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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Apr 16, 16:00 CET


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Lonicer, Adam
Naturalis Historiae opus novum. In quo tractatu...

Lot 851

Lonicer, Adam. Naturalis Historiae opus novum. In quo tractatur de natura et viribus arborum, fruticum, herbarum, animanitiumque terrestrium, volatilium & aquatilium. Acceserunt quaedam de stilatitiorum liquorum ratione. 2 Teile in 1 Band. 18 nn., 352 num., 2 nn. Bl. (le. w.); 64 num., 22 nn. Bl. (le. w). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarke und über 780 (10 kolorierten) Textholzschnitten. 32 x 20,2 cm. Braunes Kalbsleder d. 18. Jahrhunderts (Deckel stärker beschabt, bestoßen und berieben, Kapitale ergänzt, Gelenke restauriert) mit goldgeprägtem RTitel und etwas RVergoldung. Frankfurt, Christian Egenolff, (1551-1555).

VD16 L 2414. Adams L 1451. Nissen 1229. Wellcome I, 3853. Benzing, Egenolff, 291. Durling 2848. – Erste Ausgabe eines der erfolgreichsten Medizinal- und Kräuterbücher aller Zeiten, erschienen in zwei Teilen, von denen der zweite jedoch meistens fehlt (und daher auch in den Bibliographien, bei Benzing, VD16 etc., separat geführt wird). Der Arzt, Botaniker und Naturforscher Adam Lonicer (auch Lonitzer und latinisiert Adamus Lonicerus; 1528-1586) stammt aus Marburg, wo er Philosophie und Medizin studierte und 1545 den Magister Artium machte.

"Außer einigen kleineren medizinischen Schriften veröffentlichte Lonicerus im Verlag seines Schwiegervaters Christian Egenolff sein Hauptwerk 'Naturalis historiae opus novum' (2 Foliobände, 1551/55), welches 1565 unter dem Obertitel 'Botanicon' nochmals abgedruckt wurde. Die deutsche Ausgabe 'Kreuterbuch, Künstliche Conterfeyung der Bäume, Stauden, Kräuter …' erschien erstmals 1557; zu Lonicers' Lebzeiten folgten noch fünf Auflagen, danach zahlreiche weitere, bearbeitet von Peter Uffenbach (1679, Neudr. 1934, 1962), später von Balthasar Ehrhart, zuletzt 1783. Im 'Kreuterbuch' werden - nach einer Einleitung über die Technik der Destillation und über die Anlage von Gärten und Baumpflanzungen - nicht nur Bäume, Stauden und Kräuter behandelt, sondern auch Tiere (Insekten, Mollusken, Wirbeltiere) sowie Erze, Edelsteine und Metalle. Das Werk stellt eine Neubearbeitung des 'Kreuterbuchs' (1546) von Lonicers Amtsvorgänger E. Rößlin dar, das seinerseits auf dem 'Hortus sanitatis' oder 'Gart(en)der Gesundheit' (1485, Neudruck 1924, 1966) von Johs. Cuba basiert. Die Holzschnitte sind vor allem aus Rößlins Werk entnommen, viele auch aus dem 'Kreutterbuch' von Hieronymus Bock kopiert. Manche Bilder sind mit allegorischem Beiwerk versehen; einige, vor allem solche von Tieren (z. B. Einhorn, Drachen, Vogel Greif, Entenmuschelbaum), sind reine Phantasiegebilde, die sogar bis in die letzte Ausgabe (1783) beibehalten worden sind" (ADB XV, 147). – Titel mit älter hinterlegten Eckausrissen und zahlreichen hs. Einträgen, darunter zwei der Franziskaner aus Beaune im Burgund "Ex Bibliotheca ff minorum Belnensium" und "Ex Biblio ff minorum Belnensium". Gegen Ende blasse Feuchtränder, stellenweise etwas fleckig und (selten stärker) gebräunt, nur vereinzelte, wenige kleine Knickspuren oder Randläsuren, meist sehr frisch und in gutem Zustand, die Holzschnitte zumeist in sehr gutem, kontrastreichen und gratigen Abdruck. Zehn der Holzschnitte wurden sauber koloriert.

Estimate
€ 4.000   (US$ 4.560)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.269)


Luther, Martin
Das Magnificat Vorteutschet und auszgelegt

Lot 852

Luther, Martin. Das Magnificat Vorteutschet und auszgelegt durch D. Martinum Luther Aug. Vuittemberg. 44 nn. Bl. Mit 2 wdhl. Holzschnitt-Initialen. 20 x 14,2 cm. Moderner schlichter Pappband um 1920 (kaum berieben). (Wittenberg, Melchior Lotter, 1521).

VD16 L 5453. Benzing 855. Knaake 198. – Erste Ausgabe dieser frühesten Bibelauslegung Martin Luthers (1483-1546), die er für den Prinzen Johann Friedrich von Sachsen, noch vor seiner Reise nach Worms, begonnen hatte. Dem Magnificat (der Lobgesang der Maria) hat Luther seine erste Übersetzung des Gebetes König Salomons beigefügt. In der Widmung an Johann Friedrich von Sachsen sagt Luther dafür Dank, daß sich dieser für ihn bei Kurfürst Friedrich nach Bekanntwerden der Bannbulle eingesetzt hatte. Die Widmung ist datiert vom 10. März 1521, jedoch waren von dieser Auslegung erst 3 Bogen im Druck fertig, als Luthers Vorladung nach Worms erfolgte. Er stellte die Arbeit erst auf der Wartburg fertig. Die Vorrede ist ein schönes Zeugnis für Luthers Marien-Verehrung. – Winzige ältere Jahreszahl auf dem Titel, gering gebräunt, vereinzelt leicht feucht- bzw. braunfleckig, die letzte Lage mit kleiner Wurmspur im breiten weißen Rand. Gutes Exemplar.

Estimate
€ 900   (US$ 1.026)


Hammer Price
€ 950 (US$ 1.083)


Luther, Martin
Der LXXXII. Psalm, Ausgelegt. Mart. Luther. Wit...

Lot 853

Luther, Martin. Der LXXXII. Psalm, Ausgelegt. Mart. Luther. Wittemberg. MDXXX. 30 nn. Bl. (l. w.). Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre von Lukas Cranach d. Ä. 19,4 x 15,2 cm. Streifengeheftet. (Wittenberg, Nickel Schirlentz), 1530.

VD16 L 7592. Benzing 2886. – Erste Ausgabe der bedeutenden Psalmauslegung, die sich hier gegen die weltlichen Fürsten richtete. Diese meinten, dass sie durch Luthers Theologie von der Tyrannei des Klerus befreit worden seien und nun frei vom Evangelium ihrem Mutwillen freien Lauf lassen könnten. - Die schöne Titelbordüre (abgebildet bei Johann Luther Tafel 23), zeigt oben die Heilige Dreieinigkeit, an den Seiten zwei Propheten, unten die Christgeburt sowie die Wappen von Luther, Melanchthon und der Druckermarke des Nickel Schirlentz. Die Bordüre, bei Zimmermann 85 und Dodgson II, 35, 11 beschrieben, kann der Werkstatt von Lukas Cranach d. Ä. (1472-1553) zugeschrieben werden. – Mit Gebrauchsspuren, vereinzelt leichten Fleckchen, wenigen Feuchträndern, teils leichte Knicke, Titelblatt mit Eckabriss oben und Randeinrissen sowie größerem Riss, das erstes Blatt mit Einrissen (dieses mit winzigem Buchstabenverlust, Titel jedoch vollständig ohne Darstellungsverlust), etwas unfrisch.

Estimate
€ 200   (US$ 227)


Hammer Price
€ 440 (US$ 501)


Luther, Martin
Der Siebend Teil aller Bücher - Jena, Steinmann...

Lot 854

Luther, Martin. Der Siebend Teil aller Bücher und Schrifften des thewren seligen Mans Gottes D. Martini Lutheri vom XXXVIII. jar an biß auff das XLII. geschrieben und im Druck außgangen. Zum fünfften mal gedruckt, aller ding dem vorigen Druck gleich. On was nach ordnung der Zeit etwas geendert ist. 4 nn., 449 num. Bl. Mit Holzschnitt-Titel und ganzseitigem Textholzschnitt. 29 x 19 cm. Leder d. Z. (Lederstück unten am Rücken und Kapitale abgeschürft, wenige kleine Fehlstellen und Wurmstiche, etwas beschabt) über schweren, abgefasten Holzdeckeln mit 5 (statt 8) punzierten Buckel-Eckbeschlägen und 2 Schließbeschlägen (ohne die Schließen). Jena, Tobias Steinmann, 1598.

VD16 L 3405. – Der siebente Band der Steinmann'schen Ausgabe der Werke Martin Luthers (1483-1546), der im Text den vorhergehenden Drucken folgt. Steinmann (1556-1631) kam aus Leipzig und ließ sich nach Lehrjahren der Buchdruckerkunst in Breslau, Olmütz, Prag, Köln, Nürnberg und Ingolstadt als reformierter Verleger und Drucker in Jena nieder, wo er bald zum Ratsherren erkoren wurde. Auf der Basis der Drucke des Thomas Rebart veranstaltete Steinmann die letzte große Luther-Ausgabe des 16. Jahrhunderts. Dem Druck des siebenten Teils war schon die 1568 zusammen mit Donatus Richtzenhan (VD16 L 3368) und 1581 die von Thomas Rebart alleine veranstaltete Ausgabe (VD16 L 3390) vorangegangen - beide kollationsgleich mit der vorliegenden. – Titel mit kleinem Besitzvermerk, selten vereinzelte Wurmstiche, etwas gebräunt und angestaubt, wenige ältere Unterstreichungen, insgesamt ordentliches Exemplar.

Estimate
€ 300   (US$ 341)


Hammer Price
€ 240 (US$ 273)


Luther, Martin
Hundert und zwentzig Propheceyunge

Lot 855

Luther, Martin. Hundert und zwentzig Propheceyunge, oder Weissagung, des ... Martini Luthers, von allerley Straffen, so nach seinem Tode uber Deutschland, von wegen desselbigen grossen und vielfaltigen Sünden, kommen solten. Aus seinen Büchern zusammen gezogen, und welche Lateinisch geschrieben, verdeutscht, durch M. Petrus Glaser. 4 Bl., 110 S., 1 w. Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit kleinem Portrait-Holzschnitt auf dem Titel. Pappband d. Z. (Deckelbezug aus einem handschriftlichen Pergamentblatt des 15. Jahrhunderts; etwas fleckig und berieben, mit großem Feuchtigkeitsfleck und kleineren Wurmspuren; ohne die Schließbänder) mit späterem hs. Papierrückenschild. Magdeburg, Johann Francke, 1592.

VD 16 ZV 10158. – Zweiter Druck der Textsammlung aus Luthers Schriften, der Erstdruck erschien noch zu Lebzeiten des Herausgebers Peter Glaser (1528-1583) 1557 in Eisleben. Der lutherische Theologe Glaser wirkte als Archidiakon und Prediger in Dresden. 1574 gehörte er zu den Erstunterzeichnern der Torgauer Artikel, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Abendmahlsstreit zur Ausgrenzung der Anhänger Philipp Melanchthons, der sogenannten Philippisten, in Kursachsen führte. – Gebräunt und etwas braun- bzw. stockfleckig, stellenweise mit kleinem Wasserrand. Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk im unteren Rand. Vorsätze mit längerem zeitgenössischen Eintrag. – Beigebunden: Richard von Pfalz-Simmern. Gruendtlicher und bestendiger Gegenbericht ... auff die unlangst in Franckfurter Fastenmeß, durch den Truck außgesprengte vermeinte kurtze Verzeichnus, des jenigen, so sich zwischen S. F. G. und dero freundtlichen lieben Vettern unnd Sohn, dem ... Herrn Friderichen dem IIII. Pfaltzgrafen bey Rhein ... den 18. Januarij Anno 1592. und die nachfolgende Tag, wegen der Tutel, und respectiue Curatel und Administration Churfuerstlicher Pfaltz, verlauffen haben solle ... Zu End sind Copie des sibenden Tituls der guldenen Bull, und Koenig und Keisers Sigismundi Constitutionen, beneben einem kurtzen Indice angehengt. 1 Bl., 134 (recte: 133) S. Tübingen, Georg Gruppenbach, 1592. - VD 16 P 2267. Zweiter von zwei erschienenen Tübinger Drucken aus dem Jahr 1592. - Etwas gebräunt und braunfleckig, am Schluss mit kleinem Wasserrand.

Estimate
€ 750   (US$ 854)


After-Sales Price
€ 500   (US$ 570)


(Sale closed.
Inquire for availability.)

Luther, Martin
Passional Christi vnd Antichristi.

Lot 856

(Luther, Martin). Passional Christi und Antichristi. 14 nn. Bl. Mit breiter Holzschnitt-TBordüre und 26 großen Textholzschnitten von Lucas Cranach d. Ä. und Werkstatt. 20,1 x 15 cm. Geheftet mit neuerem Heftstreifen am Rücken. Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1521.

VD16 L 5586. Benzing, Luther, 1016. Muther 1582. Dodgson II, 324, Fairfax Murray 255. Lipperheide Cg 14. Hollstein VI, 66, a-j, k1, l-z. Koepplin-Falk 218. Kind 529 & 529a. – Erste Ausgabe von Martin Luthers Cranach-Passionale, des äußerst seltenen Holzschnittwerkes mit der Gegenüberstellung von Christi Werk und Leiden und den bösen Taten des Papstes als Antichrist. Hier in der dritten Druckvariante.
Der Text ist wahrscheinlich in Zusammenarbeit von Luther und Melanchthon entstanden (vgl. Dommer S. 125). Die großen Holzschnitte werden von Dodgson II, 324, 3 dem Hans Cranach zugeschrieben, stammen aber der neueren Forschung zufolge von Lucas Cranach d. Ä. "Eines der wirksamsten Kampfbilder gegen Rom war die eindrucksvolle Gegenüberstellung von Christus und Papst. Es sind 13 Doppelbilder: der Darstellung aus dem Leben und Leiden des Heilands folgt jeweils ein Gegenbild aus dem weltlichen und pomphaften Leben des Papstes. Die Idee fußt auf einem hussitischem Vorbild, von dem Luther wahrscheinlich durch eine tschechische Bilderhandschrift aus dem Besitz des Kurfürsten (jetzt in der Prager UB) Kenntnis erhielt. Anregung und Plan stammen von Luther, Ausführung von Cranach, Texte von Melanchthon, der sie aus der Bibel und den kanonischen Schriften auswählte, um darzutun, wie wenig die Hlg. Schrift und päpstliches Recht zueinander stimmen". (Zit. nach Gerd Rosen, Slg. Neufforge Nr 58). -
"In dreizehn antithetischen Bilderpaaren, mit kurzen Textbeigaben unter jedem Holzschnitt, wird der Lebenslauf Christi mit dem Leben des Papstes und den Gebräuchen der Kurie kritisch verglichen. Die erste Ausgabe dieser Reformations-Kampfschrift erschien kurz nach dem Wormser Reichstag, wohl noch im Mai 1521. Ausser mehreren deutschen Neuauflagen in diesem Jahr (wie gesagt vier) ist auch eine lateinische Ausgabe (Übersetzung: Benzin 1024) bekannt. Die Kommentare aus der Bibel bzw. den päpstlichen Dekretalen stammen von Philipp Melanchthon und dem Juristen Johann Schwertfeger, das kurze Nachwort vielleicht von Luther selbst" (Kopplin & Falk).

Die Variantenmerkmale des vorliegenden Exemplars (VD16 L 5586. Benzing, Luther, 1016) sind: ohne Signatur auf Blatt B3r, Fehlstelle im Rahmen oben links des Holzschitts auf Blatt B1v, kein stärkerer Riss in B1v (Ausschluss der anderen Drucke Benzing 1014-1017). – Titel mit winziger Rasurstelle, durchgehend etwas fingerfleckig, gleichmäßig gebräunt, mit blassen Wasserrändern aber kaum sonstigen Flecken, wenige Blätter am Rand unwesentlich fransig, insgesamt schönes, vollständiges, wohlerhaltenes und breitrandiges Exemplar.

Estimate
€ 9.000   (US$ 10.260)


Hammer Price
€ 10.000 (US$ 11.399)


Luther, Martin
Von Ehesachen. Martinus Luther. Wittenberg M.D....

Lot 857

Luther, Martin. Von Ehesachen. Martinus Luther. Wittenberg M.D.XXX. 32 nn. Bl. (le. w.). Mit 4-teiliger Holzschnitt-Titelbordüre. 18,9 x 14,6 cm. (Nürnberg, Johann Stuchs, 1530).

VD16 L 7248. Benzing 2865. – Die zweite Ausgabe der Schrift "Von Ehesachen" des Martin Luther (1483-1546), die erste und einzige von Johann Stuchs (auch Stüchs) in Nürnberg gedruckte.
"Im einzelnen beschäftigt sich Luther in seiner Schrift 'Von Ehesachen' (1530) fast ausschließlich mit dem Verlöbnis. Er übt scharfe Kritik am kanonischen Sponsalienrecht und stellt ihm ein widersprechendes Eheschließungsrecht entgegen. Er sieht schon im öffentlichen, d. h. mit Zustimmung der Eltern geschlossenen Verlöbnis den ehebegründenden Akt und unterscheidet demgemäß zwischen 'Verlobter Ehe' und 'Ehe im Werk'. Nach heutiger evangelischer Auffassung wird die Ehe schon durch die Willenserklärung vor dem staatlichen Standesbeamten geschlossen. Die Bedeutung der kirchlichen Trauung erblickt Luther lediglich darin, daß die Eheleute ihre Ehe unter den Schutz der Verheißung Gottes und der Hilfe der christlichen Gemeinde stellen wollen. Durch die Trauung wird die innere Verbindung der Eheleute mit Christus und der kirchlichen Gemeinschaft im Rahmen der göttlichen Stiftung des Ehestands hergestellt. Nach dem Traubüchlein Luthers geht die Liturgie der Trauung in einem dreifachen Schritt vor sich: Trauung vor der Kirchentüre mit Jawort des Ehepaars und Übergabe der Ringe, Verkündigung der Botschaft der Hl. Schrift vor dem Altar und abschließender Segnung. Den kirchlichen Ehehindernissen steht Luther völlig ablehnend gegenüber. Nur die Verbote des Moses bezüglich der Heirat unter Verwandten läßt er als verpflichtend gelten. Die Unauflöslichkeit der Ehe erkennt er grundsätzlich an, läßt aber die Scheidung in bestimmten einzelnen Fällen zu (Ehebruch, Eheuntüchtigkeit, Versagen der ehelichen Pflicht, bösliches Verlassen). Den Ehebrecher erachtet er für 'tot' und die Ehe durch den Ehebruch auf natürliche Weise geschieden. Ein Gatte, der die Kraft zum Verzeihen nicht aufbringt, ist nach staatlicher Scheidung der Ehe berechtigt, eine neue Ehe einzugehen. Die Grundgedanken Luthers blieben auch für die heutige evangelische Eheauffassung geltend" (Karl Weinzierl, Rezension zu Klaus Suppan. Die Ehelehre Martin Luthers. Salzburg 1971). – Titelblatt mit kleinen Ausrissen im rechten, breiten weißen Rand (vom Griffregister), die letzten Lagen mit kleinem Löchlein, gering gebräunt oder angestaubt, kaum fleckig. Mit vereinzelten interessanten Anmerkungen und Unterstreichungen, wohl von dem sich auf dem letzten Blatt mit seinem Besitzvermerk nennenden Humanisten "Johannes Feurelius", eines Pfarrers zu Kitzingen, der aus Roth an der Frankischen Saale stammt. Er unterstrich einige Passagen und notierte beispielsweise daneben "frag", um zu kennzeichnen, das dort noch Klärungsbedarf wäre. Auf Seite D1recto findet sich unter dem "frag" auch eine hübsche Randzeichnung in braunschwarzer Tinte mit einer entzückenden kleinen Braut der Reformationszeit.

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.140)


Hammer Price
€ 650 (US$ 740)



Melanchthon, Philipp
Ursachen so die Chur und Fürsten

Lot 858

(Melanchthon, Philipp). Ursachen so die Chur und Fürsten: auch Stende und Stedte, der bekentnis, warhafftiger, Göttlicher, und Evangelischer Lahr, allen Königen, Hoheiten, und Potentaten, der Christenheit, durch jr schreiben, zu erkennen gegeben, darümb sie Bapst Pauli, des namens des dritten, ausgeschrieben Concilium, das er auff den drey und zwentzigsten tag Maij, schirstkünfftig, gegen Mantua angesatzt, billich vordechtig, auch zu gemeiner Christlichen einigkeit, nicht dienstlich achten und halten. 17 nn. Bl. 19,5 x 15 cm. Marmorpapierbroschur des späten 19. Jahrhunderts mit montierter Briefmarke. Wittenberg, (Georg Rhau), 1537.

VD16 M 2664. Kuczynski Nr. 2671. Knaake III, 1063. – Eine von drei Druckvarianten, die im Jahr 1537 in Wittenberg bei Georg Rhau erschienen. Offizielle Ablehnung der in Schmalkalden versammelten Verbündeten an der Teilnahme an dem von Papst Paul III. geplanten Konzil von Mantua (das schließlich abgesagt werden musste und erst 1545 in Trient größtenteils ohne Beteiligung der Lutheraner stattfand). – Vereinzelte schwache Braunflecken und schmale Wasserrändchen. Wohlerhaltenes, breitrandiges Exemplar. Innenspiegel mit montiertem Exlibris.

Estimate
€ 500   (US$ 570)


Hammer Price
€ 480 (US$ 547)


Mengo, Girolamo
Flagellum daemonum, exorcismos terribites

Lot 859

Mengo, Girolamo. Flagellum daemonum, exorcismos terribites, potentissimos, et efficaces. 3 Teile in 1 Band. 8 Bl., 247; 102 S., 1; 8 Bl.; 350 S. Mit 2 Holzschnitt-TVignetten. 14,4 x 9,8 cm. Schwarzbraunes Leder d. Z. (Rücken und Gelenke brüchig, beschabt und bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel und reicher RVergoldung mit Fleur-de-lys-Stempeln, doppelten Goldfileten auf den Deckeln, Eckmonogramms "CC" und goldgeprägtem Supralibros auf den Deckeln mit demselben Monogramm "CC". Venedig, Guerrera, 1597.

STC 434. Vgl. Graesse, BMP, 28. Thorndike VI, 556. Caillet 7378f. Rosenthal, BMP, 2227ff. Nicht bei Adams. – Sehr seltene, frühe venezianische Ausgabe des berühmt-berüchtigten "Flagellum daemonum", der "Dämonengeißel", die nur 20 Jahre nach der ersten Ausgabe von 1577 erschien. Der erste Teil des "Flagellum Daemonum" verspricht "Remediaque probatissima, ac doctrinam singularem in malignos spiritus expellendos, facturasque & malieficia fuganda de obsessis corporibus complectens; cum suis benedictionibus & omnibus requisitis ad eorum expulsionem", also zahlreiche konkrete exorzistische Formeln, mit Hilfe derer man den Hexen erkannte, Teufel austrieb, die in die menschlichen Körper gefahren waren. Der zweite Teil "Remedia efficacissima in malignos spiritus expellendos" enthält auch Hinweise für und Anleitungen Priester und Geistliche zur Teufelsaustreibung. Es folgt der "Fustis daemonum adiurationes formidables & potentissimas, in malignos spiritus fugandos de oppressis corporibus humanis", also der "Dämonenknüppel", dessen Rechtfertigung der Autor aus der Apokalypse herleitet: "Ex sacrae Apocalypsis fonte...".

"Für exorzistische Zwecke legte Menghi ... 1576 - wohl angeregt durch Silvestro da Prierio - ein eigenes Buch ... in lateinischer Sprache, für die Exorzisten vor, den 'Flagellum daemonum' (Dämonengeißel), dem 1584 der 'Fustis daemonum' (Dämonenknüppel) folgte. Beide Werke haben den gleichen Aufbau. Zuerst wird den berufsmäßigen Exorzisten in einer Anzahl von Thesen das theoretische Wissen für ihre Tätigkeit nahe gebracht. Darin schreibt Menghi dem Teufel und den Dämonen eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten auf die Menschen zu bis dahin, von außen in den Körper eines Menschen einzudringen und sich darin festzusetzen, um den Besessenen für seine Pläne zu benutzen" (Probst 2008,102).

"L'auteur qui s'appuie sur l'autrorité des Pères de l'Eglise, de Psellus, Gerson, Scotus, dit, entre autres, que les démons peuvent habiter dans le corps humain, que ceux-ci se querellent et que l'infidélité des exorcistes peut empêcher la délivrance de possédés" (Dorbon 3040).
Girolamo Menghi (auch Mengo, Mengus; 1529-1609) stammt aus Viadana in der italienischen Provinz Mantua, wurde Franziskanerminorit und machte sich schnell einen Namen als höchst erfolgreicher Exorzist. Die katholische Kirche setzte das Buch erst 1617 auf den Index. – Gelenke schwach, leicht knapp beschnitten, nur vereinzelte, unwesentliche Papierläsuren, minimal gebräunt, kaum fleckig. Vorsatz mit 2 kleinen Exlibris. Gutes Exemplar in sehr suggestivem Einband aus der Bibliothek des Herzogs von Auvergne und Angoulême Charles de Valois (1573-1650), eines Sohnes von Karl IX. und dessen Mätresse Marie Touchet mit dessen ligiertem C-Monogramm auf den Deckeln und den heraldischen Lilien auf dem Rücken als Zeichen der französischen Monarchie.
Die Ausgabe von Guerra in Venedig 1597 gehört zu den seltensten des ansonsten häufig gedruckten Buches. Das einstige Exemplar der Berliner Staatsbibliothek ist beispielsweise mit "Kriegsverlust - keine Benutzung moeglich" gekennzeichnet.

English: Joints weak, a little narrowly cut to edge, here and there few minor damages to paper, minimally browned, hardly spotted, flyleaf with two bookplates. Bound in contemporary black-brown calf (back and joints brittle, scuffed and scratched) with gilt spine title and richly gilt back with fleur-de-lys stamps and gold pressed monogramm "CC" and a supralibros on both covers.

Estimate
€ 800   (US$ 911)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.280)



Moller, Tobias
Gründtliche Wiederlegung, Sambt eigentlicher Be...

Lot 860

Moller, Tobias. Gründtliche Wiederlegung, Sambt eigentlicher Beschreibung, der jenigen Restitution Anni und Calendarij, so sich dermal eins ... sehen lassen, Jm Jar, M.D.LXXXIII. Allen Potentaten, Fürsten ... zur nachrichtung, auff das dieselbige, weil sie aus gantz keinem Fundament ... gesetzet, nicht Publicirt oder ins Werck gerichtet werden möge, beschrieben. Und sambt kurtzer anzeigung, wie unnd welcher gestalt, eine solche Hochnötige Emendation richtig und gantz volstendig zu uberkommen, unnd endlichen ins Werck zu richten. Mit vleis erkleret, und den sehr schönen Künsten der Astronomiae zur Rettung gesetzet. 20 nn. Bl. Titel in Schwarz und Rot gedruckt. 19,5 x 15 cm. Schlichter moderner Pappband. (Leipzig, Johann Beyer für Simon Hüter, 1583).

VD16 M 6069. Nicht bei Houzeau-Lancaster (der jedoch andere Titel des Autors verzeichnet, vgl. 13777-13790). – Eine von zwei Varianten der von dem "Astronomum" M. Tobias Moller verfassten Gegendarstellung zu den landläufigen Fürstenkalendern, die er aufgrund von eigenen Beobachtungen zu korrigieren meinte. – Etwas gebräunt und braunfleckig, sonst nur wenige Gebrauchsspuren. Wenige zeitgenössische Marginalien mit Tinte. Selten, ist kaum im Handel jemals angeboten worden.

Estimate
€ 200   (US$ 227)


Hammer Price
€ 850 (US$ 968)



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