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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 20,00
Auction Date Tue Oct 15, 17:00 CET


» Entire Catalogue (Lots 1001 - 1295)

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Chapter Inkunabeln, Drucke vor 1600 / Incunabulas, Prints before 1600 / Incunaboli, Libri del Cinquecento (Lose 1045 - 1160) » Chapters

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Main Image Description Status
Nider, Johannes
De morali lepra

Lot 1045

Nider, Johannes. De morali lepra. 95 Bl. (statt 104; d. l. w.). 1 Spalte. 27 Zeilen. Rom. Type. Schriftraum: 14,6 x 8,9 cm. Format: 18,5-19 x 13,5 cm. Mit 2 4 bzw. 2zeiligen Fleuronéinitialen in Rot und Blau, 14 dreizeiligen Initialen in Rot und Blau sowie zahlreichen Lombarden und Kapitalstrichelung in Rot. Flexibler Lederband des 19. Jahrhunderts unter Verwendung des zeitgenössischen blindgeprägten Bezugsmaterials (mit kleineren Fehlstellen). (Köln, Ulrich Zell, vor 10.X.1470).

Hain-Copinger 11814. GW M26870. Goff N-188. Proctor 845. Pellechet 8414. Madsen 2894. Oates 330-332. Ohly-Sack 2127. BMC I, 185 IA. 2826. BSB-Ink N-145. CIBN N-117. IDL 3375. Bod-inc N-085. ISTC in00188000. – Erster Druck seines moralischen Traktats "Der moralische Aussatz", einem Abriss über die menschlichen Laster, mit dem der Dominikanerpater Johannes Nider (1385-1438) vor allem Beichtväter und Prediger zu erreichen versuchte. Nider wurde 1427 zum Prior des Dominikanerklosters in Nürnberg berufen, wo er bis 1429 wirkte. Seinen späteren Reformen verdankt das Kloster der Dominikaner in Basel seinen Ruf als Musterkonvent, was den Ort zu einem der Verhandlungsorte des Basler Konzils auszeichnete. Nider gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten dieses Konzils. Goff verzeichnet bis zum Jahr 1490 noch weitere sieben Ausgaben. – Es fehlen neun Blatt (Incipit und Explicit sind vorhanden). Erstes sowie ein weiteres Textblatt mit Bibliotheksstempel (ausgeschiedenes Exemplar), erstes Textblatt mit restauriertem Eckabriss. Insgesamt etwas fingerfleckig, ganz vereinzelte Unterstreichungen oder Marginalien. Beschnittenes Exemplar, bei dem die Lagensignaturen und Kustoden verloren gegangen sind. Der aufkaschierte zeitgenössische Lederbezug mit zahlreichen Einzelstempeln, darunter Motive wie Blüten, Lilie, Adler, Greif und Engel. Nur ein Nachweis im Jahrbuch der Auktionspreise 1950ff. - Von großer Seltenheit.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.300)


Psalterium latinum
Mit Kommentaren von Gabriel Brebia

Lot 1046

Psalterium latinum. Mit Kommentaren von Gabriel Brebia. 326 (statt 341) nn. Bl. 1 Spalte. 30 Zeilen. Got. Type. Schriftraum: 12,6 x 7,4 cm. Format: 19,3 x 13,7 cm. Mit 8zeiliger Initiale, zahlreichen kleineren Initialen sowie Kapitalstrichelung in Rot und Blau. Mit Initialspatien. Moderner Pergamentband. Mailand, Dominicus de Vespolate, 7.VII.1477.

Hain-Copinger 3766. GW M36175. Goff P-1040. Proctor 5892. Pellechet 2833. Madsen 3409. BMC VI, 733 CIBN B-770. IDL 3819. IBE 4799. IGI 8129. ISTC ip01040000. – Psalmenkommentar des Mailänder Benediktiners Gabriel Brebbia mit dem lateinischen Text des Hohen Liedes und dem Athanasischen Glaubensbekenntnis. Kein Exemplar in den Sammlungen in Berlin und München. – Es fehlen 15 Blatt, darunter das erste Blatt nach dem Kolophon (a1; vgl. BMC) sowie das weiße Schlussblatt. Ein Textblatt gegen Schluss mit Tintenstrichelung. Anfangs mit kleinen Wurmlöchern, wenige Blatt etwas stärker fleckig, sonst nur vereinzelt. Durchgehend mit hs. Foliierung in Tinte und Bleistift.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.320)


Homiliarius doctorum
de tempore et de sanctis. Pars aestivalis Köln,...

Lot 1047

Homiliarius doctorum de tempore et de sanctis. Pars aestivalis de tempore et de sanctis. Teil II (von 2). 2 Spalten. 40 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20 x 13,7 cm. Format: 29 x 21,6 cm. Mit 2 großen 9-zeiligen Zierinitialen in Rot mit braunem bzw. grün-braunem Feder- bzw. Akanthuswerk und Hunderten von roten Lombarden und Rubrizierung mit Kapitalstrichelung und römischer Paginierung in Rot. Blindgeprägter, geglätteter Kalbslederband d. Z. (stark lädiert, mit zahlreichen Bezugsfehlstellen, Bezug brüchig, beschabt und bestoßen mit Eckverlusten, Rücken erneuert, Vordergelenk gebrochen, Deckel lose) über schweren Holzdeckeln (teils kleiner Eckverlust) und mit 4 schweren geschmiedeten Messing-Schließbeschlägen an Nägeln (ohne die Schließen) sowie 5 (von 10) Bleibuckeln auf den Deckeln. Köln, Konrad Winters, um 1480.

Hain-Copinger 8789. GW 12927. Goff H-315. Proctor 1192,2. Pellechet 8892bis. Ernst, Hildesheim, I, 1, 330 und II,2 222. Finger 553. 554. Lenz 222. Oates 673. Schlechter-Ries 932. Schüling 650. Sheehan H-134. BMC I, 250. BSB-Ink H-323. CIBN H-181. ISTC ih00315000. – Zweite Ausgabe des Sommerteils mit dem „de tempore et de sanctis“, die erste bei dem Kölner Drucker Konrad Winters. Das "Homiliarius doctorum" ist eine „Sammlung von ursprünglich 244 Homilien und Sermones aus überwiegend patristischen Quellen, die Paulus Diakonus wohl 782-786 im Auftrag Karls des Großen zusammengestellt hat. Die Sammlung erfuhr durch das gesamte Mittelalter hindurch eine weite Verbreitung, wobei Zusammensetzung und Konzeption immer wieder verändert wurden. Das von Beginn an zweiteilig konzipierte Homiliar erstreckt sich über das gesamte Kirchenjahr, Pars hiemalis und Pars aestivalis. Der zweite Teil wurde durch 35 Texte des Commune sanctorum erweitert. Dieser Aufbau wird in den Drucken des 15. Jh. teilweise durch die Einteilung in De tempore und De sanctis erweitert bzw. ersetzt. Die ursprünglich zum Homiliarius gehörenden Textbeigaben fehlen meist“ (GW). – Es fehlen lediglich 5 Blätter, Fol. 2, 28, 32 und 131.
Der vorliegende zweite Teil des „Pars aestivalis de tempore et de sanctis“ gliedert sich wiederum in 2 Teile, jeweils mit eigenen Incipit „Omelie et postille venerabilius dotrorum gregorii augustini“ (Fol. 1-132) und „Omelie de sanctis“ (Blatt 133-288). Zwischen die beiden Teile ist ein Block mit 9 handschriftlichen Blättern eingebunden, die Kommentare und ein Register in dunkelbrauner Sepia und Rot enthalten.
Das erste Blatt um die Textkolumnen beschnitten und an allen Seiten angesetzt, mit überklebten Rissen, Teilverlust des Initialenstabs links im Bug, stärker fleckig und alt gestempelt mit dem Überstempel „Doublet“ am Rand. Durchgehend stärker finger- und schmutzfleckig, zahlreiche kleine Risse und Papierläsuren, meist älter restauriert und im Bug teils verstärkt, wenige Feuchtränder und oft nur unwesentliche Fleckchen, letztes Blatt mit Bugschäden, sonst ordentlich. Am Schluss sind 2 Blätter mit zeitgenössischer Handschrift mit Ergänzungen zum Text beigebunden (fragmentarisch, mit ergänzten Randläsuren). Vereinzelt zeitgenössische Beischriften, auch vom Rubrikator. Insgesamt im Block gut erhaltene, sehr seltene Inkunabel - ein Zeugnis der rheinischen Gelehrsamkeit im ausgehenden Mittelalter.

Der besonders interessante, zeitgenössische - wiewohl stark lädierte, teils nur fragmentarisch erhaltene - Einband stammt wohl aus einer Werkstatt ganz im Westen Deutschlands oder aus Ostfrankreich, vielleicht aus Lothringen, der Champagne etwa. Die Deckel sind mit den üblichen Dreifachfileten in breite Rahmen und Mittelfeld geteilt, das wiederum mit Rautenmustern gestaltet wurde, an deren Knoten kleine Sonnenblumenstempelchen sichtbar werden. Größere Rundstempel mit einem Eichenblatt (?) sind in Bordüre und Rauten platziert. Der Vorderdeckel zeigt dann eine nach außen gerichtete, beide Register ganz umlaufende Bogenbordüre, in deren Bögen sich kleine Sonnenblumenblütenstempelchen finden und deren Zinnen in Sternblumenblüten enden. Eine genaue Einordnung sollte noch vorgenommen werden.

Estimate
€ 3.600   (US$ 3.960)


Boethius, Anicius Manlius Severinus
De consolatione philosophiae

Lot 1048

Der erste Koberger-Druck des "Trostes der Philosophie"
Boethius, Anicius Manlius Severinus. De consolatione philosophiae. Mit Kommentaren des Pseudo-Thomas de Aquino. 71 (statt 73; ohne die 3 w.) nn. Bl. Text von Kommentar umgeben. Got. Typ. Schriftraum: 12,1 x 14,4 cm. Format: 31,5 x 21,6 cm. Mit Initialspatien und 10-zeiliger großer Blattgold-Initiale "C" mit Federwerk in vielfachen Farben. Modernes Halbpergament mit goldgeprägtem RSchild und braunen Leinen-Deckelbezügen. Nürnberg, Anton Koberger, 2.V.1483.

Hain-Copinger 3376. GW 4533. Goff B-777. Proctor 2034. Pellechet 2519. Hubay 408. Kind 228. Madsen 756-758. Rhodes 395. Sack 712. Voulliéme 250. Walsh 696. BMC II, 425. BSB-Ink B-598. ÖNB-Ink B-497. CIH 706. IBE 1109. IBP 1099. ISTC ib00777000. – Erster in der berühmten Offizin von Anton Koberger in Nürnberg erschienener Druck des überaus populären Werkes "Der Trost der Philosophie", in dem der spätantike römische Denker Anicius Manlius Severinus Boethius (480-524) sein Konzept der Hoffnung, des Trostes und der daraus resultierenden Kraft in fünf Büchern niederlegt: "Boethius schrieb dieses Werk im Gefängnisturm zu Pavia, wo er, der in Ungnade gefallene Kanzler Theoderichs, sein Todesurteil erwartete. Dem zwischen Hoffnung und Verzweiflung Schwankenden, der eingangs in einem elegischen Gedicht sein Leid klagt, erscheint eine majestätitische Frau, die Philosophie, um ihm in seinem Unglück Mut zuzusprechen und ihm die Augen für das eigentliche Ziel des Menschen, die Erkenntnis der Wahrheit, zu öffnen ... Die Trostschrift gehört zum Schönsten, was am Ausgang des Altertums zu Pergament gebracht worden ist ... [sie] wurde eines der meistgelesenen und beliebtesten Bücher des Mittelalters" (KLL 2399-2400). – Es fehlen drei weiße Blätter (Blatt 1, 73-74), die erste Lage mit dem Index mit breiteren, alt angesetzten Randverlusten (fast ganz ohne Buchstabenverlust), wenige Bugläsuren, die erste Textlage im Rand brüchig und mit kleinen Ausbrüchen und Randläsuren, sonst nur vereinzelt minimal fleckig, leicht wellig und hin und wieder mit zeitgenössischen Anmerkungen in Sepiatinte. Im Block sonst schönes Exemplar in ausgezeichneter Typographie gedruckt auf festem, noch bemerkenswert breitrandigem Papier. Die entzückende große Federwerk-Initiale ist wohl in späterer Zeit farbig ausgestaltet sowie mit Blattgold belegt worden.

Estimate
€ 900   (US$ 990)


Johannes de Garlandia
Modus confitendi et poenitendi. Editio princeps

Lot 1049

Johannes de Garlandia. Modus confitendi et poenitendi. "Poeniteas cito". 9 (von 22 Bl.). 42 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 13,5 x 8,8 cm. Format: 21,5 x 14,2 cm. Mit großem Titelholzschnitt und ganzseitigem Wappenholzschnitt am Schluss. Mit Initialspatien. Broschur des 20. Jahrhunderts (Marmorpapierdeckel gebogen). Köln, Johann Koelhoff, 20.XII.1489.

Copinger 4303. GW 13795 . Goff P-841. Borm 2192. Ernst I,2 121. Finger 809. Oates 552. Zedler 509. Schreiber 4991. Schramm VIII, Abb. 300. 301. BSB-Ink P-638. IBP 4506. IDL 3278. ISTC ip00841000. – Fragment der Editio Princeps des berühmten Bet- und Beichtbüchleins "Poeniteas cito" (etwa: "Beichte unverzüglich, beichte schnell") aus der Feder des englischen Dichters und Gelehrten Johannes de Garlandia (1195-1272), der auch unter Johannes Anglicus, in Frankreich als Jean de Garlande und in England als John of Garland bekannt und überaus beliebt war.
Für diese Ausgabe ließ der Kölner Drucker Johann Koelhoff eigens zwei große Holzschnitte herstellen, die er hier erstmals verwendte: Der große Titelholzschnitt (10,8 x 8,2 cm) zeigt mehrere Beichtszenen, eine Mutter, die ihrem Kinde zuhört, ein Jüngling, der einer Klosterschwester beichtet, ein Pfarrer der eine hübsche junge Frau nach der Beichte segnet, indem er ihr die Hände auflegt etc (vgl. Schramm 300).
Der ganzseitige Holzschnitt auf dem letzten Blatt (14,2 x 10 cm) zeigt das Wappen und damit das Druckersignet des Johann Koelhoff mit den drei Kronen im Wappenschild, der von einem Greif und einem Löwen gehalten wird und im Helmschmuck wiederum drei, von einer Pfauenfederaureole umgebene Kronen aufweist. Es ist die erste Verwendung dieses Holzschnittes, das zur Druckermarke Koelhoffs wurde. – Es fehlen die Mittellagen (b6 und c6) sowie das erste Blatt der Lage d (d1), die erste und letzte Seite etwas stärker angestaubt, die erste mit dem Holzschnitt auch mit kleinem Wischfleck. Sonst kaum fleckig, leicht gewellt, unbeschnittenes Exemplar dieses seltenen Fragments mit den beiden - in den meisten anderen bekannten Fragmenten eben meist fehlenden - Holzschnitten. Nicht bei Hain, nicht bei Proctor, Pellechet, in der British Library, kein Exemplar in der Bibliothèque Nationale in Paris.

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.100)


Reuchlin, Johannes
Vocabularius breviloquus. Strassburg, Drucker d...

Lot 1050

Reuchlin, Johannes. Vocabularius breviloquus. Mit Beiträgen von Guarinus Veronensis. 320 (statt 322; ohne Titel und le. w.) Bl. 2 Spalten. 52 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,4 x 13,3 cm. Format: 28,2 x 20 cm. Mit Initialspatien. Dunkelbraunes, reich blindgeprägtes Leder d. Z. (Rücken stärker restauriert, Kapitale erneuert, Deckel nur etwas, Rückdeckel mit Schnittspuren, etwas beschabt, ohne die Schließen, Vorsätze neu aufmontiert) über schweren Holzdeckeln. Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 25.VIII.1495.

Copinger 6298. GW 37945. Goff R-170. Proctor 637. Pellechet 9902. Finger 839. Hartig 589. Hummel-Wilhelmi 536. Madsen 3493. Oates 242. Sack 3060. Sallander 2418. Voulliéme 1548. Walsh 257. BMC I, 144. BSB-Ink R-157. CIH 2943. IBP 4748. IGI 8339. ISTC ir00170000. – Vierte Straßburger Ausgabe des ungenannten Druckers, der identifizierbar ist mit dem Drucker des 1483 erschienenen Jordanus von Quedlinburg. Seine erste war 1488 erschienen, eine zweite 1489 und eine dritte 1493. Die Identifikation, noch bei Goff, mit dem Drucker Georg Husner konnte bis dato nicht bestätigt werden.
Alle Straßburger Drucke sind sehr selten; das lateinische Wörterbuch, das Reuchlin in jungen Jahren, wahrscheinlich im Auftrage des Druckers Johann Amerbach, verfasste ist das erste von Reuchlin veröffentlichte Werk. "In keiner der zahlreichen Druckausgaben wird er als Verfasser bezeichnet. Aber nach seinem ausdrücklichen Zeugnis und einer Äusserung Melanchthons ist er als solcher anzusehen ..." (Benzing).
Er unternahm zum ersten Mal den Versuch, im Gegensatz zu den mittelalterlichen Wörterbüchern, die sich auf die Bibel beschränkten, den ganzen bekannten Sprachschatz aufzunehmen.
Wie meist, ist auch unsere Ausgabe mit dem zusätzlichen Traktat ausgestattet: die "Ars diphtongi" des Guarinus Veronensis. – Ohne das erste Blatt mit dem Titel (Aa1), das folgende Blatt (Aa2) mit zeitgenössischem hs. Vermerk oben am Rand, kleinem alt geschlossenen Einriss, die letzten Blätter mit Löchlein im Rand, das letzte Blatt mit größeren, hinterlegten Randausrissen (minimaler Zeilenverlust). Durchgehend mit stärkeren Wasserrändern und vereinzelten kleinen Sporfleckchen, sonst nur wenige Gebrauchsspuren.
Der interessante zeitgenössische Einband mit hübscher Rautenverzierung und Zickzackband-Bordüre, in die Stempel mit Basiliken eingeprägt wurden. In den Rautenfeldern dann florale Zierstempel, alles gegliedert mit Dreifachfileten.

Estimate
€ 1.800   (US$ 1.980)


Thomas von Aquin
Tertia pars summe theologie

Lot 1051

Thomas von Aquin. Summa theologiae. "Tertia pars summe theologie". Band III von 3. 175 (statt 176; ohne das le. w.) nn. Bl. 2 Spalten. 62 Zeilen. Got.Typ. Schriftraum: 23,1 x 14,5 cm. Format: 30,2 x 21,6 cm. Mit Initialspatien. Schweinsleder d. Z. (Rücken mit kleiner Fehlstelle, unteres Kapital mit Einrissen, Deckel stärker berieben und beschabt, stark feuchtrandig und mit Fehlstellen im Leder) über Holzdeckeln mit hs. Rückentitel, Flechtwerkornament im Mittelregister und einer Akanthusguillochrolle. Nürnberg, Anton Koberger, 15.I.1496.

Hain-Copinger 1436. Hain 1457. Copinger 566. GW 46440. Goff T-196. Proctor 2102. Pellechet 1035. Günther 2081. Hummel-Wilhelmi 592. 593. Madsen 3924. 3925. Nentwig 40. Ohly-Sack 2739-2742. Sack 3442. BMC II, 441. BSB-Ink T-280. CIBN T-168. IDL 4390. IBE 5622. IGI 9605. ISTC it00196000. – Dritte Ausgabe, die erste bei Koberger in Nürnberg erschienene. Die erste Ausgabe hatte Michael Wenssler 1485 in Basel veröffentlicht. Thomas von Aquin (1225-1274) gehörte zu den Hauptvertretern der Scholastik. Er berichtet in seiner dreiteiligen "Summa theologiae", die er in den Jahren 1265 bis 1273 verfasste, von der Christologie und den Sakramenten. Die vorliegende "Tertia pars", die Thomas nicht mehr selbst vollendete, wurde von seinen Schülern als "Supplementum" fortgeführt und stellt eine Forsetzung der vorherigen Themen dar. Des Weiteren werden darin die Priesterweihe, die Ehe, der Tod, das Weltenende, die Auferstehung, das Jüngste Gericht behandelt.
Die Koberger-Ausgabe der "Summa" des Thomas von Aquin gliedert sich in insgesamt vier Teile, Bände I,1, I,2, II und III. Hier ist der vollständige vierte Band mit der "Tertia pars" vorhanden. – Vorsätze um 1900 erneuert, das erste Blatt mit Fehlstelle, zu einem Drittel alt überklebt und mit angesetztem rechten Steg aus derselben Zeit, zeitgenössischer Besitzvermerk auf dem Titel "F Johannes ...". Wenige Blätter im Seitenrand hinterlegt. Selten leicht feuchtrandig, nur gegen Ende stellenweise gering stock- und fingerfleckig, insgesamt ein bis auf das fehlende weiße Schlussblatt durchgehend gut erhaltenes, sehr schönes Exemplar in zeitgenössischem Einband.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.320)


Jacobus de Voragine
Sermones quadragesimales. Lyon 8.VIII.1499

Lot 1052

Jacobus de Voragine. Sermones quadragesimales. Titel. 99 (statt 120) nn. Bl. (davon 1 w.). 2 Spalten. 36 Zeilen. Got.Typ. Schriftraum: 15,4 x 10,2 cm. Format: 20,2 x 14 cm. Mit zahlreichen roten Lombarden und durchgehender Rubrizierung. Halbpergament um 1920 (gering angestaubt). Lyon, Jean Bachelier und Pierre Bartelot, 8.VIII.1499.

Copinger 6539-40. GW 11584. Goff J-200. Proctor 8656. Bodleian J-082. Claudin IV. 323. Deckert 394,2. Günther 1662. Juntke 242,2. Nolden 1564-65. Ohly-Sack 1593. Pellechet, Voragine, 150. BSB-Ink I,114. CIBN J-136. IBE 3122,3. IBP 3025. IGI 5055. ISTC ij00200000. – Umfangreiches Fragment des dritten Teils der Predigtsammlung Jacobus de Voragines (1230-1298) mit dem vollständigen Text der "Sermones quadragesimales". – Die Lagenformel dieses Teils mit insgesamt 118 (inkl. 2 weißen) Blättern lautet: **8 aa-ll8 a-c6. Vorhanden sind im vorliegenden Exemplar aa-ll8 (ll8 w.) und aa6 sowie b1-5 (ohne das le. w. b6) mit dem vollständigen "Sermo de passione".
Die ersten Blätter mit Falzrestaurierungen, etwas stärker angestaubt, durchgehend etwas gebräunt, vereinzelt fleckig, wenige Mennige-Farbwischer, gelegentliche Wasserränder, im ganzen aber gut erhalten.

Estimate
€ 900   (US$ 990)


Agricola, Georg
Vom Bergkwerck xii. Bücher

Lot 1053

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(Agricola, Georg. Vom Bergkwerck xii. Bücher darin alle Empter, Instrument, Gezeuge, vnnd alles zu disem handel gehörig, mitt schönen figuren vorbilder, vnd klärlich beschriben seindt erstlich in Lateinischer sprach ... jetzundt aber verteüscht durch ... Philippum Bechium). Fragment. 3 (von 4 Bl; ohne den Titel), S. I-CXXIIII, S. CXXVII-CXXXVI, S. CXXXIX-CXLIII, S. CXLVII-CLII, S. CLV-CLVIII, S. CLXIII-CCCCXCI, 6 Bl. Mit 1 (von 2) Holzschnitt-Druckermarken, 284 Textholzschnitten und 2 Holzschnitt-Tafeln von Rudolf Manuel Deutsch und Basilius Wehring. 33 x 22 cm. Blindgeprägtes Leder d. Z. (Rücken erneuert, Vorderdeckel gebrochen, mit Fehlstellen, stärker berieben und beschabt) über Holzdeckeln mit 2 intakten Messingschließen (Leder der Schließen erneuert), monogrammiert und datiert ("V:G:V:H:Z:M", "1559"). Basel, Hieronymus Froben und Niclaus Episcopius, 1557.

VD16 A 935. STC 8. Durling 56. IA 159. Wellcome I, 70. Graesse I, 43. – Erste Ausgabe des bedeutendsten Bergwerkbuchs der deutschen Renaissance, das in zwölf Bücher unterteilt ist. Mit zahlreichen teils ganzseitigen Textholzschnitten, die einen Einblick in die erzgebirgische Bergbauindustrie des 16. Jahrhunderts geben: figurative, kleinteilige Szenen der jeweiligen Arbeitsschritte, die über und unter Tage durchgeführt werden, Querschnitte durch den Stollen, gegrabene Gänge und Schächte, zahlreiche Instrumente und Gerätschaften, Kranbauten und Konstruktionen zur Abtragung von Gestein, bis hin zur weiteren Verarbeitung und Filtrierung der Edelmetalle "Wie das Golt vom Silber und das Silber vom Golt ... und das Bley vom Golt und Silber zu scheyden sey" (vgl. Frankfurter Titel).
Die Textholzschnitte mit Bergwerkstätigkeiten stammen wohl von dem Künstler Rudolf Manuel Deutsch (1525-1571), der seine Graphiken mit dem Monogramm "RMD" und einem Schweizer Dolch versah. Sie gehören zu den spätesten des Künstlers (NDB 16, S. 97 f.). – Ohne den Titel, des Weiteren fehlen die Blätter l3, m3, n1, n5, o2-o3 (diese durch Kopien ersetzt). Die Blätter ccclxxix-ccclxxxii in der äußeren Ecke mit Ausriss (mit Textverlust). Zu Beginn etwas stärker angeschmutzt und stellenweise feuchtrandig, teils mit hs. Textunterstreichungen. Im Rand gelegentlich mit Filmklebung hinterlegt. Mal mehr, mal weniger finger- und braunfleckig sowie gebräunt. Vorderer Innenspiegel mit zahlreichen hs. Anmerkungen und Besitzvermerken. Aus der Bibliothek des Grafen und Söldnerführers Vollrad V. von Mansfeld zu Hinter-Ort (1520-1578).

Estimate
€ 1.800   (US$ 1.980)



Agricola, Johannes
Sibenhundert und funfftzig Deutscher Sprüchwörter

Lot 1054

Agricola, Johannes. Sibenhundert und funfftzig Deutscher Sprüchwörter, erneuert, und gebessert. Titel in Rot und Schwarz. 16 Bl., 370 (der letzten Lage fehlen 2 Blätter) Bl. Mit Titelholzschnitt. 15 x 10 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Kapitale und Rückdeckel mit Fehlstelle, etwas berieben und leicht wurmstichig) über Holzdeckeln mit 2 intakten Messingschließen. Wittenberg, Erben Krafft, 1582.

VD16 A 968. IA 101.648. Goedeke II,7,18. Graesse I, 44. Nicht bei Adams, STC. – Seltene Ausgabe dieser zuerst plattdeutsch 1528 in Magdeburg, 1529 dann in hochdeutsch in Nürnberg erschienenen Sprichwörtersammlung. – Es fehlen zwei Blätter der letzten Lage: AaaI und AaaIV. Oftmals mit Textunterstreichungen in roter Tinte, stellenweise mit Randanmerkungen. Durchgehend etwas gebräunt, gelentlich etwas stärker feuchtrandig, gelegentlicht mit Wurmspuren (leichter Buchstabenverlust). Vorderer Vorsatz mit hs. Anmerkungen, Innenspiegel mit gestochenem fragmentarischem Exlibris von Friedrich Nicolai. Hinterer Innenspiegel mit hs. Ausführungen. Die letzte Lage teils gelöst.

Estimate
€ 600   (US$ 660)



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