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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Modern Art Part I » to the Art Department
Modern Art Part I Catalogue Price EURO 20,00
Auction Date Sat, June 1, 15:00 CET


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Chapter Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8300 - 8579) » Chapters

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Main Image Description Status
Edzard, Kurt
Der Boxer Jack Dempsey

Lot 8340

Der Boxer Jack Dempsey
Bronze mit partieller rötlicher Fassung. Um 1925.
41,5 x 18,5 x 8 cm.

Jack Dempsey war zwischen 1922 und 1926 unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister. Der Künstler zeigt ihn unbekleidet, in abwartender Haltung, mit vor das Gesicht erhobener Rechter. Die Oberfläche ist rau durchgestaltet und wird der Männlichkeit und der kämpferischen Profession des Modells treffend gerecht.
Kurt Edzard, Bruder des Malers Dietz Edzard, studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Karlsruhe. Er war bis 1911 in Berlin tätig und ging dann bis zum Jahr 1914 nach Paris. Edzard interessierte sich hier zuerst für Auguste Rodin und Aristide Maillol, fand seinen Wegweiser dann aber vor allem bei Charles Despiau. Er war seit den ersten Pariser Jahren eng befreundet mit Arno Breker. Im Ersten Weltkrieg wurde er Flieger, ging anschließend wieder nach Berlin und teilte mit Ernesto de Fiori das ehemalige Atelier von Touaillon. Er war von 1925 bis 1928 Professor der Bildhauerklasse in Karlsruhe, arbeitete bis 1938 freischaffend in Paris und London als bekannter Portraitist und wartete in Berlin das Ende des Krieges ab. Hier verlor er 1944 durch Zerstörung des Ateliers einen Großteil seines Œuvres. 1946 wurde er Professor für Architektur an der Technischen Hochschule Braunschweig. Dort hatte er den Lehrstuhl für Modellieren und Aktzeichnen inne.
Seine Modelle waren Aristokraten, Boxer, Schauspieler oder Sänger. Bildnisaufträge blieben ein Schwerpunkt während der folgenden, je einige Jahre dauernden Aufenthalte in Paris und London und auch in der Zeit, die er während des Zweiten Weltkrieges wieder in Berlin verbrachte.
Prachtvoller, differenzierter Guss mit interessant durchgestalteter Oberfläche.

Estimate
€ 2.400   (US$ 2.735)


Hammer Price
€ 1.800 (US$ 2.052)


Edzard, Kurt
Stehende mit Tuch

Lot 8341

Stehende mit Tuch
Bronze mit brauner Patina, auf Bronzeplinthe. Um 1925.
34 x 11 x 8 cm.

Frontal und achsensymmetrisch ausgerichtet, steht die weibliche Aktfigur auf der geometrisch gestalteten Bronzeplinthe, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, so dass das Dreieck der angewinkelten Ellbogen mit den Dreiecksformen der ägyptisch anmutenden Frisur und des herabhängenden Tuches korrespondiert. Die Oberfläche ist geglättet und zu eleganten Formen stilisiert. Angezogen von den reinen Linien der ägyptischen Plastik, schuf Edzard seit seiner Pariser Zeit existenzielle Figuren: den menschlichen Körper, fein und dünn, aufrecht, sitzend oder liegend, still und statisch konstruktiv. Sein Thema ist Anmut und Stille. Kaum merklich archaisierend und auch Deformierungen zulassend, sind die weiblichen Figuren, die Edzard dreimal häufiger thematisiert als männliche, fast immer mädchenhaft: von zarter Lebendigkeit und manchmal Verletzlichkeit - selten erotisch. Edzards Werke standen beispielhaft für die "junge Skulptur", wie die von Haller, Fiori oder Giacometti im Kreis der internationalen Künstler des Café du Dôme in Paris. Erfolge feierte er in den 1920er und 1930er Jahren. Er stellte in den wichtigen Galerien und Salons aus.
Ausgezeichneter, massiver Guss mit schöner, gleichmäßiger Patina.

Estimate
€ 1.800   (US$ 2.052)


Hammer Price
€ 3.200 (US$ 3.647)


Edzard, Kurt
Kleine Liegende

Lot 8342

Kleine Liegende
Bronze mit schwarzbrauner Patina.
8,5 x 30 x 14 cm.
Am Kopfteil monogrammiert "K. E.".

Sie scheint in der Natur zu liegen. Der Kopf ruht wohl auf den rauen Formen eines Steines. Auf dem Rücken liegend, hat sie die Beine angewinkelt und die Füße verschränkt. Indem Edzard ihre rechte Hand auf der rechten Hüfte positioniert und die linke oberhalb der linken Brust, vermittelt er den Eindruck einer entspannt und wohlig in sich ruhenden Figur. Mit treffenden Körperproportionen und einer locker gestalteten Oberfläche gewinnt die Bronze eine Allansichtigkeit, die sie aus jedem Blickwinkel überzeugend wirken lässt.

Estimate
€ 1.500   (US$ 1.709)


Hammer Price
€ 3.200 (US$ 3.647)


Ernst, Max
Chéri Bibi

Lot 8343

Chéri Bibi
Bronze mit grünlicher Patina auf Bronzeplinthe. 1973.
33,2 x 18,5 x 17 cm.
Hinten seitlich an der Bronzeplinthe signiert "max ernst" und mit dem Gießerstempel "Valsuani" (schwer leserlich). Auflage 175 num. Ex.

Bedeutende Skulptur aus dem Spätwerk von Max Ernst. Abstrahiert, dennoch deutlich erkennbar setzt sich der kreisrunde scheibenförmige Kopf - die Augen und der Schnabel - eines Kükens von der hochrechteckigen Platte ab. Das Vögelchen scheint in dieser strengen Form wie in einem Vogelkäfig gefangen. Die Füße der abstrakt-geometrischen, ausgewogenen Figur verschwimmen ihrerseits mit dem massiven Sockel. Das Motiv des Vogels taucht in dem Werk von Max Ernst immer wieder auf. Mit dem Titel "Chéri Bibi" greift Ernst den gleichnamigen dreiteiligen Kriminalroman von Gaston Leroux von 1913 auf. Darin bricht der Titelheld Chéri Bibi, der namentlich bereits in dem weltberühmten Roman "Das Phantom der Oper" auftrat, immer wieder aus einem Gefängnis aus.
"In der Bronze von Max Ernst ist der Standort der Figur nicht sicher. Der Sockel besteht aus zwei verschieden großen und gegeneinander gesetzten Halbkugeln, wodurch die fatale Situation des Helden abstrakt, aber eindeutig umgesetzt ist. Das Rechteck des Körpers hinterfängt die kreisrunde Silhouette des Kopfes so massiv und vollständig, daß der Eindruck einer wuchtigen Körperlichkeit entsteht. Das Gesicht selbst ist nicht plastisch ausgebildet, sondern in die tellerförmige Fläche des Kopfes eingeprägt. Gleichzeitig wird mit der herausgestreckten Zunge aber auch die unbekümmerte Gelassenheit des Helden zum Ausdruck gebracht. Max Ernst vereint in der Plastik den spannungsreichen Gegensatz der literarischen Vorlage, die unsicheren Lebensumstände und die trotzdem selbstbewußte Haltung der fiktiven Figur." (Jürgen Pech, Lieber Bibi, in: Max Ernst - Plastische Werke, Köln 2005, S. 206).
Die Bronze entstand 1973 nach einem Gipsmodell von 1964. Es wurde eine Auflage von 175 Exemplaren, 15 Künstlerexemplaren und einigen Probegüssen in grüner, brauner und schwarzer Patinierung bei Valsuani, Paris, gegossen. Schöner Guss mit glatter, grünlich patinierter Oberfläche.

Provenienz: Privatsammlung Norddeutschland

Literatur: Jürgen Pech, Lieber Bibi, in: Max Ernst - Plastische Werke, Köln 2005, S. 206 (Abb. S. 207)

Estimate
€ 13.000   (US$ 14.819)


Hammer Price
€ 20.000 (US$ 22.799)


Ernst, Max
Hölderlin / Poèmes

Lot 8344

"Hölderlin / Poèmes"
1 Doppelbl. Titel mit Text und 7 Doppelbl. Radierungen mit Text, teils in Farbe, auf BFK Rives-Velin. Lose in Orig.-Leinenmappe, im Orig.-Leinenschuber. 1961.
Jeweils ca. 29 x 24 cm.
Im Impressum signiert "max ernst". Auflage 90 num. Ex.
Spies-Leppien 77 B (von C).

Bei Jean Hugues 1961 in Paris erschienen. Die komplette Ausgabe mit prachtvollen Drucken mit dem vollen Rand.

Estimate
€ 800   (US$ 911)


Hammer Price
€ 600 (US$ 683)


Esser, Max
Möwe

Lot 8345

Möwe
Bronze mit schwarzbrauner bzw. schwarzgrüner Patina, auf schwarzgrauen Marmorsockel montiert.
32,5 x 12 x 6,5 cm.
Auf der Bronzeplinthe monogrammiert "M.E.", dort seitlich mit dem Gießerstempel "Barth Berlin".

Fast vertikal stehen die Flügel der kreisenden Möwe im Wind, und elegant lässt Max Esser sie im Flug mit der Spitze ihrer linken Schwinge eine Welle berühren, die sich aus der Bronzeplinthe heraus ornamental nach oben kräuselt. So besticht die aus zwei Teilen zusammengefügte Bronze mit ihrer Fragilität, der dynamischen Komposition, ihrer Allansichtigkeit und der Eleganz der geschwungenen Linien. Max Esser studierte von 1900 bis 1903 an der Kunstgewerbeschule Berlin bei August Gaul, seinem späteren Schwiegervater. Bereits mit 21 Jahren begann er, regelmäßig an der Großen Berliner Kunstausstellung teilzunehmen. Er arbeitete für die Schwarzburger Werkstätten, von 1920 bis 1931 in der Porzellanmanufaktur Meißen, wo er ein Meisteratelier leitete. Später entwarf er Porzellanmodelle für Hutschenreuther, Rosenthal und die Königliche Porzellanmanufaktur. Prachtvoller Guss mit homogener, im Bereich der Woge differierender Patina.
Gesamthöhe mit Sockel 40,8 cm.

Estimate
€ 2.500   (US$ 2.849)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.280)


Ewel, Gerd
Eva

Lot 8346

Eva
Bronze mit goldbrauner Patina. 1965.
51 x 18 x 10 cm.
Auf der Bronzeplinthe rechts hinten mit dem Künstlermonogramm "e".
Schlüter 60.

In sich versunken ordnet die junge Frauenfigur der Eva ihre Frisur. Wie häufig bei Ewel umspielt ein leichtes Lächeln ihre Züge. Der fein konstruierte Kontrapost des weiblichen Aktes gewinnt durch die erhobenen Arme an Klarheit. Der sanfte Hüftschwung betont die fein ausbalancierte Tektonik der Bronze. Schlüter postuliert, "Ewels Tektonisierung der menschlichen Figur mache einen Erkenntnisprozess sichtbar, der diese zum Träger geistiger Prinzipien erhebe." (Kerstin Schlüter, Gerd Ewel, Goch 1999, S. 55). Von der Figur der Eva waren zwölf Güsse geplant, bisher ist lediglich einer bekannt. Ausgezeichneter Guss mit schön schimmernder Oberfläche.

Provenienz: Nachlass Gerd Ewel

Estimate
€ 1.800   (US$ 2.052)


Hammer Price
€ 1.200 (US$ 1.367)


Ewel, Gerd
Junge Frau

Lot 8347

Junge Frau
Bronze mit schwarzbrauner Patina. Um 1983.
52 x 13 x 12,5 cm.
Auf der Bronzeplinthe rechts hinten mit dem Künstlermonogramm "e".
Schlüter 96.

Die Beine gekreuzt, steht die junge Frau mit hinter dem Rücken verschränkten Händen auf dem rechten Bein, den linken Fuß locker vorgesetzt. "Die formale Strenge, bedingt durch die plastische Dichte und den geschlossenen Kontur (sic), wird durch die Andeutung des archaischen Lächelns... nicht nur gelöst, sondern weist auf einen geistigen Hintergrund: 'Ich gehe über mein Dasein hinaus'." (Schlüter S. 74). Von den geplanten zwölf Güssen ist bisher lediglich einer bekannt. Prachtvoller Guss mit gleichmäßig patinierter Oberfläche.

Provenienz: Nachlass Gerd Ewel

Estimate
€ 1.800   (US$ 2.052)


Hammer Price
€ 1.500 (US$ 1.709)


Feinstein, Pavel
Selbst mit Centaur

Lot 8348

Selbst mit Centaur
Öl auf Leinwand. 1987.
74 x 60 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Pavel" und datiert, verso mit der Werknummer "281".

Feinstein selbst steht im Brustbildnis im Bildvordergrund, dahinter Rot und Grün im Komplementärkontrast zu einer Landschaft unter blauem Himmel gestaltet. Von rechts kommt ein Centaur mit Lanze und Schild ins Bild gesprengt und bewegt sich wie eine Phantasmagorie auf den Kopf des Künstlers zu. Der in Russland geborene Pavel Feinstein, eigentlich Pavel Chmelnizkij, erhielt zunächst Malunterricht bei Leonid Starkow. 1978-1979 besuchte er die Kunstfachschule Duschanbe in Tadschikistan. Er emigrierte 1980 aus der Sowjetunion nach Berlin und studierte 1980-1985 an der Hochschule der Künste, 1985 wurde er Meisterschüler bei Gerhart Bergmann. Seine erste Einzelausstellung fand 1986 in der Galerie Taube Berlin statt, die später zahlreiche Ausstellungen für den Künstler organisierte. Feinstein orientiert sich stilistisch besonders an Paul Cézannes klassischen Stilleben, zudem an Pablo Picasso sowie Künstlern der russischen Avantgarde.
"Pavel Feinstein zeigt sich immer wieder als Künstler, dem Konsequenz nichtssagend vorkommt und der sie ablehnt; einer, dem ein fixierter Status unheimlich ist, einer der sich wohlfühlt, wenn alles in der Schwebe ist. Das Unentschiedene, das Drama der Wahrscheinlichkeiten, das uns ja auch die Quantenphysik vor Augen führt, das ist seine Welt." (Gerhard Charles Rump, Das Drama der Wahrscheinlichkeiten, in: Pavel Feinstein, Malerei und Zeichnungen, Ausst.-Kat. Essen 2009, S. 2).

Ausstellung: Galerie Taube, Ausstellung 99, Berlin 1987, Kat.-Nr. 17 (mit Abb.)

Estimate
€ 1.500   (US$ 1.709)


Hammer Price
€ 4.200 (US$ 4.788)


Feinstein, Pavel
Stilleben mit Birnen, Glas und Steak

Lot 8349

Stilleben mit Birnen, Glas und Steak
Öl auf Leinwand. 1993.
60 x 90 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Pavel" und datiert, verso mit der Werknummer "510".

Vor tiefdunklem Hintergrund leuchten auf dem graugrünen Tisch die Birnen grün, das Fleisch rot und das Glas dazwischen schimmert zart. Charakteristisch für Feinsteins Werke ist ein eindrucksvoller altmeisterlicher Stil und die besondere Betonung der Farbe, verbunden mit dem Einsatz barocker Hell-Dunkel-Kontraste. Inhaltlich jedoch unterläuft er die Traditionen und deutet sie neu, er spielt so "ein subversives Spiel mit (...) den Konventionen der Malerei und den Erwartungen der Betrachter*innen." (Pavel Feinstein, Gemälde, Jüdisches Museum Berlin 2002). "Die Bilder finden so den Weg in den Kopf, weil im Wissen um die Nicht-Abbildlichkeit etwa von Vase, Schale und Hammer das Bild zu einer Art Lächeln der Cheshire-Katze wird, wobei verboten ist, es in einen Handlungszusammenhang zu re-integrieren. Es besteht keine Gefahr, es besteht nur die Möglichkeit einer Gefahr, gäbe es diesen Zusammenhang in der Wirklichkeit. Dort aber gibt es ihn eben nicht. Es gibt ihn nur im Bild." (Gerhard Charles Rump, Das Drama der Wahrscheinlichkeiten, in: Pavel Feinstein, Malerei und Zeichnungen, Ausst.-Kat. Essen 2009, S. 5).

Estimate
€ 1.500   (US$ 1.709)


Hammer Price
€ 1.000 (US$ 1.140)



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