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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology, Paper Antiquities » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology, Paper Antiquities Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Oct 16, 17:00 CET


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Main Image Description Status
Von Reinicken Fuchs
Ander Theil deß Buchs Schimpff und Ernst + 4 Be...

Lot 581

Sammelband mit vier bibliographisch unbekannten Drucken
Reineke Fuchs. - Von Reinicken Fuchs. Ander Theil deß Buchs Schimpff und Ernst. 198 num., 2 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 42 Textholzschnitten. 15 x 9,5 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, VUmschlag geworfen, mit hs Rückensignatur, ohne die Schließbänder). Frankfurt, Martin Lechler für Philipp Schwarzenberger und Johannes Feyerabend, 1574.

Vgl. VD 16 R 1005. ADB II, 589. – Seltener Nachdruck wohl der kollationsgleichen Ausgabe, die 1571 bei Nikolaus Basse ebenfalls in Frankfurt erschien (minimale Druckvariante im Titel; vgl. VD 16 R 1005) und der vom VD 16 noch nicht erfasst wurde. Die hochdeutsche Übersetzung besorgte der Historiker und Jurist Michael Beuther (1522-1587). "Größeren Beifall fand ein anderes Werk, das als zweiter Theil des Buches 'Schimpff und Ernst' von Johannes Pauli erschien (Frankfurt a. M., Cyriak Jacob 1544 und 1545). Es ist dies eine von Beuther verfaßte hochdeutsche Uebersetzung des Reinecke Vos, 'die jedoch hinter dem lebendigen niederdeutschen Gedichte schattenhaft zurückbleibt' (Goedeke, G. d. d. Dichtung 374). Beuther nennt sich nicht, weil er der 'ganzen grosen Erfindung kein Autor ist'. Natürlich hat das ganze Buch eine lehrhafte Tendenz" (ADB). – Etwas braunfleckig und vereinzelte Unterstreichungen. Innenspiegel mit gestochenem Wappenexlibris der Familie Scheurl von Defersdorf mit den Initialen "E. L. C. S.", fliegender Vorsatz mit kleiner Signatur. Letztes Blatt mit kleiner Fehlstelle im Seitenrand durch gelöstes Griffregister, Blatt Hiii mit Randeinriss. – Beigebunden: (Wilhelm Sarcerius). Das klegliche Alter. Mit seinen vielfaltigen Gebrechen und Beschwerungen. Erklerung oder Predigte, uber den Text, im Prediger Salomo, am 12. Cap. 40 nn. Bl. (l. w.). Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Titelvignette. Erfurt, Georg Baumann, 1576. - VD16 S 1798. - Einziger Druck. Wilhelm Sarcerius (um 1530 - nach 1573), Sohn des ungleich bekannteren Reformators Erasmus Sarcerius (1501-1559), wirkte u. a. als Pfarrers an der St. Petri Kirche in Eisleben. "Er nahm an den flacianischen Streitigkeiten um die Erbsündenlehre auf Seiten von Matthias Flacius und Cyriakus Spangenberg teil, wurde deshalb nach 1573 seines Amtes enthoben und später Hofprediger in Mansfeld. Er veröffentlichte Predigten, Erbauungsbücher, ein Geistliches Kräuterbuch, eine 'Fecht-Schule Jesu Christi' und gab Schriften seines Vaters heraus" (DBA I, 1080, 332). - Etwas stärker gebräunt und braunfleckig, mit dem im VD 16 nicht nachgewiesenen weißen Schlussblatt.
Beigebunden: Lamento d'un giovane ricco, fallito, e caduto in poverta. Opera nuova, et essemplare. 8 nn. Bl. Mit vierteiliger Holzschnitt-Titelbodüre mit dem Motto "Pro Bono Malum". O. O., Dr. u. J. (wohl um 1550). - Undatierter und unfirmierter, lediglich einen Oktavbogen umfassender Akzidenzdruck mit einem anonym verfassten moralisierenden Lehrgedicht über das Schicksal eines in Armut gestürzten, vormals vermögenden Jünglings. - Wasserrandig. Kein bibliothekarischer Nachweis.
Beigebunden: (Eustachio Celebrino). Fenitio essempio d'un giovane richissimo ilquale consumata la richezza, disperato a un trave si sospese. Mit ornamentaler Holzschnitt-Titelbordüre mit den Initialen "MP") und blattgroßem Textholzschnitt. Venedig, Francesco de Tomaso di Salo, (um 1540). - Bibliothekarisch nicht nachweisbare Druckvariante des moralisierenden Lehrgedichts des aus Udine stammenden Schriftstellers und Radierers Eustachio Celebrino (ca. 1490-1535). Das ICCU kennt drei minimal abweichende Titelvarianten gleichen Umfangs, ebenfalls venetianische Drucke, die zwischen 1534 und 1542 erschienen. Zweispaltiger Druck. Der blattgroße Textholzschnitt am Schluss mit der sehr seltenen Darstellung eines sogenannten Arbor consanguinitatis peccatoris, eines Stammbaums der Sünden, der möglicherweise auch vom Verfasser geschnitten wurde. Der Hauptstamm als "Via della morte" verästelt sich in die sieben Todsünden Neid, Völlerei, Wollust, Hochmut, Geiz, Zorn und Trägheit, aus denen in Form von Blättern wiederum alle erdenklichen menschlichen Schwächen und Laster hervorgehen. Flankiert wird der Stammbaum in den oberen Ecken mit einer Darstellung des Teufels und des Sensenmanns. - Etwas wasserrandig.
Beigebunden: Hans Weitenfelder. Ein Schoener Lobspruch und Heyrats Abredt, zu Wienn, und im Land Osterreich undter der Enß gebreuchig, wie man die Weiber die Zeit ihres lebens halten, und ihnen außwarten sol, damit sie lang schön bleiben, und jren Männern nit abgünstig werden. 12 nn. Bl. Mit Holzschnittillustration am Schluss. O. O. und Dr., 1576. - Im VD 16 nicht nachgewiesener zweiter Druck der seinerzeit weit verbreiteten Humoreske des Pritschenmeisters und Linzer Seilers Hans Weitenfelder (keine Lebensdaten bekannt). Der Erstdruck erschien um 1574 in Augsburg bei Michael Manger (W 1723), ein späterer folgte 1581. Eine Übertragung ins Niederdeutsche erschien um 1576 in Hamburg. - Etwas braunfleckig und gering wasserrandig.

Estimate
€ 3.500   (US$ 4.059)


Riminaldi, Gian Maria
Consiliorum, sive responsorum iuris,

Lot 582

Riminaldi, Gian Maria. Consiliorum, sive responsorum iuris, Ioannis Mariae, et Iacopini à Riminaldis volumen ... Omnibus Iurisprudentiae deditis, tum in scholis, tum in foro versantibus utilissimum; quibvs, praeter illas eruditissimorum virorum, accesserunt novißimè clarißimi Iurisconsulti Hyppoliti Riminaldi doctissimæ Annotationes ... Argumentis, Summariis, atque Numeris unicuique Consilio appositis. 2 Teile in 1 Band. 4 nn., 267 num., 1 nn.; 215 num., 1 w. Bl. Mit 4 wdhl. Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und am Schluss. 36 x 23,6 cm. Lädiertes Pergament d. 18. Jahrhunderts (Kapitale und an Bünden ausgerissen, mit Fehlstellen, stärker fleckig, beschabt und berieben) mit Schnitt-Titel. Venedig, Domenico Nicolini, 1576.

EDIT 16 CNCE 31718. Pazzaglini-Hawks R-16, R-17. Nicht im STC und bei Adams. – Umfangreiche Ausgabe der großen Konsiliensammlung als Zusammenfassung des kanonischen Rechts. Die Herausgeber gehörten zu den wichtigsten Juristen und Kirchenhistorikern ihrer Zeit: Giovanni Maria Riminaldi (1434-1497), Jacopino Riminaldi (gest. 1528) und Ippolito Riminaldi (1520-1589), Girolamo Falletti (1518-1564). Gian Maria Riminaldi war "Giureconsulto nato a Ferrara nel 1434 e morto ivi nel 1497. Fu allievo di Alessandro Tartaglia a Bologna. Fu lettore di diritto civile presso l'Università di Ferrara e più volte ambasciatore per conto dei duchi di Ferrara" (Cerl). – Titel mit 2 kleinen hs. Besitzvermerken und Tintenfleckchen, nur stellenweise etwas unfrisch und fleckig, wenige Wurmgänge am Rand, meist im Block gut erhalten. Die letzten Lagen ausgebunden.

Estimate
€ 300   (US$ 348)


Rollenhagen, Georg
Der post Reutter bin ich genandt, Dem Hinckende...

Lot 583

"Lieber lies mich, und thu mich kauffen"
(Rollenhagen, Georg). Der post Reutter bin ich genandt, Dem Hinckenden Bothen wol bekand. 24 nn. Bl. Mit großem Titelholzschnitt, Titel in Rot und Schwarz. 20,2 x 16,2 cm. Fadengeheftet. O. O. und Dr., 1590.

VD16 ZV 13343. Dünnhaupt V, 3482, 1616, 8,3. Schottenloher 250f. Neufforge 116. Weller II, 516f. Weller, Annalen I, 92. Heyne 929. Vgl. Goedeke II, 510, 5a. – Nach Dünnhaupt der dritte Druck des "Postreiters" von insgesamt sechs, hier mit der Titelvariante "Der post Reutter" (statt "Der post Reuter", oder "Rüetter" etc.).
Seltenes Werk des Schriftstellers, Dramatikers, Schulpädagogen und Predigers Georg Rollenhagen (1542-1609), der in Bernau bei Berlin geboren wurde und vor allem durch seine satirischen Werke wie den berühmten "Froschmäuseler" oder den "Hinkenden Botten" bekannt wurde. "Die Gestalt des hinkenden Boten als Trägers der unerfreulichen Wahrheit kontrastiert mit dem 'reitenden Boten' oder 'Post-Reuter' (1590), der ihm mit voreiligen Trugschlüsen vorauseilt" (Dünnhaupt).

In dem "Postreiter" räsonniert Rollenhagen über die Weltlage in den Jahren 1588 bis 1589 aus der Perspektive des Protestanten und Lutheraners. Dabei erwähnt er unter anderem historische Ereignisse wie den Untergang der Spanischen Armada, die Schlacht bei Mömpelgard, die Ermordung des Herzogs von Guise, die Türkenbedrohung und die Türkenkriege in den Habsburgerlanden, die Spanische Inquisition, den Tod Martin Schenks von Nideggen, die Ermordung Heinrichs III. von Frankreich und vieles mehr. Am Schluss beschließt ein Gedicht die Abhandlung:
"Steckt an die Schweinen Braten, Darzu die Hüner Jung, Darauff mus uns gerathen, ein frischer freyer Trunck. Tragt auff Eißlebisch Wein, Schenckt nicht Zerwüster ein, Gottes Wort ist wol geraten, Drumb last uns frölich sein. Ich sag euch, werden diese schweigen, So werden auch die Steine schreyen - Ende".

Der hübsche Titelholzschnitt mit dem Postreiter auf seinem Pferd, der gerade über die wilde See zu Schiff ans Land gekommen ist und Eingang in die Stadt begehrt, während er von einem Bürger begrüßt wird. Auf dem Titel ein "Kommentar in Knittelversen zur Zeitgeschichte zwischen 1588 und 1589" (Dünnhaupt): "Dieweil er ist mein gut Gesell. Drumb bin ich kommen auch zur stell, Und wil euch machen offenbar, Was sich des Neun und Achtzigst Jar, Vor Wunder ferner han verlauffen, Lieber lies mich, und thu mich kauffen" und unten in Rot: "Dem Post Reutter vorehrt zu danck, Den grossen Wilkumb, machts nicht lang.". – Bindung teils etwas gelöst. Kaum gebräunt, nahezu fleckenfreies, sehr frische und über die Maßen breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. Von größter Seltenheit. Nicht im gedruckten VD16.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.392)


Rondelet, Guillaume
L'histoire entière des poissons

Lot 584

Rondelet, Guillaume. L'histoire entière des poissons. Maintenant traduite en François sans avoir rien omis estant necessaire a l'intelligence d'icelle. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 418 S., 7 Bl.; 1 Bl., 181 S., 5 Bl. Mit 2 kolorierten Holzschnitt-Titelvignetten, koloriertem Holzschnitt-Portrait und 420 fast ausschließlich koloriertenTextholzschnitten. 27 x 19 cm. Leder d. 19. Jahrhunderts (fleckig und berieben, mit Schabspuren). Lyon, Macé Bonhome, 1558.

Nissen 3475. STC 384. Hirsch-Hübotter IV, 871. Nicht bei Adams. – Erste französische Augabe der beiden Einzelschriften Rondelets, die zuerst 1554 (Liber de piscibus de marinis) bzw. 1555 (Universæ aquatilium historiæ) erschienen. Eines der bedeutendsten Werke der Ichthyologie des 16. Jahrhunderts, verfasst vom französischen Arzt und Naturwissenschaftler Guillaume Rondelet (1507-1566), dessen auf ausgedehnten Reisen in Frankreich und Italien gesammelte Beobachtungen unmittelbar Eingang in seine Arbeit fanden. In ihr sind 197 Meeresfische, 147 Süßwasserfische sowie einige Mollusken und Amphibien beschrieben, und zwar im allgemeinen genauer als bei Rondelets Vorgängern, weswegen sich Gessner aus der lateinischen Erstausgabe (1554-1555) in seinem ebenfalls 1558 erschienenen Fischbuch ausgiebig dieser Beschreibungen bedient hat. Die Übersetzung aus dem Lateinischen besorgte Laurent Joubert (1529-1582), seit 1566 Nachfolger Rondelets auf dem Lehrstuhl für Medizin in Montpellier. Das Holzschnittportrait zeigt Rondelets Konterfei. – Stellenweise schwach gebräunt oder gering fingerfleckig, das Blatt Erläuterung des Übersetzers mit kleinerem Wasserrand. Innengelenke angeplatzt, Vorsätze etwas leimschattig. Innenspiegel mit hs. Exlibris aus dem Jahr 1839. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar. Der Einband im Seitenrand etwas knapp.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.919)



Rupert von Deutz
De divinis officiis libri duodecim

Lot 585

(Rupert von Deutz. De divinis officiis libri duodecim). 590 S., 3 Bl. (ohne die ersten 21 Bl. mit Titel und Vorstücken). 13,5 x 9,5 cm. Pergament d. Z. mit RSchild. (Köln, Franz Birckmann, 1526).

VD16 R 3782 oder 3783. Graesse VI, 193. ADB XXIX, 702. – Erster oder zweiter Druck, aufgrund des fehlenden Titelblattes nicht eindeutig zuweisbar (die meisten späteren Ausgaben im VD 16 erschienen dann im Folioformat), herausgegeben von dem Humanisten, Theologen und erbitterten Luthergegner Johannes Cochläus (1479-1552). Um das Jahr 1111 verfasste kirchenhistorische Schrift des mittelalterlichen Exegeten, Mystikers und Liturgiekommentators Rupert von Deutz (auch Rupertus Tuitiensis; um 1070-1129). "In diesem Werke bespricht Rupert die Liturgie der Kirche, handelt über das Brevier, die Glocken, den Altar, die Kirchengeräthe, erklärt die Perikopen des Kirchenjahres; überall sucht Rupert in den mystischen Sinn der heiligen Gebräuche, Zeiten u. s. w. einzudringen; auch für die Geschichte der Liturgie ist dieses Werk von Wichtigkeit" (ADB). Rupert wirkte ab 1120 bis zu seinem Tod als Abt am Benediktinerkloster St. Heribert in Köln-Deutz. – Es fehlen die ersten 21 Blatt mit dem Titel und den Vorstücken. Die Vorstücke umfassen insgesamt 24 Blatt, 3 Blatt wurden diesem Exemplar irrtümlich an den Schluss gebunden. Schwach gebräunt, stellenweise mit kaum sichtbarem Wasserfleck im oberen Rand, Vorsatz mit altem Besitzeintrag. Wohlerhalten.

Estimate
€ 240   (US$ 278)


Sachs, Hans
Eyn gesprech eynes Euangelischen Christen

Lot 586

Sachs, Hans. Eyn gesprech eynes Euangelischen Christen, mit einem Lutherischen, darin der Ergerlich wandel etlicher, die sich Lutherisch nennen, angezaigt, und bruederlich gestrafft wirt. 12 Bl. Mit koloriertem Titelholzschnitt und wiederholtem koloriertem Textholzschnitt. Ca. 19,5 x 14,5 cm (schräg beschnitten). Lose Blatt, ohne Einband. (Nürnberg, Hieronymus Höltzel) 1524.

VD16 S 302. Goedeke II, 416, 12a. Vgl. Schottenloher 237. Keller-Goetze XXIV, 86, 10. – Zweite von zwei Druckvarianten, die mit identischer Kollation bei Höltzel in Nürnberg erschienen (die Titelvariante mit "Euangelischne" statt "Euangelischen"); der Erstdruck erschien bei Philipp Ulhart in Augsburg, insgesamt nennt das VD 16 zehn Drucke aus dem Jahr des Ersdrucks 1524 (vgl. S 296 bis S 305). Eines der vier berühmten Gespräche, mit denen Hans Sachs für die Lutherische Sache warb - ein "Muster für die vollendete dramatische Illusion im Prosadialog" (Niemann, Dialogliteratur der Reformationszeit, S. 77). Hans Sachs (1494-1576) schloss sich "der reformatorischen Bewegung schon früh mit größter Entschiedenheit an, dichtete Sprüche und Lieder und schrieb Dialoge über reformatorische Fragen" (Goedeke). Der kolorierte Titelholzschnitt mit der Darstellung eines Zimmerinterieurs der Zeit, in dem das Gespräch zwischen den beiden protestantischen Freunden Peter und Hans stattfindet, die gestikulierend am Tische sitzen, während Meister Ulrich mit Rosenkranz zur Tür hereintritt. – Etwas stärker fingerfleckig, die Blätter zumeist lose oder gelockert sowie im Bug mit Japanpapier verstärkt, dort teils mit kleineren Läsuren. Schief beschnittenes Exemplar, dadurch zwei Blatt mit etwas Textverlust im oberen Rand. Die ersten zwei sowie ein weiteres Blatt mit geschlossenem Loch im weißen unteren Rand. Durchgehend in der oberen rechten Ecke hs. paginiert.

Estimate
€ 600   (US$ 696)


Sacrobosco, Johannes de
Libellus de Sphaera

Lot 587

Annotiertes Exemplar
Sacrobosco, Johannes de. Libellus de Sphaera. Accessit eiusdem autoris computus ecclesiasticus, et alia quaedam in studiosorum gratiam edita. Cum praefatione Phi: Melanchthonis. 2 Teile in 1 Band. 126 (statt 134) nn. Bl. Mit zahlreichen Textholzschnitten (ohne die drei beweglichen Teile). 15 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben, hinteres Gelenk mit kleiner Fehlstelle, Vorderdeckel mit kreisrundem Braunfleck; neu aufgebunden in einer Remboîtage). Wittenberg, Johannes Crato, 1553.

VD 16 J 729. Zinner 2074. – Einer von mehreren Wittenberger Drucken des 16. Jahrhunderts. Sacroboscos um 1230 entstandener Tractatus de Sphaera behandelt die Sphärengeometrie der Erde auf Grundlage der geozentrischen Astronomie des Ptolemaios und dessen islamischen Kommentatoren. Als führendes Lehrbuch für Astronomie an der Pariser Universität, wo Sacrobosco wahrscheinlich selber lehrte, wurde es in diversen Abschriften tradiert und erlebte bis in das 17. Jahrhundert hinein zahlreiche Drucke. Durch seine ebenfalls über Jahrhunderte als maßgeblich anzusehende mathematische Lehrschrift Tractatus de algorismos wurde Sacrobosco zu einem frühen Verfechter der arabischen Rechenmethoden in der Mathematik, zudem verwendete als einer der ersten Gelehrten in Westeuropa das arabische Ziffernsystem. – Etwas fleckig, stellenweise mit Wasserrand. Exemplar mit einer zusätzlich eingebundenen, 67 Seiten umfassenden lateinischen Handschrift vermutlich des Erstbesitzers Nicolaus Quernus aus Riga, der als Student 1561 in Wittenberg nachweisbar ist. Exemplar ohne das Vorwort von Philipp Melanchthon, dessen Name auf beiden Titelblättern zudem geschwärzt wurde (vermutlich aus Gründen der Zensur, wenn Exemplare des Drucks in katholisch geprägte Regionen vertrieben wurden). Zudem mit dem Besitzeitrag eines weiteren Studenten aus Riga mit Namen Bernhard Ramm (datiert 1636), vorgeschaltet auf zwei zusätzlichen Blättern, das eine ebenfalls mit einem längeren Eintrag von dessen Hand, sowie zahlreichen, eng beschriebenen und teils umfangreicheren Glossen desselben im Text.

Estimate
€ 600   (US$ 696)


Schöner, Johannes
Tabulae astronomicae

Lot 588

(Schöner, Johannes). Tabulae astronomicae, quas vulgo, quia omni difficultate & obscuritate carent, resolutas vocant... Praefatio D. Philippi Melanchthonis in easdem Astronomiae commendatoria. 92 (statt 94) Bl. Mit zahlreichen Tabellen. 21 x 16,5 cm. FDlexibler Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben, Bindebänder teils lädiert, vom Block glöst, mit hs. RTitel). Nürnberg, Johann Petreius 1536.

VD16 S 3505 und M 6553. Adams S 684. STC 793. – Erster Druck des bedeutenden astronomischen Tabellenwerks des Theologen, Astronomen und Verlegers Johannes Schöner (1477-1547) mit Auszügen aus Regiomontanus' De aequationibus duodecim domorum coeli und dem Vorwort von Melanchthon. Schöner studierte gemeinsam mit Luther in Erfurt, später konzentrierte er sich auf geographische und astronomische Schriften. Als Schüler des berühmten Kartographen Waldseemüller fertigte er die frühesten bekannten Erd- und Himmelsgloben überhaupt. Später folgten noch zwei weitere Nürnberger Ausgaben seines Tabellenwerks (1551 und 1561) sowie zwei Wittenberger Drucke (1587 und 1588). – Es fehlen wie bei fast allen bekannten Exemplaren die zwei Erratablätter am Schluss. Block komplett und sauber vom Einband gelöst, Titel mit Dublettenstempel und kleinem Tinteneintrag. Vereinzelte leichte Flecken, wenige Annotationen, durchgehend mit hs. Foliierung in der rechten oberen Ecke.

Estimate
€ 750   (US$ 869)


Sigonio, Carlo
Historiarum de regno Italiae libri quindecim

Lot 589

Sigonio, Carlo. Historiarum de regno Italiae libri quindecim ... Qui libri historiam ab anno 570 usque ad 1200 continent [und] Historiarum de Regno Italiae quinque reliqui libri ... Qui libri nunc primum editi, quindecim de eodem regno antea vulgatos sequuntur, & narrationem ab anno 1200 usque ad 1286 perficiunt. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 591 S.; 4 Bl., 234 S., 24 Bl. Mit 2 großen Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln, einigen bis 7-zeiligen Metallschnitt-Initialen, 12 Holzschnitt-Kopfbordüren und kleineren Holzschnitt-Vignette. 31,5 x 21,5 cm. Flexibles, violettfarbenes Pergament d. Z. (wellig, beschabt und berieben, Kapitale und Kanten nur minimal beschürft). Venedig, Giordano Ziletti, 1574 bzw. Venedig, Francesco de Franceschi Senensis, 1591.

ICCU\BVEE\018630. STC 627. Adams S 1120. – Erste Ausgabe des Haupt- und Meisterwerks aus der Feder des italienischen Humanisten und Historikers Carlo Sigonio aus Modena (Carolus Sigonius; 1524-1584), mit der von A. Caprara 1591 herausgegebenen Fortsetzung der "Quinque reliqui libri". Die "Historia de regno Italia" gehört zu den zuverlässigsten, meist zitiertesten Abhandlungen zur Geschichte Italiens im Mittelalter. Angefangen im Jahre 570 mit der Völkerwanderung und der Eroberung der Apennin-Halbinsel durch die Nordvölker im Jahre führte Sigonio die Geschichte bis ins Hochmittelalter, ins Jahr 1200 fort. Die fünf Folgebücher umfassen die Zeit von 1200 bis 1286.
"Erudito appassionato, fornito di acuto spirito critico, avvertì in special modo l'importanza dell'elemento giuridico nello sviluppo delle istituzioni. Scrisse molto di storia e letteratura greca e romana, ma la sua opera principale è il De Regno Italiae (1574), che copre l'età medievale dal 570 al 1200 e che fa di S. il maggior precursore di L. A. Muratori" (Treccani).
Die bemerkenswert Druckermarke des Venezianers Ziletti mit dem Motto "Inter omnes" wird beschrieben als "Stella cometa con otto piccole stelle tra le punte; intorno alla coda nastro con motto: Inter omnes. Dimensioni: 11,7 x 15 cm". Geradezu entzückend sind viele der überaus feinen, szenischen Bordüren mit gärntnernden Putten, Landschaftsausblicken, Vasenstilleben mit Jünglingen und vielem mehr. – Zweiter Titel mit Besitzvermerk, einige wenige Blätter mit Randläsuren, einige lose, Bindung gelockert, Gelenke gebrochen und teils etwas ausgebunden, nur vereinzelt gering fleckig, stellenweise gebräunt, sonst meist nur kleinere Gebrauchsspuren, ordentliches Exemplar in bemerkenswertem Einband: Flexibles, gekalktes und violettgefärbtes Pergament gehört zu den seltensten Einbandvarianten der Zeit.

Estimate
€ 600   (US$ 696)


Specklin, Daniel
Architectura von Vestungen

Lot 590

Das wichtigste Lehrbuch des Festungsbaus in deutscher Sprache
Specklin, Daniel. Architectura von Vestungen, wie die zu unsern Zeiten, an Stätten, Schlössern und Claussen zu Wasser, Land, Berg und Thal, mit ihren Bollwercken, Cavaliren, Streichen, Gräben und Läuffen mögen erbawet ... werden. Jetzt aber auffs new ubersehen, mit Fleiß verbessert, auch mit vielen anderen Visierungen vermehret. 8 nn., 110 num., 2 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochener figürlicher Titelbordüre, Wappen- und Portraitkupfer, 26 Textholzschnitten und 43 teils doppelblattgroßen Kupfertafeln von Matthäus Greuter. 34 x 23 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben, Rückdeckel in der oberen Ecke mit Feuchtigkeitsschaden; mit Resten von Papierschildern). Straßburg, Lazarus Zetzner, 1599.

VD16 S 8179. NDB XXIV, 639. Vgl. Ornamentstichkatalog Berlin 3516 (EA 1589). – Zweite Auflage der zuerst 1589 ebenfalls in Straßburg bei Jobin erschienenen Festungsbaukunde, dem Hauptwerk des elsässischen Festungsbaumeisters, Ingenieurs und Kartographen Daniel Specklin (1536-1589). "Specklin entwickelte frühere Festungssysteme weiter, etwa durch stärkere Strukturierung und breitere Anlage der Bastionsfronten. Sein Fachwissen faßte er in seiner 'Architectura von Vestungen' (1589) zusammen, dem wohl wichtigsten Lehrbuch des Festungsbaus in deutscher Sprache. Das reich mit Kupferstichen von Matthäus Greuter (um 1566-1638) illustrierte Werk behandelt im ersten Teil die Grundlagen (Geländevermessung, Planzeichnen, Grundrißentwurf, Gerätekunde). Der zweite Teil behandelt Sonderfälle wie Höhen- und Hafenfestungen, der dritte Teil Baudetails (Brücken, Tore usw.), Wachdienst und Geschützwesen. Eine revidierte Fassung gab Lazarus Zetzner aus dem Nachlaß heraus (1599, 1608), vier weitere Auflagen erschienen 1705-36 in Dresden. Eine von Specklin privat geplante und vorbereitete illustrierte historisch-topographische Beschreibung von Straßburg und dem Elsaß, die 1587 gedruckt werden sollte, wurde nicht veröffentlicht" (NDB). – Etwas gebräunt und braunfleckig, die letzten zwei Lagen im oberen Rand durch Feuchtigkeit leicht brüchig, anfangs minimale Wasserränder. Sonst wohlerhalten. Titel im unteren Rand mit Besitzeintrag aus dem Jahr 1600 ("Philipp von Scholley") und zeitgenössischem Kaufvermerk (Leipzig, 3 Reichstaler und 15 Groschen).

Estimate
€ 2.000   (US$ 2.320)



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