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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Apr 17, 16:00 CET


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Main Image Description Status
Koranhandschrift
Osmanischer Taschenkoran. Arabisches Manuskript...

Lot 1031

Reich illuminierter, reizvoller Taschenkoran
Koran - Al Qur’an. Osmanischer Taschenkoran. Arabische Handschrift auf gelatiniertem Papier. 416 Bl. Mit doppelblattgroßer Zierseite ’Unwan in Blattgold und Farben, alle Seiten in goldenem Rahmen, die ca. 110 Surenüberschriften in Weiß auf gestrichenem, teils punziertem Goldgrund bzw. Blattgoldgrund mit bunten Blütenornamenten, Kapitelanfänge mit ca. 130 Rosettenweisern in Gold und Farben sowie Goldpunkten für die Versanfänge. 13,8 x 9 cm. Klappeneinband d. Z. (gering beschabt und berieben, Rücken minimal knittrig) mit dunkelbraunem geglätteten Kalbslederbezug und blauer Lederintarsierung, ornamentiert mit feinsten Goldarabesken in doppeltem breiten Goldrahmen. Vorsätze aus himbeerrot gestrichenem Lackpapier mit goldenem Gitterornament, mit goldenen Blumen punzierter Schnitt (etwas abgerieben). Wohl Istanbul um 1780.

Besonders schöner, sehr künstlerisch gestalteter osmanischer Taschenkoran wohl aus der größten Produktionsstätte der Koranhandschriften des 19. Jahrhunderts, aus Istanbul. Dafür sprich nicht zuletzt die sorgfältige Illuminierung der Handschrift und das gelatinierte feine Büttenpapier. Dieses ist dermaßen dünn, so dass der große Umfang von über 800 Seiten (auf 400 Bl.) in das kleine Taschenformat passt.
Die Doppelzierseite ’Unwan am Anfang ist in prachtvoller Kastenmalerei in üppigem Gold mit welligen blaugefassten Zickzackband, das mit zahlreichen bunten Blüten an goldenem Blatt- und Schlingwerk gefüllt ist. Die großen Rosetten sind sehr abwechslungsreich gestaltet als Hexagone, in Blütenform, als Sterne, Sternblumen, umgeben mit goldenem Blattwerk etc., die Abhänger in filigraner Gold- und Farbmalerei. Die Surenüberschriften mit reizenden Blüten mit Farbfüllungen in Rot, Blau und Rosé allenthalben, die Goldwolken und Röschen teils mit feiner Nadelpunzierung. Surenanfänge sind in weißer Tinte auf schillerndem Goldgrund eingefügt. Auf der ersten und letzten Seite je eine Arabeske in goldenem Doppelrahmen, gestaltet aus goldenem Blattwerk und Blumen in Rosé- und Grüngold. – Innengelenke und wenige Stellen geschickt fachmännisch restauriert. Nur ganz vereinzelt minimale Läsuren, die ersten und letzten Blätter mit kleinen Bugschäden, sonst kaum Knicke, Einrisse oder Gebrauchsspuren, wenige Textstellen sind übermalend korrigiert, das Papier ist wie üblich leicht gebräunt, aber kaum irgendwo Flecken, insgesamt in ausgezeichnetem Zustand.

English Condition Report:
hinges and some other parts are professionally restored, only some minor damages, first and last pages with minor damages in the bend, overall hardly any bends, creases, signs of use, some few text passages have been retouched, in general in very good condition

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.180)


Hammer Price
€ 22.000 (US$ 25.960)


Steuermannskunde
Deutsche Handschrift auf Papier.

Lot 1032

Handschriftliche Navigationskunde der Napoleonzeit
Navigation zur See. - "Steuermannskunde. Richter. Angefangen den 9. December 1814. Geendiget den 21. Februar 1818". Deutsche Handschrift auf Papier. 1 Bl., 327 S., 8 Bl. (le. w.). 33 x 19,5 cm. Halbleder d. Z. (leicht berieben, Rückenklebeschild) mit dreifachen Blindfileten und hs. Titelschild. Norddeutschland 1814-1818.

Besonders umfangreiches handschriftliches Kompendium zur Navigation auf See vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die "Steuermannskunde" ist von einem Seefahrer, Kapitän, Forschungsreisenden und Nautiker mit Namen "Richter" (auf dem Titelblatt) in feinster deutscher Kurrentschrift sorgfältig abgefasst, wobei zahlreiche Diagramme, Tabellen, Windrosen etc. den Text illustrieren.

Das Werk ist aus historischer Sicht eine Quelle von großem Reichtum für die Forschung, gibt es doch den neuesten Stand der technischen Möglichkeiten zur Navigation auf den Weltmeeren zur Zeit des Kaisers Napoleon wieder. So hebt das Werk mit "Einigen Erklärungen" an und beschreibt im Folgenden alle mechanischen technischen sowie mathematischen, geographischen, topographischen "Hülfsmittel". Die "Steuermannskunde" gliedert sich in zwei große Teile "Erster" und "Zweiter Theil", die sich in wiederum verschiedene Unter-"Abtheilungen" den einzelnen Kapiteln widmen.

Allein als "Vorbereitung zum ersten Theil" wird die Vermessung der Erde in Längen- und Breitengrade erklärt und anhand von zahlreichen Zeichnungen mit Kugel- und Kreisdarstellungen, geometrischen Berechnungen und Zahlentabellen illustriert. Es findet sich eine "Anweisung, eine in der Steuermannskunst gebräuchliche Meß-Scale zu zeichnen" mit mindestens 50 Skizzen, Diagrammen und Tabellen.
Zur Navigation gehört auch die Messung von Entfernungen, die anhand der Höhenbestimmung von Berggipfeln, aber auch eines hübsch gezeichneten Kirchturms vorgeführt wird: "Um die Höhe eines Thurms zu erforschen". Dann "Von der Fluth- und Ebbe-Berechnung". Die "Zweite Abtheilung" beschäftigt sich mit dem "Compaße", hier mit einer hübschen Windrosenzeichnung in deren Zentrum ein aquarelliertes Segelschiff auf hoher, blauer See erscheint.

Bei ungünstigen Winden und Stürmen werden die Maßnahmen zum Halten des Kurses "Wegen Abtrift des Schiffes vom Winde" erläutert, und die "Dritte Abtheilung von Berechnung der Breite und Länge der Cursen und Distanzen" widmet sich dem Umrechnen der Maßstäbe, der Navigation anhand von Karten, die übertragen werden etc., wobei stets den allerneuesten kartographischen Darstellungen Rechnung getragen wird: "Vom Unterschiede der platten und anwachsenden Seecharten". Es folgt eine ausführliche Strömungsanalyse: "Von den Seeströmen".
Die "Vierte Abtheilung" handelt "Von dem Coppeln der mancherley gesegelten Curse und vom Besteckberechnen", also über das Aufziehen der Takelagen.

Eine Vorstellung typischer Seekarten schließt sich an: vier ganzseitige, farbig kolorierte, äußerst fein mit Sepiafeder gezeichnete "Seecharten" erklären am Beispiel der Gewässer um "Heiligeland", also "Heligoland" bzw. dem heutigen Helgoland, die kartographische Darstellungsweise der frühen Portolane mit den zahlreichen Kompasslinien und konkret die "Ausmessung und Zeichnung eines Hafens", ferner die Berechnung von Distanzen der Meerenge von Harwich zum "Nord Vor-Lande" vor Ipswich in England. Anhand von zwei geradezu entzückenden Zweimaster-Segelschiffen in feinster schwarz-grauer Grisaille-Malerei wird sich der hohen Kunst des Manövers gewidmet "Vom Manövrieren". Auch eine Anleitung zum Führen eines Logbuchs wird gegeben: "Vom Steuermans Journal".

Der "Zweite Theil" stellt die komplizierte kosmische Navigation, die astro-geodätische Standortbestimmung, sehr detailreich dar mit Kapiteln wie "Die himmlischen Zeichen" mit Erklärung der Sternzeichen und die Orientierung der Schiffe nach denselben.

Bei allem werden Vorschläge zur Optimierung der ohnehin schon sehr ausgereiften Navigationsgeräte, des sog. "Seemannsbestecks" gegeben: "Von Betrachtung der Himmelskörper, wodurch des Seemanns Besteck gesichert und verbessert werden kann", "Von Beobachtung der Meridien-Höhen zur Erforschung der Breite", wobei vieles auch in die höhere Mathematik geht: "Von der sphärischen Trigonometrie", "Der Sonnen Azimuth zu berechnen".

Am Schluss finden sich mehre Blätter mit "Prüfungs-Aufgaben", mittels derer sich der Seemann und Navigator gezielt auf Problemstellungen vorbereiten konnte, so dass die Handschrift auch zu einem Lehrbuch genutzt werden konnte. – Unten rechts leicht sporfleckig durch geringen Feuchtschaden, aber ohne Papierläsuren, sonst kaum fleckig oder mit Gebrauchsspuren, insgesamt ein sehr schöne, sehr gut lesbare und sehr ordentliche Handschrift.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.416)


Hammer Price
€ 1.100 (US$ 1.298)


Kalligraphische Koransuren
Istanbul um 1837 auf farbigem, gelatinierten Pa...

Lot 1033

Reich illuminierter, reizvoller Taschenkoran
Kalligraphische Koransuren. Kommentar zu den kanonischen Texten des Islam aus dem Koran. Kalligraphische Handschrift in schwarzer (und hin und wieder auch roter) Tinte auf verschiedenfarbigem, gelatinierten Büttenpapier. 54 nn. Bl. 24,5 x 17 cm. Halbleder d. Z. (gering fleckig und bestoßen) mit etwas RVergoldung und Deckelbezug aus blindgeprägtem rostfarbenem Leinen. Wohl Istanbul 1203 (d. i. 1837).

Auf gelatiniertem, glänzend-glatten Büttenpapier, das in den zarten Pastellfarben gelblich, rötlich, bläulich-grünlich und chamoisfarben, (weiß) getönt ist, sind in wundervoll sauberer, feinster Kalligraphie besondere Stellen aus Al Qur’an bildlich-ornamental aufgeschrieben und mit jeweils zwei Zeilen Kommentar (bzw. wohl exegetischer Auslegung) versehen. – Lediglich ein einziges Blatt im Bindebug mit kleiner roter Ausfärbung, sonst durchgehend sauber und frisch, fast fleckenfrei und in hervorragender Gesamterhaltung.

Estimate
€ 800   (US$ 944)


Hammer Price
€ 700 (US$ 826)


Äthiopische Gebetbuch
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1840

Lot 1033a

Äthiopisches Gebetbuch. Ge’ez-Handschrift auf Pergament. 20 nn. Bl. 18 Zeilen. Text in Schwarz und Rot. Mit 4 ganzseitigen Miniaturen in Silbergold- und Farbmalerei. 15,2 x 11,8 cm. Hellrotes, überaus reich blindgeprägtes Kalbsleder d. Z. (minimale Kratzspuren, kaum berieben) in zweiteiligem, genähtem Kamellederfutteral (beschabt, bestoßen, leicht abgegriffen) mit breitem Lederzugband, das Innenfutteral mit 2 Klappen und breiter Lederlasche. Äthiopien Anfang des 20. Jahrhunderts.

Einfaches, aber sehr ordentlich geschriebenens, reizvoll gebundenes kleines Gebetbuch eines äthiopischen Christen in Ge’ez Schrift in schwarzer und roter Tinte auf festem, wie gewöhnlich leicht öligem Pergament. Enthalten sind wohl einige Teile aus dem Psalter, Gebete und Marienoffizien (möglicherweise nur fragmentarisch). Geschrieben von mindestens zwei verschiedenen Händen. Wie üblich wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche vorgegeben und die Linien dann mit dem Griffel gezogen. Textanfänge und Hervorhebungen sind in roter Tinte eingemalt.
Die typischen naiven, aber in leuchtenden Farben kolorierten Miniaturen mit silbergoldener Höhung für die Heiligenscheine etc. zeigen 1) Erzengel Michael auf weißem Pferd und mit langem Speer, den er in das blutende Drachenmaul stößt. - 2) Madonna Hodegetria, begleitet von zwei Engeln. - 3) Mondsichelmadonna, eine Maria Immaculata auf der Halbmondsichel mit Krone, Nimbus , die von sechs Cherubim umgeben ist. - 4) Kreuzigung Christi mit der Gottesmutter und dem heiligen Johannes Evangelista. – Das erste Blatt mit der Miniatur ist auf den vorderen Innendeckel montiert. Pergamentblätter teils stärker wellig, gebräunt, fleckig und mit kleinen Knorpellöchern, geringe Gebrauchsspuren. Insgesamt sehr schönes Beispiel religiös-christlicher Frömmigkeit in Äthiopien. Auch der Einband ist besonders bemerkenswert, zeigt er doch auf beiden Deckeln jeweils ein Zentrales Kreuz aus 6 Streicheisenlinien mit Rundstempeln an den Enden und am Kreuzugspunkt der Balken, ferner kleine Oval- und fein punktierte X-Stempelchen.

Estimate
€ 600   (US$ 708)


Hammer Price
€ 320 (US$ 377)


Firdousi
4 Persische Miniaturen auf Papier. 19.-20. Jh.

Lot 1034

Firdousi. Shah-Name. 4 indopersische Miniaturen auf altem handschriftlichen Papier, in Farben sowie teils mit Gold gehöht. Miniaturen 14,5 x 10 cm. Blattgrößen zwischen 21 x 15 und 30,5 x 20 cm. Persien 19.-20. Jahrhundert.

Hübsche Illustration wohl zu dem persischen Epos des Firdousi. Der persische Dichter Abu l-Qasim Firdausi (940-1020) schuf mit seinem monumentalen, etwa 60.000 Verse umfassenden Epos Schahname, dem Buch der Könige, des Nationalepos' der persischsprachigen Welt und damit das weltgrößte Epos eines Einzeldichters überhaupt. Es wurde - und wird - in zahlreichen Handschriften und Drucken überliefert. Die einzelnen Szenen boten eine unendliche Möglichkeit zur Illustration.
Die Miniaturen zeigen zwei Jagdszenen, einmal mit einem Bogenschützen und zwei Lanzenträgern, die dabei sind ein - recht naiv gestaltetes, wiewohl gut erkennbares - Nashorn zu erlegen. Ferner eine Szene, in der ein großer schwarzer Elephant von einem wilden Tiger angegriffen wird, währen drei Speerkämpfer den Angriff abzuwenden versuchen. Eine Bankettszene mit vier Personen vor Zelten und einer Zeltstadt im Hintergrundfokussieren auf eine beschwingte Tänzerin mit Flasche und Weinglas etc.
Alle Miniaturen sind auf Papier verschiedener älterer Handschrift im eleganten schwarzer Nasta'lik-Duktus wohl später hinzugefügt. – Papier teils gebräunt und mit Braunflecken, gelegentliche Randschäden durch Klebfilm (Säurespuren in den Ecken), Wurmlöchlein und Fehlstellen, doch meist nur unwesentliche Oberflächenbereibungen. Die Miniaturen in schönstem, frischem und leuchtendem Kolorit.

Estimate
€ 200   (US$ 236)


After-Sales Price
€ 100   (US$ 118)


(Sale closed.
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Johannes Friburgensis
Summa confessorum, Ulm, Konrad Dinckmut, 12. XI...

Lot 1035

INKUNABELN
Einziger Ulmer Druck der deutschen Ausgabe der "Summa"

Johannes Friburgensis. Summa confessorum, deutsch von Frater Berthold. 183 (von 200, d. e. w.), davon 15-199 num. I-CLXXXV (ohne Blatt CXXXVII-CLXX und d. le. w.). 35 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 19,2 x 11,9 cm. Format: 27,8 x 19,6 cm. Mit einigen 8-zeiligen Holzschnitt-Initialen und mehreren kleineren Initialen, am Anfang teils in Rot ankoloriert, teils auch ein wenig Rubrizierung. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (teils etwas abgegriffen und leicht fleckig, nur vereinzelt etwas beschabt und bestoßen, wurmstichig) über schweren, kantigen Holzdeckeln mit moderner Gürtelschließe, mit altem Titel- und älterem RSchild (beide teils abgerissen) sowie einigen alten Tintennotizen auf dem VDeckel. Ulm, Konrad Dinckmut, 12. XI. 1484.

Hain 7371. GW 13606. Goff J-321. Proctor 2564. Deckert 400. Günther 3021. Hubay 577. Hummel-Wilhelmi 633. Madsen 2262. Schlechter-Ries 1069. 1070. Sack 2067. Zedler 413. BMC II, 534. BSB-Ink I-570. CIH 1906. IBP 3124. ISTC ij00321000. – Die einzige in Ulm gedruckte deutsche Ausgabe der "Summa confessorum" des Theologen und Dominikanermönchs Johannes Rumsich von Freiburg, latinisiert als Johannes Friburgensis. Insgessamt handelt es sich bei dem Druck um die fünfte deutsche Ausgabe. Die vier vorangehenden waren allessamt in Augsburg, die ersten zwei bei Johann Bämler (25.IX.1472 und 20.VI.1478), die letzten beiden bei Anton Sorg (22.IV.1480 und 21.V.1482) erschienen.
Johannes Friburgensis "war Schüler Ulrichs von Straßburg. In Freiburg wirkte er in der Seelsorge seines Klosters, wo er Lektor der Theologie und Prior wurde. Literarisch widmete er sich als Repräsentant der kasuistischen Moral- und Pastoraltheologie der sog. Beichtstuhljurisprudenz. Mit Recht kann Johannes als Fortsetzer des Werkes Raymunds von Peñafort gelten. Sein eigenes Schrifttum zeichnet sich durch wissenschaftliches Format, tiefes Rechtsverständnis und elegante Latinität aus. Er ... schrieb vor 1290 als Hauptwerk die weitverbreitete 'Summa confessorum', eine Kompilation der Summa Raymunds, in der er profunde Kenntnis der zeitgenössischen Kanonistik (z. B. Goffred von Trano, Hostiensis) und Legistik zeigte. Staatsrechtlich vertrat er die Volkssouveränitätslehre. Seine „Statuta summae confessorum“ bemühten sich um die Einbeziehung der Dekretalengesetzgebung des Papstes Bonifaz VIII., mithin des 'Liber Sextus' von 1298, in seine Summa. Johannes' gesamtes literarisches Anliegen umkreiste die Beichtpraxis, galt der Belehrung und Unterrichtung der Beichtväter" (NDB X, 550 f.).

Der Dominikanerfrater Berthold (auch Perchthold) hat den lateinischen Text des Johannes von Freiburg nicht nur ins Deutsche übersetzt, sondern auch auf ein Fünftel gekürzt, stark redigiert und in eine alphabetische Fassung gebracht. Während sich die 'Summa confessorum' des Berthold vor allem an Geistliche wendet, ist die 'Rechtssumme' des Berhold weltlicher angelegt und wendet sich an das "christliche Volk" und "gehört zu den breit überlieferten und wirkungsmächtigsten Gebrauchsstexten des deutschen Sprachmittelalters" (Lexikon des Mittelalters I, 2031).

Der besonders schöne Druck des Konrad Dinckmut in Ulm ist auch für seine reizvollen Holzschnitt-Initialen bemerkenswert, die oft mit Tierfiguren und Fabelwesen geziert wurden, die meist miteinander verflochten oder verschlungen sind und so Buchstaben im Quadrat angeordnet wurden. – Es fehlen zwei Lagen (S,T8) mit 16 Blättern (gezählt CXXXVII-CLXX), die allerdings seit der zeitgenössischen Bindung im 15. Jahrhundert niemals in diesem Exemplar vorhanden gewesen waren (also auch nicht nachträglich entfernt wurden. Die fehlenden Blätter liegen als Fotokopien bei). Ferner fehlt das letzte weiße Blatt (Y10) Die erste und letzte Lage mit Wurmspuren, einige Wurmgänge im Block hinterlegft (meist kein Buchstabenverlust), wenige Feuchtflecke von unten, mit zahlreichen interessanten Marginalien in zeitgenössischer schwarzbrauner Tinte.
Buchstaben und Initialen, auf Blatt 1 und 2 mit Durchschlagen bzw. Abklatsch. Blätter 102 und 130 sind richtig foliiert, Blätter 109 und 113 falsch (CXIX und XXXIII).

Insgesamt sehr schönes Exemplar dieses höchst seltenen Inkunabeldrucks, dass sich einst einmal im Besitz des Klosters Altomünster bei Augsburg, in der heutigen Diözese München und Freising. Das erste weiße Blatt mit kalligraphischem hs. Besitzeintrag "Monasterium Allthominster 1543" und dem späteren Ausscheidungsvermerk, wohl des 17./18. Jahrhunderts "Duplum". Die Bibliothek des Klosters Altomünster wurde im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst. Dabei wurden 2900 der 3400 Bände als wertvoll eingestuft.

Der bemerkenswert schöne Inkunabeleinband - wohl auch aus einer Augsburger Werkstatt - ist mit blindgeprägten Rautenranken und Rosenstempeln sowie geschwungen Marienbändern verziert (teils schwer sichtbar und etwas geplättet).

Von dem seltenen Ulmer Druck ist lediglich ein einziges Exemplar in einer öffentlichen Bibliothek in England (British Library) vorhanden, keines in der Bibliothèque Nationale in Paris. Meist sind auch nur Fragmente nachweisbar.

Estimate
€ 4.000   (US$ 4.720)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.490)


Breviarium Romanum
Hrsg. und mit Korrekturen des Georgius de Spath...

Lot 1035a

Luxusdruck auf Pergament
Breviarium Romanum. Hrsg. und mit Korrekturen des Georgius de Spathariis. 269 (von 404) nn. Bl. 2 Spalten. 48 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,2 x 14,5 cm. Format: 31,6 x 23,4 cm. Druck auf Pergament in Schwarz und Rot. Mit großer 9-zeiliger szenischer Initiale "David" in Gold und Farben mit großem, die Kolumne begleitenden Stab, einer 5-zeiligen Initiale mit Stab und weiteren 22 kleineren (1-2-zeiligen) Initialen, ebenfalls mit Ausgriffen als florale Schlingen- und Blütenstäbe, alles in Gold und Farben. Tausende von roten und blauen Lombarden mit reichem rotem und braun-violettem Federwerk sowie durchgehender Rubrizierung. Marmoriertes Halbleder des. 18. Jahrhunderts (gering beschabt, wenige Kratzspuren) in modernem Halblederkassette mit goldgeprägtem RTitel. Venedig, Nicolas Jenson, vor dem 6.V.1478.

Hain 3896. GW 5101. Goff B-1112. Proctor 4115. Pellechet 2922. Bohatta 378. 386. 398. Bohatta, Parma, 224. Chantilly 338. Deckert 178. Gspan-Badalić 146. Juntke 115. Kind 943. BMC V, 179. BSB-Ink B-889. ÖNB-Ink B-682. CIBN B-783. IBE 1196. IBP 1257. IGI 2114. CRF I, 364. ISTC ib01112000. – Erste Ausgabe der im "Breviarum Romanum" zusammengefassten liturgischen Texte als illuminierter Luxusdruck auf Pergament aus der Offizin des Nikolaus Jenson in Venedig, aus der wohl auch der zeitgenössische venezianische Illuminator stammt. Diesem vor dem 6. Mai 1478 zu datierenden Druck gingen lediglich einige wenige kleinere Breviarien voraus, die für den Gebrauch der Franziskaner und Augustiner adaptiert waren.

Der reine Liturgietext nach römischem Brauch war nicht dem monastischen Gebrauch angepasst. „Das Brevier (Breviarium) ist die Vereinigung derjenigen Texte, aus denen das kirchliche Stundengebet (Officium, horae canonicae) sich zusammensetzt. Es umfasst die Texte sowohl für die sogenannten Nachtzeiten (horae nocturnae = Matutin, die separat im Nocturnale enthalten sind) als auch für die sog. Tagzeiten (horae diurnae: Laudes, kleine Horen [horae minores: Prim, Terz, Sext, Non], Vesper und Complet, die separat im Diurnale zusammengefasst sind). Ein Brevier vereinigt also den Inhalt des Nocturnale mit dem des Diurnale … Seinem Inhalt nach bildet das Brevier die planvolle Vereinigung von Texten aus solchen Büchern, die einzelne Teile des Officium enthalten (z.B. Psalterium, Antiphonarium, Hymnarius, Collectarius, Bibel, Lectionarium, Homiliarium, Legendarium, Passionarium).

Das aus diesen Texten zusammengestellte Officium (Off.) besteht, nach der für die einzelnen Horen bestehenden Ordnung, aus den Psalmen (Psalm.) und den Cantica (Cant), den Hymnen (Hymn.), Lectiones (Lect.), Capitula (Cap.), Antiphonae (Ant), Versiculi (Versic), Responsoria oder Historiae (Hist), Orationes oder Collectae (Orat., Coli.), Suffragia (Suffr.), sowie den als Einleitung zu der Matutin dienenden Invitatoria (Invitat). Nach der gewöhnlichen Ordnung stehen sämtliche Teile des Officium, mit Ausnahme des stets vorangehenden Psalterium und meist auch des Hymnarius, zusammen; jedoch finden sich auch Fälle anderer Ordnung, z. B. mit abgetrenntem Lectionarium" (GW).

Der vorliegende Druck gilt als exemplarisch für die Schönheit des Satzspiegels und die ausgezeichnete Typographie der Offizin von Nikolaus Jenson, sowie auch für den sorgsamen, präzisen Druck in Schwarz und Rot. Einige Exemplare dieses Drucks wurden auf besonders festem, weißen Kalbspergament abgezogen, hier ein auffallend breitrandiges Exemplar.
Die Spezialistin für italienische Buchmalerei der Frührenaissance Lilian Armstrong weist die Illumination der Offizin des Nikolaus Jenson zu, indem sie vor allem die hohe Ähnlichkeit der roten und blauen Initialen sowie des Federwerks herausstellte. Unter den Kunden Jensons befanden sich bekanntermaßen zahlreiche Adelige, Botschafter und Kirchenfürsten, die von dem Drucker mit illuminierten Exemplaren direkt beliefert wurden. In diese Reihe gehört auch das vorliegende Pergamentexemplar (vgl. hier die Venezianische Buchmalerei mit dem 51-Blatt-Exemplar des Victoria and Albert Museums, London, Signatur 87.F.13). Im Detail dazu Lilian Armstrong, ‘Nicolaus Jenson’s Breviarum Romanum, Venice, 1478, Decoration and Distribution’, Incunabula, Studies in Fifteenth-Century Printed Books presented to Lotte Hellinga, ed. M. Davies, 1999, 421-467, no. 21b. – Vorhanden sind von den 404 Blättern eines vollständigen Exemplars 269 Blätter, es fehlen also 135 Blatt, darunter das Kalendarium (6 Blätter), 9 Blätter des Psalters sowie das "Proprium de Sanctis" (124 Blätter). Mit den vom GW beschriebenen Hauptkriterien, nicht den dort ebenfalls angegebenen Varianten. 11 Blätter mit teils ab- und ausgeschnittenen Rändern, teils mit betroffenem Federwerk (teils hinterlegt und mit Pergament verstärkt), 3 Blätter mit Ausschnitten mit Textverlust, p4 etwas stärker, sonst nur hier und da fleckig, leicht gebräunt, unten Fingerflecke, im Block Blätter etwas gewellt. Blattgoldauftrag in der Stabzier (ein Goldtropfen) auf dem ersten Blatt unten minimal abgerieben, sonst leuchtend frisch. Letzte Blatt verso mit zeitgenössischen hs. Einträgen.
Zur Provinienz: Aus dem Besitz von Sir Thomas Phillipps (1792-1872), dann H.P. Kraus Katalog 156, Nummer IV und endlich Harrison D. Horblit.

Estimate
€ 30.000   (US$ 35.400)


Provisional Sale
€ 21.500 (US$ 25.370)


Ubertinus de Casali
Arbor vitae crucifixae Jesu Christi

Lot 1036

Ubertinus de Casali. Arbor vitae crucifixae Jesu Christi. 248 (statt 250) nn. Bl. 2 Spalten. 56-58 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum: 22,6 x 14,5 cm. Format: 26,3 x 18,5 cm. Mit 7 größeren 7-9zeiligen Initialen, zahlreichen kleineren 3zeiligen Initialen und Hunderten von eingemalten Lombarden, alles in Rot und Blau. Leder des frühen 18. Jahrhunderts (stärker fleckig, berieben, beschabt und bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Venedig, Andreas de Bonetis, 12.III.1485.

Hain-Copinger 4551. GW 48799. Goff U-55. Proctor 4816. Pellechet 3331. Madsen 4047. Sallander I, 2485. Oates 1900. BMC V, 361. BSB-Ink U-67. CIBN U-19. CIH 3417. IBE 5944. IBP 5481 IDL 4544. IGI 10018. ISTC iu00055000. – Einziger Inkunabeldruck der überlieferten Schriften des aus Casale stammenden, streng papstkritischen Franziskanermönchs Ubertinus (1259-1330). Ubertinus war ein energischer Verfechter der spiritualen Lehre des Franziskanerordens, die jeglichen Besitz von Eigentum strikt ablehnte. Im Jahr 1317 wurden die sogenannten Spiritualen durch Papst Johannes XXII. generell zu Häretikern erklärt und von der Inquisition verfolgt. Eine historische Begebenheit, die Umberto Eco in seinem Roman Der Name der Rose rezipierte, wo Ubertinus als Verfasser des Arbor vitae crucifixae und literarisches Vorbild für Dantes Göttliche Komödie genannt wird. – Es fehlen das erste weiße Blatt a1 und das weiße Schlussblatt H6. Blatt A2 mit dem "Incipit Prologus" fingerfleckig, im unteren Rand mit restauriertem Triangelausschnitt (der Textverlust dort hs. ergänzt) sowie angestücktem Abschnitt im weißen oberen Rand. Dort auch mit altem Exlibris. Blatt r3 ebenfalls mit angestücktem Blattabschnitt im unteren Rand (verso mit Verlust der letzten Textzeile). Buchblock insgesamt etwas beschnitten, einige Blatt vor allem in den Lagen r und B stärker betroffen und teils mit Verlust des Kolumnentitels im oberen Rand. Das Registerblatt am Schluss mit kleiner restaurierter Fehlstelle im Satzspiegel, der fehlende Text dort hs. ergänzt. Insgesamt nur stellenweise etwas fleckig, am Schluss auch schwach feuchtrandig im Rand und im Bug, vereinzelte Marginalien, einige der größeren Initialen mit Farbabklatsch. Insgesamt von guter Erhaltung. Exemplar mit kalligraphischer Signatur des Rubrikators T. L. Cramuß (?) jeweils am Schluss der Bücher IV und V (Blatt B11 verso und Blatt H4 verso), datiert auf den 3. bzw. 22. April 1493. Am Schluss von Buch V zudem mit etwas späterem Tinteneintrag (1523) mit Angaben zur Provenienz des Exemplars.

Estimate
€ 4.500   (US$ 5.310)


Hammer Price
€ 6.000 (US$ 7.080)


Biblia latina
cum postillis Nicolai de Lyra (Teil I)

Lot 1037

Biblia latina cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Teil I (von 4). 467 Bl. (das e. w.). Mit 28 (4 blattgroßen) Textholzschnitten. 2 Spalten (Text mit Kommentar). 56 bzw. 72-73 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 23,5 x 15,2 cm. Format: 31 x 22 cm. Blindgeprägter Kalblederband d. Z. (Rücken und Deckel unter Verwendung des alten Bezugsmaterials modern restauriert; dieses wurmstichig, stärker berieben und beschabt sowie mit Fehlstellen) und 2 (restaurierten) Schließen; ohne die 10 Messingbuckel. Nürnberg, Anton Koberger, 3.XII.1487.

Hain-Copinger 3167. GW 4289. Goff B-614. Proctor 2060. Pellechet 2346. Gspan-Badalić 120. Beasecker 9. Boros 8. Günther 2058. Hubay 381. Kind 685. Madsen 700. Oates 1012. Schlechter-Ries 308-310. Ohly-Sack 559-563. Schreiber 3473. Schramm XVII Abb. 8. BMC II; 431. BSB-Ink B-459. CBB 676. CIH 667. CSA 80. CIBN B-430. IBE 1046. IBP 1045. IBPort 338. IBS 257. IDL 849. IGI 1686. IJL² 092. ISTC ib00614000. – Vollständiger erster von vier Teilen des von Koberger veranstalteten lateinischen Bibeldrucks mit den bedeutenden Kommentaren Nikolaus de Lyras (1270-1349). Nikolaus de Lyras Bibelexegese ist wegen seiner umfassenden hebräischen und rabbinischen Kenntnisse vor allem für den Tanach von Bedeutung und wurde auch von Luther geschätzt. Enthält neben dem Pentateuch mit den fünf Büchern Mose die Bücher Joshua, Richter und Ruth sowie je zwei Bücher Samuel, Könige und Chronik. Der vorliegende erste Teil enthält zudem den überwiegenden Teil, nämlich 28, von insgesamt 44 Textholzschnitten, mit denen der Bibeldruck ausgestattet wurde. – Anfangs mit etwas größerem Feuchtigkeitsfleck im oberen Rand, zahlreiche Fehlstellen dort restauriert (minimaler Buchstabenverlust). Insgesamt etwas wasserrandig, stellenweise auch etwas gebräunt oder braunfleckig, mit einigen hs. Marginalien und Ziffernsignaturen. Einige Blatt in Buch Joshua sowie die Schlussblätter mit kleiner Wurmspur (am Schluss minimaler Buchstabenverlust), die Anfangsblätter der biblischen Bücher jeweils mit Resten eines Griffregisters, Das erste weiße Blatt etwa zu 1/3 hinterlegt, dort mit Fehlstellen, ferner mit hs. zeitgenössischem Inhaltsverzeichnis. Etwas ausgebundenes Exemplar in der Grundaustattung ohne Rubrizierung. Schöner Scholiendruck.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.540)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.360)


Biblia latina
cum postillis Nicolai de Lyra (Teil II)

Lot 1038

Biblia latina cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Teil II (von 4). 368 (statt 370) Bl. Mit 2 5zeiligen Fleuronéeinitialen in Rot und Blau, 11zeiliger einfacher Initiale in Blau, Hunderten von 2-4zeiligen Initialen in Rot und Blau, teils auch silbergehöht sowie Kapitalstrichelung in Rot. 2 Spalten (Text mit Kommentar). 56 bzw. 72-73 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 23,5 x 15,2 cm. Format: 29 x 20,5 cm. Späterer restaurierter Lederband (berieben und bestoßen, mit Schabspuren). Nürnberg, Anton Koberger, 3.XII.1487.

Hain-Copinger 3167. GW 4289. Goff B-614. Proctor 2060. Pellechet 2346. Gspan-Badalić 120. Beasecker 9. Boros 8. Günther 2058. Hubay 381. Kind 685. Madsen 700. Oates 1012. Schlechter-Ries 308-310. Ohly-Sack 559-563. Schreiber 3473. Schramm XVII Abb. 8. BMC II; 431. BSB-Ink B-459. CBB 676. CIH 667. CSA 80. CIBN B-430. IBE 1046. IBP 1045. IBPort 338. IBS 257. IDL 849. IGI 1686. IJL² 092. ISTC ib00614000. – Zweiter von vier Teilen des von Koberger veranstalteten lateinischen Bibeldrucks mit den bedeutenden Kommentaren Nikolaus de Lyras (1270-1349). Nikolaus de Lyras Bibelexegese ist wegen seiner umfassenden hebräischen und rabbinischen Kenntnisse vor allem für den Tanach von Bedeutung und wurde auch von Luther geschätzt. Enthält die Geschichtsbücher Esra, Nehemia, Tobit, Judith und Ester, die Lehrbücher Hiob, Psalmen, Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied, Weisheit und Jesus Sirach sowie die Bücher der Propheten. – Es fehlen die beiden Blatt O5 und O6. Erstes Textblatt mit den beiden Fleuronéeinitialen etwas stärker fingerfleckig sowie im unteren weißen Seitenrand hinterlegt (geringer Blattverlust), ferner mit zwei hs. Einträgen (teils beschnitten). Erste Blatt etwas fingerfleckig sowie mit Braunfleck in der oberen rechten Ecke. Insgesamt nur vereinzelt etwas fleckig und nur stellenweise mit schmalem Wasserrand, Blatt T7 und Ll2 mit kleinem hinterlegtem Eck- bzw. Randeinriss, Blatt U1 mit Eckabriss im weißen Rand, Schlussblätter mit Feuchtigkeitsrand und geschlossenem sowie hinterlegtem Riss im Satzspiegel. Mit einigen Anstreichungen und Notabene-Händchen. Innengelenke verstärkt. Insgesamt bis auf die üblichen Gebrauchsspuren zu Anfang und am Schluss von guter Erhaltung. Etwas beschnittenes Exemplar aus einer englischen Adelsbibliothek mit entsprechendem gestochenem Wappenexlibris.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.540)


Hammer Price
€ 2.200 (US$ 2.596)



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