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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lot 510 Madonna mit Kind
Initialminiatur "C" einer Antiphonale-Handschrift
Sold
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Madonna mit Kind. Initialminiatur "C" einer Antiphonale-Handschrift. Miniaturmalerei in farbiger Gouache und reichem rahmenden Blattwerk mit Blattgold auf Pergament. Initialgröße ca. 16 x 13 cm, Balken 28 cm. Bildgröße ca. 14 x 9 cm im Oval. Blattgröße ca. 30 x 20 cm. Norditalien, 1. Viertel des 15. Jahrhunderts.

Miniaturmalerei in höchster Qualität von einem mittelitalienischen Meister, ganz in der Tradition der berühmten Madonnendarstellungen seit Pietro Perugino und Raffaello Sanzio: Die mit bestickter, mauvefarbener Tunika in einen hellen blauen Mantel gekleidete Muttergottes faltet anbetend ihre Hände über dem vor ihr auf einem Tuch liegenden Christuskind, das sie mit leicht nach unten gebeugten Kopf liebevoll anschaut. Ihre hellbraun gewellten Haare werden von einer weißen Bänderhaube gehalten, über ihrem Kopf der goldene Nimbus.

Das Jesuskind ist in ein durchscheinendes Tuch gewickelt, der Oberkörper ist nackt, die Händchen sind verspielt an Bäuchlein und Kinn gelegt, so schaut es neugierig aus dem Bild heraus. Dargestellt ist die Szene in einer orientalischen Landschaft mit vier mächtigen Palmen im Hintergrund, die zusammen mit einem angedeutenten Zickzackzaun den "Hortus conclusus" begrenzen. Dahinter eine Berglandschaft mit einem breiten Fluss. Die Rasenfläche (mit allerhand phantasievollen grünen Gräsern) bricht vorne vor dem Kind als Scholle schroff ab.

Der Himmel über der Szene ist nachtblau und mit einigen wenigen weißen Wolkenstreifen versehen. Die gekonnte Figurendarstellung in ihrer überzeugenden Körperlichkeit mit vollendeten Proportion, die vornehme, fast zurückhaltende Farbigkeit, die Konzentration auf die Hauptszene, die gekonnte Modellierung der Gesichter ebenso wie die überaus feine Detailzeichnung - beispielsweise in der Goldborte des Mantels Mariens, der zarten Weißhöhung an den Ärmeln, die Darstellung von transparenten, schleiermäßigen Tüchern auf dem Kopf und am Hals der Madonna sowie in der Wickelung Jesu und nicht zuletzt die grandios schönen, schlanken Hände Mariens - all das spricht für die Urheberschaft der Miniatur durch einen Meister, der die großen Vorbilder der italienischen Kunstgeschichte eingehend studiert und auf geniale Weise umzusetzen verstanden hat.

Eingepasst ist die Miniatur in einen voluminösen Rahmen aus üppigem Akanthus in Blau, Rot und Grün. Der C-Balken in schimmerndem Gold, der Schwungbalken in zartem Gelb mit einem Kymation oder Perlstab in Rotbraun. Links wächst sich die Bordüre in einem blauen Abhänger mit weißer Binnenzeichnung aus, an dem drei Distelblüten wie Troddeln hängen, umspielt von feinstem grünen Feder- und Blattwerk. Akzentuiert und umgeben wird der Akanthusrahmen mit zahlreichen punkt- und tropfenförmigen "guttae", reliefartig ausgearbeitet in leuchtendem Blattgold und teils mit schwarzer Konturhöhung.

Es handelt sich wohl um eine spätmittelalterlich-frühneuzeitliche liturgische Handschrift. Unter der romanischen Quadratnotation auf vierfachem roten Liniensystem finden sich das Textfragment "piscatores. Nec...", wobei es sich möglicherweise um eine Stelle aus den Miraculis S. Martini handelt ("Sed quid timeo rusticitatem meam, cum dominus redemtor et Deus noster ad destruendam mundanae sapientiae vanitatem non oratores, sed piscatores, nec philosophos, sed rusticos praelegit?"). Die rote Lombarde "N" ist ebenfalls mit reichem, diesmal blauen Federwerk geschmückt. – Pergament minimal wellig, kaum angestaubt oder gebräunt, verso wenige Montagereste, zwei fast unsichtbare, winziges Löchlein sowie unter dem C-Stab rechts ein kleiner zeitgenössisch genähter Einriss. Vereinzelte, ganz wenige Retuschen, teils wurde auch das Blattgold geschickt erneuert, die Rotfarbe stellenweise leicht oxidiert, sonst in außergewöhnlich frischer und leuchtender Farbigkeit, die Miniatur selbst in insgesamt bester Erhaltung.

Estimate
€ 8.000   (US$ 9.120)


Hammer Price
€ 5.000
(US$ 5.699)
(GBP 4.400)
(CHF 5.699)



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