der Dresdner Kunstgewerbeschule und an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Julius Diez reiste Heubner nach Paris und war 1914 Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Die Sechs", der auch Emil Preetorius, Valentin Zietara, Franz Paul Glass, Carl Moos und Max Schwarzer angehörten. Ab 1920 war er Mitglied der Münchener Secession und stellte regelmäßig dort aus, befreite sich jedoch schnell vom Münchner Jugendstil und entwickelte einen eigenen schwungvollen Zeichnungsstil. Es entstanden Karikaturen für die Jugend, Die Gartenlaube und den Simplicissimus.

Provenienz: Sammlung F. W. Denzel, dessen Stempel montiert auf der Rahmenrückseite, dort numeriert "1565 No. H/76"

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.130)


After-Sales Price
€ 800   (US$ 903)


Schoff, Otto
Im Tanzcafé

Lot 8008

Im Tanzcafé
Aquarell über Bleistift auf leichtem Velinkarton. Um 1925.
32 x 24,8 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Otto Schoff".

Leichtfüßig, ausgelassen und heiter bewegen sich die Tanzpaare im Café zum Rhythmus der Musik, die fast hörbar scheint. Ganz der Zeit der 1920er Jahre entsprechend, tragen die Frauen schmale, knielange Kleider, bei denen Arme, Rücken und Schultern bis auf Träger frei bleiben. Des Korsetts entledigt, haben sie nun die erforderliche Beweglichkeit für den Tanz. Die Männer begleiten sie in Frack und Krawatte, und erstaunlicherweise tragen sie auch dieselben Schuhe wie sie. Ob das von Schoff ein bewusst gesetzter, versteckter Hinweis auf Tabubrüche ist? Schoff hält sowohl als Maler als auch als Graphiker Milieustudien und Großstadtszenen fest. Auf Empfehlung des Direktors der Kunsthalle Bremen gelangt er ab 1902 an die dortige Kunstgewerbeschule. Er bildet sich in Frankfurt am Main und in Darmstadt weiter und wird ab 1909 Schüler von Emil Orlik an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Mittels eines Stipendiums ist er von 1913 bis 1914 in Paris. Zurück in Berlin, stellt er im Graphischen Kabinett von I. B. Neumann sowie bei Alfred Flechtheim aus und beteiligt sich an den Schauen der Berliner Sezession von 1926 bis 1929. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird er ab 1935 vermehrt Repressalien ausgesetzt. Er erhält Malverbot und zählt zu den "entarteten" Künstlern. Sein Atelier wird 1938 durchsucht und viele seiner Werke beschlagnahmt.
Herrlich ausdrucksstarke Zeichnung mit dem Trockenstempel "Max Kohler Berl / Schutzmarke" sowie einem weiteren Trockenstempel. Verso eine weitere Bleistiftzeichnung und der Sammlerstempel "R. H.".

Estimate
€ 800   (US$ 903)


Hammer Price
€ 3.000 (US$ 3.389)


Grosz, George
Im Café

Lot 8009

Im Café
Feder in Schwarzbraun, laviert, auf Velin. 1913.
27,3 x 15,8 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit dem Signaturstempel "Grosz", verso die Registriernummer "2.111.8".

Verhärmt und einsam sitzt der alte Mann mit Hut und Gehstock an seinem Tisch im Caféhaus. Es ist noch nicht der um 1915 einsetzende "messerscharfe Stil", mit dem George Grosz die Szenerie umreißt, sondern der nervös schwingende Federstrich der frühen Berliner Zeit mit seinen zügigen, fedrigen und lockeren Linien und den leicht lavierten Schattierungen, in denen stellenweise die Tusche zu dunklen Klecksen verlaufen darf und den Umrissen stellenweise eine ungewohnte Schwere verleiht. Motiv und Zeichenstil stehen in schönem Einklang miteinander.
Im Jahr 1912 war Grosz nach einem Intermezzo bei Richard Müller an der Akademie in Dresden zurückgegangen nach Berlin, an die Kunstgewerbeschule zu Emil Orlik. Grosz zeichnete dort die Pariser "5-Minuten-Croquis" und genoss in diesen kurzen Berliner Vorkriegsjahren in vollen Zügen das Großstadtleben, er "schwamm (...) vergnügt im Strom des Friedrichstraßen-Hurenkorsos, der (billigen) Nachtlokale, des Heinrich-Zille-Balls oder der Admiralspalastredoute. Heute weiß ich, dass ich einen Weltuntergang miterlebt habe, und dass die letzten Jahre dieser versunkenen Welt die unbewußtesten und daher glücklichsten meines Lebens gewesen sind" (F. Ahlers-Hestermann, Ausst.-Kat. Berlin, Akademie der Künste, 1962, S. 23).


Provenienz: Peter H. Deitsch, New York (mit dessen Klebeetikett auf der Rahmenrückseite)

Estimate
€ 2.400   (US$ 2.711)


Hammer Price
€ 3.000 (US$ 3.389)



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