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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Feininger, Lyonel
Brief 1918 mit 2 Holzschnitten

Lot 2830

Feininger, Lyonel, Maler und Graphiker, Lehrer am Bauhaus (1871-1956). Eigh. Brief m. U. "Lyonel Feininger" und 2 Orig.-Holzschnitten. 2 S. auf 2 Bl. Gr. 4to. Unter Passepartout gerahmt. Braunlage (Harz) 13.VIII.1918.

An den Kunstsammler Dr. Wilhelm Mayer. Sehr schöner, gehaltvoller und mit zwei Holzschnitten illustrierter Brief aus Feiningers bester druckgraphischer Periode. "... Als Ihr lieber Brief und das schöne Buch des französischen Maler-Soldaten ankamen, lag ich zu Bette an der berühmten 'spanischen' Krankheit, und hatte rechte Zeit und Musse an beiden Sendungen mich zu erfreuen. Sonst aber, waren meine Gedanken recht trübe; es liegt so viel Schweres, Catastrophales in der Luft, und das Wenige, was wir überhaupt von der Lage, draussen wie drinnen, erfahren, ist recht beklemmend ... ich habe mich Tagelang nicht getraut, Feder zu Papier zu setzen, aus Sorge, rechten Unsinn zu schreiben. Heute ... geht es mir viel besser, und ich blicke freier um mich. Politischen Gedanken nachzuhängen, hat gar keinen Zweck; und ich grüble nur darüber nach, ob 'Politic' nicht überhaupt ungefähr der Gipfel menschlichen Unsinns ist; die Ursache panischer Furchtsamkeit und Argwohn unter den Menschen; etwas, was in unser Jahrhundert längst nicht mehr hineingehörte. Also - ich denke jetzt nur noch an meine Lieben und an meine Arbeit, die mein Leben ist und ohne das ich nicht bin. Ich wünsche, im Übrigen, sehnlichst das Ende herbei, von diesem Wahnsinn und Morden ... Aus meiner Reise wird nichts werden ... ich bin sehr tief in der Arbeit drin, und kann mich nicht losreissen. Das Jahr habe ich zu viel versäumt, und bin richtig besessen von dem Gedanken des Schaffens und des Erfüllens ... ich denke mit heisser Sehnsucht an mein stilles Atelier und die Rückkehr nach Zehlendorf ...".
Klagt dann über die vergeblichen Bemühungen um ein Dienst- bzw. Kindermädchen und fährt fort: "... Von Goltz hörte ich neulich, dass Dr. Coellen 'nicht mehr für ihn tätig' sei. Sonst weiss ich nur, dass zwei meiner Bilder schon jetzt im Salon hängen, Gelmeroda VII und Niedergrunstedt IV. Für den Katalog habe ich einen kleinen Holzschnitt geschickt - sollte auf den Umschlag gedruckt werden, wird aber innen im Katalog als 'vom Stock gedruckt' prangen. Einen Abzug davon sende ich Ihnen, auf dem anderen Bogen aufgeheftet! - Es hätte mir grosse Freude gemacht, mit Ihnen während Ihres Urlaubs herumzugehen! Mit übermässig viel Geschwätz hätte ich Sie nicht belästigt! Ich schweige so gerne! es liegt ein höchster Genuss im Schweigen; im Gedankenvollen versteht sich! Das haben mich diese Jahre gelehrt ...". - Der Holzschnitt auf Bl. 1 (Prasse W 59: "Three proofs known on tissue paper", Blattgr. 13,5 x 11 cm) auf bräunlichem Papier ist aufmontiert; der Holzschnitt auf Bl. 2 (Prasse W 18, 8,5 x 11,5 cm) ist auf das Blatt gedruckt. - Mit der "berühmten spanischen Krankheit" meint Feininger die gefürchtete "spanische Grippe", an der im Herbst/Winter 1918/19 weltweit zwischen 25 und 50 Millionen Menschen starben. Mit "Goltz" ist der Münchener Kunsthändler Hans Goltz (1873-1927) gemeint, der eine der bedeutendsten deutschen Galerien für moderne Kunst betrieb. "Coellen" war der Kunsthistoriker Ludwig Coellen (1875-1945). - Prachtvoller, illustrierter Künstlerbrief.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)



» Autographs
Renoir, Jean
Briefwechsel mit Lotte Reiniger und Carl Koch

Lot 2922

Renoir, Jean, Sohn des Malers Auguste Renoir, franz. Filmregisseur (1894-1979). Briefwechsel mit der Silhouetten-Trickfilmerin Lotte Reiniger (1899-1981) und deren Ehemann, dem Regisseur Carl Koch (1892-1963). 1931-1935.

Umfangreiche Korrespondenz zwischen dem französischen Filmregisseur Jean Renoir und dem deutschen Filmemacher-Ehepaar Lotte Reiniger - Carl Koch. Gemeinsame und eigene Projekte, Mitteilungen privaten Charakters sowie zum politischen Zeitgeschehen (u. a. Zensur). Insgesamt ca. 40 bislang unveröffentlichte Schriftstücke, darunter 19 Briefe von Jean Renoir (insgesamt 40 Seiten in französischer Sprache), teils handgeschrieben, teils maschinenschriftlich, alle signiert, meist datiert, auf verschiedenen Papieren, dazu 3 Telegramme Renoirs sowie 4 im Auftrag von Renoir geschriebene Briefe von seinem Freund und Mitarbeiter, dem Filmproduzenten Pierre Braunberger (1905 - 1980), ferner 2 handgeschriebene Briefe, auf Briefpapier mit gedrucktem Briefkopf Renoirs, von einem unbekannten Mitarbeiter. Weiterhin 11 Brieftyposkripte als Antwortschreiben von Carl Koch (insgesamt 16 Seiten, diese in deutscher Sprache). 4to. - Die Briefe gelocht, in einem Originalhefter der Zeit. Papierränder minimal gebräunt. - Dabei: Original-Filmexposés zu gemeinsam anvisierten und teils realisierten Projekten, einige davon mit eigenhändigen Korrekturen und kleinen Ergänzungen oder Randskizzen von Koch/Reiniger versehen, außerdem weitere Materialien: Original-Typoskript "Alliance Cinematographique France - Afrique"; 3 Original-Exposés zum Film "Toni" von Jean Renoir (2 x dt., 1 x frz.); Original-Manuskript der Übersetzung von einer Skizze der Szenenfolge für den Film "Das Tagebuch eines Dienstmädchens", 17 Seiten von J. Renoir (nach dem Roman von Octave Mirbeau), Original-Typoskript, 24 Seiten, "Die
Drei Toechter des Vaters Lancelot"
(= Übersetzung von "Les trois filles de Pere Lancelot", von Pierre Lestringuez), mit Überschlag über die Kosten eines Renoir-Weill Films "Les 3 filles du père Lancelot" (2 S.); "Skizze der Handlung", von Carl Koch (Filmentwurf zum deutschen Bauernleben); Orig.-
Kurzbiographie Renoirs und Orig.-Typoskript "Stellungnahme zum Film" von J. Renoir (2 x englisch, 1 x deutsch); diverse zeitgenössische Zeitungsausschnitte zu Jean und Auguste (!) Renoir. - Die beiden Filmemacher Lotte Reiniger und Carl Koch gelten als Pioniere des animierten Trickfilms. Bei der französischen Premiere ihres Meisterwerks "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (1926), des ersten abendfüllenden Animationsfilms in der Filmgeschichte, lernten sie den jungen, experimentierfreudigen Regisseur Jean Renoir in Paris kennen. Der vorliegende, inhaltsreiche Briefwechsel dokumentiert das herzliche Verhältnis untereinander ("mon cher ami"), sowie die gegenseitige Wertschätzung und das Interesse an "gemeinsamen filmischen Abenteuern": "Schade, dass wir nicht dauernd zusammen arbeiten können". (Brief vom 30.3.1934). "Auf dem Gebiet des Films wußte er [Koch] über alles
Bescheid, was man mit Technik bezeichnet." (Autobiographie Renoirs, S. 65, 145). Trotz der unsicheren politischen Situation kam es zu regelmäßigen gegenseitigen Besuchen und zur wiederholten künstlerischen Zusammenarbeit, wovon die hier angebotenen Briefe ebenso Zeugnis ablegen, wie von den zahlreichen, gemeinsamen Kontakten zu bedeutenden Persönlichkeiten wie Kurt Weill, Carl Einstein, [Alfred und Betty] Flechtheim, [Ernst] Wasmuth, Eric White, [Caspar] Neher etc. 1929 drehte das Trio den Spielfilm "Die Jagd nach dem Glück", 1933 arbeitete Koch dann als Co-Autor von Renoir in Paris, und seit 1939 hielt sich das Ehepaar in Rom auf, wo Koch den Film "Tosca" vollendete, nachdem Renoir in die USA emigriert war. - Wertvolles Konvolut an Autographen eines der bedeutendsten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts, zugleich ein einzigartiger Einblick in die Kontakte von drei wichtigen Protagonisten der Filmkunst der 1930er Jahre.

Estimate
€ 8.000   (US$ 8.800)



» Autographs
Strauss, Richard
Musikmanuskript aus "Die schweigsame Frau"

Lot 2930

"Herrn Minister Dr Frank ..."
Strauss, Richard, Komponist und Dirigent (1864-1949). Eigh. Musikmanuskript mit Widmung und Unterschrift "Dr Richard Strauss". 1 S. (Tinte und Bleistift). Doppelblatt Notenpapier von Breitkopf & Härtel; mit dem 2. (leeren) Blatt auf Karton montiert. Quer-folio (27 x 34 cm). O. O. (nach 1935).

"Aus der schweigsamen Frau. Correkturen zu Seite 51. - Herrn Minister Dr Frank zur Erinnerung an den 14 Oktober Garmisch - Dr Richard Strauss." Umfangreiches Particell mit Text auf 14 Systemen (24 Takte), betreffend die Partien von Henry Morosus und seiner Frau Aminta aus der auf einer Komödie von Ben Jonson basierenden komischen Oper "Die schweigsame Frau", die mit Libretto von Stefan Zweig am 24. Juni 1935 unter der Leitung von Karl Böhm in Dresden uraufgeführt wurde. Die beiden jugendlichen Hauptrollen Henry und Aminta waren mit Martin Kremer und Maria Cebotari besetzt. Die "Correkturen" des vorliegenden Partitur-Manuskripts betreffen deren Partien im Finale: Henry: "Nein, sie wird Euch nimmer plagen, / die ist fort für immerdar. / Nur Aminta ist geblieben, / milde wie sie immer war". - Aminta: "Wollet gütigst mir verzeihen, / was Euch jene angetan. / Und wenn dann ein ganzes Leben / hingegeb'ner Kindesliebe / Euren Groll beschwichten [sic] kann ...". - Was die Handschrift von anderen Musikmanuskripten des Komponisten unterscheidet und ihr einen besonderen, brisanten Charakter verleiht, ist die Widmung. Der Jurist Hans Frank, frühzeitiger Parteigenosse und fanatischer Anhänger seines Gönners Hitler, war ein begeisterter Musikliebhaber und Musiker, zu dessen Freundeskreis Hans Pfitzner und auch Richard Strauss gehörte. Nachdem Frank Staatsminister (ohne Geschäftsbereich) und Präsident der Akademie für Deutsches Recht geworden war, kaufte er sich den "Schoberhof" in Fischhausen (Oberbayern), wo Strauss und mancher andere prominente Künstler zu Gast waren, zu Gast waren. Auch Bayreuth galt Franks reges Interesse. Trotz vieler Gegnerschaft unter den NS-Größen wurde Frank 1939 von Hitler zum Chef der Zivilverwaltung des "Generalgouvernements", also des besetzten Polen, ernannt. Prunkvoll im Krakauer Schloß residierend, entfaltete Frank fortan skrupellos eine vielfältige massenmörderische Aktivität unter der polnischen Bevölkerung. "Welch ein Gegensatz: Generalgouverneur Dr. Hans Frank - humanistisch gebildet, Reichsrechtsführer, Minister der Reichsregierung, Nietzsche-Kenner, versierter Schachspieler, Herrenreiter, Pianist, Organist, Opernliebhaber und persönlich bekannt mit Gerhart Hauptmann, Richard Strauß, Winifred Wagner, befreundet mit dem Komponisten Hans Pfitzner - dieser Intellektuelle trug Mitverantwortung für den Völkermord im Generalgouvernement" (Dieter Schenk: Kunstliebhaber und Massenmörder). Frank wurde 1946 in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet. Als Richard Strauss ihm um 1936 sein heiteres Opern-Manuskript widmete, geschah dies vermutlich auf dringlichen Wunsch Franks; jedenfalls konnte sich der Komponist zu dieser Zeit sicherlich noch nicht vorstellen, was für eine Rolle der Beschenkte später einmal übernehmen würde.

Estimate
€ 15.000   (US$ 16.500)



» Autographs
Wagner, Richard
Brief 1869 an Frances Flaxland

Lot 2944

"l'abstruseté de ma musique"
- Eigh. Brief m. U. "Richard Wagner". In franz. Sprache. 4 S. Gr. 8vo. Luzern 4.II.1869.

An Frances Flaxland in Paris, die er mit "Chère Madame et Amie" anredet. Frances ("Fanny") Flaxland war die Ehefrau von Wagners Pariser Musikverleger Guillaume Flaxland. Wagner antwortet auf einen Brief von Frances und auf eine am Vortag eingetroffene Sendung ausführlich über die aufgetretenen "Rienzi"-Probleme in Frankreich, wobei er auch die "Meistersinger" erwähnt: "... Dès hier la boîte à musique est également arrivée et elle n’a pas tardé de causer un plaisir indescriptible aux petits enfants d’un ami, qui viennent très souvent me visiter dans ma solitude. Vous avez plus que promptement répondu à mes désirs à ce sujet que je vous n’ai fait exprimer que par une sorte de sailli communiqué à notre ami Nuitter ...
Du reste vos plaintes au sujet des importunités que causent à notre cher Flaxland les vieux pédants aussi bien (ou mal!) que les jeunes demoiselles à cause de l’abstruseté de ma musique m’ont singulièrement affligé. Quel conseil à lui donner pour se défaire de ces tracasseries? Il m’a un jour reproché de ne pas avoir donné à lui la proprieté des 'Maitres chanteurs'. Eh bien! Il trouve peut-être maintenant que je lui ai rendu un service par cela?
L’affaire de Rienzi était très ennuyeuse: tout le mal repose dans la miserabilité (sous tous les rapports!) de ce vil bouquiniste musical de Dresde, qui pourtant seul a su tirer bon profit de la chaleur de Mr. Flaxland pour ma musique. Il m’a fallu quelque temps pour voir clair dans ce trame de mesquineries qui a causé ces incorrectitudes dans l’édition française. Maintenant tout est réglé si l’on se tient strictement au pages complets de la partition de grand orchestre autographiée, qui - autre effet des singuliers promptitudes auxquels je suis exposé de tems en tems - a été vendu à Mr. Pasdeloup par quelqu’un, pendant qu’elle appartient seulement à moi! -
Les plus récentes nouvelles m’apprennent, que le Théâtre Lyrique se trouve mal, et que les études de Rienzi sont remises. Pour vrai dire, cela nous ne fera pas grand tort: tout m’indique que nous aurions abouti à une vilaine affaire avec ce bon, mais - cela me semble - bien confus et inexperimenté Mr. Pasdeloup. Quoiqu’il en soit, je ferai toujours de mon mieux pour aider partout où il a besoin de mon assistance. - Maintenant, chère et vénérée amie, qui était toujours si bonne et compatissante pour moi, soyez encore une fois bien cordialement remerciée ...". - Der Brief ist in der Villa Tribschen verfaßt, Wagners Wohnsitz vom 1. April 1866 bis 22. April 1872. In dieser Zeit vollendete er die Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". Bei den im Brief genannten Kindern handelt es sich um Isolde und Eva von Bülow, deren leibliche Eltern Wagner und Cosima von Bülow waren. Mit der Partitur zu "Rienzi", die Wagner seit 1840 immer wieder verändert hatte, gab es einige Verwirrung. Die Partitur, die Wagner in Paris verwendet sehen wollte, war die Version, die sein Mainzer Verleger Schott an Jules Guillaume (der das Libretto gemeinsam mit Charles Nuitter übersetzte) gesandt hatte. Was Wagner nicht wollte, war eine deutsche Version, die Flaxland jetzt wohl in Händen hatte und von einem "vile bouquiniste" aus Dresden stammte. Der genannte Jules Pasdeloup, ein erfolgreicher Dirigent und unermüdlicher Verfechter von Wagners Musik, war im August 1868 zum neuen Direktor des "Théâtre Lyrique" ernannt worden. Am 2. Februar, zwei Tage vor dem vorliegenden Brief, notiert Cosima in ihrem Tagebuch, dass Wagner die Nachricht aus Paris erhalten habe, Pasdeloup stehe vor dem Bankrott. Das Gerücht erwies sich jedoch als falsch, und die "Rienzi"-Premiere fand am 6. April 1869 am "Théâtre Lyrique" unter Pasdeloups Leitung statt. - WBV 5195. Gedruckt in der Ausgabe Sämtlicher Briefe, Bd 21 (2011), jedoch nach einer nicht ganz fehlerfreien Abschrift. - Einriss in der vertikalen Mittelfalte; sonst schöner, inhaltsreicher Brief. - Beiliegend ein radiertes Porträt Wagners (etwas stockfleckig und gebräunt) mit faksimilierter Unterschrift, umrahmt von Genien und allerlei Theater- und Musik-Symbolik (ca. 25 x 17 cm) zum "Andenken an die Parsifal Vorstellungen 1882".

Estimate
€ 6.000   (US$ 6.600)



» Autographs
Vergilius Maro, Publius
Die Eclogen

Lot 3072

Vorzugsausgabe auf Pergament
Cranach-Presse. - Vergilius Maro, Publius. Die Eclogen. In der Ursprache und deutsch übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. 3 Bl. (das 1. w.), 110 S., 4 Bl. (das l. w.). Mit 43 Original-Holzschnitten von Aristide Maillol, Titelblatt und 17 Initialen in Original-Holzschnitt von Eric Gill, letztere ornamentiert von A. Maillol. 32 x 24 cm. Beigefarbener Maroquinband d. Z. (sign.: EvG) auf 5 unechten Bünden mit goldgepr. quadratischen Linienmuster auf beiden Deckeln, RVergoldung, vergold. Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten und dreiseitigem Goldschnitt. In Pappschuber (dieser etwas lädiert). Leipzig, Insel, 1926.

Eclogen und Georgica, Band I. Müller-Krumbach 40 (mit Abb.). Brinks 63. Sarkowski 1813. Schauer II, 73. Garvey 172. Gill 328. Rauch 138 Anm. Guérin 15-59. Adolph 88. – Die laut Druckvermerk auf 8 Exemplare beschränkte Vorzugsausgabe auf Pergament, ("nummeriert von A-H"), hier jedoch im Druckvermerk mit "K" bezeichnet (Gesamtauflage der deutsch-lateinischen Ausgabe: 292 Exemplare, davon 36 Ex. auf Kessler-Maillolschem "Seide-Papier" und 250 Ex. auf Bütten). Von Walter Tanz aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv gesetzt. Die Druckleitung lag bei H. Graf Kessler und James H. Mason. Die Holzschnitte entstanden zwischen 1912 und 1914 und wurden, nach einer durch den Weltkrieg bedingten Unterbrechung, erst 1925 fortgeführt. Der Druck erfolgte auf ungewöhnlich starkem, schneeweißem Pergament aus marokkanischen Ziegenfellen. Zur Kollation: 1 weißes Bl., Bl. 1: Vortitel mit Pressensignet (recto weiß), Bl. 2: Vortitel mit Initiale, verso: Druckvermerk in Latein, S. (1): Titel mit Holzschnittvignette (verso [S. 2] weiß), S. (3): Widmung an Emery Walker, S. 4-(111): lateinischer und deutscher Text, S. (112): Index Eclogarum, S. (113): Inhaltsverzeichnis, S. (114): Anmerkungen zur Druckgeschichte, 1 Bl. Auflagenvermerk (verso weiß), 1 w. Bl. Das Buch gilt als eines der Hauptwerke der Cranach-Presse und als eines der schönsten des 20. Jahrhunderts, 1927 wurde es auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die im Reihentitel angekündigten "Georgica" (Bd. II) erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse. – Vor allem im Rand teils etwas gebräunt, Vorsätze mit Ausfärbung der inneren Lederkante. Fl. Vorsatz mit Besitzvermerk, die nachfolgende Seite (das 1. weiße Bl. recto) mit ausladender, leider vom Zeitgeist gefärbter Widmung in breiter blauer Tintenfeder (datiert "Berlin, im August 1944"); einige Pergamentblätter leicht gewellt, ansonsten sehr gut erhalten.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)



» Modern Literature
Lasker-Schüler, Else
Theben. Gedichte und Lithographien

Lot 3234

Eines von 50 kolorierten Exemplaren außerhalb der Nummerierung
Lasker-Schüler, Else. Theben. Gedichte und Lithographien. Mit 10 signierten handkolorierten Original-Lithographien, eine mit Glitzerpapier-Element. 32 x 24 cm. Blaues OLeinen als Blockbuch gebunden mit geknoteter Bastschnur (Kanten ganz minimal berieben, nur ganz unwesentlich gebräunt, kaum bestoßen) mit großer goldgeprägter Vignette auf VDeckel und goldgeprägtem Signet auf Rückdecke (Golddruck minimal oxidiert). Frankfurt und Berlin, Querschnitt-Verlag, 1923.

24. Flechtheimdruck. Raabe 182, 15. Jentsch 136. Lang 217. Rodenberg 24. Schauer II, 118. Bauschinger 214. – Von Else Lasker-Schüler handkoloriertes Exemplar außerhalb der ersten 50 Exemplare (Gesamtauflage: 250), bei dem sie auch alle 10 Lithographien in Bleistift signierte, der Druckvermerk ebenfalls von ihr signiert. "Ich schrieb die Verse dieses Buches und zeichnete die Bilder dazu auf den Stein bei A. Ruckenbrod in Berlin, der das Buch in 250 Exemplaren für die Querschnitt-Verlags Aktiengesellschaft in Frankfurt am Main druckte. Die Zeichnungen der ersten 50 Bücher colorierte ich mit der Hand. Das Buch erscheint als 24. Flechtheim Druck" (Druckvermerk).
"Eines ihrer schönsten Bücher, das beiden Seiten ihrer Begabung voll Rechnung trug, ... der kostbare Band Theben, in dem jeweils eines ihrer schönsten Gedichte einer entsprechenden Zeichnung gegenübergestellt ist. Hier zeigt sich, welch enge Beziehungen sowohl ikonographisch als auch formal bei ihr zwischen Wort und Bild bestehen" (Erika Klüsener, Lasker-Schüler. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten). – Kaum Gebrauchsspuren, koloriert in ausgezeichneter, leuchtender Farbigkeit. Interessant sind die - teils von koloriertem zu koloriertem Exemplar - leicht unterschiedlichen Muster (etwa der Hosen, Überhänge, Strickpullover, Jacken und Schuhe der Figuren), die die Else Lasker-Schüler mit Wachskreiden virtuos gestaltete, wobei sie Kringel, Zickzacklinien, Herzchen etc. in verschiedenen Farbkreiden aneinander setzte und damit überzeugende Texturen schuf. Auf ihrem Selbstbildnis ist der Ohrring mit einem Stückchen Glitzerfolie unterlegt.
Zur Provenienz: Das Exemplar stammt aus der Sammlung von K. B. Fischer und davor aus dem Nachlass des vor allem in Potsdam tätigen Architekten Walter Sartorius (1875-1937), der ein aktiver Zeitzeuge der Berliner Bohème war und u. a. in Döblins "Berlin Alexanderplatz" erwähnt wird.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)



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Morand, Paul
Fermé la Nuit

Lot 3300

"Ensemble rare, recherché et coté" mit signierten Extrasuiten
Pascin, Jules. - Morand, Paul. Fermé la Nuit. 238 S., 2 Bl. Mit 5 farbigen Orig.-Radierungen und 36 Illustrationen von Jules Pascin. 25 x 19,5 cm. OUmschlag sowie Extrasuite. In 53 x 34,5 cm großer, roter Original-Mappe und Maroquinkassette aus rotem und blauem Leder mit vergold. Rückentitel. Paris, N.R.F., 1925.

Carteret IV, 293. Skira 280. Strachan S. 55. – Die Broschüre erschien in 350 nummerierten Exemplaren. Unser Exemplar in der Vorzugsausgabe von lediglich 10 Exemplaren auf Vieux Japon Teinté, mit der doppelten Folge der Radierungen auf Whatman und Japan sowie einer doppelten Folge der Textillustrationen auf 66 Tafeln. Beide Suiten durchgehend vom Künstler signiert und mit "G" bezeichnet. "Ensemble rare, recherché et coté" (Carteret). "The N.R.F. had added Pascin to their list of artists, with Paul Morand's Fermé la Nuit in 1925" (Strachan). Signierte und nummerierte Folgen der Radierungen und Illustrationen sind nur für die Exemplare der Vorzugsausgaben vorgesehen (insgesamt 37 Exemplare), die signierten Folgen der Illustrationen auf Tafeln sind aber im Impressum überhaupt nicht vermerkt. Ein Exemplar einer Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken in der Mappenausgabe konnten wir weder im Handel noch in einer Bibliothek oder in einem Museum nachweisen. – Sauberes Exemplar; von großer Seltenheit.

Estimate
€ 6.000   (US$ 6.600)



» Modern Literature
Schwitters, Kurt
Die Kathedrale

Lot 3372

Schwitters, Kurt. Die Kathedrale. 8 Bl. Mit 8 (inkl. Umschlag) Orig.-Lithographien. 22,5 x 14,3 cm. Illustr. OBroschur mit Verschlußstreifen. In priv. moderner schwarzer Maroquin-Kassette mit intarsiertem Mittelfeld auf der Vorderseite und mont. Kurt-Schwitters-Briefmarke. Hannover, P. Steegemann, (1920).

Die Silbergäule 41/42. Schmalenbach-Bolliger VII 251. Motherwell-Karpel 278. Verkauf 182. Meyer 85. Raabe 163. The Artist and the Book 278. Katalog "Die Zwanziger Jahre in Berlin" 3/268. – Einzige Ausgabe dieser zu den wichtigsten zählenden Dada-Veröffentlichung. Mit dem Umschlagtitel "Merz 8". "Die Graphiken der 'Kathedrale' sind zweifellos die schönsten und originalsten, die Schwitters in dieser Zeit hervorgebracht hat, und dürfen einen Ehrenplatz in der Geschichte der neueren Graphik beanspruchen" (Schm.-B.). Die 8 Orig.-Lithographien gehören zu den frühesten "Merz"-Arbeiten Schwitters. Mit dem seltenen Verschlußstreifen, Schwitters' Retourkutsche für seine Ächtung durch den Berliner Dada-Kreis, der ihn von der "Ersten Internationalen Dada-Messe" zurückgewiesen hatte. Daraufhin ließ Schwitters im Juni 1920 in der Kunsthandlung Burchard auf das gerade im befindliche Heft den Verschlußstreifen anbringen. Auf der Vorderseite mit der lithographierten Aufschrift: "Aus sanitären Gründen zugeklebt. Vorsicht: Anti-dada", auf der Rückseite: "Man weise aufgebrochene Exemplare zurück. K. S. Merz. 1920." – Der Verschlussstreifen ist - wie immer - aufgebrochen und vorne an der rechten Ecke angesetzt (3 x 1 cm), ansonsten sehr gutes, wohlerhaltenes Exemplar.

Estimate
€ 6.500   (US$ 7.150)



» Modern Literature
Hartwig, Josef
Bauhaus-Schachspiel 'XVI',

Lot 3430

Bauhaus - Hartwig, Josef. Bauhaus-Schachspiel Modell XVI Ahorn. 32 Spielsteine, davon je 16 naturlackiert und 16 in schwarzem Lack, Größen im Kubus: 2 x2 x 2 cm (16 Figuren), 2,7 x 2,7 x 2,7 cm (12 Figuren) bzw. 5 x 2,7 x 2,7 cm (4 Figuren). In OAhornholz-Kassette mit Deckel an 2 Messingscharnieren und 3-teiliger Pendelschließe. 6,2 x 13,6 x 13,3 cm. Bezeichnet mit Holzprägestempel im Innendeckel "HARTWIG GES.GESCH." Weimar, Bauhaus, 1924.

Bobzin-Weber, Das Bauhaus-Schachspiel von Josef Hartwig, S. 19. Hahn, Experiment Bauhaus, Dessau 1988, S. 401; Bauhaus-Archiv, Sammlungskatalog, Berlin 1987, S. 149-50, Kat.-Nr. 288; Ausst.-Kat. Bauhaus 7, Galerie am Sachsenplatz, Leipzig 1991, Abb. S. 43, Kat.-Nr. 134. – Das Bauhaus-Schachspiel des Bildhauers Josef Hartwig (1880-1955), der zwischen 1921 und 1925 als Werkmeister in der Stein- und Holzbildhauerei am Staatlichen Bauhaus in Weimar lehrte. Von den beiden Modellreihen ist vor allem die Nummer VIII und XVI in jeweils kleinen Auflagen mit der Hand gefertigt worden, ganz nach der ursprünglichen Maxime der Gründerjahre "Kunst und Handwerk", die dann später durch "Kunst und Industrie" ersetzt werden sollte. Tatsächlich wurde das Bauhaus-Schachspiel dann in Serie hergestellt, wovon das vorliegende Exemplar allerdings weit entfernt ist.

Nur bei den wenigen Prototypen brachte die handwerkliche Bearbeitung des Holzes dabei höchst individuelle Anfertigungen zustande, wodurch sich jedes der wenigen heute noch vorhandenen Spiele dieser Reihe voneinander unterscheidet. Das vorliegende Schachspiel gehört wohl zu den allerersten Anfertigungen der Modellreihe XVI, bei dem der Künstler die Steine per Hand aus dem Holz sägte, drechselte und verleimte sowie zunächst nur mit seinem eigenen Namen zeichnete und mit "Hartwig ges. gesch." in Versalien den Innendeckel beprägte (vgl. Bobzin-Weber S. 24, nennt alle Stempel). Später wurde dann ein neuer Stempel "Hartwig Bauhaus Weimar ges. gesch." geprägt. Die farbige Luxusversion in Weiß-Grün bekam dann noch auf den Mittelsteg, der die Klötzchen der Bauern-Figuren trennt, ein aufgeschraubtes Messingschild mit dem Bauhaus-Signet, dem Silhouettenkopf Oskar Schlemmer und der runden Umschrift "Staatliches Bauhaus Weimar".

Ferner sind die aus Ahornholz gefertigten Figuren allesamt leicht abweichend in Größe und Form (teils Abweichungen bis zu einem knappen Millimeter). "Während die hausinterne Produktion für Verpackungen und Schachbretter dokumentiert ist, fehlen entsprechende Belege für die Anfertigung der Spielfiguren am Bauhaus. Mit Sicherheit stellte Hartwig selbst die frühen Fassungen und wohl auch weiterhin Einzelanfertigungen oder 'Luxusspiele' in der von ihm als Werkmeister geleiteten Werkstatt für Holzbildhauerei her". Erst 1924 wurde die Produktion dann ausgelagert an die Weimarer Tischlerei Robert Toll. Die Beschaffenheit der hier enthaltenen Steine sprechen in allem für eine handarbeitliche, recht uneinheitliche Fertigung, die auf die individuelle Bauhausproduktion schließen lassen.

Vorhanden sind wie stets jeweils acht kleinere Würfel in Schwarz und Holzfarbe als die "Bauern" des Schachspiels, es folgen in der Hierarchie jeweils zwei derselben Farbe: Springer, Läufer, Türme sowie jeweils Dame und König. Die ebenso in ihrer Reduktion sowie der augenscheinlichen Funktionalität überzeugend gestalteten Figuren entsprechen damit wie kaum ein anderes Objekt den Maximen des von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses. So ist es Josef Hartwig meisterhaft gelungen, die Figuren rein aus ihrer Funktion heraus zu entwickeln, wobei sich die Unterscheidungsmerkmale der sechs verschiedenen Steine auf das Minimalste beschränken.

Die Bauern sind kleine Würfel, sie bewegen sich - ebenso wie die Türme, die Hartwig als größere Würfel gestaltete - ausschließlich orthogonal über das Brett. Die Läufer dürfen nur diagonal gezogen werden, also schuf Hartwig Figuren auf dem Grundriss eines Kreuzes mit abgeschrägten (immer in denselben Würfel passenden) Kanten. Sie geben die Richtung vor, die Diagonale ist der Figur inhaerent ist. Ebenso intuitiv wird der Springer dem Spieler die Richtung weisen: Sie sind als Würfel mit je zwei ausgeschnittenen kleineren Achtelwürfel gestaltet, wodurch sich - wie man sie auch immer dreht und wendet, von allen Seiten ein Winkel ergibt. So "springt" die Figur auch optisch: erst geradeaus und dann links oder rechts.

König und Königin sind noch um eine (Modul-)Stufe größer. Auf einen Würfel ist ein weiterer kleinerer, 45 Grad gedrehter Würfel gesetzt - auch hier steht das Würfelsymbol wieder für die Orthogonale, also die beiden Richtungen, in die der König laufen darf. Die versatile Dame hingegen hat auf ihren Würfelleib eine Kugel wie einen Kopf montiert bekommen - sie kann in alle Richtungen schauen und gehen.

"Während sich die Gestaltung von König, Turm oder Springer seit der Verbreitung im Mittelalter mehr oder weniger an der Realität orientiert, ging Hartwig 1923 einen originellen anderen Weg: Der Bildhauer aus München reduzierte die Spielsteine auf die stereometrischen Grundkörper Kubus und Kugel, die je nach Größe und Wert und - das war der eigentliche Clou - durch ihre Ausformung die Spielzüge veranschaulichen ... Das Spiel kam hervorragend an und wurde von der Bauhaus GmbH in einer luxuriösen und in einer preisgünstigen Gebrauchsvariante in Serie hergestellt" (Christa Sigg, Bayerns frühe Schwäche fürs Bauhaus, in Arsprototo 1-2019, S. 54f.). – Gelenkstifte der Scharniere fehlen, Messingschließen und Scharniere etwas locker, die Kassette etwas fleckig und leicht angestaubt, Verzapfung teils leicht gelöst. Die Figuren vereinzelt leicht angestaubt oder minimal fleckig, mit wenigen Gebrauchsspuren, leichten Bereibungen, wenigen Kratzern oder Flecken, der schwarze Lack immer noch sehr kontraststark, insgesamt von sehr guter Gesamterhaltung, vollständig und überaus selten (ein Spielbrett war meist nicht mitgegeben worden, bei den Prototypen ohnehin nicht).

Estimate
€ 9.000   (US$ 9.900)



» Modern Literature
Tschernichow, Jakow Georgijewitsch
Architektonische Fantasien

Lot 3584

Tschernichow, Jakow (Georgijewitsch). Architektonische Fantasien. 101 färbige Tafel (sic) - 101 architektonische Miniaturen. Unter Mitarbeit von D. Kopanitzin und E. Pawlowa. 102 S. Mit 103 Miniaturabbildungen im Text in Schwarz-weiß, 12 ganzseitigen Schwarz-weiß-Abbildungen und 101 farbigen Tafeln auf Kunstdruckpapier. 30 x 20,5 cm. OLeinen (minimal berieben) mit blindgepr. Deckel- und Rückentitel. Leningrad, Meshdunarodnaja Kniga, 1933.

Holstein 105, 342. MoMa 1022. – Erste Ausgabe, hier in der russischsprachigen Version mit den Titelblättern in Russisch, Deutsch, Französisch und Englisch. In unerreichter Qualität und mit großem technischen Aufwand in Berlin gedruckt, ist das Buch eines der berühmtesten (und zugleich seltensten) Architekturwerke des nachrevolutionären Russland, vielleicht des ganzen Jahrhunderts. In diesem Opus magnum des russischen Konstruktivisten (1889-1951) werden Entwürfe und Texte vorgestellt, die Tschernychows Genialität als Graphiker und Architekt unter Beweis stellen. Mit entsprechender Wirkung: Seine Visionen weisen weit voraus zu den Innovationen von Bernard Tschumi oder Zaha Hadid.
Die zwischen 1927 und 1933 veröffentlichten Architekturbücher Tschernychows entfalten eine ungeheure imaginäre Kraft. Das gilt in besonderem Maße für die Architektonischen Fantasien. Sie gehören zu den letzten Büchern der Avantgarde, die in der Stalin-Ära in Russland publiziert werden konnten. Obwohl er weiter unterrichten und Vorträge halten durfte, stand Tschernychow unter Verdacht. Kaum einer seiner Entwürfe wurde realisiert. Eines der wenigen, von ihm ausgeführten und noch erhaltenen Bauwerke ist der Turm der "Fabrik Rote Nelke" in St. Petersburg. In der 1979 im Centre Pompidou gezeigten Ausstellung "Paris - Moscow 1900-1930" wurden 9 Entwürfe aus Architektonische Fantasien präsentiert (siehe Katalog S. 535, Abb. S. 304). – Exlibris; wohlerhaltenes, sauberes Exemplar; es fehlt wohl ein Vortitel (oder w. Bl. vor dem ersten, russischen Titelbl.), sonst vollständiges Exemplar dieses leider von der "Plünderung" bedrohten Werkes. - Reste des Original-Schutzumschlags beiliegend.

Estimate
€ 12.000   (US$ 13.200)



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