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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Autographs » to the Book Department
Autographs Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Wed, Oct 18, 14.30 CET


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Main Image Description Status
Lancizolle, Ludwig von
Brief 1850

Lot 2161

- Lancizolle, Ludwig von, Literaturhistoriker, Goethe-Spezialist. Eigh. Brief m. U. "L v Lancizolle". 3 S. 8vo. (Berlin?) 20.II.1850.

An einen Freund, dem er sein 1846 bei Reimer in Berlin erschienenes Buch "Chronologisch-bibliographische Uebersicht der deutschen Nationallitteratur im 18ten und 19ten Jahrhundert nach ihren wichtigsten Erscheinungen mit besonderer Rücksicht auf Goethe" übersendet und die Vorzüge dieses Handbuchs kommentiert. "... Es giebt Schriftsteller, welche ihre Sachen für schlecht erklären: dies kommt mir nicht sowohl bescheiden als impertinent vor, indem man dem Leser zumuthet etwas Nichtsnutziges zu sich zu nehmen. Ich will daher lieber der bibliographischen Sorgfalt mich rühmen, die ich auf das Buch gewendet, was auch Koberstein, Gust. Schwab u. Passow mir bestätigt haben. Letzterer schrieb mir, er wäre eben in Verzweiflung gewesen über die bibliographische Ungenauigkeit in den meisten Lehr- und Handbüchern unserer deutschen Literatur als ihm meine Schrift zugekommen, die er seitdem viel benutzt u noch nicht eine falsche Angabe darin gefunden habe ... Nur um einen prüfenden Einblick in das Vorwort u in die Einrichtung des Ganzen, einschließlich des Goetheschen Nahmens möchte ich Ihre Güte in Anspruch nehmen. - Wenn junge, angehende Schriftsteller von einer sogenannten Affenliebe für ihre Geistesprodukte erfüllt sind, u ich vielleicht ohne es zu wissen auch davon angesteckt wäre, so will ich mich einerseits auf den bekannten Ausspruch Lessing's berufen: daß sich jeder seines Fleißes rühmen dürfe - andererseits hoffe ich, daß es besser mit mir gehen wird, wenn ich erst älter geworden bin u mehr geschrieben habe - versteht sich in der andern Welt, wo doch auch 'Geist im Wort' nicht fehlen wird. - Eine sehr erfreuliche Bestätigung dieser Aussicht verdanke ich der Kernerschen Somnambule in Wertheim, die - wie Kerner höchst unbefangen erzählt - eine Tour durch sämtliche Planeten unseres Sonnensystems gemacht, u im Merkur unsern herrlichen Goethe auf dem Katheder docirend gefunden habe. Wie froh bin ich eine sichere Nachricht über ihn zu haben!" - Von dem offenbar jugendlichen Goethe-Verehrer, wohl einem Theologen, scheint kaum etwas bekannt zu sein, nicht einmal seine Lebensdaten. Immerhin brachte er 1855 eine Schrift "Ueber Goethe's Verhältniß zu Religion und Christenthum", 1857 eine Goethe-Bibliographie, 1860 "Geistesworte aus Goethe's Briefen und Gesprächen" sowie 1854 "Ideen, Reflexionen und Betrachtungen aus Schleiermacher's Werken" heraus.

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€ 150   (US$ 175)


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Seebeck, Thomas Johann
Brief 1810

Lot 2162

- Seebeck, Thomas Johann, Arzt und Physiker, Mitarbeiter an Goethes Farbenlehre, Entdecker des Thermoelektrischen Effekts (Seebeck-Effekt), korrespondierendes Mitglied der Bayerischen und - 13 Jahre - der Berliner Akademie der Wissenschaften (1770-1831). Eigh. Brief m. U. "Dr. Seebeck" und Adresse. 1 S. 4to. Jena 16.II.1810.

An den bedeutenden Naturforscher, Arzt und Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein (1780-1857), der 1801-1806 in Südafrika als Stabsarzt und Regierungskommissar gelebt hatte, sich 1810 als "Subphysicus" in Helmstedt aufhielt, 1811 erster Professor für Zoologie an der neuen Berliner Universität wurde, später den Zoologischen Garten gründete und Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften war. "... Unter den Instrumenten, welche im April in Helmstädt versteigert werden, befinden sich einige Stücke, die ich zu besitzen wünschte. Ich bin so frey, da Sie es Auswärtigen erlaubt haben, Sie zu bitten, mir folgende Stücke zu erstehen: No. 103 und 104. Zwei Prismen von Krystallglas. Wenn dieses gleichseitige Prismen sind, an denen jede Fläche mindestens 1 Pariser Zoll breit ist, und sie die Farben vorzüglich rein und lebhaft darstellen, so zahle ich gern 1 Laubthaler für das Stück. An den Gestellen ist mir nichts gelegen. No. 106. Ein Prisma von grünem Glase. Dafür bestimme ich keinen Preis; ich habe schon lange gewünscht ein solches zu besitzen, und über alles Verhältniß wird es ja wohl nicht hinauf getrieben werden. - Haben wir nicht Hoffnung Ihre interessanten magnetischen Beobachtungen vom Cap bald zu erhalten. Schon vor langer Zeit habe ich Herrn Prof. Gilbert von diesen Nachricht gegeben, und er versprach, sie sich von Ihnen für seine Annalen auszubitten, und sie fänden dort wohl auch den besten Platz ...". - Seebeck wird in Goethes Tagebuch zum ersten Mal im Dezember 1803 erwähnt. Der junge Mediziner hatte sich der Physik zugewandt, und ihre gemeinschaftlichen Interessen im Bereich der Optik führten in den nächsten Jahren zu gemeinschaftlichen Experimenten und einem regen Austausch von Beobachtungen. Goethe zitierte dann 1810 in einem Beiheft zur „Farbenlehre“ Seebecks Abhandlung „Die Wirkung farbiger Beleuchtung betreffend“. Wenig später gelang Seebeck die Entdeckung von Interferenzerscheinungen des polarisierten Lichts in doppelbrechenden Körpern. - 1 Streifen vom Adressblatt abgetrennt.

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€ 450   (US$ 526)


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€ 1.100 (US$ 1.287)


Winckel, Therese aus dem
Brief 1806 an Elise Bürger

Lot 2163

"meine lieben Dresdner"
- Winckel, Therese aus dem, sächsische Malerin, Harfenistin und Schriftstellerin, verkehrte mit den Weimarer Klassikern, lebte zeitweilig in Paris, ab 1809 in Dresden (1779-1867). Eigh. Brief (Schluß fehlt). 4 S., sehr eng beschrieben. 8vo. Paris 19.VII.1806.

Umfangreicher Brief an die ihr offenbar eng befreundete Schauspielerin und Schriftstellerin Elise Bürger, Gottfried August Bürgers "Schwabenmädchen" und Gemahlin in seiner letzten, verunglückten Ehe. Weitschweifig über die deutschen Journale und ihre Redakteure, über die Aufforderung Böttigers an sie, nach Fernows Vorbild ausführliche Kunstberichte zu schreiben, über Pariser Verhältnisse u. a. Erwähnt außer Carl August Böttiger Karl G. Th. Winkler, Siegfried August Mahlmann, August von Kotzebue, Johann Friedrich Reichardt, Conradin Kreutzer und Angelica Catalani. Zitat: "... Der Vorfall mit den Journalen ist wirklich recht sonderbar, ich stimme Ihrer Meinung ganz bei, und billige ganz was Sie thaten, doch ist meine Lage dabei ziemlich kritisch. Nur die Betäubung des letzten Losreißens von meiner Heimath macht es mir begreiflich wie ich vergessen konnte Ihnen zu schreiben, daß 8 Tage vor meiner Abreise die Redacteurs der Abendzeitung zu mir kamen, und mich mit unredlicher Artigkeit dringend baten, ihnen zu versprechen oft von hier aus an sie zu schreiben; sie offerirten mir zugleich als Honorar für den Bogen 4 Ducten. Da das Blatt seit dem Januar wo es in ihre Hände kam, an Werth beträchtlich stieg, und vorzüglich keine bestimmten Feinde hat, so willigte ich endlich ein. Vor ungefähr 5 Wochen schickte ich ihnen 2 große eng beschriebene Briefbogen mit lauter einzelnen Aufsätzen die sie nach Willkühr benützen könnten, bat aber, sie möchten mir schreiben, ob sie mit der Einkleidung die ich wählte zufrieden wären ... Constance schreibt mir daß sie alle meine Aufsätze darinn gefunden habe, in der wünschenswerthesten Anordnung; dennoch erhielt ich keine Antwort ...". - Über die Pariser schreibt Therese u. a.: "... Klätscherei und Wiedersagen ist hier so arg wie in der kleinsten Stadt! ... seit Kotzebue und Reichardt hier waren, haben sie eine gränzenlose Furcht für alle reisenden Deutschen, denen sie die Fähigkeit die Feder zu führen zutrauen. Sie sagen, nicht mit Unrecht: 'unsere zuvorkommende artige Aufnahme vergelten die Undankbaren dadurch, daß sie jede Anecdote, jede Begebenheit gleich drucken lassen, und um die gutbezahlten Bogen zu füllen, sich jede Spötterei erlauben' ... Da meine lieben Dresdner nun wieder ordentlich schreiben, so bitte ich Sie doch, beste Elise, Ihre Briefe durch das Gesandtschaftspaquet zu schicken; es kommt uns beiden sonst gar zu hoch ...". Bittet dringend, stets ihre Anonymität zu wahren.- Interessanter Brief zwischen zwei ungewöhnlichen und selbstständigen Frauen. - Leider fehlt der Schluß; die letzte Seite etwas fleckig.

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€ 200   (US$ 234)


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€ 140   (US$ 163)


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Goetze, Peter Otto von
Brief 1817

Lot 2164

[*] Goetze, Peter Otto von, dt.-russischer Schriftsteller (1793-1881). Eigh. Brief mit U. nebst Beilage. 4 S. Doppelblatt. 8vo. St. Petersburg 29.III.1817.

An E. T. Henschler (wohl Bruder von Johann Jakob H., Lehrer in Riga) in Leipzig mit der Bitte, für ihn einen Verleger seiner russischen Volkslieder zu suchen. Er unterbreitet ihm folgende Fragen: "… Zu gleicher Zeit wünsche ich zu wissen. 1) was wohl ein Bogen … zu etwa 1200 Ex. in Leipzig zu drucken kostet? und zwar 1), wenn 1000 auf Schreibpapier u. etwa 200 auf Velinpapier u. 2) wenn etwa 700 auf Druckpapier, 400 auf Schreibpapier u. 100 auf Velinpapier sind. 2) was eine kleine einfache Vignette, wie etwa zu dem Liede No. 1. (Russ. Jüngling landschaftliche Gruppirungen) in Kupfer zu stechen kosten würde? 3) Ob sich wohl ein Corrector für den russischen Text fände … Beifolgende Gedichte als Proben aus dem angeführten Werke lassen Sie gefälligst in ein gelesenes Journal, als das Morgenblatt oder die Zeitung für die elegante Welt einrücken …". - Beiliegend sein vierseitiges Manuskript zu dem Prospekt für sein geplantes Buch: "... Den Herausgeber hat vorzüglich die Herdersche Ansicht geleitet, Er ist vielleicht noch weiter gegangen ...". - Die Sammlung erschien erst 1828 mit Notenbeilagen bei Cotta in Stuttgart unter dem Titel: "Stimmen des russischen Volks in Liedern", nachdem 1823 Proben im "Morgenblatt" veröffentlicht worden waren. Von 1817 bis 1821 arbeitete von Goetze (auch Goeze) aus Estland, unehelicher Sohn von Peter Otto Zoege von Manteuffel, im Kultusdepartement in St. Petersburg. 1827 veröffentlichte er in dort seine Übersetzung: "Serbische Volkslieder". Ein Jahr später trat er seinen Dienst im Finanzministerium an, wo er dem Minister Graf von Cancrin nahestand. 1860 nahm er als Staatsrat seinen Abschied vom Beamtenleben (siehe Goed. VII, 508, 107 und Gottzmann/Hörner I, S. 485). - Gebräunt. - Sehr selten.

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€ 300   (US$ 351)


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Goltz, Bogumil
Brief 1865

Lot 2165

Goltz, Bogumil, westpreußischer Schriftsteller und Orientreisender, lebte in Thorn (1801-1870). Eigh. Brief m. U. "Bogumil Goltz", Adresse und Siegel. 1 S. Gr. 4to. Berlin 13.I.1865.

An Ernst Otto Lindner, Chefredakteur der Vossischen Zeitung in Berlin. "... Ich werde noch fernere drei Vorlesungen in der Singakademie abhalten. Am 15 Januar 'Erinnerungen aus Egypten [Pyramiden, Ruinen von Theben, Straßenleben aus Kairo]. - Am 10ten 'Charakteristik des Genius Shakspeares u. seiner Dramen'. - Am 23ten Januar 'Sittenbilder aus dem Leben des Volkes in Polen, Rußland u. Westpreußen'. - Ich bitte Sie herzlichst dringend dies im Texte Ihrer geschätzten Zeitung aufnehmen zu wollen ...". - Mit gestempelter Briefmarke "Preussen. 1 Silbergroschen".

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€ 120   (US$ 140)


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€ 60   (US$ 70)


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Goltz, Bogumil
Brief Mai 1865 + Beilagen

Lot 2166

[*] - Eigh. Brief mit U. 4 S. Doppelblatt. 4to. Thorn 22.V.1865.


An den Schriftsteller Max Kurnik (1817-1881), damals Theaterkritiker der "Breslauer Zeitung". "… Brockhaus in Leipzig hat die 2te Auflage meines ´Jugendlebens` an die Redaktion der Breslauer Zeitung eingeschickt, aber nur eine trokne, ganz kurze Anzeige erzielt. - Dies westpreußische Idyll ist aber mein bestes Buch; ich habe es mit meinem Herzblut u. aus meinem tiefsten Gewissen (nicht aus dem kirchlichen, sondern aus meinem Gewissen von allen natürlichen wie übernatürlichen Dingen) heraus geschrieben. - Ich bitte Sie jetzt: Ihre Güte u. Freundschaft zu vollenden, indem [Sie] das Buch in der Breslauer Zeitung besprechen … Ich denke oft an Breslau u. die herzlichen Lebensarten die ich dort in Erfahrung gebracht. - Es ist mir nirgend so gut geworden … Es macht mir überhaupt viel zu schaffen: wie viel wunderbare Herzens Eigenschaften heute noch in Euch alttestamentarischen Menschen tief, tief verborgen liegen; - wieviel poetische Impulse, von denen bei den hochmüthigen Christen wenig zu finden ist. - Wie oft fand ich wandernde Handel-Juden in einem polnischen Dorfkrug - u. wie prächtig habe ich mich mit diesen armen Teufeln unterhalten! wie beschämte mich ihre Lebens-Philosophie, ihre Bescheidenheit u. Resignation … Was ich darüber im Gewissen trage das lesen Sie gütigst im zweiten Bande des Jugendlebens nach (im Register ist die Episode angezeigt). - Hat Ihnen mein Jugend Idyll Freude gemacht, so helfen Sie mir gütigst; - denn ich kriege erst 300 rth wenn 500 Exemplare abgesetzt seyn werden …". Das "Biographische Idyll aus Westpreußen" war erstmalig in drei Bänden 1852 erschienen; die 2. Auflage hat Goltz dann auf vier Bände erweitert. - Beilagen: Eigenhändiges und signiertes Titelblatt mit U. von "Die feine u. die derbe Lebensart glossirt von ...", erschienen 1865 in der Zeitschrift "Daheim". - Eigenh. Umschlag adressiert an Dr. Buchner in Crefeld, Redakteur der Crefelder Zeitung.

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€ 180   (US$ 210)


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Gramberg, Gerhard Anton Hermann
Brief 1808

Lot 2167

[*] "in unserm Norden, wo die Gicht wie die Haide wächst"
Gramberg, Gerhard Anton Hermann, oldenburgischer Jurist und Dichter (1772-1816). Eigh. Brief mit U. 3 S. Doppelblatt. 4to. Oldenburg 19.V.1808.

An Wilhelm Gottlieb Becker (1753-1813), Herausgeber des "Taschenbuchs zum geselligen Vergnügen" und Inspektor der Dresdener Kunstsammlungen. "... Sie werden mir gewiß zürnen, daß ich Ihnen diesmal so spät meine Beiträge zu unserm Taschenbuch sende, das ich unsers nenne, weil es gewissermaßen eine Familie ausmacht, in der ich mich mit Freude und Liebe zu Ihnen verbunden sehe. Mannigfaltige Zerstreuungen drückender ja schmerzlicher Art, haben mich bis jetzt aufgehalten, an meine glücklichen Momente eines freyen Lebens zurückzudenken, und wieder anzufassen, was der verlorene Wurf eines heitren Augenblicks schien. Hier, mein theurer Freund, haben Sie eine Handvoll Blumen, die wenn Sie Ihnen blühend genug dünken - ganz Ihrer Willkühr überlassen sind … Ihr letztes Taschenbuch hat mich sehr interessirt, besonders Ihre Erbin von Wellanz. Ein doppeltes Interesse zieht mich an dieser Erzählung an: sie war das letzte, was ich meinem sterbenden geliebten Bruder vorlas, der im Nov. vJ. (ein junger Prediger im hiesigen Lande) starb … Vielleicht werde ich Gelegenheit haben Ihnen für das nächste Jahr einige Gedichte des Verstorbenen zu senden, die einen schönen Charakter, voll feierlicher Natur und geistiger Religiosität … aussprechen ... Ich bin seit Neujahr in einen neuen bürgerlichen Kreis getreten, und Jurist geworden, indem ich seitdem als Assessor des hiesigen Landgerichts angestellt bin. - Auch gut! Geschäfte sind die Folie des schönern Lebens, das sich in sich selbst spiegeln will … Sie sind ein glücklicher Mann, daß Sie nicht in unserm Norden leben, wo die Gicht wie die Haide wächst. Wäre ich hier nicht geboren, ich wüßte nicht, wie ich hier leben und blühen könnte. Mein Vater [Gerhard Anton Gramberg, Gerichtsmediziner und Dichter; 1744-1818] empfiehlt sich Ihnen angelegentlich …". - Sehr selten.

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€ 450   (US$ 526)


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€ 350   (US$ 409)


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Greene, Graham
Brief 1937

Lot 2168

[*] Greene, Graham, engl. Schriftsteller und Publizist, vielfach geehrter, politisch engagierter Romancier (1904-1991). Brief m. U "Graham Greene". 1/2 S. Gr. 4to. (London) 14.IV.1937.

"Dear Mr Warman, I am afraid our staff has already been appointed, and the book page has already been assigned. But if you will send in some specimens of your published work. I shall be glad to read them ...". - Mit Briefkopf seiner Zeitschrift "Night and Day".

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€ 200   (US$ 234)


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€ 140 (US$ 163)


Gubitz, Friedrich Wilhelm
Rechnung für Holzschnitt-Arbeit + Beigabe

Lot 2169

Gubitz, Friedrich Wilhelm, Berliner Holzschneider, Akademie-Professor, Bühnenautor, Theaterkritiker, Almanach-Herausgeber und einflußreicher Redakteur des "Gesellschafters" (1786-1870). Eigenhändige, quittierte Rechnung m. U. "F. W. Gubitz, Professor". 1 S. Quer-8vo. Berlin 10.IV.1819.

Rechnung für eine Holzschnitt-Arbeit: "Die geehrte Nicolaische Buchhandlung empfängt: 1500 Abdrücke der Titel-Vignette zu Körners 'Leyer und Schwerdt' à 100 Stk 10 g. = 6 Thlr. 6 g. - Ein neuer Abguss = 1 Thlr 12 g. - Summa 7 Thlr. 18 g. - Obigen Betrag unter heutigem Dato erhalten ...". - Dabei: Derselbe. Eigh. Billet m. U. "F. W. Gubitz". 1 S. Kl. 8vo. Berlin 14.XI.1825. -
An einen Schriftsteller. "... sende ich anbei die mir gütigst überschickte Erzählung zurük, da die mir erlaubte Honorar-Zahlung nicht so hoch gehen, als Sie die Ihrige bestimmt haben wollen. Übrigens bemerke ich, daß der Schluß der Erzählung gefehlt hat ...". - Dieses Blatt gebräunt.

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€ 120   (US$ 140)


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€ 80 (US$ 93)


Hahn-Hahn, Ida Gräfin von
Gedichtmanuskript

Lot 2170

Hahn-Hahn, Ida Gräfin von, weitgereiste Schriftstellerin, Lyrikerin und Erzählerin (1805-1880). Eigh. Manuskript von 2 Gedichten. 2 S. Kl. 4to. O. O. u. J.

Zwei sechsstrophige Gedichte: "Das schönste Leben" und "Bei der Ruine der Burg Nassau". Das erste beginnt: "Lebe der Wahrheit u wandle im Lichte / Ihres verklärenden herrlichen Schein, / Dann machst Du weltliche Arglist zunichte / Bist mit der Klarheit im schönsten Verein. - Lebe der Unschuld! Dann lächelt der Himmel / Auf Dich hernieder im lieblichsten Blau, / Und durch das wilde und wüste Getümmel / Gehest Du still wie auf friedlicher Au ...". - Das zweite beginnt: "Schmück mit Kreuzen und Gewinden / Gegenwart Dein rosig Kleid, / Alle Deine Zauber schwinden / Neben der Vergangenheit ...". - Am Anfang dieses Gedichts kleiner Siegellack-Fleck mit geringem Textverlust.

Estimate
€ 350   (US$ 409)


Hammer Price
€ 250 (US$ 292)



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