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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Autographs » to the Book Department
Autographs Catalogue Price EURO 10,00
Auction Date Wed, Oct 17, 14:00 CET


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Main Image Description Status
Voigt, Christian G. von
Brief über frühe Karten Japans

Lot 2551

Über frühe Karten Japans
- Voigt, Christian Gottlob von, langjähriger Kollege Goethes in der Weimarer Regierung, Geheimer Rat, Staatsminister und Präsident des Staatsministeriums, außerdem Dichter und Bibliotheksleiter (1743-1819). Eigh. Brief m. U. "C G Voigt". 4 S. Folio. (Weimar) 28.III.1791.

Interessanter, umfangreicher Brief an einen Gelehrten, der ihm eine Anzahl von "japonischen Originalcharten" zur Ansicht übersandt hatte. Voigt kommentiert diese Karten ausführlich und vergleicht sie jeweils mit den Angaben des bedeutenden Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer, der im Rahmen einer zehnjährigen Ostasienreise (1683-1693) auch Japan besucht hatte. Die erste deutsche Ausgabe seiner Japan-Beschreibung nach den Handschriften war erst 1777-1779 in Lemgo erschienen. Voigt beschreibt nun jeweils die kartographischen Abweichungen von Kaempfers Werk und zieht auch neuere Literatur heran. "... Folgendes ist ein Theil meiner darüber gemachten Bemerkungen. 1) Die Charte von Japan ist eine ganz andere, als die Kämpfer, der sonst zuverlässigste Schriftsteller über Japon, gebraucht und geliefert hat ... Ob man nun wohl auch glauben könte, jene Charten wären nur noch im grössern Maasstab bearbeitet gewesen, so ist doch ... hauptsächlich zu bemerken, daß die bey Kämpfers Werk gelieferte Charte mit der Projection des hiesigen Original nicht übereinstimmt. Letzteres hat die kinnbackische Form, (wie sie Köhler in den Münzbelustigungen einmal nennt,) welche Danville auf seiner Charte von Asien besser beobachtet hat, und die auch in Relands Charte von China und Japan, die in Thevenot recueil de voyages T. III. steht, beobachtet worden. Eine andere Charte von Japan, die vom Pater Martinius ist, finde ich nicht in dem bibliothekar. Exemplar von Thevenot. (denn überhaupt wird dieses seltene Werk nur wenig complet in Ansehung der nicht numerirten Kupfer angetroffen.) Martinius hatte aber seine Charte nicht einmal nach Japonischen Originalien entworfen ...
2) Der Plan von Jedo [d. i. Edo, englisch Jeddo oder Yeddo] ist ebenfalls ein andrer, als den Kämpfer gebraucht und geliefert hat. a) Das Kämpfrische Exemplar, was im Museo Brittannico ist, mißt 41/2 lang und breit. Das hiesige ist 3 f. 1 Zoll lang und 1 f. 4 Z. breit ...". Folgen diverse weitere Literatur-Zitate und -Vergleiche. Voigt schließt mit der Feststellung: "... in der That verdienen diese Originalien nicht weggelassen zu werden, da sie, wenigstens in Europa, eine merkwürdige Seltenheit sind. Es sind in diesem Monath gerade 100 Jahr daß Kämpfer in Jedo mit einzog. Solche Treffer geben immer eine ... schlimme Wendung, dem Publicum etwas vorzulügen ...". - Beiligend ein gestochenes Porträt Voigts mit faksimilierter Unterschrift.

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€ 300   (US$ 330)


Wolff, Pius Alexander
Brief 1828

Lot 2552

- Wolff, Pius Alexander, Schauspieler und Bühnenautor, Goethes Lieblingsschüler in Weimar, später Hofschauspieler und Regisseur in Berlin unter dem Intendanten Karl Graf von Brühl, auch erfolgreicher Dramatiker (1782-1828). Eigh. Brief m. U. "P A Wff". 11/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 29.I.1828.

Schon von schwerer Krankheit gezeichnet an den Regisseur Johann Gottlieb Christian Weiß, mit Anweisungen zur Inszenierung von Wolffs Lustspiel "Der Mann von 50 Jahren" (nach Goethes Novelle in den "Wanderjahren") auf dem Berliner Hoftheater. "... ich erkenne die Freundschaft, die Sie mir durch Übernahme der kleinen Rolle im Mann von 50 Jahren erzeigen, und danke Ihnen herzlich dafür. Sie werden gefälligst ihn bestens einstudiren lassen, u. haben vielleicht die Güte, wenn Sie eine Viertelstunde Zeit haben, noch deßhalb Rücksprache mit mir zu nehmen. - Auf den Zettel lassen Sie gar keinen Autor setzen, sondern bloß: Lustspiel in 2 Akten. Ich habe den Hrn. Grafen [d. h. den Intendanten Graf Brühl] bereits darum ersucht, obgleich ich mich zum Verfasser bekenne, will ich nur nicht es bey dem jetzigen Ton der Kritik affichiren. - Meine Frau bringt Ihnen eine kleine Aenderung, die ich im Buche einzutragen bitte. - Das Portrait [hier ein Requisit für die Aufführung] bitte ich gleich bestellen zu lassen, es muß ein hübsches Oelgemälde in goldenem Rahmen seyn, worauf Devrient so abgebildet ist, wie er im 2ten Akte aussieht, im schwarzen Frack mit dem Orden. Das Bild muß ein paar Fuß hoch seyn, damit ihn das Publikum deutlich erkennt, & die Möglichkeit sich gleich ausspricht, daß Ottilie sich in ihn verlieben konnte, auch der Spaß motivirt wird, wenn er in der ländlichen grünen Kuttke und dem herunterhängenden wilden Haar sein zierliches Abbild in der Hand hält. - Mir ist es einige Tage so recht schlecht ergangen, und auch jetzt noch ...". - Der Schauspieler starb, allgemein betrauert, am 28. August desselben Jahres. - Wolffs Bühnenstück "Der Mann von 50 Jahren" wurde an den Königl. Schauspielen in Berlin, Potsdam und Charlottenburg vom 3. Februar 1828 bis zum 4. Juni 1831 insgesamt 9 mal gespielt und erlebte auch in Wien, Dresden, Weimar, Leipzig etc. eine Reihe von Aufführungen. - Gleichmäßig etwas gebräunt.

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€ 300   (US$ 330)


Zelter, Carl Friedrich
Quittung 1814

Lot 2553

- Zelter, Carl Friedrich, Berliner Komponist und Baumeister, Leiter der Singakademie, langjähriger Duz-Freund Goethes (1758-1832). Eigh. Quittung mit U. "Zelter". 2/3 S. 4to. Berlin 17.VI.1814.

Für Daniel Friedrich Parthey von der Nicolaischen Buchhandlung: "Zwey Hundert Thaler Pr. courant am heutigen dato ferner abschläglich von Hrn. Hofrath Parthey ... erhalten zu haben, quitiere ...". - Möglicherweise handelt es sich um das Honorar für das vierte Heft von "Zelter's sämmtliche Lieder, Balladen und Romanzen für das Piano-Forte", das vermutlich 1814 erschien. - Rückseitig ein kleineres Blatt angeheftet.

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€ 600   (US$ 660)


Gotter, Friedrich Wilhelm
Albumblatt 1783

Lot 2554

Gotter, Friedrich Wilhelm, Schriftsteller, vor allem Dramatiker, Herausgeber des Göttinger Musenalmanachs, wichtiger Förderer des Gothaer Hoftheaters, verkehrte mit Goethe in Wetzlar und mit L. F. Huber (1746-1797). Eigh. Albumblatt m. U. "Gotter". 1 S. Quer-schmal-8vo. Gotha 5.III.1783.

Sechs Zeilen, vielleicht aus einem seiner Theaterstücke: "Der treusten Mutter liebster Sohn / Komm blühend, tugendhaft und weise / In ihren Arm zurück! Der Lohn / Werd' ihrer Zärtlichkeit zu Theile! / Und regnets dann nicht gleich ein Bataillon - / Kömmt Zeit, kömmt Rath. Gut Ding will Weile."

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€ 450   (US$ 495)


Gries, Johann Diederich
Brief 1923

Lot 2555

Gries, Johann Diederich, bedeutender Übersetzer romanischer Texte, einer der führenden Übersetzer der Goethezeit, verkehrte mit vielen Größen der dt. Klassik und Romantik (1775-1842). Eigh. Brief m. U. "J D Gries". 13/4 S. 8vo. Jena 25.IV.1823.

Wohl an einen Mitarbeiter Gustav Partheys, Inhaber der Nicolaischen Buchhandlung in Berlin, der sich anscheinend gerade in Leipzig aufhält. "Ich darf Sie doch nicht aus meiner Nachbarschaft fortziehen lassen, ohne Ihnen meinen herzlichen Dank zu sagen für Ihre gütige Bemühung in Ansehung der Preuß. Promessen. Beides, sowohl die Loose als die Zeichnungslisten, habe ich zu seiner Zeit richtig erhalten; und sind gleich diese Promessen bis jetzt für mich unerfüllte Versprechungen geblieben, so denke ich doch die Sache nicht aufzugeben. Vielmehr ersuche ich Sie, mir auch zur bevorstehenden fünften Ziehung abermals zwei Promessen gütigst zu besorgen und einzusenden, deren Betrag Sie mir wohl (wie den der Letzten) bis zur nächsten Calderon-Lieferung creditiren ... Was nun den 6ten Calderonband betrifft, so wird es freilich wohl nicht mehr möglich seyn, denselben auf Michaelis zu liefern. Um so gewisser darf ich ihn zur Ostermesse 1824 versprechen, und dies soll hoffentlich keine bloße Promesse bleiben ... Ich denke noch immer mit großer Freude an meinen Aufenthalt in Berlin, und werde nie aufhören, an dieser liebenswürdigen Familie den herzlichsten Antheil zu nehmen. Haben Sie gute Nachrichten von Herrn D. Parthey? Ich wünsche Ihnen gute Geschäfte in Leipzig und fröhliche Heimkehr ...". - Gries' Übertragung von Calderons Schauspielen erschien von 1815 bis 1842 in 8 Bänden in der Nicolaischen Verlagsbuchhandlung. - Leicht gebräunt.

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€ 220   (US$ 242)


Grisebach, Eduard
Brief 1883

Lot 2556

Grisebach, Eduard, Diplomat, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Bibliophiler (1845-1906). Eigh. Brief m. U. "Dr Grisebach". 3 S. Mit farbigem Monogramm im Briefkopf. St. Petersburg 29.VIII.1883.

An die Offizin Drugulin in Leipzig. "... Ich setze voraus, daß nunmehr die 1000 Exemplare der Chines. Novellen (exclusive des 1/4 Bogens Titel nebst Schmutzblatt) fertig gedruckt sind und ersuche ergebenst, mir gefälligst umgehend 1 Exemplar davon zusammen mit dem von mir korrigirten Probeexemplar, unter Kreuzband, unversichert, hierher zu senden. Ich werde dann unverzüglich Bestimmung über den Umschlag und über den 1/4 Bogen treffen. Auch bitte ich mir ... zu sagen, wie viel Ebartsches Papier noch übrig bleibt nach dem Druck der 1000 Exemplare à 73/4 Bogen? Endlich sehe ich auch den Korrekturbogen der 3ten Auflage der 'Deutschen Literatur - Gesammelte Studien" entgegen ...". - Grisebachs Übertragung der chinesischen Novellen erschien 1884 bei Thiel in Leipzig. In demselben Jahr kam bei Friedrich in Leipzig auch die dritte Auflage des Buches "Die deutsche Literatur seit 1770. Gesammelte Studien" heraus, das zuerst 1876 in Wien erschienen war.

Estimate
€ 120   (US$ 132)


Gumppenberg, Hanns von
Brief 1924

Lot 2557

Gumppenberg, Hanns von, Münchener Dichter, Theaterkritiker, Publizist, glänzender Parodist und Kabarettist, langjähriger Mitarbeiter der "Jugend" (1866-1928). Eigh. Brief m. U. "Hanns von Gumppenberg". 11/2 S. Gr. 8vo. München, Kaulbachstr. 8, 27.VII.1924.

An Heinz Raschert in Darmstadt, der für einen Literaturabend nach einer Lebensbeschreibung und einem Bildnis Gumppenbergs gefragt hatte. Der Dichter gibt Auskunft. "... Eine eigentliche Lebensbeschreibung von mir ist noch nirgends erschienen, nur da und dort in Sammelwerken, die auch etwas von mir enthalten, ganz kurze biographische Daten, die aber wohl für die genannten Zwecke wohl ebensowenig in Betracht kommen dürften wie ausführliche Würdigungen meiner Dichtungen in Literaturgeschichten (z. B. der von Prof. Eduard Engel), Zeitschriften (z. B. im Liter. Echo von Rudolf Lothar) oder Tageszeitungen (z. B. in den 'Bremer Nachrichten' über meine Dramen von J. Wiegand, oder in den 'Münch. Neuesten Nachr.' über meine Lyrik von Fritz von Ostini.) - Eine sehr ausführliche Selbstbiographie von mir ist noch nicht veröffentlicht. - Was Ihre Anfrage wegen eines Lichtbildes betrifft, so enthielt nur ein Bändchen meiner nun längst vergriffenen und verschollenen 'Überdramen' ein solches (aber ein herzlich schlechtes und saloppes.) Ein besseres stellte anläßlich meines 50ten Geburtstages das Atelier Elvira, München, Von der Tann-Straße, her ...". - Gumppenbergs Nachlaß bewahrt heute die Münchener Monacensia-Sammlung.

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€ 180   (US$ 198)


Gutzkow, Karl
Brief 1846

Lot 2558

Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). Eigh. Brief m. U. "Dr K Gutzkow". 1 S. Gr. 8vo. (Berlin), Hôtel de Rome, 23.XI.1846.

An eine Zeitungsredaktion, die ihn "sehr zu Dank verbinden" würde, "wenn sie unter der Rubrik der wissenschaftlichen und Kunstnachrichten die umstehende Notiz aufnehmen möchte. Als geborner Berliner, der hier eine Menge Verwandte ... hat, liegt mir sehr daran, daß grade Ihre verbreitete Zeitung diese, an sich vielleicht sehr unwichtige Thatsache zur Kenntniß eines Theiles Ihrer Leser brächte ...". - Diese "Notiz" ist hier nicht mehr vorhanden, stattdessen rückseitig Papierreste von ehemaliger Montage.

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€ 250   (US$ 275)


Hagen, Friedrich Heinrich von der
Brief 1831 an Friedrich Wilken

Lot 2559

Eine Inkunabel für die Staatsbibliothek
Hagen, Friedrich Heinrich von der, Berliner Germanist, der erste Professor für altdeutsche Literatur an der Berliner Universität (1780-1856). Eigh. Brief m. U. "vd Hagen". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. 8vo. (Berlin) 18.XI.1831.

An den Historiker und Geheimrat Friedrich Wilken (1777-1840), Oberbibliothekar an der Königl. Bibliothek in Berlin und seit 1831 Direktor der neugegründeten Universitätsbibliothek. Bietet ihm - mit eingehender Beschreibung - eine Inkunabel zum Kauf an. "... Ich sende Ihnen hier den besprochenen cod. impr., welchen ich auf meiner letzten Reise, dabei an die Bibl. denkend, erworben habe: Bonaventurae doctoris Seraphici sermon. de temp. et sanctis. Zwoll 1479. Fol. 340 Bl. einschließl. des Register; wohlerhalten, noch im ursprüngl. Holz u. Lederkleide, u wie man oben sieht, lange an einer Kette gehangen, u dadurch oben bewehrt. Das Merkwürdigste ist der typus, worauf Ebert seine selbständige Niederländ. Erfindung gründet, obwohl ihm dies Buch schwerlich bekannt gewesen. Auf der einen Seite nähern sich die Buchstaben doch sehr der Guttenberg. Bibel (nur viel kleiner, dergleichen auch wohl in alten Missalen mitunter vorkommen); auf der andern Seite entsprechen ihnen allerdings noch die jetzigen Niederl. Volksdrucke, u. block-letters. - Mir war noch kein solches altes Druckwerk, das sicher dorther ist, vorgekommen, u. ich habe es für etwa 24 rh ... erhandelt, u. möchte jetzt wenigstens gern 20 rh dafür wiederhaben, u. biete es dafür der Bibl., der ich es gern gönne. Sonst möchte es nach Dresden wandern ...". - In einen Umschlag des 19. Jhdts montiert, der Hagens Lebensdaten und eine französische Übersetzung des Briefes enthält. - Über Hagens skurrile Persönlichkeit und Vorlesungen siehe Nr. 2739.

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€ 300   (US$ 330)


Halm, Friedrich
Brief an Immermann

Lot 2560

An Immermann
Halm, Friedrich (d. i. Elegius Frhr von Münch-Bellinghausen), österr. Dramatiker, Lyriker und Novellist, Geheimrat mit dem Titel Exzellenz, Kustos und Präfekt der Wiener Hofbibliothek, schließlich Generalintendant der Hoftheater, mit der Burgschauspielerin Julie Rettich verheiratet (1806-1871). Eigh. Brief m. U. "Münch". 12/3 S., eng beschrieben. Gr. 4to. Wien 15.II.1837.

Bedeutender Brief an den Dichter und Theaterleiter Karl Leberecht Immermann (1796-1840) in Düsseldorf, der für seine "Musterbühne" das Manuskript von Halms erfolgreichem Trauerspiel "Griseldis" erbeten hatte. Halm antwortet ausführlich, gut informiert und folglich mit höchstem Respekt vor dem berühmten Dichter. "... Wenn ich auf das Verlangen, das Sie nach meinem dramatischen Erstling Griseldis zu äußern so gütig waren, nicht sowohl dem gefeyerten Dichter des Trauerspiels von Tyrol, Cardenio und Celinde, Friedrich II., Die Epigonen, als vielmehr dem Theaterdirektor zuschreiben zu dürfen glaube, so stehen Sie doch auch in dieser Beziehung so ausgezeichnet oder besser gesagt, so einzig da, daß ein Anfänger wie ich in Ihrem Wunsche nur die höchste und ehrenvollste Auszeichnung dankbar erkennen, und in die Freude, sein Stück unter Ihrer Leitung in die Scene gesetzt zu wissen, eine Belohnung seines Strebens finden muß, die weit über alle Armseligkeiten eines Bühnenhonorars hinausgeht ...". Äußert dann die Besorgnis, dass man in seinem Stück "zu wenig oder gar keine Spuren eines ächten, schöpferischen, eingebornen Talentes finden dürfte, und nur ein solches darf es bey den jetzigen Zeitumständen, bey der Verschrobenheit des Geschmackes, bey der Gährung in allen Gemüthern, bey dem Untergehen des geistigen Lebens seiner Nation in ihrer rein commerciellen und industriellen Richtung, nur ein wahrhaft berufenes Talent darf wagen, jetzt für die Bühne zu arbeiten, und sich den tausend Mißbräuchen, dem kunsttödtenden Unfuge seiner Zeit entgegen zu stemmen ...". Beklagt dann das drohende Scheitern von Immermanns idealistischem Projekt einer deutschen Musterbühne in Düsseldorf, "das Deutschland eine Wiedergeburt tragischer und mimischer Kunst versprach, wenn ein solches Unternehmen an Mangel an Theilnahme und aller Begeisterung, an der Thorheit einer sich selbst mißverstehenden Zeit scheiterte, was können wir erwarten, die einer noch schlimmern Zukunft entgegen gehen ... sollte es gegen Ihre Erwartung, aber nach dem Wunsche aller Gutgesinnten bey dem Fortgange Ihres Unternehmens verbleiben, so steht auch mein Trauerspiel Der Adept, den ich für besser halte als die Griseldis, obwohl es nicht in gleichem Maße gefiel, der Düsseldorfer Bühne zu Diensten ...". - Dazu kam es nicht mehr. Mit der Aufführung der "Griseldis" am 31. März 1837 endete die Ära der Direktion Immermanns am Düsseldorfer Stadttheater.

Estimate
€ 300   (US$ 330)



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