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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables » to the Book Department
Manuscripts, Incunables Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Apr 16, 16:00 CET


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Main Image Description Status
Pfintzing, Melchior
Theuerdanck. Daraus 1 Bl. auf Pergament mit Tex...

Lot 811

[*] Pfintzing, Melchior. Theuerdanck. Daraus 1 Bl. auf Pergament mit Text und großem halbseitigen Holzschnitt Nummer 60 von Leonhard Beck. 15,8 x 13,8 cm. Blattgröße: ca. 35,5 x 23 cm. Wohl aus der Ausgabe Nürnberg, Schönsperger, 1517.

Adams P 962. – Ein Blatt aus der nur in kleiner Auflage gedruckten Pergament-Ausgabe der Rittergeschichte Kaiser Maximilians I, "Die geuerlichkeiten und einsteils der geschichten des loblichen streytparen und hochberümbten helds und Ritters herr Tewrdanckhs". Vorhanden ist hier der Anfang der Versgeschichte:
"Wie der Edel Tewrdanck durch einen Naren auss anweysung Unfalo in einer Camer verbrendt solt sein mit pulfer" mit dem hübschen Holzschnitt des Leonhard Beck (1480-1542): "Uns also nach des tewels art / Thet wann Er selbst nicht auf ein fart / Dorfft khommen schickt Er annder dar / Der den Held solt bringen in far / Wie Ir dann werd hören hernach / In einem schloss daselb geschach / Darinen der Edel Held was...". – Nur minimal abgegriffen, oben winzige Montagespur verso, ungerade beschnitten, kaum fleckig, insgesamt sehr schönes Exemplar mit ausgezeichnetem, gratigen Druck auf marmorweißem Papier mit zarter Pfirsichoberfläche.

Estimate
€ 500   (US$ 570)


Hammer Price
€ 300 (US$ 341)


Spanische Urkundenkopien
Amtliches handschriftliches Kopierbuch mit Urku...

Lot 812

"Titulos de la Casa No. 5 antiguo 22 moderno". Spanisches Urkundenkopierbuch. Spanische Handschrift auf Papier. Ca. 160 nn. Bl. Fol. 31,5 x 21,5 cm. Pergament des 19. Jh. (angestaubt) mit 2 Bindebändern (vom Block gelöst). Spanien (Madrid u. a.) 16.-19. Jahrhundert.

Umfangreiches amtliches Kopierbuch von Dokumenten und Urkunden aus Madrid u. a., bei denen es sich meist um die notarielle Festsetzung von Besitzständen handelt, von Schenkungen, Erbangelegenheiten und vielem mehr: "En la Villa de Madrid á veinte y dos días del mes de Diciembre de mil, y seiscientos, y noventa, y seis años; Ante mi el presente Escrivano, y testigos Parecieron de una parte Juan Justo, Escrivano de su Magestad, hijo legitimo de Pedro Justo, así mismo Escrivano que fue, y de Ana de Mendoza ... escriptura de venta Real a favor de Juan perez de Alonso Vizcaino, vecino de esta villa de unas casas que tenia ...". – Stärkerer Feuchtfleckig, Block lose, teils Blätter beigelegt, mehrer Urkunden offiziell gestempelt "Hispaniarum Rex Carolus IV D. G." etc., interessantes Studienmaterial, das seiner wissenschaftlichen Auswertung harrt.

Estimate
€ 300   (US$ 341)


Hammer Price
€ 150 (US$ 170)


Xímenez, Luis
Libro de mi hacienda de mi luis Xímenez 1598.

Lot 813

Xímenez, Luis. "Libro de mi hacienda de mi Luis Xímenez 1598". Kontorbuch. Spanische Handschrift auf Papier. Ca. 92 nn. Bl. Folio 30,2 x 21 cm. Flexibler Pergament-Kopertband d. Z. (wellig, etwas fleckig und leicht abgegriffen) mit geflochtenem Schweinsdarm-Bindebchlinge (Knopfhaken fehlt) und hs. Titel auf dem VDeckel. Spanien (Valencia?) 1598-1698.

Spanisches Kontorbuch mit Hunderten von Einträgen verschiedener Hände für ein Unternehmen, das mit Mobilien und Immobilien handelte, die Hacienda eines Luis Xímenes, wahrscheinlich in Valencia (zum Schluss erscheint dieser Ortsname). Am Anfang: "Prosigue la hazienda que Luis Xímenez major desde Gemelada (?) asi sitios como bienes muebles". Die Einträge erstrecken sich von 1598 über hundert Jahre bis ins Jahr 1698. – Viele Einträge als durchgestrichen, teils mit späteren Randglossen etwas fleckig und mit kleinen Gebrauchsspuren, sehr suggestiv gebunden. - Inneliegend einge alte Zettelchen mit hs. Zusätzen.

Estimate
€ 400   (US$ 455)


Hammer Price
€ 350 (US$ 398)


Antiphonarblatt
Doppelblatt Oberitalien 17. Jahrhundert

Lot 814

Mit plateresker Initiale aus einer andalusischen Handschrift
Antiphonarblatt. Einzelblatt aus einem monumentalen Antiphonale. 4 Zeilen mit 4 fünflinigem roten Notensystem und romantische Quadratnotation. Schrift in Rot und Schwarz- Schriftraum: 62 x 44 cm. Format: 76 x 56 cm. Mit großer floraler Zierinitiale "S" in Rot, Blau, Gelb und Grün auf purpurfarbenem Grund mit floralem Silberornamenti und im schwarzen Rahmen mit Goldornament. Wohl Spanien, Anfang des 17. Jahrhundert.

Ein Blatt einer besonders großen Antiphonale-Handschrift wohl einer spanischen Schreiberwerkstatt mit dem Anfang des Responsoriums "Sanctificamini filii Israel..." zu den Laudes ("Ad laudes et per horas"), das vor allem in der Gegend um Cordoba, Sevilla und Granada in Andalusien fester Bestandteil der Liturgie war. Auch die prachtvolle Initiale könnte in einer spanischen Miniaturistenwerkstatt entstanden sein: dafür spricht der überaus minutiös ausgestaltete Bildgrund, der an den "Horror Vacui" erinnert - eines der charakteristischen Merkmale des plateresken Stils. So ist die in üppigem Knollenblattwerk dargestellte Initiale "S" in leuchtenden Gouchefarben, in Grün, Rot, Blau und Gelb koloriert, der rechteckige Grund ist in tiefem Purpur gegeben, mit feinsten Ornamenten aus flächendeckendem Pinselgold gefüllt: mit Schlingwerk, Blumen, Sternblüten etc. Außen um die Initialkonturen setzt sich das Ornament in Silber fort. Den Purpurgrund umgibt ein schwarzer Rahmen mit Guillochen aus Akanthusschlingen, die auf einen Wulstrahmen anspielen. – Nur leicht wellig, sehr sauber, das Pergament sehr weiß gebleicht (auch das wäre typisch für die vermutete spanische Herkunft), kaum fleckig, sehr sauber - und sehr dekorativ.

Estimate
€ 280   (US$ 319)


After-Sales Price
€ 140   (US$ 159)


Räbel, Andreas
Kunst Buch von Feuerwerckerey auch in der Büchs...

Lot 815

Räbel, Andreas. "Kunst Buch von allerhandt rahren undt schönen inventionen so wohl in der Feuerwerckerey Kunst als auch in der Büchsenmeisterey zusammen getragen und verfertiget von Andreas Räbeln. Im Jahr Christi Anno 1671". Deutsche Handschrift auf Papier. 4, 297 num. Bl. (davon ca. 138 weiß). Mit 3 kolorierte Vignetten in Federzeichnungen und 20 ganzseitigen kolorierten Federzeichnungen sowie 1 mehrfach gefalteten kolorierten Federzeichnung. 11 x 16,5 cm. Schwarzes Leder d. Z. (Kapitale mit Läsuren, Rücken und Rückdeckelleder brüchig, mit kleinen Fehlstellen, stärker bestoßen und beschabt, fleckig) mit goldgeprägtem Deckelmonogramm "A.R." und Jahreszahl "1.6.7.1." sowie Deckel mit Goldfilete und Eckfleurons. Deutschland 1671.

Originäres, vor allem auf eigenen Experimenten basierendes Buch mit Anleitungen und Rezepten zur Feuerwerkerei und Schießkunst, ebenso wie eine individuelle Kompliation aus verschiedenen Werken berühmter "Feuerwerker". Es handelt sich dabei um eine wirkliche Anleitung, mittels derer man selbstständig Feuerwerkskörper und Schießpulver herstellen konnte.

Verraten werden die meist geheim gehaltenen Rezepte zum Bau der Raketen und der dafür benötigten Zutaten, die in einer eigenen Tabelle am Anfang des Büchleins aufgeschlüsselt werden: "Der Schlüßel zu den Characteribus". Dort sind für alle Ingredientien eigene Symbole zugeteilt, die dann bei den Rezepten mit den entsprechenden Mengenangaben verzeichet sind, etwa "Bulfer, Bulferstaub, Bulferkorn, Salpeter, Schwefel, Campffer, Stahl, Schießglas oder Antimonium, Kohlen, Pech, Spiritus Vini, Hammerschlag, Fürniß, Zinn, Hartz, Faulfelben Holz, Wachs, Queckselber, Leinöel, Brandwein, Colofonium, Terpentin, Opperment (Auripigment), Ungelösten Kalck, Baumöel, Mercurium, Eßig, Hiepaneum, Saltz, Durchgesiebte Zehe, Feuer, Wasser, Geschmelzten Staal, Hanf, Schnur, Salmiak, Mercurium Subliatum, Tartarus" und vieles mehr.

Für die zahlreichen Rezepte sind die Symbole dann wiedergegeben, stets in roter Tinte unter den Titeln: "Ein ander Rageten Saltz Nim Salpeter 18 lot Schwefel 4 lot ..." dann "probatum" als Hinweis, dass das Rezept ausprobiert wurde und funktionierte. Es gibt Rezepte für Raketen für Feuerwerk in allen mögliche Farben und Formen, in Rot, Blau, Weiß und Gelb, Braun und Grün, "Folgen die regen oder stern Feuer - Ein regen Feuer zu stern feuerzeug", es folgen die Ingredienz-Symbole in Rot, dann "kalt geschmeltzt mit Leimwasser und Brandtwein angefeuchtet. probat: D.S.".

"Folgen die Pumpen rohr Satz: Ein Pumpen Rohrsatz den ich zu des Herren Stattmeisters Feuerwerg gebraucht worden ... ein schöner heller Kugelsatz zu den Pumpen Rohr und gar schön hell wie die Sonne". "Folgen die Wasser Rageten Sätze", "Eine schöne Waßerkugel mit außfahrenden Feüer der Igel genadt", "Unterricht wie man eine solche Kugel laden soll in Böler", "Eine andere art einer fünstlichen Feuerkugel die auß dem Waßer eine andere in die Höhe spielet", "Der doppelte Binnenkorb oder eine Kugel im waßer, die nach etlichen Schützen ein brennende Kugel in die Höhe wirft", "Wie die Kugel zu richten daß neben Schlägen und der Kugel auch Rageten herausfahren", "Eine schöne waßerkugel welche sehr schön bey der Nacht zu sehn, wird die waßerlichter Kugel genennt".

Es folgen Beschreibungen für den Bau von Raketenpostamenten, Abschussrampen und Vorrichtungen, die an Gebäuden, kleinen Schlössern und Burgen, montiert werden sollen. Dargestellt in feinst kolorierten Federzeichnungen, mit Referenznummern und -buchstaben bezeichnet und mit einem Maßstab versehen. Dieses Feüerwerg ist an einen ort oben an der Zinnen der oberen Thürmkreiß wie in den abriß der schwartze Puncten weiset angezündet worden. Zu beßer bericht besehe nachfolgendt Figur". Es folgen Zündersätze, kleine Bomben, Rauchkugeln, Lichtkugeln, Feuerkugeln, Sturmkugeln, große Böller, Knall- und Lichtfeuerwerk und Hunderte von weiteren Anleitungen.

Interessant sind auch die Erwähnungen historischer Feuerwerke zu königlichen und kaiserlichen Anlässen, etwas "des Königes Christian des Vierdten in Dennemarck Rageten Satz", oder der Bericht von der denkwürdigen Hochzeit Kaiser Leopolds von Habsburg mit Margarita Theresa von Spanien am 12. Dezember 1666. Berichtet wird, wie dabei eines der größten Feuerwerke des Barock abgebrannt wurde, wie historisch belegt wurde: "Im Hof der kaiserlichen Burg feiert ein phantastisches Rossballett das Haus Habsburg als mächtigste Dynastie der Welt. Eine eigens komponierte Oper, an der der Kaiser selbst mitschreibt, wird zu Ehren der neuen Herrin in Auftrag gegeben. Ein Feuerwerk mit 73.000 Raketen malt als Höhepunkt die Buchstaben VA und VH in den Himmel über Wien: Vivat Austria, vivat Hispania!" (Dietmar-Saltzwedel, Die Welt der Habsburger, IV).

Der Text in der vorliegenden Handschrift vermeldt: "Allerhandt Schöne Rageten Sätze von Vornehmen Feüerwerckeren erfunden und probieret hier folget. Ein schöner und Approbierter großer Raggeten Satz, der Bey des Keysers Leopold deß Vierten diß Namens seinen Beylager ist gebraucht und von Herren General PKronenburg ist gegeben worden".

Am Schluss findet sich ein "Index oder Register dieses Buchs" und einige Maßtabellen, die "Visitirung der Granate" und vieles mehr.
Die Illustrationen sind jeweils in feiner Federzeichnung in Sepiatinte auf ein mitfoliiertes Blatt eingezeichnet, dessen Rückseite aber jeweils weiß gelassen wurde, so dass sie als Tafeln fungieren. Sehr detailliert werden darauf die einzelnen Anleitungen bildlich dargestellt und im Text direkt dazu erklärt. Dabei wurde auch bemerkenswert viel Aufmerksamkeit auf die stimmige Kolorierung gelegt, die mit den angegebenen Materialien korreliert. – Nur ganz vereinzelt minimale Gebrauchsspuren, der Block leicht aufgegangen, die Falttafel mit Falzrissen, wenige Blätter lose, nur stellenweise leicht fleckig, gebräunt, angestaubt oder gewellt. Vorne ein Exlibris einmontiert.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.419)


Hammer Price
€ 9.000 (US$ 10.260)


Censal de mil quatro cientos
Spanisch-katalanische Handschrift auf Papier

Lot 816

"Censal de mil quatro cientos ventiocho sueldos y ocho dineros pagaderos en cada un año por el Ill.mo S. don Fran.co de los cobos y de luna marques de camaras a y sus consejos". Spanisch-katalanische Handschrift auf Papier. Ca. 40, 20 nn. Bl. 31 x 21,5 cm. Gebundene Lagen und teils lose Bl. in flexiblem Pergament-Umschlag d. Z. (mit Einriss, fleckig, abgegriffen). Spanien und Katalonien 17.-18. Jahrhundert.

Spanisches Rentenregister wohl aus dem Weiler "Benavarra", südlich von Andorra im katalanischen Spanien. Vorliegt wohl eine Abschrift des 17. Jahrhunderts. Der genannte Don Francisco de los Cobos y Molina (1475-1547) war Staatssekretär unter Karl V., allerdings könnte es sich auch um einen seiner Nachfahren handeln, da wohl auch "Felipe" genannt wird: "Riela Billa felipe che muel y alfamen ... acalmenara in fan con domicilia do en la villa de benavarre por el primero dia del mes de Junio con propiedad de veinte mil mediante cartea de Gracia". – Gebrauchsspuren, meist sehr gut leserlich. Wenige, gelegentliche Papierläsuren.

Estimate
€ 200   (US$ 227)


Hammer Price
€ 330 (US$ 376)


Wannenmacher, Joseph
Geistlicher Blumen-Blume, Hs. Gebetbuch

Lot 817

Gebetbuch des bedeutenden schwäbischen Barockmalers
Wannenmacher, Joseph. "Geistlicher Blumen-Busch, Das ist: Außerlesene Morgen-Abend-Meß- Beicht, und Commuion-Gebetter [!]. Wie auch Zur Heil. Dreyfaltigkeit, zu Christo, seinem bittersten Leyden Jungfräulichen Mutter und lieben Heiligen, auch zum Trost der Abgestorbenen". Deutsche Handschrift auf Papier. 12 nn. Bl., 480 num. S., 9 nn. Bl. (Register). Mit 8 eingebundenen Kupfertafeln von Martin Engelbrecht und Joseph Sebastian Klauber. 16 x 9,5 cm. Dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (mit wenigen Fehlstellen, teils etwas brüchig, bestoßen, beschabt) mit goldgeprägten Deckelfileten. Tomerdingen 1745.

Umfangreiches handgeschriebenes Gebetbuch des bekannten schwäbischen Freskenmalers Joseph Wannenmacher (1722-1780) aus dem Weiler Tomerdingen in der heutigen Gemeinde Dornstadt, im Alb-Donau-Kreis, nordwestlich der Stadt Ulm. Er gehört zu den bedeutendsten Barockmalern Schwabens und stattete zahlreiche prominente Kirchengebäude mit seinen Wandgemälden und großen Deckenzyklen aus, darunter das Kardinalszimmer in Kloster Marchtal, Deckengemälde der Wallfahrtskirche "Ave Maria" in Deggingen, Deckengemälde von St. Martinus in Donzdorf, der Predigerkirche in Rottweil, der Kirche in Zollikon, der Stiftsbibliothek von St. Gallen, ferner die Fresken in der Franziskaner-, Leonhards- und Katharinenkirche in Schwäbisch Gmünd. Auch das Kloster Elchingen, in dessen Diözese Tomerdingen liegt, verfügt über Werke Wannenmachers.

Selbstbewusst nennt sich der Künstler - der zu seiner Ausbildung nach Rom gehen sollte, von wo er als "Accademico Romano pittore" zurückkehrte - schon mit jugendlichen 22 Jahren auf dem Titel des Gebetsbuches als "Mahler", der die Handschrift für die im bayerischen Oettingen (im schwäbischen Donau-Ries) ansässige Bäuerin Maria Anna Walburg anfertigte: "Durch mich Joseph Wannenmacher, Mahler, zusammen gezogen, und verfasst. Für Maria Anna Walburga Baürin, von Öttingen, aus dem Ries. Dommerdingen, den 10 Märty 1745". Möglicherweise handelt es sich bei dem Gebetbuch um ein Brautwerbungsgeschenk des Malers.

Die ersten zwölf Blätter enthalten den "Geistlichen Bett-Calender", dann folgt der umfangreiche Korpus der Gebete zu allen Tageszeiten christlichen Festen und den Heiligenfesten der katholischen Kirche, alles in flüchtiger, aber recht gut lesbarer braunschwarzer Tinte auf Papier und in einen jede Seite begrenzenden Federrahmen geschrieben.

Zu Wannenmacher vgl. Hartmut Müller. Predigt in Farbe: spätbarocke Fresken von Johann Anwander und Joseph Wannenmacher in Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd 1984 (Gmünder Kunstbücher 3) und Michel Reistle. Joseph Wannenmacher: ein schwäbischer Kirchenmaler des 18. Jahrhunderts und sein Verhältnis zum Bildhauer Wenzinger. St. Ottilien, 1990. – Kaum fleckig, minimal gebräunt, insgesamt wohlerhalten.

Estimate
€ 400   (US$ 455)


Hammer Price
€ 550 (US$ 627)


Koranhandschrift
Arabische Handschrift auf Papier. Istanbul um 1813

Lot 818

Koran - Al Qur’an. Arabische Handschrift auf Papier. Ca. 300 Bl. Mit doppelblattgroßer Zierseite ’Unwan in Gold und Farben, Surenanfänge in Weiß auf Kupfer-Goldgrund, Kapitelanfänge mit Rosettenweisern in Gold und Farben sowie Goldpunkten für die Versanfänge. Jede Seite gerahmt mit goldgefüllten Rotlineament in schwarzer Kastenlinie. 16,9 x 10,4 cm. Dunkelbrauner Kalbsleder-Klappeneinband d. Z. (Rücken minimal berieben) mit reicher ornamentaler Blindprägung. Wohl Istanbul 1820.

Prächtiger osmanischer Taschenkoran im Naskhi-Duktus, wohl aus der größten Produktionsstätte der Koranhandschriften des 19. Jahrhunderts, aus Istanbul. Dafür spricht nicht zuletzt die hübsche Illumination der Handschrift und das gelatinierte Papier. Die Doppelzierseite am Anfang der Al-Fatiha, der Eröffnungssure, ist in reichstem Goldornament ausgeziert: Der Text in den typischen dreifachen Kästen, deren Ränder roséfarben gehalten sind, wird mit Goldwolken umspielt. Die Kästen werden von blauen, mit reichem, farbigem Blumenschmuck ausgestatteten blaugrundigen Arabesken hinterfangen. Kleine mit schwarzen Kreuzchen ornamentierten Binnenkästen zeigen die kalligraphischen Surenkürzel (Namen Allahs und der Propheten).
Die Ornamentik folgt dem typischen "Tezhib", den osmanisch-türkischen Zierformen für die Buchmalerei. – Augenscheinlich vollständige Koran-Handschrift, vereinzelt etwas gebräunt oder fleckig, aber nur wenige Seiten stärker betroffen (teils gegen Anfang), wenige am Schluss. Die Goldrahmen der Seiten gegen Anfang und Schluss meist mit Grünfraß und daher im Papier brüchig, im Block sonst aber auch oft wohlerhalten. Die Zierseite recto hinterlegt, beide Teile der Doppelseite mit Brüchen, Oberflächenläsuren und Farbabrieb sowie restaurierten Löchlein. Die ’Unwan am Schluss ebenfalls teils in der Farbe abgeplatzt. Wenige Bleistiftanmerkungen und gelegentliche Gebrauchsspuren. Bemerkenswert ist auch der hübsche, überaus reich blindgeprägte Kalbslederband, der in der großen Form der arabischen Tradition eines Klappenbandes entspricht und in der Mitte eine ovale Arabeske zeigt. Die ornamentalen Elemente zeigen jedoch den westlichen Einfluss der späten Osmanenzeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts: Florales Rankenwerk, Muschelelemente, Punktierungen sowie Bandelwerk verraten die Vorbilder der römisch-barocken Zierkunst.

Estimate
€ 800   (US$ 911)


Hammer Price
€ 900 (US$ 1.026)


Livre d'Heures
Handkoloriertes und vergoldetes französisches S...

Lot 819

Livre d'Heures. Handkoloriertes und vergoldetes französisches Stundenbuch auf festem Kartonpergaminpapier. 52 nn. Bl. Mit 100 handkolorierten lithographischen Seiten in Gold, Silber und Farben. 17,3 x 13,8 cm. Braunes geglättetes Maroquin d. Z. (nahezu nicht berieben) über 5 Zierbünden mit doppelter Stehkantenfilete, breiten, geometrischen Innenkanten-Dentelles, Vorsätzen aus hellbraunem Seiden-Moiré sowie reich punziertem dreiseitigen Goldschnitt, 2 Silberschließen an vielfach durchbrochenen großen Silberbeschlag. Frankreich um 1900.

Hübsches, wohl im Lithographieverfahren um die Jahrhundertwende hergestelltes modernes Stundenbuch mit den Horae Beatae Mariae Virginis in französischer Sprache. Jede Textseite ist mit reichsten Bordürerahmen nach den verschiedenen Vorbildern der französischen Stundenbücher aus der Glanzzeit dieser Kunst im Herbst des Mittelalters geziert, die hier außergewöhnlich schön mit Gouachfarben koloriert und in leuchtendem Pinselgold gehöht wurden.

Das Stundenbuch gliedert sich in drei, jeweils mit einer Miniatur als Frontispiz beginnenden Teile: 1) "Ordinaire de la Messe" mit der Miniatur der Kreuzigung Christi, 2) "Cérémonies du Mariage" mit der "Marienkrönung" und 3) "Messe de Mariage" mit der Sposalizio (Vermählung Mariä), die Titel in hübscher Kalligraphie. Die breiten Rahmenbordüren um den Text der Stundengebete sind überaus phantasiereich gestaltet, folgen nahezu dem gesamten ekklektizistischen Formenvokabular, ergänzt mit zahlreichen moderneren Elementen. Die Zweige, Girlanden, Akanthusschlingen etc. sind belebt mit kleinen Tieren, Schwänen, Reihern, Schmetterlingen, apotropäischen Monstern, Pelikan mit seinen Jungen, aber auch mit Löwen, die Wappenschilder tragen, ferner ein Engel mit Kelch, ein Standartentröger, ein Zwerg, ein Bischof auf seinem Esel etc. – Durchgehend wohlerhalten, in frischem, überaus minutiös aufgetragenem Kolorit und leuchtend-schimmernder Gold- und Silberhöhung, darunter auch gemischte Metallikfarben in oszillierendem Effekt.
Der bemerkenswert schöne Einband mit einem besonders breiten Beschlag auf dem Vorderdeckel, der an einem Steg die Schließzapfen trägt und die großen ligierten Buchstaben "ML" im Schlingwerk zeigt. Die Bügelschließen selbst mit kleinen silbernen Löwenköpfen (kaum oxidiert).

Estimate
€ 800   (US$ 911)


Hammer Price
€ 400 (US$ 455)


Arabische Handschriften
mit juristischen und religiösen Texten

Lot 820

Arabische Handschriften. 2 Handschriften mit juristischen und religiösen Texten. 149 und 119 Bl. Mit Zeilenhervorhebungen in Rot und Konturhinterlegungen. 26,8 x 20,5 cm und 24,5 x 18 cm. Roter Kalbsleder-, bzw. Halblederband (stark lädiert, mit Ein- und Ausrissen sowie Fehlstellen, angestaubt und fleckig, beschabt und bestoßen) mit Blindfiletenprägung und Deckelklappen. Um 1900.

I. Rechtsbuch. Arabischer Duktus mit ca. 27-29 Zeilen in schwarzer und roter Tinte, mit einigen kalligraphischen Initialen. Es handelt sich um eine Kompilation aus älteren Gesetztestexten. Wohl Syrien um 1880.
II. Religiöse Texte. Arabischer Duktus mit ca. 23-28 Zeilen in schwarzer und roter Tinte, sowie mit einigen Zierinitialen in olivgrüner Tinte. Es handelt sich wohl um ein arabisches Familienbuch, einen Wochab, für die Familie Kaschaksch mit Interpretationen sakraler und religiöser Texte, mit Ausschmückungen und Kommentaren zu Korantexten und Interpretationen von verschiedenen islamischen Sekten. Möglicherweise um 1900 in Kairo entstanden. – Beide Bände mit teils starken Gebrauchsspuren, gebräunt, wasser-, stock-, finger-, spor- und braunfleckig, sicherlich nicht komplett, einige Blätter lose, teils gravierendere Papierschäden und Läsuren. Insgesamt aber ein sehr pittoreskes Ensemble.

Estimate
€ 200   (US$ 227)


Hammer Price
€ 140 (US$ 159)



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