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Lot 2762 Friedrich II., der Große
Deutscher Brief an Fredersdorf
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"Gott bewahre Dihr"
- Eigh. Brief m. U. "Fr." (Paraphe). In deutscher Sprache. 1 S. 4to. Ostritz (Sachsen) 27. (XI.1745).

Aus dem Feldlager an seinen Kammerdiener Michael Gabriel Fredersdorf. Zwischen den siegreichen Schlachten bei Soor (30. Sept.) und Kesselsdorf (15. Dez.) berichtet der König an seinen engsten Vertrauten in Berlin in einem ungewöhnlich umfangreichen Brief über die Vertreibung des Prinzen Karl von Lothringen aus der Lausitz: "Hier Seindt wihr fertig und ist alles aus, überhaubt haben wihr drei Starke Magazine gekrigt 1600 gefangene über 40 officirs, den feindt Mit größerem Schrek und Confusion aus der Lausnitz nach Böhmen gejagt als wan er 2 Battaillen verlohren hätte ... d. 23. des Nachmitags umb 2 uhr seindt wihr hier ins Landt gekommen, und heütte Nachmittach vohr 2 uhr haben wihr Sie Schon aus Zittau vertrieben, alles ist in der größten flucht. unßere hußaren haben beßere equipage als kein officir von der armée. Sie schlepen Sich mit Magnifiquen pferde, und Kutschen herumb, und ist alles vohr Spotgeldt zu haben; wan es nuhr den fürsten in etwas gelücket So Seindt wihr oben darauf, die gantze kurtzweille kostet uns nicht 30 Tohten und 70 bleßirten, dießes Landt ist wohlfeiller erbeütet, als wie eine fourage auf einen Tag in Böhmen. Die östreicher haben keine bleibende Stähte und laufen ohne zu Rasten ... in drei Tagen So gehen unßere Patrolen bis Dressen [Dresden], denke welcher Schreken es ihnen Seindt wirdt; waren wihr unglüklich geweßen vieleicht wehre es nuhn ebenso zu Berlin. Gott seie Dank darvohr, es gehe uns nuhr weitter guht undt Sonderlich bei Halle. Sonsten helffen unßere anstalten und angewante Sorgen doch nichts ... Gott bewahre Dihr. Fr." - Bei dem "Fürsten" handelt es sich um den "Alten Dessauer", den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, der dann am 15. Dezember den letzten entscheidenden Sieg dieses Krieges über die Sachsen davontrug und damit die Voraussetzung für den Friedensschluß von Dresden schuf. Mit der Erwähnung von Berlin spielt der König auf die Gefahr an, die vor kurzem der in Richtung Berlin vordringende österr. General Graf Grünne gebildet und die das Berliner Gouvernement veranlaßt hatte, die wichtigsten geheimen Archivalien nach Stettin und Spandau zu verlagern. - Der Brief ist zwar bei Joh. Richter (Die Briefe Friedrichs des Großen an seinen vormaligen Kammerdiener Fredersdorf) unter Nr. 15 abgedruckt, aber nicht nach dem Original, weil es sich um einen von 8 Briefen handelt, die Richter nicht vorlagen, so dass er sie nach der Ausgabe der Oeuvres von 1846 drucken mußte, in der bekanntlich alle Texte orthographisch korrigiert und grammatikalisch geglättet wurden. - Das hier vorliegende Original haben wir in der charakteristischen, fehlerhaften Form der deutschen Briefe des Königs zitiert. - Die Briefe an Fredersdorf kommen im Handel nur noch äußerst selten vor.

Estimate
€ 7.500  

(US$ 8.250)
(GBP 6.675)
(CHF 8.250)



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