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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology, Paper Antiquities » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology, Paper Antiquities Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Oct 16, 17:00 CET


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Chapter Inkunabeln, Drucke vor 1600 / Incunabulas, Prints before 1600 / Incunaboli, Libri del Cinquecento (Lose 517 - 602) » Chapters

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Main Image Description Status
Frisket-Fragment
Manuskriptstreifen einer frühneuzeitlichen Hand...

Lot 517

DRUCKE VOR 1600

Einblick in die Technik der Inkunabeldrucker

Frisket-Fragment. Manuskriptstreifen einer frühneuzeitlichen Handschrift auf Pergament in schwarzer Tinte. 32 Zeilen, mit 1 blauen Lombarde und rotem Frisket-Überdruck einer typographischen Presse der Inkunabelzeit. Ca. 31 x 4 cm. Deutschland um 1485.

Eines der äußerst seltenen, sogenannten "Manuscript frisket sheet fragments", eines Kuriosums der frühen Druckkunst. Die ersten gedruckten Bücher seit Gutenberg zeichneten sich durch das Miteinander von schwarzen und roten Textpassagen auf einer Druckseite aus. So wurde das ursprüngliche Ziel, nämlich mit dem Druck die Handschrift zu ersetzen, auch darin angestrebt, dass man nämlich die eigentlich dem Rubrikator anvertraute Arbeit in das Druckverfahren mit aufnahm - und somit Titel, Kolumnentitel, Überschriften, Druckvermerke, Interlinear-Einsprengsel und ähnliches in roter Typographie einsetzte.
Dieses erforderte allerdings ein etwas komplizierteres Verfahren, wobei jede Seite zunächst in schwarzer Farbe bedruckt wurde, um dann die als ausgezeichnete Passagen vorgesehenen Texte in einem zweiten Arbeitsschritt mit roter Druckerfarbe zu drucken. Dabei mussten dann die schon gedruckten schwarzen Textteile abgedeckt werden, wozu meist zerschnittene Makulaturstücke von älteren Pergamenthandschriften benutzt wurden. Die Stücke nahmen dann die nicht in Rot zu druckenden Überhangtexte auf, wobei das Pergamentstück erst durch ein "neues" ausgetauscht wurde, wenn eine Anzahl von Exemplaren (meist bis zu 10-20) gedruckt worden war.
Auf dem Frisket-Fragment bilden sich somit die auf der Druckseite nicht gedruckten Buchstaben in Rot in mehrfacher Überlagerung ab, was bei genauer Analyse Aufschlüsse auf die Häufigkeit des Druckens einer Charge geben kann. Fernere Untersuchungen können ggf. auch den Text identifizieren.
Vgl. Margaret M. Smith, Fragments used for 'Servile' Purposes: The St Bride Library Frisket for Early Red Printing, in Linda L. Brownrigg and Margaret M. Smith (Hrsg.): Interpreting and Collecting Fragments of Medieval Books (Los Altos Hills, CA, Red Gull Press, 2000), S.177-188 sowie dieselbe in: The St. Bride Journal 'Ultrabold 3' (2007), The Red-Printing Frisket at St. Bride Library. Elizabeth Savage, Red Frisket Sheets, c.1490-1700, The Earliest Artefacts of Colour Printing in the West (Papers of the Bibliographical Society of America 108, Nr. 4 (Dezember 2014), S.477-522. "This complex object, a manuscript leaf that was re-used first as a frisket sheet for printing selected text in red in one book and then in the pasteboard in the binding of another, is the earliest artifact of any color printing process in the West." – Schräg beschnitten, links mit umgelegten Steg vom Bund der einstigen Handschrift (was für den Druck als "Anfasser" und Stabilisator besonders praktisch war), mit wenigen Hanfschnurresten der einstigen Bindung. Winzige Wurmspur im unteren Rand, nur leicht angestaubt. Der Text auf der Fleischseite teils stärker abgerieben, der auf der Haarseite wohlerhalten. Frisket-Fragmente gehören zu den überaus seltenen "Hilfsmitteln" der Inkunabelzeit, von denen weltweit nur eine Handvoll nachweisbar ist.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.367)


Hammer Price
€ 2.200 (US$ 2.508)


Brant, Sebastian
Varia Sebastiani Brant Carmina

Lot 518

Brant, Sebastian. Varia Sebastiani Brant Carmina. Mit Beigaben von Johann Bergmann. 140 Bl. 30 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum: 16,3 x 10 cm. Format: 20,6 x 14,6 cm. Mit großem, dreiteiligen Titelholzschnitt, 2 nahezu ganzseitigen Textholzschnitten und großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Halbleder-Rücken des 18. Jahrhunderts (Deckel fehlen, beschabt, bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und Goldprägung sowie dreiseitigem Goldschnitt. (Basel, Johann Bergmann von Olpe, 1. V. 1498).

Hain-Copinger 3731. Copinger 1238. 1244. GW 5068. Goff B-1099. Schreiber 3543a. 3580. Schramm XXII Abb. 47. 1229. 1243. 1245. 1246. 1270. Kaufmann-Nabholz 818. Proctor 7779. Pellechet 2817A. Bodleian B-517. Chantilly 330. Deckert 164. Günther 286. Hubay 464. Madsen 869. Oates 2854. Ohly-Sack 697. 698. Rhodes 436. Walsh 1263. BMC III, 796. BSB-Ink B-808. ÖNB-Ink B-636. CIBN B-757. ISTC ib01099000. – Erste Ausgabe "Verschiedener Gesänge", der Dichtungen Sebastian Brants in dieser Zusammenstellung. Sie enthält die schon 1494 herausgekommenen "Carmina in laudem Beatae Mariae Virginis multorumque sanctorum" sowie die "Vita divi Brunonis" und ferner zahlreiche neue Gedichte, darunter ein Lobgedicht auf Jacob Locher, die Geiler von Keysersberg gewidmete, "Invectiva contra mundi delicias", die "Vita divi Germani abbatis", "De corrupto ordine vivendi pereuntibus", "Thurci irruptio", "Conclusio wormatiensis", Gedichte an Kaiser Maximilian, den Bischof Albrecht von Straßburg, Rohann Reuchlin und andere. Weiterhin "In solis eclypsim elegia", "De laudibus thermarum marchiae Badensis", "Ad campanam Basilee dictam Felicis papae" und vieles mehr. Enthalten ist auch das berühmte "Schachgedicht" in lateinischer und deutscher Sprache (vgl. von der Linde I, 151): "De periculoso scacorum Iudo", ein Dialog zwischen dem Tod und dem Menschen: "Inter mortem & humanam conditionem": "Kurtz ist die zyt, lug für dich gnott - Die stund ist uß, es naht der dott. - Kein zyt ich beitt, schach matt ich sprich' - Kein alltt noch venden fristen dich. - Herre gott wie ist diß spiel so herb - Begnad myn sel daß sie nit verderb". – Die ersten drei Blätter mit kleinem, alt restaurierten Löchlein unten im weißen Rand, Titel oben mit sehr blassem zeitgenössischen Tinteneintrag, Titel leicht angestaubt und fleckig, sonst kaum Fingerfleckchen, im Block fast durchgehend besonders schön sauber und auffällig wohlerhalten, nur vereinzelt minimal gebräunt, winziges Wurmlöchlein. Gedruckt auf starkem, schönen Papier, die Holzschnitt zumeist sehr gut und kraftvoll im Abdruck. Selten.

Estimate
€ 2.000   (US$ 2.280)


Hammer Price
€ 6.500 (US$ 7.409)


Aemilius, Georg
Biblicae historiae magno artificio depictae, et...

Lot 519

Aemilius, Georg. Biblicae historiae magno artificio depictae, et utilitatis publicae causa latinis Epigrammatibus à Georgio Aemylio illustratae. 54 nn. Bl. Mit Holzschnitt-TBordüre, ligiertem Holzschnitt-Monogramm "HSB" auf dem Titel, und 80 Textholzschnitten von Hans Sebald Beham. 17,4 x 11,8 cm. Auberginefarbenes Maroquin des frühen 20. Jahrhunderts mit goldgeprägtem RTitel, Goldfileten auf Rücken, Deckel-, Steh- und Innenkanten, Deckel mit breiten Goldbordüren und dreiseitigem Goldschnitt. (Frankfurt, Christian Egenolff d. Ä., 1539).

VD16 A 329. IA 100.795. Adams A228. Pauli 488. NDB I, 90f. – Erster Druck der ersten Ausgabe der kleinen Bilderbibel, der "Biblicae Historia" mit den detailreichen, feinen Holzschnitten des Nürnberger Malers und Graphikers Hans Sebald Beham (1500-1550) aus dessen Frankfurter Zeit (nach 1532). Autor ist der Stolberger Superintendent Georg Oemler, latinisiert zu Aemilius (1517-1569), der aus Mansfeld stammt, wo sein Großvater mit Martin Luther befreundet war: "Seinen Vater, den Bergmann Nicolaus Oemler, nennt Luther unter den Freunden seiner Eltern. Er bezog im Herbste 1532 die Universität Wittenberg, um Theologie zu studiren. Ohne Zweifel hier befreundete er sich mit Valerius Cordus, der ihm nicht nur Belehrungen über Pflanzen ertheilte, sondern ihm auch einige seiner Schriften im Manuscripte vorlegte, zu denen dann Oemler Zusätze machte, welche Conrad Geßner später veröffentlicht hat. Im Frühjahr 1540 ging er als Rector der lateinischen Schule nach Siegen mit einem Empfehlungsschreiben Luther’s, der ihn als 'gar einen sonderlichen feinen Gesellen, dazu auch still und sittig' bezeichnet" (vgl. ADB I, 127f.).
Die Bilderbibel war das erste Werk des Georg Oemler, dem einige weitere folgen sollten. Besonders fruchtbar erwies sich hier die Zusammenarbeit mit dem begabten Maler Hans Sebald Beham. Dieser schuf einzigartig schöne Illustrationen von emblematischer Wirkkraft, deren Blöcke der Straßburg-Frankfurter Drucker Christian Egenolff (1502-1555) erstmals 1535 verwendet hatte.
Der erste Druck der Erstausgabe unterscheidet sich von dem zweiten durch die im Kolophon vorgenommene Korrektur. Während in dem vorliegenden Exemplar die Jahreszahl irrig mit "D.M.XXXIX." angegeben wurde, liest man dann im korrigierten 2. Druck richtig "M.D.XXXIX." (nach wie vor - seit 1990 bis heute - unterscheidet hier das VD16 nicht zwischen den Varianten). – Titel mit blassen Fleckchen, durchgehend unwesentlich sprenkelfleckig bzw. gleichmäßig etwas gebräunt, ein winziger älter restaurierter Randeinriss, insgesamt ein hervorragend schönes, sehr gut erhaltenes Exemplar dieses überaus seltenen Druckes mit den Holzschnitten in nahezu überall sehr sorgfältigen, kraftvollem Abdruck.

Estimate
€ 2.500   (US$ 2.849)


Hammer Price
€ 3.200 (US$ 3.647)


Alciatus, Andreas
Emblemata ad quae singula

Lot 520

Alciatus, Andreas. Emblemata ad quae singula ... Adiecta sunt epimythia (grece), quibus emblematum amplitudo. 260 S., 5 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und 211 Textholzschnitten. 12 x 8 cm. Leder d. Z. (stärker berieben, Ecken und Kapitale bestoßen, Gelenke am oberen Kapitale leicht angeplatzt) mit RVergoldung aus kleinen Blütenstempeln, blindgeprägten Deckelfileten mit goldgeprägten Eckfleurons und Deckelvignette sowie gepunztem Goldschnitt. Lyon, Guillaume Rouillé, 1566.

Lyoneser Taschenausgabe der berühmten Emblemata, gedruckt in der Offizin des bedeutendsten Lyoneser Buchdruckers des 16. Jahrhunderts Guillaume Rouillé (ca. 1518-1589), der als Erfinder der taschenförmigen Textausgaben im Sextodecimo-Format gilt. Das Hauptwerk des italienischen Juristen und Humanisten Andrea Alciatus (1492-1550) erschien zuerst 1531 in Augsburg bei Heinrich Steyner und herausgegeben von Konrad Peutinger, es folgten zahllose Ausgaben in verschiedenen Formaten und Übersetzungen. Die frühen Illustrationen zu seinen Epigrammen u. a. von Hans Schäufelin begründeten das Genre des Emblembuchs, das dann im Zeitalter des Barock seinen Höhepunkt fand. – Titel mit schmalem Blattabschnitt im oberen Rand, Blätter Bi und Ii mit kleinem Randeinriss, zwei Holzschnitte ankoloriert. Einige Figuren mit durch Tinte übermaltem Schambereich, Innengelenke mit zwei schmalen Streifen von Handschriftenblättern des 15. Jahrhunderts verstärkt.

Estimate
€ 350   (US$ 398)


Hammer Price
€ 320 (US$ 364)


Alunno, Francesco
Della fabrica del mondo

Lot 521

Alunno, Francesco. Della fabrica del mondo. Libri dieci. Ne' quali si contengono le voci di Dante, del Petrarca, del Boccaccio, & d'altri buoni auttori [und:] Thomaso Porcacchi. Vocabulario nuouo, sopra molti voci, che per avanti nella Fabrica erano grandemente desiderate. 2 Werke in 1 Band. 34 nn, 263 num. Bl.; 17 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten. 29 x 20,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (Rücken mit Fehlstelle am oberen Kapital und mit hs. Klebeschild, etwas berieben und fleckig, Rückdeckel mit kleinem Einriss am oberen Rand und mit Wurmspuren), mit Kopfschnitt-Titel. Venedig, Paulo Ugolino, 1600.

IA 104.208. – Spätere Ausgabe des erstmals 1546 bis 1548 erschienenen Vocabulariums zur italienischen Literatur, Alunnos Hauptwerk. Darin werden neben dem Wortschatz der drei Klassiker Dante, Petrarca und Boccaccio auch der der jüngeren Dichter Jacopo Sannazaro und Ludovico Ariosto behandelt. – Titel im Seitenrand mit kleiner Wurmspur und mit hs. Besitzvermerk. Selten mit kleinem Eckabriss (minimaler Buchstabenverlust). Leicht und stellen etwas stärker gebräunt, oftmals im Seitenrand leicht feuchtrandig, gering stockfleckig. Mit gestochenem Exlibris. Einstige, widerrufene Schenkung des Gioseffo Pinamonti (1788-1848) und Carlo Annibale Lorenzoni (1842-1912) an die Diözesanbibliothek in Trient, gestempelt "Biblioteca Diocesana Tridentina 'Antonio Rosmini' Trento" und mit deren montierten Schenkungsschildchen auf dem VDeckel sowie dem Stempelvermerk "Donazione revocata".

Estimate
€ 220   (US$ 250)


Hammer Price
€ 220 (US$ 250)


Amman, Jost
4 Holzschnitte als Einzelblätter

Lot 522

Amman, Jost. 4 Buchholzschnitte. 8,8 x 6,4 bis 17,2 x 13,6 cm. Unter Passepartouts 35 x 25 cm. Frankfurt 1579-1586.

Hübsche Darstellungen zweier Trachten aus Jost Ammans (1539-1591) Frauen-Trachtenbuch (Gynaeceum, Sive Theatrum Mulierum, Frankfurt 1586) sowie der Holzschnitt "Spes" aus dem Wappenbuch (Frankfurt 1579) sowie die "Melancholia". – Meist recht gut im Abdruck, teils leicht fleckig oder gebräunt.

Estimate
€ 120   (US$ 136)


After-Sales Price
€ 60   (US$ 68)


(Sale closed.
Inquire for availability.)

Apianus, Petrus
Cosmographia denuo restituta

Lot 523

Apianus, Petrus und Gemma Frisius. Cosmographia, denuo restituta. 61 num., 1 nn. Bl. Mit großem Globenholzschnitt auf dem Titel, Holzschnitt-Druckermarke und zahlreichen, teils blattgroßen Textholzschnitten, davon 4 mit intakten beweglichen Teilen. 21 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben; Remboîtage) in moderner HPergament-Kassette mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Antwerpen, Ägidius Coppenius für Arnold Birckmann, 1540.

IA 106.430. Nijhoff-Kronenberg 126. Sabin 1745. Alden-Landis 540/2. Church 78. Van Ortroy, Apian, 31 & Gemma Frisius, 12 – Frühe Ausgabe von Apians Hauptwerk, bearbeitet durch Gemma Frisius. Enthält auch zwei eigene Beiträge von ihm selbst, sein Libellus de locorum describendorum ratione (Bl. 47v-53), in dem er als erster das Prinzip der Triangulation zur Landvermessung beschreibt, sowie sein hier erstmals veröffentlichter Traktat Usus annuli astronomici (Bl. 54-60). Zugleich Amerikanum mit Beschreibung des neuen Kontinents De America auf Bl. XXXI recto. Vier der großen Textholzschnitte mit beweglichen Sphären, Zeigern etc., darunter eine Weltkarte in Polprojektion (Shirley 51). Die beweglichen Teile für den kreisrunden Holzschnitt auf Blatt XIv sind nicht erschienen. – Buchblock anfangs im unteren Bug leicht angplatzt, ein Textblatt mit Farbwischer, letzte zwei Blatt etwas stärker fleckig und mit geschlossenem Wurmgang. Sonst nur vereinzelte Flecken und insgesamt sauber und wohlerhalten. Etwas beschnittenes Exemplar mit allen (erschienenen) beweglichen Teilen.

Estimate
€ 4.000   (US$ 4.560)


Hammer Price
€ 2.800 (US$ 3.191)


Ariosto, Ludovico
Orlando furioso

Lot 524

Ariosto, Ludovico. Orlando furioso, tutto ricorretto, et dinvove figure adornato. Con le annotationi, gli avertimenti, et le dichiarationi di Ieronimo Ruscelli. La vita dell'autore descritta dal Signor Giovan Battista Pigna... Di nuovo aggiuntoni LI cinque canti, del medesimo autore. 8 Bl., 654 S., 17 Bl. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre mit Druckermarke, 51 blattgroßen Textholzschnitten, 51 Holzschnitt-Textvignetten und 51 figürlichen Holzschnitt-Initialen. 24,5 x 17,5 cm. Leder des 18. Jahrhunderts (berieben, Ecken leicht bestoßen, Deckel mit schwachen Kratzspuren, oberes Kapital eingerissen). Venedig, Vincenzo Valgrisi, 1573.

Graesse I, 199. – Neunte Auflage der legendären Valgrise-Ausgabe in der Edition von Hieronymus Ruscelli (um 1500-1566) und mit den Textillustrationen nach Zeichnungen von Dosso Dossi (um 1480-90-1542); der Erstdruck dieser Ausgabe erschien 1556 und gilt als eine der gesuchtesten Orlando-Ausgaben des 16. Jahrhunderts. Die fünf zusätzlichen Gesänge im Anhang erschienen zuerst in dem Druck von 1565. Das in Stanzen verfasste, rund 46.000 Verse umfassende Hauptwerk Ludovico Ariosts (1474-1533) erschien erstmals 1513 mit 40 Gesängen und wurde später auf 46 Gesänge erweitert. Allein im 16. Jahrhundert wurden fast 200 Nachdrucke veranstaltet. – Im oberen Rand leicht beschnitten (etwas Bildverlust in der Titelbordüre). Etwas braunfleckig, stellenweise auch gebräunt.

Estimate
€ 450   (US$ 513)


Hammer Price
€ 300 (US$ 341)


Aristoteles
Opera quae extant

Lot 525

Arbeitsexemplar aus dem Besitz von Christoph Neander
Aristoteles. Opera quae extant. 7 Teile in 1 Band. 204, 108, 60, 132, 31, 78 S., 1 w. Bl., 111 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf dem Titel und am Schluss. 22 x 17,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. Papierrückenschild. Frankfurt, Erben Andreas Wechel, 1584.

VD16 A 3553. Adams A 1734. ADB XXXVII, 282ff. Vgl. Jöcher III, 838f. und Ergänzungsband V, 424. Schweiger 51. – Erste von dem Philologen Friedrich Sylburg (1536-1596) besorgte griechische Ausgabe. Enthält folgende sieben Einzelschriften aus der Physik des Aristoteles, die alle auch separat vertrieben wurden, teils in neuen Auflagen: I. Physicae auscultationis. - II. De coelo. - III. De generatione et corruptione. - IV. Meteorologica. - V. De Mundo. - VI. De Anima. - VII. Parva naturalia. Im Rahmen der Ausgabe erschienen bis 1587 noch weitere, hier nicht vorhandene Schriften aus seinem umfangreichen Gesamtwerk. Der für seine antiken Klassikerausgaben geschätzte Sylburg veranstaltete seine Edition auf Grundlage der ersten griechischen Gesamtausgabe, die 1495 bis 1498 bei Manutius in Venedig erschien; der Text wurde von ihm korrigiert und verbessert. "Von seinen eigenen Werken widmete er die Ausgabe des Aristoteles (5 Bände, Quarto, 1584 bis 1587) den hessischen Landgrafen Wilhelm IV., Ludwig IV. und Georg I. Wilhelm IV. ließ ihm dafür als Zeichen seiner Anerkennung aus den Einkünften der Marburger Universität einen jährlichen Ehrensold zufließen, 'damit er dadurch zur Bearbeitung und Herausgabe anderer gelehrter Werke Aufmunterung erhalten möge'." (ADB).
Annotiertes Arbeitsexemplar aus dem Besitz des aus Crossen in der Niederlausitz stammenden Philologen Christoph Neander (1566-1641; vgl. Jöcher), mit dessen hs. Besitzeintrag auf dem Titel ("Sum M. Christoph Neandri") und besonders breitem Seitenrand für seine sorgfältigen Randglossen. Im Jahr 1586 - kurz nach Erscheinen der vorliegenden Ausgabe - immatrikulierte sich der 20jährige Neander an der Universität Frankfurt, wo er 1588 den Magistergrad erhielt und 1589 zum ordentlichen Professor für Philosophie ernannt wurde. Über Jahrzehnte entfaltete er eine große Wirksamkeit als Professor für Altphilologie, Logik, praktische Philosophie und Ethik. Der reich geschmückte Schweinslederband im Quartformat trägt auf dem Vorderdeckel sein blindgeprägtes Besitzermonogramm "C. N. C." (Christoph Neander Crossensis), der Rückdeckel mit dem Bindejahr "1586", dem Jahr seines Eintritts in die Universität. Die Tugendrolle auf den Deckeln mit dem Buchbindermonogramm "HH", datiert auf das Jahr 1563. Die in jeweils vier gleiche Felder gegliederten Mittelplatten der beiden Deckel zeigen allegorische Darstellungen der sieben freien Künste Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie. Ein Wappenstempel aus dem 19. Jahrhundert auf dem Titel sowie im Innenspiegel ("BIBLIOTHECA BOYTZENBURGENSIS"), dort auch mit hs. Signatur, weist die spätere Provenienz des Exemplars aus der Bibliothek von Schloss Boitzenburg in der Uckermark nach, über Jahrhunderte Stammsitz der Grafen von Arnim. Der Bestand der Schlossbibliothek wurde in den Kriegswirren 1945 in alle Winde verstreut. – Sehr schön erhaltenes Exemplar, möglicherweise eines der bei Schweiger erwähnten kleineren Auflage auf besserem Papier, wofür die nur schwache gleichmäßige Bräunung und die Festigkeit sprechen. Die stellenweise ausführlicheren Anmerkungen Neanders müssten noch ausgewertet werden und geben möglicherweise neue Einblicke in die Aristotelesrezeption in der Zeit um 1600.

Estimate
€ 2.000   (US$ 2.280)


Hammer Price
€ 2.600 (US$ 2.963)


Aristoteles
Ta Ethika Megala - Moralia Magna

Lot 526

Aldinendruck im datierten und signierten Einband
Aristoteles. Ta Ethika Megala, kai Ethika Eudem, kai Ethika Nikomach. - Moralia Magna, et Moralia Eudem, et Moralia Nicomach. 12 Bl., 646 S., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und figürlicher Holzschnittvignette. 17 x 11 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben, Ecken bestoßen). Venedig, Aldus Manutius, 1552.

Nicht bei Adams. – Griechische Ausgabe der drei ethischen Hauptschriften des Aristoteles. Schöner Aldinendruck im Oktavformat, gedruckt in der für seine kursiven griechischen Drucktypen berühmten venetianischen Offizin. Aldus Manutius entwickelte die griechische Kursive gemeinsam mit dem aus Bologna stammenden Schriftgießer Francesco Griffo, erstmals zur Anwendung kam sie bereits 1495. Mit seinen handlichen Drucken griechischer und römischer Klassikerausgaben revolutionierte Manutius den akademischen Buchmarkt in der Renaissance. Seine handlichen Oktavdrucke wurden von Studenten und Gelehrten europaweit nicht nur wegen ihrer ansprechenden Typographie, sondern auch für ihrer editorische Genauigkeit hoch geschätzt. Exemplar in einem intakten zeitgenössischen deutschen Schweinslederband mit reicher Deckelillustration: Der Vorderdeckel zeigt in der Mittelplatte eine Allegorie der Res publica mit den drei Personifikationen der Justitia (Attribute Richtschwert und Waage), Pax (Attribut Olivenzeig) und Liberalitas (Attribut Füllhorn) sowie mit den (kaum lesbaren) Besitzerinitialen "MHBC" und der Jahreszahl "1571". Der Rückdeckel in der Mittelplatte mit der berühmten Szene aus dem Alten Testament, in der Judit (als Verkörperung von Mut und Entschlossenheit) das Haupt des Holofernes ihrer Dienerin reicht, im Unterrand mit dem blindgeprägten Vers 19 aus Psalm 144 "Voluntatem timentium se faciet" sowie den Buchbinderinitialen "SR" mit der Jahreszahl 1571. – Erste Lagen mit unauffälligem Wurmloch. Vereinzelt leichte Stockflecken, zahlreiche Lagen mit schmalem Feuchtigkeitsrand, vereinzelte Unterstreichungen und Marginalien, fl. Vorsatz mit hs. griechischem Eintrag sowie altem Besitzeintrag. Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar in einem aufwendig geschmücktem Einband.

Estimate
€ 900   (US$ 1.026)


Hammer Price
€ 700 (US$ 797)



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