Please enter search terms:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Sprache / Lingua / Language


Highlights

Highlights of the Current Auction » Browse Printed Catalogues

1 2 3 4   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page

Main Image Description Status
Caricature, La
Journal fondé et dirigé par Ch. Philipon.

Lot 1314

Luxusexemplar auf China mit doppelter Suite
La Caricature. Journal fondé et dirigé par Ch. Philipon. 10 Bände. Mit 526 teilweise kolorierten und teilweise doppelblattgroßen Lithographien von Daumier, Grandville, Devéria, Adam, Raffet, Huot u. a. 37,5 x 28 cm. Rote Halbchagrinlederbände des 19. Jahrhunderts mit RVergoldung und schwarzen RSchildern. Paris, Aubert, 1830-1835.

Carteret III, 111-132. Vicaire II, 46 ff. Delteil, Honoré Daumier, 40-135. – Vollständiges Exemplar der legendären Zeitschrift, der hier eine zweite Folge der unkolorierten Lithographien auf gewalztem China beigefügt ist. Mit allen 251 Nummern und den Nummern 1 bis 7 in der ersten Fassung, die hiernach aus administrativen Gründen den späteren Nummern angeglichen und neu gedruckt wurden. Enthalten ist ebenso die Probenummer Prospectus et numéro modèle mit den beiden Lithographien Restauration und Un Inamovible. "Il a été tiré des planches de la Caricature quelques exemplaires sur papier de Chine contrecollé; ces épreuves doivent être considérées comme épreuve de luxe, en raison du soin apporté à leur tirage et de leur petit nombre ..." (Delteil).
La Caricature war die erste politisch-satirische Zeitschrift und musste nach in Kraft treten der Septembergesetze ihr Erscheinen einstellen, nachdem sie nachhaltig für die bedrohte Pressefreiheit eingetreten war. Zu ihren literarischen Mitarbeitern gehörten auch Victor Hugo und Honoré de Balzac. Ein großer Teil der Lithographien ist koloriert und häufig auch doppelblattgroß. Enthalten sind u. a. 110 Lithographien von Grandville und 91 von Daumier (40-130), die zu den besten seines Oeuvres gehören: diese hier in den ersten Zuständen, auch die Delteil-Nummern 40, 50, 61, 66, 76, 101, 108, 117, 124 und 126, von denen zwei Zustände bekannt sind; beide Zustände bei Nummer 50, 66 und 126 vorhanden, bei allen übrigen unkolorierten zweimal der erste Zustand. Mit sämtlichen von der Zensur unterdrückten Blättern, den Sondereinlagen und den 10 sehr seltenen Titelblättern sowie den Indices. – Mehrere Tafeln des ersten Bandes mit beweglichen Teilen. Zwei Tafeln nur einfach vorhanden, vier Tafeln in drei Ausführungen. Die ersten Hefte des ersten Bandes teils mit Feuchtigkeitsrändern, der Rest vereinzelt etwas braun- bzw. stockfleckig. Der auf getöntem Papier gedruckte Text in den späteren Nummern gedunkelt, jedoch ohne Fehlstellen. Wenige Tafeln mit Faltspuren, eine lose, mehrere Doppeltafeln getrennt und in zwei Teile eingebunden.

Estimate
€ 58.000   (US$ 71.340)


Hammer Price
€ 45.000 (US$ 55.350)



» Literature
Gessner, Salomon
Schrifften

Lot 1342

Prachtexemplar
Gessner, Salomon. Schrifften. 2 Teile in 1 Band. 191; 194 S. Mit 2 Kupfertiteln mit Vignette und Bordüre (in Pag.), 40 gestochenen Vignetten und 20 Kupfertafeln von Salomon Gessner. 28,8 x 19,4 cm. Dunkelrotes Maroquin d. Z. (etwas bekratzt bzw. berieben, eine alt restaurierte Fehlstelle) über 5 Bünden mit goldgeprägtem RTitel und Filetenvergoldung sowie Goldschnitt. Zürich, Selbstverlag, 1777-1778.

Goedeke IV/1, 82, 11. Leemann van Elck 539. Lonchamp 264. Rümann 329. Maler und Dichter der Idylle (Gessner-Kat. Wolfenbüttel 1980), Nr. 88. – Die "erste und einzige deutsche Quart-Ausgabe … Dieses Werk bildet, wie die französische Quart-Ausgabe, ein einzigartiges Druckerzeugnis, in dem sich Dichter, Illustrator, Drucker und Verleger in einer Person vereinigen und so ein überaus harmonisches, vorbildliches Ganzes geschaffen haben. Die Auflage war nur klein" (Leemann van Elck). Gegenüber der französischen Ausgabe sind die Erzählungen von Diderot entfallen, dafür wurden Evander und Alcimna sowie das ungereimte Gedicht An den Wasserfall aufgenommen. Sechs Texte aus früheren Ausgaben wollte Gessner in zwei weiteren Bänden folgen lassen, die jedoch nicht erschienen sind. – Die nachtblauen Kleisterpapiervorsätze mit geringen Abreibungen vorne, die folgenden weißen Vorsatzblätter leicht stockfleckig, sonst sauber und mit fast allen lose innenliegenden Seidenschutzhemdchen, die die fein radierten Tafeln, Vignetten, Culs-de-lampes schützen (diese dementsprechend gebräunt und fleckig). Außergewöhnlich schönes Exemplar aus der "Bibliothèque de Marly" mit dem Exlibris "Victorien Sardou" von "Fortier & Marotte".

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.690)


After-Sales Price
€ 2.000   (US$ 2.460)



» Literature
Opitz, Martin
Acht Bücher, Deutscher Poematum

Lot 1413

Opitz, Martin. Acht Bücher, Deutscher Poematum durch Ihnselben heraus gegegeben, auch also vermehret unnd ubersehen, das die vorigerer darmitte nicht zu vergleichen sindt. 2 Teile in 1 Band. 10, 39; 3 nn. Bl., 1-244 S., 1 w. Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.) und mit 8 typographischen Zwischentiteln (in zus. 13 S. außerhalb der angegebenen Kollation). 18 x 15 cm. Moderner Pappband. Breslau, David Müller, 1625.

Dünnhaupt 9/IV, 3009, 2. Beslauer 373. Jantz I, 1908. Faber du Faur I, 204. Maltzahn II, 36. Jördens IV, 113. – Die berühmte "Erste Breslauer Sammelausgabe B" (nach Dünnhaupt). "Dies ist die eigentliche Opitzsche Erstausgabe. Mit diesem Buch beginnt eigentlich erst die deutsche Dichtung des 17. Jahrhunderts" (Karl Wolfskehl). – Nur gleichmäßig etwas gebräunt, kaum braunfleckig, kaum Papierläsuren, insgesamt im Block ein sehr schönes, wohlerhaltenes Exemplar mit recht breitem Rand.

Estimate
€ 2.500   (US$ 3.075)


Hammer Price
€ 1.800 (US$ 2.214)



» Literature
Opitz, Martin
Buch von der Deutschen Poeterey

Lot 1414

Eines der folgenschwersten Werke der deutschen Geistesgeschichte
Opitz, Martin. Buch von der Deutschen Poeterey. In welchem alle ihre Eigenschafft und zuegehor gründtlich erzehlet, und mit exempeln außgeführet wird. 40 nn. Bl. 18 x 15 cm. Moderner Pappband. Brieg, Augustin Gründer für David Müller, 1624.

VD17 3:315035W. Dünnhaupt 9/IV, 3026, 71,1. Brieg 1624. Goedeke III, 42, 13. Faber du Faur I, 203. Jantz I, 1909. Kroker II, 479. Maltzahn II, 1277. Neufforge 540. – Erste Ausgabe des bedeutendsten und im Originaldruck seltensten Werks von Martin Opitz (1597-1639). "Zunächst zögernd akzeptiert, setzte sich Opitz kleine Schrift dank ihrer Klarheit und Kürze allmählich durch und erlebte, allerdings erst nach einer Pause von 10 Jahren, zahlreiche Neuauflagen. Wolfskehl nennt das Büchlein nicht zu Unrecht eines der 'folgenschwersten' der deutschen Geistesgeschichte". "Martin Opitz’ berühmtestes Werk, das 1624 veröffentlichte Buch von der Deutschen Poeterey, ist die richtungsweisende Poetik des deutschen Barock, in der Opitz Regeln und Grundsätze einer neu zu begründenden hochdeutschen Dichtkunst formuliert. Diese solle sich nicht nach den überlieferten antiken Versmaßen richten, sondern eine eigene, der deutschen Sprache angemessene metrische Form finden" (zit. nach Cornelius Sommer: Martin Opitz, Buch von der Deutschen Poeterey. Stuttgart 1970). – Vereinzelte minimale Papierläsuren wie winzige Eckausrisse, die erste Lage mit kleinen Randläsuren (aber nur unwesentlichen Randausbrüchen, leicht feuchtrandig), nur leicht gleichmäßig etwas gebräunt, kaum braunfleckig, insgesamt in bemerkenswert guter Erhaltung. Von außergewöhnlicher Seitenheit, so ist das "Buch von der Deutschen Poeterey" nur dreimal auf deutschen Auktionen seit 1950 und nur einmal nach 1990 auf dem europäischen Auktionsmarkt angeboten worden.

Estimate
€ 9.000   (US$ 11.070)


Hammer Price
€ 5.800 (US$ 7.134)



» Literature
Goethe, Johann Wolfgang von
Faust. Ein Fragment. Ächte Ausgabe (Erste Einze...

Lot 1687

Erste Einzelausgabe
Goethe, (Johann Wolfgang von). Faust. Ein Fragment. Ächte Ausgabe. 1 Bl., 168 S. 16,5 x 10 cm. Moderner marmorierter HLederband im Stil d. Z. mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1790.

Goedeke IV/3, 611, 2. Hagen 204. Hirzel A 165/166. Kippenberg I, 2377. Schulte-Strathaus, Faustfragment S. 12f (Druck Em). Deneke, Einzeldrucke 13. Brieger 670. Borst 620. – Erste Einzelausgabe, separat und gleichzeitig abgedruckt aus Band VII der Schriften, die 1787 bis 1790 bei Göschen erschienen, ohne die Bogennorm "Goethe's W. 7. B." (Auflagenhöhe: 1000 Exemplare). Druck mit den bei Goedeke und Schulte-Strathaus genannten Fehlern und der Zeilenwiederholung auf Seite 145, nach Goedeke und Deneke der erste Druck (nach Schulte-Strathaus der zweite). Hier in einem Mischexemplar aus den beiden bekannten Drucken So und Sm. – Titel und Vortitel mit verblasstem Besitzeintrag. Nur ganz vereinzelt schwach finger- oder braunfleckig. Wohlerhaltenes und sauberes Exemplar.

Estimate
€ 3.000   (US$ 3.690)


Hammer Price
€ 2.000 (US$ 2.460)



» Thur Collection
Goethe, Johann Wolfgang von
Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (EA)

Lot 1692

(Goethe, Johann Wolfgang von). Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Ein Schauspiel. 206 S. 18 x 11,5 cm. HLeder d. Z. mit Kiebitzpapierbezug (etwas berieben und bestoßen, Ecken und Kanten kaum sichtbar restauriert) mit floraler RVergoldung und goldgeprägtem rotem RSchild. (Darmstadt, Eylau für Merck) 1773.

Goedeke IV/3, 143, 2. Hagen 46. Hirzel A 33. Kippenberg I, 348. Speck 712. Brieger 682. – Erste Ausgabe, noch im Selbstverlag Goethes erschienen. Mit dem als "Schwäbischer Gruß" bekannten derben Götz-Zitat im dritten Aufzug (Seite 133): "Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!" Die Uraufführung erfolgte am 12. April 1774 im Berliner Komödienhaus unter der Leitung von Heinrich Gottfried Koch. Ein erster Nachdruck erschien noch im selben Jahr. – Vorsätze modern erneuert. Letztes Blatt mit geschlossenem Riss im oberen Bug (minimaler Buchstabenverlust), Blatt M2 mit angestückter Fehlstelle im weißen Seitenrand (ca. 1 x 5 cm), Blatt N2 im weißen Seitenrand papierbedingt etwas dünn und mit sehr kleinem Loch. Insgesamt etwas finger- und braunfleckig, sonst wohlerhalten. Exemplar im zeitgenössischen, dekorativen Halblederband.

Estimate
€ 12.000   (US$ 14.760)


After-Sales Price
€ 8.000   (US$ 9.840)



» Thur Collection
Goethe, Johann Wolfgang von
Zur Farbenlehre

Lot 1717

Goethe, Johann Wolfgang von. Zur Farbenlehre. 2 Bände. XLVIII, 654 S.; XXVIII, 757 S. 20 x 12,5 cm. Etwas spätere HLederbände (stärker berieben, beschabt und bestoßen) mit modernem RSchild [und:] Erklärung der zu Goethe's Farbenlehre gehörigen Tafeln. 24, 12 S. Mit 17 zumeist kolorierten Kupfertafeln. 26 x 21 cm. Moderner marmorierter HLederband mit goldgeprägtem RSchild in modernem Papp-Schuber. Tübingen, Cotta, 1810 (-1820).

Goedeke IV/3, 583, 46. Hagen 347 und 347d. Hirzel A 288. Speck 2289/90. Brieger 733. Poggendorff I, 923. – Erste Ausgabe seines umfangreichsten naturwissenschaftlichen Werks. Der Tafelband hier in einem Exemplar mit den etwas später, um 1820 angefertigten Tafeln in einheitlichem Format und ohne die handschriftlichen Korrekturen auf den Tafeln VII, XIV und XV (vgl. Hagen). Alle Exemplare der Auflage wurden von denselben Kupferplatten hergestellt. "Goethe's first publications on optics (1791) culminated in his 'Zur Farbenlehre', his longest and, in his own view, best work, today known principally as a fierce and unsuccessful attack on Newton's demonstration that white light is composite" (Dictionary on Scientific Biography V, 445). – Vorsätze der Textbände etwas leimschattig, Band II anfangs und am Schluss etwas stockfleckig. Sonst sauber und wohlerhalten. Der Textteil im Tafelband etwas stockfleckig (Tafel I ebenfalls), die übrigen Tafeln nur gering betroffen und insgesamt sauber. Das Kolorit akkurat aufgetragen. Der Textband I mit dem Schildchen der Berliner Buchhandlung Friedrich Maurer.

Estimate
€ 3.600   (US$ 4.428)


Hammer Price
€ 3.800 (US$ 4.674)



» Thur Collection
Hölderlin, Friedrich
Gedichte

Lot 1771

Hölderlin, Friedrich. Gedichte (Herausgegeben von Ludwig Uhland und Gustav Schwab). 2 Bl., 266 S., 1 Bl. (Errata). 19,5 x 13 cm. Moderner Kalblederband im Stil d. Z. (minimal berieben) mit ornamentaler RVergoldung, goldgeprägtem RSchild und Deckelfilete. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta, 1826.

Goedeke V, 472, 3. Seebaß 13. – Erste Ausgabe der ersten Gedichtsammlung Friedrich Hölderlins (1770-1843). Sie enthält etwa 60 Gedichte, die zuvor nur zum Teil in Almanachen und Taschenbüchern erschienen waren, ohne größere Resonanz zu finden. Ungeachtet ihrer Unvollkommenheit hat erst diese Ausgabe bedeutendere Rezensionen gezeitigt und damit die bis heute überaus kontroverse Editions- und Wirkungsgeschichte eingeleitet. Nach einer bereits 1801 von Cotta geplanten, aber nicht zustande gekommenen Edition ging die Anregung zu dieser ersten Gedichtsammlung des seit vielen Jahren im Tübinger Turm lebenden und als geistig umnachtet geltenden Dichters von Berlin aus. Auf Veranlassung eines preußischen Offiziers von Diest wandte sich der Geheimrat J. Schulze an Justinus Kerner, der sich seinerseits an Uhland mit der Bitte um Sammlung der noch ungedruckten Gedichte wandte. "Es ist eine Schande, daß nun Ausländer sich unsres unglücklichen Mitbürgers annehmen" (April 1821).
Persönlichen Anteil am Zustandekommen der Ausgabe nahmen auch Prinzessin Auguste von Hessen-Homburg und ihre Schwester Marianne von Preußen durch Überlassung von sechs ungedruckten Oden Hölderlins. Gegenüber Cotta rechtfertigte Uhland die Auswahl: "Wenn wir Einiges im Hefte durchstreichen zu müssen glaubten, so wird dieses durch das in den Beilagen Hinzugekommene, worunter Mehreres, wie die schönen Fragmente des Empedokles, noch ganz unbekannt war, reichlich aufgewogen werden. Wir giengen davon aus, daß ... auch dasjenige wegbleiben müsse, worin die Klarheit des Geistes schon bedeutend getrübt erscheint... Wenn der Sinn für eine großartige Poesie in Deutschland nicht erstorben ist, so muß diese Sammlung Aufsehen machen; es dürfte darum auch räthlich seyn, mit der Verlagshandlung nur auf eine bestimmte Anzahl Exemplare abzuschließen" (13. Mai 1825).
Die Verzögerung der Edition begründete Uhland u. a. mit der schwierigen Entzifferung der Handschriften, ein Problem, das die Germanistik bis heute in Atem hält (siehe Frankfurter Ausgabe 1975ff.). Die strenge Auswahl stieß schon bei informierten Zeitgenossen (Achim von Arnim) auf Kritik. Andererseits gab es die Stimme des mit Hölderlin befreundeten Waiblinger, der die Herausgeber für ihre großzügigen Auswahlkriterien zieh: "Die zartfühlenden Herausgeber hielt wohl eine Rücksicht für den noch lebenden Dichter ab, der übrigens für die Erscheinung seiner Gedichte gar kein Interesse zeigte." (1828). Das Honorar für die Ausgabe wurde Hölderlins Mutter zugestellt. Das ihm von seinem Stiefbruder Karl übersandte Exemplar war Hölderlin später abhanden gekommen. Ein anderes wollte er nicht annehmen. Auf den letzten 29 Seiten findet sich das berühmte Fragment Der Tod des Empedokles, ebenfalls in erster Ausgabe. Für die Hölderlin-Forschung ist dieser Druck besonders wichtig, da durch die individuellen Entscheidungen der Herausgeber über die handschriftlichen Texte des Autors unterschiedliche, oft sehr disparate Versionen und Lesarten gedruckt worden waren. – Fünfzehn Gedichtüberschriften mit unauffälliger Markierung in Farbstift, ganz vereinzelte Textkorrekturen in Bleistift. Nur vereinzelte unbedeutende Stockflecken, Seite 116/117 mit Abklatsch einer Trockenblume. Sehr schönes und sauberes Exemplar, unbeschnitten und bemerkenswert breitrandig.

Estimate
€ 4.500   (US$ 5.535)


Hammer Price
€ 4.500 (US$ 5.535)



» Thur Collection
Schiller, Friedrich
Die Räuber (EA)

Lot 1906

(Schiller, Friedrich). Die Räuber. Ein Schauspiel. 8 Bl., 222 S., (ohne das l. w. Bl.) Mit gestochener Titel- und Schlussvignette von J. E. Nilson. 18 x 11 cm. Neuerer marmorierter HLederband im Stil d. Z. mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Frankfurt und Leipzig (d. i. Stuttgart, Metzler), 1781.

Goedeke V, 162, 24. Marcuse 31. Katalog Deneke 749. Schuster, Nilson 408 und 408a. – Erste in den Handel gekommene Ausgabe, "eines der seltensten und gesuchtesten Bücher der klassischen Literatur-Periode. Es erschien anonym und enthält die interessante Vorrede mit der Unterschrift: Geschrieben in der Ostermesse 1781." (Katalog Kurt Wolff Nr. 1016). Mit den bei Deneke detailliert beschriebenen Kennzeichen: den Druckfehlern "lansch" und "grossrr" auf Seite 65 sowie den falsch paginierten Seiten 69, 163 und 204, ferner mit der nicht korrigierten Szeneneinteilung des 4. Aktes.
"Diese erste Ausgabe der Räuber galt schon zu Ende des 18. Jahrhunderts als eine Seltenheit, die z. B. Kosegarten vergebens gesucht hat. Schiller selbst mußte sich für die geplante Neubearbeitung der Räuber ein Exemplar der ersten Ausgabe von Cotta erbitten. Selbst Jugendfreunde Schillers, wie Scharffenstein, haben sie nicht besessen und sie mit der zweiten Ausgabe verwechselt. Von den 800 Exemplaren des zur Ostermesse 1781 erschienenen Werkes muß ein großer Teil zugrunde gegangen sein. Schüddekopf gab 1905 an, daß nur zwei bis drei Dutzend erhalten sein. Der Absatz des Werkes, das Schiller selbst drucken ließ und in Selbstverlag nahm, war anfangs sehr gering, so daß der Dichter den Rest der Auflage, deren Ballen seine bescheidene Wohnung beengten, an einen Antiquar verkauft haben soll. Da erst nach der Mannheimer Erstaufführung von 1782 die Nachfrage stieg, so liegt die Vermutung nahe, daß in der Zwischenzeit ein Teil der Auflage makuliert worden ist." (Kat. Otto Deneke Nr 749). Die Titelvignette in einem klaren frühen Abzug illustriert eine Textstelle aus dem vierten Akt und zeigt den alten Moor am Boden liegend, von Hermann gehalten, und Karl mit erhobenem Schwert. Die berühmte Löwenvignette auf dem Titel mit dem kämpferischen Motto "In Tirannos" findet sich erst in der zweiten Auflage von 1782. – Es fehlt das letzte weiße Blatt. Blatt K5 mit ovalem Ausschnitt im Bug (ca. 2 bis 2,5 cm), der Wortverlust dort durch ein Faksimile ergänzt. Die Blätter davor und danach an selber Stelle mit sehr kleinem transparent hinterlegtem Loch im weißen Rand. Papierbedingt durchgehend - wie wohl alle bekannten Exemplare - mal mehr, mal weniger braunfleckig oder gebräunt, im unteren Bug auch mit sehr kleinem, schwachem Feuchtigkeitsrand, sonst ohne Läsuren. Titel mit dem hs. Monogramm "F. S.".

Estimate
€ 7.500   (US$ 9.225)


Hammer Price
€ 6.500 (US$ 7.995)



» Thur Collection
Goethe, Johann Wolfgang von
Illustr. Albumblatt 1826

Lot 2043

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter und Staatsmann (1749-1832). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "JW Goethe" und Datum. Geschrieben unter einem koloriertem Kupferstich. 19,5 x 13 cm. Weimar 30.III.1826.

Unter der kolorierten Abbildung eines schwebenden Genius, der zur Erdkugel unter sich und zum Himmel über sich zeigt, hat Goethe die 4 Anfangszeilen eines 1826 entstandenen Gedichtes geschrieben: "Zwischen oben, zwischen unten / Schweb ich hin zu muntrer Schau; / Ich ergötze mich am Bunten, / Ich erquicke mich am Blau." - Das Bildchen gehörte zu den Emblemen, die Goethe bei der Jubiläumsfeier Carl Augusts am 3. September 1825 an seinem Hause angebracht hatte. Im darauffolgenden Jahr schrieb er erläuternde Sprüche dazu und benutzte mit diesen Emblemen illustrierte, gestochene Blätter, mit Text versehen, als Albumblätter und zur Versendung an Freunde. Am Tag der Entstehung des vorliegenden Blattes empfing Goethe den Besuch des J. N. Hummel-Schülers Ferdinand Hiller.

Estimate
€ 12.000   (US$ 14.760)


Hammer Price
€ 23.000 (US$ 28.290)



» Autographs

1 2 3 4   first pagerewindprevious pagenext pagefast forwardlast page