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Lot 6134 Daubigny, Charles-François
Aufgehender Mond über einer Flusslandschaft
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6134)

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Aufgehender Mond über einer Flusslandschaft.
Öl auf Leinwand. 38 x 68,5 cm. Unten links signiert "Daubigny".

In der Malerei von Charles-François Daubigny laufen paradigmatisch die unterschiedlichen Entwicklungen der französischen Landschaftsmalerei der ersten drei Viertel des 19. Jahrhunderts zusammen. Er erhielt seinen ersten Unterricht von seinem Vater, dem Landschaftsmaler Edmond-François Daubigny, bevor er 1835 eine Reise nach Italien antrat und schließlich an der École des Beaux-Arts unter Paul Delaroche in Paris studierte. Seine wahre Schule waren jedoch die Wälder Fontainebleaus, wo er lernte, unmittelbare, realistische Natureindrücke auf die Leinwand zu bannen. Wie seine Kollegen in Barbizon, denen er sich aber nie formal anschloss, lehnte er die sentimentalen, allzu idealisierten Landschaftskompositionen der Akademien ab, doch ging er einen Schritt weiter, indem er den Realismus durch die aufmerksame Wiedergabe natürlicher Lichteinflüsse mittels reiner Farbe bereicherte - wie hier, wo im Nachthimmel der Mond als plastisch erhabener Farbfleck leuchtet und sein Schein sich als gelbe Reflektion auf der dunklen Wasseroberfläche spiegelt. Für Daubigny einschneidend war seine Freundschaft mit Jean-Baptiste Camille Corot ab 1852, der ihn dazu ermutigte, die Wechselwirkung von Landschaften, Atmosphäre und Licht genau zu beobachten. Dafür richtete er 1857 ein Atelier-Boot ein, mit dem er die Ufer der Seine, Marne und Oise erkundete. Mit voranschreitender Zeit wurden seine Gemälde freier und die Farben zunehmend pastoser. 1865 verbrachte er die Sommermonate gemeinsam mit Gustave Courbet, Eugène Boudin und dem jungen Claude Monet in Trouville. Mit seinem Interesse an der Pleinairmalerei wurde er zu einem wichtigen Vorbild für Monet, der seinem Beispiel folgend 1872 ein eigenes Hausboot als schwimmendes Atelier erwarb. Daubignys intime Landschaften werden so zum Scharnier zwischen der naturalistischen Pleinair-Schule von Barbizon und dem sich ankündigenden Impressionismus, der Daubignys Interesse am Licht konsequent weiterverfolgte, vom Materiellen loslöste und zum eigentlichen Bildgegenstand erhob.

Provenienz: The Caroll Gallery, London, tätig von 1911-1924 (mit deren Etikett verso).
Privatbesitz Norddeutschland.

Estimate
€ 12.000  

(US$ 13.200)
(GBP 10.440)
(CHF 12.600)



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