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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lepidochromie
Papillons de France. 2 Alben mit 92 gefalteten ...

Lot 448

Naturselbstdruck von Schmetterlingen
Lepidochromie. - Papillons de France. 2 Alben mit 92 gefalteten Doppelblättern saugfähigen Kartonbütten mit jeweils einer Schmetterlingsdarstellung in Vorder- und Rückansicht. 24 x 16 cm. Eingelegt in 2 blaue Pappmappen d. Z. (einer der Rücken mit größerer Fehlstelle, etwas bestoßen, beschabt) mit jeweils 3 Bindebändern und typographischen RSchildern. O. O. (Paris) 1822-1823.

Unikatäre Schmetterlingsdarstellungen in Naturselbstdruck (typographia naturalis, Physiotypie) - in der einzigartigen Technik der sog. Lepidochromie ("impression lépidochromie"), die am Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt worden war und mit der - unter Zuhilfenahme eines speziellen Fixierlacks - die zarten Schuppen der ätherischen Flügel ("les écailles des ailes des papillons") auf dem Papier abgebildet werden konnten, wobei die schillernden Farben, auch das Relief sowie die Textur weitgehend bewahrt wurden (in autoplastischer Art des Naturselbstdrucks). Die Fühler und die Körper wurden dann mit feiner Pinselmalerei hinzugefügt, so dass ein höchst naturgeteues Abbild der zarten Tiere entstand.

Die einzelnen Tafeln sind zwischen 1822 und 1823 datiert, jedoch nicht bezeichnet. Die Rückentitel beziehen sich auf das berühmte Schmetterlingswerk des berühmten Entomologen Jean-Baptiste Godart (auch Godard; 1775-1825): "Papillons de France I. Diurnea. Environs de Paris" bzw. "Papillons de France IV. Nocturnea. Tome Premier". Möglicherweise stammen die Tafeln aus dem Besitz dieses Schmetterlingsforschers oder dienten ihm als originale Vorlagen für die Erstellung von kolorierten Kupfertafeln der Publikationen.
Die zarten Farben Blau, Gelb, Rot, Grün sowie die meist oszillierende Textur der Flügelschupppen wurde überzeugend bewahrt. – Der Lack üblicherweise etwas bräunlich nachgedunkelt, kaum fleckig, nur unwesentliche, minimale Gebrauchsspuren, meist in bester Erhaltung und mit fast allen vorhandenen Seidenpapierhemdchen. Weitere Beispiele des Naturselbstdrucks in Lepidochromie sind kaum bekannt. Es handelt sich bei den 92 Tafeln um Unikate und nicht nur für die Entomologie und die Lepidopterologie sowie für das Präparationswesen um einzigartiges Forschungsmaterial, sondern auch unter dem Geschichtspunkt des Naturselbstdrucks, der Abbildung von Arten, dem Sammeln und Archivieren von Schmetterlingen.

Estimate
€ 5.000   (US$ 5.900)


Hammer Price
€ 3.400 (US$ 4.012)



» Miscellanea
Rossi, Michelangelo
L'Andromeda di Don Ascanio Pio di Savoia.

Lot 588

Nach der Musik vom Frescobaldi-Schüler, dem "Michelangelo del Violino"
(Rossi, Michelangelo und Francesco Guitti). L'Andromeda di Don Ascanio Pio di Savoia. Cantata, e combattuta in Ferrara il carnevale dell'anno 1638. 5 Bl., 132 S. Mit radiertem Titel und 15 gefalteten Kupfertafeln von Francesco Guitti. 32 x 22 cm. Unbeschnittenes Exemplar in einem Pergamentband unter Verwendung von Material d. Z. (ohne die Schließbänder, Vorsätze erneuert) in prachtvoller beigefarbener, mit hellblauem Veloursleder gefütterter Schlangenleder-Kassette mit farbig intarsierten Lederstücken und blau geprägtem Deckel und Rückentitel. (Ferrara, Suzzi, 1639).

MGG XI, 942. – Die seltene Originalausgabe mit großformatigen Kupferstichen der Szenenbilder von Francesco Guitti. Libretto der Oper "Andromeda", die anlässlich der Vermählung des Cornelio Bentivoglio und der Constanza Sforza im Jahre 1638 im Teatro della Sala Grande in Ferrara aufgeführt wurde. Das Libretto schrieb Pio di Savoia (um 1580-1649), Spross eines alten lombardischen Adelsgeschlecht, die verlorengegangene Musik schuf Michelangelo Rossi (1602-1656), genannt "il Michelangelo del Violino", ein Schüler Frescobaldis.
Die Bühnenbilder mit prachtvollen Architekturkulissen sind Werke des Theaterarchitekten Francesco Guitti (um 1600-1640), dessen Bühnenmaschinerie der "Andromeda" von Bedeutung für die Entwicklung des Barocktheaters wurde. Insbesondere das Seeungeheuer (dargestellt auf der neunten Tafel) erlangte nachhaltige Berühmtheit. Wiedergegeben wird auch das Proszenium des Theaters als wiederholter Rahmen von einer einzigen Platte. Die wechselnden Szenen sind dagegen in das Mittelfeld von separaten Platten eingedruckt (vgl. auch die Enciclopedia dello spettacolo). – Vortitel alt gestempelt, einige, meist nur blasse Feuchtränder und wenige Braunflecke, teils leichte Knickspuren, wenige Ecken alt angesetzt, die unbeschnittenen Ränder miminal ausgefasert, insgesamt sehr gutes und außergewöhnlich breitrandiges Exemplar. Von allergrößter Seltenheit und auch in den meisten einschlägigen Sammlungen nicht vorhanden, nur ein inkomplettes Exemplar bei Christie's 2003 nachweisbar, über den KVK nur ein einziges Exemplar bei Getty, Los Angeles.

Estimate
€ 18.000   (US$ 21.240)


Hammer Price
€ 15.000 (US$ 17.700)



» Miscellanea
Reiter, Bartholomäus
Wappenbuch mit 12 goldgehöhten farbigen Aquarel...

Lot 1029

Mit seltenen Originalgouachen des Münchner Malers Bartholomäus Reiter
Reiter, Bartholomäus. Wappenbuch mit 12 goldgehöhten farbigen Gouachen des bekannten Münchner Malers Bartholomäus Reiter (auch Reuter, Reitter, Reyter). Deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 140 nn. Bl. Mit mit ca. 75 Eintragungen und 52 farbigen Wappendarstellungen und 12 ganzseitigen farbigen Aquarellen mit Gold und Silberhöhung (teils aufmontiert). 13,2 x 8,2 cm. Honiggelbes Pergament d. Z. (Gelenke leicht brüchig, eines offen, kleine Fehlstellen und Fleckchen, einstige Vergoldung abgerieben bzw. oxidiert, geglättet und neu aufgezogen, Vorsätze neu) mit reich punziertem dreiseitigen Goldschnitt. München, Süddeutschland und Italien 1568-1621.

Stamm- und Wappenbuch, "Album Amicorum" des begabten Münchner Malers Bartholomäus Reiter (1570-1622), der es mit zwölf meisterhaften Aquarellen bzw. Gouachen schmückte, die zu den wenigen erhaltenen des Malers gehören. Reiter gehört zur Münchner Schule der Renaiassancemaler um Hans Ostendrofer d. J.

Nagler berichtet über Reiter, der schon 1599 als Meister bekannt war: "Der Künstler war in diesem Jahre schon einer der Führer, und als solcher bei der Zunftprüfung. Hans Ostendorfer nahm ihn 1583 in die Lehre, und A. Henenberger sprach ihn 1598 frei, da Ostendorfer vor Ablauf der Lehrzeit gestorben war. Jetzt machte Reiter sein Probestück, welches in einem mythologischen Bilde bestand, und bald sass er in der Zunftstube auf der Meisterbank. Dieser Bartholomäus Reiter war einer der vürzüglichsten Münchner Künstler seiner Zeit, aber vergebens suchten wir nach einem seiner Gemälde; nur einige, und zwar sehr werthvole Blätter finden sich von ihm ... Der Meister starb 1622. Die Blätter dieses Künstlers sind im Allgemeinen ziemlich selten, besonders die guten Abdrücke", resümiert Nagler (Neues allgemeines Künstler-Lexicon Band XI, 41) und führt ganze 11 Positionen mit Kupferstichen bzw. Kupferstichzyklen auf, die allesamt entweder mit "BRF" (Bartholomäus Reiter Fecit) oder mit "BR" monogrammiert sind und deren allegorisch-mythische Themen den Gouachen in unserem Buch entsprechen. Die Gouachen im Einzelnen:

1) Schlacht von Salamis. Darstellung einer Antiken Seeschlacht mit historischen Galeren, vielfach bemannt mit exotischen Kämpfern (wohl den Karthagern) und antik gewandeten römischen Legionären. Zwei Schiffe im Vordergrund sind schon gesunken, im Hintergrund brennt ein weiteres, links ragen die stolzen Paläste Karthagos auf den Ausläufern des Atlasgebirges auf. Die phantasievollen Schiffe sind vielfach goldgehöht. Monogrammiert "BR".
2) Europa mit dem Stier. Die phönizische Königstochter Europa wird von dem sich in einen Stier verwandelten Göttervater Zeus von den Gestaden Sidons entführt. Im Hintergrund die Paläste Agenors und der Telephassa.
3) Die Häutung des Marsyas. Der in einer golden schimmernden Rüstung eines antiken römischen Legionärs gekleidete Gott Apollon mit grünem Lorberkranz und goldenem Strahlennimbus hat den überheblichen Verlierer des Sängerwettbewerbs, den Satyrn Marsyas, an den Baum der Kybele aufgehängt und häutet ihn, während sich links die als Schiedsrichter aufgerufenen Musen vor Grausen abwenden und sich rechts die Gruppe der beistehenden Satyrn wieder in Bäume und Büsche verwandeln.
4) Geißelung Christi auf dem Weg nach Golgatha. Die Hände auf den Rücken gebunden wird Jesus von den römischen Soldaten und von einer aufgebrachten, mit Weidenruten und Schlagstöcken bewaffneten Menge zur Kreuzigung getrieben. Links der Hauptmann auf einem Rappen, rechts ein weiterer Wachsoldat - und im Hintergrund die hohe Stadtmauer Jerusalems.
5) Antike Feuerprobe. Vor den Zelten hält ein Feldherr mit großem bunten Federharnisch sein Schwert mit dem Heft in die Flamme, die auf einem Dreifuß brennt, während ein weiterer Krieger links verwundet und sterbend zu Boden gesunken ist. Schilde und Spitzhelme deuten auf eine Szene der antiken Kämpfe zwischen dem Orient und dem Okzident.
6) Der Lacus Curtius auf dem Römische Forum. Während rechts eine Repoussoir-Figur warnend seine Hand erhebt, sprengt der Reiter Marcus Curtios in voller Rüstung und mit wehendem blauen Mantel und erhobenem Schwert auf seinem Schimmel in den sich der Legende nach um 362 v. Chr. auf dem Forum aufgetane Feuerschlud, um sich für die Republik zu opfern.
7) Antike mythologische Szene mit einem die Lyra oder eine große Harfe spielenden Gott auf einem Walfisch vor verblauender Berglandschaft mit einem Felsentor.
8) Hubertuslegende mit einem der sieben Nothelfer, dem Heiligen Hubertus, der der Überlieferung nach auf der Jagd auf einen mächtigen Hirsch traf, der im Geweih ein goldenes Kruzifix trug. Der so zum Christentum bekehrte Hubertus kniet in einer grünen Waldlandschaft vor den beiden edlen und kostbar geschirrten Rössern. Vor ihm der stolze Hirsch, im Hintergrund eine Stadtlandschaft.
9) Der Raub der Sabinerinnen. Die jungen Römer rauben die jungen Mädchen der Sabiner, nachdem Romulus 753 die Stadt gegründet hatte. In der Mitte ein Römer in Rückenansicht, der eine junge Frau mit wehenden Haaren entführt, während ein Sabiner mit phrygischer Mütze und Krummsäbel von rechts zur Hilfe eilt. Im Hintergrund einige römische Bauten, in denen man die Cestius-Pyramide, die Aurelianische Stadtmauer, das Pantheon oder einen anderen Zentralbau etc. erkennen kann. Monogrammiert "B.R.F".
10) Apoll und Daphne. Vor dem Hintergrund einer weiten Seenlandschaft mit großartiger Phantasiearchitektur verfolgt der Gott Apollon mit wehendem roten Mantel die Bergnymphe Daphne, die sich auf ihr flehentliches Bitten zu ihrem Gottvater Peneios in einen Lorbeerbaum verwandelt.
11) Der Tod der Lucretia, dargestellt in einer großen Halle mit Biforium: Betrauert und beweint sinkt Lucretia nieder, nachdem sie sich den Dolch in die rechte Brust gerammt hat, um der Schande zu entgehen, die ihr die Vergewaltigung des Tarquinius gebracht hatte. Diese Szene wird synoptisch rechts in klein dargesellt.
12) Caritas Romana. Die junge, hübsche Pero mit goldenem Haarputz nährt im Gefängnis heimlich ihren Vater Cimon mit ihrer Brust, um ihn vor seinem Todesurteil durch Aushungern zu bewahren. Einzig dieses Blatt ist kleiner im Format (9,4 x 7,2 cm) - und wurde in das Büchlein einmontiert.

Die preziöse Malweise Reiters ist in leuchtenden Farben und immer wieder mit feinsten Gold- (an Rüstungen, Harnischen, den Schiffsbalken) und Silberhöhungen (an den Wolkenbändern, Schilden etc.) besonders fein und miniaturistenhaft ausgeführt. Fast ohne gravierende Gebrauchsspuren, nur in Bild 7 eine kleiner Farbabrieb unten links, sonst kaum Läsuren oder Flecke. Zum Künstler vergleiche auch Wilhelm Schmidt "Reiter, Bartholomäus", in: Allgemeine Deutsche Biographie XXVIII (1889), S. 159. Von den Wappenmalereien stammen wohl viel auch aus der Hand Bartholomäus' Reiters, wie es minutiöse Textur, die Linienvirtuosität, das Kolorit und die Gold- und Silberhöhungen nahelegen.

Einige der Wappen und hs. Einträge sind teils auf die leeren Blätter montiert, auch wurde das Buch wohl durch einige feine handgemalte Wappen aus anderen Stammbüchern ergänzt. Die ausgeschnittenen und montierten Eintragungselemente und bildlichen Darstellung legen die Vermutung nahe, dass hier verschiedene Stammbücher mit wenigen vorhandenen Eintragungen zur Rekonstruktion eines Stammbuchs (tirolischer Provenienz) herangezogen wurde. Möglicherweise handelt es sich hier aber auch um eine Zusammenstellung von Stammbüchern eng zusammenhängender Provenienz.
Mehrere Eintragungen lassen einen Zusammenhang mit der Familie Wolkenstein-Trostburg vermuten. Eine Eintragung aus dem Jahre 1584 nennt als Stammbuchhalter explizit Engelhard Dietrich Freiherrn v. Wolkenstein (1566 - 1647): "Haec illustri ac generoso d(omi) no Engelhardo Theoderico Baroni in Wolkenstain in sui memoriam scripsit Georgius Villingen Baro in Schönenberg die 27 Aprilis Anno ut sup(ra)". Folgende Eintragungen liegen u. a. vor: Wappen des Christoph Freiherrn v. Spaur, (Bischof von Gurk); Wenzel Berka v. Duba, Philipp Freiherr v. Spaur, Darstellung einer Seeschlacht, Johann Jakob Freiherr v. Lamberg, Ludwig v. Mollart, Jakob Freiherr v. Fugger, Konrad Vintler v. Platsch, Anton Freiherr v. Spaur, Gaudenz Freiherr v. Madruzzo, Oberst v. Urschenbeck, Johann Meltzer, N. N. v. Mollart, Ulrich Desiderius Proskowsky v. Proskau, Heinrich und Froben Grafen Truchsess von Waldburg, Christoph und Johannes Freiherr v. Wolkenstein-Rodenegg (ohne Wappen), Hans Kaspar und Helena Kässler v. Boymont, Anna v. Welsperg, geb. v. Vintler (ohne Wappen), Wappen der Freiherren Wolkenstein-Rodenegg, Ladislaus Freiherr v. Törring, Graf Wolfgang von Montfort, Georg Villingen Freiherr v. Schönenberg (s. o.), Hans Morenberg d. J., Hl. Hubertus (Eustachius?), Markus Sittikus Freiherr v. Wolkenstein-Trostburg, Hans Christoph v. Schaffgotsch, Johannes v. Thun, Freiherr Nikolaus v. Firmian, Wappen der Grafen Trautson, Karl Gaudenz Freiherr v. Madruzzo; Wappen der Herren v. Rehlingen, Christoph Franz v. Wolkenstein-Trostburg, Jakob Philipp v. Mörl u.v.a. – Wenige Blätter im Bund etwas locker und im Schnitt leicht ausgebunden. Hier und da etwas fleckig, jedoch kaum mit Papierläsuren. Insgesamt sehr schön erhalten und eine überaus reiche Quelle für die historische Forschung zu den Geschlechtern der Renaissance und ihrer Wappen - ebenso wie für die kunsthistorische Forschung zu Bartholomäus Reiter. Exlibris Walter Amoun.

Estimate
€ 12.000   (US$ 14.160)


Hammer Price
€ 10.000 (US$ 11.800)



» 16th Century
Breviarium Romanum
Hrsg. und mit Korrekturen des Georgius de Spath...

Lot 1035a

Luxusdruck auf Pergament
Breviarium Romanum. Hrsg. und mit Korrekturen des Georgius de Spathariis. 269 (von 404) nn. Bl. 2 Spalten. 48 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,2 x 14,5 cm. Format: 31,6 x 23,4 cm. Druck auf Pergament in Schwarz und Rot. Mit großer 9-zeiliger szenischer Initiale "David" in Gold und Farben mit großem, die Kolumne begleitenden Stab, einer 5-zeiligen Initiale mit Stab und weiteren 22 kleineren (1-2-zeiligen) Initialen, ebenfalls mit Ausgriffen als florale Schlingen- und Blütenstäbe, alles in Gold und Farben. Tausende von roten und blauen Lombarden mit reichem rotem und braun-violettem Federwerk sowie durchgehender Rubrizierung. Marmoriertes Halbleder des. 18. Jahrhunderts (gering beschabt, wenige Kratzspuren) in modernem Halblederkassette mit goldgeprägtem RTitel. Venedig, Nicolas Jenson, vor dem 6.V.1478.

Hain 3896. GW 5101. Goff B-1112. Proctor 4115. Pellechet 2922. Bohatta 378. 386. 398. Bohatta, Parma, 224. Chantilly 338. Deckert 178. Gspan-Badalić 146. Juntke 115. Kind 943. BMC V, 179. BSB-Ink B-889. ÖNB-Ink B-682. CIBN B-783. IBE 1196. IBP 1257. IGI 2114. CRF I, 364. ISTC ib01112000. – Erste Ausgabe der im "Breviarum Romanum" zusammengefassten liturgischen Texte als illuminierter Luxusdruck auf Pergament aus der Offizin des Nikolaus Jenson in Venedig, aus der wohl auch der zeitgenössische venezianische Illuminator stammt. Diesem vor dem 6. Mai 1478 zu datierenden Druck gingen lediglich einige wenige kleinere Breviarien voraus, die für den Gebrauch der Franziskaner und Augustiner adaptiert waren.

Der reine Liturgietext nach römischem Brauch war nicht dem monastischen Gebrauch angepasst. „Das Brevier (Breviarium) ist die Vereinigung derjenigen Texte, aus denen das kirchliche Stundengebet (Officium, horae canonicae) sich zusammensetzt. Es umfasst die Texte sowohl für die sogenannten Nachtzeiten (horae nocturnae = Matutin, die separat im Nocturnale enthalten sind) als auch für die sog. Tagzeiten (horae diurnae: Laudes, kleine Horen [horae minores: Prim, Terz, Sext, Non], Vesper und Complet, die separat im Diurnale zusammengefasst sind). Ein Brevier vereinigt also den Inhalt des Nocturnale mit dem des Diurnale … Seinem Inhalt nach bildet das Brevier die planvolle Vereinigung von Texten aus solchen Büchern, die einzelne Teile des Officium enthalten (z.B. Psalterium, Antiphonarium, Hymnarius, Collectarius, Bibel, Lectionarium, Homiliarium, Legendarium, Passionarium).

Das aus diesen Texten zusammengestellte Officium (Off.) besteht, nach der für die einzelnen Horen bestehenden Ordnung, aus den Psalmen (Psalm.) und den Cantica (Cant), den Hymnen (Hymn.), Lectiones (Lect.), Capitula (Cap.), Antiphonae (Ant), Versiculi (Versic), Responsoria oder Historiae (Hist), Orationes oder Collectae (Orat., Coli.), Suffragia (Suffr.), sowie den als Einleitung zu der Matutin dienenden Invitatoria (Invitat). Nach der gewöhnlichen Ordnung stehen sämtliche Teile des Officium, mit Ausnahme des stets vorangehenden Psalterium und meist auch des Hymnarius, zusammen; jedoch finden sich auch Fälle anderer Ordnung, z. B. mit abgetrenntem Lectionarium" (GW).

Der vorliegende Druck gilt als exemplarisch für die Schönheit des Satzspiegels und die ausgezeichnete Typographie der Offizin von Nikolaus Jenson, sowie auch für den sorgsamen, präzisen Druck in Schwarz und Rot. Einige Exemplare dieses Drucks wurden auf besonders festem, weißen Kalbspergament abgezogen, hier ein auffallend breitrandiges Exemplar.
Die Spezialistin für italienische Buchmalerei der Frührenaissance Lilian Armstrong weist die Illumination der Offizin des Nikolaus Jenson zu, indem sie vor allem die hohe Ähnlichkeit der roten und blauen Initialen sowie des Federwerks herausstellte. Unter den Kunden Jensons befanden sich bekanntermaßen zahlreiche Adelige, Botschafter und Kirchenfürsten, die von dem Drucker mit illuminierten Exemplaren direkt beliefert wurden. In diese Reihe gehört auch das vorliegende Pergamentexemplar (vgl. hier die Venezianische Buchmalerei mit dem 51-Blatt-Exemplar des Victoria and Albert Museums, London, Signatur 87.F.13). Im Detail dazu Lilian Armstrong, ‘Nicolaus Jenson’s Breviarum Romanum, Venice, 1478, Decoration and Distribution’, Incunabula, Studies in Fifteenth-Century Printed Books presented to Lotte Hellinga, ed. M. Davies, 1999, 421-467, no. 21b. – Vorhanden sind von den 404 Blättern eines vollständigen Exemplars 269 Blätter, es fehlen also 135 Blatt, darunter das Kalendarium (6 Blätter), 9 Blätter des Psalters sowie das "Proprium de Sanctis" (124 Blätter). Mit den vom GW beschriebenen Hauptkriterien, nicht den dort ebenfalls angegebenen Varianten. 11 Blätter mit teils ab- und ausgeschnittenen Rändern, teils mit betroffenem Federwerk (teils hinterlegt und mit Pergament verstärkt), 3 Blätter mit Ausschnitten mit Textverlust, p4 etwas stärker, sonst nur hier und da fleckig, leicht gebräunt, unten Fingerflecke, im Block Blätter etwas gewellt. Blattgoldauftrag in der Stabzier (ein Goldtropfen) auf dem ersten Blatt unten minimal abgerieben, sonst leuchtend frisch. Letzte Blatt verso mit zeitgenössischen hs. Einträgen.
Zur Provinienz: Aus dem Besitz von Sir Thomas Phillipps (1792-1872), dann H.P. Kraus Katalog 156, Nummer IV und endlich Harrison D. Horblit.

Estimate
€ 30.000   (US$ 35.400)


Provisional Sale
€ 21.500 (US$ 25.370)



» 16th Century
Riese, Adam
Rechnung auff der Linien und Federn

Lot 1101

Einziges bekanntes Exemplar
Riese, Adam. Rechnung auff der Linien und Federn, auff allerley handthierung gemacht. Auffs new mit fleis durchlesen und zu recht bracht. 80 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette. 15 x 9 cm. Pappband d. Z. (etwas stärker berieben, leicht bestoßen) mit Makulaturbezug eines Stundenbuches des 16. Jahrhunderts. Frankfurt an der Oder, Johann Eichorn, o. J. (nach 1550; ggf. 1573?).

Diese Ausgabe nicht im VD16. Vgl. Smith 139 (erste Ausgabe). – Sehr seltene bei Johann Eichorn in Frankfurt an der Oder gedruckte Ausgabe. Eichorn, geboren 1524, war als tätiger Drucker zwischen 1549 und 1581 nachweisbar (vgl. Benzing 133, 9). Der Druck enthält noch nicht das Visierbuch des Erhard Helm, Ausgaben mit dem Konterfei Rieses sind erst nach 1550 nachweisbar, in Frankfurt an der Oder gar erst ab 1574, so dass sich unser Druck möglicherweise in dieses Jahr, bzw. in das Jahr davor 1573 datieren lässt. Weitere dort veröffentlichte Ausgaben sind in den Jahren 1574, 1577, 1579 und 1599 nachweisbar. Die erste "Rechenung auff der linihen und federn" war 1522 in Erfurt bei Matthes Maler herausgegeben worden.
Der Irrtum, diese - und einige andere Ausgaben auf das Jahr 1525 zu datieren - basiert auf dem letzten Satz des Textes, wo sich der Autor über die Abfassung seines Werkes äußert: "Darum auff S. Annaberg, Dienstag nach Martini, im Jahr 1525". Auf das Jahr 1525 datieren auch einige Bibliotheken ihre Drucke irriger Weise, beispielsweise ein Exemplar in der Dresdner Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek (Signatur: Math. 1019. zd), das bis auf die Druckerangabe, die hier den Sohn Johann Eichorns d. Ä. "bei Andream Eichorn" angibt, mit unserem Exemplar satzgleich (Titel allerdings dort in Schwarz/Rot) ist. Unser Exemplar kann weder über das VD16 noch dessen Online-Version bibliographiert werden.

Adam Riese (1492-1559) beginnt seine Ausführungen mit den folgenden Worten: "Pitagoras dir sagt für war, all ding durch zal werd offenbar. Drumb sih mich an, verschmeh micht nit, durchließ mich vor, das ich dich bit. Und merck zum anfang meiner lehr, zu rechnens kunst, dadurch dich kehr. In Zal, Maß und in Gewicht, all ding von Gott sind zugericht ..." (Vorstücke). – Etwas gebräunt, leicht braunfleckig. Gelegentlich leicht feuchtrandig im Seitenrand. Vorderer Innenspiegel mit hs. Anmerkungen in Tinte, es fehlt der vordere fliegende Vorsatz. – Nachgebunden:
I) Christoph Achaz Hager. Arithmetica tyronica. Das ist: gründtliche und richtige Anleitung, welcher gestalt die Jugendt und ohngeübten Rechner, in der höchst löb: und nützlichen Kunst der Arithmetic zu unterweisen, damit dieselben bey allen Handlungen und Gewerben, mit nutzen können und mögen gebrauchet werden. 5 Bl., 244 S. Hamburg, Heinrich Werner, 1636. - VD17 23:712695P. - Erste Ausgabe, die der Hamburger Buchhalter und Arithmetiker Christoph Achaz Hager verfasste. - Etwas gebräunt.

II) Theodor Stier. Computus monetarius Oder MüntzRechnung, Daraus zuersehen, wie hoch der ReichsThaler von Anno 1600. biß ins 1621. Jahr, alhie im Stifft Hildeßheimb und umbliegenden örtern, gehoben und außgegeben worden. Hildesheim, Joachim Gössel, 1639. - Zweite Ausgabe dieses Münzbüchleins. - Nicht im VD17. - Die vorliegende Ausgabe ist weder über den Worldcat noch über den KVK nachweisbar. Es muss sich aber nach eingehenden Recherchen um die zweite Ausgabe handeln, da die erste Ausgabe auf das Jahre 1624 datiert und die darauffolgende erst für 1663 nachgewiesen werden kann. - Stärker gebräunt.

III) Johann Hemeling. Arithmetisch- und geometrische Reim-Auffgaben. Gott zu Ehren und allen Liebhabern der classisch-oder algebraisch- und polygonalischen RechneKunst. 10 Bl., 69 S., 2 Bl. Hannover, Johann Friedrich Glaser, 1648. - VD17 39:115291M. - Einzige Ausgabe. Johann Hemeling galt als der Adam Riese Niedersachsens. - Stärker gebräunt, etwas braunfleckig.

Estimate
€ 8.000   (US$ 9.440)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.490)



» 16th Century
Riese, Adam
Rechenbuch auff Linien und Ziphren

Lot 1102

Mit drei bedeutenden Beibänden
Adam Riese. Rechenbuch auff Linien und Ziphren, inn allerley Handtierung, Geschefften und Kauffmanschafft, mit newem künstlichen Regeln unnd Exempeln gemehret. 1 nn., 84 num. Bl. Mit Titelholzschnitt und 21 Textholzschnitten. 16,5 x 11 cm. Kopertband d. Z. (mit leichten Randläsuren, etwas fleckig, mit minimalen Löchlein) unter Verwendung einer Handschrift von um 1400. Frankfurt, Egenolff, (1551).

VD16 R 2382 und H 1716 (unter Helm). Vgl. Smith 142 (Ausgabe von 1565). – Das berühmte Rechenbuch Adam Rieses (1492-1559), mit der Erweiterung um das Visierbuch des Erhart Helm (erstmals mit der Erweiterung 1533 erschienen). Die Bedeutung dieses Elementarbuchs - ebenso wie weiterer früherer Schriften Rieses - liegt nicht so sehr auf dem Gebiet Mathematik, sondern vielmehr auf dem der Rechendidaktik, als deren Begründer Adam Riese gelten darf (vgl. Cantor II, 421f.).
Erstmals war das Mathematikbuch des Adam Riese im Jahre 1522 in Erfurt von Matheus Maler unter dem Titel "Rechnung auff der linihen und federn in zalmaß und gewicht auff allerley handierung gemacht und zusamen gelesen durch Adam Riesen" gedruckt worden (VD16 R 2359). Es folgten zahlreiche Wiederauflagen dieses überaus beliebten und praktischen Handbuchs, immer wieder unter dem demselben Titel (in Orthographie teils leicht abweichender Schreibweise; vgl. VD16 R2360-2381). Erst 1551 wurde mit der vorliegenden Ausgabe zum ersten Mal der Titel "Rechenbuch'" verwendet, der dann in der Folgezeit nicht nur für das Werk Adam Rieses, sondern allgemein für diese Art von mathethamischen Bücher gebräuchlich wurde.
Der Titelholzschnitt zeigt eine Rechenstube mit mehreren Schülern, die Textholzschnitte illustrieren Berufsdarstellungen zu dem jeweils angeführten Rechenbeispiel, u. a. Geldwechsler, Tuchhändler, Wucherer, Münzschläger und Astronomen. – Zu Beginn mit Randläsuren. Etwas gebräunt, braun- und stockfleckig, stellenweise etwas feuchtrandig, Bindung schwach, gelegentlich mit hs. Randanmerkungen. Im unteren Rand mit minimalem Wurmlöchlein. Die Ausgabe des Werkes von Adam Riese ist über den deutschen Auktionshandel seit 1950 nur zwei Mal angeboten worden (1953 und 1988). Über den VD16 sind lediglich drei Exemplare nachweisbar: in der Bayerischen Staatsbibliothek in München (Sigel: 12), in der Universitätsbibliothek in Freiburg und der Heidelberger Universitätsbibliothek, weitere Exemplare in Memmingen, Ulm und Edinburgh. – Vorgebunden:
I) Joachim Ammon. Isagoge arithmetices. 16 Bl. Mit Titelholzschnitt. (Wittenberg, Georg Rhau, 1544). - VD16 A 2312. Günter Frank, Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Ein Handbuch. 2017, 4.2.1.4. Nicht im STC und bei Adams. - Erste Ausgabe dieses lateinischen Rechenbuches, das "eine komplette Übersetzung des Melanchthon-Vorwortes von Eberhard Knobloch [enthält]. In diesem Vorwort vom17. April 1544 berechnete Melanchthon, dass Noah vor 3845 Jahren die Arche betreten habe" (Frank). - Über den Wordcat sind in Deutschland nur vier Exemplare nachweisbar (Berlin, Dresden, München, Regensburg). - Titel mit kleinen Randeinrissen. Die vorderen Vorsatzblätter mit stärkeren Randläsuren. Leicht gebräunt, braun- und stockfleckig.

II) Jacques Lefèvre d'Étaples. Arithmetica Speculativa Boetij per Iacobum Fabrum Stapulensem in compendium redacta. Arithmetica Practica Christierni Morssiani. 75 S. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Basel, Heinrich Petri, (1536). - VD16 L 953. Vgl. Poggendorff I, 1405. - Einzige Ausgabe. Autor ist der französische Theologe und Humanist Jacques Lefèvre d’Étaples (1450-1536), der vor allem bekannt ist für die erste vollständige französische Bibelübersetzung. - Leicht gebräunt und braunfleckig.

III) Sebastián Aerichalcus. De ratione rei numariae, et valore diversorum numismatum, nec non mensurarum. 12 Bl. (Köln, Maternus Cholinus), 1556. - VD16 A 392. - Einzige Ausgabe, die einen Überblick über die mathischen Werte sowie die von den antiken Autoren erwähnten Maße gibt. Des Weiten sind Ausführungen zur Munzkünde enthalten. - Leicht gebräunt und braunfleckig.

Estimate
€ 12.000   (US$ 14.160)


Hammer Price
€ 8.000 (US$ 9.440)



» 16th Century
Caricature, La
Journal fondé et dirigé par Ch. Philipon.

Lot 1314

Luxusexemplar auf China mit doppelter Suite
La Caricature. Journal fondé et dirigé par Ch. Philipon. 10 Bände. Mit 526 teilweise kolorierten und teilweise doppelblattgroßen Lithographien von Daumier, Grandville, Devéria, Adam, Raffet, Huot u. a. 37,5 x 28 cm. Rote Halbchagrinlederbände des 19. Jahrhunderts mit RVergoldung und schwarzen RSchildern. Paris, Aubert, 1830-1835.

Carteret III, 111-132. Vicaire II, 46 ff. Delteil, Honoré Daumier, 40-135. – Vollständiges Exemplar der legendären Zeitschrift, der hier eine zweite Folge der unkolorierten Lithographien auf gewalztem China beigefügt ist. Mit allen 251 Nummern und den Nummern 1 bis 7 in der ersten Fassung, die hiernach aus administrativen Gründen den späteren Nummern angeglichen und neu gedruckt wurden. Enthalten ist ebenso die Probenummer Prospectus et numéro modèle mit den beiden Lithographien Restauration und Un Inamovible. "Il a été tiré des planches de la Caricature quelques exemplaires sur papier de Chine contrecollé; ces épreuves doivent être considérées comme épreuve de luxe, en raison du soin apporté à leur tirage et de leur petit nombre ..." (Delteil).
La Caricature war die erste politisch-satirische Zeitschrift und musste nach in Kraft treten der Septembergesetze ihr Erscheinen einstellen, nachdem sie nachhaltig für die bedrohte Pressefreiheit eingetreten war. Zu ihren literarischen Mitarbeitern gehörten auch Victor Hugo und Honoré de Balzac. Ein großer Teil der Lithographien ist koloriert und häufig auch doppelblattgroß. Enthalten sind u. a. 110 Lithographien von Grandville und 91 von Daumier (40-130), die zu den besten seines Oeuvres gehören: diese hier in den ersten Zuständen, auch die Delteil-Nummern 40, 50, 61, 66, 76, 101, 108, 117, 124 und 126, von denen zwei Zustände bekannt sind; beide Zustände bei Nummer 50, 66 und 126 vorhanden, bei allen übrigen unkolorierten zweimal der erste Zustand. Mit sämtlichen von der Zensur unterdrückten Blättern, den Sondereinlagen und den 10 sehr seltenen Titelblättern sowie den Indices. – Mehrere Tafeln des ersten Bandes mit beweglichen Teilen. Zwei Tafeln nur einfach vorhanden, vier Tafeln in drei Ausführungen. Die ersten Hefte des ersten Bandes teils mit Feuchtigkeitsrändern, der Rest vereinzelt etwas braun- bzw. stockfleckig. Der auf getöntem Papier gedruckte Text in den späteren Nummern gedunkelt, jedoch ohne Fehlstellen. Wenige Tafeln mit Faltspuren, eine lose, mehrere Doppeltafeln getrennt und in zwei Teile eingebunden.

Estimate
€ 58.000   (US$ 68.440)


Hammer Price
€ 45.000 (US$ 53.100)



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Opitz, Martin
Acht Bücher, Deutscher Poematum

Lot 1413

Opitz, Martin. Acht Bücher, Deutscher Poematum durch Ihnselben heraus gegegeben, auch also vermehret unnd ubersehen, das die vorigerer darmitte nicht zu vergleichen sindt. 2 Teile in 1 Band. 10, 39; 3 nn. Bl., 1-244 S., 1 w. Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.) und mit 8 typographischen Zwischentiteln (in zus. 13 S. außerhalb der angegebenen Kollation). 18 x 15 cm. Moderner Pappband. Breslau, David Müller, 1625.

Dünnhaupt 9/IV, 3009, 2. Beslauer 373. Jantz I, 1908. Faber du Faur I, 204. Maltzahn II, 36. Jördens IV, 113. – Die berühmte "Erste Breslauer Sammelausgabe B" (nach Dünnhaupt). "Dies ist die eigentliche Opitzsche Erstausgabe. Mit diesem Buch beginnt eigentlich erst die deutsche Dichtung des 17. Jahrhunderts" (Karl Wolfskehl). – Nur gleichmäßig etwas gebräunt, kaum braunfleckig, kaum Papierläsuren, insgesamt im Block ein sehr schönes, wohlerhaltenes Exemplar mit recht breitem Rand.

Estimate
€ 2.500   (US$ 2.950)


Hammer Price
€ 1.800 (US$ 2.124)



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Opitz, Martin
Buch von der Deutschen Poeterey

Lot 1414

Eines der folgenschwersten Werke der deutschen Geistesgeschichte
Opitz, Martin. Buch von der Deutschen Poeterey. In welchem alle ihre Eigenschafft und zuegehor gründtlich erzehlet, und mit exempeln außgeführet wird. 40 nn. Bl. 18 x 15 cm. Moderner Pappband. Brieg, Augustin Gründer für David Müller, 1624.

VD17 3:315035W. Dünnhaupt 9/IV, 3026, 71,1. Brieg 1624. Goedeke III, 42, 13. Faber du Faur I, 203. Jantz I, 1909. Kroker II, 479. Maltzahn II, 1277. Neufforge 540. – Erste Ausgabe des bedeutendsten und im Originaldruck seltensten Werks von Martin Opitz (1597-1639). "Zunächst zögernd akzeptiert, setzte sich Opitz kleine Schrift dank ihrer Klarheit und Kürze allmählich durch und erlebte, allerdings erst nach einer Pause von 10 Jahren, zahlreiche Neuauflagen. Wolfskehl nennt das Büchlein nicht zu Unrecht eines der 'folgenschwersten' der deutschen Geistesgeschichte". "Martin Opitz’ berühmtestes Werk, das 1624 veröffentlichte Buch von der Deutschen Poeterey, ist die richtungsweisende Poetik des deutschen Barock, in der Opitz Regeln und Grundsätze einer neu zu begründenden hochdeutschen Dichtkunst formuliert. Diese solle sich nicht nach den überlieferten antiken Versmaßen richten, sondern eine eigene, der deutschen Sprache angemessene metrische Form finden" (zit. nach Cornelius Sommer: Martin Opitz, Buch von der Deutschen Poeterey. Stuttgart 1970). – Vereinzelte minimale Papierläsuren wie winzige Eckausrisse, die erste Lage mit kleinen Randläsuren (aber nur unwesentlichen Randausbrüchen, leicht feuchtrandig), nur leicht gleichmäßig etwas gebräunt, kaum braunfleckig, insgesamt in bemerkenswert guter Erhaltung. Von außergewöhnlicher Seitenheit, so ist das "Buch von der Deutschen Poeterey" nur dreimal auf deutschen Auktionen seit 1950 und nur einmal nach 1990 auf dem europäischen Auktionsmarkt angeboten worden.

Estimate
€ 9.000   (US$ 10.620)


Hammer Price
€ 5.800 (US$ 6.844)



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Goethe, Johann Wolfgang von
Faust. Ein Fragment. Ächte Ausgabe (Erste Einze...

Lot 1687

Erste Einzelausgabe
Goethe, (Johann Wolfgang von). Faust. Ein Fragment. Ächte Ausgabe. 1 Bl., 168 S. 16,5 x 10 cm. Moderner marmorierter HLederband im Stil d. Z. mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1790.

Goedeke IV/3, 611, 2. Hagen 204. Hirzel A 165/166. Kippenberg I, 2377. Schulte-Strathaus, Faustfragment S. 12f (Druck Em). Deneke, Einzeldrucke 13. Brieger 670. Borst 620. – Erste Einzelausgabe, separat und gleichzeitig abgedruckt aus Band VII der Schriften, die 1787 bis 1790 bei Göschen erschienen, ohne die Bogennorm "Goethe's W. 7. B." (Auflagenhöhe: 1000 Exemplare). Druck mit den bei Goedeke und Schulte-Strathaus genannten Fehlern und der Zeilenwiederholung auf Seite 145, nach Goedeke und Deneke der erste Druck (nach Schulte-Strathaus der zweite). Hier in einem Mischexemplar aus den beiden bekannten Drucken So und Sm. – Titel und Vortitel mit verblasstem Besitzeintrag. Nur ganz vereinzelt schwach finger- oder braunfleckig. Wohlerhaltenes und sauberes Exemplar.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.540)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.360)



» Thur Collection

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