Please enter search terms:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Sprache / Lingua / Language


Highlights

Highlights of the Current Auction » Browse Printed Catalogues

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page

Main Image Description Status
Dürer, Albrecht
Ritter, Tod und Teufel

Lot 6312

Ritter, Tod und Teufel. Kupferstich. 24,2 x 18,6 cm. 1513. B. 98, Meder 74 a-b (von g); Albrecht Dürer Master Printmaker, Museum of Fine Arts Boston, 1988, 180.

Der vorliegende Frühdruck des "Ritter, Tod und Teufel" oder "Der Reuter", wie Dürer selbst ihn nannte, ist der erste der drei sogenannten "Meisterstiche". Die beiden Blätter "Melancholie" und "St. Hieronymus im Gehäuse" entstanden im folgenden Jahr 1514. Seit Heinrich Wölfflin hat sich die kunsthistorische Forschung eingehend mit den Prototypen und der ikonographischen Deutung dieser Darstellung des "Eques christianus" befasst. Als Urbild fungierte laut Wölfflin vermutlich Leonardo da Vincis Modell zum Reiterdenkmal des Francesco Sforza. Die vielfältigen Interpretationen, die das Blatt seitdem erfahren hat, fasste Winkler (1957) in dem folgenden Satz zusammen: "Der Stich verbildlicht das Leben des Christen in der praktischen Welt der Handlung und Entscheidung".

Prachtvoller, scharfer und gegensatzreicher Druck, bis auf die oben und rechts stellenweise sichtbare Einfassungslinie beschnitten, stellenweise minimal knapp. Die Beschreibung der einzelnen Druckzustände bei Meder bedarf der Revision. Die von Meder für den ersten Druckzustand angegebenen zwei Parallelen oben links durch die kurzen Baumstämme sind bei einer Vielzahl von Frühdrucken nicht ersichtlich, jedoch sind die im Bostoner Katalog beschriebenen kleinen Rostflecke am Boden rechts bereits im Ansatz vorhanden. Vor den Vertikalen rechts am Himmel, ohne Wasserzeichen, wie von Meder für die Frühdrucke angegeben

Kleine Bereibung im Himmel rechts unten sowie in der rechten oberen Ecke, geringfügige Erhaltungsmängel und Ausbesserungen, verso drei geglättete horizontale Falten, von denen nur eine recto geringfügig sichtbar ist, leichte Bereibungen und Gebrauchsspuren verso, sonst sehr schönes Exemplar.


Provenienz: Stonyhurst College, Whalley, Lancashire (Lugt 2373 b). Diese Institution besaß eine Sammlung von Dürer-Stichen, die James Everard, 10th Lord Arundell of Wardour (1785-1834) gehört hatten und die von seiner Witwe Mary Anne (1787- 1845) dem College vermacht wurden.

Estimate
€ 60.000   (US$ 70.800)


Hammer Price
€ 85.000 (US$ 100.300)



» 'Memento Mori'
Deutsch
Das ungleiche Paar

Lot 6315

18. Jh. Das ungleiche Paar.
Holz, farbig gefasst. Höhe 15,3 cm.

Während sich der ganze Körper des alten Mannes über den Totenkopf hinwegzusetzten versucht, lehnt die junge Frau scheinbar schweren Herzens diese Darbietung von Zuneigung ab. Sie kehrt dem Alten mit resignierter, ja beinahe abweisender Geste den Rücken zu, während sie ihr tränenüberströmtes Gesicht in ein weißes Tuch vergräbt. Die Abwehrhaltung der Frau spricht für die Unmöglichkeit dieser ungleichen Liebe und den Grund dafür symbolisiert der Schädel, der das Paar letztlich voneinander trennt und die Omnipräsenz des Todes darstellt, der eine solche Verbindung bestimmen würde. Doch lehnt sie den Apfel der Sünde, den ihr der Alte in der ausgestreckten Hand darbietet, vielleicht auch in einem Anflug von Tugendhaftigkeit ab. Diese Frucht verrät die moralisierende Absicht der Darstellung. Das „ungleiche Paar“ steht nämlich in der westlichen Bildtradition seit dem späten 15. Jh. für die zu verspottenden Verfehlungen des Alters. Es sind kleine Details wie die sehnsüchtigen, gläsernen eingelegten Augen des Alten oder die applizierte, durchsichtig schimmernde Träne des Mädchens, die der Figurengruppe ihren lebendigen Charakter verleihen.


Provenienz: Privatsammlung Spanien.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.540)


Hammer Price
€ 2.500 (US$ 2.950)



» 'Memento Mori'
Andalusisch
Stillleben mit Sanduhr. Buch, Brot und Wasserka...

Lot 6319

17. Jh. Stillleben mit Sanduhr, Buch, Brot und Wasserkaraffe.
Öl auf Leinwand, doubliert. 35 x 42 cm.

Die spanische Malerei prägt seit circa 1600 als eigenes Genre die Bodegones genannten Stillleben mit einer ganz spezifischen Stilistik aus. Vermittelt wird das Stillleben sowohl aus den südlichen, spanischen Niederlanden über die Küchenstücke eines Joachim Beuckelaer und Pieter Aertsen, als auch über das ebenfalls seinerzeit spanische Neapel durch Gemälde von Vincenzo Campi oder Annibale Carracci. Der bedeutendste frühe Vertreter dieser Abkehr vom Manierismus hin zu einem Realismus der einfachen Dinge ist spätestens seit 1602 Juan Sánchez Cotán (1560-1627) aus Toledo. Er zeigt seine wenigen Objekte scheinbar kunstlos nebeneinander vor dunklen Hintergrund gestellt. Trotz ihrer Einfachheit ist die Motivwahl auch religiös-moralisch zu verstehen. Bedeutende Vertreter der folgenden Generation sind Juan van der Hamen y León (1596-1631), und der zwei Jahre jüngere Francisco de Zurbarán (1598-1664). Die Stillleben des letzteren sind in ihrer strengen Anordnung und kargen Anmutung dem Werk Juan Sánchez Cotán verpflichtet. In Zurbaráns Umkreis dürfte das vorliegende Gemälde entstanden sein. Hier repräsentieren das Brot und das Wasser im Krug die körperliche Nahrung des Menschen während das Buch mit dem Titel Meditaciones die geistige Nahrung repräsentiert. Höchstwahrscheinlich spielt der Titel auf die 1641 erschienene Schrift Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animae immortalitas demonstratur (lat. Meditationen über die Erste Philosophie, in welcher die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele bewiesen wird) des französischen Philosophen René Descartes an, das hier in einer spanischen Übersetzung vorliegt. Die auf dem Buch stehende Sanduhr verweist allerdings auch mahnend auf die schnell verrinnende Zeit.

Provenienz: Privatsammlung Spanien.

Ausstellung: Ausst.Kat. La Danse des Morts, Paris, Galerie le Toît du Monde, 2004, S. 96, Kat. 53 (Abb.).

Estimate
€ 6.000   (US$ 7.080)


Hammer Price
€ 5.000 (US$ 5.900)



» 'Memento Mori'
Palumbo, Pietro Paolo
Horrida sum pravis (Der Tod mit einer Sense, in...

Lot 6344

Horrida sum pravis (Der Tod mit einer Sense, in der Rechten ein Schriftband haltend).
Kupferstich. 40 x 28,4 cm. Unbeschrieben. Wz. Krone.

Die eindrucksvolle Vanitas-Darstellung eines anonymen Künstlers wurde von Pietro Paolo Palumbo herausgegeben, der zwischen ca. 1563 und 1586 in Rom tätig war und einen Kupferstichverlag in der Nähe der Kirche S. Agostino, unweit der Piazza Navona, unterhielt. Er veröffentlichte Kupferstiche von italienischen Meistern wie Mario Cartaro und Werke nordischer Künstler, unter ihnen Cornelis Cort und Jacob Bos. Möglicherweise stammt das vorliegende, unbeschriebene Blatt in der Tat von einem niederländischen Meister. Die disziplinierte Kupferstichtechnik erinnert entfernt an Jacob Bos, der zwischen ca. 1549 und 1580 in Rom lebte und arbeitete. Auch das Epigramm, das aus der Feder des Straßburger Frühhumanisten Petrus Schott stammt, dürfte auf eine nordeuropäische Herkunft schließen lassen: "Den Bösen bin ich Schrecken, den Gerechten ersehnter Gewinn. Jene schicke ich in die Qualen, diese in den Himmel". Unser Kupferstich trägt ebenfalls die Adresse von Gaspar Albertus, der die Nachfolge Palumbos antrat. Prachtvoller, gleichmäßiger und klarer Druck mit Rand bzw. Rändchen um die Plattenkante an drei Seiten, oben wohl minimal innerhalb der Plattenkante beschnitten. Schwache Trocken- und Knickfältchen, minimal fleckig, winziger Randeinriss im weißen Rand unten, sonst in ganz vorzüglicher Erhaltung. Sehr selten.

Estimate
€ 2.400   (US$ 2.832)


Hammer Price
€ 4.200 (US$ 4.956)



» 'Memento Mori'
Französisch
Klosterarbeit mit Stickbild eines Memento mori

Lot 6355

1711. Klosterarbeit mit Stickbild eines Memento mori.
Gobelin-Stich mit Silberfäden auf grobgewebtem Stoff. 43,5 x 34,2 cm. Oben rechts datiert "1711".

In den Zellen von Nonnen befanden sich im 17. und 18 Jh. häufig Objekte und Gemälde, die sie beim Meditieren und Beten an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern sollten. Unsere Gobelinstickerei ist ein gutes Beispiel dafür. Die Botschaft wird deutlich von dem Schädel vermittelt, der mit gekreuzten Knochen auf einem altarartigen Tisch unter einem reichverzierten Baldachin vor einem flammenden Hintergrund ruht. Darunter befinden sich säuberlich aufgereiht weitere Symbole menschlicher Endlichkeit und Sünde wie die Geißelrute, das Rad und die Sanduhr. Der Bildinhalt wird auch im Text der Kartuschen in den oberen beiden Ecke weitegeführt, der rezitiert: "memento homo quia pulvis es et in pulverem reverteris" (Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst). Es handelt sich hierbei um die mahnenden Worte, die bei der Spendung des Aschekreuzes am Aschermittwoch ausgesprochen werden, denn mit der christlichen Hoffnung auf Ewiges Leben geht zugleich die Aufforderung einher, gottgefällig zu leben.

Provenienz: Sammlung Labre, Uzès.
Privatsammlung Spanien.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.540)


Hammer Price
€ 3.000 (US$ 3.540)



» 'Memento Mori'
Englisch
Spazierstock mit von einer Hand gehaltenem Tote...

Lot 6373

18. Jh. Spazierstock mit von einer Hand gehaltenem Totenkopf.
Silber gestempelt 925, geschwärzter Hartholzschuss mit weißem Absatz. Höhe 90,9 cm. Marke "AM".

Fein gearbeiteter Knauf in Form eines düsteren Schädels, der von einer feingliedrigen Hand gehalten wird. Mit einer reliefierten Manschette mit stilisiertem Blumenornament.

Provenienz: Privatsammlung Spanien.

Estimate
€ 800   (US$ 944)


Hammer Price
€ 2.800 (US$ 3.304)



» 'Memento Mori'
Desprez, Louis-Jean - zugeschrieben
Grabmonument mit thronendem Tod als Sphinx...

Lot 6380

zugeschrieben. Grabmonument mit thronendem Tod als Sphinx und Weltenherrscher vor einem Sarkopharg (Tombeau à la Mort asisse).
Feder und Pinsel in Schwarz und Grau, in verschiedenen Grautönen grau laviert, partiell mit Gummi arabicum (?), auf Bütten, aufgezogen. 32,2 x 46,3 cm.

Während seines Aufenthalts 1778 in der italienischen Stadt Benevento fertigte Louis-Jean Desprez eine Zeichnung, welche die schaurige Gruft der Stadt zeigt, und die ihn später zu seiner düster romantisch anmutenden Suite der "Tombeaux à la Mort" inspirierte. Die Folge führte Desprez zum Ende seines Romaufenthalts in Aquatintamanier aus. Mehrere Vorzeichnungen zu dem Projekt haben sich erhalten, vier davon werden etwa im Cooper-Hewitt Museum in New York verwahrt. Unsere Zeichnung zeigt die Darstellung des Tombeau à la Mort assise, und ist, wie auch eine Vorzeichnung zum Tombeaux à la Mort debout im Musée Sainte-Croix, Pointiers, in einem einheitlichen gräulichen Ton gehalten und lebt dabei von der differenzierten und versierten Pinsellavierung. Wie einige andere der Vorzeichnungen Desprez', weicht auch unsere Zeichnung in einigen Details von der finalen Aquatinta ab, so etwa der schwere Sarkophag mit seinem Sockel, die Brennschale und der Kopfschmuck des thronenden Todes. Es ist anzunehmen, dass auch unsere außergewöhnliche Zeichnung zu der Gruppe der Vorzeichnungen für die spätere Aquatinta diente, zeigt sie doch ebenfalls die dramatische Lichtführung mit den Hell-Dunkelkontrasten, die feinen, zittrigen Umrisslinien und die charakteristische, fein nuancierte Pinsellavierung Desprez‘.

Estimate
€ 7.500   (US$ 8.850)


Hammer Price
€ 12.000 (US$ 14.160)



» 'Memento Mori'
Serra y Auqué, Enrique
Grabmonument in der Dämmerung in den Pontinisch...

Lot 6395

Grabmonument in der Dämmerung in den pontinischen Sümpfen.
Öl auf Leinwand. 58,5 x 90 cm. Unten links signiert "Enrique Serra Roma".

Südöstlich von Rom zu beiden Seiten der Via Appia erstreckte sich die ausgedehnte Sumpflandschaft der Paludi Pontine. Nach dem Verfall der antiken Entwässerungssysteme waren die Pontinischen Sümpfe zu einem Herd der todbringenden Malaria und damit unbewohnbar geworden. Trotzdem übte diese von zahllosen Tümpeln durchzogene mythische Landschaft wegen ihrer extremen Farblichtphänomene eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf die Künstler aus. Enrique Serra machte diese einzigartige Landschaft zum Hauptgegenstand seiner Gemälde, wobei das verfallene Grabmonument inmitten der Sümpfe öfters als Motiv Verwendung findet. Das rote Grablicht und die Blumen zeugen davon, dass dem Verstorbenen noch immer gedacht wird. Das Monument im fahlen Licht des scheidenden Tages vermittelt den Eindruck einer jenseitigen, vom Menschen nicht mehr erreichbaren Landschaft, einer Traumwelt, ähnlich der, die Arnold Böcklin mit seiner "Toteninsel", einem Gestade, das nur den Toten erreichbar ist, erschuf.

Estimate
€ 2.400   (US$ 2.832)


Hammer Price
€ 3.200 (US$ 3.776)



» 'Memento Mori'
Labourdette, Jean
Upside Down Skull

Lot 6397

"Upside Down Skull".
Öl und Acryl auf Spanplatte. 66 x 50,8 cm. Verso mit schwarzem Stift signiert, datiert und betitelt. 2016.

Als Sohn eines Künstler besuchte Jean Labourdette schon als Kind häufig mit seinem Vater die Pariser Flohmärkte, auf denen er schnell eine Faszination für Antiquitäten sowie eine große Sammelleidenschaft entwickelte. Ende der 1980er Jahre etablierte er sich zunächst als Graffiti-Künstler unter dem Pseudonym Turf One, bevor er im Jahre 2001 nach Montreal übersiedelte. Dort war er als Illustrator, Comic-Zeichner und Filmemacher tätig, bis er sich ab 2004 verstärkt der Malerei widmete. Seine Werke sind inspiriert von so unterschiedlichen Einflüssen wie Altmeistergemälden, russischen Ikonen, viktorianischen Kuriositäten, sowie der Jahrmarktkultur und auf Flohmärkten und in Antiquitätengeschäften gefundenen Objekten, die er häufig als Objet trouvé in seine Kunstwerke miteinbezieht. Fasziniert vom dynamischen Verhältnis scheinbarer Gegensätze ergründet Labourdette im Spiel mit Symbolen, Archetypen und Artefakten in seinen mit altmeisterlicher Präzision geschaffenen, phantastischen Bildwelten unterbewußte Strömungen, transzendiert die Erfahrungen von Zeit und Tod und evoziert so das Schöne im vermeintlich Hässlichen, das Licht aus der Dunkelheit. Dabei versucht er in seinen dem Thema der Vergänglichkeit gewidmeten Arbeiten, die Grenze zur Zeitlichkeit seiner Motive, zwischen Leben und Tod zu überschreiten und dadurch unsere begrenzte und von Schrecken erfüllte Vorstellung des Todes als Ende des Lebens zu überwinden und in eine positive, bewußte Wertschätzung des Lebens und seiner Eigenheiten zu wenden.

Ausstellung: 2017 Mesa Contemporary Arts Museum, Mesa, Arizona, USA

Estimate
€ 4.500   (US$ 5.310)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.490)



» 'Memento Mori'
Labourdette, Jean
Reliquary

Lot 6402

Reliquary.
Öl und Acryl auf Holz. 76,2 x 45,7 x 26,6 cm. 2016.



Ausstellung: 2016 Lancaster Museum of Art and History (MOAH), Lancaster, Kaliforien, USA

Estimate
€ 3.500   (US$ 4.130)


Hammer Price
€ 3.600 (US$ 4.248)



» 'Memento Mori'

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page