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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Grassi, Josef Mathias
Bildnis einer jungen Frau mit verschränkten Arm...

Los 6492

Bildnis einer jungen Frau mit verschränkten Armen, in lindgrünem Kleid und weißem Mousselinfichu; vor stürmisch bewölktem Himmelhintergrund in Landschaft mit Steinvase rechts. Aquarell und Gouache auf Elfenbein. D. 6,9 cm. In rückseitig verkapseltem Kupferrahmen mit weißem Emailpunkt-Dekor.

Der Miniatur wird beigegeben eine aus einem alten Inventar herausgeschnittene handgeschriebene Notiz, in der die Miniatur unter Inventarnummer 1154 Augustin Ritt zugeschrieben wird, und ein Wert von "1500- angegeben wird. Eine spätere Bemerkung, vielleicht von der Hand des Sammlers Franz Ebenstein, lautet "versichert / mit / 15 Mill. / v. Albertina // bei / Schidlof / Ausstellung".

Provenienz: Wien, Sammlung [des K.u.K. Hofschneiders] Franz Ebenstein (1924).
Wien, Kunsthandel Dr. Robert Keil.

Ausstellung: Internationale Miniaturenausstellung in der Albertina Wien, Wien, Albertina, Kat.-Nr. 407 (als "Art des Joseph Grassi"; Leihgabe Franz Ebenstein, Wien).

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.200)



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Peter, Emanuel Thomas
Gruppenbildnis, 3 Mädchen: Cäcilie Schönlein mi...

Los 6564

Gruppenbildnis: Cäcilie Schönlein mit Cornelia und Cäcilie Meyerbeer als junge Mädchen, die eine in rosa Kleid, die beiden anderen in Weiß; vor Himmelhintergrund mit Baum rechts.
Unten entlang des linken Bildrandes absteigend eingekratzt signiert und datiert "E: Peter 849".
Aquarell und Gouache auf Elfenbein. 11 x 8,6 cm. In vergoldeter Bronzefassung.

Cornelia und Cäcilie Meyerbeer waren die beiden jüngsten Töchter des berühmten Komponisten Giacomo Meyerbeer und seiner Gattin und Cousine Minna Mosson. Cäcilie Meyerbeer (1837-1931), die in ihrer Jugend an schwerer Anorexie litt, heiratete 1869 Ferdinand Leopold Reichsfreiherrn von Andrian-Werburg. Ihre jüngere Schwester Cornelia (1842-1922) heiratete 1866 den Berliner Maler Gustav Richter. Cäcilie Schönlein (1838-1919), genannt "Didi", seit 1869 verheiratet mit Hermann Seuffert, war die jüngere der beiden Töchter des Leibarzts und Freundes der Familie Meyerbeer, Johann Lukas Schönlein (1793-1864). Schönlein war nicht nur Arzt der Familie Meyerbeer, sondern auch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Die Miniatur stammt aus dem Besitz der Nachfahren der Familie Schönlein.

Provenienz: Direkt aus dem Besitz von Nachkommen der Familie Schönlein.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.650)



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Veronese, Paolo
Die Madonna mit Kind mit den Hll Franziskus und...

Los 6609

[^] Die Madonna mit Kind mit den hll. Franziskus und Georg.
Feder in Braun, grau laviert, weiß gehöht auf grau grundiertem Papier. 36 x 23,5 cm. Um 1582/83.

Prof. Roger Rearick, der die Autorschaft Paolo Veroneses bestätigt, datiert die Zeichnung um 1582/83. Eine Kopie nach unserer Zeichnung, die Rearick Paolos Bruder Benedetto zuweist, befindet sich im Louvre (R. Cocke: Veronese's Drawings, London 1984, S. 126, Abb. 20 als "Schule von Veronese"). Benedetto kopierte ausschließlich die Zeichnungen seines Bruders. Die Zeichnung im Louvre verrät die Hand des Kopisten in einigen Details, wie etwa in den Lichthöhungen im Kreuz des hl. Franziskus. Die sichere Setzung der Weißhöhungen und die malerische Behandlung der Landschaft in diesen "Chiaroscuro"-Zeichnungen findet sich in Zeichnungen wie dem "Gastmahl in Emmaus" (Chatsworth) und der "Allegorie des Sieges" (Graphische Sammlung Albertina, Wien) wieder (siehe Cocke Tafeln 35 und 40).

Provenienz: Sir Jonathan Richardson Sen., London (Lugt 2184, mit dessen Bez. "Paolo Veronese" auf der Montierung, verso mit dessen Standortnummer "N75").
Christie's, London, Auktion am 6. Juli 1993, Los 18.

Schätzpreis
€ 35.000   (US$ 38.500)



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Hackert, Jakob Philipp
Sophora Japonica im Englischen Garten von Caserta

Los 6727

[^] Sophora Japonica (Japanischer Schnurbaum) im Englischen Garten von Caserta.
Feder in Braun. 42 x 31 cm.

Der Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert erreichte den Höhepunkt seiner Karriere nach fast zwanzigjährigem Aufenthalt in Rom als Hofmaler König Ferdinands IV. von Bourbon, in dessen Dienst er 1786 eintrat. Hackert bezog Wohnung in Neapel im Palazzo Francavilla, doch stellte ihm der Monarch ebenfalls ein Appartement im alten Palast von Caserta zur Verfügung, wo auch Goethe den Maler 1787 besuchte. In Caserta wurde seit 1785 an der Anlage eines Landschaftsgartens im englischen Stil gearbeitet, der Hackerts größtes Interesse fand. In diesem Englischen Garten wuchsen nun auch zwei seltene Bäume, die die Aufmerksamkeit des Künstlers auf sich zogen. Eine Trauerweide und ein japanischer Schnurbaum, lat. Sophora Japonica, den Hackert auch in einer Zeichnung aus dem Jahr 1796 festhält (Berlin Kupferstichkabinett). Die Sophora Japonica gehört zu den seltensten Bäumen im Landschaftsgarten; ursprünglich in China und Japan beheimatet, wurde sie zuerst 1762 im Botanischen Garten in Kew gepflanzt. Diese beiden Bäume dürften Hackert zu seiner Folge der radierten "Baum-Bilder" angeregt haben, die der Künstler zwar auf 20 Tafeln anlegte, von denen aber schließlich nur acht Blatt ausgeführt wurden. Die vorliegende Zeichnung lässt sich nach Claudia Nordhoff eindeutig als Vorzeichnung zu der 1801 datierten Radierung aus dieser Folge identifizieren. Die Zeichnung, die offenbar direkt vor Ort entstand, ist als reine Federzeichnung angelegt ohne weitere spätere Lavierung, wie sie Hackert oft vornahm, um sie bildmäßig zu verkaufen. Auch das kleine Format des Blattes deutet darauf hin, dass die Zeichnung nicht zur weiteren Überarbeitung vorgesehen war, sondern ausschließlich als Vorzeichnung für die anzufertigende Radierplatte. Claudia Nordhoff sieht in unserer Zeichnung nicht nur ein hervorragendes Beispiel für Hackerts Meisterschaft in der Wiedergabe von Bäumen, sondern dokumentiert gleichzeitig mit geradezu wissenschaftlicher Genauigkeit eine botanische Rarität des Englischen Gartens von Caserta (zitiert aus dem in Kopie anliegenden Gutachten von Dr. Claudia Nordhoff, Rom vom 27. März 2007).

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.250)



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Corelli, Augusto
Nach der Prozession

Los 6828

"Prima della Processione": In der Sakristei vor einer Prozession in Anticoli Corrado bei Subiaco.
Aquarell. 77 x 134 cm. Unten rechts signiert "ACorelli 1882".

Es ist ein leicht süffisanter und doch liebevoller Blick, den Augusto Corelli auf eine zahlreiche Prozessionsgemeinschaft in einem Kirchlein in Anticoli Corrado wirft. Der kleine Ort im Anienetal wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert zum Pilgerziel zahlreicher Künstler, die in der Landschaft und Bevölkerung des römischen Umlands nach unberührten Sujets für ihre Kompositionen suchten. Obwohl heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, gehörte Corelli zu den ersten, die Anticoli Corrado ab 1880 künstlerisch erschlossen und damit den Weg für eine ganze Künstlergeneration ebneten. Unser großformatiges Aquarell, 1882 ausgeführt und im Folgejahr im gerade fertiggestellten Palazzo delle Esposizioni in Rom ausgestellt, ist ein frühes Zeugnis für diese ertragreiche Auseinandersetzung. Vom Publikum damals mit großem Gefallen aufgenommen, lobte die zeitgenössische Kritik insbesondere die gelungenen Figurentypen (vgl. etwa „Roma Antologia Ilustrata“, Ausgabe vom 11.2.1883, S. 2). Und wahrlich, es ist ein bewegter, gesellschaftlicher Querschnitt, der sich in der koloristisch brillant aufgefassten Szene darbietet. Männer in lokaler Tracht kommen an, manche werfen sich bereits die Gewänder ihrer Bruderschaften über, Kinder kabbeln sich, Geistliche sind mit Vertretern der lokalen Oberschicht im Gespräch vertieft, Kapellenmusiker warten in sich gesunken auf den Beginn der Feierlichkeiten. Obwohl die Figuren genauestens studiert sind, geht von der bunt gemischten Menge eine überzeugende Lebendigkeit aus. Corelli erhielt seine Ausbildung in Rom an der Accademia di San Luca und in Neapel unter Achille Guerra. Seine Vorliebe galt dem Aquarell-Medium, in dem er brillierte und mit dem er auf Ausstellungen international Preise und Anerkennungen erhielt.

Ausstellung: Esposizione di Belle Arti in Roma, Rom 1883, Kat. 130: "Prima della Processione (scena di sagrestia)".

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.000)



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Alt, Rudolf von
Blick in das Innere des Domes von San Marco in ...

Los 6838

[^] Blick in das Innere des Domes von San Marco in Venedig.
Aquarell auf Velin. 40,8 x 31,1 cm. Unten links signiert "R. Alt 1874".

Nicht nur einmal im Leben zog es Rudolf von Alt nach Venedig. Von all den prächtigen Bauwerken der Stadt faszinierte den Künstler jedoch am meisten der Markusdom. Auch im Spätherbst des Jahres 1874 unternahm Alt eine Reise in die Lagunenstadt, wo er durch das schlechte Wetter gezwungen, hauptsächlich im Inneren und der Vorhalle von San Marco arbeitete. Dieses Aquarell, direkt vor der Natur entstanden, überzeugt durch seine technische Brillanz und die malerische Bravour. Die besondere Lichtführung, das Festhalten der Stimmung und die präzise Materialschilderung sind Kennzeichen der Kunst Rudolf von Alts, die größte Bewunderung verdient.

Provenienz: Karl & Faber, München, Auktion am 30. Mai 1990, Los 304.

Literatur: Walter Koschatzky: Rudolf von Alt. 1812-1905, Salzburg 1975, WVZ Nr. 74/18

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.500)



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Menzel, Adolph von
Arbeiterstudie zur Piazza d’Erbe in Verona

Los 6844

Arbeiterstudie zur Piazza d’Erbe in Verona.
Zimmermannsbleistift auf Velin. 12,9 x 20,9 cm. Unten rechts monogrammiert "AM". Um 1883.

Die Piazza d’Erbe in Verona ist das letzte großformatige, über mehrere Jahre vorbereitete, und schließlich 1884 vollendete Ölbild Adolph Menzels (73,5 x 127 cm). Das Gemälde wurde 1905 für die Galerie Neue Meister in Dresden (Gal.-Nr. 2442) aus der Privatsammlung Emil Meiner, Leipzig, erworben. Menzel besuchte die norditalienische Stadt von 1881 bis 1884 insgesamt dreimal. Auf der zweiten Reise 1882 fasste der 67-jährige den Plan, das gesehene geschäftige Treiben auf dem berühmten Marktplatz in einem Gemälde festzuhalten. Um sein vielfiguriges städtisches Gesellschaftsbild möglichst authentisch mit allen Ereignissen wiederzugeben, fertigte er vor Ort über 100 Zeichnungen und Farbstudien sowie zwei Skizzenbücher an. Unser Blatt skizziert sehr präzise die Beine und den unteren Teil des Oberkörpers des prominent im Bildvordergrund in der Hocke sitzenden Steinsetzers. Die auf der Zeichnung separat zu sehende Studie einer rechten Hand mit Hammer findet sich im Gemälde folgerichtig rechts des Gesäßes. Die Stellung des rechten Fußes ist im Gemälde geändert. Für diese Figur gibt es verschiedene Vorstudien Menzels. Eine vollfigurige Skizze zeigt im Gegensatz zum Bild einen vollbärtigen Alten und mehrere Varianten zur linken Hand mit Meißel. Sie zählt leider zu den Verlusten des Dresdener Kabinettes (siehe C. Dittrich: Vermißte Zeichnungen des Kupferstich-Kabinettes Dresden, Dresden 1987, S.78. Kat. 774, Abb.). Ein anderes, ebenfalls 1883 datiertes Blatt in Schweizer Privatbesitz wurde laut Menzels Annotation nicht für das Gemälde verwendet (siehe C. Keisch/ U. Riemann-Reyher (Hrsg.): Adolf Menzel. 1815-1905. Das Labyrinth der Wirklichkeit, Kat. Ausst. Paris, Washington, Berlin 1996/1997, S. 317, Kat. 178, Abb.).

Provenienz: Galerie Wolfgang Ketterer, München.
Dort erworben am 19.5.1967, seitdem in westfälischer Privatsammlung.

Errata: Die im Text erwähnte vollfigurige Skizze eines vollbärtigen Alten befindet sich mittlerweile wieder zurück im Dresdener Kupferstich-Kabinett (siehe Petra Kuhlmann-Hodick und Tobias Burg (Hrsg.), Menzel in Dresden. Kat.Ausst., Dresden 2005/2006, Kat. 265, Abb. S.129).

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.250)



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Nolde, Emil
Große Mühle

Los 8058

Große Mühle
Farblithographie in Grün und Schwarz auf festem Velin. 1907.
51,2 x 34 cm (61 x 43 cm).
Signiert "Emil Nolde", von Ada Nolde betitelt und bezeichnet "Probedruck".
Schiefler/Mosel 23 II.

Hauptblatt aus dem graphischen Schaffen Noldes. Seine dänisch-norddeutsche Heimat inspirierte Nolde zu besonders schönen Landschaftsdarstellungen. Aus der Untersicht gezeichnet, erhält die Mühle eine monumentale Wirkung. Nolde zeichnet sie mit spätimpressionistischer Lockerheit meisterlich auf den Stein und entwickelt die 1907 einfarbig angelegte Lithographie 1915 weiter, zu einem farbigen Druck mit grünem Himmel. Die inspirierende Zusammenarbeit mit der Druckerei Westphalen in Flensburg führte Nolde zum Schaffen eines der bedeutendsten druckgraphischen Oeuvre des Expressionismus. Neben der "Großen Mühle" gestaltet der Künstler auch die ebenfalls bereits 1907 geschaffene Lithographie "Mühle" acht Jahre später zu einer Farblithographie um.
Brillanter Druck mit breitem Rand. Laut Noldes Aufzeichnungen wurde lediglich eine Auflage von 18 Exemplaren in Farbe gedruckt, das Blatt kommt auch in Schwarz und Blau und selten in Schwarz, Blau und Grün vor. Sehr selten.

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.500)



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Nolde, Emil
Boote

Los 8060

Boote
Farblithographie auf bräunlichem festen Velin. 1907/15.
32,2 x 49,5 cm (39,6 x 57,3 cm).
Signiert "Emil Nolde" und bezeichnet "Probedruck".
Schiefler/Mosel L 18 II.

Einer der wenigen Probedrucke in zwei Farben. Erst 1915, im Elan der intensiven Zusammenarbeit mit der Druckerei Westphalen in Flensburg, überarbeitete Nolde seine Lithographie "Boote", entwickelte die Komposition weiter und fügte das belebende Grün hinzu, das dem Blatt eine besonders atmosphärische Wirkung verleiht. Nach Schiefler/Mosel betrug die farbige Auflage 22 Exemplare, zudem entstanden mindestens sechs dreifarbige Probedrucke, zweifarbige Drucke waren Schiefler/Mosel scheinbar nicht bekannt, obwohl unter "L 18 II" als "Zweifarbige Drucke (1915)" bezeichnet.
Bis 1911 hatte Nolde seine lithographischen Motive stets über ein Umdruckpapier auf den Lithographiestein übertragen. Gustav Schiefler kritisierte dies als einfaches Verfahren, welches die Ausdrucksmöglichkeiten einschränke. 1911 begann Nolde in der Hamburger Druckerei von Genthe direkt auf den Lithographiestein zu zeichnen und entdeckte die enormen Vorteile. "Nun erst erschloss sich ihm der Reiz des Materials, und es wurde seine Sehnsucht, aus diesem herauszuholen, was ihm als farbiger Flächendruck vorschwebte. Im Frühsommer 1913 hat er in Flensburg diese Sehnsucht in die Tat umgesetzt. Er geriet dabei in eine neue Art des Rausches, mit Pinsel und Farbe zu wirtschaften." (Gustav Schiefler, aus dem Vorwort zu Bd. 2 des Werkverzeichnisses, Das graphische Werk von Emil Nolde 1910-1925, Berlin 1926/27, zit. nach: Schiefler/Mosel/Urban, "Emil Nolde. Das graphische Werk", Bd. I, Köln 1995, S. 19). In der Folge ließ Nolde einen Teil seiner einfarbigen Lithographien von 1907 farbig überdrucken, wie auch das vorliegende Blatt. Es gewinnt dadurch eine malerische Wirkung. Vorzüglicher, leuchtender, farbfrischer Druck von zwei Steinen in Schwarz und Grün, umgesetzt bei Westphalen, mit breitem Rand. Von größter Seltenheit.


Errata: Der Schätzpreis beträgt 6000 Euro.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.600)



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Kollwitz, Käthe
Mutter mit weinendem Kind auf dem Arm

Los 8094

Mutter mit weinendem Kind auf dem Arm
Kohle auf gelblichem Bütten. 1919.
61 x 40,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Kollwitz".
Timm 813.

Tiefe Traurigkeit liegt im Ausdruck der Mutter mit ihrem Kleinkind. Es ist der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen, der sich in ihrem Gesicht abzeichnet. Die Zeichnung gehört in den Kreis der Studien, die Kollwitz 1919 im Leichenschauhaus anfertigte.
Am Beginn dieser Schaffensphase stand das Bild, das sie in der Morgue von Karl Liebknecht anfertigte, auf Bitten seiner Witwe, am Morgen des 25. Januar 1919, dem Tag der Bestattung Liebknechts und 31 weiterer Toter des Januaraufstandes. Die Rechtsmediziner des polizeilichen Leichenschauhauses in Berlin bekamen während und nach der Revolution immer wieder Opfer politischer Morde auf den Obduktionstisch, unter anderem 1922 den damaligen Außenminister Walther Rathenau. Auch für Kollwitz war es leider nicht der letzte Auftrag im Leichenschauhaus. Nur knapp zwei Monate später, also im engsten zeitlichen Zusammenhang mit unserem Blatt, zeichnete sie hier den ebenfalls ermordeten ehemaligen Lebensgefährten Luxemburgs und kurzzeitigen KPD-Vorsitzenden Leo Jogiches (Timm 791).
Timm notiert eine vergleichbare, ebenfalls dieser Gruppe zuzurechnende Zeichnung "Schreiendes Kind, von der Mutter umfasst" (in: Handzeichnungen deutscher Meister, Katalog Galerie Ernst Arnold, Dresden, Mai 1919, Nr. 150), die die Datierung in das Jahr 1919 bekräftigt. Timm zitiert eine Tagebuchnotiz von Käthe Kollwitz, 16.3.1919: "Dann nebenan in der Morgue gewesen. Dichtes Vorbeidefilieren der Menschen an den Glasfenstern, hinter denen die nackten Leichen liegen. (...) einzelne der Wartenden wurden an mir vorbei hinten hineingeführt, und ich hörte da lautes Weinen. O, welch jammervoll trauriger Ort ist das Leichenschauhaus! Welche Qual, einen lieben Menschen dort suchen zu müssen und ihn zu finden!" (zit. nach Timm S. 348).

Provenienz: Sammlung Marianne König Steinhagen

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.500)



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