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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Main Image Description Status
Vergilius Maro, Publius
Die Eclogen

Lot 3072

Vorzugsausgabe auf Pergament
Cranach-Presse. - Vergilius Maro, Publius. Die Eclogen. In der Ursprache und deutsch übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. 3 Bl. (das 1. w.), 110 S., 4 Bl. (das l. w.). Mit 43 Original-Holzschnitten von Aristide Maillol, Titelblatt und 17 Initialen in Original-Holzschnitt von Eric Gill, letztere ornamentiert von A. Maillol. 32 x 24 cm. Beigefarbener Maroquinband d. Z. (sign.: EvG) auf 5 unechten Bünden mit goldgepr. quadratischen Linienmuster auf beiden Deckeln, RVergoldung, vergoldeten Deckel- und Steh- und Innenkantenfileten und dreiseitigem Goldschnitt. In Pappschuber (dieser etwas lädiert). Leipzig, Insel, 1926.

Eclogen und Georgica, Band I. Müller-Krumbach 40 (mit Abb.). Brinks 63. Sarkowski 1813. Schauer II, 73. Garvey 172. Gill 328. Rauch 138 Anm. Guérin 15-59. Adolph 88. – Die laut Druckvermerk auf 8 Exemplare beschränkte Vorzugsausgabe auf Pergament, ("nummeriert von A-H"), hier jedoch im Druckvermerk mit "K" bezeichnet (Gesamtauflage der deutsch-lateinischen Ausgabe: 292 Exemplare, davon 36 Ex. auf Kessler-Maillolschem "Seide-Papier" und 250 Ex. auf Bütten). Von Walter Tanz aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv gesetzt. Die Druckleitung lag bei H. Graf Kessler und James H. Mason. Die Holzschnitte entstanden zwischen 1912 und 1914 und wurden, nach einer durch den Weltkrieg bedingten Unterbrechung, erst 1925 fortgeführt. Der Druck erfolgte auf ungewöhnlich starkem, schneeweißem Pergament aus marokkanischen Ziegenfellen. Zur Kollation: 1 weißes Bl., Bl. 1: Vortitel mit Pressensignet (recto weiß), Bl. 2: Vortitel mit Initiale, verso: Druckvermerk in Latein, S. (1): Titel mit Holzschnittvignette (verso [S. 2] weiß), S. (3): Widmung an Emery Walker, S. 4-(111): lateinischer und deutscher Text, S. (112): Index Eclogarum, S. (113): Inhaltsverzeichnis, S. (114): Anmerkungen zur Druckgeschichte, 1 Bl. Auflagenvermerk (verso weiß), 1 w. Bl. Das Buch gilt als eines der Hauptwerke der Cranach-Presse und als eines der schönsten des 20. Jahrhunderts, 1927 wurde es auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die im Reihentitel angekündigten "Georgica" (Bd. II) erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse. – Vor allem im Rand teils etwas gebräunt, Vorsätze mit Ausfärbung der inneren Lederkante. Fl. Vorsatz mit Besitzvermerk, die nachfolgende Seite (das 1. weiße Bl. recto) mit ausladender, leider vom Zeitgeist gefärbter Widmung in breiter blauer Tintenfeder (datiert "Berlin, im August 1944"); einige Pergamentblätter leicht gewellt, ansonsten sehr gut erhalten.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)


Hammer Price
€ 80.000 (US$ 88.000)



» Modern Literature
Delaunay, Sonia
Compositions couleurs idées

Lot 3077

Delaunay, Sonia. Compositions couleurs idées. 1 Doppelblatt mit 40 pochoir-kolorierten Tafeln. 32 x 25 cm. Lose Tafeln in illustrierter OHalbleinenmpappe (stärker berieben, leicht fleckig, beschabt und bestoßen). Paris, Editions d'Art Charles Moreau, um 1930.

Seltenes vollständiges Portfolio mit vorwiegend abstrakten Kompositionen der einflussreichen russisch-französischen Malerin und Designerin Sonia Delaunay (1885-1979). Die Kompositionen verwendete Delaunay, die auch als Kostümzeichnerin erfolgreich war, als Vorlagen für Stoff- und Webmusterentwürfe. Über ihre Farbkompositionen äußerte sich die Künstlerin wie folgt: "La vraie peinture nouvelle commencera quand on comprendra que la couleur a une vie propre, que les infinies combinaisons de la couleur ont leur poésie et leur langage poétique plus expressifs que par les moyens anciens. C’est un langage mystérieux en rapport avec des vibrations, la vie même de la couleur. Dans ce domaine il y a des possibilités à l’infini". – Titelblatt mit etwas größerem nachgedunkeltem Feuchtigkeitsfleck, wenige Tafeln in den Ecken ebenso (außerhalb der Darstellung). Leicht gebräunt, selten mit minimalen Knickspuren im äußeren Rand. Doppelblatt im Bug eingerissen.

Estimate
€ 2.800   (US$ 3.080)


Hammer Price
€ 3.500 (US$ 3.850)



» Modern Literature
Cobden-Sanderson, T. J.
Credo

Lot 3083

Auf Pergament gedruckt
Doves Press. - (Cobden-Sanderson, T. J.). Credo. Pleni sunt coeli et terra gloria tua. 8 Bl. 16 x 11 cm. Handgebundeners rotbrauner OMaroquinband (sign.: The Doves Bindery; Rücken etwas ausgeblichen) auf 5 unechten Bünden mit vergold. Deckel- und RTitel sowie Innenkantenfileten und Goldschnitt. In OHalblederschuber. Hammersmith 1908.

Tomkinson 55, 16 (mit dem Jahr 1909). Tidcombe DP 16. – Eines von 12 Exemplaren des Handpressendruckes auf Pergament (Gesamtauflage 262 Ex.). Druck in Rot und Schwarz. – Vord. fl. Vorsatz mit winzigem Sammler-Initialenstempel. Sehr schönes Exemplar.

Estimate
€ 900   (US$ 990)


Hammer Price
€ 3.600 (US$ 3.960)



» Modern Literature
Klein, Yves
Monochrome und Feuer

Lot 3207

Mit zusätzlichem Monochrome in Gold
Klein, Yves. Monochrome und Feuer. Ausstellungskatalog des Museums Haus Lange in Krefeld vom 14. Januar - 26. Februar 1961. 6 Bl. Mit 2 Farbserigraphien in Blau und Rosa und zwei Blatt mit Goldfolie auf leichtem Karton. 32 x 23,5 cm. Lose in Orig.-Umschlag (Ränder minimal gebräunt; Vorderumschlag am unteren Rand mit kleinem Einriss). Krefeld, Museum Haus Lange, 1961.

Fiedler S. 141. Restany S. 247. – Erste Ausgabe. Katalog zur ersten deutschen Gesamtausstellung des Künstlers vom 14. Januar bis 26. Februar 1961 im Museum Lange in Krefeld. Für Yves Klein (1928-1962) war sie die erste institutionelle Auslandsausstellung, die auch die einzige öffentlich museale Ausstellung zu Lebzeiten des Künstlers blieb. Der goldfarbene Karton wurde von Yves Klein mit Blattgold belegt. Dieses Exemplar mit zwei deiser Kartons. – Der pinkfarbene Karton mit winziger Ablösung am unteren Rand; der blaue Karton mit minimalen Bereibungen, die rechte untere Ecke mit Bestoßung (4 x 4 mm) die Farbe hier fehlend. Die beiden Monochromes in Gold tadellos.

Estimate
€ 5.000   (US$ 5.500)


Hammer Price
€ 7.000 (US$ 7.700)



» Modern Literature
Sabartés, Jaime
Les ménines et la vie

Lot 3314

Picasso, Pablo. - Sabartés, Jaime. Les ménines et la vie. Traduit de l'espagnol par Alfred Rosset. 135 S., 3 Bl. Mit zahlreichen, meist farb. mont. Tafeln und einer separaten signierten Originalradierung von Pablo Picasso. 32 x 25 cm. Farb. illustr. OPappband in OPappdecke und OPappschuber. Paris, èditions cercle d'art, (1958).

Bloch 857. Goeppert-Cramer 95. – Eines von 100 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der farbigen, von Picasso signierten Radierung. Druck der Radierung von Lacourière. – Tadelloses Exemplar.

Estimate
€ 2.200   (US$ 2.420)


Hammer Price
€ 5.500 (US$ 6.050)



» Modern Literature
Roth, Joseph
Die Rebellion

Lot 3339

Roth, Joseph. Die Rebellion. Ein Roman. 137 S., 1 Bl. 19 x 12,5 cm. Farbig illustrierter OPappband mit OSchutzumschlag (dieser etwas gebräunt). Berlin, Die Schmiede, 1924.

Die Romane des XX. Jahrhunderts. Wilpert-Gühring2 2. – Erste Ausgabe der zweiten Buchveröffentlichung. Den Einbandentwurf gestaltete Georg G. Kobbe. – Fl. Vorsatz mit Besitzeintrag, tadelloses Exemplar mit dem seltenen Original-Schutzumschlag.

Estimate
€ 180   (US$ 198)


Hammer Price
€ 1.000 (US$ 1.100)



» Modern Literature
Schwitters, Kurt
Die Kathedrale

Lot 3372

Schwitters, Kurt. Die Kathedrale. 8 Bl. Mit 8 (inkl. Umschlag) Orig.-Lithographien. 22,5 x 14,3 cm. Illustr. OBroschur mit Verschlußstreifen. In priv. moderner schwarzer Maroquin-Kassette mit intarsiertem Mittelfeld auf der Vorderseite und mont. Kurt-Schwitters-Briefmarke. Hannover, P. Steegemann, (1920).

Die Silbergäule 41/42. Schmalenbach-Bolliger VII 251. Motherwell-Karpel 278. Verkauf 182. Meyer 85. Raabe 163. The Artist and the Book 278. Katalog "Die Zwanziger Jahre in Berlin" 3/268. – Einzige Ausgabe dieser zu den wichtigsten zählenden Dada-Veröffentlichung. Mit dem Umschlagtitel "Merz 8". "Die Graphiken der 'Kathedrale' sind zweifellos die schönsten und originalsten, die Schwitters in dieser Zeit hervorgebracht hat, und dürfen einen Ehrenplatz in der Geschichte der neueren Graphik beanspruchen" (Schm.-B.). Die 8 Orig.-Lithographien gehören zu den frühesten "Merz"-Arbeiten Schwitters. Mit dem seltenen Verschlußstreifen, Schwitters' Retourkutsche für seine Ächtung durch den Berliner Dada-Kreis, der ihn von der "Ersten Internationalen Dada-Messe" zurückgewiesen hatte. Daraufhin ließ Schwitters im Juni 1920 in der Kunsthandlung Burchard auf das gerade im befindliche Heft den Verschlußstreifen anbringen. Auf der Vorderseite mit der lithographierten Aufschrift: "Aus sanitären Gründen zugeklebt. Vorsicht: Anti-dada", auf der Rückseite: "Man weise aufgebrochene Exemplare zurück. K. S. Merz. 1920." – Der Verschlussstreifen ist - wie immer - aufgebrochen und vorne an der rechten Ecke angesetzt (3 x 1 cm), ansonsten sehr gutes, wohlerhaltenes Exemplar.

Estimate
€ 6.500   (US$ 7.150)


Hammer Price
€ 5.000 (US$ 5.500)



» Modern Literature
Tzara, Tristan
La première aventure céleste de Mr Antipyrine

Lot 3395

"Dada est notre intensité"
Tzara, Tristan (d. i. Samuel Rosenstock). La première aventure céleste de Mr Antipyrine. Avec des bois gravés et coloriés par Marcel Janco. 8 Bl. Mit 7 (davon 6 ganzseitig und zweifarbig) Original-Holzschnitten von M. Janco. 22,5 x 15 cm. OBroschur mit Umschlagtitel in Holzschnitt. (Zürich), Collection Dada, 1916.

Artist and the Book 135. Motherwell-K. 414. Bolliger, Dokumentations-Bibliothek II, 52. Verkauf S. 12. – Erste Ausgabe des ersten Buches von Tristan Tzara, "gleichzeitig die erste Buchpublikation der Zürcher Dadaisten" (Bolliger). Das Stück wurde 1920 in der Soirée "Manifestation Dada" uraufgeführt. Breitrandiger Druck von J. Heub erger, Zürich, auf weißem Vergé. "Dichtung, Typographie (besonders des Umschlages) und die seltsam-schönen, farbigen Holzschnitte sprechen eine völlig neue Sprache und ergeben eine grossartige Einheit ... Von größter Seltenheit." (Bolliger). – Die erste Lage unaufgeschnitten; der Umschlag am Rücken und am Rand etwas restauriert; innen frisch, wenngleich mit minimalen Knickspuren. Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar der sehr seltenen, höchst fragilen Publikation.

Estimate
€ 5.500   (US$ 6.050)


Hammer Price
€ 6.500 (US$ 7.150)



» Modern Literature
Hartwig, Josef
Bauhaus-Schachspiel 'XVI',

Lot 3430

Bauhaus - Hartwig, Josef. Bauhaus-Schachspiel Modell XVI Ahorn. 32 Spielsteine, davon je 16 naturlackiert und 16 in schwarzem Lack, Größen im Kubus: 2 x2 x 2 cm (16 Figuren), 2,7 x 2,7 x 2,7 cm (12 Figuren) bzw. 5 x 2,7 x 2,7 cm (4 Figuren). In OAhornholz-Kassette mit Deckel an 2 Messingscharnieren und 3-teiliger Pendelschließe. 6,2 x 13,6 x 13,3 cm. Bezeichnet mit Holzprägestempel im Innendeckel "HARTWIG GES.GESCH." Weimar, Bauhaus, 1924.

Bobzin-Weber, Das Bauhaus-Schachspiel von Josef Hartwig, S. 19. Hahn, Experiment Bauhaus, Dessau 1988, S. 401; Bauhaus-Archiv, Sammlungskatalog, Berlin 1987, S. 149-50, Kat.-Nr. 288; Ausst.-Kat. Bauhaus 7, Galerie am Sachsenplatz, Leipzig 1991, Abb. S. 43, Kat.-Nr. 134. – Das Bauhaus-Schachspiel des Bildhauers Josef Hartwig (1880-1955), der zwischen 1921 und 1925 als Werkmeister in der Stein- und Holzbildhauerei am Staatlichen Bauhaus in Weimar lehrte. Von den beiden Modellreihen ist vor allem die Nummer VIII und XVI in jeweils kleinen Auflagen mit der Hand gefertigt worden, ganz nach der ursprünglichen Maxime der Gründerjahre "Kunst und Handwerk", die dann später durch "Kunst und Industrie" ersetzt werden sollte. Tatsächlich wurde das Bauhaus-Schachspiel dann in Serie hergestellt, wovon das vorliegende Exemplar allerdings weit entfernt ist.

Nur bei den wenigen Prototypen brachte die handwerkliche Bearbeitung des Holzes dabei höchst individuelle Anfertigungen zustande, wodurch sich jedes der wenigen heute noch vorhandenen Spiele dieser Reihe voneinander unterscheidet. Das vorliegende Schachspiel gehört wohl zu den allerersten Anfertigungen der Modellreihe XVI, bei dem der Künstler die Steine per Hand aus dem Holz sägte, drechselte und verleimte sowie zunächst nur mit seinem eigenen Namen zeichnete und mit "Hartwig ges. gesch." in Versalien den Innendeckel beprägte (vgl. Bobzin-Weber S. 24, nennt alle Stempel). Später wurde dann ein neuer Stempel "Hartwig Bauhaus Weimar ges. gesch." geprägt. Die farbige Luxusversion in Weiß-Grün bekam dann noch auf den Mittelsteg, der die Klötzchen der Bauern-Figuren trennt, ein aufgeschraubtes Messingschild mit dem Bauhaus-Signet, dem Silhouettenkopf Oskar Schlemmer und der runden Umschrift "Staatliches Bauhaus Weimar".

Ferner sind die aus Ahornholz gefertigten Figuren allesamt leicht abweichend in Größe und Form (teils Abweichungen bis zu einem knappen Millimeter). "Während die hausinterne Produktion für Verpackungen und Schachbretter dokumentiert ist, fehlen entsprechende Belege für die Anfertigung der Spielfiguren am Bauhaus. Mit Sicherheit stellte Hartwig selbst die frühen Fassungen und wohl auch weiterhin Einzelanfertigungen oder 'Luxusspiele' in der von ihm als Werkmeister geleiteten Werkstatt für Holzbildhauerei her". Erst 1924 wurde die Produktion dann ausgelagert an die Weimarer Tischlerei Robert Toll. Die Beschaffenheit der hier enthaltenen Steine sprechen in allem für eine handarbeitliche, recht uneinheitliche Fertigung, die auf die individuelle Bauhausproduktion schließen lassen.

Vorhanden sind wie stets jeweils acht kleinere Würfel in Schwarz und Holzfarbe als die "Bauern" des Schachspiels, es folgen in der Hierarchie jeweils zwei derselben Farbe: Springer, Läufer, Türme sowie jeweils Dame und König. Die ebenso in ihrer Reduktion sowie der augenscheinlichen Funktionalität überzeugend gestalteten Figuren entsprechen damit wie kaum ein anderes Objekt den Maximen des von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses. So ist es Josef Hartwig meisterhaft gelungen, die Figuren rein aus ihrer Funktion heraus zu entwickeln, wobei sich die Unterscheidungsmerkmale der sechs verschiedenen Steine auf das Minimalste beschränken.

Die Bauern sind kleine Würfel, sie bewegen sich - ebenso wie die Türme, die Hartwig als größere Würfel gestaltete - ausschließlich orthogonal über das Brett. Die Läufer dürfen nur diagonal gezogen werden, also schuf Hartwig Figuren auf dem Grundriss eines Kreuzes mit abgeschrägten (immer in denselben Würfel passenden) Kanten. Sie geben die Richtung vor, die Diagonale ist der Figur inhaerent ist. Ebenso intuitiv wird der Springer dem Spieler die Richtung weisen: Sie sind als Würfel mit je zwei ausgeschnittenen kleineren Achtelwürfel gestaltet, wodurch sich - wie man sie auch immer dreht und wendet, von allen Seiten ein Winkel ergibt. So "springt" die Figur auch optisch: erst geradeaus und dann links oder rechts.

König und Königin sind noch um eine (Modul-)Stufe größer. Auf einen Würfel ist ein weiterer kleinerer, 45 Grad gedrehter Würfel gesetzt - auch hier steht das Würfelsymbol wieder für die Orthogonale, also die beiden Richtungen, in die der König laufen darf. Die versatile Dame hingegen hat auf ihren Würfelleib eine Kugel wie einen Kopf montiert bekommen - sie kann in alle Richtungen schauen und gehen.

"Während sich die Gestaltung von König, Turm oder Springer seit der Verbreitung im Mittelalter mehr oder weniger an der Realität orientiert, ging Hartwig 1923 einen originellen anderen Weg: Der Bildhauer aus München reduzierte die Spielsteine auf die stereometrischen Grundkörper Kubus und Kugel, die je nach Größe und Wert und - das war der eigentliche Clou - durch ihre Ausformung die Spielzüge veranschaulichen ... Das Spiel kam hervorragend an und wurde von der Bauhaus GmbH in einer luxuriösen und in einer preisgünstigen Gebrauchsvariante in Serie hergestellt" (Christa Sigg, Bayerns frühe Schwäche fürs Bauhaus, in Arsprototo 1-2019, S. 54f.). – Gelenkstifte der Scharniere fehlen, Messingschließen und Scharniere etwas locker, die Kassette etwas fleckig und leicht angestaubt, Verzapfung teils leicht gelöst. Die Figuren vereinzelt leicht angestaubt oder minimal fleckig, mit wenigen Gebrauchsspuren, leichten Bereibungen, wenigen Kratzern oder Flecken, der schwarze Lack immer noch sehr kontraststark, insgesamt von sehr guter Gesamterhaltung, vollständig und überaus selten (ein Spielbrett war meist nicht mitgegeben worden, bei den Prototypen ohnehin nicht).

Estimate
€ 9.000   (US$ 9.900)


Hammer Price
€ 6.000 (US$ 6.600)



» Modern Literature
Meyer-Bergner, Lena
Konvolut von 17 Original-Entwurfzeichnungen für...

Lot 3441

Meyer-Bergner, Lena. Konvolut von 15 Original-Entwurfzeichnungen für Teppiche etc. Meist 35 x 23,5 cm. Lose Bl. in kart. Umschlag d. Z. Um 1930.

Enthält: 7 Entwurfzeichnungen für Teppiche (davon 5 mit Monogramm "MB", Farb- und Bleistift, ein Entwurf auch mit Deckweiß gehöht, 28 x 20,5 cm bis 35 x 23 cm) auf Pergamentpapier sowie 10 Entwürfe für Ornamente in verschiedenen Techniken (Aquarell, Sepia u. a., 25 x 18,5 cm bis 32,5 x 23,5 cm), auf grauem Trägerpapier montiert. Lena Meyer-Bergner (geb. 1906 in Coburg, gest. 1981 in Bad Soden) gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Textilkunst am Bauhaus. Zwischen 1926 und 1929 studierte sie am Staatlichen Bauhaus in Dessau bei Josef Albers, Wassily Kandinsky, Joost Schmidt und Paul Klee. Ab 1929 war sie in der Textilwerkstatt unter der Leitung von Gunta Stölzl tätig. Sie zählt neben Stölzl, Anni Albers, Otti Berger und Benita Koch-Otte zu den wichtigsten Textilkünstlerinnen der Zeit. Zwischen 1931 und 1936 lebte und arbeitete sie in der Sowjetunion. 1937 heiratete sie den Architekten Hannes Meyer, der zwischen 1928 und 1930 Direktor am Bauhaus in Dessau war. Im Jahr 1939 emigrierte das Paar nach Mexiko. – Wohlerhalten; einzelne Blätter mit unbedeutenden Erhaltungsmängeln, kl. Randeinrissen u. ä. – Dabei: Originalfotografie von Lena Meyer-Bergner mit einem der von ihr geschaffenen Knüpfteppiche (12 x 12 cm; auf Fotokarton montiert, um 1930).

Estimate
€ 750   (US$ 825)


Hammer Price
€ 3.200 (US$ 3.520)



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