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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Catalogue Manuscripts, Incunables, Theology » to the Book Department
Manuscripts, Incunables, Theology Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Tue Oct 17, 17:00 CET


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Main Image Description Status
Livre d'Heures
Einzelblätter aus illuminierten Stundenbüchern

Lot 1001

Livre d'Heures. Einzelblätter aus illuminierten Stundenbüchern. 3 Pergamentblätter aus französischen und einer niederländischen Handschrift in schwarzbrauner Tinte, mit zus. 18 2-4-zeiligen Zierinitialen in Gold, Blau und Rot mit bunten Binnenzeichnungen und teils auch mit Federwerk, roten Zeilenanfängen, blau-roten Zeilenfüllern mit Goldpunkten, goldenen und blauen Stäben als Kolumnenrahmen und einem floralen Federwerk-Element mit Goldblättern und Goldpollen. Gerahmt unter weinrotem Passepartout. Frankreich um 1430-1480.

1) Deus qui nos patrem et matrem honorare precepisti
Lateinische Handschrift auf Pergament. 1 Blatt. Schriftraum 8,5 x 7 cm. Format 16 x 11,5 cm. Mit 2 2-zeiligen Initialen in Gold auf Kastengrund in Rot und Blau mit weißer Federbinnenzeichnung. Wohl Ile-de-France um 1430. - 2) Laudate, pueri, Dominum, Psalm 113. Lateinische Handschrift auf Pergament. 1 Blatt. Schriftraum 10 x 6,3 cm. Format 21,5 x 15 cm. Mit 1 2-zeiligen und 10 1-zeiligen Initialen in Gold auf Kastengrund in Rot und Blau mit weißer Federbinnenzeichnung sowie 4 Zeilenfüllern in Gold und Farben. Wohl Lille um 1480. - Außergewöhnlich breitrandiges, großes Pergamentblatt aus einem reichen Stundenbuch. - 3) Toe vesper. Salicheyt der zelen eun des gheue ons ihsus xpus de wijsheyt des vaders. Here verhoer myn ghebet - Here god my bidden dy instort ousen herten. Niederdeutsche Handschrift auf Pergament. 1 Blatt. Schriftraum 9,2 x 7 cm. Format 16,6 x 11 cm. Mit 1 großen 4-zeiligen, 2 3-zeiligen und 2 2-zeiligen Schmuckinitialen in Gold, Blau und Rot sowie zahlreichen 1-zeiligen Lombarden in Blau und Rot. Gold-Blauem Stab um die Kolumne an drei Seiten sowie hübscher Randarabeske in schwarzem Federwerk mit 4 Goldpollen und 3 goldenen Dreiblattkleeblättern. Niederlande ca. 1440. – Kaum fleckig, kaum Abrieb, sehr schöne, dekorative Blätter.

English Condition Report:
Hardly any staines.

Estimate
€ 300   (US$ 351)


Hammer Price
€ 300 (US$ 351)


Monsterbordüren
4 Einzelblätter aus illuminierten Stundenbüchern

Lot 1002

Monsterbordüren. - Livre d'Heures. Einzelblätter aus 2 illuminierten Stundenbüchern. 4 Pergamentblätter aus französischen Handschriften in schwarzbrauner Tinte, mit zus. 26 1-2-zeiligen Zierinitialen in Pinselgold auf blau oder rot gefülltem Kasten mit Binnenstruktur aus Floralgold, 14 Zeilenfüllern in schwarzem Rahmen als rote oder blaue Balken mit feinstem floralen oder geometrischen Goldornament sowie 8 breiten Bordüren mit Pflanzen, Blüten und apotropäischen Monsterdarstellungen. Schriftraum 10 x 6,3 bzw. 10 x 6,8 cm. Blattgrößen 17 x 12,4 bzw. 17,3 x 12,6 cm. Jeweils 2 Blätter montiert unter weinroten Doppelpassepartouts. Nordfrankreich um 1470.

1) Manus tue fecerunt me. - Deus qui virginalem aulam beatae Mariae virginis in qua habitare eligere. 2 Pergamentblätter aus einem illuminierten Stundenbuch mit bemerkenswert hübschen, breiten Groteskenbordüren, gefüllt mit goldgepinselten Akanthusschlingen, Blattwerk mit goldenen Blüten, blutroten Rosen, blauen Veilchen etc. sowie 4 Monstergestalten, jeweils 1 aufragender Vogeltorso mit muskulösen Beinen eines Menschenwesens und ein dunkelgrün-braun, goldgetupfter Homunculus mit Biberschwanz, der eine lange Flöte bläst. - 2) De mane usque ad vesperam finies me. 2 ähnlich gestaltete Pergamenteinzelblätter aus einer anderen Handschrift mit ebenfalls breiten Groteskenbordüren, die mit roten Herzblumen, blauem Vergissmeinnicht, Mohnblüten, Akanthus und Federwerk gefüllt sind und jeweils einen Antipoden, ein Fabelwesen aus Drachenkopf, Schwanen- oder Giraffenhals und zwei Löwenbeinen zeigen, mit goldenem Fell, Tupfern und fletschenden Zähnen. – Alle vier Blätter in sehr guter Erhaltung, sauber und in überzeugender, frischer Farbigkeit, teils kleine ältere hs. Paginierung oben im Eck. Ein sehr dekoratives Stück leuchtendes Mittellater.

Estimate
€ 800   (US$ 936)


Hammer Price
€ 700 (US$ 819)


Tura, Cosmé, Umkreis
Steinigung des Heiligen Stephanus

Lot 1003

Tura, Cosmé - Steinigung des Heiligen Stephanus. Initialminiatur einer Antiphonale-Handschrift. Miniaturmalerei in farbiger Gouache mit Blattgold auf Pergament. Initialgröße ca. 15 x 17 cm, Balken 33,5 cm. Bildgröße ca. 12 x 8 cm. Blattgröße ca. 57 x 40 cm. Wohl Ferrara 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Große Initialminiatur auf einem vollständig erhaltenen Pergamentblatt aus einer spätmittelalterlichen italienischen Antiphonale-Handschrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Merkmalen der Schule von Ferrara in der Nachfolge des Cosimo di Domenico di Bonaventura, genannt Cosmé Tura (1433-1495). Dargestellt ist das Martyrium des Heiligen Stephanus nach der Apostelgeschichte VII, 55-60: "Et lapidabant Stephanum invocantem et dicentem Domine Iesu suscipe spiritum meum". Inbrünstig im Gebet erhebt der Heilige mit Mönchstonsur, Mappa und goldenen Nimbus seine Hände, während auf ihm die Steine niederprasseln und ihm am Hinterkopf treffen, wo Blut austritt und den gelben Kragen des Heiligen beschmutzt. Hinter ihm zwei Schergen mit großen Steinblöcken in den zum Wurf erhobenen Händen.

Charakteristisch sind die überaus feinen, gratigen und besonders plastisch ausgeführten Gewandfalten, auch das vielschichtig abgestufte Inkarnat, die präzise formulierten Muskelpartien der Arme und Beine der Steinigenden. Deren Gesichter mit den in Falten geworfenen Stirnen, kräftigen, schwarz-graumelierten Bärten und leuchtend farbigen Gewändern in Orangegelb und Nachtblau sprechen eine auch in ihrem Detailreichtum charakteristische Sprache, die von dem orientalischen Einfluss der Emigranten aus Konstantinopel nach Norditalien zeugt. Vergleiche dazu auch etwa die turbanähnliche Kopfbedeckung des rechten Schergen aus weißem Tuch mit blauen Streifen sowie die extreme Feinheit, mit dem etwa die Knöpfe der Gewänder, die Struktur der aufgehobenen Felsbrocken, das Felsplatau, auf dem der Heilige kniet, dessen Schuhe, Gewänder, Rosenkranz, Kappa etc. ausgeführt wurden.

Auch die Landschaft des Hintergrundes spricht für einen Miniaturisten der Schule von Ferrara und den Einfluss der Kunst eines Cosmè Tura. Hochaufragende Eschen begleiten den sich S-förmig schlängelnden Fluss, auf dem ein winziger weißer Schwan schwimmt und an dessen Ufer eine Wassermühle steht. Hinter den Schergen öffnet sich eine weite Felderlandschaft mit Gehöftsgebäuden und Strohgarben, im verblauenden Berghintergrund die Silhouette der Stadt Jerusalem mit der über die Hügel laufenden Mauer und den zwei Türmen des Stadttors. Die minutiöse Ausführung, teils mit Haarpinseln, das saubere Auftupfen von Farblichtern, die bemerkenswerten Nuancen, etwa im großen Reichtum der verschiedenen Grüntöne, aber gleichzeitig auch die Profilierung der Konturen und die vielfach abgestuften Verschattungen lassen auf das Werk eines qualitativ hochstehenden Buchminiaturisten, wenn nicht eines bedeutenden zeitgenössischen Malers schließen.

Die blaue, mit weißen Federwerk-Ornamenten gefüllte Initiale "E" für den Anfang des Introitus zur Antiphona über das Martyrium des Heiligen Stephanus wird eingefasst von üppigen Akanthusranken in Grün, Blau, Rosé und Rot auf einem quadratischen Blattgoldgrund, flankiert von einem langen, den Spiegel begleitenden Balken, in dem sich der knorrige, feste Akanthus in leichtes Federwerk aus Linien und Punkten, Herzblättern und Blüten auflöst, durchsetzt von 26 schimmernden Blattgoldpollen. In der blauen Initiale ist ein weiterer schmaler Goldrahmen, diesmal nicht aus Blatt-, sondern aus Pinselgold um die Darstellung gelegt.

Der Text zur Antiphona mit dem der roten Überschrift "In sancti stephani protomartyris ... Introitus" begleitet die romanische Quadratnotation auf vierzeiligem roten Systen: "Etenim sederunt principes et adversum me loquebantur, et iniqui persecuti sunt me". Verso "Beati immaculati invia, qui ambulant in lege" mit einer kleinen Zierinitiale "B" in Rot auf hübschem blauen Federwerk-Grund. Das Blatt ist oben mit "XXXVIIII" in Rot nummeriert und stammt sicherlich aus einem umfangreicheren Antiphonale. – Unteres Sechstel mit horizontal-schrägem Knick, sonst nur ganz vereinzelt leicht knittrig und minimal fingerfleckig, ein alt geschlossenes Löchlein im oberen weißen Rand rechts, unten mit Bleistiftbezeichnungen und kleiner moderner Bleistiftnummer "83". Text mit gelegentlichem leichten Oberflächenabrieb, die Initiale aber nahezu tadellos frisch, lediglich winzige punktuelle Abplatzungen in den auf dem Boden liegenden Steinen, sonst in überaus nuancierter, leuchtender Farbigkeit einer höchst elaborierten Palette.

Estimate
€ 10.000   (US$ 11.700)


Hammer Price
€ 11.000 (US$ 12.870)


Schedel, Hartmann
Weltchronik

Lot 1004

Schedel, Hartmann. Liber Chronicarum. 12 Blätter aus dem Buch der Chroniken, 8 aus der lateinischen und 4 (2 doppelblattgroße) aus der deutschen Ausgabe. Mit 121 (9 kolorierten und 5 teilkolorierten) Darstellungen in Holzschnitt nach Michael Wohlgemut, Albrecht Dürer und Wilhelm Pleydenwurff. Ca. 44,5 x 31 cm. Montiert unter Passepartout. Nürnberg, Anton Koberger, um 1493-1494.

"Liber chronicarum" bzw. "Das Buch der Chroniken", vorhanden sind die Blätter XXI, XXII, XXXI, LIII, LXXV, LXXVI, CXLIIII, CLXV, CLXVII, CLXVI, CXXXVII, CLXVIII, CCXXI und CCXXIII. Dargestellt sind neben Regenten und Päpsten, auch Heilige sowie der 'Tanz um das goldene Kalb'. – Im Rand teils hinterlegt, gering braunfleckig, stellenweise leicht feuchtrandig, selten etwas knapp beschnitten (ohne Textverlust), nur unwesentliche Randläsuren. – Dabei: Dasselbe. 2 Blätter aus Schedels liber chronicarum. Mit 2 halbseitigen Textholzschnitten und 19 Darstellungen in Holzschnitt nach Michael Wohlgemut, Albrecht Dürer und Wilhelm Pleydenwurff. 42 x 29 cm. Unter Passepartout montiert. Nürnberg, Anton Koberger, um 1493-1494. - Vorhanden sind die Blätter LXV und XXXIX, u. a. mit einer Ansicht von Mainz und Paris ("Maguncia" und "Parisius"). - Im Rand hinterlegt, etwas feuchtrandig und sporfleckig, mit kleinem Randausriss (ohne Darstellungsverlust), gebräunt und braunfleckig.

Estimate
€ 300   (US$ 351)


Hammer Price
€ 360 (US$ 421)


Stundenbuchblätter
Konvolut von 4 kolorierten Einzelblättern aus e...

Lot 1005

Stundenbuchblätter. Konvolut von 4 kolorierten Einzelblättern aus einem Stundenbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament. Jeweils mit großer Miniatur und szenischer Bordüre. Format: 19 x 12,5 cm. Wohl Frankreich, um 1500.

Vier Einzelblätter mit szenischen Miniaturen (Format: ca. 12,5 x 8 cm): Geburt Christi, Judaskuss, Martyrium des Apostel Johannes und Hochzeit von Kanaa. – Verso mit Montagespuren einer früheren Rahmung. Die Kolorierung teils leicht unsauber und stellenweise schwach abgerieben, geringe Knickspuren. Insgesamt aber wohlerhalten. – Ein weiteres Pergamentblatt aus einem gedruckten lateinischen Stundenbuch beigegeben.

Estimate
€ 250   (US$ 292)


Hammer Price
€ 800 (US$ 936)


In nativitate Domini ad missam in nocte. Introitus
Schmucktitel für ein Antiphonar

Lot 1006

[*] "In nativitate Domini ad missam in nocte. Introitus." Schmucktitel aus einem Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Pergament mit romanischer Quadratnotation auf rotem vierzeiligem System. Mit 3 kleinen Initialen "A", "C" und "O" mit Blumendekor in Rot und Grün, großer Initiale "D" auf Goldgrund mit einem Heiligen- oder Stifterbildnis in Rot und Blau, breiter umrahmender Blumengirlande auf Goldgrund mit floralem Rankenornament in Rot sowie zahlreichen Blumendarstellungen in Blau, Gelb, Orange und Weiß mit Blattwerk in Grün. Format: 46,5 x 54,5 cm. Format der Bildinitiale: 16,5 x 15 cm. Norditalien um 1520.

Prächtiger Renaissance-Schmucktitel für den Introitus zur Nachtmesse an Weihnachten "In Nativitate" aus einem großformatigen norditalienischen Antiphonar wohl vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Die herrliche Bildinitiale (Format: 16,5 x 15 cm) auf gepinseltem Goldgrund ist von einem schmalen Blattgoldrahmen umgeben. Sie zeigt einen nicht weiter identifizierbaren Jüngling, möglicherweise einen Heiligen ohne Attribut oder eine Stifterfigur, gekleidet in roter Tunika und hellblau-türkisfarbenem Mantelüberwurf, mit lockigem Haar und feinen, in Sepia ausgeführten, fast feminin anmutenden Gesichtszügen.
Die zarten, ebenmäßigen Gesichtszüge mit der langen, gratigen Nase, dem betont kleinen Mund, den Strichen der Augenbrauen und vor allem den üppigen braunen Locken, die mit minutiösen Weißstrichen gehöht wurden, zeugen von einem durchkomponierten, am Lineament orientierten "Desegno", das unverkennbar die Tradition der Florentiner Malerschule eines Domenico Ghirlandaio in Erinnerung ruft. Die nuanciert abschattierten Gewandfalten, aber auch das elegant plastisch aufgefasste Inkarnat, das auf der Sfumato-Technik basiert, dürften diese Einordnung bestätigen.
Die Initiale "D" im Bildhintergrund ziert eine auf Blattgold gemalte Blumenranke in Blau. Die bemerkenswert schöne, das Blatt einrahmende Schmuckbordüre (Breite: 7,5 cm), ebenfalls auf leuchtendem gepinseltem Bildgrund, zeigt üppige florale Rankenornamente in Rot sowie darauf zahlreiche variierende Blumen- und Blütendarstellungen in Blau, Gelb, Orange und Weiß mit vereinzeltem Blattwerk in Grün.
Die Verso-Seite des Blattes mit einem Versfragment aus der Adventsliturgie: "Joseph: qui sedes super Cherubim, appare coram Ephraim, Beniamin, & Manasse etc. (Der gesamte Vers in deutscher Übertragung: "Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm, uns zu erlösen. Hab acht, Du Hirte Israels, der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest; der Du thronest über den Cherubim, erschein vor Ephraim, Benjamin und Manasse"). Das ungewöhnliche Format erklärt sich durch den Umstand, dass es sich um die untere Hälfte eines ca. 90 x 60 cm großen Blattes handelt, verso am oberen Rand bis knapp auf den Text beschnitten. – Rechte Seite mit vertikalen Knautschfalten, mit leichtem Farbabrieb auf den Knautschstegen. Insgesamt mit leichtem Farb- und Goldabrieb, der den prächtigen Gesamteindruck des außerordentlich dekorativen Blattes aber kaum trübt.

Estimate
€ 6.000   (US$ 7.020)


Hammer Price
€ 4.500 (US$ 5.265)


Katalanische Pergamenturkunden
5 Pergamenturkunden: Cassa dela Selva bei Gerona

Lot 1007

Katalanische Pergamenturkunden. Besalú, Cassa dela Selva, San Martín bei Gerona. 5 Urkunden aus der Gegend um das spanische Gerona (katalanisch Girona). Lateinische Handschrift in brauner Sepiatinte auf Pergament. Alle gerollt. Gr.-4° bis Folio. Katalonien, Spanien, Gerona zwischen 1530 und 1619.

Noch unveröffentlichte Kopien von Urkunden, die Stiftungen, Schenkungen, Teilungen, Erbschaften, Ehevertrag und andere Vorgänge betreffen, alle aus der spanisch-katalanischen Provinz um Gerona, speziell dem mittelalterlichen Besalú etc.
Die größte, umfangreichste Urkunde 1. Stiftungs- oder Schenkungsurkunde mit dem Incipit "Noverint universi..." ("es möge allen bekannt werden") und unten dem Vermerk "Actum est hoc ista villa bisuldum diocesi gerundensium die vigesimo octavo mensis novembris anno Domini millesimo quintentesimo nonagesimo primo ...". Ca. 55 x 33 cm. Girona, Spanien 1591. - Es handelt sich um die katalanische Stadt Besalú, latinisiert "Bisuldunum", auch "Bisuldum", die seit dem Mittelalter eine der ältesten Jüdischen Gemeinden Kataloniens beherbergte: "Besalú ... Its Jewish community was one of the oldest in Catalonia, a tombstone dating from 1090 having been found there. In 1258 James I gave permission to the Jews of Gerona and Besalú ... Other important families were the Monells, the Payrusa, the Astrucs, the Caracausas, the Bonanasms, the Bellcaires, and the Benvenists. As in the rest of Catalonia some rich Jews were moneylenders, very often in addition to their occupations or financial enterprises. Considering the size of the community, there were many Jewish physicians in Besalú - in the 14th century there were no fewer than 15. Among the best known there were the Castlars, Abraham and David, who were father and son, Bendit Deuslogar, Belshom Maymon, Moshe Abraham de Portal, Samuel Cabrit, Salamon Caravida, and Ishaq Adret. In 1271 the Jews of Besalú were empowered by the Infante Pedro to execute legal contracts in the same way as Christians and Moors" (Encyclopedia Judaica,
VJW).
Die Urkunde ist mit dem federgezeichneten Siegel versehen und u. a. von dem bedeutendsten Notar der Sephardenstadt Gerona Jacopo de Campolongo unterzeichnet: "Berardus Castelles notarius publicus aucto Regia substitutus ab herede seu succesore Jacobi de Campolongo per publico Civitatis , Bajuliae et vicarie Gerunde suarumque pertinentiarum notario scripta clausi fuit".
Eine 2. Urkunde mit dem Incipit "Sit omnibus Notum" datiert 1530, es geht um Ländereien eines "Agricola Castei de Cabnis", ebenfalls mit einem Federzeichensiegel (17,5 x 29,5 cm). - Ferner eine 3. Urkunde eines Staphanus und Antonius Salva, mit seiner "Maria", wohl eine Eheschließungsurkunde, gesiegelt von einem Notar Bartholomeus Ferrer im Jahre "Millesimo quingentesimo nonagesimo octavo", Ebenda in der Region um Gerona 1598 (50,5 x 24 cm). Die 4. Urkunde handelt von der Parochia "sancti martini de cassiano de silva", die Iglesia de San Martín im katalanischen Cassà de la Selva bei Gerona (35 x 32 cm).
Die letzte, 5. Urkunde aus dem Jahre 1619 ist von einem Notar Cellers aufgesetzt in deutlich runderer Bastarda: "Universis et singulis fidem facio Ego Joannes Cellers ... in Villa Petrelate", ein Ehevertrag mit der Frau Margarete: "Usufructua vius de re dotali constante matrimonis inter me et dominam margaretam uxorem meam gartis & confiteor et recognosco vobis reverendo domino Sebastiano Rovira Canonico Ecclesiae Collegiate et recularis beatae marie loci de Vilabertrando ...". (22,4 x 24,4 cm). – Teils mit alten Knorpellöchern und Randläsuren, teils etwas fleckig und mit Gebrauchsspuren, insgesamt aber sehr gut erhalten, sauber und lesbar. Alle Urkunden verso mit alten Aktenvermerken, Nummern und Regesten – Beiliegt: 1 weitere Pergamenturkunde 18,5 x 17,5 cm und ca. 100 Blatt weiterer Dokumentation, mit Abschriften späterer Urkunden, Texte etc., teils die obigen Vorgänge betreffend, aber auch vieles andere. Ferner 3 Antiphonale-Blätter (davon 2 handschriftliche, ca. 18. Jahrhundert). - Gebrauchsspuren.

Estimate
€ 800   (US$ 936)


Hammer Price
€ 500 (US$ 585)


Antiphonale-Fragment
"O magnum pietatis opus". Antiphonale-Fragment ...

Lot 1008

"O großes Werk der Liebe"
"O magnum pietatis opus". Antiphonale-Fragment. Lateinische Handschrift auf Pergament mit romanischer Quadratnotation auf rotem fünfzeiligen System. Daraus 8 Blätter. Mit mehreren Federwerk- und konturierten, roten Initialen. Schriftspiegel: 37 x 21,5 cm. Format: 49,4 x 33,4 cm. Süddeutschland um 1480.

Sauberes, schönes Fragment aus einer umfangreichen Antiphonale-Handschrift mit sorgfältiger Quadratnotation auf fünf roten Linien und feiner Minuskelschrift in Rot und Schwarz, wodurch die Handschrift wohl ins 14. Jahrhundert zu datieren ist. Ebenso exakt ist die Textschrift und die mit der mit Bandfeder gezogenen, hübsch ornamentierten Federwerkinitialen sowie die großen schlichten Minuskel-Rundinitialen "O", "N", "A", "I" etc.: "O magnum pietatis opus, mors mortua tunc est, quando hoc in ligno mortua vita fuit" ("O großes Werk der Liebe. Der Tod ist dann tot, wenn an diesem Baum das Leben gestorben ist" und weitere Antiphona zu Ostern, "In secundis vesperis omnia ut in primis Ad Magnificat", "In festo sancti Joannis", "In Nativitate sancti Joannis Baptiste ad Veserperas" etc. Nummeriert sind die Blätter XXXIII-XL. – Nur gering knitterspurig und fingerfleckig, wie üblich die Haarseite stärker bräunlich, während die Fleischseite sorgsam gekalkt, sehr weiß und frisch ist. Im Bund kleine Bindelöchlein.

Estimate
€ 500   (US$ 585)


After-Sales Price
€ 300   (US$ 351)


(Sale closed.
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Jesaja
Canticum Ezechie. 1 Blatt Handschrift auf Perga...

Lot 1009

Jesaja. Canticum Ezechiae: Ego dixi in dimidio dierum meorum vadam ad portas inferi. 1 Blatt aus einer liturgischen Handschrift. Schwarze und rote Tinte auf Pergament mit 1 großen 2-zeiligen Initiale "E". 76 x 52 cm. Wohl Norditalien um 1580.

Großes Pergamentblatt einer liturgischen Monumentalhandschrift mit dem Beginn des Dankliedes des Königs Hiskija von Juda (Ezechia) nach Jesaja XXXVIII,10-20: "ego dixi in dimidio dierum meorum vadam ad portas inferi quaesivi residuum annorum meorum" (Ich sagte: In der Mitte meiner Tage muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt, man raubt mir den Rest meiner Jahre).
Die große Bandwerk-Initiale "E" ist gelb gefüllt, der Titel "Canticum" in Rot, die Antiphon-Hinweise "an(tiphon)a" sowie die kleineren Initialen am Satzbeginn sind ebenfalls in Rot eingemalt. – Leicht wellig, unten eine alte Nähung und Hinterlegung, oben kleiner Einriss und ältere Restaurierungen, Text teils minimal abgerieben, eindrucksvolles Blatt.

Estimate
€ 200   (US$ 234)


Hammer Price
€ 100 (US$ 117)


Ingressa Agnes turpitudinis locum
Doppelblatt aus einer Antiphonale-Handschrift

Lot 1010

[*] "Ingressa Agnes turpitudinis locum". Doppelblatt aus einer Missale-Handschrift. Lateinische Handschrift auf Pergament mit romanischer Quadratnotation auf rotem vierzeiligem System. Mit 10 einfachen Initialen in Schwarz, Rot und Blau. Schriftspiegel: ca. 43 x 26 cm. Format: 56,5 x 37,5 cm. Wohl Nordfrankreich um 1580.

Der Beginn der Lobpreisung zu Ehren der Heiligen, Märtyrerin und geweihten Jungfrau Agnes von Rom (um 237-ca. 250): "Ingressa Agnes turpitudinis locum, angelum Domini praeparatum invenit" etc. ("Als Agnes des Ort ihrer Schande betrat, fand sie den Engel der Herrn im Voraus gerüstet" etc.). Agnes gilt als Schutzpatronin der Jungfrauen, der Verlobten und der Keuschheit, ihre hohe Wertschätzung geht auf die Schriften des Heiligen Ambrosius zurück. – Etwas fleckig, das zweite Blatt mit kleinerem Loch im unteren Rand. In der unteren Ecke fingerfleckig. Mit Falz (dort mit kleinen Löchern einer früheren Bidung) sowie Mittelknickfalte.

Estimate
€ 300   (US$ 351)


After-Sales Price
€ 200   (US$ 234)


(Sale closed.
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