Please enter search terms:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Sprache / Lingua / Language


Catalogue Contents

Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 20,00
Auction Date Tue Oct 15, 10:00 CET


» Entire Catalogue (Lots 1001 - 1295)

» Catalogues (Order)

» Terms and Conditions (PDF)
» First Time Bidders (as PDF)
» Form for your bids (PDF)
All Chapters Handschriften und Einzelblätter / Manuscripts / Manoscritti
to
Faksimiles
» Chapters

... 7 8 9 10 11 12 13 14 15 ... 30   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page

Main Image Description Status
Guigo de Castro
Statuta Ordinis Cartusiensis a domino Guigone p...

Lot 1100

Guigo de Castro. Statuta Ordinis Cartusiensis a domino Guigone priore cartusie edita. 6 Teile in 1 Band. 50; 25 (statt 26); 106; 26; 59 (statt 60) Bl. Mit zahlreichen großen roten Lombarden, hunderten kleinerer Initialen und durchgehender Rubrizierung. Mit 30 kleineren und 3 (statt 5 von 27 Stöcken; davon 1 ganzseitigem) teils kolorierten, teil- oder ankolorierten Textholzschnitten von Urs Graf. 30,5 x 21 cm. Schlichter Pappband des 18. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen, mit Bezugsfehlstellen, fleckig) mit hs. RSchild. (Basel, Johann Amerbach, 15. I. 1510).

VD16 G 4071. Adams G 1559. Panzer VI, 186, 84. Proctor 14140. Clement VI, 315ff. Lonchamp 1338. Heckethorn 45, 34. Hieronymus Nr. 60. Muther 1285 (mit Tafel 219). Nicht bei Heinemann, Volkskunde der Schweiz. – Erste und einzige Ausgabe des "Opus rarissimum" (Panzer), das als "extrêmement rare" (Clement) gilt und in sechs Teilen die gesamten Statuten und Ordensregels des Karthäuserordens darlegt. Der Autor war der Karthäuser Gigo von Kastell (auch Guigues du Chastel, Guigo de Castro oder Guigo de Saint-Romain; 1083-1136), der als Guido I. fünfter Prior der Grande Chartreuse, des großen Mutterklosters des Kartäuserordens, erstmals die meist nur durch mündliche Überlieferung tradierten und befolgten Ordensregeln schriftlich niederlegte. Praktisch gelten diese Regeln seit dem 12. Jahrhundert noch heute.

Die bemerkenswerte Seltenheit des Drucks erklärt sich durch die zum Anfang des 16. Jarhunderts nur in wenigen Exemplaren gedruckte Auflage, der auch keine weiteren folgen sollten. Sie war vornehmlich für die Ordensmitglieder und die einzelnen Filiationen der Grande Chartreuse vorgesehen. Als Auftraggeber und Herausgeber fungierte der Prior der Karthause bei Freiburg im Breisgau, Gregor Reisch (1470-1525), der vor allem durch seine große allgemeine Enzyklopädie, die "Margarita philosophica", bekannt geworden war.

Bei den hübschen, von Lüthi (128, 8/9) beschriebenen Holzschnitten handelt es sich um die frühesten Arbeiten des Schweizer Zeichners, Illustrators und Kupferstechers Urs Graf d. Ä. (1485-1528), die dieser für die Amorbachsche Offizin in Basel schuf.

Der Holzschnitt verso Titel des 2. Teils ("Statuta") zeigt den Stammbaum der Karthäuser, vom Heiligen Bruno von Köln ausgehend bis über Guigo zu den aktuellen Prioren vom Ende des 15. Jahrhunderts. Unten liegt - wie bei der Wurzel Jesse - der mönchisch gewandte "Bruno primus car.", aus ihm wächst der große grüne Baum, flankiert von Maria und Johannes dem Täufer (im vorliegenden Exemplar recht hübsch in Rot, Blau und Grün koloriert). Es folgt im 4. Teil ("Statuta nova") der Prior "Guilhelmus Rainaldus" auf dem Thron, umgeben von den Gelehrten Karthäusern (teilkoloriert in Rot) sowie, im 5. Teil den ganzseitigen Holzschnitt mit dem Prior Franciscus de Puteo, der mit den Mönchsbrüdern die Statuten diskutiert (lediglich sauber ankoloriert). Die 30 Textholzschnitte im letzten Teil zeigen Papstporträts. Es fehlen die beiden mehrteiligen blattgroßen Holzschnitte im zweiten und sechsten Teil mit den 9 Szenen aus der Geschichte der Ordensgründung sowie die Wiederholung des Stammbaums, der umgeben ist von 17 Papstporträts.

Das Kolophon lautet: "Ex officina nostra litteraria: basileae ad. xviij. calendas februarias. M.D.X." und "Impressa Basilee arte et industria magistri Iohannis amorbachij ac collegarum suorum. impensis domus montis sancti iohannis baptiste, prope friburgum. Anno domini quingentesimo decimo supra millesimum ad. 18. calendas februarias."

Die von Exemplar zu Exemplar unterschiedliche Bindung der einzelnen Teile fasst die sechs hier folgendermaßen zusammen:
1)
Repertorium statutorum ordinis cartusiensis per ordinem alphabeti. a8 b-h6 i-k8 = 50 Bl.
2) Statuta Ordinis Cartusiensis a domino Guigone priore cartusie edita. A8 B-D6 = 25 (statt 26, le. w.) Bl., fehlt Blatt A2 mit dem ganzseitigen Holzschnitt (Darstellung des Kartäuserordens in neun Bildern).
3) Statuta antiqua ordinis cartusiensis in tribus partibus comprehensa. a-d8.6 e-g8 h-m6 n-p8 = 106 Bl. Mit großem koloriertem Textholzschnitt verso Titel.
4) Statuta nova ordinis cartusiensis in tribus partibus, antiquorum statutorum pribus correspondentibus comprehensa. q-s6 t8 = 26 Bl. Mit (in Rot) teilkolorierten Textholzschnitt verso Titel.
5) Tertia compilatio statutorum ordinis cartusiensis. v8 x-y6 z8.
Mit ganzseitigem (in Grün und Rot) ankoloriertem Textholzschnitt verso Titel.
6) (Privilegia ordinis cartusiensis: et multiplex confirmatio eiusdem). A10 b-h6 i8 = 59 (statt 60) Bl. Es fehlt Blatt A1 mit dem Titel und verso dem ganzseitigen, 18-teiligen Textholzschnitt. Mit 30 kleinen Textholzschnitten mit den Karthäuserpäpsten. – Es fehlen 2 Blätter mit 2 Holzschnitten verso (aus 27 einzelnen Blöcken gedruckt). Gegen Anfang und Schluss etwas wurmstichig und mit Wurmgängen, meist aber nur mit kleinem Buchstabenverlust. Nur ganz vereinzelte Papierläsuren durch Einriss an den Griffregisterlitzen, kaum fleckig, insgesamt sauberes, sehr breitrandiges Exemplar in hübschem Kolorit und sauberer durchgehender Rubrizierung.

Estimate
€ 3.500   (US$ 3.850)


Hieronymus, Sophronius Eusebius
Ominum Operum

Lot 1101

Hieronymus, Sophronius Eusebius. Omnium Operum. Hrsg. von Erasmus von Rotterdam. Teil I-II (von 9) in 1 Band. 26 nn., 141 num., 1 nn. Bl.; 238 num. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke verso Titel, 2 verschiedenen, breiten 4-teiligen Holzschnittbordüren sowie zahlreichen Metallschnittinitialen. 35,5 x 25 cm. Holzdeckelband d. Z. (etwas fleckig, kleine Fehlstelle, einige Wurmspuren) mit breitem blindgeprägtem Schweinslederrücken, mit hs. RTitel und 2 intakten Messingschließen. Basel, Johann Froben, (1516).

VD16 H 3482. Adams J 113. Heckethorn 98, 48. Panzer IV, 196, 160. Van der Haeghen II, 29. Hieronymus II, 175. – Die ersten beiden Teile der ersten Gesamtausgabe, die Johann Froben initiierte und dann unter der Mitarbeit von Bruno, Basilius und Bonifacius Amerbach sowie von Jakob Rechburg zwischen 1516 und 1520 erschien. Die bemerkenswert schönen Chiasoscuro-Holzschnittbordüren von Urs Graf (1485-1529) setzten sich jeweils aus vier Stöcken zusammen, beschrieben bei Hieronymus: "Für das Titelblatt verwendet Froben ... Grafs Einfassung mit den Kandelabern mit Satyr und Fabelwesen, Festons und vier Knaben mit Wappenschild, nach Dürer, ... zuerst in den beiden Adagia-Ausgaben von 1515 verwendete Folio-Einfassung mit Säule und Doppelsäule nach Dürers Einassung für Pierckheimer von 1513 ... an die Stelle des Reihers (Dürer) bzw. des Narren (Lob der Torheit) ... Eva mit Schlange getreten [sowie] ein nackter Knabe ... Die Säule links hat Graf der grossen rechten mit Variationen angepasst (Inschrift MVA noch ungedeutet, VRS, trotz Monogramm auf der untern Querleiste wohl doch als Signatur zu verstehen, zumal die Leisten ja auswechselbar sind; MVA vielleicht als EVA zu lesen?". – Titel mit ausgestrichenem Besitzvermerk sowie zwei kleinen blassen Stempelchen des Kapuzinerordens Rosenheim, datiert 1856. In das Blankowappen der ersten Bordüre ist der Besitzvermerk desselben Klosters in schwarzer Handschrift eingeschrieben. Einige Wurmlöchlein, wenige Fleckchen, kaum Läsuren, nur ganz vereinzelte Unterstreichungen.

Estimate
€ 500   (US$ 550)


Hieronymus, Sophronius Eusebius
Opera omnia. Quintus, Octavus, nonus

Lot 1102

Hieronymus, Sophronius Eusebius. (Opera omnia). Quintus, Octavus [und] Nonus tomus operum, zus. 3 Teile (von 10) in 2 Bänden. 745 S., 1 Bl.; 138 S., 96 nn. Bl. (Appendix), 257 S., 1 Bl. Mit einigen hübschen Holzschnitt-Initialen, 5 wdhl. Holzschnitt-Druckermarken und 6 Kanontafeln mit Holzschnitt-Rahmen. 39,5 x 24 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas beschabt, berieben, bekratzt und leicht fleckig) über abgefasten Holzdeckeln mit hs. RTitel und 3 (von 4) ziselierten Schließen. Basel, Johann Froben, 1525-1526.

Graesse III, 273. VD16 H 3483. Vgl. Adams J 113f. – Zweiter Druck der zuerst 1516 bei Froben in Basel erschienenen Edition, herausgegeben von Erasmus von Rotterdam (1466-1536), der ersten Gesamtausgabe der Schriften des Kirchenvaters Hieronymus (347-420). "Érasme a expliqué assez bien les passages obscurs et séparé les écrits originaux des supposés" (Graesse, III, 273).
Bemerkenswert schöner Druck in ausgezeichneter Typographie, teils mit griechischen, teils mit hebräischen Typen. – Minimal gebräunt, mit einigen hs. Notizen, kleinen roten Nota-Bene-Händchen und Unterstreichungen im Buch. Schöner dekorativer Schweinsledereinband, mit floralen blindgeprägten Motiven im Mittelfeld. Beide Bände mit zeitgenössischem Besitzvermerk "Sum Hermani Ebingeri - Sum Sebastiany Ebingery".

Estimate
€ 800   (US$ 880)


Torres, Jero´nimo
Confessio Augustiniana

Lot 1103

Torres, Jerónimo. Confessio Augustiniana in libros quatuor distributa et certis capitibus locorum theologicorum. Secunda editio. 18 nn., 284 num., 33 nn. Bl. 31,5 x 20 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (teils angestaubt und bestoßen, Kratzer auf dem Vorderdeckel, kleine Wurmspuren) über Holzdeckeln mit hs. RTitel, Bibliotheksnummer und hs. Initialen "AR" auf Vorder- und Rückdeckel, 2 ziselierten Messing-Schließen sowie Rotschnitt. Dillingen, Sebald Mayer, 1569.

VD16 A 4173. Bucher, Dillingen, 271. De Backer-Sommervogel VIII, 127, 3. – Zweite Ausgabe des bedeutendsten Werkes des Hieronymus Torrensis (Jerónimo Torres; 1527-1611), spanischen Jesuiten und Ingolstädter Professors, das die katholische Lehre aus den Schriften des Heiligen Augustinus klar herausstellt. Bereits in der Formulierung des Titels will es als Gegenstück zur protestantischen "Confessio Augustana" (als geistreiches Wortspiel) verstanden werden. – Titelblatt gestempelt, mit alten, teils ausgestrichenen Besitzvermerken, minimal gebräunt, minimale Wurmspuren, sonst kaum Gebrauchspuren. Bemerkenswert schöner Einband in reich blindgeprägtem Schweinsleder. Die Deckel sind mit ornamentalen Bändern und einer Heiligenrolle geschmückt, auf der Christus mit dem Heiligen Stephanus, Petrus und Johannes zu sehen ist. Die hübsche Mittelplatte zeigt unter vier Bogenädikulen die Tugenden "FIDES", "SPES", "VERITAS" und "PACIENCIA".
Ausgeschiedenes Exemplar aus der Universitätsbibliothek Breslau mit deren schwarzem Stempel verso Titelblatt: "Ex Bibliotheca Reg. Univers. Vratisl." und dem grün-grauen Dublettenstempel: "Doublette aus der Bresl. Universitäts-Bibliothek" und dem entsprechenden Vermerk in Bleistift auf dem vorderen Innendeckel, mit dem das vorliegende Exemplar ausgesondert wurde : "Dbl. zu: Theol. rec. VII, Fol. 35".

Estimate
€ 600   (US$ 660)



Ignatius von Antiochien
Tou en agios ieromartyros

Lot 1104

Ignatius von Antiochien. Tou en agios ieromartyros ... epistolai (graece). Sancti Martyris epistolae [und:] Epistolae, prosus Apostolicae. 2 Teile in 1 Band. 69 S., 1 w. Bl.; 78 S. Mit 2 wdhl. Holzschnitt-Druckermarken. 16,5 x 10,5 cm. Moderner Pappband. Antwerpen, Ch. Plantin, 1566.

Degeorge 147. Hoffmann II, 533f. Ruelens-de B. 64, 36. Voet 1435/36. Nicht im STC und bei Adams. – Erste Plantin-Ausgabe und zugleich die erste Ausgabe in der Auslegung der Märtyrerbriefe des römisch-katholischen Theologen Hieronymus Verle (auch Verlenius, Vairlenius, Verlensis; 1511-1586). "Verle zeigt sich als ein freisinniger Humanist. Später, da er im geistlichen Amt stand, war er weniger nachgiebig und mild, ohne doch eben streitsüchtig zu sein, wie die von ihm verfaßten ... 'Epistolae D. Ignatii, Archiepiscopi Antiochiae et Martyris, Graece cum Latina interpretatione et brevissimis in eas scholiis' (Antw. 1566 und 1588) erweisen" (ADB, XL, 398). – Titel des ersten Teil im Bug mit unschönen Montierungsresten, stark gebräunt, mit Fleck im unteren Rand, minimalem Löchlein am rechten Rand der Druckermarke und leicht quetschfaltig. Leicht gebräunt und minimal braunfleckig.

Estimate
€ 450   (US$ 495)



Irenäus von Lyon
Opus erudissimum in quinque libros digestum

Lot 1105

Irenäus von Lyon. Opus erudissimum in quinque libros digestum, in quibus mire retegit & consutat veterum haereseon impias ac portentosas opiniones ... emendatum opera Des. Erasmi Roterodami. 6 Bl., 338 S., 7 Bl. Mit 3 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken, vierteiliger figürlicher Holzschnitt-Bordüre und 2 großen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 29 x 20 cm. Blindgeprägter flexibler Kalblederband d. Z. (brüchig und fleckig, mit Fehlstellen, Wurmgängen und Randläsuren, mit altem RSchild). Basel, Johannes Froben, August 1526.

VD16 I 318. Adams I, 150. – Erste von Erasmus von Rotterdam besorgte Ausgabe seines fünf Bücher umfassenden Hauptwerks Entlarvung und Widerlegung der sogenannten Erkenntnis, das unter dem lateinischen Titel Adversus haereses ("Gegen die Häresien") tradiert ist und eine der wichtigsten Quellen für die Kenntnis des Gnostizismus darstellt. Der frühchristliche Kirchenvater Irenäus (um 135-um 200) stammte aus Smyrna in Kleinasien und wirkte als Bischof in Lyon, er gilt als einer der ersten systematischen Theologen des Christentums. Exemplar aus dem Besitz des Salzburger Kammerrates Johannes Rotmair aus dem Jahr 1539, dessen Sohn 1559 Direktor der Salzburger Domschule wurde. Mit entsprechendem Besitzeintrag auf dem Titel. Dort auch mit Besitzeintrag und Stempel des Kapuzinerklosters Laufen nördlich von Salzburg. – Titel und Schlussblatt etwas fingerfleckig und mit kleineren Randläsuren, sonst nur schwach fleckig. Mit zumeist kleineren Wurmspuren im Bug (teils minimaler Buchstabenverlust) und im weißen Seitenrand. Anfangs auch mit einigen Annotationen.

Estimate
€ 450   (US$ 495)



Johannes von Salisbury
Policraticus de nugis curialium et vestigiis ph...

Lot 1106

Johannes von Salisbury. Policraticus de nugis curialium et vestigiis philosophorum. 12 nn. Bl.; 16,5 x 10 cm. Etwas späterer Pappband (Schnitt mit kleinen Tintenfleckchen) mit aufkaschiertem Notenblatt des späten 16. Jahrhunderts. (Lyon, C. Fradin, 1513).

STC 243. Adams J 302. Graesse III, 467. Goff J425. Brunet III, 547. – Wohl der erste von zwei im Jahr 1513 erschienenen Drucken der ersten umfassenden Staatstheorie des Mittelalters; der Erstdruck erschien 1482 in Brüssel. Verfasser ist der bedeutende englische Theologe Johannes von Salisbury (1115-1180). In seinem um 1159 verfassten "Policraticus" konzipiert er eine organologische Staats- und Gesellschaftstheorie, die auf Analogien zwischen menschlicher Anatomie und dem idealen Aufbau eines Staates beruht. Das Werk behielt bis ins 17. Jahrhundert große Bedeutung als Fürstenspiegel. – Titel mit zwei hs. Besitzvermerken. Stellenweise leicht feuchtrandig, selten mit kleinen Knickspuren. Der vordere fliegende Vorsatz mit minimaler Wurmspur und kleinen Montierungsresten.

Estimate
€ 600   (US$ 660)


Justinianus, Laurentius
Opera & vita religiosissima

Lot 1107

Justinianus, Laurentius. Opera & vita religiosissima. Titel in Schwarz und Rot. 8, CCCCCXXVII, 1 we. Bl. Mit figürlicher Schrotschnitt-Titelbordüre, Schrotschnitt-Druckermarke und einigen Schrotschnitt-Initialen. Holzdeckelband d. Z. (oberes Kapital mit Fehlstellen durch Wurmfraß, hinteres Gelenk angeplatzt, mit Wurmspuren auf den Deckeln) mit 4 Messingschließbeschlägen (ohne die beiden Schließen) mit breitem Lederstreifen am Rücken (mit modernem Klebeschild) 32,5 x 21,5 cm. (Paris), Jodocus Badicus Ascendius, (1524).

Adams J 704. Renouard, Badius, 542. Nicht im STC. – Frühe Gesamtausgabe des Kanonikers, Bischofs und ersten Patriarchen von Venedig, Laurentius Justinianus (1383-1456). Er "nimmt unter den vielen großen und heiligen Männern des 15. Jahrhunderts einen der ersten Plätze ein" (Wetzer-Welte VII, 1524f.). – Titel mit größerem nachgedunkelten Feuchtigkeitsfleck, hs. Besitzvermerk, kleiner Kritzelei im Wappen, verso und recto gestempelt. Zu Beginn mit leichten Wurmspuren (geringer Buchstabenverlust). Blatt CCLIIII mit Einriss im unteren Rand (dieser außerhalb des Textes hinterlegt). Die beiden vorletzten Blätter im Bug mit nachgedunkelter Feuchtigkeitsspur. Ohne den vorderen fliegenden Vorsatz. Innenspiegel mit alten hs. Ausführungen. Sonst auffallend sauber und wohlerhalten.

Estimate
€ 400   (US$ 440)


Knaust, Heinrich
Gerichtlicher Fewerzeugk

Lot 1108

Knaust, Heinrich. Gerichtlicher Fewerzeugk, oder erstes Lehrbüchlin aller gerichtlichen Ordnung, Proceß und Sachen, kurtz, wie in Tabulas, gefasset, uffs new mit Fleiß ersehen, und gebessert. Sampt Chamergerichts Termin und Proceß Handbüchlin, zuvor der Gestalt Teutsch nicht gesehen. Item, von Mordt der Zungen, falsch gezeugkniß, und das richterliche Ampt belangend. 68 nn. Bl. (l. w.); 32 nn. Bl.; 24 nn. Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit 3 wiederholten Wappenholzschnitten. 15,5 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Frankfurt, Erben Christian Egenolff d. Ä., 1562.

VD16 K 1397. ADB XVI, 274. – Zweiter Druck seines zuerst 1558 in Erfurt erschienenen Feuerzeugs gerichtlicher Händel und Ordnung, für die vorliegende Sammelausgabe um seine Abhandlung Von Mord der Zungen sowie die Schrift Kammergerichtstermin und Prozesshandbüchlein seines Lehrers, des Rostocker Reformators Johannes Oldendorp (1488-1567) erweitert (diese in der ersten deutschen Ausgabe). Der wohl aus Hamburg stammende, vielgereiste und umtriebige Rechtsgelehrte und weltliche Liederdichter Heinrich Knaust (1520-1580) verfasste zahlreiche Schriften: "Knausts literarische Arbeiten sind äußerst vielseitig, wobei es ihm scheinbar weniger auf Umfang und Qualität als vielmehr auf die Zahl seiner sowohl lateinischen als auch deutschen Schriften ankam. Besonders verbreitet waren seine populärwissenschaftlichen Werke, die er vor allem für die Jugend und den interessierten Laien schrieb: Sein 'Feuerzeug' (1572), ein Kompendium des römisch-kanonischen Prozeßrechts, erlebte bis 1624 mehr als 12 Auflagen. Eine ähnlich starke Resonanz erfuhr das 'Bierbuch' (1575), in dem er über Herstellung, Geschmack und Namen der verschiedenen ihm bekannten Sorten Auskunft gibt" (ADB). – Schwach braunfleckig und mit zahlreichen Unterstreichungen sowie einigen Annotationen. Fl. Vorsatz mit Besitzvermerk von 1582. Der zeitgenössische Schweinslederband mit blindgeprägten Bibelszenen sowie den Besitzerinitialen "B.S.C." und dem Bindejahr "1562" – Beigebunden: Derselbe. Von Iniurien, Schmahe, zugefügtem Spott, Hohn und Verachtunge. 24 B. (l. 2 w.). Titel in Schwarz und Rot. Ebenda 1561.

Estimate
€ 600   (US$ 660)


Álvares, Francisco
Legatio David Aethiopiae regis

Lot 1109

Rarissimum: Gesandschaftsschreiben des äthiopischen Kaisers Lebna Dengel
Lebna Dengel Dawid II. - Legatio David Aethiopiae Regis, ad Sanctissimum D. N. Clementem Papam VII. una cum obedientia, eidem sanctissimi D. N. praestita. Eiusdem David Aethiopiae regis legatio, ad Emanuelem Portugalliae regem. Item alia legatio eiusdem David Aethiopiae regis, ad Ioannem Portugalliae regem. De regno Aethiopiae, ac populo, deque moribus eiusdem populi, nonnulla. 23 nn. Bl. (ohne d. le. w.). Mit Kapitalspatien und je einer 4- und einer 6-zeiligen Holzschnitt-Initiale. 20,4 x 14,3 cm. Wurzelmarmoriertes geglättetes Kalbsleder um 1760 (kaum bestoßen) mit goldgeprägtem roten RSchild, reicher RVergoldung, goldgeprägter Mäander-Bordüre auf den Deckeln, Stehkantenfilete und Innenkantenvergoldung, hübschen Marmorpapier-Vorsätzen und dreiseitigem Goldschnitt. Bologna Jacob Remolen, 1533.

EDIT16 CNCE 64221. Gay 2603 (mit ausführlicher Inhaltsangabe). Vgl. Kainbacher 15. Nicht bei Göllner und Atabey. – Erste überaus seltene Ausgabe der "Legatio David Athiopiae Regis", der Gesandschaftsschreiben des äthiopischen Kaisers Lebna Dengel (1497-1540), der 1508 als David II. Negus von Äthiopien war. Enthalten sind drei Briefe des Lebna Dengel, des zweiten Nachfolgers gleichen Namens nach dem Negus David I. Konstantinos (1350-1413) und dem biblischen König David, dessen Enkel Menelik I., Sohn des Königs Salomon und der Königin von Saba, als Gründer des ältesten, durchgehend unabhängigen Staates Afrikas gilt.

Zwei der Briefe sind an die portugiesischen Könige Manuel I (1469-1521) bzw. João III (1502-1557) gerichtet, der dritte an
Papst Clemens VII. (1478-1534). In allen wird die Treue zum christlichen Glaube sowie die Unterwürfigkeit unter das katholische Pontifikat bekräftigt und die Könige wie den Papst um Beistand und konkrete militärische Hilfe gegen die Invasion der Osmanen ersucht.

1533 gedruckt von Jakob Remolen aus dem belgischen Aalst (Bononiae apud Iacobum Remolen Alostensem) erfuhr das Werk - ebenfalls jeweils nur in wenigen Exemplaren erhaltene - Ausgaben in italienischer, spanischer, portugiesischen, französischer und deutscher Sprache (vgl. Gay). Die deutsche Ausgabe wurde unter dem Titel herausgegeben: "Bottschafft des Großmechtigsten Konigs David, aus dem grossen und hohen Morenland, den man gemeinlich nennet Priester johann, an Babst Clemens den Siebenden ... Erstlich, ein kurtze beschreibung des Morenlands ... Ein Sendbrieff des Moren königs, an König Emanuel von Portugal ... Ein kurtz Summarium von dißem Moren könig, seinen Völgkern, und yhren Sytten (Dresden, Stöckel, 1533 - diese und weitere Auflagen siehe Kainbacher a. a. O.)

Als Autor gilt der portugiesische Priester und Missionar Francisco Álvares (1465-1540), der 1515 mit einer diplomatischen Mission am Hofe des äthiopischen Negus Lebna Dengel beauftragt worden war. 1533 reiste er nach Rom, um im Auftrage des Negus' ein Sendschreiben an Papst Clemens VII. zu überbringen. Die Briefe an die portugiesischen Könige hingegen hatte der Äthopier Zagazabo schon 1527 ausgeliefert. "In 1533 the 'Legatio David Aethipiae regis ...' was published at Bologna. This work cites the royal titles of King David (Lebna Dengel) in Latin, including his Salomonic descent: 'David, dilectus à Deo, columna fidei, cognatus stirpis Iuda filius David, filius Salamonis, filius columnae Syon ... etc. [...] De Góis published the letters of the Ethiopian rulers in Latin. The original Ge'ez letters were translated by P. de Covilhão and Alvares into Portuguese, and written down by João Escolar, the embassy clerk. Later Paolo Iovius (Giovio) translated them into Latin (Munro-Hay Stuart, The Quest for the Ark of the Covenant: The True History of the Tablets of Moses, 2005, S. 247, Anm. 113).

Seite F1verso weist eine Kuriosität auf, eine falsche Kustode "dem", die auf die nächste Seite F2recto verweist, wo der Text allerdings mit "Christianam" beginnt. Tatsächlich ist der hier zitierte Brief aber vollständig, auch handelt es sich nicht um eine Kustode, sondern um die (satzästhetisch eigentlich unstatthafte) Auslagerung einer Silbe in die nächste Zeile: "... quod praeter caetera eius & progenitorum suorum ingentia erga Rempub. & fi-dem Christianam merita, etiam de ipso Dauìd Regne benemereatur". – Titel minimal fleckig, sonst sehr sauber, höchst dekorativ gebunden. Sehr selten. In Italien ist lediglich ein einziges vollständiges Exemplar in der Biblioteca Nazionale di Firenze vorhanden.

Estimate
€ 4.500   (US$ 4.950)



... 7 8 9 10 11 12 13 14 15 ... 30   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page