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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Oct 17, 17:00 CET


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Main Image Description Status
Azo, Porcius
Summa Azonis. Summa perutilis excellentissimi i...

Lot 1031

"Chi non ha Azzo non vada al palazzo"
Azo, Porcius. Summa Azonis. Summa perutilis excellentissimi iuris monarche domini Azonis nuperrime maxima diligentia castigata. Additoque novo repertorio; quo facilius que studiosissimus quisque requirit occurere possint. 14 nn., CCCLXXIII num., 1 w. Bl. Mit vierteiliger breiter szenischer Holzschnitt-TBordüre und Holzschnitt-Druckermarke, Holzschnitt verso Titel, 16-zeiliger und 10-zeiliger Holzschnitt-Initiale, rot eingedruckter 6-zeiliger Initiale, Titel und Fol. 1 in Rot und Schwarz gedruckt. 23,7 x 17,5 cm. Pergament des 17. Jahrhunderts (vom Block gelöst, mit zahlreichen kleinen Fehlstellen, stärker fleckig, zeitgenössischer Nähung, Bezug teils gelöst) mit hs. RTitel. (Lyon), Constantin Fradin, 1530.

IA 111.089. Nicht im STC und bei Adams. – Frühe Ausgabe der "Summa Aurea", eines der wenigen juristischen Lehrbücher des Mittelalters. Der Verfasser, Azo Portius (ca. 1150-1230) lehrte an der 1088 gegründeten Universität zu Bologna, nachdem er eine profunde Ausbildung bei Johannes Bassianus erhalten hatte. Die "Summa Aurea" steht als Hauptwerk im Mittelpunkt seines Schaffens, es enthält eine Zusammenfassung mit ausführlichem Kommentar, mit dem Azo sich auf den Codex Justinianus stützt, eine "Summa Codicis", die zum „Lehr- und Handbuch des römischen Rechts schlechthin“ (F. Dorn) wurde und bis 1610 zahlreiche Auflagen erfuhr.
Der Spruch "Chi non ha Azzo non vada al palazzo" macht noch heute die Runde unter den Bologneser Studenten: Wer seinen Azo nicht im Bücherschrank hat, wird auch nicht ins Kollegium der Richter und Advokaten, also in den Justizpalast aufgenommen.
Der reizvolle Holzschnitt verso Titel zeigt den großen Lehrer Porcius Azo mit Juristenkappe vor seinem prächtig geschnitzten Katheder, umringt von sich von beiden Seiten drängenden Studenten, im Hintergrund ein Fach mit Büchern und einem Bischofshut: "Dominus Azo" auf einer Tabula ansata. – Stärkere Gebrauchsspuren, als da wären einige hs. Anmerkungen aus dem 17. Jahrhundert (teils überschnitten, teils verwischt), Wasserränder und Feuchtflecken passim, teils wellig und stärker gebräunt, fleckig und unfrisch, die letzten Lagen mit Mäusefraß an der rechten unteren Ecke, aber nur das letzte Blatt mit minimalem Textverlust. Sehr seltener, früher, bemerkenswert hübsch gesetzter Druck.

Estimate
€ 800   (US$ 936)


Hammer Price
€ 1.000 (US$ 1.170)


Bauhin, Johann
Historia novi et admirabilis fontis balneique B...

Lot 1032

Bauhin, Johann. Historia novi et admirabilis fontis balneique Bollensis in Ducatu Wirtembergico ad acidulas Goeppingenses. Adijciuntur plurimae figurae novae variorum fossilium, stirpium & insectorum, quae in & circa hunc fontem reperiuntur. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 291 S.; 4 Bl., 222 S., 16 Bl. Mit 336 Textholzschnitten. 19 x 15,5 cm. Halbpergament des 18. Jahrhunderts (Rücken am oberen Kapital etwas berieben) mit hs. RTitel. Montbéliard, (Jacob Foillet), 1598.

VD 16, B 850. Durling 495. Pritzel 500. Wellcome I, 736. Nissen, BBI, 100. Adams B 384. Heyd 10622. – Erste Ausgabe eines der wichtigsten Werke in der Geschichte der Balneologie (Lehre von der therapeutischen Anwendung natürlicher Heilquellen, Heilgase und Peloide in Form von Bädern, Trinkkuren und Inhalationen) und zugleich ein frühes Zeugnis der ersten Mömpelgarder Offizin, verfasst von dem "Vater der Botanik", dem "deutschen Plinius" Johann Bauhin (1541-1613). "His longest and most popular medical work ... This ws the most detailed work on the subject written in the sixteenth century, and contains a lengthy appendix that gives an intimation of Bauhin's abilities as naturalist" (DSB I, 526). Die Holzschnitte zeigen neben Kernobst, Pilzen, Kohlsorten und Insekten auch Fossilien. Die vorliegende Ausgabe ist auch die erste Monographie, die von den neuentdeckten Schwefelquellen in Bad Boll berichtet. – Titel des ersten Teils mit hs. Anmerkungen und mit Feuchtigkeitsflecken. Mal mehr, mal weniger gebräunt, braunfleckig und feuchtrandig, teils etwas knapp beschnitten. Vorderer Innenspiegel mit großem Wappenexlibris von Franziskus Töpsl (1711-1796), Probst des Augustiner-Chorherrenstifts Polling, gestochen von Jungwirth und auf das Jahr 1744 datiert. Vorsätze mit hs. Besitzvermerk und Monogrammstempel des Philologen und Historikers Wolfgang Krämer (1885-1972) sowie montierten Katalogausschnitten. Fliegender Vorsatz verso mit einem Stahlstich von Bad Boll.

Estimate
€ 2.800   (US$ 3.276)


Hammer Price
€ 2.600 (US$ 3.042)


Bonaventura
Die Legend des heyligen vatters Francisci.

Lot 1033

Bonaventura. Die Legend des heyligen vatters Francisci. Nach der beschreybung des Engelischen Lerers Bonaventure. 106 Bl. Mit 56 (6 teils wdhl. ganzseitige) Textholzschnitte von Wolf Traut. 17,8 x 14 cm. Holzdeckelband d. Z. mit breitem Schweinslederrücken (Rücken älter überklebt, Remboîtage, Vorsätze erneuert) mit punktmarmoriertem Schnitt. Nürnberg, Hieronymus Höltzel für Schwaz, Erbern Caspar Rosentaler, 7. April 1512.

VD16 B 6559. IA 121.756. Dodgson I, 501, 1. Goedeke II, 22, 5. Graesse I, 485. Muther 1164. Panzer I, 341, 717. Proctor-Isaac 11005. Weigel 16354. Nicht bei Adams, Brunet, Ebert und Murray. – Erste deutsche Ausgabe der berühmten "Legenda maior", der "Leggenda maggiore" die das Leben des Heiligen Franziskus von Assisi (1181-1226) schildert (wogegen eine liturgische Schrift als die sogenannte "Legenda minor" gilt). Autor ist der Heilige Kardinal Bonaventura da Bagnoregio (1217-1274), der der größten Theologen und Glaubensphilosophen, dem der Auftrag zur Abfassung der Schrift direkt vom Minoritenorden auf dem Pisaner Ordenskapitel im Jahre 1263 erteilt worden war.
Erstmals 1477 im Druck in italienischer und dann auch in niederländischer Sprache erschienen, kam das Werk erst 1507 als lateinische Editio princeps auf den Markt. Die deutsche, reich illustrierte Ausgabe folgte dann 1512.
Die besonders reizvollen, teils "1511" oder "1512" datierten Holzschnitte werden heute übereinstimmend dem Nürnberger Maler, Zeichner, Grafiker und Buchillustrator Wolf Traut (1486-1520) zugeschrieben und gelten als dessen unübertroffenes Hauptwerk (IA: "Die Holzschnitte von Wolf Traut sind dessen Hauptwerk").
"They illustrate every characteristic of his style" (Dodgson). Muther konnte sie keinem Künstler zuweisen, während Weigel, der bereits 1846 Schönheit und Seltenheit des Buches betont, sie irrigerweise dem in Schwaz lebenden Nürnberger Großkaufmann und Verleger Rosenthaler zuweist, für den das Buch gedruckt wurde. (Zu Rosenthaler siehe Thieme-Becker XXIX, 22). – Titel mit Wurmlöchlein (ein größeres geschlossen) und stärker fleckig, sonst nur vereinzelt etwas braun- und fingerfleckig, stellenweise etwas angeschmutzt, neu aufgebunden, einige Lagen angefalzt und etwas knapp beschnitten (ohne Textverlust), letzte Seite verso verstärkend hinterlegt, sorgfältig gesäubert und einige kleine Papierläsuren, ausgebessert und restauriert. Insgesamt schönes Exemplar mit in einem stilvollen zeitgenössischem Einband, gute Remboîtage.

English Condition Report:
Titlepage with wormholes, one of which bigger and profesionally closed, stroger spotting, otherwise only here and there some brown and finger staining. Occasionally soiling, newly bound, some quires mounted on new notches. Edges narrowly cut, but without any loss of text, las page verso rebacked. Throughout cleaned and with minor damage to paper, mostly fixed and restaured. Altogether a nice copy in an a wonderful remboîtage-binding with contemporary wooden boards and large pigskin back (back pasted over with paper in former times, flyleaves renewed) with point marbled edges.

Estimate
€ 1.800   (US$ 2.106)


Hammer Price
€ 1.500 (US$ 1.755)


Caeremoniale episcoporum
iussu Clementis VIII.

Lot 1034

Arbeitsexemplar mit ausführlichen Marginalien
Caeremoniale episcoporum iussu Clementis VIII. Pont. Max. novissime reformatum. Omnibus ecclesiis, praecipue autem Metropolitanis Cathedralibus et collegiatis perutile ac necessarium. 4 Bl., 349 S., 7 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 72 Textholzschnitten und Notendruck in Rot und Schwarz. 22,5 x 16 cm. Etwas späterer HPergamentband (etwas fleckig und berieben, Ecken bestßen) mit goldgeprägtem RSchild. Rom, Oktober 1600.

Erster Druck des auf Anordnung von Papst Klemens VIII. (1535-1605) in Rom gedruckten Zeremoniale mit Anleitungen zum korrekten Verhalten während des Gottesdienstes. Die schönen Textholzschnitte illustrieren die Regeln zu den entsprechenden liturgischen Handlungen, Riten, Gesten und körperlichen Zeichen etc. Bemerkenswertes Arbeitsexemplar mit zahlreichen Besitzeinträgen auf dem Titel und durchgehend reichen, teils den gesamten weißen Rand einnehmenden ausführlichen Annotationen sowie Tilgungen, Unterstreichungen, Ergänzungen und Korrekturen im Text von verschiedenen Händen. Die ausführlichen Randkommentare zeugen von kritischer Lektüre des Exemplars über viele Jahrzehnte hinweg und belegen die intensive Auseinandersetzung seiner Besitzer mit den kirchlichen Regularien. Interessante rezeptionsgeschichtliche Quelle mit noch auszuwertenden Lektürezeugnissen. – Etwas fingerfleckig. Innenspiegel mit gesiegeltem Exlibris.

Estimate
€ 600   (US$ 702)


Hammer Price
€ 650 (US$ 760)


Casa, Giovanni della
Galathaeus

Lot 1035

Casa, Giovanni della. Galathaeus, sive de moribus liber italicus. A Nicolao Fierberto anglo latine expressus. 4 Bl., 128 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 16,5 x 11 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rücken mit altem Pergamentstreifen überklebt, ohne die Schließbänder). Rom, Dominicus Giliottus, 1595.

STC 152. Nicht bei Adams. – Erste Ausgabe der lateinischen Übertragung durch den englischen Anti-Anglikaner Nicholas Fitzherbert (1550-1612); der volkssprachige Erstdruck des berühmten italienischen Erziehungsbuchs erschien 1558. Der Kleriker und Dichter Giovanni della Casa (1503-1556) wurde 1544 päpstlicher Nuntius in Venedig, wo er die Inquisition einführte und die ersten Prozesse gegen die Reformation in Italien anstrengte. Der Titel seines Benimmbuchs Galateo wurde in Italien ähnlich sprichwörtlich wie der Knigge in Deutschland. Ein zweiter Druck dieser Übertragung erschien erst 1728 in Padua. – Erste Blatt mit kleinerem Braunfleck im unteren Rand, wenige Blatt etwas gebräunt, vereinzelt leichte Braunflecken. Titel mit Besitzinitialen.

Estimate
€ 250   (US$ 292)


After-Sales Price
€ 180   (US$ 210)


(Sale closed.
Inquire for availability.)

Castiglione, Baldassare
Le Parfait Covrtisan

Lot 1036

Castiglione, Baldassare. Le Parfait Covrtisan Dv Comte Baltazar Castillonois, Es deux langues ... pour ceux qui veulent auoir l'intelligence de l'vne d'icelles. De la traduction de Gabriel Chapvis Tourangeau.16 nn. Bl., 660 S., 16 Bl. Mit großer figürl. Titelbordüre in Holzschnitt sowie 1 Holzschnitt-Porträt und mehreren Vignetten. 16 x 10 cm. Leder d. Z. (stärker beschabt). Paris, Claude Micard, 1585.

Cioranescu 6330. BM, Italian Books 94. – Zweispaltiger italienisch-französischer Paralleldruck, besonders zu Sprachzwecken hergestellt. Zur überragenden Bedeutung von Castigliones "Cortigiano" vgl. PMM 59. – Papier altersbedingt leicht gebräunt, Titel knapp beschnitten.

Estimate
€ 300   (US$ 351)


Hammer Price
€ 200 (US$ 234)


Chemnitz, Martin
Examinis concilii Tridentini

Lot 1037

Chemnitz, Martin. Examinis concilii Tridentini. Opus integrum. 4 Teile in 1 Band. 8 Bl., 208 S., 10 Bl.; 4 Bl., 270 S., 13 Bl.; 4 Bl., 220 S., 14 Bl.; 4 Bl., 165 S., 13 Bl. (d. l. w.). Titel in Schwarz und Rot. Mit 4 (wiederholten) Holzschnitt-Druckermarken von Jost Amman. 32,5 x 21 cm. Schweinsleder d. Z. (fleckig und berieben, Ecken etwas bestoßen; ohne die Schließbänder) mit arabeskem Mittelstück mit Portrait- bzw. Wappendarstellung in der Mitte sowie den Besitzerinitalen "I.B.B" mit der Jahreszahl "1585" auf dem VDeckel, hs. Rückentitel. Frankfurt, (Sigmund Feyerabend), 1578.

VD16 ZV 22259. Vgl. Graesse II, 130. Adams C 1440. – Nur in der Onlineversion des VD 16 nachgewiesene Druckvariante zu C 2170. Dritte (oder vierte) lateinische Ausgabe der zuerst 1576 ebenda erschienenen Schrift über die Ergebnisse des Konzils von Trient, das zwischen 1545 und 1563 in drei Perioden stattfand, um auf die Forderungen der Reformation zu reagieren. Außerordentlich einflussreiches Werk, das anhand einer gründlichen Kritik des Tridentinischen Konzils das gesamte katholische Dogmensystem in Frage stellt. Zweispaltiger Druck. – Etwas gebräunt und braunfleckig, anfangs oben schwach wasserrandig. Insgesamt wohlerhalten. Exemplar aus der Bibliothek des Ravensburger Predigers Johann Caspar Morell (gest. 1691), mit entsprechendem Eintrag auf dem (losen) fl. Vorsatz (dort auch ein weiterer Namenseintrag). Der auf das Jahr 1585 datierte Einband zeigt im Zentrum der Mittelarabeske auf dem Vorderdeckel ein Brustbildnis im Oval von Ludwig dem Frommen (1554-1593), der von 1568 bis 1593 fünfter Herzog von Württemberg war, der Rückdeckel mit dem herzöglichen Landeswappen.

Estimate
€ 600   (US$ 702)


Hammer Price
€ 850 (US$ 994)


Christoph Herzog von Württemberg
Des Fürstenthumbs Würtemberg gemeine Landts-ord...

Lot 1038

(Christoph Herzog von Württemberg). Des Fürstenthumbs Würtemberg gemeine Landts-ordnungen. 1585 [und:] (Derselbe). Des Fürstenthumbs Württemberg gemein Landrecht, in vier Theil verfaßt. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 258 S., 1 w. Bl.; 16 Bl., Mit 2 Holzschnitt-Titeln mit großen Wappen und rot eingedrucktem typographischen Titeln und schwarzer Jahreszahl sowie mehreren Textholzschnitten im 2. Teil. 31,5 x 20 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (hs. RTitel, etwas berieben und bestoßen, etwas fleckig und angeschmutzt) mit schwarzgeprägtem VDeckeltitel, 4 Messingschließbeschlägen (ohne die beiden Schließen) und abgefasten Kanten. (Tübingen, Gruppenbach), 1585.


Teil I: VD16 W 4510. STC 929. Heyd 1723. Vgl. Stobbe II, 385. Nicht bei Adams. Teil II: VD16 W 4516. Heyd 1742. Stobbe II, 387. Kaspers 88. Nicht bei Adams. – I.) Dritter Druck der unter dem vierten Württemberger Herzog Christoph (1515-1568) revidierten Fassung der Württembergischen Landesordnung, einem ausführlichen Gesetzwerk mit handlungsgeschichtlich interessanten Kapiteln, etwa "von wucherlichen und andern verbottnen Conträcten, Salzkauf, Wollkauf, Von Kaufs- und Gewerbsleuten" etc.
Die erste gedruckte Landesordnung für Württemberg war schon 1495 unter Herzog Eberhard erschienen. "In Württemberg wurden seit dem Ende des 15. Jahrhunderts mehrere Landesordnungen besonders für Polizei- und Strafrecht erlassen, welche im wesentlichen immer nur in einer Vermehrung oder teilweisen Veränderung der vorhergehenden gestehen" (Stobbe).
Im Kolophon weisen die Drucke das Jahr 1567 aus: "Geben, unnd zu Urkund mit Unserm auffgetruckten Secret Insigel besigelt, in Unser Statt Stuttgarten, den sibenzehenden tag des Monats Augusti, als man zalt nach Christi unsers lieben Herrn unnd Heilands Geburt, tausent, fünffhunder, sechtzig und siben Jar.", wobei das wort "Ge=ben" hier getrennt wird im Unterschied zum Kolophon des zweiten Druckes (VD16 W 4510).

II.) Dritte Ausgabe des erstmals 1567 gedruckten Landrechts. "Das Württembergische Landrecht gehört zu den bedeutendsten Landrechtsreformationen seiner Zeit, hat entscheidend die gesamte territoriale Rechtsentwicklung in Deutschland beeinflußt und zalreichen späteren Gesetzen als Vorbild gedient" (Kaspers). Unterteilt wird das württembergische Landrecht in den "Gerichtlichen Proceß", die "Conträcten und Handthierungen", "Testamente und letzten Willen" sowie "Erbschaften und Testament". "Da schon 10 Jahre nach der Publication Klagen über das (1.) Landrecht, besonders über seine erblichen Bestimmungen, laut wurden, versprach der Herzog im Jahre 1565 eine Revision; nach Berathungen mit den Ständen und mit der Facultät wurde das (2.) Landrecht im Jahre 1567 publiziert" (Stobbe). – Titel des ersten Teils leicht fleckig. Zu Beginn mit kleinen Ausrissen im Rand (ohne Textverlust). Stellenweise leicht feuchtrandig, etwas gebräunt und leicht braun- sowie stockfleckig. Gelegentlich mit hs. Randanmerkungen. Vorderes Innengelenk etwas schwach, hinteres Innengelenk mit kleiner Wurmspur im oberen Rand. – Dabei: 5 eigenhändige Briefe an Christian von Münch (1752-1821), einen Augsburger Bankier.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.510)


After-Sales Price
€ 2.000   (US$ 2.340)


(Sale closed.
Inquire for availability.)

Roussard, Louis
Ius civile manuscriptorum librorum Teile I-V (...

Lot 1040

Corpus iuris civilis. - Roussard, Louis, und François Douaren (Hrsg.). Ius civile manuscriptorum librorum ope, summa diligentia et integerrima fide infinitis locis emendatum, et perpetuis notis illustratum. Teile I-V (von 12) in 1 Band. Mit 5 (4 wdhl.) Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 17 x 11 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (gering angestaubt, kaum fleckig, leicht berieben) mit Blauschnitt. Antwerpen, Christoph Plantin, 1567.

Adams C 2670. Voet 1034. Ruelens-de Backer 71, 14. Degeorge 68. Sorgelos 199 (nur Teile IV und V). Hoefer XIV, 670. – Erste Ausgabe dieses Kommentars zum römischen Recht: die seltenen ersten fünf Teile des Justinianischen "Ius civile", aus den zahlreiche mittelalterlichen Manuscripten neu herausgeben von den französischen Juristen Louis Roussard und François Douaren (auch Duarein bzw. latinisiert zu Franciscus Duarenus; 1509-1559), der den Lehrstuhl an der Universität von Bourges inne hatte.
"Cette édition du Corpus Juris a été faite d'après celle de Lyon, 1561. C'est le plus grand ouvrage que Plantin eût encore imprimé: l'édition est très-belle et très-estimée et n'a pas été surpassée quant à la correction et à la netteté du caractère" (Ruelens-de Backer). – Titel mit größerem, alt hinterlegten Ausschnitt unten rechts, fast ohne Textverlust ("Pl[antin]"), leicht fleckig, stellenweise etwas stock- und braunfleckig, nur leichte Feuchtränder, einige Unterstreichungen, insgesamt etwas gebräunt.
Der besonders schöne zeitgenössische Schweinslederband ist mit mehreren Filetenregistern und einer Kandelaber- wie einer Schachbrettbordüre auf den Deckeln geziert, in deren Mitte jeweils eine große blindgeprägte Platte angebracht ist, auf dem Vorderdeckel mit den weiblichen Tugendgestalten der "Fides" und "Spes" unter einer Dreipass-Arkade mit dem aus den Wolken hervorlugenden Gottvater über einer suggestiven Stadtlandschaft und der Monogrammierung "FH" von dem Wittenberger Buchbindermeister Frobenius Hempel (gest. um 1575) sowie der Inschrift "Impetrat alma Fides Christo quam dante salutem expecatare soror Spes animosa solet" sowie analog dazu auf dem Rückdeckel die Darstellung der einen Bettler empfangenden Caritas mit drei Kindern und dem Motto "Que vocor insigni caritu de nomine virius omnia que pietas suadet obire se" (Haebler I, 173f., VI und XIII). Frobenius Hempel "soll nach Senf 1549 in Wittenberg Meister geworden und 1575 gestorben sein. Die Daten auf seinen Stempeln stehen damit nicht in Widerspruch. Offenbar ist sein Betrieb ein recht bedeutender gewesen, denn es hat sich eine große Zahl von Bänden aus seiner Werkstatt erhalten" (Haebler).

Estimate
€ 500   (US$ 585)


Hammer Price
€ 750 (US$ 877)


Dioscorides, Pedanios
De materia medica

Lot 1041

Dioscorides, Pedanios. Il Dioscoride dell'eccellente Dottor Medico M. P. Andrea Matthioli da Siena; co i suoi discorsi, da esso la seconda volta illustrati, et diligentemente ampliati: Con l'aggiunta del sesto libro de i rimedi di tutti i veleni da lui nuovamente tradotto, et con dottissimi discorsi per tutto commentaro. 32 Bl., 756, 128 S., 4 Bl. Mit 2 (wiederholten) großen Holzschnitt-Druckermarken. 22 x 16,5 cm. HLeder des 19. Jahrhunderts (stärker beschabt und bestoßen, Buchblock verschoben). Venedig, Vincenzo Valgrisi, 1548.

Pritzel 2318. Nicht bei Adams. – Zweite italienische Ausgabe des Matthioli-Kommentars zu den fünf Büchern der Materia Medica, dem Hauptwerk des aus Kilikien stammenden Arztes Pedanios Dioskurides (1. Jahrhundert), dem wohl bedeutendsten Pharmakologen des Altertums. Die erste Ausgabe von Matthiolis Bearbeitung erschien 1544 bei Nicolo de Bascarini in Venedig (vgl. Pritzel 2316), die textliche Grundlage für seine Ausgabe bildete die lateinische Übertragung von Jean Ruel aus dem Jahr 1516. Der vorliegende zweite italienischsprachige Druck ist um ein sechstes, mit eigenem Titelblatt versehenes Buch über die Antidote erweitert. Beide Ausgaben erschienen noch ohne Illustrationen, erst Matthiolis vollständig überarbeitete lateinische Fassung von 1554 war dann mit 563 Holzschnitt-Illustrationen ausgestattet, die ab der vierten italienischen Ausgabe von 1555 auch in die Neuauflagen übernommen wurden.
Das unter dem deutschen Titel Über Heilmittel geläufige medizinische Handbuch des Dioscurides umfasst ca. 1000 Arzneimittel pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs mit knapp 5000 verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. Seine hier erprobte wissenschaftliche Methode der Pflanzenbeschreibung galt bis in die Neuzeit als vorbildlich für spätere Kräuterbücher, wie sie u. a. die Väter der Botanik Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs verfassten. Dioscurides' Arzneimittellehre kursierte über Jahrhunderte in unzähligen Handschriften und Drucken in allen wichtigen Sprachen auch des Orients, als eines der einflussreichsten Werke in der Geschichte der Medizin und Pharmakologie stellte es für mehr 1600 Jahre die maßgebende Autorität auf dem Gebiet der Pharmazie und Pflanzenkunde dar. – Titel lose und mit kleineren Randknicken und -läsuren. Vorsätze, Titel und Register mit sehr zahlreichen Einträgen verschiedener Hände, die von intensiver Benutzung des Exemplars zeugen. Die letzten Blatt teils etwas gelöst und mit kleineren Randläsuren. Insgesamt mal mehr, mal weniger finger- und braunfleckig, stellenweise auch mit schwächeren Wasserrändern. Buchblock in der Mitte verschoben, Schnitt etwas angeschmutzt. Mit einigen Annotationen. Exemplar mit Arbeitsspuren, dadurch aber nicht ohne Charme.

Estimate
€ 300   (US$ 351)


Hammer Price
€ 280 (US$ 327)



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