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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Modern Literature and Art Documentation » to the Book Department
Modern Literature and Art Documentation Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Thu, Oct 18, 10:00 CET


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Chapter Architektur, Design / Architecture, Design / Architettura, Design (Lose 3585 - 3595) » Chapters

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Main Image Description Status
Bäuerliche Wohnkultur
Binsen- und Bauern-Sitzmöbel

Lot 3585

ARCHITEKTUR, DESIGN
Bäuerliche Wohnkultur. Binsen- und Bauern-Sitzmöbel. 60 S. Mit zahlreichen Abbildungen. 25 x 32,5 cm. OHalbleinen. O. O., um 1953.

Musterkatalog eines deutschen Herstellers mit Bauernmöbeln, Sesseln, Sitzgarnituren, Tischen, Bänken, Sofas, Kredenzen etc. Mit einer beiliegenden Preisliste von 1953. – Wohlerhalten.

Estimate
€ 130   (US$ 148)


After-Sales Price
€ 90   (US$ 102)


(Sale closed.
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Bartning, Otto
Hauptstadt Berlin. Planungsgrundlagen für den s...

Lot 3586

(Bartning, Otto). Hauptstadt Berlin. Planungsgrundlagen für den städtebaulichen Ideenwettbewerb "Hauptstadt Berlin" [und:] (Derselbe). Berlin. Ergebnis des Internationalen städtebaulichen Ideenwettbewerbs Hauptstadt Berlin. 2 Bände. 23 S. Mit 39 meist farbigen Karten und Plänen sowie 42 Abbildungen nach Fotografien auf Tafeln und 36 farbigen Folien. 29,3 x 42,5 cm. Graues bzw. Blaues OLeinen (kaum angestaubt) mit Deckeltiteln. Berlin, Ernst, bzw. Stuttgart, Krämer, 1957-1960.

Nach der weitgehenden Zerstörung Berlins im Zweiten Weltkrieg wurden unter der Leitung des Senators für Bau- und Wohnungswesen, des Architekten Otto Bartning (1883-1959), Ideenwettbewerbe für die Neugestaltung der Stadt ausgeschrieben, die in den beiden Bänden vorgestellt werden und später teils für die Interbau "IBA" des Jahres 1957 verwirklicht wurden. Neben historischen Fotos finden sich beklemmende Luftaufnahmen der von Trümmern geräumten, verwüsteten Stadt, ferner Detailaufnahmen einzelner Gebäude sowie Neubauprojekte.

Ganz im Design der Fünfziger Jahre gestaltet, mit den zahlreichen Seidenpapieren, auf denen die Straßennamen zur Orientierung gedruckt sind, Verkehrsplänen, Flächennutzungsplänen, Wirtschaftsstrukturen, Flurplänen, Plänen der Zerstörungsflächen und vielem mehr. Besonders schön und effektvoll sind auch die Farbfolien, mit Hilfe derer man unterschiedliche Bebauungsstadien sichtbar machen kann. – Kaum Gebrauchsspuren, sehr gut erhalten, auch die Folien fast verlagsfrisch.

Estimate
€ 300   (US$ 341)


After-Sales Price
€ 150   (US$ 170)


(Sale closed.
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Brooklyn Museum
Catalogue of an International Exhibition of Mod...

Lot 3586a

Bauhaus. - Brooklyn Museum. Catalogue of an International Exhibition of Modern Art assembled by the Société Anonyme. November 19, 1926, to January 1, 1927. 32 nn. S. Mit 8 Tafeln. 20 x 15 cm. OKartonbroschur (Kanten bestoßen, minimale Einrisschen, etwas angestaubt). (New York, Société Anonyme, 1926).

Katalog der ersten spektakulären Kunstausstellung moderner Kunst in New York, nach der berühmten Armory Show von 1913. Sie versammelte Werke von Alfred Stieglitz, Georgia O'Keeffe, Juan Gris, Fernand Leger, Francis Picabia, Pablo Picasso, Alexander Archipenko, Constantin Brancusi, Joan Miró, Edwin Dickinson, aber auch von den großen Bauhaus-Künstlern Willy Baumeister, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Lazlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian und anderer.
Die Künstler sind nach Ländern geordnet, aufgeführt werden auch "Pictures catalogued but not hung for lack of space" und "List of pictures hung but not cataloged." Unter den auf den Tafeln abgebildeten Werken finden sich einige von Heinrich Campendonk, Gutfreund, Fernand Leger, Pevsner, Man Ray, Archipenko, John Marin, Suzanne Phocas. – Im Block sehr sauber.

Estimate
€ 300   (US$ 341)


Hammer Price
€ 850 (US$ 968)


Staatliches Bauhaus
Satzungen des Staatlichen Bauhauses zu Weimar

Lot 3587

Bauhaus. - Satzungen des Staatlichen Bauhauses zu Weimar (ehemalige Grossherzoglich Sächsische Hochschule für Bildende Kunst und ehemalige Grossherzoglich Sächsische Kunstgewerbeschule in Vereinigung) [und:] Lehrplan der Lehrwerkstätten des Staatlichen Bauhauses zu Weimar. 2 Teile in 1 Band. 24 nn.; 16 nn. Bl. 20,6 x 16,2 cm. Orangefarbene OBroschur (papierbedingt brüchig, mit kleinen Fehlstellen am Rücken und Kanten bzw. Ecken, leicht angestaubt) mit dem Signet "Staatliches Bauhaus Weimar" auf dem VDeckel. (Weimar, R. Wagner Sohn, 1921).

Die "Satzungen des Staatlichen Bauhauses zu Weimar" sind das Fundament der Lehrtätigkeit der 1919 gegründeten Hochschule für Gestaltung. Die Broschüre führt die "Lehrenden Meister" auf: "A: für die Formlehre: Meister Walter Gropius, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Paul Klee, Gerhard Marcks, George Muche, Oskar Schlemmer, Adolph Meyer" und "B: für die Handwerkslehre: Meister Joesph Hartwig, Hans Kämpfe, Josef Zachmann, Max Krehan, Helene Börner, Carl Zaubitzer, Otto Dorfner". Die Broschüre gliedert sich in die "I. Lehr-Ordnung", "II. Verwaltungsordnung", "III. Freistellenordnung", "IV. Stiftungsordnung", "V. Verleih-Ordnung" und "VI. Ehrenmeisterschaft und Ehrenmitgliedschaft fes Bauhauses".
Es folgt als eigenes "Heft im Heft" der "Lehrplan" mit der "Werkstattordnung" und den Lehrplänen für die zehn verschiedenen Werkstätten, der "Werkstatt I Lehrplan für die handwerkliche Ausbildung von Steinbildhauern", "von Holzbauern (II)", "von Tischlern (III)", "von Töpern" (IV), "von Gold-, Silber- und Kupferschmieden" (V), "von Wandmalern" (VI), "von Glasmalern (VII)", "in den textilen Techniken" (VIII), "im Kunstdruck" (IX) und "Werkstatt X" mit dem "Lehrplan für die handwerkliche Ausbildung von Buchbindern". – Vertikaler Mittelknick, Bindung gelöst, durchgehend sauber und wohlerhalten. Aus dem Besitz des baltendeutschen Malers und Hochschullehrers Otto Fischer-Lamberg (1886-1963), der in Berlin und Charlottenburg in die Schule ging und studierte: 1904 machte er Abitur, dann folgte ein Studium an der Hochschule für die bildenden Künste Berlin-Charlottenburg, der Königlichen Kunstschule Berlin und schließlich der Hochschule für bildende Kunst Weimar, wo er in den Umkreis des Staatlichen Bauhauses geriet. – Beiliegt: Lyonel Feininger. Die Kathedrale des Sozialismus, Original-Holzschnitt auf grünlichen Papier. Ca. 32 x 19,6 cm. Lose unter Passepartout montiert. Weimar 1919. - Lyonel Feininger (1871-1956) schuf seinen Holzschnitt "Die Kathedrale des Sozialismus“ als Umschlagillustration des ersten Bauhaus-Manifests des Jahres 1919. Hier liegt die originale Broschur auf hellgrünen Papier vor, das leider üblicherweise sehr brüchig ist, und zu den Rändern hin (bzw. zum Mittelfalz, an dem der Umschlag um die Broschur gelegt war), entsprechend etwas gebräunt ist. - Mitte brüchig bzw. offen, einige kleine, feine Randeinrisse, wenige tiefere Risse in die Darstellung, einige kleine Fehlstellen, insgesamt aber ordentliches Exemplar dieser äußerst seltenen, fragilen Grafik.

Estimate
€ 1.400   (US$ 1.595)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.280)


Bauhaus
Zeitschrift für Bau und Gestaltung, Jahrgang II...

Lot 3588

Bauhaus. Zeitschrift für Bau und Gestaltung. Schriftleitung: W. Gropius und L. Moholy-Nagy. 2. Jahrgang, Heft 1. 15 S. Mit zahlreichen Abbildungen. 29,5 x 21 cm. Illustr. OBroschur. Dessau 1928.

Frisches, sauberes Exemplar.

Estimate
€ 900   (US$ 1.026)


Hammer Price
€ 1.000 (US$ 1.140)


Dandanah
The Fairy Palace. Building Blocks of Solid Glass.

Lot 3589

Glasbausteine für Modellversuche zu einer Zukunftsarchitektur
Bauhaus. - Dandanah. The Fairy Palace. Building Blocks of Solid Glass. Invented by Blanche Mahlberg. Models and Designs by Bruno Taut. Glasbaukasten mit massiven Bausteinen aus farbigem Glas. Mit 61 originalen Glasbausteinen und 6 originalen oktogonalen Vorlagenblättern in mehrfarbigem Original-Siebdruck. 20,7 x 20,7 cm. Zusammen in schwarzem oktogonalen OHolzkasten (26 x 26 x 4,2 cm) mit schwarzem Holzschiebedeckel und aufmontiertem oktogonalen OTitelschild in Siebdruck. Berlin 1920.

Nahezu vollständiges Exemplar eines der wohl nur in acht Exemplaren angefertigten Prototypen des Glasbaukastens "Dandanah - The Fairy Palace" von dem Architekten-, Künstler- und Designerpaar Blanche (1890-1980) und Paul Mahlberg (1889-1970) zusammen mit dem Architekten Bruno Taut (1880-1938), der von 1921 bis 1924 als Stadtbaurat in Magdeburg arbeitete.
Ganz den neuen Idealen der schnörkellosen Einfachheit, der klaren Form und der Materialtreue verpflichtet, waren die neuen gestalterischen Ideen vor allem von dem 1919 in Weimar gegründeten Staatlichen Bauhaus promulgiert worden. Neben den Architekten Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Adolf Meyer gehörte auch Bruno Taut zu den wichtigsten Vertretern des „Neuen Bauens“.

Schon früh hatte Taut mit Glas experimentiert und 1914 seinen berühmten Pavillon aus farbigem Glas für die Kölner Werkbundausstellung entworfen. Ganz ähnlich wie die Bauhäusler fühlte auch er sich der Erziehung und Didaktik verpflichtet. "Es galt das neue Kulturbild zu schaffen (reine Utopie), und als Notwendiges, das Bedürfnis zum Bauen zu wecken", äußert Taut in einem Rundbrief der von ihm gegründeten Künstlergemeinschaft 'Die Gläserne Kette', "Und das sollte - Taut spricht es in dem Brief nicht aus - das Bedürfnis zum Bauen mit farbigem Glas sein".

Mit seinem Glasbaukasten bezweckte er also vor allem das Formempfinden und die Kreativität der jungen Generation zu schulen, einer der Gründe, warum er das transluzente Material Glas favorisierte, auch wenn das Bauen aufgrund der glatten Oberflächen des Glases tatsächlich nur schwer möglich war: "Unter den vielen Bauspielkästen, die im 19. und 20. Jahrhundert entworfen und hergestellt wurden, steht der von Bruno Taut aus farbigen Glasstücken einzig da. Nicht der einfachen Grundformen wegen: Würfel, Kugel, Dreiecksprisma, länglicher Quader und Sechseckprisma, die in der Größe aufeinander abgestimmt kombinierbar sind, auch nicht der Farbigkeit wegen - beide Merkmale kann man auch bei anderen Baukästen seit Fröbel finden -, sondern weil die Farben: rot, blau, gelb, grün und farblos durch das Glas im farbigen Leuchten eine eigene Wirklichkeit entstehen lassen. Setzt man die Bausteine so, daß sie von Licht durchdrungen werden, besser, auch noch von unten beleuchtet sind, so üben sie in der Tat eine eigenartige Faszination aus, der man sich kaum entziehen kann. In der Fülle der Baukästen gibt es meines Wissens nur diesen einen aus Glas" (Manfred Speidel, Stadtkrone und Märchenpalast. Zum Glasbauspiel Dandanah von Bruno Taut, Berlin 2016, S. 1-3, siehe auch Derselbe, Karl Kegler, Peter Ritterbach, Wege zu einer neuen Baukunst. Bruno Taut, Frühlicht. Konzeptkritik Hefte I-IV, 1921-1922, und Rekonstruktion Heft V, 1922. Berlin 2009. S. 45-47 und S. 86-87 sowie Derselbe, Bruno Taut. Natur und Fantasie. Berlin 1995, S. 150).

Schon 1920 gab es erste Überlegungen, die Idee eines Glasbaukastens zu verwirklichen, wie aus einem Brief vom 13. Oktober hervorgeht: „Ja, Bauen! Ich treibe jetzt jüngstes Bauen: auf meinem Tisch die Zeichnungen für einen Steinbaukasten aus Glas", am 27. Oktober 1920 wurde ein Patent angemeldet (von Mahlbergs auf dem Amt Berlin-Lichterfelde), und Silvester desselben Jahres schreibt Taut "ich spiele mit den ersten nicht ganz gelungenen Bausteinen aus Glas" (Bruno Taut, zit. nach ebenda).

Geplant war, den Baukasten von der Nürnberg Spielzeugfabrik Bing produzieren zu lassen, die die Glassteine wiederum von der Firma Luxfer-Prismen in Berlin-Weißensee beziehen sollte. Die einsetzende Inflation und die Pleite des für die Finanzierung verantwortlichen Bankhauses verhinderten jedoch die Herstellung, so dass es sich um alle der ca. acht nachweisbaren Dandanah-Kästen nur um die von Mahlberg und Taut um Prototypen handelt, die alle individuell gefertigt sind und sich daher leicht voneinander unterscheiden.

Auf dem Schiebedeckel unsers Exemplars ist schon das fünffarbig (schwarz, blau, grün, gelb und rot) gedruckten Titelschild aufmontiert, der Kasten ist allerdings handgefertigt, die Hölzer handgesägt und gezimmert sowie schwarz lackiert (Deckel mit dreieckiger Einfügung, Farbverläufen, Astlöchern).

Über den Bausteinen innenliegend sind die sechs farbig gedruckten Vorlagen (weiß, gelb, rot, grün und blau): 1) Orientalischer Palast auf rotem Farbgrund. 2) Palastfassade auf weißem Grund mit buntem Achteck-Rahmen. 3) Altbau versus Neubau. Traditionelle Häuschen mit modernem Turmbau auf blau-gelbem Grund. 4) Vier Architekturmodelle auf schwarzem Grund. 5) Pfeilerhalle auf schwarzem Grund, lichtdurchschienen mit blauen und grünen Reflexen. 6) Die Mustervorlage zum Wiedereinordnen der Steine in den Kasten, die hier die sonst beigegebene Tafel mit der Kirche ersetzt (diese ist nur in einigen Exemplaren vorhanden, sie sollte auf den Kastenboden fest aufmontiert sein). Die Mustervorlage sieht 62 Glassteine vor, wogegen in unseren Kasten nur 61 Steine passen. Die zwei Reihen von jeweils vier blauen Blocksteinen flankieren die Mittelreihe von 10 Blöcken in den Farben Weiß (4), Grün (4) und Gelb (2), an den Längsseiten gerahmt von noch zwei weiteren weißen Steinen, die um ein halbes Modulmaß verschoben sind. In unserem Exemplar des Baukastens befindet sich eine zentrale Bahn von elf Steinen (6 weiße, 3 grüne und 2 orange-gelbfarbene), die flankierenden blauen Steine sind um ein Modulmaß mittels der zwei rubinroten Würfelsteine erweitert.

Die Glassteine setzten sich wie folgt zusammen: 19 Querblöcke (50 x 22 x 22 mm), davon 8 blaue, 5 weiße, 3 grüne und 2 gelbe, 14 Giebelblöcke (x 22 x 22 x 50 bzw. 22 mm mit abgeschrägten Kanten), davon 4 blaue, 4 weiße, 4 gelbe und 2 grüne, 4 Würfel (22 x 22 x 22 cm) in Blau, Grün, Rot und Gelb, 18 Prismensteine (24 x 22 x 22 cm), davon 6 rubinrote, 4 grüne und 3 blaue und 3 gelbe sowie 4 Kugeln mit zweifach abgeschliffenen Kugeln in Blau, Grün, Rot und Gelb: "Die Systematik, die in der Beschränkung auf fünf Formtypen und deren Maßbezogenheit angelegt ist, durchbricht Taut in dem er die fünf Farben ungleich verteilt: Blau ist in der Überzahl, Farblos und Rot treten am wenigsten auf, rot sind nur die kleinen Bausteine, überwiegend die Dreiecksprismen, sozusagen die Dachspitzen" (Speidel, ebenda).

Unser Prototyp lässt darauf schließen, dass Mahlberg und Taut noch mit der Anzahl der Steine und derer Anordnung im Kasten herumexperimentierten. Das vorliegende Exemplar ist mit einem grünen Querstein auf die Mitte konzentriert, während die anderen bekannten Kästen eine aus zwei weißen Steinen zusammengesetzte "quadratische" Mitte haben. Der von dem Schweizer Unternehmen Vitra 2003 nachgeschöpfte "Dandanah"-Kasten folgt in Anzahl und Anordnung der Steine dann auch anderen Exemplaren bzw. der Mustervorlage (Vitra verwendete aber eine vollständige andere Glasqualität, auch der Kasten wurde auch weitgehend frei neugestaltet). Vgl. auch Artemis Yagou, Modernist complexity on a small scale: The Dandanah glass building blocks of 1920 from an object-based research perspective, Deutsches Museum 2013, S. 16 f.

Im beiliegenden ausführlichen Aufsatz von Speidler wird der Orientalismus bei Taut näher ausgeführt: "Der Glasbaukasten Dandanah ist nicht nur eine 'handgreifliche Utopie'. Mit seinem Titelbild ist er ein unerfülltes Versprechen. Er erscheint im Nachhinein als ein letztes Aufleuchten von Tauts geistiger Reise in den Orient, 'nicht ganz gelungen', und einem harmlosen Bauspiel übergestülpt und dieses geistig überfrachtend. Der Glasbaukasten mit 'Building Blocks in Solid Glass' bleibt in Farbe und Leuchtkraft
ein großartiges Einzelstück in der Geschichte der Spielkästen" (a. a. O.). – Zustand: Gegenüber anderen Exemplaren fehlt ein grüner Querblock-Glasstein, ferner auch die sechste Tafel mit der Kirche, sonst komplett mit Glassteinen, Vorlagen, dem originalen Holzkasten und dem Schiebedeckel mit aufmontiertem Originaltitelschild mit den Künstlerangaben in englischer Sprache. Die Steine sind alle zeitgenössisch und die Originale, wobei auffällt, dass sich das Rubinglas im Fluss und in der Dichte leicht von den anderen Gläsern unterscheidet. Das Gelb tendiert teils etwas ins Orangene. Ein gelber Giebelstein ist beidseitig mehrfach gebrochen und etwa ausgesplittert, die anderen drei und die gelbe Kugel ebenfalls mit die Transluzenz unterbrechenden Brüchen, mehrere Steine mit Abplatzungen, Fehlstellen, kleinen Kanten- und Eckverlusten, kleinen Aussplitterungen etc., die Mehrzahl aber ist recht wohlerhalten und noch gut in Form.
Die sechs Vorlagenblätter teils mit Knick- und Knitterspuren, wenige mit Randläsuren, die Mustervorlage mit minimalen Einrissen im Rand, teils unwesentlich fleckig, in leuchtenden, frischen Farben.
Die gezapften Wangen des Holzkasten sind teils minimal auseinander gegangen die Kanten sind leicht beschabt und bestoßen. Der hölzerne Schiebedeckel mit der Griffleiste ähnlich beschabt, jedoch voll funktionsfähig und sehr gut in der Nut laufend. Das aufmontierte Titelschild des Kastens ist etwas wellig und mit kleinen Knitterspuren und winzigen Bruchstellen, jedoch nur wenigen unwesentlichen Löchlein. Oben etwas vom Holz gelöst, wie üblich etwas ungerade beschnitten, angestaubt und fleckig.

Zur Provenienz: Das vorliegende Exemplar stammt aus einem Magdeburger Privatbesitz. Die Herkunft legt nahe, dass der Kasten von einem Verwandten oder Bekannten der Familie Bruno Taut stammt, war dieser doch ebenfalls in der Zeit der Entstehung des Dandanah- Kastens in Magdeburg als Stadtbaumeister tätig.

„Weltweit konnten acht Baukästen mit dem Namen "Dandanah", der als Titel auf dem Deckel des Baukastens steht, identifiziert werden. Sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Bausteine wesentlich von dem in der Familie Taut erhaltenen.14 Einer ist im Besitz
von Frau Isi Fischer, der Tochter von Tauts Partner Franz Hoffmann. Zwei Exemplare besitzt das Spielzeugmuseum in Sonneberg/Thüringen. Einer wurde vom Auktionshaus Jürgen Holstein in Berlin nach Montreal verkauft. Es befindet sich dort im Canadian Center for Architecture. Ein unvollständiger Baukasten liegt in der Sammlung Arlan Coffman in Santa
Monica. Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe kaufte um 1990 einen aus dem Nachlaß von Hermann Finsterlin von dessen Tochter und in allerjüngster Zeit wurde vom Deutschen Museum in München ein Exemplar aus Privatbesitz erworben. Ein weiteres Exemplar ist vor wenigen Jahren im Handel aufgetaucht. Es war zeitweilig im Museum für Angewandte Kunst in Köln ausgestellt. Es enthält eine von den anderen abweichende Farbzusammenstellung und 4 andere Beispiel-Blätter, sowie ein Einlegeblatt für die Anordnung im Kasten“ (Speidel a. a. O.).

Estimate
€ 22.000   (US$ 25.079)


Hammer Price
€ 16.000 (US$ 18.240)


Malewitsch, Kasimir
Die gegenstandslose Welt + Doesburg, Grundbegriffe

Lot 3589a

Bauhausbücher. - Malewitsch, Kasimir. Die gegenstandslose Welt. Übersetzt von A. von Riesen. 104 S. Mit 92 teils ganzseitigen Abbildungen. 23,2 x 18 cm. Gelbes OLeinen mit illustriertem OSchutzumschlag (kaum irgend merklich abgegriffen, ein winzinger, kaum sichtbarer Einriss) in OPappschuber (dieser minimal fleckig). München, Albert Langen, 1927.

Erste Ausgabe. Im Vorwort der "Schriftleitung" heißt es: "Wir freuen uns, das vorliegende Werk des bedeutenden russischen Malers Malewitsch in der Reihe der Bauhausbücher veröffentlichen zu können, obwohl es in grundsätzlichen Fragen von unserem Standpunkt abweicht. Es beleuchtet jedoch die moderne russische Malerei, die Kunst- und Lebensauffassung ihrer Träger von einer neuen, uns bisher unbekannten Seite." – Außergewöhnlich, bemerkenswert schön erhaltenes Exemplar, nahezu verlagsfrisch zu nennen, erhalten in dem seltenen Pappschuber mit dem Stempelaufdruck "Bauhaus-Bücher 11 Leinen. Albert Langen Verlag). – Dabei: Theo van Doesburg. Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst. 40 S. Mit 32 Abbildungen auf Tafeln. 28 x 18 cm. Farbig illustrierte OBroschur (Rücken und Rückdeckel fehlen, VDeckel mit Randläsuren, etwas unfrisch; Entwurf: Moholy-Nagy). München, Albert Langen, (1925). - Bauhausbücher VI. Erste Ausgabe. Typographie von Lazlo Moholy-Nagy. Bedeutende theoretische Schrift Theo van Doesburgs in seiner eigenen, von Max Burchartz durchgesehenen deutschen Übersetzung. Als ersten Punkt der Abhandlung über "Das Wesen der bildenden Kunst" schreibt er: "Alles, was uns umgibt, ist Ausdruck des Lebens. Alles, was lebt, hat bewußte oder unbewußte Erfahrung seiner Umwelt" . - Vortitel mit Besitzeintrag, Titel gestempelt, minimal gebräunt, gering abgegriffen, unwesentlich fleckig.

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.140)


Hammer Price
€ 1.500 (US$ 1.709)


Itten, Johannes
Formen in Bewegung, Abstraktion mit Weintrauben...

Lot 3589b

Bauhaus. - Itten, Johannes. Formen in Bewegung, Abstraktion mit Weintrauben oder Blüten um ein schräges Panel. Entwurf für ein Exlibris "Johannes Itten". Original-Lithographie in Sepiadruck, mit Bleistift römisch nummeriert und signiert "Itten". 21 x 17,5 cm. Unter Glas in schlichter Holzprofilleiste gerahmt. O. J. (1921).

Das dritte von nur sieben Exemplaren der von Johannes Itten (1888-1967) als "Eprèuve d'Artiste" auf Bütten abgezogenen Sonderausgabe seiner abstrakten Komposition, die er als sein eigenes Signet, als Firmenschild oder auch Exlibris im Jahre 1921 anfertigte. Somit stammt das Werk, das sodann in 70 "normalen" Abzügen, ebenfalls in Sepia gedruckt werden sollte, aus der Zeit des absoluten Höhepunkt seines Schaffens.
Der aus dem Schweizer Wachseldorn stammende Maler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagoge hatte Walter Gropius in Wien kennengelernt, der ihn 1919 als Lehrer an das Staatliche Bauhaus in Weimbar berief, wo er u. a. im Jahre 1921 sein berühmte Theorie der Farben entwickelte, mit der er als der Begründer der Farbtypenlehre gilt.
Als "Formmeister" mehrerer verschiedener Werkstätten arbeitete und lehrte Itten am Bauhaus bis 1923, das er in dieser Zeit ganz maßgeblich prägte. Vorliegt hier die Nummer "III" von "VII", unten rechts virtuos in festem Graphitstift mit "Itten" signiert. – Gering angestaubt, minimale, kaum sichtbare Fleckchen, leicht gebräunt, etwas ungerade beschnitten (jedoch wohl im originalen Schnitt), selten.

Estimate
€ 400   (US$ 455)


Hammer Price
€ 700 (US$ 797)


Deutsche Union-Bank
Architekturzeichnungen

Lot 3590

Deutsche Union-Bank. 3 Architekturzeichnungen in Filzstift des Union-Bank Gebäudes. Ca. 74 x 113 cm. 1973.

Teils skizzenhaft werden drei Innenansichten - das Kasino, der Kundentresor und das Foyer mit Empfang - der Deutschen Union-Bank gezeigt, die laut Stempel im unteren Rand von dem in Frankfurt am Main tätigen Architekten Richard Heil angefertigt wurden. – Leicht gebräunt, bei zwei Blättern wurde die obere Blatthälfte montiert. Stellenweise etwas knitterfaltig und mit leichten Montierungsresten. – Dabei: 2 Original-Entwürfe für den "Verband der Wellpappen-Industrie e.V. Ausstellungsstand Interpack 75". Ca. 65 x 80 cm. November 1974.

Estimate
€ 240   (US$ 273)


After-Sales Price
€ 120   (US$ 136)


(Sale closed.
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Deutsches Volk - Deutsche Arbeit
Amtlicher Führer durch die Ausstellung.

Lot 3590a

Deutsches Volk - Deutsche Arbeit. Amtlicher Führer durch die Ausstellung. Hrsg. Gemeinnützige Berliner Ausstellungs- und Messe-Ge. m. b. H., Berlin-Charlottenburg. 240, 132 S. Mit zahlreichen, teils ganzseigen Abbildungen. 21 x 20,3 cm. Farbig illustrierte OKartonbroschur (Knickspuren, kleine Läsuren). Berlin 1934.

Erste Ausgabe des heute als Ästhetik- und Stilfibel der frühen dreißiger Jahre bekannten Katalogs der Berliner Austellung, die vom 21. April bis zum 3. Juni 1934 schon unter der Schirmherrschaft von Joseph Goebbels stattfand. – Minimale Stauchspuren, gut erhalten.

Estimate
€ 120   (US$ 136)


Hammer Price
€ 100 (US$ 113)



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