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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Hauptbild Beschreibung Status
Giovanni, Benvenuto di
Madonna mit Christuskind und Engeln

Los 6020

Madonna mit Christuskind und Engeln.
Tempera auf Holz. 136 x 86 cm. Um 1470.

Benvenuto di Giovanni zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Sieneser Malern der zweiten Hälfte des Quattrocento. In die Lehre ging er bei Lorenzo di Pietro, genannt il Vecchietta. Im Jahr 1453 unterstützt er diesen bei der Ausführung der Fresken am Baptisterium des Doms zu Siena (Keith Christiansen et al.: Painting in Renaissance Siena, 1420-1500, New York: Metropolitan Museum, 1988, S. 300ff). Benvenutos Malstil steht in der Tradition der vorangegangenen Sieneser Meistern des Trecento, wie Duccio oder Simone Martini. Sein erstes nachweislich signiertes und datiertes Werk ist ein Altarretabel mit der Verkündigung von 1466 in der Chiesa di San Girolamo in Volterra (siehe Burton B. Fredericksen/ Darrell D. Davisson: Benvenuto di Giovanni, Girolamo di Benvenuto, Malibu, 1966, S.16). Bryson Burroughs schreibt über Benvenuto und seinen Sohn Girolamo, der bei seinem Vater lernte und mit dem er später eng zusammenarbeitete, „[they] were the last of the Sienese artists who remained loyal to the ancient artistic traditions of their city. For two centuries the Sienese painters confined their energies to the expression of an ideal which was purely decorative and poetic“ (Bryson Borroughs: “A Sienese Painting”, in:The Metropolitan Museum of Art Bulletin, Vol. 5, No. 11 (Nov., 1910), S. 249). Die Maler Liberale da Verona und Girolamo da Cremona, die sich 1466 und 1470 in Siena niederließen, beeinflussten Benvenutos Malerei stark und bewirkten bei ihm ab den 1480er Jahren einen Stilwechsel, der sich in einer gesteigerten Dramatik und Bewegtheit auszeichnet (vgl. Christiansen et al. op cit, S. 301 und 305). Das vorliegende Werk zählt jedoch noch zu seiner frühen Schaffensperiode und zeigt deutlich sein Bewusstsein für die künstlerische Tradition des Trecento. Tatsächlich war es auch Benvenutos phantasievolle Überarbeitung von Trecento-Motiven, die ihn von seinen Zeitgenossen abhebt und seine religiösen Empfindungen unterstreicht. - Mit einem naturwissenschaftlichen Untersuchungsbericht des Ordinarius für Farbenlehre und Farbenchemie an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, Prof. Dipl. Ing. Dr. Manfred Schreiner vom 5. August 2006, welcher das Gemälde auf die Zeit um 1470 datiert.

Provenienz: Sammlung James Renwick.
dessen Enkelin Isabel Hewitt.
Sotheby's, New York, Auktion am 4. April 1973, Los 164.
Privatsammlung Mailand.
Sotheby's, London, Auktion am 1. November 1978, Los 15.
Privatsammlung Österreich.

Literatur: Maria Cristina Bandera: Benvenuto di Giovanni, Mailand 1999, S. 193/194; 245, Kat Nr. 88.

Schätzpreis
€ 60.000   (US$ 68.400)


Zuschlag
€ 44.000 (US$ 50.159)



» Gemälde Alter und Neuerer Meister
Blunck, Detlev Conrad
Bildnis eines Mannes in schwarzer Jacke

Los 6062

Bildnis eines Mannes in schwarzer Jacke.
Öl auf Leinwand. 61 x 48 cm. Unten rechts signiert und bez. "D C Blun[...]/Rom 18[...]".

Ab 1814 besuchte der in Münsterdorf in Holstein geborene Detlev Conrad Blunck die Kunstakademie in Kopenhagen. Christoffer Wilhelm Eckersberg und Johann Ludwig Lund waren seine Professoren und bildeten ihn zum Historienmaler aus, wobei Blunck sich zum Lieblingsschüler Lunds entwickelte.
Im September 1827 gewann Blunck die große Goldmedaille und damit das ersehnte Stipendium nach Rom, wohin er im Sommer 1828 aufbrach. Über mehrere Stationen erreichte er am 29. Dezember die Ewige Stadt, wo er zunächst in der Via Felice eine Wohnung fand. Den Neujahrsabend feierte er gemeinsam im Kreis der dänischen Künstler um Thorvaldsen.
Die Verbundenheit der Künstler - deutscher sowie dänischer - im Kreis von Thorvaldsen in Rom schuf eine Gemeinschaft, die sich auch malerisch niederschlug. Es entstanden Gruppenbilder, die das heitere Zusammensein der Künstler feierten, wie auch in Bluncks „Dänische Künstler in der Osteria „La Gensola“ in Rom von 1836 (Öl auf Leinwand, 71 x 94 cm, Frederiksborgmuseet, Hillerød). Oder Freundschaftsbildnisse, von denen Blunck zahlreiche anfertigte - er galt als glänzender Porträtist. Es ist u.a. Bendz und Blunck zu verdanken, dass sich die dänischen Künstler mit neuem Selbstbewusstsein zeigten, sei es im Atelierbild oder im Porträt. Als Intellektueller, Bohémien oder „zweiter Gott“ (alter deus) entsteht ein neuer, bildwürdiger Typus des Künstlers. Vorliegendes Bildnis eines elegant gekleideten, jungen Herrn vor einer grünen Stofftapete ordnet sich zweifellos in diese Art der Präsentation ein. Mit wachem und sensiblen Blick schaut er den Betrachter an. Sein dunkler Umhang und der lässig gefaltete Kragen seines weißen Hemdes, zusammengehalten von einer goldenen Anstecknadel, deuten auf Wohlstand und eine gehobene Herkunftsschicht. Die klaren Linien und scharf aufgeteilten Flächen erzeugen eine Brillanz, die vorliegendes Porträt in die Reihe von Bluncks Darstellungen seiner Künstlerkollegen und -freunde in Rom, wie dem Kopenhagener Architekten Frederik Ferdinand Friis (1829), die dänischen Schriftsteller Ludvig Bødtcher (1829) und Christian Winther (1830) sowie den Malern Troels Lund (1831), Friedrich Thöming (1831) und J.A. Jerichau (1838) einzuordnen ist.
Wir danken Karin Bechmann Søndergaard und Ulrich Schulte-Wülwer für wertvolle Hinweise.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


Zuschlag
€ 52.000 (US$ 59.279)



» Gemälde Alter und Neuerer Meister
Stieler, Joseph Karl
Bildnis der Tochter Ottilie Stieler mit dem Str...

Los 6073

Bildnis der Tochter Ottilie Stieler mit dem Strohhut.
Öl auf Leinwand, auf Platte aufgezogen. 72,5 x 58,6 cm. (1845-48).

Nach zwei anfänglichen Lehrjahren in Würzburg geht Joseph Karl Stieler 1800 nach Wien. Während der dortigen Weiterbildung unter Heinrich Füger erhält der Achtzehnjährige bereits zahlreiche Porträtaufträge des osteuropäischen Adels. Die Jahre 1807/08 verbringt Stieler in Paris. Hier erhält er die für seine zukünftige Arbeit entscheidenden Impulse unter Führung des David-Schülers François Gérard. Ab 1809 verbringt er mehrere Jahre in Italien, kommt 1812 erstmals, von König Max I. Joseph wohlwollend empfangen, nach München. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Wien, wo er - im Auftrag des bayerischen Königs - Kaiser Franz und die Kaiserin porträtiert, lässt er sich 1820 endgültig in München nieder. Unter Ludwig I. zum Hofmaler ernannt, wird er mit Aufträgen von Königen und Kaisern überhäuft. Weltberühmt sind aber auch seine Bildnisse herausragender Geistesgrößen und Künstler wie Ludwig van Beethoven 1819, Johann Wolfgang von Goethe 1828 und Alexander von Humboldt 1848, sowie die berühmte, zwischen 1827 und 1850 im Auftrag König Ludwigs I. geschaffene Schönheitengalerie in Schloss Nymphenburg, die ursprünglich 36 Bildnisse umfasste (das Porträt von Luise Freiin von Neubeck ist seit 1936 verschollen).
Als beinahe Siebzigjähriger geht Stieler mit dem vorliegenden Gemälde einen großen Schritt über sein bisheriges Schaffen hinaus. Das Bildnis seiner vierten Tochter aus erster Ehe „Ottilie Stieler mit dem Strohhut“ ist 1848 in der Münchner Kunstausstellung zu sehen. Stieler gerät damit erneut in den Brennpunkt der zeitgenössischen Kritik. Zurecht wird es in der künstlerischen Nachfolge berühmter Bildnisse gesehen, beginnend mit dem „Le Chapeau de Paille“ genannten Porträt der Helene Fourment von Peter Paul Rubens (National Gallery, London), dem darauf beruhendem Bildnis der Lavinia Countess Spencer von Josua Reynolds (Earl Spencer Althorp Collection, Northamptonshire), und dem um 1715 entstandenen „Mädchen mit einem Gemüsekorb“ von Antoine Pesne (heute in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung Schloss Schleißheim). In Aufzeichnungen der Enkelin Dora Stieler ist überliefert, dass Stieler das Bildnis im Sommer im Garten seines Hauses am Tegernsee, und nicht wie üblich in seinem Atelier, angefertigt hat. Im Gegensatz zu den eher kühlen, sehr klaren und linienbetonten Bildnissen früherer Jahre, die noch ganz der napoleonischen Porträtkunst verpflichtet waren, gibt der Maler hier seine hübsche Tochter atmosphärisch im strahlenden Gegenlicht der Sonne wieder, das schräg von rechts über ihren Rücken fällt und die rechte Schulter und beide Arme seitlich streift. Mit der linken Hand, die ein Spitzentuch hält, zieht sie sich die breite Krempe des Strohhutes ein wenig ins Gesicht, welches, wie der Oberkörper, ganz im Schatten liegt. Trotz des Schattens gelingt dem Maler durch Spitzen, Stickereien und zum Plissée geraffte Gewandfalten eine beeindruckende Stofflichkeit. Die früher so scharfen Konturen sind mit breitem Pinsel in fließendem Auftrag wesentlich weicher modelliert, die Umrisse beginnen beinahe zu flimmern. Bemerkenswerterweise verzichtet er auch in der überlieferten Kreidevorzeichnung (Graphische Sammlung München, Inv.Nr. 1918: 207. Vgl. Von Hase 1998, S. 143, Kat.Nr. 238, Abb.), die bereits die Idee der an die Hutkrempe fassenden Linken erfasst, ebenso auf klare Konturlinien. Überliefert ist, dass ein Windstoß das soeben vollendete Bildnis von der Staffelei wehte und das noch feuchte Porträt im Kies landete. Stieler hat es erst ein Jahr später von den Steinen befreit und die entsprechenden Stellen übermalt. Trotzdem wird es als eines der frühesten in der freien Natur entstandenen Bildnisse in der Folgezeit eines seiner bekanntesten Werke. Die Kunstanstalt Stengel in Dresden veröffentlichte das Gemälde Anfang des 20. Jahrhunderts als Ansichtskarte (Nr. 29987).

Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Seitdem in Familienbesitz.

Literatur: Verkaufsverzeichnis Joseph Stielers aus den Jahren 1818-1858, Nr. 229.
R. Marggraff: Nachruf, im: "Abendblatt" der "Neuen Münchner Zeitung" 1858, Nr. 149.
L. Schorn: Kunstblatt, Stuttgart und Tübingen 1848/59.
M. Sauerlandt: Der stille Garten, Leipzig 1911, Abb. S. 80.
R. Oldenbourg, H. Uhde-Bernays: Die Münchener Malerei im neunzehnten Jahrhundert, München 1922, S. 88.
K. A. v. Müller, Der Hofmaler Joseph Stieler, in: Unbekanntes Bayern, Bd. 3, München 1959, S. 189.
H. Bünemann: Von Runge bis Spitzweg (Die Blauen Bücher), Königstein/T. 1961, Abb. S. 44.
H. Schindler: Große Bayerische Kunstgeschichte, München 1963, S. 389.
Ulrike von Hase: Joseph Stieler 1781-1858. Sein Leben und sein Werk. Kritisches Verzeichnis der Werke, München 1998, S. 86 ff., S.143 f., Kat.Nr. 239 mit Abb.

Schätzpreis
€ 35.000   (US$ 39.900)


Zuschlag
€ 74.000 (US$ 84.360)



» Gemälde Alter und Neuerer Meister
Dürer, Albrecht
Das Tier mit den Lammshörnern

Los 6290

[*] Das Tier mit den Lammshörnern.
Holzschnitt. 38,5 x 27,9 cm. cm. (1496-1498). B. 74, Meder 175, vor dem Text. Wz. Reichsapfel (Meder 53).

Dürer illustriert hier das dreizehnte Kapitel der Johannes Offenbarung, in dem es zu Beginn heißt: „Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht [...]“ (Offb 13,1-11). Das gesuchte Blatt zählt zu den selteneren Darstellungen aus dem Zyklus der Apokalypse. - Prachtvoller, klarer und dabei leuchtender Druck vor der deutschen Urausgabe, an bzw. partiell knapp innerhalb der Einfassung geschnitten. Nur minimal fleckig, verso leichte horizontale Mittelfalte mit zarten Trockenfältchen, winzige Nadellöchlein mittig, unmerkliche Ausbesserung in den Strahlen rechts der Krone oben, schwache Leimspuren verso, sonst sehr schönes Exemplar. Aus einer bisher nicht identifizierten Sammlung "ER im Kreis" (Lugt 899).

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 20.520)


Zuschlag
€ 24.000 (US$ 27.359)



» Creatures
Niederländisch
Album mit Käfern, Spinnen, Schmetterlingen, Heu...

Los 6333

[*] 18. Jh. Album mit Darstellungen von Käfern, Spinnen, Schmetterlingen, Heuschrecken, Libellen, Raupen und weiteren Insekten.
Ca. 64 Blatt, einseitig bezeichnet, mit Gouachen, teils über Spuren von schwarzer Kreide, wohl von anderer Hand das Wappen der Grafen zu Königsegg, dieses gezeichnet "Karl Hillmayer fecit". Grüner Pappband des 19. Jh. mit Moirée-Prägung (leicht fleckig, bestoßen und berieben). Quer 4to. Wz. C & I Honig mit Nebenmarke VI.

Äußerst qualitätvolle, detaillierte und naturgetreue Studien in der Tradition der flämischen Maler Joris und Jacob Hoefnagel sowie Jan van Kessel d. Ä.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.120)


Zuschlag
€ 17.000 (US$ 19.380)



» Creatures
Löffler, Christoph
PatrickXL

Los 6356

"Patrick XL".
Öl auf Leinwand. 125 x 130 cm. Unten rechts mit Pinsel in Blau monogrammiert "L" und datiert, verso auf dem Keilrahmen nochmals signiert und betitelt. 2015/16.

Seit gut einem Jahrzehnt widmet sich Christoph Löffler der Darstellung kleiner Plüschtiere. Altmeisterlich in vielen übereinandergelegten Lasuren gemalt verwandelt der Künstler diese oft billig hergestellten Spielzeuge in veritable Persönlichkeiten mit ausgeprägtem Charakter.

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 17.100)


Zuschlag
€ 20.000 (US$ 22.799)



» Creatures
Dürer, Albrecht
Das Rhinozeros

Los 6365

Das Rhinozeros.
Holzschnitt. 21,2 x 29,5 cm. 1515. B. 136, Meder 273, 4.-5. Ausgabe (von 8). Wz. Lilienwappen mit angehängtem WR und drei Perlen im Kronenreif, Meder 121.

Im Jahre 1515 traf ein portugiesisches, aus dem indischen Goa kommendes Schiff im Hafen von Lissabon mit einem in Europa seit der Antike nicht mehr gesehenen Tier an Bord ein - einem indischen Panzernashorn, lateinisch auch Rhinoceros unicornis. Das exotische Tier war zuvor ein Geschenk des Sultans Mustafar von Gujarat an den portugiesischen Gouverneur von Goa Alfonso de Albuquerque gewesen, welcher es wiederum König Manuel I. von Portugal schenkte. Die Nachricht von diesem bisher in Europa nur durch antike Schriften bekannten, fremdartigen Tier verbreitete sich schnell über den ganzen Kontinent. Valentin Ferdinand, ein aus Mähren stammender und in Lissabon lebender Buchdrucker und Nachrichtenagent, schrieb den mit ihm verbundenen Nürnberger Kaufleuten einen ausführlichen Bericht über das Ereignis, der große Beachtung fand. Dieser Brief und eine wohl beigelegte Zeichnung dienten vermutlich auch Dürer als Vorlage für seine ikonische Darstellung. Dürers Holzschnitt traf bei seinen Zeitgenossen auf größtes Interesse und prägte bis ins 18. Jahrhundert hinein in ganz Europa und sogar bis in die amerikanischen Kolonien maßgeblich die Vorstellungen vom Aussehen des exotischen Tieres (vgl. Schoch/Mende/Scherbaum, Albrecht Dürer, Das druckgraphische Werk, München 2002, Bd. II, S.424). - Das gesuchte Blatt mit dem Wasserzeichen der 4. Ausgabe, aber dem Sprung durch beide Hinterbeine, in einem ausgezeichneten, nur rechts und unten etwas trockenem Druck, mit der Einfassungslinie. - Links oben eine Quetschfalte, aufgezogen, entlang der Mittelfalte fein säuberliche Ausbesserungen, mittig winziges Nadellöchlein, links oben ein Fleckchen, sonst nur minimal fleckig und leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten. Selten.

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 17.100)


Zuschlag
€ 20.000 (US$ 22.799)



» Creatures
Ferguson, Max
"Deyrolle"

Los 6375

"Deyrolle".
Öl auf Platte. 40 x 60 cm. Signiert links auf der Tischkante "Max Ferguson", verso diverse eigenh. Kommentare sowie montierte Photos und Texte. 2019.

Max Fergusons Gemälde führt uns in die Räume des Pariser Naturalienhändlers Deyrolle, einen jener wie in einer Zeitkapsel eingeschlossenen magischen Orte, die den New Yorker Künstler faszinieren und die er in seinen altmeisterlichen, in vielen Malschichten aufgebauten Ölgemälden für die Nachwelt festhält. Das beinahe Vergangene für die Zukunft zu bewahren - diesen Anspruch verfolgt Max Ferguson auch bei diesem Interieur des weithin berühmten Handelshauses, das sich seit der Eröffnung im Jahr 1831 dem Aufbewahren, Konservieren und Präparieren widmet. Bereits der Firmengründer, der Entomologe Émile Deyrolle, und besonders dessen Sohn Achille erweiterte das Angebot von exotischen und einheimischen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Muscheln und Krustentieren um eine florierende Editionstätigkeit, die auch wissenschaftliches Lehrmaterial mit einschloss. Berühmt sind etwa die pädagogischen Tafeln und anatomischen Modelle, die in Lehranstalten weltweit Einzug fanden. 1888 bezog das mittlerweile zu einer festen Institution avancierte Etablissement die bis heute genutzten Räumlichkeiten an der Rue du Bac im Herzen des siebten Arrondissements. Die edle Einrichtung mit illuminierten Vitrinen, Schaukästen, Schubladenschränken und Galerien in eleganten, teils getäfelten, teils farbig gefassten Räumen spiegeln den illustren Geschmack einer vergangenen Epoche wider. Die hier präsentierten Tiere und Naturalien versetzen den Besucher in die Kunst- und Wunderkammern früherer Jahrhunderte. Es überrascht daher kaum, dass der wundersame Ort schon lange vor Max Ferguson Künstler wie André Breton, Salvador Dalí und Jean Debuffet faszinierte und auch heute noch ein Magnet ist für Liebhaber, Sammler, Wissenschaftler und Dekorateure, die nach Anregungen suchen. Auch staunende Kinder lassen sich von Deyrolle verzaubern.
Das Gemälde von Max Ferguson zeigt einen der zentralen Räume der Naturalienhandlung im ersten Stock des Stadtpalais aus dem späten 17. Jahrhundert. In einem Kabinett, das von ausgestopften exotischen Tieren bevölkert wird, steht eine Frau an einer geöffneten Lade eines Sammlungsschrankes und betrachtet die darin liegenden Objekte. Es ist eine stille Szene, die sich fernab des Lärms der Großstadt abspielt. Meist erscheinen die Figuren von Ferguson allein, doch anders als bei dem häufig für Vergleiche herangezogenen Edward Hopper, sind sie nicht einsam. Ihre Einsamkeit ist kontemplativ, die Aufmerksamkeit wird von der Arbeit absorbiert und lässt Hingabe und Konzentration vermuten. Ferguson identifiziert sich mit den Berufen, die er ins Bild setzt, denn er selbst versteht seine Arbeit als ein Handwerk. Der Künstler, der zunächst Filmanimation an der New York University studierte, setzte sich während eines Auslandsaufenthaltes in Amsterdam mit der holländischen Malerei des Goldenen Zeitalters auseinander. Mehr noch als die technische Virtuosität der Alten Meister bewunderte er deren Fähigkeit, mit den Mitteln der Malerei Alltägliches semantisch aufzuladen, dem Profanen gar „Sakramentales“ zu verleihen. Seine Herangehensweise wurzelt in traditionellen Techniken und seine Werke entstehen über Monate hinweg in einem geduldigen und sorgfältigen Prozess. Die Bezeichnung Fotorealismus mag, wenn man sie allein auf das Technische bezieht, zutreffend sein, greift aber für Fergusons künstlerischen Anspruch zu kurz. Denn neben der ästhetisch-visuellen Qualität seiner Werke ist die Empathie für das Dargestellte von zentraler Bedeutsamkeit.

Schätzpreis
€ 20.000   (US$ 22.799)


Zuschlag
€ 27.000 (US$ 30.779)



» Creatures
Rugendas d. Ä., Georg Philipp
Eine Reiterschlacht vor einer weiten Landschaft...

Los 6674

Eine Reiterschlacht vor einer weiten Landschaft mit Festungsanlagen.
Feder und Pinsel in Braun. 45 x 62,5 cm. Signiert "G. P. Rugendas". Um 1738.

Georg Philipp Rugendas hat ein sehr umfangreiches zeichnerisches Œuvre hinterlassen. Bei der Mehrzahl dieser Zeichnungen handelt es sich jedoch um Vorstudien, Skizzen oder Reinzeichnungen, die eigene Gemälde vorbereiten oder als Vorlagen für Reproduktionsstiche dienten. So gibt es unzählige kleine Figurenskizzen, weiter Aktstudien, stilllebenhaft aufgefasste Detailstudien von Rüstungen, sowie Stoff- und Draperiestudien. Eine künstlerisch sehr qualitätvolle Werkgruppe bilden die als Reinzeichnung ausgeführten, großformatigen Vorzeichnungen, die in ihrer sachlichen Realistik und Linienschönheit zum Besten gehören was Rugendas geschaffen hat. Autonome Zeichnungen sind dagegen eher selten. Die vorliegende, großformatige und stürmisch aufgewühlte Schlachtenszene steht daher singulär im zeichnerischen Schaffen da und lässt sich nur mit einer weiteren, dem Spätwerk angehörigen und 1738 datierten Zeichnung vergleichen, die ebenfalls das Motiv der "Türkenkriege" zum Gegenstand hat (Städtische Kunstsammlungen Augsburg, Inv. Nr. 13899, siehe Gode Krämer: "Georg Philipp Rugendas d. Ä. als Zeichner", in: Rugendas. Eine Künstlerfamilie im Wandel und Tradition, Augsburger Museumsschriften 10, Augsburg 1998, S. 34, Abb. 22; Farbabb. S. 65, S. 112, Kat. Nr. 106).

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


Zuschlag
€ 14.000 (US$ 15.959)



» Zeichnungen 16.-19. Jhdt.
Schnorr von Carolsfeld, Julius
Loth und seine Töchter fliehen aus dem brennen...

Los 6748

Lot und seine Töchter fliehen aus dem brennenden Sodom.
Feder in Braun über Spuren von Bleistift. 21,8 x 25,7 cm. Oben links bezeichnet "C.XIX. 23 bis 26" sowie am Unterrand links monogrammiert "JSC" und rechts datiert "d. 25 Dec. [18]26".

Die Zeichnung zeigt die alttestamentarische Szene der Flucht Lots und seiner Töchter aus der brennenden Stadt Sodom, seine Frau ist bereits zur Salzsäule erstarrt (1. Mose 19, 24-26). Schnorr von Carolsfeld entwicklete dieses Thema für Tafel 26 der zwischen 1852 und 1860 im Verlag G. Wigand, Leipzig, erschienenen „Die Bibel in Bildern“.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.550)


Zuschlag
€ 15.000 (US$ 17.100)



» Zeichnungen 16.-19. Jhdt.

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